Montag, 25. April 2022

+++ Liveticker – Auswirkungen des Coronavirus auf deutsche Schulen +++

Im SCHULEN.DE-Liveticker zum Coronavirus finden Sie regelmäßig alle Informationen zur Auswirkung des Coronavirus auf die deutschen Schulen.

25.04.2022

Corona Ticker eingestellt

Liebe Leser*innen,

nach zwei Jahren täglicher Berichterstattung über die Auswirkung der Coronapandemie auf die deutschen Schulen haben wir den Ticker angesichts der aktuellen Entwicklung eingestellt. Sollte die Berichterstattung wieder notwendig werden, machen wir an dieser Stelle weiter.

Ihr Schulen.de-Team

12.04.2022

Zahl der Corona-Tests in Niedersachsen geht deutlich zurück

Seit einigen Tagen gelten in Niedersachsen gelockerte Corona-Regeln. Für viele Bereiche ist nun kein Test mehr notwendig - das schlägt sich spürbar in der Statistik nieder.

Hannover (dpa/lni) - Die Zahl der genommenen Corona-Tests ist in Niedersachsen deutlich gesunken. In der vergangenen Woche waren es mehr als 1,1 Millionen, eine Woche zuvor noch etwa eine halbe Million mehr, wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag in Hannover sagte. Die Tests seien auch künftig wichtig, etwa wenn man ältere Menschen besuche oder zu Veranstaltungen gehe.

Seit Anfang April gelten in Niedersachsen, wie fast bundesweit, gelockerte Corona-Regeln, wodurch auch zahlreiche Testpflichten entfallen sind. Das betrifft etwa den Besuch im Restaurant. Wer beispielsweise Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen betritt, muss hingegen weiterhin einen negativen Test vorweisen.

Laut Behrens werden die kostenlosen Tests derzeit an rund 4400 Stellen im Bundesland angeboten - das kann etwa in Testzentren oder Apotheken sein. Bis zunächst Ende Juni sind die Tests demnach noch kostenlos, eine Weiterführung des bundesweiten Angebots steht allerdings im Raum. Die Ministerin sprach sich dafür aus.

Schülerinnen und Schüler im Bundesland können unterdessen im Mai drei Corona-Testkits pro Woche erhalten, sofern sie sich freiwillig testen wollen. Das teilte das Kultusministerium am Dienstag auf dpa-Anfrage mit. Die Tests bekommen die Schüler in der Regel von der Schule. Nach den Osterferien müssen sich alle Schüler in Niedersachsen acht Schultage in Folge täglich auf das Coronavirus testen, danach entfällt die Testpflicht.

Wer sich in Niedersachsen mit dem Coronavirus infiziert, muss sich indes auch die kommenden Wochen noch in häusliche Isolation begeben. Eine entsprechende Verordnung wurde laut Gesundheitsministerium bis zum 30. April verlängert. Mit Covid infizierte Menschen müssen sich demnach in der Regel zehn Tage in häusliche Isolation begeben und können sich frühestens nach einer Woche freitesten.

Die Gesundheitsminister der Länder und des Bundes hatten sich den Angaben zufolge am Montag darauf verständigt, Veränderungen für Isolation und Quarantäne erst auf Grundlage weiterer Beratungen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Expertenrat der Bundesregierung vorzunehmen. Die Beratungen sollen demnach übernächste Woche abgeschlossen sein. Dazu bemerkte Behrens: «Bis dahin bleibt es zunächst dabei, dass sich alle, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, mindestens sieben Tage in Isolation begeben müssen. Ich gehe davon aus, dass wir diesen Zeitraum dann ab Mai noch etwas verkürzen können.»

Niedersachsen will zudem die Erstattung des Verdienstausfalls für alle, die sich aufgrund einer fehlenden Auffrischungsimpfung als Kontaktperson in Quarantäne begeben müssen, künftig im Regelfall einstellen. Dies soll vom 25. April an gelten. Für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder die Kinder in Isolation oder Quarantäne betreuen müssen, erstattet das Land laut Ministerium auch künftig den Arbeitgebern den fortgezahlten Lohn. Jeder, der mit dem Coronavirus infiziert sei, bekomme unabhängig vom Impfstatus weiterhin die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Weniger positive Corona-Tests an Schulen

Berlin (dpa/bb) - Die Zahl der an Berlins Schulen entdeckten Corona-Infektionen ist zurückgegangen - obwohl seit 1. April keine Maskenpflicht mehr gilt. Das geht aus Statistiken der Bildungsverwaltung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlagen.

Demnach betrug der Anteil der positiven Tests in der ersten Aprilwoche (Schultage 4. bis 8. April) bei den Schülern 0,22 Prozent und bei den Beschäftigten inklusive Lehrkräften 0,51 Prozent. An beide Gruppen wurden fast 1,7 Millionen Corona- Schnelltests ausgegeben, von denen bei den Schülern 3352 und beim Schulpersonal 787 positiv ausfielen.

In der Woche davor (Schultage 28. März bis 1. April) lag der Anteil der positiven Tests laut Statistik im Kreis der Schüler noch bei 0,32 Prozent, bei den Beschäftigten betrug er 0,81 Prozent. Seinerzeit wurden knapp 1,5 Millionen Corona-Schnelltests verteilt, von denen bei den Schülern 4353 und beim Schulpersonal 1010 positiv ausfielen.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Berlin geht insgesamt seit geraumer Zeit schrittweise zurück. Experten sehen aber keinen Grund zur Entwarnung. Der Wegfall der Maskenpflicht an den Schulen und zahlreicher anderer Corona-Maßnahmen geht auf Änderungen im Bundes-Infektionsschutzgesetz zurück. Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) hatte an Schüler und Schulpersonal appelliert, freiwillig weiter Maske zu tragen.

Nach den derzeit laufenden Osterferien werden die Corona-Tests an den Schulen zeitweise ausgeweitet. Ab dem 25. April sind für Schüler wie Beschäftigte eine Woche lang tägliche Tests vorgeschrieben statt bisher drei pro Woche. Die Änderung gilt als Vorsichtsmaßnahme, um für den Fall eines Anstiegs der Corona-Infektionen während der Ferien gewappnet zu sein und diese schnell zu entdecken.

09.04.2022

Zahl der coronainfizierten Kinder im Kita-Alter gesunken

Magdeburg (dpa/sa) - Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten bis zu sechsjährigen Kinder ist in Sachsen-Anhalt in den vergangenen drei Wochen deutlich gesunken. Während in der zehnten Kalenderwoche Anfang März noch 3556 dieser Kinder nachweislich infiziert waren, ist der Wert in den darauf folgenden drei Wochen stets gefallen. In der letzten Märzwoche waren 1716 Kinder dieser Altersgruppe nachweislich infiziert. Das geht aus Zahlen des Landesamtes für Verbraucherschutz hervor. Die Landesregierung hatte in den vergangenen Monaten mehrere Millionen Euro aufgewandt, um Kindertagesstätten mit Corona-Schnelltests zu versorgen.

Deutlich weniger Schüler verpassen wegen Corona Unterricht

München (dpa/lby) - Die Zahl der bayerischen Schüler, die wegen Corona den Präsenzunterricht verpassen, ist deutlich gesunken. Stand Freitag waren es 3,48 Prozent der rund 1,6 Millionen Schüler, wie das Kultusministerium auf Nachfrage mitteilte. Das entspricht rund 56 000 Betroffenen. Vor einer Woche waren es noch mehr als 70 000 beziehungsweise 4,44 Prozent. Konkret konnten zuletzt 2,53 Prozent der Schüler den Unterricht aufgrund eines positiven Corona-Tests nicht besuchen. Weitere 0,95 Prozent waren in Quarantäne.

Auch bei den Einrichtungen zur Kinderbetreuung hat sich die Situation ein Stück weit entspannt. Stand Freitag waren laut Sozialministerium 2,2 Prozent der rund 10 300 Einrichtungen in Bayern von Schließungen wegen Corona betroffen. Vor Wochenfrist waren es noch 3,12 Prozent. 19 Häuser waren am Freitag komplett geschlossen, weitere 209 teilweise. Zudem gab es an 771 Kitas intensivierte Tests nach Corona-Fällen. Auch dies war ein leichter Rückgang.
 

08.04.2022

Universitäten starten mit Präsenzunterricht ins Sommersemester

Frankfurt/Kassel (dpa/lhe) - Die Universitäten in Frankfurt und Kassel wollen im Sommersemester ihre Veranstaltungen weitgehend im Präsenzbetrieb anbieten. Der Präsident der Frankfurter Goethe-Universität, Enrico Schleiff, rief die Studenten am Donnerstag bei einer zentralen Begrüßungsfeier jedoch dazu auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen und in Innenräumen weiterhin eine Maske zu tragen.

Die Uni Kassel ordnete nach Angaben eines Sprechers grundsätzlich eine Maskenpflicht in Innenräumen an. Der reguläre Vorlesungsbetrieb startet an beiden Hochschulen am Montag (11. April). Insgesamt erwartet die Goethe-Uni nach eigenen Angaben rund 42 000 Studenten, Kassel rund 22 000. Die Frankfurter Universität hatte bereits im Wintersemester 21/22 mehrheitlich Präsenzunterricht angeboten.

07.04.2022

Mehr Corona-Tests für Schüler und Lehrkräfte nach Osterferien

Berlin (dpa/bb) - Die Corona-Tests an Berlins Schulen werden nach den zweiwöchigen Osterferien zeitweise ausgeweitet. Ab dem 25. April sind für Schüler wie Beschäftigte eine Woche lang tägliche Tests vorgeschrieben statt bisher drei pro Woche, wie es am Donnerstag auf dpa-Anfrage aus der Bildungsverwaltung hieß. Zudem erhalten Schüler schon vor Ferienbeginn an diesem Samstag Corona-Tests, um sich damit am Ferienende vor dem ersten Schultag zu Hause testen zu können.

Die Änderung gilt als Vorsichtsmaßnahme, um für den Fall eines Anstiegs der Corona-Infektionen während der Ferien gewappnet zu sein und diese schnell zu entdecken. Die Hoffnung ist, auf diese Weise Ansteckungen in der Schule zu verhindern oder zu begrenzen.

Bildungsstaatssekretär Alexander Slotty verteidigte das Festhalten an den Tests in Schulen, obwohl die allermeisten Corona-Schutzmaßnahmen seit 1. April nicht mehr gelten. «Wir haben in Berlin nach wie vor ein gewisses Infektionsgeschehen. Der Bundesgesetzgeber hat uns leider die Möglichkeiten für eine Maskenpflicht an den Schulen genommen», sagte er im Abgeordnetenhaus.

Eine regelmäßige Testung biete Lehrkräften und Schülern daher eine letzte Chance für einen gewissen Schutz. «Ich kann sagen, dass das für Berlin aus unserer Sicht die absolut richtige Maßnahme ist, und die werden wir bis auf Weiteres auch so fortsetzen.»

Wegen Maskenpflicht nicht in der Schule - Vater muss Strafe zahlen

Heilbronn/Eppingen (dpa/lsw) - Monatelang hat ein Mann seine Tochter wegen der Maskenpflicht nicht in die Schule geschickt - am Donnerstag ist er deshalb zu einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro verurteilt worden. Die Geldstrafe hätte höher ausfallen können, allerdings seien die wirtschaftlichen Verhältnisse des Vaters eingeschränkt, sagte ein Richter des Amtsgerichts Heilbronn. Auch die Kosten des Verfahrens im vierstelligen Bereich muss der 58-Jährige tragen.

Nach Angaben des Vaters infizierte sich die elfjährige Tochter wegen des Tragens einer Maske mit Herpes. Die Infektion habe nicht nur Schmerzen im Mundraum, sondern auch Müdigkeit und Kopfschmerzen ausgelöst. «Das war schon heftig», sagte der Mann. Er habe seine Tochter nicht mehr zur Schule in Eppingen (Kreis Heilbronn) geschickt, obwohl die Infektion nach 10 bis 14 Tagen verheilt gewesen sein soll.

«Definitiv kommt die Infektion nicht durch die Maske», sagte der behandelnde Zahnarzt vor Gericht. Bei Herpes müsse man die Maske lediglich häufiger wechseln. Der Vater habe sich nicht an die Corona-Maßnahmen anpassen wollen, urteilte am Ende das Gericht.

Bei der Verhandlung im Amtsgericht Heilbronn ging es um das Fehlen des Mädchens vom 13. September bis zum 12. Oktober des vergangenen Jahres. Die Elfjährige geht wegen der Maskenpflicht allerdings schon seit März 2021 nicht mehr in die Schule. Der Vater erhielt nach eigenen Angaben weitere Bußgeldbescheide, die er ungeöffnet zurücksendete. Ob es zu weiteren Verfahren kommen wird, war zunächst unklar.

Obwohl die Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg seit Beginn der Woche keine Maske mehr tragen müssen, fehlte das Mädchen dem Vater zufolge auch in den vergangenen Tagen. Die nach wie vor verpflichtenden Corona-Tests an den Schulen seien vorsätzliche Körperverletzung, begründete der Vater das Fehlen seiner Tochter.

06.04.2022

Fit ins neue Schuljahr - Schulen bieten Lerncamps über Ostern an

Wiesbaden (dpa/lhe) - Rund 70 hessische Schulen werden über die Osterferien wieder Lerncamps anbieten. Das Angebot des hessischen Kultusministeriums biete für die rund 2400 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, den durch die Corona-Pandemie verpassten Lernstoff aufzuholen, wie Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch mitteilte.

Die kostenfreien Camps richten sich an alle Schulformen und werden von den Schulen selbstständig veranstaltet. In kleinen Gruppen werde der Fokus vor allem auf die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik gelegt. Dabei machten auch Lehramtsstudierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowie Pensionäre mit.

Die Lerncamps sind Teil des Landesförderprogramms «Löwenstark - Der BildungsKICK», das Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der Corona-Folgen unterstützen soll.

03.04.2022

Erster Schultag ohne Maskenpflicht in Baden-Württemberg

Auch in den Südwest-Schulen fallen nun die Masken. Statt auf Verordnung setzt das Kultusministerium auf Eigenverantwortung und Freiwilligkeit.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Maskenpflicht in den Schulen im Südwesten fällt von diesem Montag an weg. «Unabhängig davon ist es grundsätzlich aber jeder Person freigestellt, eine Maske zu tragen. Wer sie freiwillig tragen möchte, kann dies selbstverständlich weiterhin tun», informierte das baden-württembergische Kultusministerium.

Allerdings sei dies nun vor allem eine Frage der Eigenverantwortlichkeit, so das Ministerium. Es gelten darüber hinaus noch die Testpflicht und andere Sicherheitsmaßnahmen, darunter Lüften und Hygienepläne.

Die Anordnung einer Maskenpflicht seitens der Schulen ist dem Kultusministerium zufolge nicht möglich. Die Situation in den Schulen sei anders als etwa im Einzelhandel. In den Laden gehe man freiwillig, in der Schule herrsche Schulpflicht. Staatliche Eingriffe in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger brauchen nach Angaben des Ministeriums eine Ermächtigungsverordnung, beispielsweise in Form einer Corona-Verordnung.

Keine Maskenpflicht mehr an Schulen in NRW

Das Ende der Maskenpflicht an Schulen ist angesichts hoher Corona-Infektionswerte umstritten. Dennoch gilt ab Montag in NRW: Der Mund-Nasen-Schutz ist freiwillig.

Düsseldorf (dpa/lnw) - An Schulen in Nordrhein-Westfalen beginnt der Unterricht am Montag ohne Maskenpflicht. Nach vielen Wochen war das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Klassenraum am vergangenen Freitag zum letzten Mal verpflichtend. Nun dürfen Schülerinnen und Schüler nach Worten von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) rein freiwillig weiterhin Maske tragen. Eine schulinterne Verpflichtung ist laut Ministerium aber nicht gestattet. Von der Opposition und vielen Verbänden war das Aus für die Maskenpflicht scharf kritisiert worden.

Kurz vor den Schulferien und bei noch immer hohen Infektionszahlen bezeichnen viele den Schritt als einen Fehler. Auch die Landesschülervertretung hatte daher zum freiwilligen Maske-Tragen aufgerufen. Aus mehreren Schulen hieß es, man appelliere an die Schülerschaft, aus freien Stücken am Mundschutz festzuhalten.

Ende der Schultests und strenger Quarantäne absehbar

Es ist wie beim Domino: Erst fiel die Maske, nun sollen auch die Tests an Schulen bald gestrichen werden. Und die Quarantäne wird wohl bald freiwillig. Beim Impfen pocht das Land darauf, dass Minister Karl Lauterbach sein Versprechen hält.

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach dem Wegfall der Maskenpflicht und der Zugangsregeln an diesem Sonntag sollen demnächst weitere, noch übrig gebliebene Corona-Maßnahmen gestrichen werden. An den Schulen im Südwesten soll nur noch bis zu den Osterferien regelmäßig getestet werden. Darauf einigten sich die Spitzen von Grüne und CDU, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Koalitionskreisen in Stuttgart erfuhr. Zudem geht die Landesregierung davon aus, dass kurz nach Ostern auch die Quarantäne-Regeln deutlich gelockert werden. Die Dauer soll von zehn auf fünf Tage verkürzt und auch dies soll nicht mehr so streng gehandhabt werden. Das Land rechnet damit, dass der Vorschlag des Bundes und des Robert Koch-Instituts Ende April greifen wird.

Maske weg, Tests bald weg - was heißt das für die Schulen?

Für die knapp 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler und die etwa 130 000 Lehrkräfte endet an diesem Montag die Maskenpflicht, die seit Mitte November ununterbrochen galt. Wer freiwillig weiter den Mund-Nasen-Schutz tragen will, kann das natürlich. Das letzte Mal getestet wird am 13. April vor den Osterferien. Kinder und Jugendliche sowie Lehrkräfte mit Symptomen können sich aber weiter gratis testen lassen, hieß es. Vor zwei Wochen waren die Tests schon von drei pro Schulwoche auf zwei reduziert worden. Als Grund wird genannt, dass bei der Omikron-Variante der Schnelltest oft erst zu spät ausschlage. Bis dahin habe der Infizierte das Virus schon längst weitergetragen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW ist skeptisch und rechnet mit hohem Unterrichtsausfall nach Ostern. «Derzeit erkranken täglich Hunderte Lehrkräfte und der Personalmangel ist auch ohne Ausfälle hoch. Durch den Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen wird das noch zunehmen», sagte GEW-Landeschefin Monika Stein der dpa. Es räche sich, dass nicht alle Lehrerstellen besetzt seien und die Reserve zu klein sei. «In vielen Schulen stehen die Abschlussprüfungen bevor, da kann niemand weitere Ausfälle gebrauchen.» Für die SPD sagte Stefan Fulst-Blei, der Wegfall immer mehr Schutzmaßnahmen an den Schulen passe ganz und gar nicht zur Forderung von Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) nach weitergehenden Auflagen. Aus dem «Team Vorsicht» sei die Regierung im «Team lass laufen» angekommen.

Maske nur noch in Bussen und Bahnen, Kliniken und Heimen

Nach über zwei Jahren Corona-Pandemie waren am Sonntag nahezu alle Schutzmaßnahmen weggefallen. Nur in Bussen und Bahnen, Pflegeheimen und Krankenhäusern muss noch Maske getragen werden. Was in Büros und Betrieben gilt, entscheiden die Arbeitgeber. Die Ampel in Berlin hatte vor allem auf Betreiben der FDP das Infektionsschutzgesetz so geändert, dass kaum noch Auflagen möglich sind. Hintergrund ist, dass die Omikron-Variante milder ausfällt und die Krankenhäuser nicht mehr so stark durch Covid-Patienten belastet sind. Die Landesregierung setzte die Vorschriften des Bundes um - aber nur unter Protest.

Lockerung bei Quarantäne in Sicht

Das Land geht davon aus, dass der Bund demnächst die Regeln für die Quarantäne anpasst. Nach dem vom Bundesgesundheitsministerium an die Länder geschickten Vorschlag sollen die Absonderungen generell verkürzt werden. Sie dauern bisher in der Regel zehn Tage und können mit einem negativen Test nach sieben Tagen beendet werden. Eine formelle Anordnung des Gesundheitsamtes, die häufig jetzt schon nicht mehr erfolgt, soll künftig entfallen. Empfohlen werden soll, freiwillig Kontakte zu reduzieren und - beginnend nach fünf Tagen - wiederholt Tests oder Selbsttests zu machen. Auch die Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten soll künftig noch fünf Tage dauern.

Kommt Sonderregel für infizierte, symptomfreie Pflegekräfte?

Das Land prüft derzeit, ob die Arbeitsquarantäne für Beschäftigte in Pflegeheimen wegen des Personalmangels schnell gelockert werden sollte. Zahlreiche Betreiber hatten gefordert, Pflegekräfte, die sich angesteckt, aber keine Symptome haben, wieder einsetzen zu können. So hatte die Evangelische Heimstiftung verlangt, es müssten «Schutz- und Hygienekonzepte greifen, die es auch positiv getesteten Beschäftigten erlauben zu arbeiten, wenn sie sich nicht krank fühlen». Es sei Zeit für mehr Eigenverantwortung.

Land mahnt Bund: Ohne Geld gehen in Impfzentren Lichter aus

Baden-Württemberg forderte den Bund auf, die Impfzentren bis Ende des Jahres mitzufinanzieren. «Wir sind irritiert über die Ankündigung des Bundes, die Finanzierung der Impfinfrastruktur nur bis Mitte des Jahres übernehmen zu wollen. Das war anders besprochen», sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums der dpa. Man gehe davon aus, dass die Zusage weiter gelte und die Finanzierung zur Hälfte übernommen werde. «Ansonsten wäre eine Aufrechterhaltung der Impfinfrastruktur im notwendigen Rahmen in Baden-Württemberg nicht möglich.» Auch andere Länder wie Bayern und NRW hatten sich beschwert.

Ärzteschaft soll künftig beim Impfen Hauptrolle haben

Für Baden-Württemberg sei es zudem wichtig, die künftige Rolle der Haus- und Fachärzte beim Impfen zu klären. «Damit wir für den Herbst gut vorbereitet sind, brauchen wir eine gesetzliche Regelung, die die Corona-Impfungen als Teil des Pflichtprogramms im Gesundheitsversorgungssystem festschreibt», erklärte die Sprecherin. Das müsse der Bund auf den Weg bringen. Baden-Württemberg hatte beschlossen, sein Impfangebot wegen fehlender Nachfrage und enorm hoher Kosten zum 1. April herunterzufahren. Es soll nur noch ein mobiles Impfteam und einen Stützpunkt pro Stadt- und Landkreis geben. Bisher hatte das Land etwa 350 mobile Teams und 135 Impfstützpunkte vorgehalten.

 

02.04.2022

Rückgang: 70 000 Schüler verpassen Unterricht wegen Corona

München (dpa/lby) - Rund 70 000 bayerische Schüler haben zuletzt den Präsenzunterricht wegen Corona verpasst. Das sind etwa 10 000 weniger als vor Wochenfrist, wie aus Zahlen des Kultusministeriums hervorgeht. Demnach waren Stand Freitag etwa 3,2 Prozent der rund 1,6 Millionen Schüler in Bayern wegen eines positiven Corona-Tests nicht im Unterricht, weitere 1,24 Prozent waren in Quarantäne. Beide Zahlen sanken im Vergleich zur Vorwoche. 
 

01.04.2022

Bildungsverbände kritisieren Ende der Maskenpflicht an Schulen

Mit dem Inkrafttreten der neuen Corona-Regeln fällt nun auch in den meisten Schulen die Maskenpflicht. In Berlin war es am Freitag schon soweit. Bildungsgewerkschaften kritisieren den Schritt als zu früh.

Berlin (dpa) - Bildungsgewerkschaften, Lehrer- und Schüler-Vertreter haben das Ende der Maskenpflicht an den meisten Schulen in Deutschland scharf kritisiert. Lehrerverband-Präsident Heinz-Peter Meidinger nannte den Schritt am Freitag «völlig verfrüht». «Bei nach wie vor extrem hohen Inzidenzwerten an den Schulen bedeutet das Ende der Maskenpflicht, den einfachsten Gesundheitsschutz für Beschäftigte, Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern zu beenden», sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte der dpa, vor dem Hintergrund des weiterhin hohen Infektionsgeschehens unter Kindern und Jugendlichen sei es «unverantwortlich», dass die Maskenpflicht in den Schulen falle. «Bei der derzeit herrschenden Personalnot können wir es uns nicht leisten, derart wirksame Infektionsschutzmaßnahmen aufzugeben.»

Auch die Bundesschülerkonferenz sieht das so. «Allein die Testpflicht reicht nicht aus. Tests sind nur eine Momentaufnahme danach - wenn es zu spät ist. Masken beugen vor», sagte Generalsekretärin Katharina Swinka der dpa. Ihr Gremium habe die Änderung bereits seit Wochen kritisiert. «Ich persönlich rate jedem Schüler und jeder Schülerin weiterhin eine medizinische Maske zu tragen, um sich und andere besonders zu schützen.»

In den vergangenen zwei Jahren hatten die Bundesländer für ihre Schulen immer wieder Maskenpflichten angeordnet, mal strenger mit Maske am Platz, mal weniger streng. Mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes durch die Ampel-Koalition dürfen Masken in Schulen ab diesem Wochenende nicht mehr vorgeschrieben werden, es sei denn ein Bundesland erklärt eine Region zum sogenannten Hotspot, dort wäre das weiterhin möglich. Nur Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern nutzen diese Möglichkeit. In Berlin fiel die Maskenpflicht in der Schule bereits an diesem Freitag weg. Tests wird es an vielen Schulen für eine gewisse Zeit noch geben.

GEW-Chefin Finnern befürchtet durch das Ende der Maskenpflicht noch mehr Ansteckungen, weiteren Unterrichtsausfall und wachsende Lernrückstände. «Das ist verantwortungslos. Die Schulen werden von der Politik allein gelassen», sagte sie. Schon jetzt müssten Stundenpläne eingekürzt und Lerngruppen zusammengelegt werden, sagte der VBE-Vorsitzende Beckmann. «Es wird zwangsläufig zu vermehrten Ausfällen kommen und die Teilhabe der Schülerinnen und Schüler am Unterricht wird gefährdet.»

Lehrerverbandspräsident Meidinger verwies auch auf Eltern vorerkrankter Kinder und Familien mit Risikopersonen im Haushalt. Diese machten sich «zu Recht große Sorgen, dass damit die Schulen jetzt endgültig zur Durchseuchung freigegeben werden».

Die Corona-Zahlen an den Schulen verharrten zuletzt auf hohem Niveau. In der vergangenen Woche wurden aus den Bundesländern rund 347 000 Infektions- und Quarantänefälle bei Schülerinnen und Schülern gemeldet, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag mitteilte (Vorwoche 348 000). Bei den Lehrkräften wurde mit 36 400 Corona- und Quarantänefällen erneut ein Höchststand gemeldet (Vorwoche 35 700). Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 11 Millionen Schüler und knapp 900 000 Lehrkräfte an rund 40 000 Schulen und Berufsschulen.

Die Bildungsverbände hätten es nach eigener Aussage befürwortet, mit Lockerungen noch bis Ostern zu warten. Die Feiertage sind in zwei Wochen. Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gehen an diesem Wochenende als erste Bundesländer bereits in die Osterferien. Der Großteil der anderen Länder folgt eine Woche später.

Die FDP, die sich in der Ampel-Koalition maßgeblich für das Auslaufen der meisten Corona-Regeln eingesetzt hatte, appellierte an die Eigenverantwortung. «Auch ich selbst werde an vielen Orten, wo keine Maskenpflicht mehr besteht, noch Maske tragen. Eltern können mit ihren Kindern sprechen und mit ihnen gemeinsam entscheiden, ob diese in der Schule noch eine Maske tragen», sagte der designierte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

31.03.2022

Verbände: Wegfall der Maskenpflicht erschwert Abschlussprüfungen

Stuttgart (dpa/lsw) - Lehrerverbände befürchten wegen des Wegfalls der coronabedingten Maskenpflicht an Schulen Probleme bei den Abschlussprüfungen. So sieht der Philologenverband einen «Sprung» der Krankheitszahlen voraus, weil das Infektionsschutzgesetz eine generelle Maskenpflicht an Schulen nicht mehr zulässt. «Das gefährdet nicht nur die Unterrichtsversorgung insgesamt, sondern ist auch ein Risiko für das diesjährige Abitur», sagte der Chef des Verbandes für die Gymnasiallehrer, Ralf Scholl, den «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung».

Auch die Berufsschullehrer sehen im Verzicht auf einen obligatorischen Mundschutz ab kommender Woche ein erhebliches Risiko für die Abschlussprüfungen an ihrer Schulart. «Wir haben von April bis zum Juli rund 120 000 Abschlussprüfungen vor uns und befürchten, dass durch den Wegfall der Schutzmaßnahmen sehr viel schiefgehen wird», sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Berufsschullehrer, Gerhard Fechner, den Blättern. Auch aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kämen noch mehr Erkrankungen von Schülern und Lehrkräften derzeit höchst ungelegen. Weitere Ausfälle könne vor den Abschlussprüfungen niemand gebrauchen.

Schulleitungen können das Tragen von Masken nicht über die Schul- und Hausordnung durchsetzen. Wer weiter Maske tragen will, kann das tun - und dazu rät Scholl eindringlich.

29.03.2022

Bayern lässt Corona-Regeln auslaufen - Maske nur noch als Empfehlung

Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie rühmte sich Markus Söder der oftmals strengeren Regeln in Bayern. Gegen das neue Gesetz der Ampel könnte er nur noch wenig ausrichten - er versucht es aber auch nicht.

München (dpa/lby) - Nun ist es endgültig: Trotz landesweit immer noch hoher Infektionszahlen laufen auch in Bayern am Wochenende die allermeisten Corona-Beschränkungen aus. Die Staatsregierung verzichtet darauf, ganz Bayern oder auch nur einzelne Regionen zu Hotspots zu erklären, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag mitteilte. Das allerdings wäre die einzige Möglichkeit gewesen, um weiterhin beispielsweise an einer Maskenpflicht in sämtlichen Innenräumen festzuhalten. Über eine bloße Empfehlung dazu geht die Staatsregierung nun aber nicht mehr hinaus.

«Wir empfehlen solche Dinge wie Mindestabstand, wie Masken in Innenräumen», sagte Herrmann. Das seien simple Mittel, um sich zu schützen. Man könne es aber nicht mehr verbindlich anordnen. In Schulen soll laut Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) empfohlen werden, auf Begegnungsflächen außerhalb des Klassenzimmers noch Masken zu tragen, etwa in Treppenhäusern und auf Fluren.

Damit ist aber nun klar: Von Sonntag (3. April) an gibt es bayernweit keinerlei 2G- oder 3G-Zugangsregeln mehr - auch Ungeimpfte haben damit ohne Test wieder Zugang zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Nur in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen müssen Besucher und Beschäftigte tagesaktuelle beziehungsweise regelmäßige Tests machen.

Auch in Schulen und Kitas wird - zunächst bis Ostern - weiter getestet. In den Kitas, die geöffnet haben, auch in den Osterferien. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Piazolo sagte, seine Position sei, dass die Tests auch nach den Ferien noch weitergeführt werden sollten - darüber werde das Kabinett aber noch entscheiden.

Eine FFP2-Maskenpflicht gilt von Sonntag an nur noch im öffentlichen Nahverkehr, in Arztpraxen, Krankenhäusern, in Pflegeheimen, Flüchtlingsunterkünften und ähnlichen «vulnerablen Einrichtungen». Überall sonst entfällt die Maskenpflicht, etwa im Einzelhandel, in Freizeiteinrichtungen aller Art, aber auch in sämtlichen Schulen. Auch im Handel bleibt es künftig bei einer bloßen Masken-Empfehlung.

Die Staatsregierung folgt mit ihrer Entscheidung den Vorgaben im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz, das die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP in Berlin gegen viele Widerstände durchgesetzt hatten. Nach dem Auslaufen einer Übergangsfrist am 2. April können die Bundesländer nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen strengere Regeln beschließen, nämlich wenn in einer «Gebietskörperschaft» eine gefährlichere Virusvariante auftaucht oder eine Überlastung der Krankenhauskapazitäten droht. Das ist in Bayern aktuell nicht der Fall - obwohl die Infektionszahlen weiter hoch sind.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte deshalb bereits am Montag erklärt, Bayern solle jedenfalls «auf absehbare Zeit» nicht zum Hotspot erklärt werden - das «schlampige» Gesetz, das die Ampel in Berlin durchgesetzt habe, sei rechtlich so nicht umsetzbar. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) betonte, «eigentlich» hätte man sich die Maskenpflicht in Innenräumen wenigstens noch für

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) kritisierte den Wegfall der Maskenpflicht an den Schulen. Der Präsenzunterricht sei «akut in Gefahr», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Der abl gehören der Realschullehrerverband, die Katholische Erziehergemeinschaft, der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen sowie der Philologenverband an. Auch der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband warnte: «Die Maske fällt und die Schulen werden noch mehr Ausfälle zu verzeichnen haben. Jetzt zu lockern heißt zu riskieren, dass Schülerinnen und Schüler noch weniger Unterricht haben.»

In der bayerischen Wirtschaft löste das Auslaufen der Corona-Einschränkungen gemischte Reaktionen aus. Während der bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) vom «besten Tag seit zwei Jahren» sprach, ist der Handelsverband (HVB) zwiegespalten.

«Endlich wagen wir den Schritt zurück zu mehr Freiheit und Normalität», sagte der Landesgeschäftsführer des Dehoga, Thomas Geppert, zur Entscheidung. Eine zentrale Empfehlung für die Betriebe, wie sie mit dem Thema Masken in Zukunft umgehen sollen, gibt es vom Verband nicht. Geppert geht aber davon aus, «dass es künftig in den meisten Betrieben keine Zugangsbeschränkungen oder Maskenpflicht mehr geben wird». Verbandspräsidentin Angela Inselkammer betonte: «Nun liegt es in der freien Entscheidung eines jeden, seiner Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber gerecht zu werden.»

Der bayerische Handel steht der Lockerung dagegen gespalten gegenüber, wie Geschäftsführer Bernd Ohlmann sagte. Ein Teil der Händler freue sich, dass die Maske «endlich weg» komme, andere seien in Sorge, einen Teil der Kundschaft zu verlieren, wenn diese sich beim Einkaufen nicht sicher fühle. «Wir hatten schon Kunden, die sich bei uns gemeldet haben, und gesagt haben: "Dann kaufe ich nur noch online ein".» Auch der Handelsverband setzt auf Eigenverantwortung und will seinen Mitgliedern Plakate zur Verfügung stellen, mit denen sie etwa um freiwilliges Maskentragen bitten können, oder auch solche, mit denen sie per Hausrecht darauf bestehen können. Ohlmann geht aber nicht davon aus, dass letztere häufig zum Einsatz kommen.

 

26.03.2022

Rund 80 000 Schüler verpassen wegen Corona Unterricht

München (dpa/lby) - Rund 80 000 Schüler in Bayern konnten zuletzt wegen Corona nicht am Unterricht teilnehmen. Das Kultusministerium meldete (Stand Freitag) einen Anteil von 3,63 Prozent, der wegen eines positiven Tests nicht am Präsenzunterricht teilnahm. Weitere 1,52 Prozent waren in Quarantäne. Das ist ein leichter Anstieg bei den positiven Tests und ein leichter Rückgang bei der Quarantäne. Bayernweit gibt es etwa 1,6 Millionen Schüler. Die aktuellen Zahlen beruhen laut Kultusministerium auf den Meldungen von 96 Prozent aller Schulen.

