Freitag, 12. Mai 2023

Ihr Kind sollte in die nächste Lernphase eintreten — mit unseren Tipps kein Problem

Mit diesem Artikel werden Sie die Grundlagen moderner Methoden der Wissensaneignung verstehen und können diese Ihrem Kind schon früh ganz praktisch beibringen — für mehr Erfolg im Leben.

Wenn es um den schulischen Erfolg des Nachwuchses geht, kann es Eltern oftmals nicht schnell genug gehen. Das Prinzip „viel hilft viel“ scheint die Devise zu sein und so werden bereits die Kleinen in allerlei nachmittägliche AGs untergebracht. Sprachen zu lernen, hat in diesem Zusammenhang viele Vorteile. Neben dem reinen Nutzen bei späteren Auslandsaufenthalten kann die Aneignung neuer Vokabeln zudem beim Lernen allgemein helfen. Doch hier liegt genau das Problem im Schulsystem, denn das richtige Lernen will tatsächlich erst einmal gelernt sein. Mit den Tipps in diesem Artikel verstehen Sie die Grundlagen moderner Methoden der Wissensaneignung und können diese Ihrem Kind schon früh ganz praktisch beibringen — für mehr Erfolg im Leben.


Digitalisierung hilft beim Lernen — muss allerdings richtig zum Einsatz kommen

Effizientes Lernen in der Schule ist ein komplexes Thema, daher möchten wir es zunächst auf ein konkretes Anwendungsbeispiel herunterbrechen, damit es weniger abstrakt ist. Wir wählen den eingangs bereits aufgegriffenen Fremdsprachenbereich. Hier existieren heutzutage unterstützende Softwarelösungen wie Phase 6. Diese und ähnliche Sprachlern-Apps fungieren als Vokabeltrainer, mit dem Ziel, die bestmögliche Unterstützung beim Fremdsprachentraining zu leisten. Es kommt hierbei ganz auf die systematische Herangehensweise an, denn neben einer sinnvollen Durchmischung spielt indessen insbesondere die Stimulation des Langzeitgedächtnisses eine Rolle. Wirklich nachhaltig werden Wissenseinheiten nämlich nur verinnerlicht, wenn sie den Schritt in diesen Bereich des Erinnerungsapparates schaffen und nicht am flüchtigen Kurzzeitspeicher des Gehirns abprallen. Mit hinein in den Erfolg spielt dabei ein detaillierter Report als Feedback für das lernende Kind und seine Eltern, sodass Erfolge und noch bestehende Hürden rasch erkannt werden können. Doch welches System steckt hinter dem effizienten Lernen, das durch darauf zugeschnittene Programme gefördert werden soll? Und noch essenzieller: Wie funktioniert diese Lernmethode genau? Darauf kommen wir im letzten Abschnitt zu sprechen.


Abstandhalter für mehr Erfolg beim Lernen

Die Kernidee für erfolgsorientiertes sowie zeitsparendes Lernen von Vokabeln ist das sogenannte Spaced-Repetition-System. Wie der Name vermuten lässt, werden hier die zu lernenden Vokabeln zeitlich nach einem bestimmten System verteilt und wiederholt. Kern ist die Rückmeldung des Lernenden auf die ihm präsentierten Inhalte. Verdeutlichen wir es an einem Beispiel: Das Kind bekommt das erste Mal eine neue Vokabel in einer Fremdsprache zu sehen und kann zunächst selbst testen, ob es bereits deren Bedeutung kennt. Danach wird die Lösung sichtbar und das Kind schätzt ein, wie schwer ihm die Erinnerung fiel. Zwei Fälle sind dabei entscheidend. Entweder es kannte den Lerninhalt noch gar nicht (auch nicht aus dem Allgemeinwissen abgeleitet) beziehungsweise es musste lange überlegen, um auf die Lösung zu kommen. Oder das Kind wusste sofort die Lösung. Bei unbekannten oder noch nicht sicher gelernten Vokabeln wird der Zeitabstand bis zum nächsten Erscheinen daher kurzgehalten. So wird der Stoff durch Wiederholung besser im Langzeitgedächtnis verankert. Tritt ein Lerneffekt schließlich ein und das Feedback deutet auf eine leichtfallende Erinnerung, dann vergrößern sich Schritt für Schritt die Abstände und die Vokabel wird seltener wiederholt. Hier nutzt das System des Spaced-Repetition den sogenannten Spacing-Effekt. Nach diesem Phänomen können Informationseinheiten besser im Gedächtnis verankert werden, die auf einen längeren Zeitraum aufgeteilt mehrfach wiederholt auftauchen. Im Vergleich dazu wird ein intensives, aber zeitlich kurzes Wiederholen als nachteilig für langanhaltende Wissensmehrung angesehen. Dies werden Sie aus Ihrem eigenen Schulalltag noch kennen. Wenn Sie nur einen Tag vor einer Arbeit den Stoff dafür über Stunden „gelernt“ haben, konnten Sie die Prüfung vielleicht ganz gut bewältigen. Doch keine der Informationen hatte so die Chance, in Ihr Langzeitgedächtnis aufgenommen zu werden. Wenn Sie Ihrem Kind mit darauf zugeschnittenen Systemen dagegen spielerisch eine zeitlich verteilte Wissensmethode beibringen, wird es ein Leben lang davon profitieren. Ein Tipp zum Schluss: Wenn Sie Ihren Nachwuchs beim Lernen ungern zusätzlich an den Bildschirm fesseln möchten, können Sie das System ebenso mit einem ganz analogen Karteikasten nebst passender Kärtchen umsetzen.