Stadtteilschule Eidelstedt, Hamburg
Bewertung
Ich bin in die 10b gegangen und möchte meine ehemalige Schule insgesamt mit vier von fünf Sternen bewerten. Rückblickend bin ich trotz einiger schwieriger Erfahrungen sehr dankbar für meine Schulzeit und für die Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben.
Zuerst möchte ich mich ganz besonders bei meinem ehemaligen Klassenlehrer bedanken. Für mich war er wirklich einer der besten Lehrer, die man sich wünschen kann. Er hat sich für uns Schülerinnen und Schüler eingesetzt, war verständnisvoll und hat uns nicht einfach nur als Schüler gesehen, sondern auch als Menschen. Dafür möchte ich auch im Nachhinein noch einmal ein riesiges Dankeschön aussprechen. Viele schöne Erinnerungen aus meiner Schulzeit verbinde ich mit ihm.
Auch bei meiner ehemaligen Mathelehrerin möchte ich mich herzlich bedanken. Sie war für mich eine wirklich tolle Lehrerin, die ich sehr geschätzt habe. Besonders schön war auch unsere Klassenreise mit meinem Klassenlehrer und meiner Mathelehrerin. Diese Reise wird für mich definitiv unvergesslich bleiben und gehört zu den schönsten Erinnerungen meiner Schulzeit.
Ein weiteres großes Dankeschön geht an meine neue Englischlehrerin, die uns später bis in die 10. Klasse begleitet hat. Sie hat mitbekommen beziehungsweise von den Schwierigkeiten erfahren, die wir zuvor mit unserer alten Englischlehrerin hatten, und hat ihr Bestes gegeben, um uns zu unterstützen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.
Trotzdem gibt es zwei Punkte, die ich kritisch ansprechen möchte.
Der erste betrifft meine alte Englischlehrerin, bei der ich von der 5. bis zur 9. Klasse Unterricht hatte. Leider haben wir uns über viele Jahre überhaupt nicht gut verstanden. Ich hatte häufig das Gefühl, nicht fair beziehungsweise nicht respektvoll behandelt zu werden. Auch viele meiner Mitschülerinnen und Mitschüler haben die Situation ähnlich wahrgenommen.
Wenn wir beispielsweise zu spät gekommen sind, mussten wir regelmäßig zur Abteilungsleitung. Für mich war dabei besonders irritierend, dass teilweise selbst dort nicht nachvollzogen werden konnte, warum wir überhaupt dorthin geschickt wurden.
Ich habe außerdem Situationen erlebt, in denen ich mich vor meiner Klasse bloßgestellt gefühlt habe. Unter anderem wurden meine Noten vor der Klasse laut genannt und ich hatte das Gefühl, dass negativ über mich gesprochen wurde. In einem Fall durfte ich eine Arbeit trotz eines vorhandenen Attests zunächst nicht nachschreiben. Meine Mutter und ich haben diese Situation mehrfach angesprochen. Auch beim LEG war dieses Thema öfter Gegenstand von Gesprächen.
Ich weiß, dass auch andere Schülerinnen und Schüler aus meiner Klasse ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Deshalb habe ich mich rückblickend oft gefragt, warum erst gegen Ende der 9. Klasse etwas verändert wurde. Als meine alte Englischlehrerin schließlich nicht mehr unsere Klasse unterrichtete und wir meine neue Englischlehrerin bekamen, hat sich die Situation für uns deutlich verbessert.
Meiner Meinung nach hätte man bei solchen Problemen deutlich früher reagieren müssen – insbesondere wenn sich mehrere Schülerinnen, Schüler und Eltern beschweren. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits unseren ESA geschrieben und standen kurz vor den MSA-Prüfungen. Gerade dann ist es schwierig, entstandene Probleme noch richtig aufzuarbeiten und verlorenes Vertrauen wiederherzustellen.
Mein zweiter Kritikpunkt betrifft den Boxlehrer der Schule. Auch hier möchte ich bewusst keine Namen nennen, da es sich um eine sehr persönliche Angelegenheit handelt.
Ich hatte aus meiner Vergangenheit persönliche Erfahrungen mit ihm, über die ich sowohl mit einer Lehrkraft als auch mit Vertrauenspersonen der Schule gesprochen habe. Für mich persönlich hatte ich dabei das Gefühl, dass meine Situation nicht ausreichend ernst genommen wurde und sich anschließend nicht wirklich etwas verändert hat.
Gerade wenn Schülerinnen oder Schüler mit persönlichen und möglicherweise belastenden Erfahrungen zu Lehrkräften oder Vertrauenspersonen kommen, sollte meiner Meinung nach besonders genau hingeschaut und dafür gesorgt werden, dass die betroffenen Schülerinnen und Schüler sich sicher und ernst genommen fühlen. Ich persönlich kann bis heute nicht nachvollziehen, warum sich an dieser Situation aus meiner Sicht so wenig verändert hat.
Mir ist wichtig zu sagen, dass dies meine persönlichen Erfahrungen und meine Wahrnehmung während meiner Schulzeit sind. Ich möchte damit keinesfalls die vielen positiven Dinge schlechtreden, die ich mit dieser Schule verbinde.
Insgesamt bin ich für meine Schulzeit, die Erfahrungen und vor allem für die Menschen, die mich auf diesem Weg unterstützt haben, sehr dankbar. Besonders meinem ehemaligen Klassenlehrer, meiner ehemaligen Mathelehrerin und meiner neuen Englischlehrerin möchte ich noch einmal von Herzen Danke sagen. Sie haben meine Schulzeit auf unterschiedliche Weise positiv geprägt.
Ich wünsche der Schule und vor allem den Schülerinnen und Schülern, dass Probleme in Zukunft früher erkannt, ernst genommen und gemeinsam gelöst werden. Denn eine gute Schule bedeutet für mich nicht, dass immer alles perfekt läuft, sondern auch, dass Kritik angenommen wird und man bereit ist, Dinge zu verändern.
Trotz meiner Kritik überwiegen für mich rückblickend die schönen Erinnerungen.