Mittwoch, 17. April 2019

So wird der Work and Travel-Aufenthalt zum Erfolg!

Ob Kellnern in den USA, Schafe hüten in Irland oder Kinderbetreuung in Kanada: Work and Travel ermöglicht ein unkompliziertes Arbeitsverhältnis auf der ganzen Welt.

Reisen und Arbeiten mit dem Working Holiday Visum

Außerhalb der europäischen Union benötigt man sowohl zum Reisen als auch Arbeiten üblicherweise ein spezielles Visum. Für einen Work and Travel-Aufenthalt eignet sich beispielsweise vor allem ein Visum, was zeitlich flexibel ist, geringe Auflagen hat und nicht zu viel Geld kostet. Mit elf Ländern hat die Bundesrepublik Deutschland daher ein Abgekommen über das sogenannte Working Holiday Visum geschlossen. Mit diesem Visum können Interessenten bis zu zwölf Monate in einem fremden Land leben und arbeiten, sofern es sich dabei um eines der Partnerländer handelt. Für die anderen weltweiten Staaten gibt es entsprechende Working Holiday Programme oder in Kanada beispielsweise auch das Youth Mobility Canada Programm. 

Damit Interessenten auch dieses Visum tatsächlich erhalten, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. So dürfen die Antragstellenden nicht jünger als 18 Jahre und nicht älter als 30 Jahre sein. Einzige Ausnahmen bilden hierbei Taiwan sowie Kanada: Hier dürfen Interessierte bis 35 Jahre ein solches Visum beantragen. Egal, um welches Visum es sich letztendlich handelt, sie alle müssen bei der jeweiligen Botschaft beantragt werden und kosten in der Regel bis zu 300 Euro. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass eine gewisse finanzielle Sicherheit des Reisenden nachzuweisen ist. Hier variieren die Bedingungen von Land zu Land. Alle detaillierten Angaben können den Informationen der jeweiligen Botschaft entnommen werden. 

Selbstorganisiert oder im Programm? 

Eine Agentur mit der Abwicklung des Aufenthalts zu beauftragen, ist keinesfalls ein Muss. Allerdings bieten diese Agenturen den Vorteil, vor Ort ansprechbar zu sein, Jobs direkt zu vermitteln und die vollständige Abwicklung des Visums und Flugs zu übernehmen. Der Service kostet in der Regel eine zusätzliche Gebühr zwischen 300 und 2.000 Euro. 

Ebenso kann ein solcher Aufenthalt auch in Ruhe und mit zeitlichem Abstand geplant werden. Wichtig ist hierfür lediglich, die Bedingungen für die Erteilung eines Visums zu beachten. Alles Weitere regelt sich erfahrungsgemäß direkt vor Ort und durch die neugeschlossenen Kontakte. 

Die passende Versicherung wählen

Egal, wo die Reise letztendlich hingeht: Eine Auslandskrankenversicherung ist keine freiwillige Option, sondern dringend erforderlich. Ebenso sinnvoll kann eine Haftpflichtversicherung für Personen- und Sachbeschädigungen sein. Häufig können junge Interessenten auch bei den Eltern mitversichert bleiben. Wichtig ist hierbei, zu prüfen, ob diese Versicherung wirklich weltweit beansprucht werden kann, wie die Formalitäten im Unfallsfall aussehen und über welchen Zeitraum sich die Versicherung erstreckt. 

Etwas Neues dazulernen

Unabhängig davon, ob gerade das Abitur oder die Berufsausbildung abgeschlossen wurde, können neue Qualifikationen im Lebenslauf keinen Schaden anrichten. Ein Work and Travel Aufenthalt eignet sich daher vor allem für Personen, die etwas Neues dazulernen möchten und sich beruflich gerade neu ausrichten möchten. Je nachdem, um welche Destination es sich handelt, können die Reisenden sogar eine berufliche Zusatzausbildung im Ausland abschließen. Anders als in Deutschland dauern im Ausland Ausbildungen in der Regel weniger als drei Jahre. Bei sorgfältiger Vorbereitung mittels Online-Recherche können Interessenten auch in abgelegenen Regionen das Passende finden. 

Führerschein nicht vergessen!

Reisende sollten vor Beginn des Aufenthalts einen internationalen Führerschein beantragen. An viele schöne Orte gelangt man häufig nur mit einem Auto. Viele Reisende investieren ihr verdientes Geld daher gerne in einen Miet- oder auch Gebrauchtwagen, den sie vor Ort erwerben und zum Erkunden des Landes nutzen. Ebenso kann es vorkommen, dass Interessenten für einen möglichen Job den Führerschein benötigen und daher stets einen internationalen Führerschein mit sich führen sollten. Das Auswärtige Amt stellt alle Informationen zum Gültigkeitsbereich des Führerscheins kostenlos zur Verfügung. 

Kein Anspruch auf Kindergeld

Da viele Reisende und Traveller erst Zwischen 18 und 25 Jahren alt sind, beziehen sie häufig noch Kindergeld. Mit Beginn des Work and Travel-Aufenthalts verfällt jedoch dieser Anspruch, denn die Traveller befinden sich während ihrer Reise in keiner staatlich anerkannten Ausbildungsform. Einkünfte über Aushilfsjobs im Ausland zählen nicht zu einer Ausbildung und können daher nur als feste Einkünfte verbucht werden. Einzige Ausnahme stellt der Besuch eines Sprachkurses dar. Dieser muss jedoch frühzeitig bei der Familienkasse angemeldet werden. Ob dieser dann letztendlich wirklich als Bestandteil der Berufsausbildung akzeptiert wird, entscheidet der Sachbearbeitende im Einzelfall. 

Steuernummer und Co.

Auch wenn die klassischen Travellerjobs im Ernte- oder auch Servicebereich stattfinden, wird das Geld dennoch als Scheck ausgestellt. Es wird daher zwingend empfohlen, im Vorfeld eine Steuernummer, eine Sozialversicherungsnummer und ein international gültiges Konto zu eröffnen. Darüber hinaus ist es ratsam, sich auch bei kleinen Jobs eine schriftliche Bestätigung für den Arbeitsvertrag aushändigen zu lassen.

 

Autor: B.F. für SCHULEN.DE