Auch viele Kinderbetreuungseinrichtungen waren von Corona beeinträchtigt. Laut Sozialministerium waren es (Stand Freitagnachmittag) insgesamt 1605 der rund 10 300 Häuser in Bayern. 46 Einrichtungen waren demnach komplett geschlossen, eine weniger als vor einer Woche. 431 Häuser waren teilweise geschlossen, das sind 42 mehr als vor Wochenfrist. Weitere 1128 waren zwar komplett offen, es galt aber wegen Corona-Fällen ein intensiviertes Testregime - das sind in etwa so viele wie vor einer Woche.
 

25.03.2022

Corona-Zahlen an Schulen wieder gestiegen - viele Lehrer fallen aus

Berlin (dpa) - An den Schulen in Deutschland sind die Corona-Zahlen wieder gestiegen. In der vergangenen Woche waren 348 000 Corona- und Quarantänefälle bei Schülerinnen und Schülern bekannt, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag mitteilte. In der Woche davor waren es 275 000 Fälle. Bei den Lehrkräften wurden rund 35 700 Corona- und Quarantänefälle gemeldet (Vorwoche 28 300). Das ist ein Höchststand in der aktuellen Omikron-Welle.

Die wöchentlich von der KMK veröffentlichten Zahlen basieren auf Rückmeldungen aus den Ländern, sie sind aber nur bedingt vergleichbar und aussagekräftig. Zum einen, weil immer wieder Ferien sind und aus den betreffenden Bundesländern dann keine Zahlen gemeldet werden. Außerdem liegen nicht aus allen Ländern Daten zu Quarantänefällen vor. Berlin meldet gar keine Zahlen mehr. Begründung: «In der Schule durchgeführte Schnelltests werden nicht mehr durch PCR-Tests bestätigt, so dass keine validen Daten vorliegen.»

Bei Schülerinnen und Schülern waren in den ersten beiden Februarwochen Höchststände erreicht worden. Damals wurden fast 550 000 Corona- und Quarantänefälle gemeldet. Bei den Lehrkräften waren damals 28 200 Fälle bekannt. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 11 Millionen Schüler und knapp 900 000 Lehrkräfte an rund 40 000 Schulen und Berufsschulen.

Rund 93 Millionen Euro für Corona-Schutz in Hessens Schulen und Kitas

Wiesbaden (dpa/lhe) - In Hessen sind fast 93 Millionen Euro in Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen und Kitas im Land investiert worden. Das Geld sei etwa zu je einem Viertel für bauliche Maßnahmen, für Tests oder Hygieneartikel sowie für mobile Luftreiniger oder Desinfektionsspender und für Personalausgaben sowie Dienstleistungen verwendet worden, teilten Kultusminister Alexander Lorz, Finanzminister Michael Boddenberg (beide CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag in Wiesbaden mit.

Den Angaben zufolge wurden für gut 13 Millionen Euro knapp 9000 mobile Luftreiniger angeschafft. Rund 5,3 Millionen Euro flossen demnach in die Anschaffung von CO2-Messgeräten und gut 1,5 Millionen in Desinfektionsspender. Obendrein seien für knapp 10 Millionen Euro Fenster oder Türen umgebaut worden.

Um Kinder während der Schulzeit und in der Kita vor Corona besser schützen zu können, hatte die Landesregierung zusammen mit den Kommunen Ende 2020 ein Programm im Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro aufgelegt. 75 Millionen Euro davon waren Landesgeld, 25 Prozent steuerten die kommunalen Schul- und Jugendhilfeträger bei. Die höchsten Summen verwendeten laut Mitteilung die Stadt Frankfurt mit rund 7,4 Millionen Euro aus Landes- und Eigenmitteln sowie der Landkreis Offenbach (5,6 Millionen Euro) und der Main-Kinzig-Kreis (5,16 Millionen Euro).


24.03.2022

Gewerkschaften: Schulen wegen coronabedingten Ausfällen am Limit

Berlin (dpa) - Bildungsgewerkschaften warnen davor, dass die Schulen angesichts der Corona-Pandemie und des zurzeit hohen Infektionsgeschehens an ihre Belastungsgrenze kommen. «Der corona-bedingte Ausfall von Lehrkräften trifft die Schulen aktuell heftig», sagte Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). «Die Zahl der Krankmeldungen wird in den nächsten Wochen weiter steigen, weil die Corona-Schutzmaßnahmen weitestgehend fallen sollen beziehungsweise bereits einkassiert worden sind», warnte sie. Dies sei eine falsche Entscheidung der Politik. Bensinger-Stolze betonte: «Wir appellieren an alle politisch Verantwortlichen, an der Maskenpflicht ebenso wie an Hygiene- und Testkonzepten festzuhalten, damit die Situation nicht aus dem Ruder läuft. Die Lehrkräfte arbeiten bereits jetzt am Limit.»

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte dem RND: «Die Dynamik der Omikronvariante sorgt in den Schulen für ein immer dramatischeres Infektionsgeschehen und vermehrte Ausfälle von Lehrkräften durch eigene Infektionen und Quarantäne.» Das verstärke den Teufelskreis, dass die verbliebenen Lehrkräfte, die nicht krank seien, immer stärker belastet würden. «Teilweise werden Stundenpläne wochenweise ausgegeben, da eine längerfristigere Planung nicht mehr möglich ist», sagte Beckmann. «Wir spüren in den Schulen Tag für Tag, wie sehr es sich jetzt mehr denn je rächt, dass die Politik den Schulen über Jahre hinweg die personelle Ausstattung verweigert hat, die sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben gebraucht hätten und brauchen», beklagte Beckmann.

23.03.2022

Maskenpflicht in brandenburger Schulen fällt zum 2. April - Testpflicht nach Ostern

Potsdam (dpa/bb) - Die Maskenpflicht an den Brandenburger Schulen soll am 2. April fallen. Bis dahin wolle man die Übergangsfrist des neuen Infektionsschutzgesetzes nutzen, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch in der Plenardebatte des Landtags. Experten hätten dazu geraten, nicht plötzlich, sondern schrittweise aus den Corona-Maßnahmen auszusteigen, erläuterte die Ministerin.

In einem ersten Schritt sei die Zahl der notwendigen Corona-Tests für Schüler von fünf Mal auf drei Mal pro Woche reduziert worden, berichtete Ernst. Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) würden die Osterferien für ein Ende der Testpflicht angepeilt. Wegen der zu erwartenden Urlaubsreisen solle in der Woche nach den Ferien noch getestet werden, erklärte Ernst.

Die AfD-Fraktion hatte beantragt, die Masken- und Testpflicht in den Schulen sofort abzuschaffen. «Die Landesregierung setzt weiter auf überzogene Maßnahmen, die nicht gegen Corona-Infektionen ausrichten, aber den Kindern massiv schadet», sagte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Dennis Hohloch. Selbst das Bildungsministerium könne nicht nachweisen, dass mit den Tests auch nur eine Infektion verhindert worden wäre. Dennoch seien vom Land bereits 94 Millionen Euro in die Tests statt etwa in mehr Lehrer investiert worden. Und die Maskenpflicht im Unterricht sei eine unzumutbare Belastung der Kinder und Jugendlichen, meinte Hohloch. Der AfD-Antrag wurde von der Landtagsmehrheit abgelehnt.

Kindererzieher waren im ersten Corona-Jahr häufiger krank

Hannover (dpa/lni) - Beschäftigte in der Kindererziehung und Kinderbetreuung sind im Jahr 2020 in Niedersachsen häufiger krank gewesen als durchschnittliche Arbeitnehmer. Die Kindererzieher und Kindererzieherinnen waren im Durchschnitt 25,8 Tage arbeitsunfähig, alle weiteren Berufe im Mittel genau 18 Tage, wie eine Untersuchung der Krankenkasse Barmer zeigt, die am Dienstag vorgestellt wurde.

Die Krankenkasse hat für die Erhebung Krankheitstage in 26 Berufsgruppen im ersten Corona-Jahr untersucht. Die Beschäftigten in der Kindererziehung und -betreuung seien vor allem seelisch belastet, hieß es. Fast ein Viertel der Fehltage fielen demnach in den Bereich der psychischen Erkrankungen. Ein Grund dafür könnten die zusätzlichen Aufgaben durch die Corona-Pandemie sein, teilte die Krankenkasse mit.

Mit gut sieben Prozent lag den Angaben nach auch der Krankenstand in der Branche über dem Landesdurchschnitt. Das bedeutet, dass von 1000 Beschäftigten täglich 71 krankheitsbedingt gefehlt haben. Der landesweite Krankenstand lag bei fünf Prozent. In der Branche arbeiten in Niedersachsen laut der Barmer knapp 75 000 Menschen.


22.03.2022

Halbe Milliarde Euro für Corona-Selbsttests an Schulen ausgegeben

Jeder kennt den zweifelnden Blick auf den Corona-Schnelltest: Stimmt das Ergebnis oder nicht? An Bayerns Schulen und Kitas werden Berge dieser Tests verbraucht. Ob sie mehr Sicherheit bringen, steht dahin. Die Staatsregierung hält dennoch daran fest - und zahlt viel Geld.

München (dpa/lby) - Die Staatsregierung hat alleine für die Corona-Selbsttests an Bayerns Schulen in den letzten Monaten eine halbe Milliarde Euro ausgegeben. Seit vergangenem September bis März habe der Freistaat Selbsttests in Höhe von rund 500 Millionen Euro für die Schulen abgegeben, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in München.

Zusätzlich zu den Schnelltests werden in Grund- und Förderschulen sowie in den 5. und 6. Klassen PCR-Pooltests gemacht.

Für die Kitas - an denen mindestens jeden zweiten Tag ein Schnelltest gemacht werden muss - könnten noch keine Zahlen zu den Kosten vorgelegt werden. Die Abrechnung der Berechtigungsscheine, mit denen die Eltern in Apotheken die Tests für ihre Kinder bekommen, dauert noch.

Die Staatsregierung will mindestens bis zu den Osterferien an den massenhaften Tests festhalten - selbst wenn die Tests manchmal gar nicht oder nur spät anschlagen. Nach den Ferien werde anhand der Infektionslage und der Laborkapazitäten geprüft, ob die Tests an Schulen und Kitas noch sinnvoll seien, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Unter anderem hatte der Virologe Hendrik Streeck das massenhafte Testen von symptomlosen Schülern kritisiert, es schaffe mehr Schaden als Nutzen, schrieb er in «Der Zeit».

Neben den Kosten fällt auch tonnenweise Müll durch die Schnelltests an. Die Pandemie habe weltweit zu deutlich mehr Müll geführt, ob es nun Masken, Desinfektionsmittel oder Tests seien oder die zusätzlichen Abfälle aus Praxen, Kliniken, Impf- und Testzentren, so das Ministerium. Es lasse sich in der Pandemie «eine gewisse Müllproduktion» nicht vermeiden. Nach Möglichkeit würden Tests in großen Gebinden und Großpackungen bestellt, so dass nicht jeder Test noch einzeln verpackt ist.

Grundschüler wiederholten 2020/21 am meisten freiwillig eine Klasse

Wiesbaden (dpa/lhe) - Rund 7100 Schülerinnen und Schüler haben im Schuljahr 2020/2021 in Hessen insgesamt freiwillig eine Klasse wiederholt. Die Grundschulen seien dabei mit über 2700 Kindern am meisten betroffen gewesen, teilte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) auf eine Kleine Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten Rolf Kahnt in Wiesbaden mit. In den hessischen Gymnasien hätten mehr als 1200 Kinder und Jugendliche eine Klasse freiwillig wiederholt. In den Realschulen habe die Zahl bei 962 gelegen. Ob eine Wiederholung wegen der Corona-Pandemie oder aus einem anderen Grund erfolgt sei, teilte der Kultusminister nicht mit.

21.03.2022

Kutschaty kritisiert Wegfall von Tests und Maskenpflicht in Schulen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der nordrhein-westfälische SPD-Chef Thomas Kutschaty hat den in NRW geplanten Wegfall von Tests und Maskenpflicht in Schulen kritisiert. «Keiner hat die Landesregierung gezwungen, das Testen in Kitas und Schulen jetzt zu beenden», sagte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag am Montag in einem Interview des Radiosenders WDR 5. «Wer auf Nummer Vorsicht gehen will, der sollte auch weiterhin Tests in Schulen und Kitas anbieten.»

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die Maskenpflicht in den NRW-Schulen zum 2. April endet. Gebauer zufolge kann ein Mund-Nasen-Schutz ab dem 4. April freiwillig getragen werden. Das sei dann eine «individuelle Entscheidung». Anlasslose Corona-Tests soll es noch bis zu den Osterferien geben, also bis zum 8. April. Nach den Osterferien am 25. April sollen diese Testungen nicht wieder aufgenommen werden, sofern es bis dahin keine unerwartete kritische Entwicklung des Infektionsgeschehens gebe.

Den Ländern wird im neuen Bundesgesetz auch nach dem 2. April ermöglicht, weitergehende Beschränkungen für regionale Hotspots vorzugeben. Das geht aber nur über einen Landtagsbeschluss.

Für den Fall, dass ganz Nordrhein-Westfalen Anfang April ein Hotspot sei, stehe die SPD für einen Landtagsbeschluss zu Hotspot-Regelungen bereit. «Wir kommen jeden Tag gerne nach Düsseldorf, um diese Regelungen in Kraft zu setzen», sagte Kutschaty. Schutzmaßnahmen, die ergriffen werden könnten, seien etwa das fortdauernde Tragen der Masken im Einzelhandel und in Schulen.

16.03.2022

Corona-Regeln in Bayern bleiben noch - Keine Masken an Grundschulen

Die Corona-Zahlen sind so hoch wie nie zuvor. Dennoch entfallen - so will es die Bundesregierung - fast alle Regeln. Bayern zögert dies noch etwas hinaus. Sofort gelockert wird ausgerechnet an den Schulen.

München (dpa/lby) - In Bayern bleibt es bis zum 2. April bei den bisherigen 2G- und 3G-Zugangsregeln und bei der Maskenpflicht auch in Schulen oder im Handel - mit einer Ausnahme: In Grund- und Förderschulen entfällt die Maskenpflicht im Unterricht ab kommenden Montag (21.3.), eine Woche später (ab dem 28.3.) auch in den 5. und 6. Klassen. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Bayern nutzt damit - außer eben bei den Grundschülern und in den 5. und 6. Klassen - eine Übergangsfrist für viele bestehende Corona-Regeln aus, wie sie im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz vorgesehen ist. Im Handel und anderswo gilt in Bayern vorerst weiter FFP2-Maskenpflicht.

Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung für das überarbeitete Infektionsschutzgesetz sollen an diesem Wochenende eigentlich bundesweit alle tiefgreifenden Corona-Maßnahmen auslaufen. Bleiben sollen nur Maskenpflichten in Pflegeheimen, Kliniken, im Nah- und Fernverkehr sowie Testpflichten in Pflegeheimen und Schulen. Die Länder können allerdings eine Übergangsfrist bis zum 2. April nutzen. Und: Sollte sich die Corona-Lage regional verschärfen, können die Länder per Landtagsbeschluss wieder strengere Regeln einführen - wobei viele der bislang möglichen Maßnahmen dann ausgeschlossen sind.

Diesen Weg geht das bayerische Kabinett aber bis auf Weiteres nicht. Auch das weitere Vorgehen nach dem 2. April ist offen. Das müsse man rechtzeitig vor dem Hintergrund der weiteren Entwicklung entscheiden, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU). «Stand heute» müsste eine Hotspot-Regelung für jeden Landkreis einzeln getroffen werden.

Klar ist nach dem bayerischen Kabinettsbeschluss, dass es bis zum 2. April bei den bisher gültigen Zugangsbeschränkungen (nur für Geimpfte/Genesene/Getestete) bleibt, also etwa 2G im Freizeitbereich, 2G plus in Discos oder 3G in Gaststätten, Hotels und Hochschulen.

Sollte das neue Infektionsschutzgesetz in Berlin in dieser Woche wie bisher vorgesehen beschlossen werden, entfallen auch in Bayern ab dem 19. März aber etwa Vorgaben zu Kapazitäts- und Personenobergrenzen, Sonderregelungen für Gottesdienste und Versammlungen, das Tanz- und Musikverbot in der Gastronomie, das bisherige Verbot von Volksfesten und Jahresmärkten und das Verbot, auf öffentlichen Plätzen zu feiern.

Für Volksfeste sollen bis zum 2. April noch analoge Regeln wie in der Gastronomie gelten, dann fallen auch hier sämtliche Auflagen weg. Die Entscheidung, welche Volksfeste stattfinden, trifft allerdings nicht die Staatsregierung. Das gilt auch für die Wiesn in München. «Die Entscheidung, ob das Oktoberfest in München stattfindet, ist natürlich eine Entscheidung der Landeshauptstadt», sagte Herrmann.

Mit der Abschaffung der Maskenpflicht zunächst an Grundschulen setzten sich die Freien Wähler nunmehr gegenüber der CSU durch, die dies zuletzt noch abgelehnt hatte. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) begründete die Entscheidung damit, dass es an den Grundschulen PCR-Pool-Tests gebe und künftig auch in den 5. und 6. Klassen. Zudem belaste das Maskentragen die Kleinsten ganz besonders. Sowohl in Schulen als auch in Kitas bleibt es bei der Testpflicht.

«Die Pandemie-Lage lässt momentan gar nichts anderes zu, als alle möglichen Maßnahmen zunächst einmal bis zum 2. April zu verlängern», erklärte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Er verteidigte aber das teilweise Ende der Maskenpflicht an Schulen. Dies könne man dank der PCR-Testungen dort angehen, müsse aber «wachsam bleiben».

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisierte das von der Bundesregierung geplante Auslaufen fast aller Anti-Corona-Maßnahmen. Die Ampel-Parteien seien damit weder Team Vorsicht noch Team Freiheit noch Team Augenmaß, sondern «Team Blindflug», sagte er in einer Regierungserklärung im Landtag. Der schrittweise Ausstieg aus den bisherigen Beschränkungen sei richtig - aber überstürzt sei falsch. «Deutschland ist dann schutz- und wehrlos», warnte Söder. Und die Verantwortung dafür liege dann alleine bei den Ampel-Parteien.

Söder kritisierte insbesondere, dass es nach dem 2. April keine Maskenpflicht in den Schulen mehr geben könne. Dabei hätte die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler damit kein wirkliches Problem. Entscheidender sei doch, dass diese nun jahrelang mit gegen Corona gekämpft hätten - und dass nun die Abschlussprüfungen in Gefahr sein könnten. Wenn es eine Schulpflicht gebe, dann müsse man doch dafür sorgen, dass die jungen Menschen auch ihren Abschluss machen könnten. Zum vom bayerischen Kabinett beschlossenen Ende der Maskenpflicht an Grundschulen und in den 5. und 6. Klassen sagte er aber nichts.

Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze sagte ebenfalls, sie hätte sich weiterhin mehr Möglichkeiten bei der Corona-Bekämpfung gewünscht. Sie schob die Verantwortung für den neuen Kurs der FDP in Berlin zu und warf dieser ein fragwürdiges Freiheitsverständnis vor. Die FDP in Bayern wiederum forderte Söder auf, «endlich ins Team Freiheit mit Weitblick» zu wechseln. «Machen Sie Ihre Hausaufgaben in Bayern und hören Sie auf, immer alle belehren zu wollen», forderte der gesundheitspolitische Fraktionssprecher Dominik Spitzer. Frühling und Sommer sollten nicht nutzlos verstreichen, sondern zum Optimieren genutzt werden.


15.03.2022

Wie steht Hessen zwei Jahre nach dem ersten Corona-Lockdown da?

Das nächste Corona-Bund-Länder-Treffen ist für Donnerstag geplant. Dann entscheidet sich auch, welche Beschränkungen die Menschen in Hessen zum Schutz vor dem Virus noch einhalten müssen.

Wiesbaden (dpa/lhe) - In wenigen Tagen laufen die meisten Corona-Beschränkungen auch in Hessen aus - fast genau auf den Tag des bundesweit ersten Lockdowns vor zwei Jahren. Am 27. Januar 2020 erreichte das Coronavirus erstmals offiziell Deutschland. Der erste Corona-Lockdown wurde am 16. März beschlossen und trat am 22. März in Kraft. Haben die Folgen der monatelangen massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens tiefe Spuren in Hessen hinterlassen? Oder gibt es sogar positive Effekte aus der Zeit der Pandemie im Land?

Schulen

Hessens Schulkindern brachte der Lockdown über Monate Homeschooling mit Digitalunterricht. Die Maskenpflicht am Platz wurde nach der Rückkehr in den traditionellen Unterricht zur täglichen Gewohnheit. Im positiven Sinne habe die Digitalisierung der Schulen jedoch einen bis zum Ausbruch der Pandemie kaum denkbaren, aber notwendigen Schub erhalten, erklärte ein Sprecher des Kultusministeriums. Viele bereits in der Planung und Umsetzung befindliche Vorhaben wie etwa das Schulportal seien im Ausbau massiv beschleunigt worden. Innerhalb weniger Wochen seien mehrere hundert neue Schulen angeschlossen worden.

97 Prozent der weiterführenden Schulen arbeiten laut Ministerium derzeit mit dem Schulportal. «Eine Zahl, die wir ohne die Pandemie nicht so schnell erreicht hätten», berichtete der Sprecher. Auch die aus dem Digitalpakt zur Verfügung stehenden Fördermittel seien durch die Pandemie schneller beantragt worden. Mittlerweile hätten hundert Prozent der öffentlichen Schulträger eine Förderung beantragt. Es seien rund 100 000 Notebooks und Tablets an Schüler und Schülerinnen sowie rund 70 000 Geräte an Lehrer und Lehrerinnen - weitestgehend unbürokratisch - verteilt worden.

Gastgewerbe

Das Hotel- und Gastgewerbe in Hessen habe es weitestgehend durch die Pandemie geschafft, erklärte der Hauptgeschäftsführer des zuständigen Verbandes Dehoga, Julius Wagner, zwei Jahre nach dem ersten Lockdown. Dennoch gebe es Ängste. «Die Branche vergisst nicht, was im letzten Herbst passiert ist, und hat daher die ganz große Sorge, was passiert, wenn es wieder zu einer intensiven Welle der Corona-Pandemie kommt.» Das wäre mental und wirtschaftlich ein Tiefschlag. Er fürchte, dass dann viele Betriebe das Handtuch werfen würden.

Für die stationäre Gastronomie wie Restaurants könne es tatsächlich so sein, dass das Schlimmste überstanden sei und man auf ein starkes Sommergeschäft hoffen könne. Größte Herausforderung sei das Personal. «Uns haben in Hessen allein innerhalb eines Jahres 12 000 festangestellte Mitarbeiter verlassen.» Größere Sorgen habe die Veranstaltungs- und Tagungshotellerie, alles was mit Messen und Kongressen zu tun habe. Dort gebe es große Kapazitäten und das Gröbste sei noch nicht überstanden. Es werde noch seine Zeit brauchen, bis Firmen mit Tagungen zurück in die Hotels gingen.

Öffentlicher Verkehr

Leergefegte Straßen, kaum Fahrgäste in Bussen und Bahnen - der erste Lockdown brachte den Verkehr im März 2020 fast zum Erliegen. Der private Autoverkehr sank nach Schätzungen auf nur noch ein Drittel, die Nachfrage im öffentlichen Nahverkehr brach um bis zu 85 Prozent ein. Die Entwicklung folgte den Kurven der Infektionszahlen. Die Zahlen erholten sich bis heute aber nicht ganz. Für die Verkehrsunternehmen in Hessen bedeutet dies Verluste im mehrstelligen Millionenbereich.

«Ob und wann wir unseren Vor-Corona-Stand erreichen werden, ist aktuell überhaupt nicht abzusehen», sagte die Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV), Sabine Herms. Es gebe bei den Stammkunden die sichtbare Tendenz, keine Jahreskarte mehr zu kaufen. Daher soll es neue Angebote im Ticketbereich geben. Investitionen seien weiter dringend nötig, auch um die Verkehrswende voranzubringen. «Unsere klare Erwartung ist daher an die Politik, mit höchster Priorität die Finanzierung dieser Aufgaben langfristig sicherzustellen und die Mittel kontinuierlich zu erhöhen.» Derzeit kämen die steigenden Energiepreise als zusätzliche Belastung hinzu.

Einzelhandel

«Der erste Lockdown bedeutete für einen großen Teil des Handels, dass der Umsatz von heute auf morgen bei null gewesen ist», sagte Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Hessen. Gerade für die Händler in den Innenstädten und die inhabergeführten Geschäfte habe das bis heute Auswirkungen. «Die Substanz der Unternehmen wurde angegriffen. Viele haben ihre Altersvorsorge anzapfen müssen.» Die staatlichen Hilfen seien nicht auf den Handel zugeschnitten gewesen.

Wie viele Händler die Corona-Maßnahmen die Existenz kosten, sei noch nicht absehbar, erklärte Rode. «Wir können noch keinen Schlussstrich ziehen. Es wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, wie groß die Liquiditätsprobleme sind.» Die Lockerungen stimmten den Handel zwar optimistisch, aber die Branche sei noch nicht über den Berg. «Es wird nicht leicht, auf das Vorkrisen-Niveau zurückzukommen, vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereignisse.»

Medizin

Seit Beginn der Pandemie wurden laut Robert Koch-Institut in Hessen insgesamt rund 1,2 Millionen Covid-Fälle registriert. Die meisten Neuinfektionen gab es im Februar 2022: Am 9. 2. lag die Sieben-Tages-Inzidenz - also die Zahl der Fälle pro 100 000 Menschen in einer Woche - bei dem bisherigen Maximalwert von 1684.

Mehr als 9365 Menschen starben in Hessen seit Beginn der Pandemie an oder mit dem Virus. Die meisten Toten gab es Angang 2021: Am 5. 1. zählte das Divi-Register 523 Tote an einem Tag. Weitere Spitzen gab es im Land auch im April 2020 und im April 2021 sowie - niedriger - im Dezember 2021.

Ministerium: Digitalisierungsschub für Schulen durch Corona-Pandemie

Wiesbaden (dpa/lhe) - Für Hessens Schulen hat die Corona-Pandemie neben den zahlreichen massiven Einschränkungen für die Kinder nach Einschätzung des Kultusministeriums auch positive Effekte gebracht. Die Digitalisierung der Schulen habe einen bis zum Ausbruch der Pandemie kaum denkbaren, aber notwendigen, Schub erhalten, erklärte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Viele bereits in der Planung und Umsetzung befindliche Vorhaben wie etwa das Schulportal seien im Ausbau massiv beschleunigt und innerhalb weniger Wochen an mehrere hundert neue Schulen angeschlossen worden.

97 Prozent der weiterführenden Schulen arbeiten nach Angaben des Kultusministeriums derzeit mit dem Schulportal. «Eine Zahl, die wir ohne die Pandemie nicht so schnell erreicht hätten», sagte der Sprecher. Auch die aus dem Digitalpakt zur Verfügung stehenden Fördermittel seien durch die Pandemie schneller beantragt worden. Mittlerweile hätten hundert Prozent der öffentlichen Schulträger eine Förderung beantragt. Es seien rund 100 000 Notebooks und Tablets an Schüler und rund 70 000 Geräte an Lehrer weitestgehend unbürokratisch verteilt worden.

Das nächste Corona-Bund-Länder-Treffen ist für diesen Donnerstag geplant. Dann entscheidet sich, welche Regeln die Hessen zum Schutz vor dem Virus noch einhalten müssen. Die meisten Corona-Beschränkungen laufen aus.

14.03.2022

Kultusminister: Grundschulunterricht ohne Maske wichtig und richtig

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen werden die Vorschriften in vielen Lebensbereichen weiter gelockert. Auch in den Grundschulen fällt bald die Maskenpflicht. Richtig so, findet Niedersachsens Kultusminister. Das sehen aber nicht alle so.

Hannover (dpa/lni) - An niedersächsischen Grundschulen müssen die Schülerinnen und Schüler vom kommenden Montag an während des Unterrichts keine Maske mehr an ihrem Platz tragen. «Das ist auch in der aktuellen Lage eine vertretbare und richtige Lockerung», bestätigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Im Übrigen sei dies eine bundesweite Entwicklung an den Grundschulen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Grünen warnten indes, der Schritt komme zu früh.

Tonne verwies auf auch pädagogische Gründe: «Insbesondere mit Blick auf individuelle Erleichterungen für jedes Kind, aber auch wegen Sprachentwicklung und nonverbaler Kommunikation, halte ich diesen Schritt für wichtig und richtig.» GEW-Landesvorsitzende Holger Westphal sieht den Zeitpunkt noch nicht gekommen. «Die pädagogischen Argumente für das Entfallen der Maskenpflicht am Platz wiegen besonders in der Grundschule schwer, doch der Gesundheitsschutz wiegt im Moment noch schwerer», sagte er auf dpa-Anfrage.

Erst wenn die Corona-Pandemie tatsächlich auf dem Rückzug sei, dürfe es Lockerungen im Unterricht geben. Die Inzidenz in Niedersachsen gehe auf die Marke 1400 zu, bei den Sechs- bis Elfjährigen liege sie sogar doppelt so hoch.

Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg sagte, der eigentlich umsichtige Exit-Plan des Kultusministeriums könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht greifen, weil anhand der Corona-Zahlen überhaupt nicht von einer Entspannung auszugehen sei.

In Niedersachsen seien die Zahlen noch immer nicht am Sinken. «Insofern wäre es sinnvoll, geringe aber wirksame Schutzmaßnahmen auch weiter vorzusehen, bis das Infektionsgeschehen reduziert ist – und nicht Pandemiebekämpfung nach Kalender zu betreiben.»

Der schulpolitische Sprecher der FDP-Landtagfraktion, Björn Försterling, bezeichnete das Lockern der Maskenpflicht hingegen als richtig. «Die Masken stellen nicht nur eine Anstrengung für die Kinder dar, sondern erschweren auch das Lernen. Das gilt insbesondere beim Erlernen der Sprache, wo es auch visuell wichtig ist zu sehen, wie Laute ausgesprochen werden.» Die mehrfachen Tests pro Woche müssten jedoch auf den Fall erhalten bleiben.

Tonne kritisierte gleichzeitig den Entwurf des Bundes für ein neues Infektionsschutzgesetz. Damit würde den Ländern die wirksamste Schutzmaßnahme aus den Händen genommen: «Es ist absolut unverständlich, was sich der Bund bei den Masken gedacht hat. Mit dem Entwurf zum neuen Infektionsschutzgesetz haben wir ab Anfang April keine Option mehr, um die Maske in der Schule bei Bedarf verpflichtend tragen zu lassen», so Tonne.

Er forderte den Bund auf, den Entwurf anzupassen, damit die Länder auch an Schulen die Maske anordnen könnten, wenn die Pandemieentwicklung dies erfordere. «Wenn das nicht so kommt, dann würden wir ab Anfang April auf Freiwilligkeit setzen und insbesondere beim Bewegen durchs Schulgebäude für das Tragen der Maske werben.»

Lucha: Maskenpflicht darf nicht aufgehoben werden - «Es ist absurd»

Am Sonntag sollen die meisten Corona-Beschränkungen fallen. Die Ministerpräsidenten wollen sich beraten. Doch nun wachsen Zweifel am eingeschlagenen Weg. Ein deutlicher Appell kommt auch aus Baden-Württemberg.

Stuttgart (dpa/lsw) - Wenige Tage vor dem Auslaufen der meisten Corona-Beschränkungen lässt Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) kein gutes Haar an den Plänen des Bundes. «Es ist absurd, dass wir in einer Phase, in der nicht nur die Infektionszahlen, sondern auch die Belegungen in den Krankenhäusern kontinuierlich zunehmen, eines der wichtigsten Instrumente aus der Hand geben, mit dem wir den Infektionsdruck abmildern können», sagte er der dpa über das geplante weitgehende Ende der Maskenpflicht in Innenräumen.

Am Mittwoch sollen erstmals im Bundestag Änderungen am Infektionsschutzgesetz beraten werden; die meisten bundesweiten Corona-Auflagen sollen zum 20. März entfallen.

Bereits zwei Tage später soll im Plenum über einen umstrittenen Entwurf von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) entschieden werden. Sie schlagen einen deutlich verringerten Basisschutz vor. Bundesweit möglich sein sollen demnach nur noch Maskenpflichten in Pflegeheimen, Kliniken und Nahverkehr sowie Testpflichten in Heimen und Schulen. Angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus wird an diesem Kurs jedoch gezweifelt.

Könne sich die Bundesregierung nicht auf eine Verlängerung über den 19. März hinaus einigen, müssten die Länder wenigstens selbst entscheiden dürfen, forderte Lucha. «Wer vorsorglichen Gesundheitsschutz ernst nimmt, der muss den Ländern die Möglichkeit geben, über die Maskenpflicht in Innenräumen selbst entscheiden zu können.» In Innenräumen träfen Geimpfte und Ungeimpfte künftig ungeschützt aufeinander. «Und das in einer Phase, in der die Infektionszahlen so hoch wie nie zuvor sind», warnte der Grünen-Politiker.

An den Schulen im Südwesten sollen die Testungen auf das Coronavirus vermindert werden - von bisher drei verpflichtenden Tests pro Schulwoche auf zwei. Darüber hinaus sollen sogenannte Wiedereintrittstestungen entfallen, also die Tests an fünf aufeinanderfolgenden Schultagen nach einem Infektionsfall, wie das Kultusministerium mitteilte. Diese Änderungen stünden aber noch unter dem Vorbehalt des Beschlusses der neuen Regelungen des Infektionsschutzgesetzes in der laufenden Woche.

Auch in Baden-Württemberg hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen weiter erhöht. Innerhalb einer Woche wurden laut Landesgesundheitsamt 1870,9 Ansteckungen mit dem Coronavirus je 100 000 Einwohner nachgewiesen (Stand Sonntag,16.00 Uhr). Sonntag vor einer Woche betrug die Wochen-Inzidenz 1485,7. Wegen einer nach wie vor hohen Dunkelziffer dürfte die tatsächliche Inzidenz aber noch deutlich höher sein.

Minister Hoch will Corona-Regeln zwei Wochen später lockern

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt rasant. Die Lage in den Krankenhäusern ist zwar stabil. Aber es fehlen immer mehr Ärzte, Schwestern und Pfleger. Gesundheitsminister Hoch tritt daher bei weiteren Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen auf die Bremse.

Mainz (dpa/lrs) - Angesichts der steigenden Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus wird Rheinland-Pfalz voraussichtlich die Corona-Regeln zwei Wochen später lockern als geplant. Mit Blick auf die Infektionsdynamik werde er dem Kabinett am Dienstag vorschlagen, die aktuelle Bekämpfungsverordnung im Wesentlichen bis zum 2. April zu verlängern, kündigte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) am Montag in Mainz an.

Nach den Vorstellungen des Bundes sollen die meisten Corona-Regeln vom 20. März an fallen. Bestehen bleiben Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und in Bussen und Bahnen. Es ist für die Landesparlamente aber eine Übergangsfrist von zwei Wochen möglich, die Hoch nutzen möchte.

Wo der Impf-, Test- oder Genesenenstatus kontrolliert wird, muss demnach überwiegend keine Maske mehr getragen werden. Im Einzelhandel und in anderen nicht kontrollierten öffentlichen Bereichen gilt die Maskenpflicht weiter.

