Mittwoch, 28. Januar 2026
Was tun bei Mobbing in der Schule oder im Internet?
Mobbing trifft viele Kinder und Jugendliche härter, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Ob in der Schule oder online – wer ausgegrenzt, verspottet oder bedroht wird, fühlt sich oft hilflos, beschämt und allein. Die Folgen reichen von innerem Rückzug über Ängste bis hin zu schweren psychischen Belastungen. Doch niemand muss das alleine durchstehen. Es gibt Wege aus dieser Situation, und es gibt Menschen, die helfen können.
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Wenn der Schulalltag zur Belastung wird
Mobbing in der Schule ist kein neues Phänomen. Kinder und Jugendliche können grausam sein, insbesondere dann, wenn sie in der Gruppe agieren und Schwächen anderer ausnutzen. Es beginnt manchmal mit abfälligen Bemerkungen über Kleidung oder Aussehen, geht weiter mit Lästereien in der Pause und endet im schlimmsten Fall mit körperlichen Angriffen oder systematischer Ausgrenzung.
Nicht selten merken Lehrer oder Eltern lange nichts davon. Viele Betroffene schweigen, weil sie sich schämen oder Angst vor noch mehr Angriffen haben. Andere glauben, dass ihnen sowieso niemand glaubt oder helfen kann. Dabei ist es gerade in solchen Momenten entscheidend, das Schweigen zu brechen. Die erste wichtige Erkenntnis lautet: Wer gemobbt wird, trägt keine Schuld. Die Verantwortung liegt immer bei denjenigen, die mobben.
Mobbing im Internet: Wenn es keinen Rückzugsort mehr gibt
Mit sozialen Netzwerken hat Mobbing eine neue, oft noch perfidere Dimension bekommen. Cybermobbing findet auf Plattformen wie WhatsApp, TikTok oder Instagram statt. Beleidigungen, das Verbreiten von peinlichen Bildern oder das gezielte Bloßstellen in Kommentaren sind nur einige Formen. Besonders belastend ist, dass sich die Angriffe dem Blickfeld der Erwachsenen oft entziehen. Außerdem gibt es kein Zuhause mehr, in dem Ruhe herrscht – die Angriffe kommen auch abends, nachts oder am Wochenende.
Cybermobbing hinterlässt tiefe Spuren. Viele Jugendliche entwickeln Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen oder depressive Symptome. In besonders schweren Fällen benötigen sie professionelle Hilfe. Eine schnelle Möglichkeit, regionale psychologische Unterstützung zu finden, bietet dastelefonbuch.de. Dort lassen sich in wenigen Klicks Fachärztinnen und Fachärzte in Wohnortnähe recherchieren – ein wertvoller erster Schritt.
Was betroffene Kinder und Jugendliche tun können
Der wichtigste Schritt ist, sich jemandem anzuvertrauen. Das kann ein Elternteil, eine Lehrkraft, die Schulsozialarbeit oder eine Vertrauensperson im Freundeskreis sein. Es braucht Mut, aber es ist der Beginn der Veränderung. Sobald das Umfeld informiert ist, kann gezielt gehandelt werden. In vielen Schulen gibt es mittlerweile klare Anti-Mobbing-Konzepte, Streitschlichterprogramme oder externe Beratungsstellen, mit denen kooperiert wird.
Wer online gemobbt wird, sollte Beweise sichern: Screenshots, Chatverläufe oder Profilnamen helfen später bei der Klärung. In manchen Fällen ist es sinnvoll, auch juristische Schritte zu prüfen – etwa bei Bedrohungen oder übler Nachrede. Einige Städte bieten kostenlose Rechtsberatung für Jugendliche an, beispielsweise über Jugendzentren oder soziale Einrichtungen. Wichtig ist, das Gefühl der Hilflosigkeit nicht zu verinnerlichen. Es gibt immer Wege, sich zu wehren – auch wenn sie nicht sofort sichtbar erscheinen.
Die Rolle von Eltern und Lehrkräften
Eltern und Lehrer spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Mobbing zu erkennen und zu stoppen. Warnsignale können ein plötzlicher Leistungsabfall, Rückzug, häufige Bauch- oder Kopfschmerzen oder Vermeidung von Schule und sozialen Kontakten sein. Eine offene Gesprächskultur ist dabei entscheidend. Kinder müssen wissen, dass sie ernst genommen werden und Unterstützung erhalten.
Lehrkräfte wiederum sind gefordert, auf ein gutes Klassenklima zu achten. Respekt, Vielfalt und Solidarität sollten Teil des Schulalltags sein – nicht nur in Projekttagen, sondern im täglichen Miteinander. Es braucht klare Regeln, und es braucht Konsequenzen für diejenigen, die diese Regeln brechen. Gleichzeitig sollte die Schule ein sicherer Ort bleiben, an dem Fehler gemacht und Entwicklungsprozesse begleitet werden dürfen.
Langfristige Wege aus dem Mobbing
In manchen Fällen reichen Gespräche und pädagogische Maßnahmen nicht aus. Dann ist eine therapeutische Unterstützung notwendig. Psychologische Beratungsstellen, Kinder- und Jugendtherapeuten oder spezialisierte Kliniken können helfen, das Selbstwertgefühl wieder aufzubauen, Ängste zu bewältigen und einen neuen Umgang mit belastenden Erfahrungen zu erlernen.
In vielen Städten gibt es außerdem Initiativen, die Workshops oder Gruppenangebote für Betroffene anbieten. Auch anonyme Online-Beratungen wie „Nummer gegen Kummer“ oder das „JugendNotmail“-Projekt können entlastend wirken. Entscheidend ist, dass sich niemand dauerhaft in der Opferrolle wiederfindet. Es geht darum, das eigene Leben zurückzuerobern – Schritt für Schritt.
Fazit: Mobbing darf nie ein Tabuthema sein
Mobbing in der Schule oder im Internet ist eine ernstzunehmende Belastung – für die Betroffenen, aber auch für das soziale Umfeld. Umso wichtiger ist es, offen darüber zu sprechen, Hilfe anzubieten und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder Mensch ein Recht auf ein respektvolles, sicheres Leben hat. Niemand muss mit den Verletzungen, der Angst oder der Scham alleine bleiben. Es gibt Hilfe, es gibt Lösungen und es gibt Menschen, die zuhören.