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Salzmannschule Schnepfenthal, Waltershausen

Gesamtnote 4,0

Keine Empfehlung

Wir besuchten die Salzmannschule an einem Tag der offenen Tür und meldeten unser Kind ab der 8. Klasse an. Ein Einstieg in der 5. Klasse und eine Internatsunterbringung schienen uns für unser Kind damals zu früh, daher erschien uns die 8. Klasse als passender Zeitpunkt. Wir stellten jedoch fest, dass die Integration von Quereinsteigern in dieser Klassenstufe nicht so einfach war, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Unser Kind wurde nach einem Eignungstest angenommen. Wir erfuhren später, dass alle Quereinsteiger, die sich beworben hatten, akzeptiert wurden.

Wir bemerkten, dass jede Klassenstufe nach jedem Schuljahr eine ungewöhnlich hohe Anzahl an freiwilligen Abgängen hatte, was uns in anderen Gymnasien in Thüringen nicht so aufgefallen war.

Das Sprachenangebot der Schule ist umfangreich, jedoch waren unsere gewünschten Fächer Japanisch und Russisch nicht verfügbar, sodass wir auf Chinesisch und Italienisch ausweichen mussten.

Unser Kind, das als Quereinsteiger zur Schule kam, hatte anfangs Schwierigkeiten, Anschluss zu finden. Wir hätten uns gewünscht, dass die Schule mehr Unterstützung für die Integration von Quereinsteigern bietet. Teilweise werden Klassen bis zum Abitur separiert, und die ersten drei Schuljahre in Schnepfenthal an der 5. Klasse bieten dem Anschein nach viele prägende Erlebnisse, die für Quereinsteiger dann schwer aufzuholen sind.

Im Internat gab es unserer Meinung nach zu wenig Freizeitangebote, und die abgelegene Lage mitten im Thüringer Wald bot auch für junge Menschen in der Umgebung begrenzte Möglichkeiten.

Der naturwissenschaftliche Unterricht, den unser Kind in der Salzmannschule hatte, entsprach nicht ganz unseren Erwartungen. Während der Schulzeit meines Kindes gab es einige Ausfallstunden und Unterricht von Lehrkräften, die nicht immer motiviert wirkten. Wir hätten uns gewünscht, dass die Schule hier mehr in die Qualität des Unterrichts investiert. Zudem wurden ausländische Lehrkräfte eingesetzt, die nicht immer gut Deutsch sprechen konnten, was den Unterricht teilweise erschwerte. Mein Kind wechselte daher ab der 11. Klasse in ein anderes Gymnasium, um das Abitur zu machen, und die Lücken wurden dort deutlich. Es gab Nachholbedarf in Physik, Mathematik, Geographie und Chemie. Astronomie wurde in Schnepfenthal gar nicht erst angeboten. Um den Anschluss in den Naturwissenschaften wiederzufinden, haben wir viel Zeit und Geld in Nachhilfe investiert.

Der langjährige Schuldirektor ist inzwischen in Rente gegangen. Wir wünschen dem neuen Direktor, dass es gelingt, die Schule zu reformieren und zu modernisieren.

Unsere schriftlichen Anfragen an das Sekretariat wurden nicht immer zeitnah beantwortet, und das digitale Notenverzeichnis wird nur langsam gepflegt und bildet nicht immer den aktuellen Stand ab.

Im Unterricht meines Kindes wurde kaum mit Arbeitsheften und Büchern gearbeitet, sondern hauptsächlich mit Zetteln und Kopien. Entsprechend hoch ist der Eigenbeitrag der Eltern, der jährlich an Zusatzkosten für Arbeitsmaterialien geleistet werden muss. Einmal haben wir in einem Schuljahr vergessen, ein bestimmtes Lehrbuch zu bestellen, und es ist bis zum letzten Schultag nicht aufgefallen.

In den drei Jahren, die wir die Schule aktiv miterlebt haben, ist es trotz der vorhandenen technischen und finanziellen Mittel nicht gelungen, ein funktionierendes WLAN zu installieren und iPads für die Klassen zur Verfügung zu stellen.

Das Konzept der Schule ist unserer Meinung nach gelungen, und wir hoffen, dass die Schulorganisation und der Lehrkörper reformiert werden können, um sowohl die Unterrichtsqualität als auch das Niveau der Freizeitangebote zu verbessern.

Wir haben diesen Text mehrmals umformuliert und abgeschwächt, wie es die Website verlangt hat. Wir hätten noch deutlichere Worte für die Qualität der Schule gefunden, aber dies würde diese Webseite so nicht veröffentlichen.