Auch an allen weiterführenden Schulen bliebe es für zwei Wochen länger bei der Maskenpflicht auch am Platz. Anlasslos werde an Schulen weiterhin zweimal die Woche getestet. Die Regeln blieben auch für Großveranstaltungen weiter bestehen. Der Ministerrat muss Hochs Vorschlag noch zustimmen.

Wegen der Vorgaben des Bundesrechts müssten aber zum Sonntag (20. März) Abstandsgebote, Kapazitäts- und Kontaktbeschränkungen entfallen, sagte Hoch. Die Möglichkeit, sich nach einer Infektion oder als erwachsene Kontaktperson wieder freizusetzen, werde dann um zwei Tage kürzer. Der Tag des letzten Kontakts oder der Test zählen jetzt mit. Freitesten geht bereits am siebten Tag und nicht mehr erst nach Ablauf von sieben Tagen. «Fällt beispielsweise dienstags der Corona-Test positiv aus, so ist bereits am Montag darauf eine Freitestung möglich», erläutertet Hoch.

«Dieses vorsichtige Agieren halte ich für notwendig und angemessen, um die sehr hohe Dynamik noch genauer einordnen zu können», sagte Hoch. Die Lage in den Krankenhäusern sei zwar trotz der hohen Infektionszahlen stabil. «Wir registrieren jedoch, dass immer mehr Menschen, die auch in diesen Einrichtungen arbeiten, selbst erkranken und ausfallen. Die Betreuung von Patientinnen und Patienten lastet somit auf den Schultern von wenigen Menschen, die ohnehin in zwei Jahren Pandemie über ihre eigenen Grenzen hinaus geschuftet haben.»

Experten gingen von einem weiteren Anstieg aus - sowohl bei den Neuinfektionen, als auch bei der Belastung der Krankenhäuser. Grund dafür seien zunehmend mehr Kontakte der Menschen und die Ausbreitung der Omikron-Subvariante BA.2.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist am Montag erneut leicht angestiegen. Die Zahl der bestätigten Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen lag bei 1375,8 nach 1371,0 am Vortag, wie das Landesuntersuchungsamt am Montag mitteilte (Stand 14.10 Uhr). Die Gesundheitsämter registrierten binnen 24 Stunden 10 861 neue Corona-Fälle. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 stieg um 7 auf 5110.

Die Hospitalisierungsinzidenz sank dem Landesamt zufolge leicht von 7,66 am Sonntag auf 7,11. Diese für die Beurteilung der Belastungen im Gesundheitssystem wichtige Kenngröße gibt die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Covid-19-Patienten binnen einer Woche je
100 000 Einwohner an.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz wies der Kreis Vulkaneifel mit 2456,6 auf, den niedrigsten Wert hatte die Stadt Ludwigshafen mit 897,7.

Seit Montag müssen in den rheinland-pfälzischen Grund- und Förderschulen Kinder und Lehrer keine Masken mehr während des Unterrichts tragen. Dieser Schritt war Anfang März von der Landesregierung beschlossen worden.

Corona-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen schießt nach oben

Erlangen (dpa/lby) - In der Woche nach Ende der Faschingsferien sind die Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter nach oben geschossen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit meldete am Montag für alle drei Gruppen im Altersbereich zwischen sechs und 19 Jahren Anstiege um mehr als 1000 binnen einer Woche. Die höchste Inzidenz gibt es derzeit bei den 16- bis 19-Jährigen mit 4097. Das ist ein Plus von 1787 zum vor einer Woche gemeldeten Wert.

Dahinter folgen die Sechs- bis Elfjährigen mit einer um 1000 auf 3217 gestiegenen Inzidenz vor den Zwölf- bis 15-Jährigen mit einem Anstieg um 1216 auf 3031. Dass gerade diese Gruppen besonders starke Zuwächse verzeichneten, dürfte auch daran liegen, dass mit dem Ende der Faschingsferien hier wieder die regelmäßigen Tests in der Schule dafür sorgen, dass Erkrankungen häufiger erkannt werden.

Auch in allen anderen Altersgruppen steigen die Inzidenzen derzeit. Unter 1000 liegen derzeit nur noch die 60- bis 79-Jährigen mit 971 und die Senioren über 80 mit 865. Bei beiden Gruppen gibt es allerdings deutliche Anstiege von 215 beziehungsweise 189. Etwas vom Trend abgekoppelt haben sich lediglich die Kinder bis fünf Jahren. Hier stieg die Inzidenz nur leicht, um 35 auf 1322.

12.03.2022

SPD fordert: Maskenpflicht an Schulen bis mindestens Osterferien

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Opposition im Düsseldorfer Landtag fordert, die Maskenpflicht an Schulen bis mindestens zu den Osterferien beizubehalten. Die Ferien beginnen in NRW am 11. April. Nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) vom Freitag sollen Corona-Einschränkungen an Schulen spätestens bis Mai aufgehoben werden. Das gelte für das Tragen von Masken ebenso wie für anlasslose Tests, hatte die KMK-Präsidentin, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU), in Lübeck gesagt.

Die NRW-Landesregierung hat dazu nach Angaben des Schulministeriums vom Freitag aber bisher noch keine abschließende Entscheidung getroffen.

Hingegen hatte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) in der «Bild»-Zeitung betont: «Die Maskenpflicht an Schulen endet. In Schulen soll getestet werden können.» Von Verbänden war Kritik an der Aussage gekommen.

SPD-Bildungsexperte Jochen Ott sagte der dpa: «In einem Bundesland wie NRW mit über 2,5 Millionen Schülerinnen und Schülern und circa 200 000 Lehrkräften, die es alle zu schützen gilt, brauchen wir in dieser Phase erneut steigender Zahlen unbedingt eine Übergangsregelung für die Maskenpflicht an Schulen.»

Masken seien ein «niedrigschwelliges und gleichzeitig sehr probates Instrument, um einen Basisschutz zu gewährleisten». Dazu gehörten auch konsequente Corona-Tests. Nachdem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) jüngst kritisiert hatte, dass die Ampelkoalition Basisschutzmaßnahmen abschaffen wolle, sagte Ott: «Dann sind wir uns an der Stelle einig.»

Jeder 22. Schüler wegen Corona zu Hause - viele Kitas betroffen

München (dpa/lby) - In Bayern hat zuletzt jeder 22. Schüler wegen Corona den Präsenzunterricht verpasst. Stand Freitag fehlten 3,05 Prozent der Schülerinnen und Schüler wegen eines positiven Tests und weitere 1,49 Prozent wegen Quarantäne, wie das Kultusministerium auf Nachfrage mitteilte.

Auch viele Kinderbetreuungseinrichtungen sind von der Pandemie betroffen. Nach Auskunft des Sozialministeriums waren Stand Freitag 3,57 Prozent der rund 10 200 Einrichtungen von Schließungen betroffen. 26 waren komplett geschlossen, 343 teilweise. In weiteren 1032 Kitas wurde nach einzelnen Corona-Fällen zudem intensiver gestestet.


11.03.2022

8432 Schüler positiv auf Corona getestet

Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburg ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit positivem Corona-Test leicht gestiegen. Nach Angaben des Bildungsministeriums vom Freitag waren es zuletzt 8432 und somit rund 2,8 Prozent - in der Vorwoche lag der Anteil bei 2,63 Prozent, in der Woche vor den Ferien dagegen bei vier Prozent.

Zwei Lerngruppen mussten in Quarantäne, in der Vorwoche waren es sieben und vor den Ferien 51. Laut Ministerium wurden 962 Lehrkräfte positiv getestet (3,89 Prozent); in der Vorwoche 875 (3,54 Prozent).

1152 Lehrkräfte sind derzeit in Quarantäne, in der Vorwoche waren es 1106. Knapp 13 500 Schüler sind den Angaben nach in Quarantäne (4,52 Prozent). In der Vorwoche waren es rund 14 000 (4,71 Prozent)

Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz lag bei Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren wie in der Vorwoche bei 3. Der Wert gibt an, wie viele Covid-Kranke je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in ein Krankenhaus gekommen sind.

In Brandenburg gibt es rund 298 000 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 25 000 Lehrkräfte an 923 Schulen.


10.03.2022

Vorerst keine Corona-Lollitests in Schulen Mecklenburg-Vorpommerns

Schwerin (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern wird es an Schulen und Kitas vorerst keine flächendeckenden PCR-Reihentestungen auf Corona-Infektionen, sogenannte Lollitests, geben. Ein von der CDU initiierter Antrag dazu fand am Mittwoch im Landtag in Schwerin keine Mehrheit.

Sprecher der Regierungsfraktionen von SPD und Linke räumten in der Debatte zwar ein, dass solche Test genauer seien als die aktuell verwendeten Schnelltests. Doch habe eine Expertenbefragung im Bildungsausschuss ergeben, dass der Aufwand für Lollitests deutlich höher und diese in Zeiten hoher Infektionszahlen wie jetzt nicht praktikabel seien. Die Labore seien nicht in der Lage, die Vielzahl von Tests auszuwerten. «Für eine flächendeckende Einführung haben wir einfach keine Kapazitäten im Land», sagte die SPD-Abgeordnete Mandy Pfeiffer.

Der CDU-Abgeordnete Torsten Renz mahnte die Landesregierung, schon jetzt Vorkehrungen zu treffen, um die Schüler im Herbst besser schützen zu können, falls es dann zu einer weiteren Infektionswelle kommt. Dazu zähle neben der Organisation wirksamer Tests auch das Werben für Impfungen. Bei den Fünf- bis Elfjährigen betrage die Impfquote im Land erst knapp 10 Prozent, sage Renz. Mit fast 5000 Neuinfektionen je 100 000 Menschen liege die Sieben-Tage-Inzidenz in dieser Altersgruppe zudem besonders hoch.

Auch Grüne und FDP sprachen sich dafür aus, mehr für den Gesundheitsschutz für Kinder zu tun. «Es ist dringend nötig, endlich ein durchdachtes Konzept zu entwickeln, das die Nutzung von PCR-Lollitests ab dem kommenden Herbst in den Kitas und Schulen ermöglicht. Die Landesregierung ist der Lage bisher nur hinterhergelaufen», kritisierte Jutta Wegner von der Grünen-Fraktion.

Nach den Worten von AfD-Fraktionschef Nikolaus Kramer haben sich die Schulen nicht als Pandemietreiber erwiesen. «Wir können die Pandemie sofort beenden, wenn wir aufhören, unnötig zu testen. Wir setzen auf natürliche Durchseuchung», sagte Kramer.

09.03.2022

Einschränkungen im Musikunterricht entfallen - Maskenpflicht bleibt

Hamburg (dpa/lno) - Auch nach Ende der Ferien müssen Hamburgs Schülerinnen und Schüler mit Corona-Schutzmaske zur Schule kommen. Zwar würden ab dem 21. März die bisher noch bestehenden Beschränkungen im Musik- und Theaterunterricht entfallen, teilte die Schulbehörde am Mittwoch mit. Masken-, Test- und Lüftungspflicht sowie der Betrieb der Lüftungsgeräte blieben aber vorerst bis zum 3. April bestehen - auch wegen des durch Reiserückkehrer erhöhten Infektionsrisikos.

Schülerinnen und Schüler könnten aber nach Ende der Ferien wieder gemeinsam und ohne Mindestabstand musizieren und Theater spielen. Auch jahrgangsübergreifende Chöre und Schulorchester dürften wieder zusammen musizieren, hieß es. Wo es für das Musizieren erforderlich sei, könne auch die Maske abgenommen werden - das gelte ausdrücklich auch für das Singen.

Voraussetzung für die Lockerungen sei «die sorgfältige Beibehaltung der anderen Sicherheitsmaßnahmen», betonte Schulsenator Ties Rabe. «Alle Schülerinnen und Schüler müssen sich drei Mal in der Woche testen, alle 20 Minuten werden für fünf Minuten die Unterrichtsräume gelüftet und die mobilen Luftfiltergeräte sind in Betrieb.»

Hohe Corona-Zahlen treffen Schulen und Kitas - 3700 Schüler zu Hause

Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommern hat die höchste Corona-Inzidenz bundesweit - das ist in den Schulen und Kitas deutlich zu spüren. Derzeit müssen rund 3700 Schüler wegen Corona-Quarantäne zu Hause bleiben (Stand Dienstag), wie das Bildungsministerium am Mittwoch mitteilte. Das seien etwa 200 mehr als vor einer Woche. Der Anteil der Schüler in Quarantäne betrage an den öffentlichen Schulen derzeit rund 2,7 Prozent.

Trotz steigender Infektionszahlen war am Montag die Maskenpflicht am Platz in den Klassen weggefallen. Das Bildungsministerium empfiehlt jedoch weiterhin das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Gibt es einen Corona-Fall in einer Klasse, gilt dort auch wieder für eine gewisse Zeit die Maskenpflicht am Platz.

Zur Situation in den Kitas liegen dem Bildungsministerium, das auch für diesen Bereich zuständig ist, keine Zahlen vor, wie eine Sprecherin sagte. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Landkreisen ergab, dass vielerorts Betreuungspersonal an Corona erkrankt oder in Quarantäne ist. Zahlreiche Kitas mussten demnach bereits Betreuungszeiten reduzieren, in Rostock etwa waren seit Anfang Februar 46 Einrichtungen betroffen. Die Kitas öffneten später und schlössen früher, erklärte ein Sprecher.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim werden Betreuungszeiten derzeit regelmäßig verkürzt, wie eine Kreissprecherin berichtete. «Die Reaktion der Eltern fällt sehr unterschiedlich aus - und hängt auch immer ein wenig von der Kurzfristigkeit und vom Umfang der notwendigen Maßnahmen ab.» Insgesamt habe es bisher aber keine massiven Spannungen gegeben, sondern eher Verständnis, auch für die Gesamtsituation der jeweiligen Einrichtung.

Einige Kitas sehen sich den Angaben zufolge gezwungen, nur noch Kinder von Eltern zu betreuen, die in sogenannten kritischen Berufen arbeiten. Seit Mitte Januar gab es zum Beispiel im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte 23 solche Fälle, wie ein Kreissprecher mitteilte. «Dies betraf in der Regel einen begrenzten Maßnahmezeitraum von jeweils circa einer Woche.» In 17 Fällen seien Kitas wegen coronabedingten Personalmangels vorübergehend ganz geschlossen worden.

08.03.2022

Koalition uneins über Abschaffung der Maskenpflicht an Schule

München (dpa/lby) - Die Staatsregierung ist uneins über ein Ende der Maskenpflicht im Unterricht. Die Freien Wähler konnten sich in der Kabinettssitzung am Dienstag gegenüber der CSU nicht mit der Forderung durchsetzen, die Maskenpflicht wenigstens an Grundschulen in der kommenden Woche abzuschaffen. «Da konnten wir uns heute nicht einigen», räumte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ein.

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) begründete das Festhalten an den geltenden Regelungen vor allem damit, dass man nicht kurz vor der für kommende Woche geplanten Bund-Länder-Runde zu Corona Dinge beschließen wolle, die kurz darauf möglicherweise hinfällig seien. Es gebe nun keinen Grund für «hektische Bewegungen», betonte er. Zudem wolle man nach den Faschingsferien zunächst noch vorsichtiger sein.

Die Freien Wähler hatten am Montag gefordert, die Maskenpflicht an den Grundschulen spätestens zum kommenden Montag (14. März) abzuschaffen und dann «zeitnah» auch an den weiterführenden Schulen. Freie-Wähler-Fraktionschef Florian Streibl hatte argumentiert, die Maskenpflicht an Schulen sei «mittlerweile aus der Zeit gefallen» – auch weil sie im «krassen Widerspruch» zu den gerade wiedereröffneten Diskotheken stehe, wo es keine Maskenpflicht für Besucher gebe.

Dieses Argument wies Herrmann zurück: Man könne Discos und Schulen, die Kinder und Jugendliche nun einmal besuchen müssen, nicht vergleichen: Es gebe «keinen Disco-Zwang, aber eine Schulpflicht».

Beschlossen wurde dagegen, dass die regelmäßigen Corona-Tests an Schulen und Kitas zunächst bis zu den Osterferien fortgesetzt werden sollen. Damit sollte weiterhin ein sicherer Betrieb von Schulen und Kindergärten gewährleistet werden, hieß es. Vulnerable Gruppen sollten bestmöglich geschützt werden. Die Testsysteme sollen laut Kabinettsbeschluss auch dann weiterhin bereitgestellt werden, wenn der Bund keinen neuen rechtlichen Rahmen schaffe, um auch nach dem 19. März Tests verpflichtend anordnen zu können. Zu diesem Datum sollen bundesweit alle einschneidenden Corona-Beschränkungen auslaufen - offen ist noch, welche Maßnahmen weiter möglich bleiben.

07.03.2022

Wieder mehr Corona-Fälle bei Lehrern

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle unter den Lehrkräften ist in Nordrhein-Westfalen nach einem rückläufigen Trend wieder gestiegen. Nach der jüngsten Umfrage mit gut 4800 teilnehmenden Schulen am Stichtag 2. März wurden 4460 Corona-Fälle unter den Lehrkräften nach 3868 in der Woche zuvor gemeldet, wie es am Montag aus dem Schulministerium hieß. In Quarantäne befanden sich am 2. März zudem weitere 1243 Lehrkräfte - 31 mehr als in der Woche zuvor. Pandemiebedingte Schulschließungen gab es weiterhin keine.

Dagegen ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle bei den Schülern bis zu dem Stichtag weiter zurückgegangen: Es gab nach der Umfrage insgesamt 35 921 bestätigte Infektionen mit dem Virus nach 46 833 in der Woche zuvor. Das entspricht 1,83 Prozent der Schülerschaft (Vorwoche: 2,39 Prozent). Die Infektionen seien sowohl bei den schulischen als auch außerschulischen Tests festgestellt worden. Zudem befanden sich 21 295 Schüler beziehungsweise 1,1 Prozent (Vorwoche: 1,5 Prozent) in einer behördlich angeordneten Quarantäne.

Während der vierten Corona-Welle waren die Infektionen wochenlang gestiegen - jedoch seit Anfang Februar waren die Zahlen dann rückläufig. Die jüngsten Daten reichen bis zum Aschermittwoch

 

06.03.2022

Keine Corona-Maskenpflicht im Schulunterricht ab Montag in MV

In die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern zieht wieder etwas Normalität ein. Am Montag fällt die Maskenpflicht im Unterricht am Platz. Das Bildungsministerium ersetzt die Pflicht angesichts sehr hoher Corona-Infektionszahlen allerdings durch eine Empfehlung.

Schwerin (dpa/mv) - Die monatelange Pflicht zum Maskentragen im Unterricht hat an diesem Montag in Mecklenburg-Vorpommern vorerst ein Ende. «Für Schülerinnen und Schüler an ihrem Sitzplatz im Unterricht ist die Maskenpflicht aufgehoben», heißt es in einem Schreiben des Bildungsministeriums an die Schulleitungen. Allerdings empfehle das Ministerium «ausdrücklich», eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Auf dem Pausenhof können die Masken demnach ebenfalls fallen und der Mindestabstand muss nicht mehr eingehalten werden.

Der Landeselternrat begrüßte diesen Schritt. «Damit wird ein Teil der Normalität an den Schulen wieder hergestellt», sagte der Vorsitzende Kay Czerwinski. Gebe es einen Corona-Fall in einer Klasse, müsse dort allerdings wieder für fünf Tage Maske getragen werden und die Kinder würden täglich getestet. Die Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern gehören zu den höchsten bundesweit.

Weitere Erleichterungen an den Schulen ab Montag betreffen den jahrgangsübergreifenden Unterricht sowie Schulfahrten. «Eine Bildung von definierten Gruppen ist ab dem 07.03.2022 nicht mehr notwendig», so das Bildungsministerium. Unterricht, etwa in Sport und Musik sowie im Fach Darstellendes Spiel, könne wieder jahrgangsübergreifend stattfinden. Auch schulsportliche Wettbewerbe seien wieder möglich. Klassenfahrten können wieder gebucht werden.

In einem zweiten Schritt soll vom 21. März an die Zahl der wöchentlichen Corona-Tests in der Schule von drei auf zwei sinken.

Neue Schulwoche startet mit reduzierter Corona-Testpflicht

Über längere Zeit wurden die Corona-Regeln an Schulen eher verschärft als gelockert. Nun geht es in Niedersachsen in die andere Richtung. Die Lockerungen erfolgen in mehreren Stufen.

Hannover (dpa/lni) - Von der neuen Woche an müssen sich viele Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen seltener auf das Coronavirus testen. Die Testpflicht wird nach Angaben des Kultusministeriums von Montag an von fünf auf dreimal wöchentlich reduziert. Dies gilt demnach bis zum 1. April.

Ausgenommen sind von dieser Pflicht nur Schüler, die bereits dreimal gegen das Coronavirus geimpft sind. Die dreimaligen Tests pro Woche sind dann in der Regel montags, mittwochs und freitags vorgesehen. Die Tests sollen immer zu Hause gemacht werden, damit mögliche Infektionen nicht in die Schule getragen werden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben rund 35 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Niedersachsen eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Nach den Osterferien vom 20. April bis zum 29. April müssen sich dann alle Schüler jeden Tag testen. Diese sogenannte Sicherheitsphase soll dazu dienen, die Infektionen aus der Ferienzeit zu erkennen. Nach dem 29. April ist dann keine Pflicht mehr vorgesehen. Wer sich weiter testen möchte, bekommt dafür drei Tests pro Woche.

Die Maskenpflicht im Unterricht entfällt indes vom 21. März an für Grundschüler. Vom 2. Mai an ist dies auch für die anderen Jahrgangsstufen vorgesehen. Auf den Gängen ist die Maske in allen Lockerungsschritten weiterhin Pflicht, auf dem Pausenhof hingegen nicht.

04.03.2022

Nur Bruchteil der Milliarden für Schuldigitalisierung kam bisher an

Mehr als sechs Milliarden Euro will der Bund in die Digitalisierung der Schulen in Deutschland stecken. Bisher kam dort aber nur wenig an.

Berlin (dpa) - Rund drei Jahre nach dem Start des Digitalpakts Schule für die Digitalisierung von Deutschlands Schulen sind nur rund 1,2 von mittlerweile 6,5 Milliarden Euro abgeflossen. Das teilte das Bundesbildungsministerium am Freitag in Berlin mit. «Angekommen sind davon bisher vor allem die Gelder für Tablets und Laptops für Schülerinnen und Schüler», sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger. Die FDP-Politikerin räumte ein, dass die von den Ländern gemeldeten Zahlen zum Mittelabfluss hinter den Erwartungen zurückblieben.

Eine weitere Beschleunigung sei dringend nötig, sagte Stark-Watzinger. «Gemeinsam mit den Ländern will ich daher Hürden abbauen.» Kritiker hatten immer wieder komplizierte Antragsverfahren beklagt. Bereits bewilligt, aber noch nicht ausbezahlt wurden nach Ministeriumsangaben 2,4 Milliarden Euro.

Der Digitalpakt Schule besteht aus mehreren Teilen. Er wurde 2019 für den Ausbau der Infrastruktur in den Schulen auf den Weg gebracht. Der Bund gibt dafür 5 Milliarden Euro - davon floss mit 432 Millionen Euro bisher nicht einmal ein Zehntel ab.

Die Länder hatten die Mittel des Bundes auf 7,15 Milliarden Euro aufgestockt. Die Laufzeit des Digitalpakts endet 2024.

In drei Zusatzvereinbarungen vereinbarten Bund und Länder im Zuge der Corona-Pandemie dann noch 500 Millionen Euro vom Bund für Endgeräte für Schülerinnen und Schüler, die fast komplett abgerufen wurden. 500 Millionen Euro sollten für Leihgeräte für Lehrkräfte fließen können - 300 waren es bisher tatsächlich. Weitere 500 Millionen Euro wurden zur Förderung von Administratoren für digitale Technik bereitgestellt. Davon flossen bisher nur 11 Millionen Euro. 

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Ministerin Karin Prien (CDU), lobte den Digitalpakt, sprach sich aber auch für die Senkung bürokratischer Hürden aus. Sie kündigte an: «Das muss auch unser Anspruch für ein Nachfolgeprogramm zum Digitalpakt Schule sein.» Die «Digitalisierung von Schule» sei auch nach 2024 eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen.

03.03.2022

Mehrere Bildungspolitiker für Fortführung der Corona-Tests an Schulen

Bisher werden die meisten Kinder und Jugendliche in den Schulen zweimal in der Woche auf eine Corona-Infektion getestet. Doch wie lange soll das noch so weitergehen?

Erfurt (dpa/th) - Mehrere Bildungspolitiker von Rot-Rot-Grün haben sich dafür ausgesprochen, an den Thüringer Schulen auch nach dem 20. März zunächst weiter Corona-Tests anzubieten. «Ich bin dafür, Schulen so sicher wie möglich zu machen», sagte der bildungspolitische Sprecher der Linke-Fraktion, Torsten Wolf. Wie genau das Testen dann aussehen könnte, müsse noch entschieden werden. «Wenn wir künftig mit einem Test pro Woche auskommen wollen, müsste sich der Bildungsausschuss dazu verständigen», so Wolf. Im Bildungsausschuss soll das Thema am Freitag besprochen werden.

Bisher testen sich die Kinder und Jugendlichen an den Schulen zweimal pro Woche unter Aufsicht selbst auf eine Corona-Infektion. Geimpfte oder genesene Schüler sind davon befreit. Allerdings gilt der 20. März als ein mögliches Enddatum für die regelmäßigen Tests, weil dann etliche Corona-Maßnahmen und Vorgaben im Bundesinfektionsschutzgesetz auslaufen. Thüringen hat jedoch eine Menge Corona-Tests beschafft, die noch mindestens bis zu den Osterferien mit dem bisherigen Testsystem reichen würden.

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte angekündigt, eine Sitzung des Bildungsausschusses abwarten zu wollen, um zu klären, wie es mit der Teststrategie nach dem 20. März weitergeht.

Die Grünen-Fraktionschefin und Bildungspolitikerin Astrid Rothe-Beinlich sprach sich dafür aus, bis Ostern zweimal wöchentlich weiter zu testen. Für die Zeit nach Ostern müsse man entscheiden, ob es vielleicht auch ausreiche, einmal pro Woche zu testen. «Wir würden die Tests gern bis zur Sommerpause als Monitoring fortführen, zumal das Ende der Pandemie noch nicht in Sicht ist», so Rothe-Beinlich.

Auch der SPD-Bildungspolitiker Thomas Hartung hält Corona-Tests weiter für notwendig - zweimal pro Woche und als verpflichtendes Angebot.

Der bildungspolitische Sprecher der Thüringer CDU-Fraktion Christian Tischner hingegen spricht sich dafür aus, das Testsystem auslaufen zu lassen. Wenn es noch genügend Tests bis Ostern gebe, könne man die noch verwenden. Aber darüber hinaus halte er ein Festhalten am Testen nicht für notwendig. «Das geben die Zahlen und die Schwere und Häufigkeit von Symptomen nicht her», so Tischner.


02.03.2022

Maskenpflicht im Sportunterricht soll in Bayern wegfallen

München (dpa/lby) - Die seit Ende der Herbstferien 2021 geltende Maskenpflicht im Sportunterricht an Bayerns Schulen soll nach dem Ende der Winterferien erneut wegfallen. Eine entsprechende Änderung der Corona-Verordnung zum Freitag habe das Kabinett am Mittwoch beschlossen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer anschließenden Pressekonferenz. Abseits des Sportunterrichts soll die Maskenpflicht an Schulen im Freistaat demnach weiter gelten.

Die Staatsregierung hatte die Maskenpflicht an Bayerns Schulen Anfang Oktober 2021 gekippt, wenige Wochen später aber angesichts steigender Infektionszahlen vorläufig wieder eingeführt - und danach verlängert.

01.03.2022

Minister verteidigt Maskenpflicht in Schulen

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Kultusminister hat das Festhalten an der Maskenpflicht im Schulunterricht verteidigt. «Aus der Schulpflicht leitet sich auch die Pflicht ab, in der Schule für maximalen Schutz zu sorgen. Das gilt auch, wenn die Kurve jetzt zum Glück abflacht», sagte Grant Hendrik Tonne (SPD) in einem Interview der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstag). Die Schulpflicht unterscheide den Unterricht von freiwilligen Veranstaltungen.

«Mein Ziel ist, für die Kinder und Jugendlichen den Präsenzunterricht auf lange Sicht zu garantieren», betonte Tonne. Er nehme zwar wahr, dass Schüler von der Maskenpflicht genervt seien. «Aber ich höre bei Schulbesuchen auch immer wieder, dass die Kinder und Jugendlichen auf keinen Fall zu Hause bleiben, sondern in die Schule gehen wollen.»

Die Maskenpflicht im Schulunterricht soll in Niedersachsen erst Ende März stufenweise gelockert werden. In einem ersten Schritt können Grund- und Förderschüler vom 21. März an auf die Mund-Nase-Bedeckung verzichten, bis Anfang Mai sollen alle weiteren Schüler folgen. Auf eigenen Wunsch können sie aber auch weiterhin eine Maske tragen.

Corona-Pandemie sorgt für mehr Schulabschlüsse in Berlin

Berlin (dpa/bb) - Die Corona-Pandemie hat deutlich mehr Berliner Schülerinnen und Schülern einen Schulabschluss beschert als in den Jahren zuvor. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der CDU hervor. Im vergangenen Schuljahr 2020/2021 verließen 1485 Schüler und Schülerinnen ohne Abschluss die Gymnasien, Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen der Hauptstadt, das entsprach einem Anteil von 5,7 Prozent. Im ersten Corona-Jahr 2020 waren es 1574 von rund 25 000 Schülern ohne Abschluss (6,3 Prozent).

Vor Corona waren die Zahlen deutlich höher. 2018 gingen 2171 Schüler (8,6 Prozent) ohne Abitur, Mittleren Schulabschluss, Erweiterte Berufsbildungsreife oder Berufsbildungsreife ab. 2019 waren es 2058 Schüler (8 Prozent). In den beiden Pandemie-Jahren 2020 und 2021 hatten die Abschlussprüfungen zu einem großen Teil nicht stattgefunden - das sorgte offenbar für niedrigere Durchfallquoten.

Ansonsten war bei den Zahlen noch auffällig, dass deutlich mehr junge Frauen als junge Männer Abitur machten. Dafür blieben deutlich mehr männliche als weibliche Jugendliche ohne Abschluss.

27.02.2022

Tests und Masken in Schulen - der unterschiedliche Weg im Norden

Die Zeichen stehen auf Lockerungen in der Corona-Pandemie. Davon sollen auch Schüler profitieren, etwa durch weniger Corona-Tests oder dem Abschaffen der Maskenpflicht im Unterricht. Das Vorgehen dazu ist jedoch recht unterschiedlich in den norddeutschen Bundesländern.

Hannover (dpa) - Bei den Corona-Lockerungen in Schulen ergibt sich in den norddeutschen Bundesländern ein uneinheitliches Bild. In einigen sind bereits konkrete Daten bekannt, ab wann Masken- oder Testpflicht entfallen, beziehungsweise reduziert werden. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nach derzeitigen Plänen können zuerst Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern auf eine Maske im Unterricht verzichten. Vom 7. März an gilt dies für alle Jahrgangsstufen.

Niedersachsen lockert die Maskenpflicht im Unterricht ebenfalls, allerdings nicht für alle Schüler auf einmal. Vom 21. März an müssen Grundschüler laut Kultusministerium keine Maske mehr im Unterricht tragen, Anfang Mai folgen dann die restlichen Jahrgänge.

In Schleswig-Holstein soll die Maskenpflicht im Unterricht nach Angaben der Landesregierung spätestens zum 1. April enden.

Die Maskenpflicht in Hamburgs Schulen bleibt mindestens bis zu den zwei Wochen dauernden Märzferien (letzter Schultag am 4. März) bestehen. Ob und wann sie danach aufgehoben wird, will die Schulbehörde im Einklang mit den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) entscheiden.

In Bremen gilt die Maskenpflicht grundsätzlich im Unterricht. Auch wenn es um eine schnellstmögliche Normalität in Schulen zum Wohle der Kinder gehe, sei es nicht möglich, dass dies von einem auf den anderen Tag geschehe, sagte eine Sprecherin der Senatorin für Kinder und Bildung.

Die Testpflicht wird indes in mehreren norddeutschen Bundesländern reduziert, beziehungsweise sogar abgeschafft. Die Testpflicht für Schüler entfällt zum 21. März in Schleswig-Holstein. In Mecklenburg-Vorpommern wird diese vom 21. März an von drei auf zweimal wöchentlich reduziert.

Niedersachsen geht dort wie bei der Maskenpflicht in mehreren Stufen vor. Vom 7. März an bis Anfang April wird die Testpflicht von fünf auf dreimal wöchentlich reduziert. Nach den Osterferien wird für rund eineinhalb Wochen wieder täglich getestet. Die verbindlichen Testungen sollen danach dann auslaufen.

In den Bremer Schulen testen sich Schüler seit Anfang Februar dreimal in der Woche. Diese Regelung bleibt erst einmal bestehen. In Hamburg werden alle Schülerinnen und Schüler drei Mal pro Woche getestet. Die Tests sind verpflichtend und erfolgen unter Aufsicht in der Schule. Auch hier ist noch nicht bekannt, wie es nach den Hamburger März-Ferien weitergeht.
 

26.02.2022

Ende aller Corona-Maßnahmen an Schulen erst nach Ostern

Magdeburg (dpa/sa) - An Sachsen-Anhalts Schulen werden die derzeitigen Corona-Schutzmaßnahmen voraussichtlich erst nach Ostern komplett aufgehoben. Allerdings soll es schon vorher Lockerungen geben, teilte das Bildungsministerium am Freitag in Magdeburg mit. So soll bereits ab dem 7. März die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während des Unterrichts entfallen. Außerhalb des Unterrichts müsse im Schulgebäude jedoch weiterhin eine Maske getragen werden.

Sollte jedoch ein in der Schule durchgeführter Selbsttest positiv ausfallen, werde empfohlen, dass die betroffene Klasse oder Lerngruppe sowie das dort eingesetzte Personal an den nächsten fünf Tagen auch im Unterricht auf freiwilliger Basis wieder einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz trägt. Wenn der Infektionsverdacht durch einen PCR-Test oder einen Antigenschnelltest widerlegt werde, könne diese Maßnahme wieder entfallen.

Wie zuvor bereits angekündigt, werden ebenfalls ab dem 7. März zunächst bis zum Beginn der Osterferien die Covid-19-Testungen auf drei Mal in der Woche reduziert.
 

25.02.2022

Elternabende und Schulfahrten wieder möglich in Niedersachsen

Hannover (dpa/lni) - Durch gelockerte Corona-Regeln sind ab sofort wieder Elternabende in Niedersachsen möglich. Voraussetzung sei die 3G-Regel, teilte das Kultusministerium am Freitag in Hannover mit. Somit müssen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen das Coronavirus geimpft, von einer Covid-Infektion genesen oder negativ getestet sein. Klassenkonferenzen, Schulvorstandssitzungen oder Tage der offenen Tür sind unter der 3G-Regel demnach ebenfalls wieder möglich.

Vom 1. April an sind Schulfahrten oder Schüleraustausche den Angaben zufolge ebenfalls wieder erlaubt. Bereits ab dem 21. März entfällt die Kohortenregelung für feste Gruppen zur Corona-Kontaktreduzierung. So seien wieder mehr unterrichtliche und außerunterrichtliche Angebote möglich.

