Freitag, 15. Oktober 2021

Schüler:innen über Zukunftsvorsorge aufklären – Welche Themen Eltern ansprechen sollten

Im Schulunterricht ist für diverse Themen rund um die Zukunftsvorsorge für Schüler:innen nur bedingt oder manchmal überhaupt kein Platz. In solchen Fällen sollten die Eltern ihre Kinder auf besagte Dinge im späteren Leben als Erwachsene vorbereiten. Doch was genau gilt es dabei mit Schüler:innen zu besprechen? Wovon können sie praktisch profitieren und wo lassen sich vielleicht bereits jetzt gemeinsam Entscheidungen für die Zukunft treffen?

Denn gerade die heutigen Teenager sind bodenständiger, gemäßigter und problembewusster als jene vor noch knapp einem Jahrzehnt. Das hat, wie wir schon in einem Beitrag Mitte 2020 erläutert haben, die Sinus-Jugendstudie 2020 des Sinus-Instituts für Markt- und Sozialforschung gezeigt. Jugendliche beschäftigen sich demnach von sich aus mit Themen wie dem Umweltschutz, Toleranz und Hilfsbereitschaft, aber ebenso mit „individuellen Bestrebungen wie Leistung und Selbstbestimmung.“

Sofern das Thema der Zukunfts- und Altersvorsorge für die Schüler:innen noch sein mag, es holt sie oft schneller ein, als man denkt: Arbeit und die Möglichkeit auf Arbeitslosigkeit, finanzielle Fragen unterschiedlichster Art, die Wohnsituation, Krankheiten, diverse Unfälle und irgendwann eben auch das Alter – all diese Punkte sind nicht unwichtig und sollten so früh verstanden und überdacht werden wie möglich. Diese Themen als Erziehungsberechtigte auf die Zukunft zu verschieben und dem Lehrpersonal an den Schulen zu überlassen, die dafür vielleicht keine Kapazitäten auf dem Lehrplan vorgesehen haben, wäre fatal.


Sparen für später – Möglichkeiten und Konzepte

Es gibt diverse Themengruppen rund um die Zukunftsvorsorge, in die wir nicht nur diesen Beitrag eingeteilt haben, sondern die am besten separat mit den Kindern besprochen werden sollten. Alles auf einmal zu besprechen, dürfte zu langwierig und mitunter zu überfordernd sein.

Einen guten Einstieg finden Eltern meistens über das Thema Geld und Sparen. Denn damit sind schon die Kleinsten von Anfang an konfrontiert, wenn sie Mama und Papa beim Einkaufen begleiten und spätestens ungefähr mit sechs Jahren, wenn sie selbst das erste Taschengeld bekommen.

Genau mit jenem Taschengeld beginnt auch die Verantwortung, mit dem eigenen „Vermögen“ zu haushalten. Schüler:innen sollten lernen, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, was mit ihrem Geld passiert. Später wird es nicht anders sein und dann wird es um deutlich höhere Summen gehen.

Deshalb ist es sinnvoll, sobald Taschengeld ausgegeben wird, gemeinsam darüber zu sprechen, den Kindern aber nicht vorzuschreiben, wofür sie es auszugeben haben.

Der wichtigste Punkt ist dabei sicherlich die Frage, wie viel Geld ausgegeben und wie viel auf die Seite gelegt und gespart wird. Sparen muss dabei nicht heißen, dass erst in einigen Jahren etwas von dem Geld gekauft wird. Oft wünschen sich Schüler:innen ein bestimmtes Spielzeug oder gar einen neuen, coolen Rucksack für die Schule, obwohl der alte eigentlich noch völlig taugt. Dann gilt es mitunter, einige Wochen darauf hinzusparen, um ihn sich selbst kaufen zu können.

Der Punkt Sofortiger Konsum steht also dem Punkt Sparen für größere Anschaffungen gegenüber. Das müssen Kinder und Jugendliche erst einmal begreifen. Sie sind schnell versucht, sich von den wöchentlichen paar Euro, die ihnen zur Verfügung stehen, Süßigkeiten am Kiosk, eine neue Zeitschrift oder andere Kleinigkeiten zu kaufen. Dass dadurch größere Wünsche nicht in Erfüllung gehen können und Mama und Papa nicht immer bereit sind, diese zu erfüllen, kann bereits vorab besprochen werden. So wägen Kinder früher ab und lernen selbstständig zu haushalten.