Gesamtnote 1,3

Erste Wahl

Super Schule, für alle, die schon in der Grundschule mit deutscher Sprache und ggf. ersten Englisch-Erfahrungen gut zurechtkommen. Es wird eine anspruchsvolle Aufnahmeprüfung gemacht. Der Unterricht ist sehr gut und sprachnah gestaltet, so dass nicht nur etwas "hängenbleibt", sondern die Sprachen wirklich angewendet werden können. Das ist auch wegen kleiner Sprachlerngruppen möglich. Das Niveau ist sowohl in Deutsch als auch in den Fremdsprachen sehr hoch. Die Auswahl an Fremdsprachen und der zusätzliche Pflichtunterricht in mehreren Sprachen ist zwar anspruchsvoll, aber im Nachhinein aus Sicht unserer Familie die richtige Entscheidung. Uns ist es wichtig, dass die Naturwissenschaften daneben auch im Blick bleiben, aber das ist dank engagierter Lehrer auch gesichert. Die Schulgemeinschaft zwischen den Kindern und Jugendlichen un den Lehrern ist zumindest aus unserer Elternsicht sehr wohltuend tolerant, engagiert und zugleich achtsam.

Gesamtnote 1,2

Ein Sprungbrett in die Welt

Ich habe sehr viele verschiedene Zeiten an dieser Schule erlebt: Sehr positive Erlebnisse, aber auch ein paar Momente, die ein paar bittere Gefühle hinterlassen haben. Mit fast 7 Jahren Abstand zu meinem Abitur kann ich jedoch sicher sagen, dass alles erlebte mich in einem positiven Sinne geformt hat. Ich denke, dass es ein Teil des Lebens und des Aufwachsens ist als Teenager im sozialen Gefüge seiner Klassenkamaraden Erfahrungen aller Art zu machen, das hat mich einerseits resilient gemacht, aber mir auch Mitgefühl für Mitmenschen gelehrt. Ich habe tiefe, anhaltende Freundschaften aus meiner Schulzeit und bin dankbar sie zu haben. Durch den Fokus auf Sprachen hat die Salzmannschule meistens von Haus aus sprachinteressierte Schüler, aber auch viele, die aus einem bilingualen Haushalt kommen. Das hatte ein sehr kulturell bereicherndes Klassenzimmer zur Folge. Als jemand mit einem ähnlichen Hintergrund war es schön, nicht damit allein zu sein, im Gegenteil (auch wenn ich nicht behaupten kann, dass nicht auch mal dumme Fragen zur Herkunft von Mitschülern gestellt wurden) habe sich die meisten sehr aufrichtig dafür interessiert. Viel von diesem offenen Klima ist auch dem engagierten Lehrerteam zu verdanken, es gab häufig Exkursionen zu Museen oder Sprachreisen, darüber hinaus einen hochwertigen Unterricht in den meisten Fächern. Auch wenn der Fokus an der Salzmannschule auf Sprachen liegt, kann ich sagen, dass Naturwissenschaften, aber auch Geschichte und Musik super gut unterrichtet wurden. Auch wenn ich lange Zeit etwas mit den erlernten Sprachen machen wollte, bin ich mittlerweile in einem MINT Studium und hoffe bald meinen Master abzuschließen ;) Ich kann die Schule nur sehr ans Herz aller legen, grade, da es ein staatliches Gymnasium mit der Performance einer Privatschule ist.

Gesamtnote 2,0

Jederzeit wieder

Ich habe 2018 dort mein Abitur gemacht und blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf meine Schulzeit zurück. Einerseits hätte ich nicht gedacht, dass 8 Jahre wirklich so schnell vergehen, andererseits bin ich unendlich froh, so viele tolle Erfahrungen dort gesammelt zu haben. Ich habe mir nicht nur viele nützliche Fremdsprachenkenntnisse aneignen können ( vor allem durch einige Auslandsaufenthalte), sondern ich habe dort auch die besten Freunde der Welt gefunden, mit denen ich nach wie vor engen Kontakt pflege. Die Tatsache, dass man tagtäglich unter einem Dach wohnt und gemeinsam lebt, lernt, lacht und weint ist unheimlich prägend. Ich würde behaupten, dass wir dadurch unsere Soft Skills schon sehr weit ausbauen konnten, was für das Alter nicht selbstverständlich ist. Dennoch muss man hinzufügen, dass unter den gegebenen Umständen, ein sehr hoher Leistungsdruck geherrscht hat und man sehr früh mit einem hohen Level an Stress konfrontiert wurde, was an manchen Stellen etwas grenzwertig war. Vor allem in der Pubertät hatte man dann hier und da seine Probleme und nicht jeder war schon so gefestigt, wie man es uns abverlangt hat. Daher wäre es gut gewesen, wenn man eine feste Vertrauensperson unter den Erziehern gehabt hätte, die einem zur Seite hätte stehen können. Leider war es in meinem Jahrgang der Fall, dass viele junge Erzieher sich in ihrem Job das erste Mal ausprobieren wollte und auch oft festgestellt haben, dass sie sich darunter etwas anderes vorstellen. Dementsprechend hatten wir einen sehr großen Erzieherwechsel (22 Stück in 8 Jahren), so dass es sehr schwer, eine wirkliche (erwachsene) Bezugsperson zu finden, was in dem Alter eigentlich sehr wichtig ist, wenn die Eltern schon nicht mehr den Einfluss haben. Ich hatte wie gesagt trotzdem eine super bereichernde Zeit an der Salzmannschule und würde sie auf jeden Fall weiterempfehlen.