«Schulveranstaltungen und Gremiensitzungen in Präsenz sind durch Online-Formate nicht eins-zu-eins zu ersetzen. Es ist gut, dass die stetige Verbesserung der Infektionslage unser schrittweises Vorgehen bei Lockerungen zulässt», sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) laut Mitteilung.

Zahl der mit Corona infizierten Schüler geht weiter zurück

Hannover (dpa/lni) - Die Zahl der mit Corona infizierten Schüler geht in Niedersachsen weiter zurück. Am Freitag konnten 12 870 Schülerinnen und Schüler im Bundesland wegen eines positiven Tests nicht in die Schule gehen, wie das Kultusministerium auf dpa-Anfrage mitteilte. Am Freitag vergangener Woche waren es noch 15 570 Schüler, am Freitag vor zwei Wochen rund 16 800.

An diesem Freitag waren demnach rund 1400 Schulbeschäftigte von einem positiven Corona-Test betroffen, darunter etwa 1000 Lehrkräfte. Vor einer Woche waren es insgesamt noch rund 1500 Schulbeschäftigte, vor zwei Wochen 1570. Etwa 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen laut Ministerium die rund 3000 Schulen in Niedersachsen, etwa 100 000 Menschen arbeiten dort.

24.02.2022

Bayerns Schüler bekommen in Abschlussprüfungen mehr Zeit

München (dpa/lby) - Bayerns Schulabgänger bekommen bei ihren Abschlussprüfungen mehr Zeit zum Schreiben der Klausuren. Sie sollen aber nicht verschoben werden, wie das Kultusministerium am Donnerstag in München mitteilte. Schließlich habe das laufende Schuljahr im Gegensatz zu den beiden vergangenen im Regelfall im Präsenzbetrieb stattgefunden.

Der Zeitzuschlag bei den zentral gestellten schriftlichen Abschlussprüfungen beträgt nun jeweils zehn Minuten pro Zeitstunde, insgesamt also maximal 30 Minuten. «Wir tragen auch im Schuljahr 2021/2022 der Covid-19-bedingten Sondersituation Rechnung», kommentierte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Zudem seien schon vor Schuljahresbeginn in den Lehrplänen aller Jahrgangsstufen Schwerpunkte gesetzt worden. In den Abschlussklassen wurden beispielsweise nicht-prüfungsrelevante Inhalte klar gekennzeichnet, was die Prüfungsvorbereitung für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte entlasten soll.

Faire Bedingungen soll es auch für die übrigen der rund 1,64 Millionen Schülerinnen und Schüler geben. Eine Ballung von Leistungsnachweisen und übermäßigem Zeitdruck solle vermieden werden, betonte Piazolo. Nötig seien flexible Lösungen - etwa wenn einzelne Kinder oder Jugendliche oder auch einzelne Klassen wegen Corona längere Zeit nicht in der Schule waren. In solchen Fällen böten die Schulordnungen entsprechende Spielräume zur Entzerrung.

23.02.2022

Kultusminister: Künftig Online-Aufgaben bei Unterrichtsausfall

Hannover (dpa/lni) - Schüler in Niedersachsen sollen auch bei kurzfristigen Unterrichtsausfällen künftig mit Lernmaterialien versorgt werden. Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will auf dem Bildungsserver künftig eine Notfallreserve an Unterrichtsaufgaben vorhalten. Ein Unterrichtsausfall ohne Lernangebot wie in der vergangenen Woche wegen des Unwetters solle sich nicht wiederholen.

Trotz der Erfahrungen aus dem coronabedingten Homeschooling, sei es nicht möglich gewesen, für den vergangenen Donnerstag kurzfristig ein Distanzlernangebot auf die Beine zu stellen. «Wetterereignisse kommen leider sehr kurzfristig», sagte der Minister der «Neuen Presse» am Mittwoch. Die Organisation einer Notbetreuung hätte Vorrang gehabt. Es sei fest geplant, dass Lehrkräfte künftig in vergleichbaren Situationen auf einen Pool von Aufgaben auf dem Bildungsserver verweisen können. «So dass Schülerinnen und Schüler zumindest Aufgaben erledigen können», sagte Tonne.

22.02.2022

Sachsen plant Lockerungen für Betrieb in Schulen und Kita

Dresden (dpa/sn) - Sachsen möchte in der Corona-Pandemie wieder mehr und mehr zu einem Normalbetrieb in Schulen und Kitas kommen. Die Regierung verständigte sich am Dienstag auf einen Fahrplan, der nach einem Anhörungsverfahren am 1. März beschlossen werden soll. «Schülerinnen und Schüler haben ebenso wie Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher in den letzten Monaten besondere Last getragen. Es ist an der Zeit, auch den Kindern und Jugendlichen die Unbeschwertheit und Normalität zu ermöglichen, die für viele Erwachsene im Alltag jetzt wieder selbstverständlich wird», begründete Kultusminister Christian Piwarz (CDU) den Fahrplan.

Danach sollen in der ersten Woche nach den Winterferien die bisherigen erhöhten Schutz- und Hygieneregelungen unverändert fortgelten. Erfahrungsgemäß würden nach den Ferien vergleichsweise viele unentdeckte Infektionsfälle identifiziert, hieß es. Ab 7. März will Sachsen dann die Schutzmaßnahmen «achtsam zurückfahren». So ist vorgesehen, den eingeschränkten Regelbetrieb in Grundschulen und Kindertageseinrichtungen wieder aufzuheben. Gruppen und Klassen müssen dann nicht mehr streng voneinander getrennt werden. Auch die Maskenpflicht im Unterricht für Schüler ab Klasse 5 soll wegfallen. In Grundschulen galt sie im Unterricht ohnehin nicht.

Nach Angaben des Kultusministeriums soll die Testpflicht für den Schulbesuch von drei Mal auf zwei Mal pro Woche reduziert werden. Zudem gilt wieder die Pflicht zum Schulbesuch. Eine Befreiung davon ist nur noch aus medizinischen und aus anderen Gründen gemäß der Schulbesuchsordnung möglich, hieß es weiter. Ebenso sollen mehrtägige Schulfahrten wieder möglich sein.

Ferner ist geplant, Schulen bei erhöhtem Infektionsgeschehen nicht mehr zeitlich befristet zu schließen oder einzelne Klassen in häusliche Lernzeit zu schicken. «Wenn einzelne Infektionsfälle auftreten, müssen lediglich die betroffenen Schüler in häusliche Lernzeit gehen und die übrigen Schülerinnen und Schüler können in der Schule verbleiben», teilte das Ministerium mit. Allerdings müssten sich die verbleibenden Schüler der betroffenen Klasse für fünf Tage täglich testen. In der letzten Woche vor den Ferien waren wegen Corona 18 Schulen befristet geschlossen. Bei 316 Schulen wurden zeitweilig eine oder mehrere Klassen in häusliche Lernzeit geschickt.

Lehrer und Eltern fordern mehr Anstrengungen für Schulen in Pandemie

Schwerin (dpa/mv) - Lehrer-, Schüler- und Elternvertreter haben abermals deutlich höhere Investitionen in die schulische Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Auch mehr als zwei Jahre nach Ausbruch der Coronapandemie sei man «nicht so sehr vorangekommen», beklagte der Vorsitzende des Landeselternrats, Kay Czerwinski, am Dienstag zusammen mit dem Landesschülerrat und der Gewerkschaft GEW. «Wir baden das aus, was vor einer Dekade oder eineinhalb Dekaden versäumt wurde», sagte Czerwinski. «Uns ist bewusst, dass das nicht morgen geändert werden kann, aber es ist jetzt an der Zeit, die Weichen zu stellen.»

21.02.2022

Corona-Regeln an Hamburgs Schulen etwas gelockert

Mit dem Wegfall der Kontaktbeschränkung für Geimpfte und Genesene und ohne Sperrstunde sowie Alkoholverkaufsverbot macht Hamburg sich locker. Auch für Schüler wird das Leben etwas leichter.

Hamburg (dpa/lno) - An Hamburgs Schulen gelten von Montag an etwas lockerere Corona-Regeln. Angesichts sinkender Inzidenzen können die Schülerinnen und Schüler nun wieder ohne Maske am Sportunterricht teilnehmen. Auch dürfen die Kinder und Jugendlichen nach Angaben der Schulbehörde wieder bei jahrgangsübergreifenden Kursen mitmachen, sich unabhängig von der Jahrgangsstufe miteinander treffen und können wieder gemeinsam in der Mensa essen. Alle anderen Corona-Regeln, etwa die Maskenpflicht in Schulgebäuden oder die Corona-Tests dreimal in der Woche, bleiben mindestens bis zum Ferienbeginn am 5. März bestehen. Wie es nach den Märzferien weitergehe, hängt laut Schulbehörde von den Beschlüssen der Bundesregierung ab.

Zuvor war am Samstag in der Hansestadt die erste Stufe der von Bund und Ländern geplanten dreistufigen Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in Kraft getreten. Geimpfte und Genesene können sich wieder in unbegrenzter Zahl privat treffen. Außerdem wurden das Alkoholverkaufsverbot für den Handel und die Sperrstunde in der Gastronomie aufgehoben. Bis dato mussten Lokale um 23.00 Uhr schließen, Alkohol durfte schon nach 22.00 nicht mehr verkauft werden.

Der Außer-Haus-Verkauf offener Getränke bleibt aber auch nach der am Freitag geänderten Eindämmungsverordnung verboten, wie die Sozialbehörde mitteilte. Für Ungeimpfte gilt weiterhin eine Beschränkung auf Kontakte mit Mitgliedern des eigenen Haushalts sowie maximal zwei weiteren Personen eines anderen Haushalts.

Wie schon im Einzelhandel wurde nun auch in Museen, Gedenkstätten, Archiven, Ausstellungshäusern, Bibliotheken, zoologischen und botanischen Gärten sowie Tierparks das 2G-Zugangsmodell (geimpft oder genesen) durch eine FFP2-Maskenpflicht für alle Besucher über 14 Jahre ersetzt. Kinder unter sechs Jahren sind davon befreit, bei über Sechsjährigen reicht eine medizinische Maske. Alle Corona-Beschränkungen auf öffentlichen Spielplätzen wurden ebenfalls gestrichen.

Mit der neuen Verordnung hat der Senat den ersten von drei Öffnungsschritten umgesetzt, die Bund und Länder am vergangenen Mittwoch beschlossen hatten. Am 4. März soll der zweite Schritt unter anderem mit der Öffnung von Musikclubs und Diskotheken nach der 2G-plus-Regel folgen - also für Geimpfte und Genesene mit zusätzlichem Test oder Auffrischungsimpfung.

Ferienende: Schulen starten mit verschärften Schutzmaßnahmen

Nach dem Ende der Winterferien beginnt die Schule in Mecklenburg-Vorpommern für Schülerinnen und Schüler nochmal mit den bekannten Einschränkungen der Corona-Pandemie. Bald sollen auch dort jedoch die ersten Lockerungen greifen.

Schwerin (dpa/mv) - Zum Start in das zweite Schulhalbjahr in Mecklenburg-Vorpommern gelten ab Montag erneut zwei Wochen lang verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen. Doch erste Lockerungen sind bereits beschlossen: «Auch wenn die Omikron-Welle noch nicht zu Ende ist, ein Licht am Horizont ist zu erkennen. Schrittweise, angepasst an die Infektionszahlen und Inzidenzen, werden wir die Corona-Maßnahmen in den kommenden Wochen auch in den Schulen anpassen», hieß es von Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) bereits am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin.

Für Montag erinnerte das Bildungsministerium die Eltern jedoch nochmals daran, dass eine Erklärung über das Reiseverhalten mitgebracht werden müsse. Die Eltern müssen darin bestätigen, dass sich ihr Kind an den vergangenen zehn Tagen nicht in einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet aufgehalten hat. Kinder und Jugendliche, die diese Erklärung nicht vorweisen, dürfen nicht am Unterricht teilnehmen. Zudem erfolge eine flächendeckende Corona-Testung der Schülerinnen und Schüler.

Am 7. März soll der erste Lockerungsschritt vollzogen werden: das Ende der Maskenpflicht im Unterricht. Dies gilt jedoch den Angaben des Ministeriums zufolge nicht für die Pausen und in den Gängen, hier muss weiter Maske getragen werden. Auch die Hygienevorschrift für Schüler, sich in der Schule in definierten Gruppen zu bewegen, soll dann aufgehoben werden. Corona-Tests gebe es zunächst drei Mal pro Woche, vom 21. März an dann nur noch zwei Mal.

Sollten Corona-Fälle an Schulen auftreten, greift laut Oldenburg das bewährte Kontaktpersonenmanagement. Positiv getestete Schülerinnen und Schüler müssten demnach in Quarantäne, deren Mitschüler würden separat unterrichtet und vermehrt getestet. Die Linke-Politikerin wies in diesem Zusammenhang auf das geltende Drei-Phasen-Modell für die Schulen im Land hin. Je nach lokaler Infektionslage wird hiermit gesteuert, in welcher Form der Unterricht stattfindet.

20.02.2022

Zwei Jahre Corona im Südwesten - Was das Land gelernt hat

Ein 25-Jähriger bekommt Ende Februar 2020 nach seiner Rückkehr aus Italien Husten. Zwei Jahre später haben sich mehr als 1,8 Millionen weitere Menschen im Südwesten nachweislich mit Corona infiziert. Welche Lehren hat das Land aus dieser Zeit gezogen?

Stuttgart (dpa/lsw) - «Es gibt keinen Grund zur Unruhe», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha. Die Aufregung war groß: Am Tag zuvor, dem 25. Februar 2020, war das damals neuartige Coronavirus erstmals im Südwesten nachgewiesen worden - bei einem 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen, der nach seiner Rückkehr aus Italien Husten bekommen hatte. Auch zwei Tage nach der Meldung schlug Lucha ruhige Töne an: «Es gibt nach wie vor keinen kursierenden Virus bei uns.»

Zwei Jahre und vier Wellen später haben sich mehr als 1,8 Millionen Menschen im Südwesten nachweislich mit diversen Varianten des nicht mehr ganz so neuartigen Coronavirus infiziert. Mehr als 14 000 Menschen sind nach Angaben des Landesgesundheitsamts an oder mit dem Virus gestorben. Mehr als acht Millionen im Land haben sich mindestens einmal gegen Corona impfen lassen. Nach Lockdowns, Kontaktbeschränkungen und Zugangskontrollen versprechen umfassende Öffnungen nun wieder etwas mehr Normalität. Doch was hat das Land in der Zwischenzeit aus den Pandemie-Erfahrungen gelernt?

Gesundheitsämter: Die Behörden hätten erst mal lernen müssen, wie eine Pandemie überhaupt verläuft, sagt Brigitte Joggerst, Landesvorsitzende des Ärzteverbandes des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Baden-Württemberg. Die Politik habe aber auch gelernt, dass die Reduzierung des Personals in den Ämtern in den vergangenen 20 Jahren von Nachteil gewesen sei. Wegen Corona wird nun wieder aufgestockt: 264 neue Stellen schuf das Land im öffentlichen Gesundheitsdienst, 251 wurden dem Gesundheitsministerium zufolge schon besetzt. Weitere 467 Stellen seien im laufenden Jahr geplant.

Für die Arbeit in einer Pandemie würden die bisher geschaffenen Stellen zwar nicht ausreichen, sagt Joggerst. «Wir wissen jetzt aber, wie und wo Personal gewonnen werden kann und wie es rasch geschult werden kann.» Digital seien die Gesundheitsämter im Land ebenfalls deutlich besser aufgestellt als noch vor zwei Jahren - auch wenn Meldungen aus Kliniken und Heimen teils immer noch per Fax kämen.

Schulen: Unterricht in Kohorten, mit Laptop am Küchentisch oder mit Maske in Klassenzimmern - für Schüler und Lehrer geriet im Südwesten wegen Corona einiges durcheinander. Gerade beim Thema Digitalisierung hätten die Schulen zwar «große Fortschritte» gemacht, sagt die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Monika Stein. Aber: «Für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind sie noch nicht ausgestattet.» Das Land müsse zum Beispiel die langfristige Wartung von Tablets und Laptops sicherstellen, zudem brauche es Fortbildungen für Lehrer in Sachen Digitalisierung.

Unternehmen: «Hier hatte kaum jemand eine Ahnung, was eine Pandemie ist», sagt Uschi Götz, Sprecherin des Verbands Unternehmer Baden-Württemberg. «Jetzt haben alle eine Großübung über eine lange Zeit hinweg gehabt.» Flexiblere Schichtmodelle in der Industrie, mehr Homeoffice statt Büro - all das werde wohl auch nach Corona in vielen Unternehmen beibehalten: «Mit Sicherheit bleibt das als Entwurf in der Schublade bei einer möglichen weiteren Pandemie.»

Auch kleinere Betriebe hätten in der Pandemie dazugelernt, sagt die Sprecherin des Bunds der Selbstständigen in Baden-Württemberg, Sybille Erhardt. Viele hätten eigene Online-Shops eingerichtet oder über soziale Netzwerke Kontakt zu ihren Kunden gehalten, als der Einzelhandel geschlossen wurde. All das sei aber auch von der Internetversorgung vor Ort abhängig gewesen, betont Erhardt. Gerade in ländlichen Regionen sei die teils immer noch ein Problem.

Verwaltung: Online-Terminvergabe, Anträge im Internet, Einsatz von Chatbots - viele Rathäuser im Südwesten haben in Sachen Digitalisierung dazugelernt, sagt Antje Dietrich, Studiendekanin für digitales Verwaltungsmanagement an der Hochschule Kehl. Standardanträge wie Anwohner-Parkausweise oder die Anmeldung eines Hundes seien dabei leichter online machbar als zum Beispiel die Beantragung eines neuen Ausweises. «Gerade bei kleinen Kommunen sind die Fortschritte auch sehr personenabhängig - zum Beispiel davon, ob der Bürgermeister dahintersteht», sagt Dietrich.

Allerdings müssten auch die Bürger erst lernen, die Möglichkeiten digitaler Behördengänge in vollem Umfang zu nutzen, betont Dietrich. Oft sei gar nicht bekannt, dass viele Anliegen auch im Internet erledigt werden könnten. «Die Zugänge sind zudem oft noch zu kompliziert und uneinheitlich», sagt Dietrich. «Das muss smart werden.» Wichtig seien zum Beispiel Online-Bezahlmöglichkeiten und leichtere Authentifizierungen. «Das fordert der Bürger auch.»

Gesundheitsministerium: Hundesalons, Bordelle, Hotels - bei der Schließung vieler Betriebe wurde die Landesregierung von Gerichten zurückgepfiffen. Auch Einschränkungen wie nächtliche Ausgangssperren hielten den Bewertungen der Richter teils nicht stand. Ein Lernprozess? Das Gesundheitsministerium betont vielmehr, die Gerichte hätten die Verordnungen «bis auf ganz wenige Fälle bestätigt».

Dazugelernt habe man aber in Sachen Kommunikation. Es könne durchaus der Eindruck entstanden sein, dass Änderungen der Corona-Regeln auch mal «etwas kurzfristig verkündet» wurden, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Man habe zwar versucht, «zeitnah und rechtzeitig» zu kommunizieren. «Wir haben uns aber vorgenommen, unsere Entscheidungen noch transparenter zu machen.» Die öffentliche Experten-Anhörung zur Belastung des Gesundheitssystems im Februar sei ein Beispiel dafür.

Landespolitik: Die grün-schwarze Landesregierung will mit einer eigenen Enquetekommission Lehren aus der Corona-Pandemie für künftige Krisen ziehen. Unter dem Titel «Krisenfeste Gesellschaft» sollen bis zum Frühjahr 2024 neue Vorschläge erarbeitet werden, wie man sich gegen Krisen wie etwa Cyberattacken oder die Klimakrise wappnen könne. Experten, Abgeordnete und Bürger sollen Teil der Gruppe sein.

Welchen Fokus die Kommission haben sollte, darüber waren sich die Parteien im Landtag zuletzt aber uneinig. SPD und FDP warfen Grün-Schwarz vor, sich einer Aufarbeitung der Corona-Politik zu verweigern. Die Fraktionschefs von Grünen und CDU, Andreas Schwarz und Manuel Hagel, betonten dagegen, der Fokus liege auf der Zukunft.

Allerdings würde auch er rückblickend manche Dinge anders machen, sagte Hagel. «Flächendeckende Schulschließungen etwa, mit ihren enormen Auswirkungen auch auf die Psyche junger Menschen, kann ich mir heute so nicht mehr vorstellen.»

Die Opposition sieht darüber hinaus genügend weitere Fehler zum Aufarbeiten. Gesundheitsminister Lucha sei «restlos überfordert» gewesen, sagt SPD-Fraktionschef Andreas Stoch. Corona habe gezeigt, dass Strukturen zur Digitalisierung «bei uns in wichtigen Bereichen teilweise auf dem Stand eines Entwicklungslandes sind», findet FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Besonders pauschal fällt die Kritik von AfD-Fraktionschef Bernd Gögel aus: «Nichts lief gut.»

19.02.2022

Viel Lob für Expertenrat-Stellungnahme zu Kindeswohl in Pandemie

In einer Extra-Stellungnahme hat der Corona-Expertenrat der Politik aufgetragen, in der Pandemie besonders auf das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu achten. Das stößt auf Zustimmung. Die Schlussfolgerungen sind unterschiedlich.

Berlin (dpa) – Die Empfehlung des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, in der Pandemie das Kindeswohl besonders zu berücksichtigen, ist auf breite Zustimmung gestoßen. Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Gremium habe ein extrem wichtiges Thema aufgegriffen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sprach von einer «vorzüglichen Ausarbeitung». Die Expertinnen und Experten hätten darauf hingewiesen, «dass auch der Schutz der Kinder vor Infektion sehr wichtig ist», sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin und sprach sich vor diesem Hintergrund bei hohen Infektionszahlen wie derzeit weiterhin für Masken bei Kindern aus.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) begrüßte die Stellungnahme. Sie lenke das Augenmerk «neben der primären auf die sekundäre Krankheitslast der Pandemie für die Kinder». Die Ausnahmesituation werde von vielen Kindern als belastend und angstbesetzt beschrieben, mit teils relevanten Folgeproblemen im seelischen und sozialen Bereich. «Zwar gelten Kinder nicht als vulnerable Gruppe, wenn es um die Schwere von Covid-19-Erkrankungen geht, in der Folge der gewählten Pandemiemaßnahmen aber sind gerade sie sehr verletzlich. Hier gilt es nun, schützend aktiv zu werden», teilte die DKGJ mit.

Der Expertenrat hatte in der am Donnerstagabend veröffentlichten Stellungnahme beides gefordert: Kinder müssten vor Infektionen und vor Erkrankungen infolge der Pandemie gleichermaßen geschützt werden. Als «besonders schwerwiegend» wird die sogenannte sekundäre Krankheitslast durch psychische und physische Erkrankungen bezeichnet, ausgelöst etwa durch Lockdown-Maßnahmen, Belastungen in der Familie wie Angst, Krankheit, Tod oder Existenzverlust, Verlust an sozialer Teilhabe oder an Planungssicherheit.

Seit dem Beschluss von Bund und Ländern für ein schrittweises Aufheben vieler Corona-Maßnahmen bis zum Frühlingsbeginn am 20. März wird verstärkt auch darüber diskutiert, wie lange und in welchem Umfang etwa Masken und Tests für Kinder und Jugendliche in Schulen oder Kitas noch notwendig sind.

Der Koordinator der unionsregierten Bundesländer in der Kultusministerkonferenz, Hessens Bildungsminister Alexander Lorz (CDU), sagte der dpa in Wiesbaden, wenn in allen Bereichen der Gesellschaft gelockert werden solle, müsse man im Sinne der Kinder und Jugendlichen auch an den Schulen für eine Rückkehr zur Normalität Erleichterungen schaffen. «Das bedeutet, dass wir über Änderungen bei der Maskenpflicht am Platz und den Tests sprechen müssen.» Das sei man Schülerinnen und Schülern nach vielen Wochen und Monaten der extremen Belastung schuldig.

Lauterbach sprach sich gegen ein schnelles Ende von Maßnahmen in Schulen aus. Wie bei Erwachsenen gelte es, auch die Kinder in einen «geschützten Raum hinein» mitzunehmen und «nicht eine Durchseuchung in den letzten Monaten bis zum besseren Wetter» zuzulassen. Die Bundesregierung fordere weiter zu einem guten Schutz der Kinder auf. Dazu zählten bei den gerade noch hohen Inzidenzen natürlich auch Masken. Er ärgere sich immer, wenn die Rede davon sei, dass Infektionen für Kinder unbedenklich seien oder gar unbedenklicher als Impfungen. «Das ist beides schlicht falsch», sagte Lauterbach.

Nach Ansicht von Ministerin Spiegel sollten Kinder und Jugendliche auch weiterhin regelmäßig auf Corona getestet werden. Sie stimme der Empfehlung des Expertenrats uneingeschränkt zu, dass Schulen, Kitas und außerschulische Bildungs-, Freizeit- und Sporteinrichtungen für Kinder und Jugendliche offenbleiben müssten. «Um sie allerdings bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen, muss weiter regelmäßig und verbindlich getestet werden.»

18.02.2022

Familienministerin für Beibehaltung von Tests bei Kindern

Berlin (dpa) - Kinder und Jugendliche sollten nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Anne Spiegel weiterhin regelmäßig auf Corona getestet werden. Sie stimme der Empfehlung des Expertenrats der Bundesregierung uneingeschränkt zu, dass Schulen, Kitas und außerschulische Bildungs-, Freizeit- und Sporteinrichtungen für Kinder und Jugendliche offenbleiben müssten, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. «Um sie allerdings bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen, muss weiter regelmäßig und verbindlich getestet werden.»

Der Corona-Expertenrat hatte in einer am Donnerstagabend veröffentlichten neuen Stellungnahme gefordert, dem Wohl von Kindern in der Pandemie eine hohe Priorität einzuräumen. Kinder und Jugendliche seien besonders stark belastet. Als besonders schwerwiegend wird die sogenannte sekundäre Krankheitslast durch psychische und physische Erkrankungen bezeichnet, ausgelöst etwa durch Lockdown-Maßnahmen, Belastungen in der Familie wie Angst, Krankheit, Tod oder Existenzverlust, Verlust an sozialer Teilhabe oder an Planungssicherheit. Kinder müssten vor Infektionen und vor Erkrankungen infolge der Pandemie gleichermaßen geschützt werden.

Das Gremium habe ein extrem wichtiges Thema aufgegriffen und weise zu Recht darauf hin, dass die gesamte Gesellschaft den verantwortungsvollen Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der Pandemie in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen müsse, sagte Spiegel. «Wir schulden es den Kindern und Jugendlichen, die Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen für alle jungen Menschen nachhaltig zu verbessern.» Die Stellungnahme gebe wichtige Impulse, die man aufgreifen werde.

17.02.2022

Streit über weiter nötige Corona-Absicherungen im Frühling

In den nächsten vier Wochen sollen die Corona-Alltagsauflagen nach und nach wegfallen. Und was gilt dann? Die Länder wollen eine Palette möglicher Krisenmaßnahmen behalten - doch dagegen gibt es Einspruch.

Berlin (dpa) - Nach den Bund-Länder-Beschlüssen zu einem weitgehenden Ende der Corona-Beschränkungen bis zum Frühlingsbeginn entbrennt Streit über länger nötige Absicherungen. Die mitregierende FDP stellt sich gegen Forderungen der Länder und aus der Ampel-Koalition zu breiter angelegten Eingriffsmöglichkeiten für die Zeit ab dem 20. März. Die Grünen dringen dagegen auf einen weiter gefassten Maßnahmenkatalog für eine mögliche Verschlechterung der Corona-Lage, der über reine Maskenpflichten hinausgehen sollte. Die bundesweite Rechtsbasis für solche Maßnahmen läuft am 19. März aus.

FDP-Vize Johannes Vogel sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur: «Die tiefgreifenden Einschränkungen müssen mit dem beginnenden Frühling enden wie in unseren europäischen Nachbarländern auch.» Dabei sei die FDP-Fraktion natürlich bereit, in der Koalition über Wünsche der Länder zu Änderungen des Infektionsschutzgesetzes zu sprechen. «Aber wir machen uns deren Wunschkatalog ausdrücklich nicht zu eigen», betonte Vogel, der auch FDP-Fraktionsgeschäftsführer ist.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die geforderten Instrumente seien «eine Verstetigung des bisherigen angstgetrieben Maßnahmenregimes». Er könne Basismaßnahmen zum Schutz vulnerabler Gruppen in entsprechenden Einrichtungen akzeptieren. Für weitergehende finde er keine Rechtfertigung mehr. FDP-Fraktionschef Christian Dürr nannte eine Verlängerung der Maskenpflicht denkbar.

Bund und Länder hatten am Mittwoch vereinbart, über den 19. März hinaus «Basisschutzmaßnahmen» zu ermöglichen. Die Länder zählen dazu unter anderem Maskenpflichten in Innenräumen, Bussen und Bahnen, Testvorgaben sowie Pflichten zum Nachweis von Impf-, Genesenen- und Teststatus. Solche Möglichkeiten seien auch für Schulen und Kitas nötig. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte zugesichert, er werde sich dafür verwenden, dass Regelungen zu Masken, Abstand und anderen Schutzmaßnahmen im Gesetzgebungsprozess aufgegriffen werden.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte der dpa: «Die aktuelle Lage erlaubt Lockerungen, aber keinen Leichtsinn. Eine Trendumkehr ist jederzeit möglich.» Die Länder bräuchten daher für den Frühling einen flexiblen Maßnahmenkatalog - und für regionale Corona-Ausbrüche ein breites Instrumentarium. «Die Maskenpflicht allein reicht dafür nicht aus.» Auch Zugangsbeschränkungen müssten dann schnell reaktiviert werden können. Insgesamt sei es richtig, mit einem Stufenplan für Planbarkeit und Perspektive zu sorgen. Parameter wie die Hospitalisierungsrate oder die Anzahl der betreibbaren Betten blieben für die Umsetzung der Öffnungsschritte entscheidend.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ging laut Robert Koch-Institut (RKI) erneut auf nun 1385,1 zurück - nach 1401,0 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen am Vortag. Die Gesundheitsämter meldeten 235 626 neue Fälle an einem Tag. Experten gehen derzeit aber von einer hohen Zahl von Fällen aus, die nicht amtlich erfasst sind.

Städtetag-Präsident Markus Lewe (CDU) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, es müsse jetzt schnell geklärt werden, dass «der gesamte Instrumentenkasten» auch nach dem 19. März zu Verfügung stehe. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte, verletzliche Bevölkerungsgruppen müssten weiter geschützt werden. «Für staatliche Maßnahmen braucht es deshalb weiterhin eine wirksame gesetzliche Ermächtigung anstelle eines liberalen Aktionismus», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sagt der dpa: «Lockerungen in den Schulen müssen kommen. Aber wir sollten behutsam sein, um den Präsenzunterricht nicht durch steigende Infektionszahlen zu gefährden.» Bei deutlich sinkenden Corona-Zahlen sollte «regional differenziert und unter Berücksichtigung der Impfquote von Kindern und Jugendlichen» gelockert werden. «Dabei geht es zum Beispiel um ein reduziertes Testen und das Abnehmen der Maske am Platz. Wir müssen den Kindern den Weg zurück in die Normalität ebnen.»

16.02.2022

Masken- und Testpflicht an Schulen wird stufenweise aufgehoben

Kinder und Jugendliche müssen in der Pandemie große Belastungen auf sich nehmen. Seit Monaten gehören Masken und regelmäßige Tests zum Schulalltag. Nun ist ein Ende in Sicht.

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Schülerinnen und Schüler können sich in den kommenden Wochen und Monaten auf gelockerte Corona-Regeln einstellen. Stufenweise sollen sowohl die tägliche Testpflicht als auch die Maskenpflicht im Unterricht entfallen. «Wir erleichtern den Schulalltag, schmeißen die Sicherheit aber nicht achtlos über Bord», teilte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag mit.

Vom 7. März an soll die Testpflicht für Schüler mit Ausnahme der ersten eineinhalb Wochen nach den Osterferien auf drei statt fünf Tests pro Woche reduziert werden. Bis Anfang Mai soll die Testpflicht komplett entfallen.

In den Kindertagesstätten soll die Testpflicht vorerst bis zum
20. März weiterlaufen. Ob sie dann verlängert wird oder entfällt, wurde noch nicht entschieden. Die Kita-Testpflicht war erst vor wenigen Tagen in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass Kinder ab drei Jahren dreimal wöchentlich negativ getestet sein müssen, um in die Kita gehen zu können.

Mit Blick auf die Maskenpflicht können in einem ersten Schritt Grund- und Förderschüler vom 21. März an auf die Mund-Nase-Bedeckung verzichten, bis Anfang Mai sollen alle weiteren Schüler folgen. Auf eigenen Wunsch können die Schüler aber auch darüber hinaus weiterhin eine Maske tragen.

In allen Lockerungsstufen soll zudem gelten, dass im Falle eines Corona-Falls in einer Klasse oder Lerngruppe diese dann für fünf Tage die Maske auch wieder am Platz tragen muss. Zudem ist die Maske in allen Lockerungsstufen weiterhin auf den Gängen zu tragen, auf den Außengeländen und im Sport jedoch nicht. Mehrtägige Schulfahrten mit Übernachtung sollen den Angaben zufolge nach den Osterferien wieder möglich sein.

15.02.2022

Kultusministerium: Immer weniger PCR-Pool-Tests positiv

München (dpa/lby) - An den bayerischen Grundschulen gibt es vorsichtige Hinweise, dass dort der Omikron-Gipfel überwunden sein könnte: Die Positivrate bei den PCR-Pool-Tests ging nach Angaben des Kultusministeriums in den vergangenen beiden Wochen kontinuierlich zurück. Am Montag dieser Woche (14. Februar) waren 7,5 Prozent aller Pool-Tests auf das Coronavirus positiv, das heißt mindestens eine Schülerin oder ein Schüler der betreffenden Klassen war infiziert. Am Montag der Vorwoche (7. Februar) waren noch 8,5 Prozent aller PCR-Pool-Tests positiv gewesen, am Montag davor (31. Januar) 9,0 Prozent.

Bei einem Pooltest werden die Proben mehrerer Personen gemeinsam als Sammelprobe untersucht - das spart Zeit und Material. Fällt diese Poolprobe positiv aus, werden alle Personen nochmals einzeln untersucht.

Nach Corona-Rückgang: Wieder mehr Sitzenbleiber in Schulen

In der ersten Corona-Welle mussten aus Rücksichtnahme weniger Schüler eine Klasse wiederholen. Nun bleiben wieder mehr Kinder und Jugendliche in Niedersachsen sitzen. Das geschieht teilweise auch freiwillig.

Hannover (dpa/lni) - Die Zahl der niedersächsischen Schülerinnen und Schüler, die eine Klasse wiederholen, ist in diesem Schuljahr wieder auf ein ähnliches Niveau wie vor der Corona-Pandemie gestiegen. Derzeit wiederholen rund 13 400 Kinder und Jugendliche eine Klasse, wie das Kultusministerium in Hannover auf Anfrage mitteilte. Das sind rund 2,2 Prozent aller Schüler, die eine allgemeinbildende Schule besuchen.

