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Kurt-Körber-Gymnasium, Hamburg

Gesamtnote 4,3

Insgesamt eine Institution, die Ungleichheit reproduziert statt ausgleicht

Das Schulgebäude ist veraltet: mangelhafte Belüftung (besonders spürbar im Sommer), karge Räumlichkeiten, kein modernes Lernumfeld. Die Forschung zeigt, dass physische Lernumgebungen messbaren Einfluss auf Motivation und Leistung haben; meiner Einschätzung nach wird dieser Faktor hier strukturell vernachlässigt. Viele Lehrkräfte sind spürbar engagiert; es scheint jedoch, als ob ein Teil des Kollegiums im Umgang mit Schüler:innen nicht immer einen wertschätzenden Tonfall findet.

Besonders auffällig wirkt auf mich das weitgehende Fehlen einer institutionellen Sensibilität für Rassismus, obwohl der hohe Migrationsanteil der Schule genau das erfordern würde. Rassismuskritische Schulentwicklung ist kein pädagogisches Extra, sondern meiner Einschätzung nach eine strukturelle Notwendigkeit an Schulen mit heterogener Schülerschaft. Mir wirkt ihr Fehlen wie eine Entscheidung durch Unterlassen.

Hinzu kommt meiner Wahrnehmung nach ein strukturelles Machtgefälle gegenüber anderen Schulen: An Schulen mit wohlhabenderen Elternhäusern scheint institutionelles Fehlverhalten häufiger sichtbar gemacht und korrigiert zu werden. Nicht weil diese Schulen moralisch besser aufgestellt sind, sondern weil Eltern über ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital zu verfügen scheinen, das sie als Gegenmacht einsetzen können: rechtliche Schritte, politische Netzwerke, Kenntnis institutioneller Spielregeln. An dieser Schule scheint diese Gegenmacht zu fehlen. Es könnte den Eindruck erwecken, dass ein Ungleichgewicht entsteht, das Teile des Kollegiums und der Schulleitung begünstigt – meist weniger durch bewusste Entscheidung als durch institutionelle Routine und das Ausbleiben von Konsequenzen. Es könnte den Eindruck erwecken, dass Fehlverhalten unsichtbar bleibt, weil niemand die Mittel hat, es sichtbar zu machen; und weil Schüler:innen wie Eltern das Gefühl entwickelt haben, dass Gegenwehr folgenlos bleibt.

Ich empfinde es als besorgniserregend, dass die Förderstruktur mangelhaft wirkt. Im Vergleich zu anderen Schulen in der Umgebung wirken die Förder- und Forderangebote hier sporadisch und rudimentär. Gerade an Schulen, deren Elternschaft die häusliche Bildungsarbeit aus Zeit- und Ressourcengründen nicht vollständig leisten kann, müsste die Institution meiner Einschätzung nach kompensieren. Sie tut es meiner Wahrnehmung nach nicht ausreichend. Förderangebote für schwächere Schüler:innen scheinen zu existieren; stärkere Schüler:innen hingegen scheinen strukturell durchs Raster zu fallen. Auslandsjahre, Austauschprogramme und Begabtenförderung werden meiner Erfahrung nach institutionell nicht proaktiv kommuniziert. Wer sie wahrnimmt, tut es aus eigener Initiative oder weil das Elternhaus die nötigen Ressourcen mitbringt

Ich empfinde es zudem als besorgniserregend, wie ein Teil des Kollegiums mit Schüler:innen der Studienstufe umzugehen scheint. Es wirkt so, als ob nicht alle Schüler:innen der Studienstufe gleichermaßen willkommen sind; es entsteht der Eindruck, als ob manche im Unterrichtsgeschehen eher wie eine Randnotiz behandelt werden. Meiner Einschätzung nach ist ein solcher Umgang in einer gemeinsamen Bildungseinrichtung grundsätzlich inakzeptabel.

Gesamtnote 1,0

Herzlichkeit und Offenheit

Diese Schule ist einfach genial!

Gesamtnote 6,0

Unzufriedenheit mit der Schule.

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