# Prüfungsangst 2026: Was sich seit der Pandemie verändert hat

Veröffentlicht: 14.07.2026 | Zuletzt aktualisiert: 13.07.2026

**TL;DR:** TL;DR – Prüfungsangst 2026 Laut Deutschem Schulbarometer (Robert Bosch Stiftung, März 2026) steigt die psychische Belastung von Schülern erstmals seit Pandemie-Ende wieder: 25 % (2025) vs. 21 % (2024) Besonders betroffen: einkommensschwache Familien (31 %) und Schüler mit Förderbedarf (36 %) Hauptgründe: Leistungsdruck (fast die Hälfte lernt auch am Wochenende), Zukunftsängste, Kriegs-/Krisensorgen Mitbestimmungslücke: 75 % wollen mehr Mitsprache bei Unterricht/Prüfungen, nur 20 % haben sie faktisch Handlungsempfehlungen: Prüfungsformate entzerren, echte Mitbestimmung schaffen, gezielt schwächere Gruppen unterstützen, innerschulische Anlaufstellen ausbauen, Lehrkräfte für Frühwarnzeichen sensibilisieren

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## Der Trend kehrt sich um – zum Schlechteren

Das [Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung](https://www.bosch-stiftung.de/de/presse/2026/03/deutsches-schulbarometer-psychische-belastung-bei-kindern-und-jugendlichen-steigt), eine seit 2019 regelmäßig durchgeführte repräsentative Befragung, liefert dazu die aktuellste verlässliche Datenbasis. Für die Ausgabe 2025/26 wurden zwischen Mai und Juni 2025 in Kooperation mit der Universität Leipzig 1.507 Schülerinnen und Schüler im Alter von 8 bis 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil befragt. Das zentrale Ergebnis: Erstmals seit dem Ende der Corona-Pandemie steigt die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland wieder an. Ein Viertel der Befragten fühlte sich 2025 psychisch belastet, verglichen mit 21 Prozent im Vorjahr. Das bestätigt auch die [Berichterstattung des Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/wissen/erstmals-seit-ende-der-corona-pandemie-studie-sieht-zunahme-von-psychischer-belastung-bei-schulern-15370238.html) zur Studie.

Die Untersuchung nutzt dafür ein international etabliertes Instrument, den „Strengths and Difficulties Questionnaire" (SDQ). Von den psychisch belasteten Schülerinnen und Schülern gelten 15 Prozent als psychisch auffällig, weitere 10 Prozent liegen im Grenzbereich. Besonders betroffen sind Kinder aus einkommensschwachen Familien: 31 Prozent von ihnen berichten von psychischer Belastung, bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind es sogar 36 Prozent.

## Leistungsdruck als zentraler Faktor

Als mögliche Ursachen für den Anstieg nennen die Studienautorinnen und -autoren mehrere Faktoren: schulischen Leistungsdruck, Zukunftsängste, Sorgen wegen Kriegen und Krisen sowie einen leichteren Zugang zu belastenden Inhalten im digitalen Raum. Fast die Hälfte aller befragten Schülerinnen und Schüler gibt an, hohen Leistungsdruck zu empfinden und selbst am Wochenende für die Schule lernen zu müssen. Auch das Thema Mobbing bleibt relevant: Ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen wird laut der Studie mindestens einmal im Monat von Mitschülerinnen und Mitschülern schikaniert.

Ergänzend zeigen ältere, aber wissenschaftlich fundierte Untersuchungen wie die [COPSY-Studie des Robert Koch-Instituts](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10005858/), dass psychische Auffälligkeiten bei Schülerinnen und Schülern aller Schulformen während der Pandemie deutlich zunahmen und sich seither auf einem erhöhten Niveau stabilisiert haben – ein Befund, der zu den aktuellen Schulbarometer-Zahlen passt und nahelegt, dass die Belastung kein kurzfristiger Ausschlag, sondern eine strukturelle Verschiebung ist.

## Mitbestimmung und Versorgungslücken

Ein bemerkenswerter Befund des Schulbarometers betrifft die Mitbestimmung, wie das [Deutsche Schulportal in seiner Auswertung der wichtigsten Ergebnisse](https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/deutsches-schulbarometer-schuelerbefragung-2026-die-wichtigsten-ergebnisse/) zeigt: Drei Viertel der Schülerinnen und Schüler wünschen sich mehr Einfluss auf Unterrichtsthemen oder Prüfungsformate, doch vier von fünf geben an, hier kaum mitreden zu können. Selbst etablierte Gremien wie die Schülervertretung werden von 43 Prozent der Befragten als wirkungslos eingeschätzt. Die Studie zeigt dabei einen klaren Zusammenhang: Wer mitentscheiden darf, fühlt sich in der Schule wohler.

Gleichzeitig weisen die Studienautorinnen und -autoren auf ein strukturelles Problem hin: Angesichts des Risikos, dass psychische Belastungen bei jungen Menschen zu chronischen Erkrankungen werden können, kritisieren sie bestehende Versorgungsengpässe und fordern eine Erhöhung der Therapiekapazitäten sowie einen Ausbau innerschulischer Hilfsangebote. Die [Bildungsgewerkschaft GEW verweist zusätzlich darauf](https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/psychische-belastung-bei-kindern-und-jugendlichen-steigt), dass bestimmte Unterstützungsprogramme, etwa das Programm „Mental Health Coaches" an Schulen, im Bundeshaushalt 2026 gestrichen wurden – während gleichzeitig der Bedarf an schulischer psychischer Unterstützung steigt.

## Was Schulen konkret tun können

Aus den Daten lassen sich mehrere Handlungsfelder für den Schulalltag ableiten:

- **Prüfungsformate diversifizieren und entzerren.**  Eine stärkere Verteilung von Prüfungsleistungen über das Schuljahr sowie alternative Formate können akuten Druck in einzelnen Phasen reduzieren.
- **Echte Mitbestimmung ermöglichen.**  Die Daten legen nahe, dass spürbare Mitsprache bei Unterrichtsgestaltung und Prüfungsformen das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern signifikant verbessert – wirkungsvolle Gremienarbeit statt symbolischer Beteiligung.
- **Besonders auf einkommensschwache Familien und Schüler mit Förderbedarf achten.**  Diese Gruppen sind laut Studienlage überproportional psychisch belastet und benötigen gezielte Unterstützungsangebote.
- **Innerschulische Anlaufstellen ausbauen,**  etwa Schulpsychologie, Beratungslehrkräfte oder Kooperationen mit externen Fachstellen, um Versorgungslücken abzufedern.
- **Lehrkräfte für die Wahrnehmung von Frühwarnzeichen sensibilisieren** , ohne dabei diagnostisch tätig zu werden – Weiterleitung an Fachpersonal bleibt zentral.

## Fazit

Die Zahlen des Deutschen Schulbarometers markieren einen Wendepunkt: Nach Jahren der Stabilisierung nach der Pandemie steigt die psychische Belastung von Schülerinnen und Schülern wieder – und Leistungsdruck ist einer der meistgenannten Gründe dafür. Für Schulen bedeutet das, Prüfungskultur und Mitbestimmung nicht als getrennte Themen zu behandeln, sondern als zwei Seiten derselben Aufgabe: einen Schulalltag zu gestalten, in dem Leistung gefordert, aber nicht zur permanenten Überforderung wird.

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Quelle: schulen.de - https://schulen.de/blog/news/prufungsangst-2026-was-sich-seit-der-pandemie-verandert-hat/