Während im Schuljahr 2019/2020 noch rund 14 400 Schüler eine Klasse wiederholten, waren es nach dem ersten Corona-Sommer 2020/2021 etwa 5000 weniger. Die damals vergleichsweise niedrige Zahl könne unter anderem damit begründet werden, dass aufgrund von pandemiebedingten Herausforderungen wie der Digital-Lehre und dem Wechselunterricht weniger streng benotet wurde und dadurch weniger Schüler sitzen blieben, hieß es aus dem Kultusministerium.

Dass die Zahlen jetzt wieder stiegen, könne zudem daran liegen, dass die Schüler zu diesem Schuljahr zum ersten Mal die Möglichkeit hatten, eine Klasse freiwillig zu wiederholen, ohne dass das Jahr auf die Gesamtschulzeit angerechnet wird, erklärte ein Sprecher.

13.02.2022

Mehr Kinder fehlen unerlaubt in der Schule

Maskenpflicht, Lüften und Abstandsgebot machen den Schulbesuch in der Pandemie nicht unbedingt attraktiver. Die Zahl der Fälle von fernbleibenden Schülerinnen und Schülern steigt.

Stuttgart (dpa/lsw) - Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Kinder gestiegen, die unerlaubt nicht in die Schule gehen. Derzeit seien rund 80 Zwangsgeldverfahren in Baden-Württemberg anhängig, weil Erziehungsberechtigte ihre Kinder nicht zur Schule schickten, teilte ein Sprecher des Kultusministeriums in Stuttgart mit. Die Zahl der Schulpflicht-Verletzungen sei in der Pandemie gestiegen. Es sei davon auszugehen, dass ein Zusammenhang zwischen den Schutzmaßnahmen an den Schulen und den abwesenden Schülerinnen und Schülern bestehe. Es gebe aber keine Erhebung zu den Hintergründen der Fälle. Bei den Zwangsgeldverfahren handelt es sich demnach nicht nur um Fälle im Zusammenhang mit Corona.

Abwesende Schülerinnen und Schüler gibt es laut einer Abfrage des Ministeriums in allen vier Regierungspräsidien im Südwesten. Die Behörden hätten zudem auch «einige wenige Fälle» gemeldet, in denen die Schülerinnen und Schüler privat unterrichtet würden. «Diese Gruppen verstoßen aber gegen die Schulpflicht und deswegen werden entsprechende Maßnahmen gegen die Eltern eingeleitet», so der Sprecher.

Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte etwa Anfang Februar den Fall einer möglicherweise illegalen Schule bei Essingen im Ostalbkreis bestätigt. Die Schulaufsicht sei damit befasst und hole hierzu weitere Informationen ein, hatte eine Sprecherin der Behörde mitgeteilt. Zu Details wollte sich die Behörde zunächst nicht äußern.

Wie viele solcher Fälle es landesweit gibt, ist nicht bekannt. Dem Kultusministerium lägen dazu keine belastbaren Zahlen vor, teilte der Sprecher mit. Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) sprach sich deutlich gegen solche privaten Initiativen aus: «Wer private Lerngruppen besucht, statt in die Schule zu gehen, verstößt gegen die Schulpflicht – und das wird sanktioniert.»

Kinder und Jugendliche benötigten den Präsenzbetrieb nicht nur für eine gute Bildung, sondern auch für ihr sozial-emotionales Wohlbefinden. Das zeigten Rückmeldungen aus den Schulen und von Kinderärztinnen oder Schulpsychologen. «Daher appelliere ich eindringlich, im Sinne der Schülerinnen und Schüler die Schulpflicht einzuhalten», sagte die Ministerin.


12.02.2022

KMK-Präsidentin Prien: Test und Masken in Schulen allmählich beenden

Berlin/Kiel (dpa) - Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien, fordert Lockerungen der Corona-Maßnahmen an Schulen. «Wir müssen raus aus einer Kultur der Angst an den Schulen», sagte die CDU-Politikerin der «Bild»-Zeitung (Samstag). Wenn ab Mitte Februar, Anfang März geöffnet werde, müsse auch an Schulen gelockert werden.

«Sport und Musikunterricht muss wieder in vollem Umfang stattfinden. Das Testen muss schrittweise enden. Spätestens Ende März reichen wahrscheinlich auch zwei Tests pro Woche», zitiert das Blatt die Ministerin. Schrittweise müsse die Testpflicht zur «Testmöglichkeit» werden. Auch die Maskenpflicht müsse nach und nach fallen, zuerst im Klassenraum am Platz, dann im Gebäude.

Priens Begründung: Der Höhepunkt der Omikron-Welle sei in ersten Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Hamburg bereits überschritten. «Das zeigt sich erfreulicherweise auch in den rückläufigen Infektionszahlen bei den 5- bis 18-Jährigen.»

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hatte der Deutschen Presse-Agentur hingegen gesagt, die Omikronwelle habe den Schulbetrieb nach wie vor fest im Griff. Die Infektionszahlen dürften nicht durch zu frühe Lockerungen nochmals hochgetrieben und dadurch der flächendeckende Präsenzunterricht erneut gefährdet werden.

Zahlen der Kultusministerkonferenz zufolge waren in der vergangenen Woche in Deutschland etwa sechs Prozent der Schülerinnen und Schüler und rund drei Prozent der Lehrkräfte entweder infiziert oder in Quarantäne. Auch einige Schülervertreter hatten mit einem offenen Beschwerdebrief und einer Internetaktion unter dem Motto #WirWerdenLaut der Politik einen «Durchseuchungsplan» vorgeworfen. Sie sprechen sich gegen die Präsenzpflicht aus und fordern kleinere Lerngruppen, PCR-Pooltests und Luftfilter in allen Schulen. Prien hatte sich danach mit Schülervertretern ausgetauscht.

Auf Twitter sorgte derweil eine weitere Äußerung der KMK-Präsidentin im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie für Wirbel. Auf den Tweet einer Nutzerin «Wir haben in den letzten 4 Wochen 17 tote Kinder gehabt. 17 - in VIER Wochen. Und es geht immer schneller. Bis Oktober 21 hatten wir 27 tote Kinder, seit Oktober 38. Also in 4,5 Monaten mehr als in 18 Monaten. Insgesamt sind 65 Kinder verstorben. FÜNFUNDSECHZIG» erwiderte Prien am Freitagabend bei dem Kurznachrichtendienst: «Bitte differenzieren: Kinder sterben. Das ist extrem tragisch. Aber sie sterben mit COVID_19 und nur extrem selten wegen COVID_19.»

Diese Antwort zog zahlreiche - teils auch beleidigende - Reaktionen nach sich. Viele warfen der Politikerin Empathielosigkeit vor und verlangten eine Entschuldigung. Der Hashtag #Prienruecktritt trendete.


11.02.2022

Sicherer mit Filter? Die Dauer-Debatte über das Lüften an Schulen

Das Thema Luftfilter gehört zu den heißen Streitthemen in der Pandemie. Bei Schulen, Kitas und Kindern kochen die Emotionen besonders hoch. Mancherorts wurde viel investiert, anderswo nicht. Dabei ist Luftfilter nicht gleich Luftfilter.

Berlin (dpa) - Der folgende Dialog ist typisch für die Debatte: «Was machen eigentlich die Luftfilter für Klassenräume? Mein Kind friert», schrieb Twitter-Nutzer oder -Nutzerin «kohondterfay» vor wenigen Tagen. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) Karin Prien (CDU) antwortete: «Und genau da liegt das Problem: hat Ihnen tatsächlich jemand weiß gemacht, dass Luftfilter das Lüften ersetzen?»

Prien, die schleswig-holsteinische Bildungsministerin und diesjährige KMK-Präsidentin, und ihre Kolleginnen und Kollegen in den Ländern betonen immer wieder, dass es auf keinen Fall mehr zu großen Schulschließungen kommen soll. In der politischen Debatte wird ihnen dann aber vorgehalten, sie hätten Schulen für durchgehenden Präsenzunterricht nicht sicher genug gemacht. Ein immer wiederkehrender Vorwurf dabei: Es fehlen Luftfilter.

Vorwurf «Durchseuchung»

Schülervertreter hatten zuletzt mit einem offenen Beschwerdebrief im Netz unter #WirWerdenlaut der Politik einen «Durchseuchungsplan» vorgeworfen. Auch in diesem Brief werden «Luftfilter für Klassen-, Fach- und Sanitärräume in allen Schulen» gefordert. TV-Satiriker Jan Böhmermann, dem fast zweieinhalb Millionen Menschen bei Twitter folgen, schrieb Anfang des Monats: «Frage mich, wie die Pandemie wohl aussähe, hätte in Deutschland die Luftfilterindustrie so eine mächtige Lobby wie die Autoindustrie.»

Filter ist nicht gleich Filter

Den Luftfilter gibt es nicht. Die politische Debatte dreht sich vor allem um mobile Geräte. Daneben gibt es «raumlufttechnische Anlagen (RLT)», wie es in der Fachsprache heißt. Das sind fest installierte Zu- und Abluftsysteme direkt in der Außenwand oder Decke oder zentrale Lüftungssysteme die im ganzen Gebäude über Lüftungsschächte dauerhaft verbrauchte Luft nach außen und frische Luft nach innen leiten.

Milliarde für feste Anlagen, Millionen für mobile Geräte

Der Bund hat in der Corona-Pandemie für den Neu- und Umbau solcher festen Anlagen in Schulen und Kitas nach Regierungsangaben gut eine Milliarde Euro Fördergelder bereitgestellt, die auch beantragt oder abgerufen wurden.

Für die Anschaffung mobiler Geräte in Räumen, die sich schlecht lüften lassen, weil etwa Fenster nur angekippt werden können, wurden zusätzlich 200 Millionen Euro bereitgestellt.

Hamburg hat nach eigenen Angaben mehr als 21 000 mobile Lüfter für 92 Prozent der Klassenräume im Wert von über 21 Millionen Euro angeschafft. In Bayern sind nach Angaben von Bildungsminister Michael Piazolo (Freie Wähler) mehr als 70 Prozent der Klassenräume damit ausgestattet. Der Freistaat habe im Vergleich zu anderen Bundesländern gegenwärtig die meisten Luftreinigungsgeräte.

Kein großer Unterschied?

Anderswo, wie in Mecklenburg-Vorpommern, hat man auf große Kaufprogramme verzichtet. Die Geräte seien zu laut, nicht nachhaltig und würden nach der Pandemie vermutlich nicht mehr benutzt, hatte es im Norden geheißen.

Vertreter der Kommunen sehen sich nun bestätigt. Der Einsatz der Geräte scheine keinen sehr großen Unterschied zu machen, sagte Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die niedrigeren Corona-Zahlen bei Kindern und Jugendlichen in seinem Bundesland im Vergleich zu Hamburg. Und vergleicht man die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen in Bayern, wo viele Geräte angeschafft wurden, mit den bundesweiten Zahlen, sind auch keine großen Unterschiede erkennbar.

Was die Experten sagen

Mobile Filter also eine Fehlinvestition? Aus Sicht von Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen wäre das zu kurz gedacht. «Die Wirksamkeit mobiler Luftfilter ist nicht aus dem einfachen Blick auf die nun herrschenden Inzidenzen quer über Bundesländer abzuleiten, dazu sind gezielte Studien nötig.» Die Geräte seien eine von vielen Maßnahmen in Schulen, die zur Sicherheit beitragen könnten. «Allerdings ist es durch die hohe Dynamik bei Omikron offensichtlich kaum mehr möglich, die Infektionshäufigkeiten bei Kindern und Jugendlichen auf niedrigem Niveau zu halten.»

Die Aerosolforscherin Birgit Wehner vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung sagt: «Grundsätzlich helfen Luftfilter immer, das Infektionsrisiko zu senken. Allerdings werden sie ja normalerweise mit anderen Maßnahmen wie Masken und Lüften kombiniert und aus dieser Kombination ergibt sich das individuelle Risiko. Daher sind die Effekte einzelner Faktoren schwer nachzuweisen.»

Umweltbundesamt empfiehlt feste Anlagen

Bildungspolitiker verweisen bei dem Thema auf die Einschätzungen des Umweltbundesamtes und auf die sogenannte S3-Leitlinie für Schulen. Darin bewerten verschiedene wissenschaftliche Fachgesellschaften bestimmte Corona-Maßnahmen. Bei mobilen Luftfiltern bleiben die Experten vage: «Insgesamt überwiegen (...) weder die positiven noch die negativen Wirkungen, so dass die Maßnahme erwogen werden kann», allerdings auch nur als «ergänzende Maßnahme» zum Lüften. Ein mobiler Luftfilter im Klassenzimmer würde demnach auch nicht verhindern, dass Kinder mit Daunenjacke im Klassenzimmer sitzen müssen.

Das Umweltbundesamt hält mobile Lüfter, dort wo Fenster nur gekippt werden können, für «sinnvoll», um während der Pandemie «die Wahrscheinlichkeit indirekter Infektionen zu minimieren».

Schrittweise empfiehlt das Amt allerdings, die Schulen im Land mit festen RLT-Anlagen auszustatten. Dies sei die «nachhaltigste Maßnahme zur Verbesserung der Innenraumlufthygiene» auch für die Zeit nach der Pandemie. Der Deutsche Lehrerverband fordert, solche Lösungen sollten bei Schulsanierungen und Schulhausneubauten der künftige Standard sein.

Über 5000 Lehrer-Jobs vakant - Eltern pochen auf Präsenzunterricht

Schulpolitik gehörte in den vergangenen Jahren zu den wahlentscheidenden Themen in NRW. In der Corona-Krise ist der Druck auf Schulministerin Gebauer umso größer. Drei Monate vor der Landtagswahl präsentiert sie bereits eine Leistungsbilanz.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Rund drei Prozent der knapp 160 000 Lehrerstellen in Nordrhein-Westfalen sind derzeit nicht besetzt. Das berichtete NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Donnerstag in Düsseldorf. Mit zusätzlichen Studienplätzen für Lehramtsanwärter, Sonderprogrammen und Neueinstellungen habe die Landesregierung seit ihrem Amtsantritt 2017 aber eine deutlich bessere Lehrerversorgung erreicht, bilanzierte sie drei Monate vor der Landtagswahl.

Eine repräsentative Umfrage für 39 Tageszeitungen aus NRW hatte zuvor ergeben, dass nur noch 13 Prozent der Bürger mit der Schulpolitik der Landesregierung zufrieden sind, 73 Prozent dagegen weniger oder gar nicht.

Tatsächlich habe die Landesregierung seit 2017 knapp 10 000 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen und mehr als 6300 Stellen erhalten, die die rot-grüne Vorgängerregierung eigentlich zur Streichung vorgesehen habe, erklärte Gebauer. Im laufenden Schuljahr unterrichteten 13 300 Lehrkräfte mehr an den öffentlichen Schulen des Landes als noch im Schuljahr 2016/17.

Innerhalb von fünf Jahren ist der Schuletat nach Zahlen des Ministeriums um 3,1 Milliarden Euro gesteigert worden. Der größte Einzelposten des Haushaltsplans 2022 umfasst rund 21 Milliarden Euro.

Mit einer Studienplatz-Offensive arbeite NRW daran, das bundesweit knappe Gut an Lehrkräften auszuweiten, betonte Gebauer. In dieser Legislaturperiode seien bereits rund 1450 zusätzliche Studienplätze für Lehrämter geschaffen worden. Mit Sonderprogrammen - etwa für Seiteneinsteiger, Lehrer-Pensionäre und Laufbahnwechsler - seien bislang rund 5700 zusätzliche Einstellungen gelungen.

Die bisherigen Maßnahmen der Landesregierung zur Bekämpfung des Lehrermangels greifen aus Sicht der SPD-Fraktion im Landtag zu kurz: «Die Landesregierung scheitert an ihren selbst gesetzten Zielen, denn sie wird der Bekämpfung des Lehrkräftemangels nicht Herr. Auch die damit verbundene Unterrichtsgarantie ist kläglich gescheitert», kritisierte Jochen Ott, stellvertretender Fraktionsvorsitzender laut Mitteilung. Es brauche neue Wege bei der Personalgewinnung.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnte erneut eine schulformübergreifend gerechtere Bezahlung an. Während für die mit einer besseren Besoldung bedachten Gymnasien bis zum Jahre 2030 ein Überhang von 19 000 Lehrkräften prognostiziert werde, würden im Grund-, Haupt- und Realschulbereich sowie in der Sekundarstufe I der Gesamtschulen bis dahin etwa 11 000 Lehrkräfte fehlen. Die Lücke bei den Berufskollegs werde zudem circa 4500 fehlende Lehrer umfassen, mahnte die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik.

In der am Mittwoch vorgestellten Forsa-Umfrage hatten 63 Prozent der Wahlberechtigten angegeben, dass Schulpolitik für ihre eigene Wahlentscheidung bei der kommenden Landtagswahl wichtig oder sehr wichtig sei. Für 56 Prozent der Befragten bleibt die Corona-Pandemie das mit Abstand wichtigste Problem.

Viele Eltern in NRW wünschen sich trotz der Omikron-Welle weiter Präsenzunterricht für ihre Kinder. Allerdings sind nur wenige von der Sicherheit der Teststrategie für Schüler überzeugt. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Online-Umfrage der Landeselternkonferenz (LEK).

Über alle Schularten hinweg sprechen sich demnach gut 57 Prozent der Eltern für Unterricht im Klassenzimmer aus. Weitere 11,6 Prozent befürworten einen Wechselunterricht an den Schulen - geteilte Klassen, die abwechselnd zu bestimmten Tagen kommen oder auch getrennt nur jeweils halbe Tage in Präsenz lernen. Gut 10 Prozent der Befragten wollen Distanzunterricht, und 20,6 Prozent gaben an, Eltern sollten selbst entscheiden können.

Mit den Corona-Schutzmaßnahmen insgesamt zeigt sich ein Drittel der Eltern zufrieden, knapp 45 Prozent gehen sie nicht weit genug. Bei den Eltern von Förderschülern fällt die Zufriedenheit deutlich höher aus (49,7 Prozent). Das führt die LEK darauf zurück, dass in Förderschulen nach einem positiven PCR-Pool-Test auch weiterhin mit PCR-Einzeltests im Labor nachgetestet wird. Die PCR-Tests im Labor gelten als besonders genau.

An diesem Freitag will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit Schülervertretern und Bau-Experten Kampagnen für dringend nötige Schulsanierungen in NRW und Bayern vorstellen. «Bis heute mangelt es an Luftfiltern, Kinder und Lehrende sitzen viele Stunden täglich in baufälligen und stickigen Gebäuden», kritisiert die DHU. «Durch fehlende Wärmedämmung wächst der Schimmel in den Klassenzimmern und im Keller bollert häufig eine Öl- oder Gasheizung, die die Klimakrise weiter anfeuert.» Statt Vorbild beim Klimaschutz zu sein, seien die öffentlichen Schulgebäude «echte Klimakiller» und gefährdeten zudem die Gesundheit der Kinder.

10.02.2022

Etwa sechs Prozent der Schüler infiziert oder in Quarantäne

Berlin (dpa) - Die Zahl der Corona- und Quarantänefälle an Schulen ist weiter gestiegen. Deutschlandweit waren in der vergangenen Woche etwa sechs Prozent der Schülerinnen und Schüler in Quarantäne oder selbst mit Corona infiziert. Die Kultusministerkonferenz gab am Donnerstag die wöchentlichen Zahlen bekannt, die auf Rückmeldungen aus den Bundesländern beruhen.

Demnach waren bei 275 000 Schülerinnen und Schülern Corona-Infektionen bekannt (Vorwoche 226 000). Darüber hinaus waren 273 000 in Quarantäne (Vorwoche 270 000). In die Statistik fließen wöchentlich je nach Ferienstand und Rückmeldungen aus den Ländern zwischen 9 und 10 Millionen Schüler und mehr als 28 000 Schulen ein. In der aktuellen Statistik waren es 9,4 Millionen.

Auch bei den Lehrkräften sind die Zahlen weiter gestiegen: 24 800 waren entweder infiziert oder in Quarantäne. In der Vorwoche waren es knapp 20 000 bei insgesamt knapp 900 000 Lehrkräften. Insgesamt waren 34 Schulen ohne Präsenzbetrieb (Vorwoche 21). Etwa 1700 meldeten Einschränkungen (Vorwoche 2000) des Präsenzbetriebs.

Die Statistik gibt nur einen groben Überblick, da nicht in allen Ländern vollständige Zahlen erhoben werden. Aus Hamburg und Niedersachsen etwa liegen keine Daten zu Quarantänefällen vor. In Berlin und Brandenburg waren in der vergangenen Woche außerdem Ferien. Berlin hatte zudem bereits in der Vorwoche die Meldung von Zahlen eingestellt. Begründung: «In der Schule durchgeführte Schnelltests werden nicht mehr durch PCR-Tests bestätigt, so dass keine validen Daten vorliegen.»

Eltern-Umfrage: Mehrheit fordert weiter Präsenzunterricht

Dortmund/Düsseldorf (dpa/lnw) - Viele Eltern in Nordrhein-Westfalen wünschen sich einer Umfrage zufolge weiter Präsenzunterricht für ihre Kinder. Und nur wenige sind von der Sicherheit der Teststrategie für Schüler überzeugt, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Online-Umfrage der Landeselternkonferenz mit breiter Beteiligung ergab. An der Erhebung, die keinen wissenschaftlich-repräsentativen Charakter hatte, nahmen den Angaben zufolge in der vergangenen Woche 39 526 Eltern teil, deren Antworten sich auf rund 49 190 Schüler bezogen, gut die Hälfte (53 Prozent) darunter auf Grundschüler.

Über alle Schularten hinweg sprechen sich demnach gut 57 Prozent der Eltern für Unterricht im Klassenzimmer aus. Weitere 11,6 Prozent befürworten einen Wechselunterricht an den Schulen - geteilte Klassen, die abwechselnd zu bestimmten Tagen kommen oder auch getrennt nur jeweils halbe Tage in Präsenz lernen. Gut 10 Prozent der Befragten wollen Distanzunterricht und 20,6 Prozent gaben an, Eltern sollten selbst entscheiden können.

Mit den Corona-Schutzmaßnahmen insgesamt zeigen sich Drittel (33,2 Prozent) der Eltern zufrieden, knapp 45 Prozent gehen sie nicht weit genug. Und 22 Prozent meinen, die Maßnahmen seien zu weitreichend oder nicht notwendig. Beim Blick auf das Corona-Testsystem falle die hohe Zufriedenheit - 49,7 Prozent - bei den Förderschuleltern auf. Das ist laut LEK damit zu erklären, dass in den Förderschulen nach einem positiven PCR-Pool-Test auch weiterhin mit PCR-Einzeltests im Labor nachgetestet wird.

Dagegen sind unter den befragten Grundschuleltern nur 23,5 Prozent von der Sicherheit des Testverfahrens überzeugt und 53,2 Prozent sehen sie als nicht gegeben an. Seit Ende Januar testen sich Grundschüler nach einem positiven PCR-Pool-Test der Klasse im Anschluss nur noch selbst mit Schnelltests nach. Die PCR-Tests im Labor gelten als besonders genau.

Mit Blick auf die weiterführenden Schulen halten 36,5 Prozent der Eltern das Testsystem für sicher, gut 40 Prozent für unsicher.

Ein Großteil der Eltern in NRW könnten oder wollten nicht auf Präsenzunterricht für ihre Kinder verzichten, bilanzierte die LEK-Landesvorsitzende Anke Staar. Viele seien in Sorge und wünschten sich mehr Schutzmaßnahmen.

09.02.2022

Umfrage: Viele Schüler mit psychosozialen Problemen durch Corona

München (dpa/lby) - In fast jeder ihrer Klassen sitzen nach Einschätzung bayerischer Gymnasiallehrer Kinder oder Jugendliche, für die eine psychosoziale Unterstützung zur Bewältigung der Corona-Krise notwendig scheint. In rund zwei Drittel der Klassen benötigen demnach ein bis drei Schülerinnen und Schüler Hilfe, in gut jeder fünften sind es bis zu sechs, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Bayerischen Philologenverbands unter 1800 Mitgliedern ergab.

In sieben Prozent aller Klassen bräuchten gar mehr als sechs Kinder oder Jugendliche Hilfe. «Wir kommen nicht zum Lösen der Probleme der Schülerinnen und Schüler - seien es psychosoziale oder kognitive», bilanzierte Regina Knape, Schulpsychologin in Coburg. «Die Schule befindet sich noch immer in einem Krisenzustand.»

«Nach Einschätzung der Lehrkräfte hat sich die Situation keineswegs verbessert», sagte der Vorsitzende des Philologenverbands, Michael Schwägerl. «63 Prozent sehen im Vergleich zum letzten Schuljahr eine Verschlechterung mit Blick auf die psychosozialen Probleme der Schülerinnen und Schüler.»

Dies liegt nach Einschätzung des Gilchinger Beratungslehrers Michael Lilla auch daran, dass bei der Befragung im Vorjahr durch den Distanzunterricht viele Notlagen bis hin zu Selbstverletzungen oder Suizidgedanken unbemerkt geblieben seien. Die Lösung - darin waren sich die Lehrkräfte einig - seien in erster Linie mehr Stunden für Schulpsychologen und Beratungskräfte, am besten im Umfang von einer Lehrerstelle pro Schule.

08.02.2022

Mehr Zeit in Abschlussprüfungen für Abiturienten

Testen, Lüften, Quarantäne und viele Regeln - auch an den Schulen gelten in Corona-Zeiten viele Extra-Regeln. Und bei den Abiturprüfungen steigt der Druck. Die Kultusministerin bessert nach.

Stuttgart (dpa/lsw) - Abiturientinnen und Abiturienten im Südwesten bekommen bei den Abschlussprüfungen in diesem Schuljahr mehr Zeit. Bei schriftlichen Prüfungen mit Bearbeitungszeiten von mindestens 180 Minuten gibt es 30 Minuten obendrauf, erklärte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Das gelte etwa für die Fächer Mathematik und Deutsch. Bei kürzeren Prüfungen werden 15 Minuten draufgeschlagen.

«Die Jahrgänge, die jetzt ins Abi gehen, sind absolute Corona-Jahrgänge», sagte Schopper. Deswegen seien die Regeln für die Prüfungen - wie im vergangenen Schuljahr - angepasst worden. Schopper bekräftigte, dass wer bei den mündlichen Prüfungen «sozusagen einen Bock geschossen hat», also null Punkte erreicht hat, die Prüfung wiederholen dürfe. Bereits Mitte Januar hatte Schopper angekündigt, die harte Null-Punkte-Regel zu kippen. Die Ministerin betonte, dass wer für das Abitur zugelassen werde, bereits zwei Drittel der erforderlichen Leistungen erbracht habe. Lehrkräfte sollen außerdem mehr Prüfungsaufgaben als sonst zugeschickt bekommen, aus denen sie auswählen dürfen.

Die schriftlichen Prüfungen beginnen in Baden-Württemberg in diesem Jahr nach den Osterferien am 25. April.

Mitte vergangener Woche hatte die Regierung entschieden, dass nicht mehr ganze Klassen oder Gruppen in häusliche Isolation geschickt werden müssen, wenn es einen größeren Corona-Ausbruch gibt. «Wir haben ein Infektionsgeschehen, was tatsächlich auch entsprechend in den Schulen grassiert», erklärte Schopper. Man habe es aber sehr gut hingekriegt, dass der Präsenzunterricht gewährleistet werden könnte.

Im Südwesten gibt es rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler, von denen etwa 2 Prozent (30 300) positiv getestet wurden (Stand Montag). Unter den Lehrkräften gab es zuletzt rund 2400 registrierte Fälle. Das entspricht etwa 1,8 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer. Von den rund 4400 Schulen im Südwesten war zuletzt eine Schule geschlossen, an etwa 250 Schulen gab es nach Angaben der Ministerin ein erhöhtes Infektionsgeschehen.

Corona-Pandemie führt zu deutlich mehr Klassenwiederholungen

Hamburg (dpa/lno) - Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Anstieg der Klassenwiederholungen an den Schulen geführt. «Während im Schuljahr 2020/21 nur 1801 Schülerinnen und Schüler eine Klassenstufe wiederholten, sind es im laufenden Schuljahr 2854», teilte die Schulbehörde am Dienstag mit. Normalerweise ist das Wiederholen einer Klasse in Hamburg in der Regel nicht möglich. Es gilt das Prinzip «Fördern statt Wiederholen». Wegen der Corona-Pandemie hat die Behörde es Schülerinnen und Schülern mit coronabedingt starken und fächerübergreifenden Lernlücken ausnahmsweise ermöglicht, Anträge auf Klassenwiederholungen zu stellen.

Aufgrund des erhöhten Anteils von Klassenwiederholungen sank den Angaben zufolge die Zahl der Schulabgänger von 16 822 im Jahr 2020 auf 16 400 im vergangenen Jahr. Die meisten von ihnen - 9101 Jugendliche - verließen die Schule mit dem Abitur in der Tasche, 3053 mit einem mittleren Schulabschluss und 2672 mit einem ersten Schulabschluss. 945 Jugendliche verließen die allgemeinbildenden Schulen ohne Abschluss. Das seien rund 170 weniger als im Vorjahr.

07.02.2022

Lehrer an Wüst: Schulbetrieb zur Chefsache machen

Seit Wochen klettern die Infektionszahlen auch an den Schulen enorm. Inzwischen sind 8,5 Prozent der Schüler nicht mehr im Präsenzunterricht. Lehrer schlagen Alarm, Eltern sind verunsichert.

Dortmund/Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Lehrergewerkschaft VBE hat NRW-Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) aufgefordert, einen funktionierenden Schulbetrieb zur Chefsache zu machen. «Sie als Ministerpräsident sind gefordert, umfassende, ressortübergreifende Leitplanken für ein funktionierendes Schulsystem in NRW zu setzen», hieß es in einem offenen Brief an Wüst, den der Verband am Montag veröffentlichte. Die Schulen seien nach zwei Jahren Pandemie und Infektionszahlen in unvorstellbaren Höhen am Limit. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die coronabedingt nicht am Präsenzunterricht teilnehmen kann, liegt aktuell laut Schulministerium bei rund 8,5 Prozent.

Wüst müsse kurzfristig Entlastungen für Schulleitungen, Lehrkräfte und das gesamte pädagogische Personal auf den Weg bringen, verlangte der Verband Bildung und Erziehung (VBE). «Die Schulen befinden sich in einer Situation, die durch fehlendes langfristiges Handeln der Landesregierung entstanden ist.» Derzeit könnten Schulen «ausschließlich den Mangel verwalten». Es brauche mehr qualifiziertes Personal und Gesundheitsfachkräfte, damit «das Ziel der Chancengerechtigkeit keine leere Worthülse bleibt», mahnten die Unterzeichner vom VBE-Landesvorstand. Konkret seien auch Testteams vor den Schulen nötig.

Lehrer müssten sich wieder auf Unterricht und Förderung der Schülerschaft konzentrieren können, betonte der VBE. In seiner Regierungserklärung Anfang November habe Wüst zugesagt, er werde sich persönlich dafür einsetzen, Bildung und Erziehung nachhaltig zu stärken. «Der VBE NRW fordert Sie heute auf, diese Ankündigung umzusetzen.»

Zuvor hatte auch die Landeselternkonferenz in NRW ihren Unmut in einem Brief an das Schulministerium und das Gesundheitsministerium geäußert. Vor allem die geänderte Teststrategie für Grundschulkinder verunsichere viele Familien und steigere das Infektionsrisiko. Abhilfe sei dringend nötig. Die Bedürfnisse der Kinder und Schulen müssten vorangestellt werden.

Die Zahl der infizierten Schüler nimmt weiter zu. Zum Stichtag 2. Februar meldeten die Schulen 95 933 bestätigte Corona-Fälle unter der Schülerschaft - nach 76 988 Fällen eine Woche zuvor, wie es aus dem Düsseldorfer Schulministerium hieß. Zudem befinden sich 77 572 Kinder und Jugendliche in Quarantäne. Das bedeutet zwar einen Rückgang im Vergleich zu 88 571 Betroffenen zum Stand 26. Januar. Die Zahl aller Schüler, die nicht im Klassenraum lernen konnten, kletterte aber insgesamt leicht auf nun gut 8,5 Prozent - eine Woche zuvor hatte der Anteil bei rund 8 Prozent gelegen.

Bei den Lehrkräften kam es ebenfalls zu einem Anstieg mit 5767 Corona-Fällen (zuvor 4101) und 2114 Quarantäne-Fällen (Vorwoche 2086). Unverändert waren vier Schulen pandemiebedingt ganz geschlossen. Fast 80 Prozent der Lehrkräfte sind inzwischen geboostert.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte, ihr sei bewusst, welcher Anstrengungen es vor Ort bedürfe, um den Unterrichtsbetrieb zu organisieren. In der vergangenen Woche habe sie den Schulen daher mehr Handlungsspielräume ermöglicht, um Unterricht auch etwa bei Personalengpässen sicherstellen zu können. Immerhin könnten mehr als 90 Prozent der Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen.

Infektionszahlen bei Schülern und Lehrern steigen weiter

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Zahl der Schüler, die wegen der Pandemie in NRW nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, nimmt weiter zu. Zum Stichtag am 2. Februar meldeten die Schulen 95 933 bestätigte Corona-Fälle unter der Schülerschaft - nach 76 988 Fällen eine Woche zuvor, wie es am Montag aus dem Schulministerium in Düsseldorf hieß.

Zudem befinden sich nach den aktuellsten Meldungen 77 572 Kinder und Jugendliche in Quarantäne - das bedeutet einen Rückgang im Vergleich zu 88 571 Betroffenen zum Stand 26. Januar. Die Zahl aller Schüler, die nicht im Klassenraum lernen konnten, kletterte aber insgesamt leicht auf nun 8,5 Prozent - eine Woche zuvor hatte der Anteil bei rund 8 Prozent gelegen.

Bei den Lehrkräften kam es ebenfalls zu einem Anstieg, mit 5767 Corona-Fällen (zuvor 4101) und 2114 Quarantäne-Fällen (Vorwoche 2086). Unverändert waren vier Schulen pandemiebedingt ganz geschlossen. Die Infektionszahlen steigen auch außerhalb der Schulen in NRW und im Bund erheblich.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte, nahezu 80 Prozent der Lehrkräfte seien inzwischen geboostert. Ihr sei bewusst, welche Anstrengungen den Beteiligten vor Ort abverlangt würden, um den Unterrichtsbetrieb zu organisieren. Immerhin sei für mehr als 90 Prozent der Schüler Präsenzunterricht möglich.

Inzidenz bei jüngeren Schulkindern beträgt fast 5000

Erlangen (dpa/lby) - Die Corona-Inzidenz bei Schulkindern erklimmt in Bayern immer neue Höhen. In der Altersgruppe der Sechs- bis Elfjährigen liegt sie inzwischen bei 4828, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Montag mitteilte. Das ist ein Anstieg um rund ein Drittel zu dem vor einer Woche gemeldeten Wert. Inklusive Nachmeldungen könnte der Wert zudem noch auf mehr als 5000 steigen, hieß es. Das würde bedeuten, dass sich binnen einer Woche etwa jedes 20. Kind dieser Gruppe infiziert hätte.