Mit älteren Schüler:innen sollten außerdem Konzepte des Sparens als „Erwachsene“ besprochen werden. Dabei lassen sich theoretische Szenarien durchgehen, wobei die Eltern gerne aus dem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen oder ihre Erlebnisse und ihre Entscheidungen darlegen können.

  • Eine Frage zur Erwerbsarbeit etwa, die sich zu vergegenwärtigen ist, lautet: Möchte ich einen Beruf ausüben, der mir vor allem Spaß macht oder geht es mir in erster Linie darum, möglichst viel Geld zu verdienen? Natürlich lässt sich beides manchmal vereinen. Oft allerdings sind Kompromisse nötig. Das gehört zum Leben und vor allem zum Arbeitsleben einfach dazu.
  • Über die Frage nach einer Balance von Arbeit und Freizeit sollten sich Schüler:innen ebenfalls schon Gedanken machen. Wie wichtig ist ihnen die Freizeit? Haben sie viele verschiedene Dinge, die sie gerne machen und die alle ihre Zeit in Anspruch nehmen? Oder gibt es eine Lieblingsbeschäftigung, die vielleicht zum Beruf gemacht werden kann? Mehr Arbeit bedeutet meist mehr Geld, aber eben auch weniger Zeit. Worauf kommt es wirklich an?
  • Schließlich gibt es im Erwachsenenleben verschiedene Möglichkeiten, sich Dinge zu finanzieren – sei es Materielles oder seien es Urlaube und andere Aktivitäten. Neben Sofortzahlungen existieren Möglichkeiten wie Ratenzahlungen und Kredite. Schüler:innen sollten über die Vor- und Nachteile dieser Finanzierungen aufgeklärt werden, um später nicht ahnungslos und naiv vor einer wichtigen Finanzierungsentscheidung zu stehen.

 

Aus- und Weiterbildungen

Viele Eltern gehen davon aus, dass sich nach dem Schulabschluss ihrer Kinder ganz von allein ergibt, wo genau diese eigentlich hinmöchten und was sie vorhaben. Dabei wird oft vergessen, dass den Kleinen – im Gegensatz zu den Eltern, die eben schon alle Möglichkeiten kennen und für sich durchgespielt haben – nicht immer klar ist, was genau nach der Schule möglich ist.

Wird in der Schule selbst darüber nicht aufgeklärt und finden keine Orientierungsworkshops oder Ähnliches statt, verstehen viele Schüler:innen die Welt nicht mehr. Plötzlich nimmt sie niemand mehr bei der Hand und zeigt, was als nächstes auf dem Stundenplan steht.

Dieser Wurf ins kalte Wasser endet nicht selten in Frustration und maßloser Überforderung. Eltern sollten mit ihren Kindern daher schon ein bis zwei Jahre vor dem Schulabschluss darüber sprechen, wie es danach weitergehen kann. Auch das gehört in entscheidender Weise zur bewussten Zukunftsvorsorge.

 

Zwischen Schule und Zukunft

Zunächst einmal ist die Vorstellung, die viele Schüler:innen haben, dass nach der Schule direkt eine Ausbildung oder ein Studium begonnen werden muss, um anschließend den Berufseinstieg zu finden, falsch. Vielmehr kann hier problemlos eine Zwischenstation eingelegt werden:

