Montag, 22. November 2021

Wenn der Wecker morgens grausam für die Schule klingelt

Nicht nur der Ernst des Lebens beginnt mit der Schulzeit, auch das manch einem verhasste frühe Aufstehen für Schule und später Beruf ist von nun an angesagt. Nicht allen fällt das von Anfang an leicht.

Ans frühe Aufstehen langsam gewöhnen

Im Kindergarten darf man, wenn es der Beruf der Eltern zulässt, auch erst um 9 oder 10 Uhr aufkreuzen. Mit Beginn der ersten Klasse müssen die Kleinen dagegen sehr früh aufstehen. Einige sind sowieso schon wach, anderen fällt das frühe Aufstehen ziemlich schwer. Mit ein wenig Übung lässt sich jedoch auch früh aufstehen lernen. Da jeder Mensch, so auch Kinder, ein individuelles Schlafbedürfnis hat, sollte der Schlafrhythmus über einen längeren Zeitraum verändert werden, um schließlich zum gewünschten Frühaufstehen zu gelangen. Das heißt, das Zubettgehen muss über mehrere Wochen hinweg vor dem ersten Schultag um 15-20 Minuten nach vorne verlegt werden, damit das Kind nach wie vor ausreichend Schlaf bekommt. Denn einfach ein oder zwei Stunden früheres Einschlafen anzuordnen, funktioniert nicht. Wichtig ist bei der Umsetzung eine liebevolle Konsequenz der Eltern.

Angenehme Schlafatmosphäre schaffen

Gute zwei Stunden vor dem Zubettgehen sollte das Kind keine elektronischen Medien mehr nutzen, da die blauen Lichtanteile die Freisetzung von Melatonin hemmen. Eine ruhige, nicht zu warme Umgebung und feste Rituale am Abend sind für ein gutes Einschlafen wichtige Voraussetzungen. Die Zeiten und Gepflogenheiten vor dem Zubettgehen am besten auch am Wochenende einhalten, sonst fällt es zu Beginn der Woche wieder umso schwerer aus den Federn zu kommen. Das gleiche gilt bei langen Ferien. Die letzten freien Tage sollten genutzt werden, schon langsam auf die Schlafenszeiten während der Schulzeit hinzuführen. Doch auch Erwachsenen, die eher zu langem Aufbleiben tendieren, aufgrund ihres Berufes aber früh aufstehen müssen, helfen tägliches Zubettgehen zur gleichen Uhrzeit und Abschalten vor dem Einschlafen etwa mit einem Buch.

Jedes Alter hat seine Schlafenszeiten

Für die seelische und körperliche Gesundheit ist ausreichend Schlaf immens wichtig. Es verbessert die Ausgeglichenheit, die Aufmerksamkeit und die Lernfähigkeit bei Kindern. Die Menge des benötigten Schlafs ist jedoch altersabhängig und kann zudem noch typbedingt sehr unterschiedlich sein. Sechs- bis zwölfjährige Schulkinder benötigen im Schnitt etwa 9-12 Stunden Schlaf, Jugendliche dagegen nur noch 8-10 Stunden. Aufgrund der Hormonumstellung verschiebt sich in der Pubertät zudem die Schlafenszeit: Die Abende werden länger, morgens würden sie gerne länger schlafen. Die fehlende Schlafenszeit wird oft dann am Wochenende nachgeholt. Das für dieses Alter sehr typische Schlaf-Wach-Verhalten normalisiert sich mit der Zeit zu einem klassischen Schlafverhalten eines Erwachsenen. So führen also nicht nur Stimmungsschwankungen, sondern auch dieser verschobene Schlafrhythmus morgens eher zu schlechter Laune von Pubertierenden am Frühstückstisch.

Fazit: Jeder tickt anders

Ob man ein Frühaufsteher oder eine Nachteule ist, ist Typsache. Wer es sich erlauben kann, richtet seine Arbeitszeit nach seinem individuellen Schlafverhalten. Die meisten Menschen müssen jedoch vom ersten Schultag an früh aufstehen, auch wenn sie eher zu den Nachteulen gehören. Immer ähnliche Zubettgehzeiten und Rituale helfen dabei nicht nur Kindern, abends besser Ruhe zu finden, sondern auch Jugendlichen und Erwachsenen. Wer morgens ausgeschlafen ist, kann sich besser konzentrieren und ist insgesamt ausgeglichener.