Die zweit- und dritthöchsten Inzidenzen gibt es in den Altersgruppen der Zwölf- bis 15-Jährigen mit 3653 und der 16- bis 19-Jährigen mit 2797. Auch hier steigen die Zahlen nach wie vor deutlich. Dahinter folgen die Altersgruppen 20 bis 34 mit einer Inzidenz von 2117 und null bis fünf Jahre mit 1907. Die niedrigsten Werte finden sich aktuell in der Gruppe über 80 mit 458 und bei den 60- bis 79-Jährigen mit 578. Für alle Gruppen sind dies die jeweils höchsten bisher erreichten Werte.

Bei allen Inzidenzen ist von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen, auf die auch das LGL hinweist. Bei Schul- und Kindergartenkindern dürfte sie wegen verpflichtender Corona-Tests aber niedriger ausfallen.

04.02.2022

Rund 13 000 Schüler wegen positiver Corona-Tests nicht in Schule

Hannover (dpa/lni) - Rund 13 000 Schülerinnen und Schüler können in Niedersachsen derzeit wegen eines positiven Corona-Tests nicht in die Schule gehen. Zudem seien 1080 Schulbeschäftigte, darunter 970 Lehrer betroffen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Freitag in Hannover. Drei komplette Schulen befinden sich derzeit im Distanzlernen - im Landkreis Peine, im Landkreis Göttingen sowie in der Stadt Salzgitter. Außerdem sind an 26 Schulen landesweit insgesamt 58 Klassen und Kurse im Distanzlernen. Auf die rund 3000 Schulen in Niedersachsen gehen etwa 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler.

Schullandheime bis Ostern ohne Gäste - Vereine hoffen auf Hilfen

Bis Ostern gibt es in Niedersachsen wegen der Omikron-Welle keine mehrtägigen Klassenfahrten. Das trifft die Schullandheime im Land, denn die Buchungslage war gut. Nun hoffen die Trägervereine auf Hilfen von der Landesregierung. Von dort kommen positive Signale.

Oldenburg (dpa/lni) - Das verlängerte Schulfahrten-Verbot bringt Schullandheime in Niedersachsen in finanzielle Bedrängnis. «Die Unsicherheit ist im Moment sehr groß», sagte der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Schullandheime, Heiko Pannemann, der Deutschen Presse-Agentur. Für Februar und März sei die Buchungslage wegen eines großen Nachholbedarfs ungewöhnlich gut gewesen. Wegen der Verfügung der Landesregierung, die das Verbot von mehrtägigen Klassenfahrten von Januar bis zu den Osterferien im April verlängerte, mussten diese Reisen aber nun storniert werden.

«Die Einnahmeausfälle durch weggefallene Schulfahrten bis zu den Osterferien werden sich in unseren 15 Häusern in Niedersachsen insgesamt auf ungefähr 500 000 Euro belaufen», sagte Pannemann. Im Gegensatz etwa zu Jugendherbergen, in denen auch noch andere Gästegruppen unterkommen, lebten die Schullandheime fast ausschließlich von Klassen- und Schulfahrten. Die 15 Häuser, die in der Arbeitsgemeinschaft organisiert sind, werden ehrenamtlich von Vereinen verwaltet. Schätzungen des Verbandes zufolge übernachten pro Jahr 90 000 bis 100 000 Schülerinnen und Schüler in den Häusern.

«Dieses Jahr wollten viele Schulen ihre ausgefallenen Fahrten nachholen. Alle Häuser waren sehr gut ausgelastet bis zu den Osterferien», sagte Pannemann. Üblicherweise starte die Saison in den Schullandheimen sonst erst nach Ostern. «Weil die Buchungslage so gut war, ist das echt ein Schlag ins Kontor, dass das Schulfahrten-Verbot verlängert wurde», sagte der stellvertretende Vorsitzende.

Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Variante des Coronavirus hatte das Kultusministerium verfügt, den Zeitraum für das Verbot mehrtägiger Schulfahrten zu verlängern. Demnach umfasst das Verbot nun nicht mehr nur Fahrten bis zum 31. Januar, sondern bis zum Anfang der Osterferien am 4. April. Eintägige Schulausflüge seien dagegen weiter möglich, wenn nach Abwägung der Schule der pädagogische Nutzen das Risiko durch das aktuelle Infektionsgeschehen überwiege, teilte das Ministerium mit.

Im vergangenen Jahr, als schon einmal Klassenfahrten ausfielen, hätten die Schullandheime Hilfsprogramme des Landes Niedersachsens und des Bundesfamilienministeriums in Anspruch nehmen können. Diese Programme seien nun aber ausgelaufen, eine Fortsetzung sei «hochnotwendig», sagte Pannemann. «Es kommen einige Häuser schnell an den Rand der Insolvenz, wenn Buchungen wegfallen und keine Förderungsmöglichkeit da ist.» Ein Sprecher des Sozialministeriums in Hannover sagte auf dpa-Anfrage, dass bereits an der Neuauflage eines Hilfsprogramms für die Schullandheime gearbeitet werde.

Die Bremer Schullandheime, die alle rund um die Hansestadt in Niedersachsen liegen, seien von dem Schulfahrten-Verbot dagegen wahrscheinlich weniger betroffen, sagte Holger Schröder, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bremer Schullandheime. Zwar lägen keine konkreten Zahlen vor, in der Vergangenheit seien aber 70 bis 80 Prozent der Buchungen für die Schullandheime auf Bremer Schulklassen entfallen. In Bremen gibt es derzeit kein Schulfahrten-Verbot. Die zehn Bremer Häuser seien für dieses Jahr gut gebucht, sagte Schröder. Wenn ein normaler Betrieb über die Hauptsaison ab März anlaufen könne, gebe es kein Risiko für finanzielle Schwierigkeiten.

 

03.02.2022

Esken: Müssen über zusätzliche Corona-Hilfen für Schüler nachdenken

Berlin (dpa) - SPD-Chefin Saskia Esken hat zusätzliche Corona-Hilfen für Schülerinnen und Schüler ins Spiel gebracht. Das Aufholpaket von Bund und Ländern unterstütze zwar besondere Maßnahmen, um Bildungsrückstände aufzuholen. «Weil die Corona-Pandemie aber länger andauert und tiefere Spuren hinterlässt als gedacht, müssen wir darüber nachdenken, ob die überwiegend auf 2021/2022 befristeten Maßnahmen ausreichen», sagte Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). «Durch die Corona-Beschränkungen, aber auch durch Leistungsdruck und Zukunftsängste hat sich gerade bei jungen Menschen eine psychisch-mentale Belastung aufgebaut, die nicht ohne Antwort bleiben darf.»

In einem offenen Brief von Schülervertretern, der im Netz unter dem Hashtag #WirWerdenlaut geteilt wird, werfen die Schülerinnen und Schüler der Politik derzeit vor, sie im Stich zu lassen. Sie fordern unter anderem Luftfilter in allen Schulen, kleinere Lerngruppen und PCR-Pooltests. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wertet die Initiative als Warnsignal an die politisch Verantwortlichen. «Es entsteht der Eindruck, dass Politik die Pandemie an den Schulen durchlaufen lässt - und damit die Gesundheit der Lehrkräfte, der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern gefährdet», sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem RND (Freitag).

Kaum Menschenleben gerettet? Lockdown-Studie in der Kritik

Eine Studie über Corona-Maßnahmen schlägt hohe Wellen. Angeblich sollen staatliche Lockdowns kaum Menschenleben gerettet haben. Doch ist das Papier dreier Ökonomen mit Vorsicht zu genießen.

Berlin (dpa) - Pandemie, Lockdowns, Corona-Tote. Mit diesen Zutaten kann man sich der öffentlichen Aufmerksamkeit häufig sicher sein. Nun hat es eine Studie ins mediale Rampenlicht geschafft - zunächst unter Umgehung einer wissenschaftlichen Kontrolle. Doch nicht nur das ist befremdlich an dem Papier.

Behauptung: Staatliche verordnete Maßnahmen während der Pandemie haben kaum oder keinen Einfluss auf die Zahl der Menschen, die in Zusammenhang mit Corona gestorben sind. So lautet das Ergebnis einer Studie dreier Ökonomen, die auf der Seite des Johns Hopkins Institute for Applied Economics veröffentlicht wurde.

Bewertung: Die Untersuchung wirft eine wichtige Frage auf, kann sie aber nicht abschließend klären. Experten nennen mehrere Kritikpunkte.

Fakten: Unbestritten ist, dass eine Reduktion von Kontakten die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Covid-19 verlangsamen. Das führt auch zu weniger Toten. Die Frage allerdings, ob darüber hinaus staatlich verordnete Maßnahmen helfen, ist Gegenstand der aktuell medial vielbeachteten Untersuchung der drei Ökonomen.

Was untersucht die Studie - und was nicht?

Ihr Papier bezeichnen Jonas Herby, Lars Jonung und Steve Hanke als sogenannte Meta-Studie, die als eine Art Überblick die Daten von Einzelstudien und Arbeitspapieren zusammenfasse. Die Autoren wollten prüfen: Gibt es Belege für die Annahme, dass staatlich verordnete Lockdowns einen zusätzlichen Effekt auf die Covid-19-Sterblichkeit hatten - verglichen mit den Maßnahmen, die die Bevölkerung ohnehin freiwillig umgesetzt hat?

Die Untersuchung macht also keinerlei Aussage darüber, ob generelle Maßnahmen wie Kontaktreduzierung, Maskentragen oder Handhygiene überflüssig gewesen seien. Auch fallen Informationskampagnen der Behörden oder bereitgestellte Testkapazitäten aus der Betrachtung.

Worüber kann die Studie keine Aussagen machen?

Wie die staatlichen Maßnahmen im Verlauf der Pandemie und unter anderen Voraussetzungen - wie etwa dem Vorhandensein von Impfstoffen - gewirkt haben, zeigen die Ergebnisse der Meta-Studie nicht. Denn die von ihr untersuchten Einzelstudien beschäftigen sich nur mit der ersten Infektionswelle im Frühjahr 2020.

Was in der Untersuchung überhaupt nicht betrachtet wird: «Wir schließen Studien aus, die Fälle, Krankenhausaufenthalte oder andere Messgrößen verwenden», heißt es explizit. Damit kann die Analyse nicht für Aussagen herangezogen werden, ob staatliche Maßnahmen zum Beispiel die Zahl der Corona-Infektionen oder die Menge an schweren Krankheitsverläufen beeinflussen. Doch gerade die drohende Überlastung in den Krankenhäusern und der Pflege war für die Politik immer wieder die Begründung für sehr tiefgreifende Regelungen.

Welche Einzelstudien sind einbezogen - und welche nicht?

Die Autoren wollen 18 590 Studien identifiziert haben, die sich potenziell mit ihrer Fragestellung befassen könnten. In Frage kommen aber nur 34 Studien, von denen schlussendlich allerdings lediglich 24 in die Meta-Analyse aufgenommen sind - neben von Fachleuten begutachteten Studien auch nicht evaluierte Arbeitspapiere.

Es gebe eine Fülle wissenschaftlich qualitativ wesentlich hochwertigere Studien, «die aber auf der Basis der von den Autoren gewählten Auswahlkriterien nicht berücksichtigt wurden», teilt der Leiter des Instituts für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie an der Universität Marburg, Max Geraedts, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Skepsis gegenüber der Meta-Analyse gibt es auch deswegen, weil die Gewichtung der herangezogenen Studien nicht eindeutig nachvollziehbar ist. Statistik-Professor Christoph Rothe von der Universität Mannheim zum Beispiel twittert: «In der von Ökonomen verfassten Meta-Analyse [...] werden Studien von Nicht-Sozialwissenschaftlern (z.B. Epidemiologie) automatisch als "von geringerer Qualität" eingestuft.»

Der Ökonom Andreas Backhaus analysiert, dass einige der untersuchten Einzelstudien «nicht übermäßig überzeugend» seien. Sie erhielten «in der Meta-Analyse jedoch ein sehr hohes Gewicht, treiben also das Gesamtergebnis», twitterte er. Backhaus ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

Was ist das konkrete Ergebnis der Meta-Studie?

Herby und seine Kollegen kommen in ihrem Papier zu dem Schluss, dass staatlich geregelte Maßnahmen weltweit im Vergleich zu Empfehlungen und freiwilligen Verhaltensänderungen der Bevölkerung kaum Effekt gehabt hätten: In der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 sei aus den untersuchten Studien herauszulesen, dass die Covid-Todesrate durch verordnete Regelungen um nur 0,2 Prozent gesenkt worden sei.

Herby erklärt konkret: «Es gab insgesamt ungefähr 300 000 Covid-19-Tote in Europa und den USA während der ersten Welle mit Lockdowns», schreibt er auf Twitter. «Ohne Lockdowns wären es nach wissenschaftlichen Schätzungen 300 601 gewesen.»

In einem ausführlichen Artikel zur Meta-Analyse erläutert Herby, dass diese nicht zwangsläufig den Schluss zulasse, Lockdowns hätten in keinem Land der Welt etwas bewirkt. Wenn Regierungen «das richtige Timing» für ihre Maßnahmen gefunden hätten, dann könnten die Regeln eine große Wirkung erzielt haben.

Die 0,2 Prozent beziehen sich auf alle staatlichen Maßnahmen zum Lockdown insgesamt. Einzelnen Regelungen hingegen wird in der Meta-Analyse durchaus ein deutlicher Effekt hinsichtlich der Todeszahlen zugeschrieben - etwa dem Maskentragen am Arbeitsplatz oder geschlossenen Clubs und Bars.

Was versteht die Studie unter Lockdown?

Herby und Kollegen definieren Lockdown «als die Auferlegung von mindestens einer obligatorischen, nicht-pharmazeutischen Intervention». Unter diese fallen staatliche Anordnungen, die Menschen direkt betreffen - wie etwa die Einschränkung der Bewegungsfreiheit oder das Verbot grenzüberschreitender Reisen.

Das Team um den Mobilitätsforscher Kai Nagel von der Technischen Universität Berlin hält den Begriff Lockdown für nicht sehr aussagekräftig. «In Deutschland wurde darunter vor allem ein weitgehendes Herunterfahren der öffentlichen Freizeit, des Einzelhandels sowie der Schulen verstanden», erklären die Experten. Hingegen sei hierzulande im Bereich Arbeit im Vergleich zu anderen Ländern wenig eingegriffen worden.

Besonders problematisch ist, dass sich die Meta-Analyse auf den «Government Stringency Index» der Universität Oxford bezieht. «Die Studien zum Stringency-Index zeigen, dass die Covid-19-Sterblichkeit durch Lockdowns in Europa und den Vereinigten Staaten im Durchschnitt nur um 0,2 Prozent gesenkt werden konnte», schreiben die Autoren.

Doch hat dieser Index einen massiven Nachteil. Denn er beachtet immer nur die strengsten Maßnahmen, die egal auf welcher Verwaltungsebene in einem Land gelten. Beispiel Deutschland: Haben Bundesländer oder gar einzelne Landkreise zeitweise strengere Regeln, als sie bundesweit vorgesehen sind, behandelt der Stringency-Index das so, als würden die Maßnahmen deutschlandweit gelten.

«Dieser Index kann die tatsächliche Effizienz verschiedener ergriffener Maßnahmen nicht objektiv bewerten», heißt es denn auch von Nagel und Kollegen. Der Epidemiologe Geraedts aus Marburg findet «besonders problematisch», dass unklar sei, inwiefern diese staatlichen Maßnahmen «tatsächlich in den verschiedenen betrachteten Ländern durchgesetzt wurden».

Wie wird die Arbeit in Fachkreisen eingeschätzt?

Die Berliner Mobilitätsforscher um Nagel sehen in der Studie von Herby und Kollegen «erste Ansätze», um die Wirkung behördlicher Anordnungen besser zu verstehen, wie sie auf dpa-Anfrage schreiben. Das Team weist allerdings darauf hin, dass die deutsche Bevölkerung bereits während der ersten Corona-Welle ihre Mobilität eingeschränkt habe, «bevor die formalen Restriktionen begannen» - und dass die Menschen wieder mehr unterwegs waren, bevor die Politik offiziell die formalen Restriktionen beendet habe. Eine Reaktion der Bevölkerung hänge also von vorgegebenen Regeln ab.

Eine Schwierigkeit - auch dieser Meta-Analyse - ist es also, herauszuarbeiten, welchen Anteil staatliche Regelungen am tatsächlichen Verhalten der Menschen hat.

Auch Geraedts gibt zu bedenken, dass sich die Bevölkerungen in den unterschiedlichen Ländern auch bereits ohne verpflichtende Maßnahmen in ihrem Verhalten an die Pandemie angepasst habe. Er wirft den Autoren vor, mit einer «eklektischen Literaturzusammenstellung» absichtlich versucht zu haben, die von Ihnen gewünschte Aussage zu belegen.

Wer steckt eigentlich hinter der Studie?

Die Autoren sind keine Epidemiologen, Virologen oder sonstige Mediziner. Steve Hanke ist Professor für angewandte Wirtschaftswissenschaften an der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland). Auf dem Server seiner Hochschule ist das Papier der drei Ende Januar veröffentlicht worden. In der Werbung für die Studie schrieb er damals auf Twitter: «Lockdowns sind für Verlierer.» Zudem ist er in der Vergangenheit damit aufgefallen, staatliche Corona-Maßnahmen etwa in Italien oder Deutschland öffentlich als «faschistisch» zu bezeichnen.

Zudem ist Hanke leitender Wissenschaftler am Cato-Institut, einer wirtschaftspolitischen US-Denkfabrik mit nach eigenen Angaben «libertären Prinzipien», die sich gegen staatlichen Einfluss in Wirtschaft und Gesellschaft einsetzt.

Jonas Herby ist ein Berater der politisch-libertären Denkfabrik Cepos in Kopenhagen. Nach eigener Aussage sind seine Schwerpunkte Recht und Wirtschaft. Der dritte Autor ist der pensionierte Wirtschaftsprofessor Lars Jonung, der an der Universität im schwedischen Lund lehrte.

Warum ist der Weg der Veröffentlichung befremdlich?

Die Studie ist nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen, sondern Ende Januar auf der Internetseite eines der wirtschaftswissenschaftlichen Institute der Johns Hopkins Universität. «Der gute Ruf der Johns Hopkins Universität wurde genutzt, um diesem Arbeitspapier eine hohe Glaubwürdigkeit zu bescheinigen», erklärt Experte Geraedts aus Marburg.

«Die Publikationsreihe erlaubt es Studierenden, Mitarbeitenden und ehemaligen Angehörigen dieses Instituts, ihre Arbeiten zur Diskussion zu stellen», so Geraedts. Qualitätskriterien, die Arbeitspapiere erfüllen müssten, würden auf der Institutsseite nicht benannt.

Die Ergebnisse von Herby und Co. wurden also vor Veröffentlichung nicht in einem nachvollziehbaren Prüfverfahren untersucht. «Dadurch umgehen die Autoren die Begutachtung durch Fachleute (Peer Review), eine der wichtigsten Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der Wissenschaft», teilt der Virologe Friedemann Weber von der Universität Gießen der dpa mit. «Studien im Eigenverlag herausgeben ist absolut unüblich und unwissenschaftlich.» Auch Geraedts wirft den Autoren vor, «bewusst nicht den Weg gewählt» zu haben, ihre Methodik und die daraus erzielten Ergebnisse und Interpretationen von unabhängigen Wissenschaftlern überprüfen zu lassen.

 

02.02.2022

Ganze Klassen und Kita-Gruppen müssen nicht mehr in Quarantäne

Die Schulen sollen aufbleiben, die Gesundheitsämter kommen wegen Omikron eh nicht mehr hinterher: Deshalb lockert das Land die Regeln für Quarantäne. Gewerkschaften sehen ein «Durchseuchungsexperiment».

Stuttgart (dpa/lsw) - Das Land Baden-Württemberg ändert mitten in der Omikron-Welle seine Quarantäne-Regeln in Schulen und Kitas: Künftig müssen nicht mehr ganze Klassen oder Gruppen in häusliche Isolation geschickt werden, wenn es einen größeren Corona-Ausbruch gibt. «Damit schützen wir den Präsenzunterricht und gewährleisten einen einigermaßen geregelten Schul- und Kitabetrieb», sagte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart. Auch Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) hält den Schritt für verantwortbar - trotz Inzidenzwerten von mehr als 3400 bei den sechs bis neun Jahre alten Kindern und von mehr als 2400 bei den 10- bis 19-Jährigen.

Die Lehrer-Gewerkschaften halten die neuen Regeln für einen «Witz». Gerhard Brand, Landeschef des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) sagte: «Dies klingt nach einem gezielten Durchseuchungsexperiment und steht im krassen Widerspruch zum gegenwärtigen exponentiell fortschreitenden Infektionsgeschehen.»

Lucha sagte: «Nach der alten Regel hätten immer mehr komplette Schulklassen und Kitagruppen in Quarantäne gehen müssen - das wollen wir verhindern.» Die aktuelle Omikron-Variante verlaufe etwas milder. «Zudem sind immer mehr Menschen im Land geboostert und damit auch die Familienmitglieder der Schülerinnen und Schüler und Kitakinder geschützt.» Schopper ergänzte: «Mit regelmäßigen Testungen, Masken, dem Förderprogramm für Luftfilter und Vorgaben zum Lüften können wir diesen Schritt gehen und gewähren weiterhin einen sehr hohen Schutz für die Jugendlichen und ihre Familien.»

Die Landeschefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Monika Stein, widersprach vehement. Die Regierung habe viel zu wenig getan, um die Corona-Zahlen zu bremsen. Es gebe keine FFP2-Masken und viel zu wenige Luftreiniger. «Wir können nur hoffen, dass möglichst niemand in der Schulgemeinschaft schwer erkrankt.» Der Philologenverband erklärte, durch die neue Regelung werde die Zahl der Schüler in Quarantäne sinken. «So kann man auch versuchen, das explodierende Infektionsgeschehen an den Schulen und Kitas schönzureden», sagte Landeschef Ralf Scholl. VBE-Landeschef Brand sprach zudem von einem kommunikativen Desaster, weil die Information nicht zuerst aus dem Kultusministerium gekommen sei. «Wer ist denn eigentlich für die Schulen im Land zuständig?»

Das Sozialministerium aktualisierte ihren Handlungsleitfaden für die Gesundheitsämter. Demnach müssen sich künftig nur noch positiv getestete Kitakinder und Schülerinnen und Schüler absondern. Bisher war es so, dass die ganze Klasse oder Kitagruppe in Quarantäne geschickt werden musste, wenn mehr als fünf Jugendliche oder Kinder oder 20 Prozent einer Klasse oder Gruppe infiziert waren.

Schopper sagte der dpa, über Fernunterricht sollten künftig die Schulleitungen befinden. «Eigentlich ist es so, dass die Schulleitungen das relativ selbstständig entscheiden können.» Hintergrund sei, dass es auch aus organisatorischen Gründen notwendig sein könne, vorübergehend im Fernunterricht zu unterrichten - zum Beispiel wenn zahlreiche Lehrkräfte erkrankt sind. Die neue Regel lautet: Wenn der Präsenzunterricht auch unter Ausschöpfung aller Ressourcen nicht mehr vollständig sichergestellt werden kann, können Schulen vorübergehend für einzelne Klassen oder auch die gesamte Schule zu Fernunterricht oder Hybridunterricht wechseln.

Omikron hat zuletzt zu einem rasanten Anstieg der Corona-Zahlen an den Schulen im Südwesten geführt. Die Folge sind Unterrichtsausfälle und hohe Belastungen in den Lehrkollegien. Im Vergleich zum vergangenen Herbst habe sich die Zahl der Infektionsfälle an den Schulen in Baden-Württemberg verzehnfacht, sagte Brand. Experten gehen davon aus, dass Mitte Februar der Höhepunkt der Omikron-Welle erreicht wird.

Laut Kultusministerium blieben am Mittwoch 1071 Schulklassen coronabedingt zu Hause. Eine Woche zuvor waren es noch 731 Klassen. Infiziert sind derzeit 2589 Lehrkräfte (1,88 Prozent). 1661 weitere Lehrerinnen und Lehrer, das sind 1,21 Prozent aller Lehrkräfte, befinden sich aktuell in Quarantäne (Stand Mittwoch). Darüber hinaus wurden 35 444 Schülerinnen und Schüler positiv auf Corona getestet. Das sind etwa 2,42 Prozent. 38 502 weitere Schülerinnen und Schüler (2,62 Prozent) befinden sich in Quarantäne. Die Belastung der Lehrkräfte sei hoch, sagte der VBE-Chef: «Die Nerven liegen blank.»

Sonderregeln für Schulabschlussprüfungen - Distanzunterricht möglich

Schon zum dritten Mal stehen in diesem Frühjahr Abi-Prüfungen unter Corona-Bedingungen an. Das Schulministerium gestattet auch dem Abschluss-Jahrgang 2022 Erleichterungen. Und was ist den Schulen sonst erlaubt in der Pandemie? Dazu gibt es nun Klarstellungen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Auch in diesem Jahr wird es an den nordrhein-westfälischen Schulen wegen der Corona-Pandemie Erleichterungen für die bevorstehenden Abschlussprüfungen geben. Das gab NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf bekannt.

Gleichzeitig stellte sie einen Handlungsrahmen vor, wie Schulen auf drastische Personalengpässe infolge der pandemischen Entwicklung reagieren könnten. In besonderen Ausnahmefällen sei es, nach Ausschöpfen aller weiteren Möglichkeiten, auch zulässig, für einzelne Jahrgangsstufen und Lerngruppen vorübergehend Distanzunterricht anzubieten, erklärte sie. Oberstes Ziel der Landesregierung bleibe es aber, den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten und notwendige Einschränkungen schnellstmöglich wieder aufzuheben, betonte die Ministerin.

«Es wird keinen flächendeckenden Distanzunterricht, so wie im vergangenen Jahr, mehr geben», versicherte Gebauer. «Die Folgen dieses Distanzunterrichts über mehrere Wochen spüren wir bei den Schülerinnen und Schülern sehr deutlich.» Da mit allen Schutzvorkehrungen sichergestellt werde, dass über 90 Prozent aller Schüler in NRW am Unterricht teilnehmen könnten, wäre ein flächendeckender Distanzunterricht auch nicht verhältnismäßig, stellte Schulstaatssekretär Mathias Richter fest. Hinzu komme: «Die Schulen wollen es nicht.»

Im Notfall seien aber eine ganze Reihe von Maßnahmen zulässig. Über einen vorübergehenden Distanzunterricht für einzelne Klassen und Lerngruppen entscheide die Schule vor Ort. Die Schulkonferenz sei dabei einzubinden. Der Schulaufsicht müsse die Entscheidung aber nur angezeigt, sie müsse nicht dort genehmigt werden. In der Schuleingangsphase, in den Abschlussklassen und für Schüler vor wichtigen Qualifikationen oder Übergängen sei aber Präsenzunterricht sicherzustellen.

Auch die Zahl der schriftlichen Leistungsüberprüfungen könne vorübergehend vermindert werden - in einzelnen Fächern auch die Zahl der Wochenstunden. Letzteres gelte jedoch nicht für prüfungsrelevante Fächer zentraler Prüfungsverfahren. Falls die Lehrkräfte-Ausstattung das zulasse, seien Kürzungen ansonsten möglichst gleichmäßig auf die Fächer zu verteilen, sagte Gebauer.

Die Schüler seien weiterhin verpflichtet, an den wöchentlichen Corona-Tests teilzunehmen beziehungsweise negative Bürgertests vorzulegen und Maske im Unterricht zu tragen, bekräftigte Gebauer. Eine Impfpflicht werde aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme am Unterricht.

Trotz der hohen Neuinfektionsraten nehme die Landesregierung keineswegs eine Durchseuchung der Grundschulen in Kauf, betonte Gebauer. Gerade Grundschulen seien mit zwei PCR-Tests pro Woche so gut überwacht wie keine andere gesellschaftliche Gruppe.

Für die bevorstehenden zentralen Abschlussprüfungen der Klasse 10 und der angehenden Abiturienten werde es auch in diesem Jahr wieder eine erweiterte Aufgabenauswahl geben, kündigte die Ministerin an. Dadurch werde die Auswahl an Themen erhöht, die zum erteilten Unterricht passten.

Für die Abiturienten sei zudem erneut eine besondere Prüfungsvorbereitungszeit vorgesehen: Vom 1. bis zum 7. April 2022 werde für sie Unterricht nur noch zur Vorbereitung auf die Prüfungen in den Abiturfächern erteilt. Diese Maßnahme sei im vergangenen Jahr von den Schülern sehr begrüßt worden, sagte die Ministerin.

Für die zentralen Prüfungen der Klasse 10 würden, ebenso wie schon im vorherigen Jahr, fachliche Vorgaben konkretisiert und bestimmte Inhalte der Kernlehrpläne von der Prüfung ausgenommen. Der Stoff werde auf die Unterrichtszeit nach der Prüfung verschoben, erläuterte die Ministerin. Dadurch würden die Prüflinge entlastet, ohne bundesweite Bildungsstandards einzuschränken. «Wer am Ende dieses Schuljahres eine zentrale Abschlussprüfung ablegt, der wird hier bei uns in Nordrhein-Westfalen auch einen vollwertigen Abschluss erhalten», versicherte die Ministerin.

01.02.2022

Schulbehörde schnürt Förderpaket gegen Corona-Folgen

Die Folgen von Corona auf Schülerinnen und Schüler sind vielfältig. Nach den Schulschließungen werden Lernrückstände und psychische Probleme sichtbar. Der Bund gibt viele Millionen, um etwas dagegen zu tun. Hamburgs Schulbehörde legt einen Plan vor.

Hamburg (dpa/lno) - Mit einem Förderpaket im Umfang von 34 Millionen Euro will Hamburg gegen Lernrückstände und psychische Probleme bei Schülern durch coronabedingte Schulschließungen vorgehen. Mit rund 26 Millionen Euro würden zusätzliche Förderkurse am Nachmittag und Lernangebote in den Ferien finanziert, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag. Weitere acht Millionen Euro würden für zusätzliche Beratungs- und Unterstützungsangebote für Schülerinnen und Schüler mit sozialen und psychischen Problemen bereitgestellt.

«Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass die Schulschließungen deutliche Spuren in der Bildung sowie der seelischen und sozialen Entwicklung vieler Schülerinnen und Schüler hinterlassen haben», sagte der Senator. Entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen sei deshalb, «dass die Schulen jetzt offen bleiben».

Es handele sich um einen Ausbau schon bestehender Maßnahmen, sagte Rabe, für die die Stadt bereits eine viel höhere Summe ausgebe. Mit den zusätzlichen 34 Millionen Euro solle das Angebot erweitert werden. 32 Millionen Euro stammen nach seinen Angaben vom Bund, 2 Millionen lege Hamburg zusätzlich «oben drauf».

Für alle Schülerinnen und Schüler sollen in den Ferien zusätzliche kostenlose Lernkurse mit kleinen Lerngruppen von rund acht Schülern pro Kurs angeboten werden. Auch die speziellen Förderkurse für Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse, in der über den Besuch der weiterführenden Schule entschieden wird, sollen ausgebaut werden. Ebenso die allgemeine Lernförderung am Nachmittag, die für Schüler, die eine ungenügende Leistung in Fächern wie Deutsch oder Mathe erbracht haben, verpflichtend ist. Sie soll nun auch allen anderen Schülern offenstehen. Zudem würden Lernfördermaßnahmen für die berufsbildenden Schulen gebündelt.

Um die psychosozialen Probleme der Kinder und Jugendlichen aufzufangen, sollen 20 zusätzliche Psychologen befristet eingestellt werden. An den Gymnasien würden die Beratungslehrer in den kommenden eineinhalb Jahren pro Woche mit zwei Unterrichtsstunden entlastet, damit sie sich stärker psychisch belasteten Schülern widmen können. Auch soll es mehr Schulbegleitungen und zwei zusätzliche temporäre Lerngruppen für besonders belastete Kinder und Jugendliche geben.

Alles, was zusätzlich an Förderung angeboten werde, sei «freiwillig in der Teilnahme und es findet kostenlos statt für die Schülerinnen und Schüler», sagte Rabe.

Die Opposition in der Bürgerschaft forderte Nachbesserungen. So komme die spezielle Förderung in der vierten Klasse zu spät, da es häufig nicht mehr möglich sei, Lernrückstände aufzuholen, sagte die Bildungsexpertin der CDU, Birgit Stöver. «Die CDU-Fraktion appelliert daher an den rot-grünen Senat, das Corona-Förderprogramm "Anschluss - das Hamburger Mentorenprogramm" der Grundschulen auch für die Drittklässler anzubieten.»

Für Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Linken, greift das Programm zeitlich und inhaltlich zu kurz. «Erst wenn der Bund Geld bereitstellt, gibt Hamburg es auch aus», sagte sie. Rabe müsse dafür sorgen, dass die Förderung auch im Anschluss an die Finanzierung des Bundes sichergestellt sei. Hinzu kämen inhaltliche Mängel: «Offenbar hat der Schulsenator von der notwendigen inklusiven Ausrichtung der Lernförderung und einer systematischen Stärkung der Angebote für die geistige Gesundheit noch nichts gehört.»

Für den schulpolitischen Sprecher der AfD, Alexander Wolf, zeigt sich durch die Probleme der Schüler nun «das ganze Dilemma der Corona-Einschränkungen an den Schulen». Seine Partei habe von Anfang an davor gewarnt. «Viele Probleme sind durch die nachhaltigen Einschränkungen entstanden und somit hausgemacht.»

Mecklenburg-Vorpommern will auch nach den Ferien Schulen offen halten

Auch durch Mecklenburg-Vorpommern rollt die Omikron-Welle. Für die Schulen im Land gibt es aber eine Verschnaufpause: Am Samstag beginnen die Winterferien. Danach soll der Präsenzunterricht wieder aufgenommen werden.

Schwerin (dpa/mv) - Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) will auch in der Zeit nach den Winterferien in Mecklenburg-Vorpommern den regulären Schulbetrieb so weit wie möglich fortführen. «Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler so viel Präsenzunterricht wie möglich erhalten, solange der Gesundheitsschutz für alle gewährleistet werden kann», erklärte Oldenburg am Dienstag in Schwerin.

Seit Jahresbeginn hatte sich das Coronavirus vor allem auch unter Kindern und Jugendlichen im Land rasant ausgebreitet. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) gab die Sieben-Tage-Inzidenz für Schüler mit etwa 3000 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und Woche an. Damit war der Wert fast drei Mal so hoch wie im Durchschnitt über alle Altersgruppen.

Nach Angaben Oldenburgs wurden die Schulen im Land mit einem Schreiben über die Organisation des Schulbetriebs nach den am Samstag beginnenden zweiwöchigen Ferien informiert. Demnach wird das sogenannte Drei-Phasen-Modell zunächst bis zum 31. März fortgeführt.

Es ermöglicht den Schulleitungen, die Unterrichtsgestaltung lokal an die jeweilige Infektionslage unter Lehrern und Schülern anzupassen. Laut Ministerium werden Schüler und Eltern vor dem Start des zweiten Halbjahres über die Schulportale informiert, in welcher Phase an ihrer Schule unterrichtet wird. Zum Schulstart am 21. Februar werde es Corona-Tests geben.

Oldenburg betonte, dass es nach den Winterferien darum gehe, Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu unterstützen und die oberen Klassen gut auf die Prüfungen vorzubereiten. Die Ministerin hatte in Absprache mit Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden festgelegt, dass Abschlussklassen auch bei sehr hohen Infektionszahlen an den Schulen in Präsenz unterricht werden.