  • Gerade Schüler:innen, die nicht die Chance hatten, einen schulischen Auslandsaufenthalt mitzumachen, könnten dies jetzt nachholen. Sprachekenntnisse sammeln und andere Kulturen kennenlernen und dabei selbstständiger werden – dafür sind Einsätze als Au-pair etwa in den typischen Ländern, wie Frankreich oder England, aber ebenso in den USA oder gar in Südafrika eine wunderbare Möglichkeit.
  • Wem das Thema Umweltschutz schon in jungen Jahren so stark am Herzen liegt, wie es bei vielen Kindern der „Fridays for Future“-Generation der Fall ist, der kann auch ein FÖJ – ein freiwilliges ökologische Jahr – absolvieren. Hierbei wird Naturfreunden zwischen 16 und 26 Jahren die Möglichkeit gegeben, Praxiserfahrung im Bereich der Tierpflege, des Biotopschutzes oder der Aufklärungsarbeit in Sachen Umwelt zu sammeln. Zwar wird diese Arbeit nicht vergütet, die Jugendlichen bekommen aber eine freie Unterkunft, Verpflegung und ein angemessenes Taschengeld zur Verfügung gestellt. Praktisch für zukünftige Studierende: Seit 2008 kann das FÖJ als Wartesemester auf einen Studienplatz angerechnet werden.
  • Gleiche Rahmenbedingungen wie für das FÖJ treffen auch auf das FSJ, das freiwillige soziale Jahr, zu. Das FSJ dient dazu, die persönliche Eignung für einen sozialen Beruf zu überprüfen. Jugendliche können hierbei zum Beispiel als Hilfskräfte in einem Krankenhaus oder Alten- und Pflegeheimen zum Einsatz kommen.
  • Zwar gibt es den Zivildienst nicht mehr, an dessen Stelle trat allerdings im Jahr 2011 der Bundesfreiwilligendienst. Er stellt ein engagementpolitisches Projekt dar und „soll eine neue Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland schaffen und möglichst vielen Menschen ein Engagement für die Allgemeinheit möglich machen.“ Egal, ob „im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz“ – hier haben Schulabgänger:innen ebenfalls die Möglichkeit, sich auszuprobieren und bei einem guten Zweck neu zu entdecken.

 

Ausbildung oder Studium – Was darf es sein?

Geht es schließlich um die weiterführende Bildung nach der Schule, wird die Frage im Raum stehen, ob es eine Ausbildung oder ein Studium sein soll. Eltern ist dazu geraten, dabei ergebnisoffen und ehrlich zu kommunizieren. Denn gerade Abiturient:innen haben oft das Gefühl, wer das Abitur geschafft hat, müsse anschließend zwangsläufig ein Studium an einer Hochschule absolvieren.

Wem allerdings eine Ausbildung mehr zusagt und wer sich damit beschäftigt hat und seiner persönlichen Neigung nachgehen möchte, der sollte genau dies trotz allgemeiner Hochschulreife tun dürfen.

Denn studierte Berufe – auch das ist eine häufige Fehlannahme – bedeuten nicht immer gleich ein höheres Einkommen. Entscheidender ist eher die Leidenschaft, mit der einer Tätigkeit nachgegangen wird.

Grundsätzlich sind vor der Wahl der Ausbildung oder der Studienfächer einige Fragen zu klären, die gemeinsam in der Familie durchgesprochen werden können. Eltern dürfen hier gerne ihre Einschätzungen über die Jugendlichen aussprechen, sollten aber nicht bevormundend oder besserwisserisch auftreten.

  • Wo liegen die individuellen fachlichen und persönlichen Stärken?
  • In welchen Bereichen sind vielleicht eher Schwächen vorhanden?
  • Wo konnten die eigenen Fähigkeiten bisher erfolgreich eingesetzt werden?
  • Was bringt dem Nachwuchs besonders viel Freude?
  • Wie wichtig ist der Umgang mit anderen Menschen?
  • Wie wichtig ist der Nutzen des eigenen Handelns für das Allgemeinwohl?
  • Wie wichtig ist es, später viel Geld zu besitzen? Und falls es wichtig ist, warum eigentlich genau? Was erhofft man sich von diesem Geld zu bekommen?

Aus der Beantwortung dieser Fragen, lässt sich meist recht eindeutig eine Tendenz erkennen, die wiederum bei der Wahl einer Ausbildung oder eines Studiums hilft. Wer zusätzlich Hilfe von offizieller Stelle möchte, kann sich an die Bundesagentur für Arbeit wenden. Deren Berufsfindungs-Toolkann mit all den vorhandenen Informationen ebenfalls eine echte Stütze vor dem nächsten Bildungsschritt sein.

Unfälle, Erkrankungen und Behinderungen

Zukunftsvorsorge schließt natürlich nicht nur die spannenden und positiven Möglichkeiten ein, die dabei helfen, eine Grundlage für ein erfolgreiches Leben als Erwachsener zu führen.

Vielmehr klingt allein im Begriff „Vorsorge“ an, dass Maßnahmen getroffen werden sollten, mit denen einer möglichen späteren Lage vorgebeugt wird, die in irgendeiner Weise als misslich, kritisch oder gefährlich einzustufen ist.

