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Dienstag, 09. April 2019

"Goodbye Deutschand" - Vor- und Nachteile des Auslandsstudiums

Bei manchen Studenten ist es die Liebe zur fremden Sprache bei Anderen das verlockende Studienangebot: Für ein Studium im Ausland gibt es zahlreiche Gründe. Heute möchte fast jeder Student Erfahrungen im Ausland sammeln.

Auslandsstudium oder doch nur Auslandssemester?

Gerade in Studiengängen mit internationaler Ausrichtung ist es üblich, längere Zeit im Ausland zu studieren und dort seine akademische Abschlussprüfung zu absolvieren. Doch nicht alle Studenten können oder wollen mehrere Jahre im Ausland verbringen. Entweder fehlt die Zeit oder ein Auslandsstudium passt nicht in die weitere Lebensplanung. Für diese Studenten bietet sich der Semesteraufenthalt im Ausland an. Im Rahmen des „Open Semester“ oder „Study Abroad“ sammeln die Studierenden trotz des relativ kurzen Aufenthalts wertvolle Erfahrungen und profitieren von weiteren Vorteilen. Der Bewerbungsprozess für ein Auslandssemester ist beispielsweise wesentlich unkomplizierter als für ein komplettes Auslandsstudium. Viele Universitäten bieten spezielle Programm für den Semesteraufenthalt, die zudem durch Stipendien gefördert werden können. Der DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) oder das Auslands-Bafög unterstützen die Studierenden im Ausland finanziell, wenn sie die nötigen Auswahlkriterien erfüllen. 

Welche Vorteile bietet das Studieren im Ausland?

Sei es im Hinblick auf die beruflichen und akademischen Perspektiven oder auf die persönliche Weiterentwicklung, ein Auslandsaufenthalt bietet für Studierende zahlreiche Vorteile. Internationale Erfahrungen sammeln, in eine andere Kultur eintauchen und nebenbei seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern – der kulturelle Austausch ist einer der Hauptgründe für einen Auslandsaufenthalt. Derart authentische Eindrücke bietet ein kürzerer Urlaubsaufenthalt in der Regel nicht. Auslandsstudenten lernen Land und Leute nicht nur in der Freizeit, sondern aus der Nähe kennen. Die Studierenden verlassen dabei ihre Komfortzone und kehren mit einer gereiften Persönlichkeit wieder heim. In einem fernen Land auf sich gestellt zu sein, ist für jeden Studenten anfangs beängstigend. Die meisten ausländischen Universitäten haben jahrzehntelange Erfahrung mit Auslandsstudenten und bieten gerade zu Beginn ein großes Freizeitangebot, das den internationalen Studenten das Einleben erleichtert. Und diese Chancen sollten die Studierenden nutzen, schließlich bietet die Studienzeit den optimalen Zeitpunkt für einen längeren Auslandsaufenthalt. Ist das Studium erst einmal vorbei, nehmen auch berufliche und private Verpflichtungen zu. 

Erwerb wichtiger Soft Skills und Pluspunkte für den Lebenslauf

Im Ausland erwerben Studierende nicht nur wichtige Soft Skills, sondern bauen ihre bisherigen Erfahrungen aus. Diese Schlüsselkompetenzen sind bei potenziellen Arbeitgebern sehr gefragt. Im Mittelpunkt stehen hier vor allem die interkulturelle Kompetenz, selbstständiges Arbeiten, Kommunikations- und Kritikfähigkeit, Frustrationstoleranz sowie Anpassungsfähigkeit. Zudem haben die Studierenden mit einem Auslandsaufenthalt bereits bewiesen, dass sie sich selbst organisieren können. Ein Auslandsstudium oder Auslandssemester kann die Jobchancen der Studenten wesentlich verbessern. Gerade international orientierte Unternehmen legen viel Wert auf Auslandserfahrungen. Einige Arbeitgeber machen den Auslandsaufenthalt sogar zu einer Einstellungsbedingung. Für die spätere Karriere ist ein Studienaufenthalt im Ausland in der Regel förderlich und auch der Berufseinstieg fällt leichter. Zudem fällt auch das Gehalt der Bewerber mit Auslandserfahrung teilweise höher aus.

Gibt es Nachteile?

Natürlich bringen die Planung des Auslandsaufenthalts, die Kosten und auch die kulturellen Unterschiede eine Belastung mit sich. Zudem entsteht eine nicht zu unterschätzende Doppelbelastung von Fremdsprache und Studium. Andere Studierende beklagen die Schwierigkeiten bei der Anrechnung von erbrachten Leistungen. An diesem Punkt sollten Auslandsstudenten im Vorfeld mit den Universitäten klären, welche Leistungen anerkannt und problemlos übertragen werden können. Nicht zu unterschätzen ist auch das Heimweh bei einigen Studenten. Trotz der Nachteile sollten ein oder zwei Semester im Ausland eingeplant werden. Die gesammelten Erfahrungen und Eindrücke sind eine echte Bereicherung, die die Studierenden im Ausland ihr ganzes Leben nicht vergessen werden. Eine gute Alternative zum Auslandssemester bietet das mehrwöchige Auslandspraktikum. Wer sich einen längeren Aufenthalt in seinem Lieblingsland wünscht, der entscheidet sich gleich für das Auslandsstudium.

Autor: JenEyre für SCHULEN.DE