Dem Schreiben zufolge sind Eltern erneut dazu angehalten, zum Schulstart eine Erklärung über das Reiseverhalten zu unterzeichnen. Darin solle bestätigt werden, dass sich ihr Kind in den vergangenen zehn Tagen nicht in einem Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet aufgehalten hat. Wer eine solche Erklärung nicht vorweisen kann, darf nicht am Unterricht teilnehmen. Laut Oldenburg wird vom 20. Februar an wieder eine Telefon-Hotline (0385 588 7174) geschaltet.

31.01.2022

Umfrage: Schulleitungen berichten von mehr Krankheitsausfällen

Berlin (dpa) - Fast alle Schulleitungen in Deutschland berichten von zusätzlichen Belastungen der Lehrkräfte durch die Corona-Pandemie - und viele sind der Ansicht, dass krankheitsbedingte Ausfälle des Personals an Schulen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. In einer am Montag vorgelegten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Bildungsgewerkschaft VBE gaben 97 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter an, dass sich ihrer Ansicht nach in der Zeit der Corona-Pandemie die Anforderungen an das Kollegium nochmals gesteigert hätten.

Mehr Schulleitungen als noch bei der letzten Befragung 2019 waren außerdem der Ansicht, dass längere Krankheitsausfälle bei Lehrkräften zugenommen haben. 50 Prozent hatten demnach den Eindruck, die Zahl der Kolleginnen und Kollegen, die langfristig wegen psychischer oder physischer Erkrankungen ausgefallen sind, habe in den vergangenen Jahren zugenommen. 2019 waren 36 Prozent der Meinung, Ausfälle wegen physischer Erkrankungen hätten zugenommen und 37 Prozent sahen eine Zunahme bei Ausfällen wegen psychischer Erkrankungen.

Von 84 auf 89 Prozent gestiegen ist auch der Anteil der Schulleiterinnen und Schulleiter, die für «fast alle» oder «die meisten» Lehrkräfte Mehrbelastungen durch «neue Herausforderungen und Anforderungen im Schulalltag, z. B. durch Inklusion, Integration oder andere Entwicklungen» sahen.

«Die anhaltende Überlastung bereits vor Corona und der enorme Mehraufwand in der Pandemie machen die Lehrkräfte zunehmend krank», sagte der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. «Wenn nicht schleunigst ein Umdenken stattfindet, die Schulen bedarfsgerecht finanziert werden und der Lehrkräftemangel angegangen wird, wird das "Kartenhaus Schule" über kurz oder lang zusammenbrechen.»

Kultusminister Lorz setzt weiter auf Präsenzunterricht

Die Omikron-Welle hat längst die Schulen erfasst - mit steigenden Corona-Infektionszahlen. Kultusminister Lorz setzt weiter auf gemeinsames Lernen - und sieht gute Gründe dafür.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Kultusminister Alexander Lorz (CDU) will hessischen Schülern weiter den Präsenzunterricht in ihren Klassen ermöglichen. Es gebe in Hessen zwar insgesamt stark steigende Corona-Zahlen und an dieser gesamtgesellschaftlichen Entwicklung nähmen natürlich auch die Schulen teil, sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Die Schulen seien in der Regel aber nicht die Orte, wo Infektionen entstehen, sondern die Orte, wo diese festgestellt werden. Er halte daher an der Präsenz im Unterricht in den Schulen fest.

Lorz verwies auf das engmaschige Testen an den Schulen, damit gebe es quasi keine Dunkelziffer. «Die Schulen sind das größte Testzentrum dieser Republik», sagte der Minister. Über Kinder und Jugendliche gebe es den besten Überblick was Infektionen angeht. «Die Infektionen, die wir in der Schule feststellen, sind im überwiegenden Teil im privaten Umfeld erfolgt.»

Schulen seien von allen öffentlichen Orten in der Corona-Pandemie mit am besten abgesichert, erklärte Lorz. «Das ist auch der Grund, warum ich mit gutem Gewissen Kinder und Jugendliche weiter in die Schule schicken kann.»

In Hessen gebe es zwar seit April 2021 die Möglichkeit, dass Eltern ihre Kinder vom Präsenzunterricht abmelden können, sagte der Minister. Das hänge mit der Corona-Testpflicht in den Schulen zusammen. Wenn Eltern diese ablehnen, müssten die Schülerinnen und Schüler am Schultor abgewiesen werden. Um den Kinder das zu ersparen, gebe es die Möglichkeit der Abmeldung vom Unterricht.

«Das macht mich nicht glücklich, weil die Kinder später dann wieder an das Lernen in der Klasse herangeführt werden müssen», sagte der Kultusminister. Die Abmeldequote sei mit landesweit rund 0,3 Prozent aber sehr niedrig. «Ich möchte natürlich, dass die Schüler alle in den Präsenzunterricht gehen, weil ich weiß, wie wichtig der soziale Kontakt mit anderen Kindern ist.»

Es gebe derzeit eine geschlossene Schule in Hessen, teilte der Kultusminister mit. Das sei eine kleine Schule mit nur wenigen Klassen in Nordhessen. Ansonsten seien etwa 100 von den insgesamt mehr als 30 000 Klassen und Lerngruppen wegen hoher Corona-Infektionszahlen im Distanzunterricht.

Von Einschränkungen seien derzeit vor allem die Schulamtsbezirke im Rhein-Main-Gebiet betroffen, sagte Lorz. Überall dort, wo es generell hohe Corona-Inzidenzen gebe, sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch in den Schulen mehr Kinder und Jugendliche morgens vor dem Unterricht positiv getestet werden. Aber dies könne eben auch an anderen Orten geschehen. «Natürlich wird es in den nächsten Wochen weiter lokal, regional und temporär zu Einschränkungen des Unterrichtsbetriebs kommen, wenn die Infektionszahlen noch weiter steigen.»

Rund 3,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler (25 000) sind derzeit wegen einer eigenen Corona-Infektion oder als enge Kontaktperson zu einem Infizierten in Quarantäne, bei den Lehrkräften beträgt dieser Wert 2,2 Prozent (1300). «Die Situation ist schwierig, sie ist nicht schön, aber sie ist im Moment jedenfalls noch gut beherrschbar», sagte Lorz.

Eine Ausweitung der Testpflicht würde nach Einschätzung des Ministers keinen zusätzlichen Schutz bieten. Derzeit werden die Kinder und Jugendlichen dreimal pro Woche in der Schule getestet. Bei einem Infektionsgeschehen wird zur täglichen Testung übergegangen. Die Gesundheitsexperten sagten, dass ein noch häufigeres Testen keinen Sinn mache, erklärte Lorz.

30.01.2022

Schulschwänzen in Corona-Zeiten - Hunderte Bußgeldverfahren anhängig

Ansbach/Rosenheim (dpa/lby) - Ob aus Angst vor Corona oder wegen der Ablehnung des deutschen Staates durch die Eltern: Hunderte Schülerinnen und Schüler haben bayernweit seit Beginn der Corona-Pandemie vor fast zwei Jahren die Schule geschwänzt. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehr als 45 Landkreisen und kreisfreien Städten im Freistaat. In vielen Fällen ergingen vor allem im aktuellen Schuljahr Bußgeldbescheide - zusammengerechnet waren es seit März 2020 allein bei den befragten Behörden weit mehr als 120 000 Euro.

Etliche Verfahren sind den Angaben zufolge noch offen, weil Betroffene etwa Einspruch einlegten, die Zahlung verweigerten oder nicht auf behördliche Schreiben reagierten. Zu einem Mittel griffen die Ämter auf Weisung des Kultusministeriums aber bisher wohl so gut wie nie: ein Kind unter Zwang oder per Polizei zur Schule zu bringen - denn zu den verpflichtenden Corona-Tests und der Maske dürfen die Schüler nicht gezwungen werden.

Wie viele Bußgeldverfahren wegen coronabedingten Schulschwänzens bisher eingeleitet wurden, wird nicht zentral beim Kultusministerium erfasst. Der Umfrage zufolge dürften es bayernweit Hunderte sein - alleine das Landratsamt Oberallgäu verschickte seit März 2020 Bußgeldbescheide über insgesamt mehr als 15 600 Euro. «Das sind tatsächlich alles Corona-Bußgelder», sagt eine Sprecherin.

29.01.2022

Anker in der Pandemie - Schulsozialarbeit geht persönliche Nöte an

In der Corona-Tristesse brauchen junge Menschen Mutmacher für den Blick nach vorn. Ansprechpartner in den Kommunen wirken dem Gefühl entgegen, in der Pandemie abgehängt zu werden.

Mainz (dpa/lrs) - Die Corona-Pandemie belastet das Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen. Ärger, Ängste und die Einschränkung von Kontakten bedrücken viele Schülerinnen und Schüler. Einige Kommunen in Rheinland-Pfalz haben deswegen ihre Schulsozialarbeit verstärkt. In der Landeshauptstadt Mainz etwa werden erstmals auch die Gymnasien einbezogen.

«Die vielen Einschränkungen und die zusätzlichen Belastungen führen einerseits zu Frustration, andererseits zu Ängsten, den Lernstoff nicht bewältigen zu können, abgehängt zu werden, im Berufsleben nicht Fuß fassen zu können», sagt die Kreisjugendpflegerin im Landkreis Kaiserslautern, Petra Brenk. In der kurzen Kinder- und Jugendzeit seien Kontaktbeschränkungen nachteilig für die Entwicklung der Persönlichkeit. Der Verlust sozialer Interaktion gebe vielen Jugendlichen das Gefühl, allein zu sein. Zusätzliche psychische Belastungen könnten sich durch die häusliche Situation ergeben.

Gerade während der Pandemie seien Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter wichtige Anlaufstellen für Jugendliche, aber auch ihre Familien, sagt Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Das Land beteiligt sich mit zehn Millionen Euro an der Finanzierung der Schulsozialarbeit an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen.

Zusätzliche Förderung ermöglicht das Aktionsprogramm des Bundes mit dem Titel «Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche in den Jahren 2021 und 2022». In Rheinland-Pfalz wird dies im Landesprogramm «Chancen@lernen.rlp» abgebildet, mit 8,4 Millionen Euro für sozialpädagogische Angebote. Nach 2,75 Millionen im vergangenen Jahr, nehmen die Programme mit einer Förderung von 5,63 Millionen in diesem Jahr nochmal deutlich an Fahrt auf.

Bei der Umsetzung dieser Programme vor Ort geht es auch um die Stärkung von «Soft Skills» wie Konzentrationsfähigkeit, Motivation oder Selbstwertgefühl. Diese Fähigkeiten, so heißt es in Kaiserslautern, sind wichtig, «um überhaupt richtig lernen zu können».

Wie arbeitet eine Schulsozialarbeiterin? Zunächst gehe es darum, einen geeigneten Raum und Zeit zu finden, antwortet Kreisjugendpflegerin Petra Brenk. «Gerade der Kontakt- und Beziehungsaufbau ist von großer Bedeutung.» Mal ist ein Gespräch in kleinen Gruppen sinnvoll, mal ist ein spielerischer Zugang besser geeignet oder das Reden bei einem Spaziergang. Geht es um ein bestimmtes Anliegen, begleiten die Schulsozialarbeiter den jungen Menschen auch zu einer Fachberatung oder sie vermitteln zwischen Familie und Schule.

Es gehe um eine vertrauensvolle Atmosphäre mit dem Blick auf die individuellen Bedürfnisse, erklärt Ministerin Hubig. Der junge Mensch soll das Gefühl haben, dass da eine Art Anwalt für ihn eintritt. Die Schulsozialarbeit könne aber auch Ansprechpartner für Sorgen und Ängste der Eltern oder für Belange der Schule sein - dabei müssten die anvertrauten Informationen strikt vertraulich behandelt werden.

Schule und Schulsozialarbeit seien in der Corona-Pandemie ein wichtiger Anker für Kinder, Jugendliche und deren Eltern, heißt es bei der Stadt Mainz. Bei Bedarf könnten konkrete Hilfe- und Unterstützungsleistungen organisiert werden. Auch Lehrerinnen und Lehrer könnten kompetente Unterstützung erhalten, etwa in der sozialen Gruppenarbeit, bei Hilfen des Jugendamtes oder im Kinderschutz. In Mainz wird die bisherige Schulsozialarbeit um zehn Vollzeitstellen aufgestockt. Erstmals gibt es Schulsozialarbeit auch an den sechs öffentlichen Gymnasien in der Landeshauptstadt, abgedeckt mit jeweils einer halbe Stelle.

Ein besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf die Lage von jungen Menschen aus sogenannten bildungsbenachteiligten Familien, den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium und auf die Anbindung der Gymnasien an die Jugendberufsagentur. «Wir wollen damit Kindern und Jugendlichen noch mehr Unterstützung gerade in dieser schwierigen Zeit bieten, damit sie in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert werden können», erklärte Schuldezernent Eckart Lensch (SPD).

«Gerade in der jetzigen Situation stehen wir als Gesellschaft mehr denn je in der Verantwortung, den Kindern und Jugendlichen zu helfen», sagt der Landrat des Kreises Kaiserslautern, Ralf Leßmeister (CDU). «Hier ist engagierte Schulsozialarbeit unverzichtbar.» Er fordert, dass Bund und Land die Schulsozialarbeit auch künftig stärker fördern sollten, um Kommunen in dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen.

28.01.2022

Mehr Corona-Fälle unter Berlins Schülern - Infektionsquote 5 Prozent

Berlin (dpa/bb) - In Berlin sind aktuell 16 677 Schülerinnen und Schüler nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Infektionsquote liegt damit bei 5,0 Prozent. Hinzu kommen 1856 Mitarbeiter, darunter Lehrkräfte. Das heißt, momentan sind 4,6 Prozent der Belegschaft infiziert und deshalb in Isolation. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Statistik der Senatsbildungsverwaltung hervor. Die steigende Tendenz bei den Infektionen setzte sich an den Schulen demnach fort - wie in allen anderen Bereichen auch.

Die Zahl der infizierten Schüler liegt um gut 3000 über der vor einer Woche. Die Zahl der Schulbeschäftigten mit Corona stieg binnen einer Woche um knapp 400.

In 659 von 675 allgemein bildenden Schulen in öffentlicher Trägerschaft steht die Corona-Ampel laut dem geltenden Stufenplan auf grün. 16 sind gelb - dort greift also wegen der Zahl der Infektionen Wechselunterricht oder Unterricht in kleineren Gruppen.

Da an den Schulen relativ engmaschig getestet wird, gilt das von der Statistik vermittelte Bild als vergleichsweise realistisch. Fachleute gehen davon aus, das die Dunkelziffer hier geringer ist als in vielen anderen Bereichen. Die Inzidenz, also die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, ist in den Altersgruppen der Schüler weit höher als im Durchschnitt der Stadt.

Wegen der Omikron-Welle war die Präsenzpflicht an den Berliner Schulen am Montag aufgehoben worden. Eltern können also selbst entscheiden, ob ihre Kinder in der Schule oder von zu Hause aus lernen. In der kommenden Woche sind erst einmal Ferien.

Vier Prozent der Schüler in einer Woche positiv auf Corona getestet

Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit positivem Corona-Test innerhalb einer Woche hat in Brandenburg deutlich zugenommen - liegt aber insgesamt noch auf niedrigem Niveau. Seit dem Donnerstag der vergangenen Woche bis diesen Donnerstag (27.1.) wurden nach Angaben des Bildungsministeriums 11 897 Schülerinnen und Schüler positiv getestet. Das sind rund 4,0 Prozent und im Vergleich zur Vorwoche fast doppelt so viele Infizierte. Da waren es 6969 Schülerinnen und Schüler mit einem Positivtest (2,34 Prozent).

Unter den Lehrkräften waren es binnen einer Woche 758 positiv Getestete - ein leichter Anstieg im Vergleich zur vergangenen Woche. Da wurden 512 Lehrkräfte positiv auf das Virus getestet. In Brandenburg gibt es rund 298 000 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 25 000 Lehrkräfte an 923 Schulen.

Auch die Zahl der Schüler und Lehrkräfte in Quarantäne nahm zu: 24 597 Schülerinnen und Schüler mussten sich im Verlauf der sieben Tage in häusliche Isolation begeben; 15 390 waren es in der Vorwoche. Bei den Lehrkräften in Quarantäne stieg die Zahl auf 1150 - nach 793 in der vergangenen Woche.

27.01.2022

Regierung will Pool-Tests «so lange wie möglich» halten

München (dpa/lby) - Ungeachtet erster Engpässe bei den Laborkapazitäten will Bayern sein System von Pool-Tests auf das Coronavirus bei Grund- und Förderschulkindern «so lange wie möglich» aufrechterhalten. Das sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf eine entsprechende Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In den vergangenen Tagen hatten einzelne Eltern die Pool-Tests ihrer Kinder als «im Labor nicht auswertbar» ohne Ergebnis zurückerhalten.

Insgesamt ist das Ministerium mit dem Verfahren der Pool-Tests zufrieden. «Bayern ist bei der erfolgreichen Umsetzung von PCR-Pool-Testungen bundesweit an der Spitze», betonte die Sprecherin. In der vergangenen Woche seien die Ergebnisse von mehr als 50 000 PCR-Pool-Tests und mehr als 45 000 Einzel-PCR-Tests mit einer Quote von 95 Prozent vor Unterrichtsbeginn des Folgetages an Schulen und Eltern übermittelt worden.

Die Kapazitäten für PCR-Tests sollen aber weiter gesteigert werden. Bereits in den vergangenen Wochen sei es gelungen, die Zahl der wöchentlichen PCR-Tests von rund 360 000 auf 486 000 zu erhöhen. «Weitere Steigerungen sind zu erwarten», sagte die Sprecherin.

Entlastung solle etwa der Einsatz sogenannter PoC (Point of Care)-PCR-Geräte bringen - etwa in Apotheken oder in von Hilfsorganisationen betriebenen Testzentren. Die Apotheken, halten die bisher angebotene Vergütung von 30 Euro pro Test jedoch nicht für kostendeckend, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) auf ihrer Internetseite mitteilt. Die Ministeriumssprecherin sagte, man stehe mit den Leistungserbringern und dem Bund «in konstruktivem Austausch».

Für den Fall, dass einzelne Proben in den Laboren nicht ausgewertet werden können, gebe es klare Richtlinien. «Wenn ein Pool positiv ist und die Rückstellproben nicht ausgewertet werden können, bleiben die Schülerinnen und Schüler am nächsten Tag zuhause und können beispielsweise in den lokalen Testzentren einen kostenfreien PCR-Test durchführen lassen», erklärte die Ministeriumssprecherin. «Für den Fall, dass ein Pool nicht ausgewertet werden kann, erfolgt am nächsten Tag ein Antigen-Selbsttest in der Schule.»

Wachsende Unruhe an Schulen wegen hoher Infektionszahlen

In der Schulgemeinschaft wächst die Sorge. Alle würden «wahnsinnig» schreibt eine Twitter-Nutzerin. Die Vertretung der Schülerinnen und Schüler stellt sich wieder auf Wechselunterricht ein.

Mainz (dpa/lrs) - Die Corona-Infektionen bei Schülern in Rheinland-Pfalz haben sich in diesem Monat mehr als vervierfacht. «Die Omikron-Variante wirbelt unsere Bildungslandschaft durcheinander», sagt Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). In der Schulgemeinschaft wachsen Besorgnis und Unruhe.

Das zeigt sich etwa im Internet-Dienst Twitter in vielen kritischen Reaktionen auf die Erklärung des Bildungsministeriums zu den neuen Regeln beim Umgang mit einer Infektion. «Nicht einmal 14 Tage hat der 14. (!) Hygieneplan Bestand», schrieb eine Twitter-Nutzerin. «Als ob nicht ohnehin an Schulen alle wahnsinnig würden.»

Die Zahl infizierter Schülerinnen und Schüler stieg seit dem Ende der Weihnachtsferien Anfang Januar bis Mittwoch um 367 Prozent auf 12 123. Das entspricht einem Anteil von 2,3 Prozent aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von der Grundschule bis zur Berufsbildenden Schule. Die Zahl der infizierten Lehrkräfte stieg im gleichen Zeitraum um 244 Prozent auf 664. Das sind etwa 1,6 Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer.

Für die Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler (LSV) begrüßte Colin Haubrich, dass die Zahl der wöchentlichen Tests von zwei auf drei erhöht wurde. Diese sollten aber für alle verpflichtend sein - ein Teil der Geimpften mache von der Möglichkeit freiwilliger Testungen Gebrauch, andere aber nicht und man könne diesen auch keinen Vorwurf machen. Auch, dass jetzt nur noch Infizierte zuhause bleiben sollen, sieht Haubrich kritisch - damit erhöhe sich das Infektionsrisiko. «Wenn die Zahlen so krass steigen, müssen wir uns darauf vorbereiten, dass es wieder Wechselunterricht und Home Schooling geben wird.»

«Immer mehr Klassen bleiben zuhause, da zu viele sich angesteckt haben», sagt Landeselternsprecher Reiner Schladweiler. Er kritisiert, dass das Ministerium weiter an der Präsenzpflicht festhalte. «Ich kenne inzwischen viele Schulen, die teilweise ganze Klassen zuhause lassen und bereits über Fernunterrichtssysteme den Unterricht nach Hause verlagern.» Leider gebe es noch keine spürbare Verbesserungen beim Online-Unterricht seit dem Lockdown von 2021.

Der Lehrerverband VBE tritt dafür ein, die Schulen als «kritische Infrastruktur» so lange wie möglich offen zu halten. Der stellvertretende Landesvorsitzende Lars Lamowski wirft dem Bildungsministerium vor, in der Pandemie immer nur zu reagieren und nicht aktiv zu steuern. «Anstatt einer präventiven Politik mit Fokus auf den Gesundheitsschutz riskiert man hohe Infektionszahlen in den Schulen.»

«Wir wollen möglichst viel Präsenz ermöglichen», bekräftigt Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) mit Blick auf die Nachteile des Online-Unterrichts nicht nur bei der Vermittlung des Bildungsstoffs, sondern auch für das soziale Miteinander in der Schulgemeinschaft. «Unsere Schulen sind durch das regelmäßige Testen, den Schutz der Masken und die konsequente Einhaltung der Hygiene-Vorschriften sehr sichere Orte», erklärt Hubig, die dazu regelmäßig mit Experten der Universitätsmedizin Mainz im Austausch ist. «Sie haben ein hohes Schutzniveau.» Aber natürlich gebe es entsprechend der allgemeinen Entwicklung der Pandemie auch mehr Infektionen an den Schulen.

Schulfahrten-Verbot trifft Jugendherbergen im Nordwesten

Mehrtägige Klassenfahrten bleiben in Niedersachsen noch bis Ostern untersagt. Das trifft vor allem die Jugendherbergen im Nordwesten, denn viele Schulfahrten waren für März bereits gebucht. Nun wendet sich ein Herbergsverband mit einem Appell an die Landesregierung.

Bremen/Oldenburg (dpa/ln) - Leere Betten und verwaiste Gästezimmer: Die längere Streichung von Schulfahrten wegen der Corona-Pandemie trifft die Jugendherbergen in Niedersachsen. Viele Schulen hatten vor allem für März Klassenfahrten gebucht und das sogar in einem «deutlich stärkeren Maß» als noch vor der Pandemie, wie der Landesverband Unterweser-Ems des Deutschen Jugendherbergswerks auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Nach einer entsprechenden Verfügung der Landesregierung, die das Verbot von mehrtägigen Klassenfahrten von Januar bis zu den Osterferien im April verlängerte, mussten diese Reisen nun storniert werden. Nach Angaben des Verbandes fallen so rund 20 000 Übernachtungen weg.

Aus Sicht der Jugendherbergen ist ein generelles Verbot unnötig, da die Häuser ihre Stornierungskonditionen bereits auf die Pandemie-Lage angepasst hätten. Demnach konnten Schulen flexibel auf ein Infektionsgeschehen reagieren und Klassenfahrten coronabedingt bis zum Tag der Anreise kostenfrei stornieren. «Wir haben daher kein Verständnis für die langfristige Untersagung der Schulfahrten bis Ostern», sagte Geschäftsführer Thorsten Richter.

Die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften stehe ohne Zweifel an erster Stelle, sagte Richter. Daher habe er Verständnis, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Klassenfahrten geben könne. Richter mahnte aber auch, Schulfahrten als Orte für außerschulisches Lernen und der Kompetenzentwicklung jungen Menschen nicht unnötig lang vorzuenthalten. «Wir hören von Lehrern, Eltern und Schülern, wie wichtig nach zwei Jahren Corona-Pandemie gemeinsame Fahrten für das soziale Gefüge einer Klasse sind», sagte Richter.

Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Variante des Coronavirus hatte das Kultusministerium verfügt, den Zeitraum für das Verbot mehrtägiger Schulfahrten zu verlängern. Demnach umfasst das Verbot nun nicht mehr nur Fahrten bis zum 31. Januar sondern bis zum Anfang der Osterferien am 4. April. Eintägige Schulausflüge seien dagegen weiter möglich, wenn nach Abwägung der Schule der pädagogische Nutzen das Risiko durch das aktuelle Infektionsgeschehen überwiege, teilte das Ministerium mit.

Von der Stornierungswelle sind nach Angaben des Verbandes nahezu alle 27 Jugendherbergen im Nordwesten Niedersachsen betroffen. Da Schulfahrten eher langfristig gebucht würden, gebe es kaum Hoffnung auf Ersatzbuchungen etwa aus anderen Bundesländern. Auch die übrigen Jugendherbergs-Landesverbände Hannover (23 Herbergen) und Nordmark (4 Herbergen) in Niedersachsen seien von dem Verbot betroffen, hieß es.

Mit Ungewissheit blicken die Herbergen daher auf das Jahr 2022. Zwar seien die Vorausbuchungen gut, die Pandemie habe zuletzt aber gezeigt, wie schnell sich Entwicklungen wieder ändern könnten. «Wir appellieren dringend an die Landesregierung, keine weiteren langfristigen Verbote auszusprechen, Klassenfahrten so früh wie möglich wieder zu erlauben und damit den sozialen Stellenwert von Schulfahrten zu unterstreichen», sagte Thorsten Richter.

26.01.2022

Neue Testverfahren für Grundschulen - Kritik, Frust, Verunsicherung

Praktisch über Nacht sind die ohnehin aufwändigen Testverfahren für die Grundschulen in NRW geändert worden. Schulen, Eltern, Lehrergewerkschaften und politische Opposition sind allesamt verärgert.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die kurzfristigen Änderungen beim Corona-Testverfahren für Grundschüler in NRW haben Verwirrung, Frust und viel Kritik ausgelöst. Die neuen detailreichen Test-Regelungen gelten seit Mittwoch für die Primarstufe, waren als «Strategie 2.0» aber erst am späten Dienstagabend bekanntgemacht worden.

Neu ist im Kern, dass bei Grundschülern nach einem positiven Pool-Ergebnis der Klasse bei den Lolli-PCR-Tests nur noch mit einzelnen Schnelltests nachgetestet wird. Bisher hatten Schüler zusätzlich noch einzelne PCR-Rückstellproben abgegeben, die bei einem positiven Pool-Ergebnis rasch in einem zweiten Schritt in den Laboren überprüft worden waren, um infizierte Kinder zu identifizieren.

Das entfällt nun - laut Schulministerium wegen der sprunghaft angestiegenen Infektionszahlen, der starken Labor-Belastungen und der von Bund und Ländern beschlossenen Konzentration von PCR-Testungen auf bestimmte Gruppen (Priorisierung). PCR-Tests gelten als besonders genau.

Aus Lehrer- und Elternverbänden sowie der Opposition kam scharfe Kritik. Der SPD-Oppositionsführer im Landtag, Thomas Kutschaty, warf Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ein «Kommunikationschaos» vor. Die Bund-Länder-Pläne zur Priorisierung bei den PCR-Tests seien bereits am Montag bekannt gewesen. «An unseren Grundschulen ist das Testregime regelrecht zusammengebrochen», sagte Kutschaty im Landtag. «Kinder konnten nicht zur Schule, Eltern nicht zur Arbeit.» Grünen-Fraktionschefin Josefine Paul monierte, die NRW-Regierung lasse «klare Kommunikation und gutes Krisenmanagement» vermissen.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verteidigte die kurzfristigen Änderungen. Zum einen seien die Infektionszahlen sprunghaft gestiegen und die Labore an ihre Grenzen gekommen. Zum anderen müsse sich NRW an den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) von Montag halten. Demnach muss bei den als besonders genau geltenden PCR-Tests eine Konzentration auf bestimmte sensible Bereiche wie Krankenhäuser und Pflege erfolgen. Sie hätte sich gewünscht, dass auch Schulen als systemrelevant eingestuft worden wären, sagte Gebauer.

Das bisherige Testsystem habe zu viele Labor-Kapazitäten gebunden, sagte Gebauer. Das hochwertige PCR-Pool-Testverfahren sei für die Grundschüler aber trotzdem teilweise und für die Förderschüler vollständig erhalten geblieben. Außerdem könne durch den Verzicht auf die Rückstellprobe das Ergebnis der Pool-Testung noch am gleichen Abend vorliegen, sagte die FDP-Politikerin in einer Fragestunde im Landtag.

Vorwürfe zur Kommunikation wies die Ministerin auch im Landtag zurück. Die Landesregierung habe nicht einmal 24 Stunden nach dem Bund-Länder-Beschluss gehandelt. «Die Pandemie verlangt oft Entscheidungen in Echtzeit», sagte Gebauer. Ihr sei bewusst, dass der Zeitraum sehr kurz gewesen sei. Aber die Landesregierung habe auch nicht vor dem Bund-Länder-Beschluss das Testsystem ändern können, sagte Gebauer zur Kritik der Opposition, nicht schon früher gehandelt zu haben, obwohl sie schon vergangene Woche von drohenden Engpässen gewusst habe. Erst am vergangenen Montag habe es zudem von allen Laboren die gemeinsame Anzeige gegeben, dass sie die Einzel-PCR-Tests nicht mehr schafften.

Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp nahm seine Parteikollegin in Schutz. Das Testsystem sei nicht zusammengebrochen, sondern Gebauer habe eine Lösung vorgelegt. Die SPD habe dagegen permanent PCR-Pool-Tests nicht nur für Schulen, sondern auch für alle Kitas gefordert. «Wir hätten einen Zusammenbruch der Laborkapazitäten bekommen, wenn wir (...) Ihrem völlig absurden Vorschlag gefolgt wären», sagte Stamp im Landtag.

Die angepasste Testregelung sieht vor: Schüler eines positiv getesteten Klassen-Pools dürfen nur am Unterricht teilnehmen, wenn sie vorher noch ein negatives Schnelltestergebnis oder ein «anderweitig eingeholtes» negatives PCR-Testergebnis vorweisen können. Oder wenn sie zum Unterrichtsbeginn einen Schnelltest mit negativem Ergebnis in der Schule durchführen.

Sobald sich ein Corona-Schnelltest als positiv erweise, müsse sich der Schüler umgehend in häusliche Isolation begeben. Es muss dann eine Kontrolltestung «außerhalb des Schulsystems durch eine Teststelle mindestens als Corona-Schnelltest» erfolgen. Fällt auch dieser Schnelltest positiv aus, gilt der Schüler als infiziert und kann sich erst nach sieben Tagen an einer offiziellen Teststelle oder über einen PCR-Test freitesten. An Förderschulen bleibt das bestehende PCR-Testsystem erhalten.

Grundschulen in Düsseldorf und Wuppertal machten am Mittwoch mit weißen Fahnen und Tüchern, die sie aus den Fenstern hängten, auf ihre angespannte Lage aufmerksam. Holger Thrien von der Gewerkschaft GEW forderte unter anderem Fachpersonal für die Corona-Tests vor Unterrichtsbeginn und einen reduzierten Lehrplan.

Die GEW befürchtet, dass es mit dem geänderten Verfahren zu einem erhöhten Ansteckungsrisiko für Schüler und Lehrer kommen kann. Die Landesschülervertretung forderte das Land auf, den Präsenzunterricht sofort auszusetzen. Der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Stefan Behlau, sagte, die erneute kurzfristige Umstellung habe vielerorts Frust und Ärger hervorgerufen. Schulen wünschten sich endlich wieder Zeit für die Kinder, für Unterricht und schulisches Leben. Der Elternverband LEiS bezeichnete die Teststrategie als «krachend gescheitert».

Der Verband Lehrer NRW verwies auf eine rasche Zunahme auf aktuell 6349 Lehrkräfte, die wegen einer Infektion, Quarantäne oder aus Fürsorgegründen nicht im Präsenzunterricht einsetzbar seien. Flächendeckender Präsenzunterricht sei unter der Wucht der Omikron-Welle nicht aufrecht zu erhalten. Derzeit sind laut Ministerium rund 80 Prozent der Pool-Tests negativ. Diese Schülerinnen und Schüler können am Folgetag wie gewohnt am Unterricht teilnehmen.

Lehrer und Eltern fordern mehr Anstrengungen für Schulen in Pandemie

Der Präsenzunterricht hat sowohl bei den Betroffenen als auch in der Politik aktuell Priorität. Was die Landesregierung dafür tut, lässt jedoch zu wünschen übrig, wie Lehrer, Schüler und Eltern meinen.

Schwerin (dpa/mv) - Aus Sicht von Lehrer-, Schüler- und Elternvertretern muss mehr getan werden, um die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern in der Pandemie zu unterstützen. «Die Rückmeldungen zu Krankenständen, Überlastung durch Mehrarbeit und die nach wie vor fehlende sächliche Ausstattung sind alarmierend», sagte Annett Lindner, Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, am Mittwoch bei einer digitalen Pressekonferenz mit dem Landesschüler- und Landeselternrat.

Die stellvertretende Vorsitzende des Landesschülerrates, Paula Szumotalski, berichtete zudem davon, dass Pooltests und Lüfter immer noch nicht in den Schulen angekommen seien. Dies belaste Schülerinnen und Schüler aktuell immer stärker. Es gibt ihr zufolge in den Klassen, aber auch unter den Lehrkräften, immer mehr Corona-Fälle.

Aus Sicht des Vorsitzenden des Landeselternrats, Kay Czerwinski, wurde in den vergangenen zwei Jahren versäumt, die bürokratischen Vorgänge an die Lage anzupassen. Dazu bemerkte Szumotalski: «Die Schulen in MV waren kaum auf den anstehenden Distanzunterricht mit all seinen technischen Problemen vorbereitet. Bereits im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass viele Probleme in der Digitalisierung und Kommunikation in unserem Bundesland weiterhin bestehen».

Den Präsenzunterricht wollen die Verbände den Aussagen zufolge trotz der Omikron-Welle beibehalten. Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist das Stufenmodell im Land, das einen Wechsel in den Distanzunterricht je nach der Situation an der einzelnen Schule erlaubt, angemessen. Auch Czerwinski und Szumotalski betonten, dass die Schulen, solange es geht, offen gehalten werden sollten. Beide verwiesen hier insbesondere auf die Nachteile für Schülerinnen und Schüler, die zu Hause nicht die nötige Ausstattung und das Umfeld für den Distanzunterricht haben.

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ist die Inzidenz bei den Kindern und Jugendlichen deutlich höher - bei einer sehr geringen Zahl an Krankenhauseinweisungen. Laut dem Bericht des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) für Minderjährige erreichte die Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe von 0 bis 17 Jahre am Mittwoch den Wert von 2297. Regional liegen die Inzidenzzahlen jedoch stellenweise deutlich über dem Durchschnitt. Seit Jahresbeginn kamen jedoch nur 19 Kinder und Jugendliche wegen Covid-19 ins Krankenhaus.