Das kann eine Krankheit oder Behinderung sein, die vielleicht auch aus einem Unfall entsteht und wiederum mitunter in eine materielle Notlage führt. Mit entsprechenden Vorsorgemaßnahmen soll zumindest letzteres vermieden werden.

Besonders häufig ist es der Verlust der Arbeitskraft, der finanzielle Schwierigkeiten mit sich bringt. Denn infolge des Arbeitskraftverlustes kommt es in vielen Fällen zu einer Erwerbsminderung und eventuellen Umschulung. Nicht selten aber werden Betroffene sogar schon in jüngeren Jahren berufsunfähig, etwa durch einen unvorhersehbaren Unfall.

Gerade Schüler:innen ist diese Vorstellung extrem fern, geht doch niemand davon aus, dass er später einen solch schlimmen Unfall erfahren muss. Dennoch sollten Eltern das sensible Thema ansprechen und erklären, dass eine solche Eventualität immer eintreten kann.

Im Zuge dieses Gespräches sollte schließlich über die Möglichkeit gesprochen werden, eine Berufsunfähigkeitsversicherung schon für Schüler:innen abzuschließen. Letztlich stellt sie die einzig wirklich zuverlässige Möglichkeit dar, bei einem späteren Arbeitskraftverlust umfassend abgesichert zu sein.

Je früher diese Versicherung abgeschlossen wird und je gesünder und jünger die Kinder sind, desto besser sind die Konditionen ein Leben lang. Mit zunehmendem Alter steigen die Beträge und die Gefahr, aufgrund von Gesundheitsproblemen nicht mehr für die Berufsunfähigkeitsversicherung zugelassen zu werden. Denn für den Abschluss dieser Versicherung ist immer eine sogenannte Risikoprüfung erforderlich. 

Übrigens sichert eine solche Berufsunfähigkeitsversicherung Schüler:innen bereits in ihrer schulischen Tätigkeit ab. Sollten sie dann aus gesundheitlichen Gründen einmal über längere Zeiträume nicht dem Unterricht beiwohnen können, besteht schon hier ein Anrecht auf Leistung des Versicherungsgebers.

Eltern können Kindern etwa anbieten, für sie eine solche Versicherung abzuschließen, die diese dann später einmal übernehmen können. Die meisten Schüler:innen dürften nach einer umfassenden Aufklärung darüber von der Idee überzeugt sein. Gezwungen werden sollte dennoch niemand dazu.

 

Weitere Versicherungen, die sinnvoll sein könnten

Es gibt neben einer Berufsunfähigkeitsversicherung etliche andere freiwillige Versicherungen, die der Zukunftsvorsorge dienen. Wenn einige davon vielleicht noch nicht im Schulalter abgeschlossen werden, so sollten sie Schüler:innen dennoch schon erklärt und vorgestellt werden.

Denn hier tritt sonst mitunter ebenfalls die Situation ein, dass ein plötzliches Ereignis eine nicht abgeschlossene Versicherung zum Vorschein bringt, von der der Nachwuchs gerne gewusst hätte, die ihm aber nie jemand erläutert hat.

Über folgende Versicherungen sollten sich Eltern selbst – wenn nicht schon geschehen – schlau machen, um mit ihren Kindern in Ruhe und im Detail darüber reden zu können:

  • Krankenversicherung
  • Private Haftpflichtversicherung (unbedingt notwendig, da gerade Schadenersatzansprüche mitunter zu langwierigen hohen Zahlungen führen können)
  • Private Unfallversicherung
  • Kfz-Haftpflichtversicherung
  • Hausratversicherung
  • Auslandsreisekrankenversicherung

Das Thema Wohnen

Gerade, wenn die Eltern in einer gemeinsamen Wohnung wohnen oder ein Haus besitzen, gehen viele Kinder davon aus, dass genau dieses Wohnkonzept eben in ihrem eigenen Leben genauso umzusetzen ist. Doch selbst wenn das Wohnen ein Grundbedürfnis jedes Menschen sein mag, darf und kann die Art des Wohnens jeder für sich gestalten, wie man möchte.

Einerseits wohnen manche lieber ihr Leben lang zur Miete und ziehen dann vielleicht häufiger um, während andere jahrelang für eine eigene Immobilie sparen. Andererseits bevorzugen manche Menschen das ruhige Land, während sich andere in bunten und wilden Städten wohler fühlen.

Wie später einmal gewohnt werden soll, ist Teil der Lebensplanung jedes Menschen. Deshalb sollten Eltern mit Schüler:innen früh darüber sprechen, welche Möglichkeiten es gibt und wie diese umzusetzen sind.

Ein wichtiger Punkt muss dabei sein, dem Nachwuchs klarzumachen, dass die persönlichen Werte und Vorstellungen für das eigene Leben eng mit dem Wohnen verknüpft sind.

Moodboards, auf denen Punkte gesammelt werden, die für die Kinder und Jugendlichen zählen, können ihnen einen ersten visuellen Eindruck davon geben, wie sie später vielleicht einmal wohnen möchten.

Gerade dann, wenn sich herausstellt, dass für den Nachwuchs eine eigene Immobilie doch sehr interessant scheint, gilt es natürlich, über Finanzierungskonzepte zu sprechen. Diverse Finanzierungsmodelle und die Möglichkeiten staatlicher Förderung, welche die Finanzierung erleichtern, sind im Grunde schon Teil einer weiteren Thematik – Der allgemeinen finanziellen Vorsorge für das Alter und den Ruhestand.

 

Vorsorge fürs Alter und den Ruhestand

Grundsätzlich stellt die gesetzliche Rente im Alter auch von heutigen Schüler:innen die finanzielle Grundlage dar. Bei der Planung der Altersvorsorge gilt allerdings zu bedenken, dass das heute eingezahlte Geld im Alter aufgrund der Inflation deutlich weniger wert sein wird.

Expert:innen raten deshalb ebenfalls dazu, privat gegen mögliche Altersarmut vorzusorgen. Gerade junge Menschen machen sich darüber oft noch wenig Gedanken und vielen ist diese Gefahr nicht einmal bewusst. Es ist also sinnvoll, vor allem mit älteren Schüler:innen über diesen Umstand zu sprechen. Dabei soll es vor allem darum gehen: Wie lässt sich die Rentenlücke schließen? Was sind derzeit gute Möglichkeiten, privat für das Alter vorzusorgen?

·        Um gleich die Brücke zum vorherigen Abschnitt zu schlagen, soll als erstes das Bausparen erwähnt sein. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus einem Sparkonzept und einer Baufinanzierung. Bei einer Bausparkasse wird ein Bausparvertrag abgeschlossen, mit dem monatliche Beiträge gespart werden.

Damit wird gleichzeitig ein günstiges Bauspardarlehen für später abgesichert.

Zwei Nachteile: Zum einen sind die Guthabenzinsen während Ansparphase geringer als bei anderen Anlagen und zum anderen ist die monatliche Belastung höher, da es zu einer schnelleren Rückzahlung kommt als bei Darlehen gewöhnlich.

 

  • Die betriebliche Altersvorsorge ist ein Vorsorgemodell, bei dem der Arbeitgeber einen festgesetzten Anteil des Bruttolohns der Arbeitnehmer anlegt. Legt jener bei der Auszahlung einen gewissen Prozentsatz der angesparten Summe obendrauf, lohnt sich dieses Sparmodell mitunter. Andernfalls ist es nur für Höherverdienende empfehlenswert.
  • Die Riester- und die Rürup-Rente sind zwei staatlich geförderte Altersvorsorgemodelle, die immer wieder kontrovers diskutiert werden. Die Riester-Rente richtet sich an Beamte, Arbeiter sowie Angestellte, während die Rürup-Rente auch für Selbstständige und eher für Gutverdiener in Betracht kommt. Die beiden Rentenmodelle unterscheiden sich ansonsten vor allem in der Art der Förderung und der Auszahlungsform des angesparten Rentenpolsters.
  • Derzeit gerade unter jungen Leuten sehr beliebt sind außerdem ETFs und Aktienfonds als Möglichkeit zur Altersvorsorge. Grundsätzlich fällt diese Geldanlage in den spekulativeren Bereich der Vorsorge. Dennoch kann gesagt werden, dass sich gerade große ETFs wie der MSCI World als recht konstant und sogar seit Beginn kontinuierlich ansteigend darstellen. Wer über viele Jahre oder Jahrzehnte sein Geld in derlei ETFs investiert, hat höhere Chancen, selbst Kursschwankungen oder Börsencrashs zu verkraften und am Ende mitunter deutlich höhere Erträge zu erzielen als dies mit klassischem Festgeldsparen heute noch möglich ist.