Die Impfquote in der Altersgruppe der Schülerinnen und Schüler ist dem Lagus zufolge immer noch sehr niedrig. 17,4 Prozent aller Minderjährigen im Nordosten sind demnach mindestens einmal und 16,4 Prozent zweifach geimpft. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit einer Auffrischungsimpfung liegt hingegen nur bei 3,7 Prozent.

 

 

25.01.2022

Lehrer-Verbandschef kritisiert Aufhebung der Präsenzpflicht

Berlin (dpa/bb) - Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hält die Aufhebung der Präsenzpflicht an Berliner Schulen für falsch. «Es ist auch ein Eingeständnis der Politik, dass die Schulen anders als zuvor versprochen keine sicheren Orte mehr sind», sagte Meidinger dem Nachrichtenportal «Business Insider» (Dienstag). Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) hatte am Montag mitgeteilt, angesichts steigender Corona-Infektionszahlen könnten Eltern ab sofort bis Ende Februar selbst entscheiden, ob ihr Kind die Schule besucht oder zu Hause arbeitet und lernt. Der Präsenzunterricht bleibe aber die «Regelform».

Zuvor hatten die Berliner Amtsärzte angekündigt, direkte Kontaktpersonen von Schülern mit Corona-Infektion nicht mehr in Quarantäne zu schicken. Meidinger sieht deutliche Nachteile im Verzicht auf die Präsenzpflicht: Ein geordneter Unterrichtsbetrieb und eine angemessener Lernfortschritt seien kaum möglich, weil die gleichzeitige Betreuung von Präsenz- und Distanzlernenden durch Lehrkräfte im Grunde nicht umzusetzen sei.

Hinzu komme, dass zum Teil gerade die Kinder zuhause blieben, die die direkte persönliche Unterstützung durch Lehrkräfte besonders brauchten und schon Lernlücken hätten. «Die Lücken werden in diesem Zeitraum eher größer als kleiner werden», sagte Meidinger.

Forderungen nach der Aufhebung der Präsenzpflicht hatte es unter anderem vom Landeselternausschuss, aber auch von den Linken gegeben, die in Berlin zusammen mit SPD und Grünen regieren. Kritik an der Entscheidung des Senats kam dagegen von den Oppositionsparteien. Der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid nannte die Aussetzung der Präsenzpflicht am Montag eine «entsetzliche Dummheit».

Studie: Maske mindert Leistung der Schüler wohl nicht

Bochum (dpa/lnw) - Das Tragen einer Maske im Unterricht beeinträchtigt einer kleinen Studie der Universitätskinderklinik Bochum zufolge wohl nicht die Leistungsfähigkeit der Schüler. Das zumindest habe eine Untersuchung mit Kindern an einer Gesamtschule in Gelsenkirchen ergeben, teilte die Uni Bochum am Dienstag mit. «Das Tragen der Maske wirkt sich nicht negativ auf die Leistungs- und Aufnahmefähigkeit der Schüler aus.» Teilgenommen hatten 133 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 14 Jahren aus insgesamt 13 Klassen der Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 in Räumen mit guten Ventilationssystemen und Luftfiltern. Auch die «Westfälische Allgemeine Zeitung» berichtete.

Neben der Zahl einbezogener Schüler war auch der Untersuchungszeitraum vergleichsweise gering: In den ersten beiden Unterrichtsstunden trugen alle beteiligten Kinder einen Mund-Nasen-Schutz – eine FFP-Maske oder eine medizinische Maske. Danach wurden die Gruppen nach Angaben der Hochschule geteilt und zwei weitere Stunden in getrennten Räumen unterrichtet. 65 Kinder trugen eine Maske, 68 Kinder lernten ohne Mund-Nasen-Bedeckung. Es folgte ein computerbasierter Leistungstest in Kleingruppen auf Basis einer standardisierten Messmethode, die das ALA-Institut für Arbeiten Lernen Altern (Bochum) entwickelt hatte.

Ergebnis: In keiner der drei Jahrgangsstufen gab es - bezogen auf das Maske-Tragen - signifikante Abweichungen in den Testergebnissen. Und: «Unbeeinträchtigt von der Maske zeigten sich insbesondere Schülerinnen und Schüler, die viel Sport treiben.» Das Ergebnis könne Eltern aufatmen lassen: «Gut zu wissen, dass die schulische Leistung durch die Maske nicht geschmälert wird. Das ist beruhigend», betonte Thomas Lücke, Direktor der Universitätskinderklinik, laut Mitteilung.

Ein Uni-Sprecher sagte auf dpa-Anfrage, man gehe auch bei 133 Teilnehmern an lediglich einer Schule von einer hohen und generellen Aussagekraft der Untersuchung aus. Sie war kurz zuvor in der Fachzeitschrift «Children» publiziert worden. Seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren gehört das Tragen von Masken auch an Schulen zum Alltag. Vielen Eltern bereite das Sorge, zitierte die Uni Schulleiterin Maike Selter-Beer. Das Resultat der Wissenschaftler zeige nun, dass diese Ängste unbegründet seien.

24.01.2022

Corona-Kurs halten - Wieder Corona-Beratungen von Bund und Ländern

Die befürchtete Omikron-Wand ist da, auf den Intensivstationen wird es wieder enger. Doch manche reden bereits wieder über Lockerungen. Nun beraten die Ministerpräsidenten und Kanzler Scholz über die Lage: Ihr Kurs ist ziemlich klar.

Berlin (dpa) - Im Lichte weiter emporschnellender Corona-Infektionszahlen beraten die Spitzen von Bund und Ländern an diesem Montag über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Dabei deutet sich bereits an, dass sie ihren bisherigen Kurs beibehalten wollen: Keine Verschärfungen der bisherigen Maßnahmen, aber vorerst auch keine Lockerungen. Änderungen dürfte es aber bei den inzwischen raren PCR-Tests geben, die nicht mehr für alle Verdachtsfälle, sondern nur noch für Risikogruppen sowie Krankenhaus- und Pflege-Beschäftigte vorgehalten werden sollen.

Die ansteckende Virusvariante Omikron lässt die Infektionszahlen derzeit rasant steigen. Das Robert Koch-Institut meldete am Montag 63 393 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100 000 Einwohner kletterte auf 840,3. Auch die Zahl der Corona-Intensivpatienten stieg am Sonntag erstmals seit Mitte Dezember wieder: um 28 auf 2426. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet den Höhepunkt mit täglich mehreren Hunderttausend Neuinfizierten für Mitte Februar, wie er im ZDF («Berlin direkt») bekräftigte.

Die wichtigsten Punkte, über die Kanzler Scholz und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ab dem Mittag reden wollen:

Maßnahmen verschärfen?

Der Expertenrat der Bundesregierung hatte geraten, die bestehenden Maßnahmen beizubehalten, aber vorsorglich weitere Schritte vorzubereiten, falls kritische Marken etwa bei Klinikeinweisungen erreicht werden.

In der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschlussvorlage für die Beratungen (Stand Sonntag, 18.00 Uhr) ist von ersterem die Rede, von letzterem nicht: Man sei sich «einig, dass die bisher geltenden Regeln weiterhin Bestand haben». Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, der Nordrhein-Westfale Hendrik Wüst (CDU), sagte bei RTL und ntv: «Die Kernaussage ist jetzt: Keine Lockerungen!» Auch Scholz hatte der «Süddeutschen Zeitung» (Montag) bereits gesagt: «Wir brauchen keine Kurskorrektur.»

Das Problem ist allerdings, dass Gerichte in einigen Bundesländern bereits bestehende Vorgaben gekippt haben, so zuletzt die 2G-Regel im Einzelhandel im Saarland, in Bayern und in Niedersachsen, die nur doppelt Geimpften und Genesenen Zutritt gewährte.

Maßnahmen lockern?

Manche Politiker von FDP und CSU fordern bereits einen Plan für künftige Lockerungen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte der «Welt», er erwarte von der Runde eine kluge Strategie, um sich «Stück für Stück aus der Pandemie herauszubewegen». Und: «Dabei gilt es, Ermüdungseffekte in der Gesellschaft zu erkennen und aufzunehmen.» Der FDP-Landtagsfraktionschef von Nordrhein-Westfalen, Christof Rasche, verlangte dort Lockerungen bei Großveranstaltungen und dass die 2G-Regelung im Einzelhandel und 2G plus in Restaurants abgeschafft wird.

Bundesjustizminister Marco Buschmann aus dem gleichen FDP-Landesverband ist da etwas vorsichtiger: Wenn der Höhepunkt überschritten sei und die Zahlen auch in den Krankenhäusern zurückgingen, müssten die Maßnahmen gelockert werden, sagte er in der ARD («Anne Will»). «Das ist selbstverständlich.» Der eher vorsichtige Gesundheitsminister Lauterbach sieht das ähnlich: «Wenn wir das hinter uns haben, dann kann es bei den Einschränkungen natürlich nicht bleiben. Und dann würde man Schritt für Schritt wieder Öffnungen machen. Das jetzt schon ins Auge zu fassen, ist richtig», erklärte Lauterbach. Wüst wies darauf hin, dass das Prinzip der Verhältnismäßigkeit grundsätzlich immer und bei allen Maßnahmen gelte.

In der Beschlussvorlage heißt es dazu: «Bund und Länder werden Öffnungsperspektiven entwickeln für den Moment, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann.» Näher ausgeführt wird das nicht. Allerdings ist die Vorlage lediglich eine Diskussionsgrundlage - bis zum Beschluss könnte sich einiges ändern.

PCR-Tests für wen?

Die steigende Zahl Infizierter lässt PCR-Tests knapp werden. Lauterbach hat daher mit Billigung seiner Länderkollegen vorgeschlagen, diese besonders genauen Labor-Tests nur noch eingeschränkt einzusetzen - und so werden es Bund und Länder voraussichtlich beschließen. PCR-Tests sollen auf Risikogruppen konzentriert werden und auf Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln, heißt es in der Vorlage. Genannt werden ältere Menschen und andere Risikogruppen, Beschäftigte in Kliniken, Praxen, Pflegeheimen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Lauterbach soll «intensiv an einer Ausweitung der PCR-Testkapazitäten» arbeiten.

In die PCR-Priorisierungsliste wollten auch Lehrerverbände ihren Berufsstand aufgenommen sehen. Dazu sagte aber Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: «Ich kann den Wunsch der Betroffenen verstehen, habe aber meine Zweifel.» Er wies darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler kein überdurchschnittliches Risiko schwerer Krankheitsverläufe haben.

Quarantäne- und Isolationsregeln nochmal ändern?

Für die Allgemeinheit wurden sie bereits geändert. Nun werden auch die bisher noch strengeren Fristen für Klinik- und Pflegepersonal ebenfalls verkürzt: Infiziertes Personal kann sich laut dem Entwurf nach sieben Tagen mit einem zertifizierten Antigen-Schnelltest vorzeitig freitesten, wenn es seit 48 Stunden symptomfrei ist; ansonsten bleibt es bei zehn Tagen. Als Kontaktpersonen können sie ebenfalls nach sieben Tagen mit negativem Test die Quarantäne beenden. Haben sie als Kontaktpersonen eine Booster-Impfung oder sind sonst frisch geimpft oder frisch genesen, entfällt die Quarantäne.

Wie ist das umzusetzen?

Das ist unklar, Details dazu aus einer früheren Version der Vorlage wurden wieder gestrichen. Nach den Beratungen müssen jedenfalls zuerst die geltenden Testvorschriften überarbeitet und dann voraussichtlich noch in den Ländern umgesetzt werden.

Was ist mit der Impfpflicht?

Die geplante allgemeine Pflicht ist in der Beratungsvorlage nur am Rande Thema. Bund und Länder bekräftigen demnach deren Notwendigkeit.

Die Gesundheitsminister hatten zudem gefordert, dass ungeimpften Klinik- oder Pflege-Beschäftigten, die ab März bereits der einrichtungsbezogenen Impfpflicht unterliegen, bevorzugt der neue Impfstoff Novavax angeboten werden soll. Er gilt als eine Art Totimpfstoff und könnte damit nicht den Vorbehalten mancher Impfskeptiker gegen die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna unterliegen. Im Beratungsentwurf wird aber nur darauf hingewiesen, dass er ab Ende Februar zur Verfügung steht.

Und was halten die Bürger davon?

Dass nicht gelockert wird, hält die große Mehrheit für richtig. Nach einer Online-Umfrage des YouGov-Instituts für die dpa finden je etwa ein Drittel die derzeitigen Maßnahmen genau richtig (35 Prozent) oder noch zu lasch (34). Lediglich ein Viertel (24) sind für Lockerungen.

23.01.2022

Diskussion um Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie hält an

Lange waren die Inzidenzen die ausschlaggebende Größe in der Corona-Krise. Das soll nun nicht mehr gelten. Manche Wissenschaftler warnen aber weiterhin vor einer Überlastung der Kliniken.

München (dpa/lby) - Steigende Inzidenzen, aber mehr freie Intensivbetten - angesichts der Entwicklungen in der Corona-Pandemie ist auch am Wochenende die Diskussion um weitere Öffnungsschritte fortgesetzt worden. Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner hält bei hohen Infektionszahlen Einschränkungen weiter für notwendig und plädiert für ein Beibehalten der Regelung zu regionalen Lockdowns ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1000. Er halte es für sinnvoll, «dass der 1000er Wert eingehalten wird», sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur.

«Ich würde schon sagen, dass wir angesichts extrem steigender Neuinfektionen in diesen Tagen und voraussichtlich auch in den nächsten Wochen weitere Kontaktbeschränkungen benötigen», meinte der Corona-Experte. Es müsste versucht werden, die Infektionszahlen nicht zu extrem werden zu lassen, um die Kliniken nicht zu überlasten. Das gelte auch mehr und mehr für die Normalstationen, die stärker in den Blick genommen werden müssten.

Vor dem Spitzengespräch von Bund und Ländern zur weiteren Corona-Strategie am Montag kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder allerdings noch einmal Lockerungen an. «Bayern wird in der Ministerpräsidentenkonferenz keine Verschärfungen mittragen, sondern die Regeln an einzelnen Stellen anpassen», sagte der CSU-Chef der «Augsburger Allgemeinen». In der Kultur, beim Sport und in der Jugendarbeit werde dann wieder mehr Teilhabe möglich.

Der entscheidende Maßstab sei die Belastung des Gesundheitssystems, sagte Söder. «Und dank der konsequenten Maßnahmen der vergangenen Wochen sowie der milderen Verläufe bei Omikron sind die Zahlen bei den belegten Intensivbetten insgesamt erfreulicherweise gesunken.»

Am Wochenende war die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern weiter nach oben geklettert auf knapp 864 am Sonntag, nachdem der Wert am Freitag laut Robert Koch-Institut bei 755 lag. Der Freistaat lag damit am Wochenende deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der am Sonntag erstmals die Schwelle von 800 überschritt (807).

Trotz dieser hohen Zahlen entspannte sich die Situation in den Kliniken weiter etwas. Laut dem Intensivregister Divi lagen am Sonntag 332 erwachsene Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Bayern - dies waren elf weniger als noch am Freitag.

Der Münchner Virologe Oliver Keppler warnte dennoch vor erneut sehr hohen Zahlen von Corona-Patienten in den Krankenhäusern. Die Wucht der Infektionswelle werde sich dort niederschlagen. «Eine Verharmlosung von Omikron wäre daher fatal, die häufig zu lesende Einordnung als «mild» halte ich für brandgefährlich», sagte der Leiter der Virologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.

Auch die Schulen spüren die Entwicklung der Fallzahlen. Laut Kultusministerium fehlen in Bayern immer mehr Schüler wegen Corona-Infektionen oder Quarantäne im Unterricht. Stand Freitag waren es 3,8 Prozent. Das sind mehr als doppelt so viele wie kurz nach den Weihnachtsferien am 11. Januar. Und auch bei Kindergärten, Krippen und Horten sind inzwischen sehr viele Einrichtungen vom Infektionsgeschehen betroffen.

Am Wochenende hatten wieder Tausende Menschen in mehreren Städten Bayerns gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen demonstriert. Zu größeren Protesten kam es beispielsweise am Samstag in Ansbach mit rund 2500 und in Regensburg mit etwa 2300 Teilnehmern. Auch in weiteren Städten wie Augsburg, Ingolstadt, Passau, Straubing und München machten die Gegner der Beschränkungen mobil. In manchen Orten kam es bei den Protesten auch zu Gegendemonstrationen.

22.01.2022

Omikron-Welle auch in Schulen spürbar - aber noch keine Schließung

Omikron zeigt Folgen auch in den Schulklassen. Hunderte von ihnen sind in Quarantäne, zahlreiche Lehrkräfte und Schüler sind infiziert. Alles noch in vergleichsweise geringem Rahmen zwar, aber die Gewerkschaften sind alarmiert.

Stuttgart (dpa/lsw) - Zwei Wochen nach den Ferien ist die Omikron-Welle auch in den Schulen im Südwesten nicht mehr zu übersehen. Nach Angaben des baden-württembergischen Kultusministeriums waren am Freitag 390 Klassen in Quarantäne oder zumindest aus dem Präsenzbetrieb herausgenommen. Eine Woche zuvor waren es noch 27. Außerdem hätten die Schulen derzeit 1031 infizierte Lehrkräfte gemeldet, 716 Lehrerinnen und Lehrer seien in Quarantäne.

Die Zahl der positiv getesteten Schülerinnen und Schüler liegt laut Ministerium bei 16 809, das sind mehr als doppelt so viele wie vor einer Woche. 18 347 waren am Freitag in Quarantäne. Nach wie vor seien aber keine Schulen geschlossen, hieß es.

Das Gesundheitsministerium erklärte, die Fallzahlen ließen nicht auf ein besonders hohes Infektionsrisiko für Kinder und Jugendliche an Schulen schließen. «In Kitas und Schulen finden ohne Zweifel auch Übertragungen statt. Sie sind jedoch auch Einrichtungen, in denen wie kaum an anderen Stellen des öffentlichen Lebens durch regelmäßige Testung das Infektionsgeschehen sehr engmaschig kontrolliert wird», heißt es aus dem Ministerium. Um Ansteckungen aufzudecken, seien Schüler und Schülerinnen nach den Winterferien verstärkt getestet worden.

Auch steigt die Zahl der Infizierten als Folge der Ansteckungen durch die Omikron-Variante landesweit in allen Altersgruppen deutlich. So legte die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg auch am Freitag stark zu und erreichte den Wert von landesweit 734,3 registrierten Infektionen innerhalb von sieben Tagen je 100 000 Einwohner. Das war ein Plus von 67,1 im Vergleich zum Vortag.

Um sich gegen Omikron in Schulen wappnen zu können, fordern die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Landesverband für Bildung und Erziehung (VBE) ausreichend Tests und FFP2-Masken für Lehrkräfte sowie für ältere Schüler und Schülerinnen. Für Lehrerinnen und Lehrer verschickt das Kultusministerium im Januar nach eigenen Angaben insgesamt 2,6 Millionen FFP2-Masken.

21.01.2022

Ein Drittel weniger Wiederholer im Corona-Schuljahr 2020/21

Wiesbaden (dpa) - Während der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Kinder eine Klassenstufe wiederholt. Laut Statistischem Bundesamt lag das unter anderem an veränderten Versetzungsregelungen. Wie das Amt am Freitag berichtete, wiederholten im Schuljahr 2020/21 an allgemeinbildenden Schulen 93 100 Schülerinnen und Schüler eine Klasse - entweder freiwillig oder weil sie nicht versetzt wurden. Das waren 50 500 weniger als im Schuljahr davor.

Damit sank die Quote der Wiederholer bundesweit von 2,3 Prozent im Schuljahr 2019/20 auf zuletzt 1,4 Prozent. «Aufgrund von Unterrichtsausfällen, Wechsel- und Distanzunterricht wurden in vielen Bundesländern besondere Regeln in Hinblick auf die Versetzung eingeführt. So wurde die Versetzung vielfach nicht mehr an die schulischen Leistungen geknüpft», ordneten die Statistiker ein.

Die Quote ging in allen Bundesländern zurück. Am höchsten war sie, wie in den Vorjahren, in Bayern – 26 500 Schülerinnen und Schüler beziehungsweise 2,8 Prozent besuchten dort im Schuljahr 2020/2021 erneut ihre Klassenstufe. Am niedrigsten war die Quote in Berlin, hier wiederholten nur 2500 Schülerinnen und Schüler die Klassenstufe, weniger als ein Prozent. Die Versetzung wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. 58 Prozent der Wiederholer waren männlich.

Bildungsgewerkschaft: Auch Lehrer bei PCR-Tests priorisieren

Berlin (dpa) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat gefordert, Lehrer und Erzieher bei einer Priorisierung von Corona-PCR-Tests mit zu berücksichtigen. «Sie haben am Arbeitsplatz nicht nur viel Kontakt, sondern auch sehr viel Kontakt mit ungeimpften Menschen», sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will am Wochenende eine Verordnung zur Priorisierung der Auswertung von PCR-Tests vorlegen. In einem Verordnungsentwurf seines Ministeriums mit Stand von Dienstagnachmittag hieß es, angesichts knapper Kapazitäten und drastisch zunehmender Infektionen sei es notwendig, dass «eine vorrangige Befundung von Probenmaterial von Beschäftigten mit Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen sichergestellt wird».

Finnern kritisierte: «Es hätte nicht passieren dürfen, dass wir jetzt den Zugang zu den PCR-Tests priorisieren müssen.» Es sei immer gesagt worden, dass Schulen unbedingt geöffnet bleiben sollten. «Da wäre die Vorsorge bei der Verfügbarkeit von Tests ein Baustein gewesen.» Sie ergänzte: «Wenn es eine flächendeckende Versorgung mit PCR-Lollitests für Schulen und Kitas gäbe, stünden wir jetzt ganz anders da.» Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen war zuletzt deutlich gestiegen und hat den höchsten Stand seit Pandemie-Beginn erreicht.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sprach sich erneut gegen Schulschließungen aus: «Es besteht große Einigkeit, die Schulen offen zu halten», sagte sie der «Passauer Neuen Presse» (Freitag). Dafür müsse alles getan werden, da Schüler in den ersten Pandemie-Wellen stark unter Schulschließungen gelitten hätten. Kinder und Jugendliche sind stark von den jüngsten Infektionen betroffen.

20.01.2022

Elternvertreter werfen Senat Verharmlosung der Lage an Schulen vor

Berlin (dpa/bb) - Berliner Elternvertreter haben den Senat für seine Schulpolitik in der Corona-Pandemie deutlich kritisiert. Die Kommunikation der Bildungsverwaltung zu den aktuellen Infektionszahlen sei darauf ausgelegt, die Situation an den Schulen zu verharmlosen, heißt es in einem offenen Brief von Elternausschussvorsitzenden aus elf Berliner Bezirken an die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (beide SPD), der am Donnerstag öffentlich gemacht wurde.

«Über 6900 gleichzeitig infizierte Schülerinnen und Schüler und fast 800 PCR-positive Pädagoginnen und Pädagogen sowie 207 geschlossene Lerngruppen sind nur der Stand vom 14. Januar», heißt es darin. In Berlin gibt es rund 335 000 Schülerinnen und Schüler und mehr als 30 000 Lehrkräfte. Die große Zahl der Kontaktpersonen in Quarantäne werde gar nicht veröffentlicht, heißt es weiter. Dennoch würden im Berliner Stufenplan 98 Prozent der Schulen als «grün» bewertet. «Das ist für niemanden mehr nachvollziehbar!», kritisierten die Elternvertreter.

Ein Sprecher der Bildungsverwaltung teilte zur Kritik der Eltern mit: «Wir nehmen die Sorgen der Eltern ernst. Doch mit den regemäßigen Testungen, mit dem Stufenplan und mit Hilfe unbürokratischer Absprachen mit der Schulaufsicht können wir den wichtigen Präsenzunterricht absichern.» In der ersten Woche nach den Winterferien im Februar werde es außerdem wie nach den Weihnachtsferien zunächst wieder tägliche Corona-Tests an den Schulen geben.

Die Elternvertreter forderten in ihrem offenen Brief unter anderem, den Schulen müssten ausreichen Masken für alle Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen. «Für diejenigen, die dies wollen, sollten auch passende FFP2-Masken bereitstehen. Deren Anschaffung belastet alle Familien finanziell erheblich.» Außerdem sprachen sich die Elternvertreter generell für tägliche Schnelltests an den Schulen aus. Derzeit sind sie drei Mal pro Woche Standard.

Darüber hinaus sollten die Schulen die Möglichkeit erhalten, unkompliziert flexible Unterrichtsmodelle zu nutzen. Das biete große Chancen, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Schülern, Familien und Lehrkräften aufeinander abzustimmen. Um psychosoziale Probleme aufzufangen, müssten ausreichend Geld und zusätzliches Personal zur Verfügung stehen und therapeutische Angebote in den Schulen geschaffen werden, so die Elternvertreter.

«Regretting Parenthood»: Corona hat Eltern-Kind-Verhältnis gestört

Berlin (dpa) - Lockdown, Homeschooling, Kita- und Schulschließungen: Die Corona-Pandemie hat Familien hart getroffen. Besonders Eltern hatten an den vergangenen zwei Jahren oft schwer zu knabbern, teilweise bereuen sie sogar ihre Elternschaft («regretting parenthood») - das geht aus Zahlen einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov vom Donnerstag hervor.

Demnach gaben 23 Prozent der befragten Eltern in Deutschland an, dass die Pandemie sie in Bezug auf die Kindererziehung an ihre Grenzen gebracht hat. Väter (25 Prozent) sagten dies häufiger als Mütter (21 Prozent).

Wirklich verschlechtert hat sich das Eltern-Kind-Verhältnis allerdings nur bei sieben Prozent der Befragten. 13 Prozent gaben an, dass sich das Verhältnis seit Corona sogar verbessert habe. Und für den Großteil - 76 Prozent - ist es unverändert.

20 Prozent der Befragten gaben an, dass sie keine Kinder mehr bekommen wollten, wenn sie sich heute noch einmal entscheiden könnten. 73 Prozent sind nicht dieser Meinung. Jedoch gab etwas mehr als die Hälfte der befragten Eltern (53 Prozent) an, dass sie es nachvollziehen könnten, dass es Frauen gibt, die ihre Mutterschaft auch schon mal bereuen. Väter (56 Prozent) können das der Umfrage zufolge eher nachvollziehen als Mütter (51 Prozent).

19.01.2022

Ministerium: Schulen für neuen Distanzunterricht gut gerüstet

Die steigenden Corona-Fälle mehren auch in Brandenburg die Sorge vor einer Ausweitung des Distanzunterrichts an Schulen. Das Bildungsministerium will jedoch so lange wie möglich Präsenzunterricht gewährleisten.

Potsdam (dpa/bb) – Brandenburgs Bildungsministerium sieht die Schulen für einen möglichen erneuten pandemiebedingten Distanzunterricht gut gerüstet. Nach Überführung der Schulcloud des Hasso-Plattner-Instituts aus der Pilotphase in den Regelbetrieb im August 2021 stehe allen Brandenburger Schulen dieses Lernmanagementsystem kostenlos zur Verfügung. Dazu gehöre auch das Videokonferenzsystem BigBlueButton, teilte das Ministerium auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion mit.

Für eine bessere digitale Ausstattung der Brandenburger Schulen seien 779 Anträge im Rahmen des Digitalpaktes zwischen Bund und Ländern gestellt worden. Die Fördersumme betrage rund 133 Millionen Euro, erklärte das Ministerium weiter. Bis Ende Dezember des vergangenen Jahres seien 561 Anträge mit einer Zuwendungssumme über 97,6 Millionen Euro bewilligt und etwa 9,4 Millionen Euro abgerufen worden.

Von 16,4 Millionen Euro, die die Schulträger für die Anschaffung von rund 22 000 Laptops für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Digitalpaktes beantragt hatten, sind laut Ministerium bereits 16,2 Millionen Euro ausgezahlt worden. Für Ausbildung und Beschäftigung von IT-Fachkräften an den Schulen wurden den Angaben zufolge bis Ende des vergangenen Jahres 19 Anträge über Zuwendungen von rund 578 000 Euro gestellt. Förderanträge hierfür könnten bei der Investitionsbank des Landes noch bis Ende Februar 2022 eingereicht werden.

Für die Ausstattung der Schulen mit Leihgeräten für Lehrkräfte sind bis Anfang Januar dieses Jahres 143 Anträge von 77 öffentlichen und 66 freien Schulträgern gestellt worden. Das seien 44 Prozent aller Schulträger des Landes Brandenburg, so das Ministerium. Beantragt worden seien insgesamt 7877 Laptops.

Aus dem 23 Millionen Euro umfassenden Landesprogramm zur Ausstattung der Schulen mit digitalen Endgeräten haben 300 Schulträger Fördergelder von rund 22 Millionen Euro beantragt. Davon seien bis Ende Dezember rund 14,5 Millionen Euro ausgezahlt worden.  

Für den Fall, dass mehr Selbsttests an den Schulen notwendig seien, könnten Kräfte eingesetzt werden, die ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten. Bereits jetzt seien mehr als 400 Studenten im Rahmen eines speziellen Programms an den Schulen tätig. 

Städtetag NRW fordert Notfallplan für Schulen und Kitas

Düsseldorf (dpa/lnw) - Angesichts der Omikron-Welle hat der Städtetag NRW Notfallpläne für den Betrieb von Schulen und Kindergärten im bevölkerungsreichsten Bundesland gefordert. «Wir sehen eine deutliche Zunahme der Infektionen und Quarantäne bei den Kindern und vor allem auch beim Personal. Deshalb brauchen wir für Schulen und Kitas Notfallpläne, wie wir sie auch für die kritische Infrastruktur haben», sagte der Geschäftsführer des Städtetages NRW, Helmut Dedy, der «Rheinischen Post» (Mittwoch).

Die Eltern, die Schüler, die Beschäftigten und die Träger von Schulen und Kindergärten bräuchten Klarheit, was passiere, wenn immer mehr Personal ausfalle. «Hierzu muss das Land einen Stufenplan für den Notfall liefern», sagte Dedy. «Wir müssen wissen, in welchem Umfang Präsenzunterricht und Betreuung zurückgefahren werden können, wenn der Personalausfall eine kritische Marke erreicht.»

Bei Personalnotstand müsse das Land ermöglichen, verbindliche Vorgaben zu Qualifikation und Personalschlüssel im Kindergartenbereich vorübergehend auszusetzen, forderte er. «Uns fehlt auch immer noch die Möglichkeit, die Arbeitszeit von Teilzeitkräften zu erhöhen, weil das Familienministerium dafür das Alltagshelferprogramm nicht ausgeweitet hat», kritisierte Dedy. Ohne diese Ausweitung werde es vermehrt zu Einschränkungen des Kitabetriebs kommen. Dann seien die Kinder, Eltern und das Erzieherpersonal die Leidtragenden.

Rabe: 99 Prozent WLan an den Schulen - 140 000 Computer

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Hamburg bei der Digitalisierung der Schulen weit zurückliegt. Die Schulbehörde hat nachgelegt und nun Bilanz gezogen. Das Ergebnis: Tausende neue Tablets, WLan in den Klassenräumen und ein zufriedener Schulsenator.

Hamburg (dpa/lno) - Die mit Ausbruch der Corona-Pandemie massiv verstärkte Digitalisierung an Hamburgs 376 staatlichen Schulen trägt Früchte. «Die digitale Infrastruktur an den Schulen wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahren verdreifacht», sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag. Das sei eine stolze Leistung, sei das Hamburger Schulsystem doch das mit Abstand «größte Unternehmen» Norddeutschlands mit mehr als 30 000 Beschäftigten, 285 000 Nutzerinnen und Nutzern, mehr als 1000 Standorten und rund 2,7 Millionen Quadratmetern Büro- und Bildungsräumen. «Eine Digitalisierung in einem solch gigantischen Bereich (...) die lässt sich nicht einfach machen, indem man den Lichtschalter anknipst und alles wird hell», sagte Rabe.

Nach Angaben des Senators ist die Zahl der Computer und digitalen Endgeräte an den Schulen seit 2018 von 55 000 auf nunmehr rund 140 000 gestiegen. Insgesamt gebe es rund 75 000 Notebooks und Tablets. Lehrkräften stünden seit diesem Schuljahr zudem erstmals rund 20 500 Dienst-Tablets zur Verfügung. Zusätzlich seien in den rund 12 000 Unterrichtsräumen 11 500 digitale Tafeln installiert worden. WLan gebe es nun in allen Klassenräumen fast aller Schulen, konkret in 153 der 155 weiterführenden und berufsbildenden staatlichen Schulen und 218 der 221 staatlichen Grundschulen und Sonderschulen.

Ein 100-prozentiger Ausbau sei nur deshalb nicht zustande gekommen, weil einige Schulen umgebaut oder saniert würden und vor Abschluss der Bauarbeiten keine WLan-Installation möglich sei. Die Leistungsfähigkeit des WLan betrage an den weiterführenden Schulen ein Gigabit pro Sekunde, an den Grundschulen 500 Megabits pro Sekunde. Von den bis 2023 zur Verfügung stehenden 166 Millionen Euro des Bundes seien inzwischen rund 95 Millionen Euro investiert worden. «Zusammen mit unseren Landesmitteln ist das ein gewaltiges Investitionsprogramm von 200 Millionen Euro», sagte Rabe.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Birgit Stöver, sprach zwar von erfreulichen Fortschritten. WLan an fast allen Schulen sollte im Jahr 2022 jedoch eine Selbstverständlichkeit sein und nicht als großer Erfolg verkauft werden. Auch der Datenschutz sei weiterhin ein Hemmschuh. «Als CDU-Fraktion erwarten wir, dass sich der Schulsenator mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten und seinen Kollegen aus den Ländern und Bund verständigt und für Rechtssicherheit sorgt, damit auch in Schulen die marktübliche Standard-Software eingesetzt werden kann.» Schule dürfe an der Lebenswirklichkeit nicht vorbeilaufen.

Die Linken-Schulexpertin Sabine Boeddinghaus gestand Rabe zu, dass sich in den beiden Corona-Jahren viel getan habe. Doch der entscheidende Punkt sei, dass immer noch nicht wirklich jede Schülerin und jeder Schüler ein Endgerät besitze, dass wirklich alle Schulen die notwendige Bandbreite und alle Klassenräume WLan hätten, dass alle Lehrkräfte des Digitalen mächtig seien und allen Schülern funktionstüchtige Lernplattformen zur Verfügung stünden. «Diese digitale Schlafmützigkeit von Bund und Ländern sorgt dafür, dass das augenblickliche Omikron-Chaos an den Schulen nicht mit Wechsel- und Distanzunterricht aufgelöst werden kann», sagte Boeddinghaus.

FDP-Landesvize Ria Schröder betonte, «neben Geräten brauchen die Schülerinnen und Schüler aber vor allem gut ausgebildete Lehrkräfte, die digitale Möglichkeiten für die individuelle Förderung nutzen». Der Bund werde im Rahmen eines Digitalpakts 2.0 entsprechende Mittel zur Verfügung stellen. Der AfD-Schulexperte Alexander Wolf nannte die Digitalisierung an Hamburgs Schulen dagegen ungenügend. «Für Senator Rabe kann es da nur eine Bewertung geben: Setzen, Sechs!» Rabe müsse endlich seine Hausaufgaben machen, «ansonsten bleibt das Internet an Schulen weiterhin Neuland».

18.01.2022

Testpflicht für Kinder soll ausgeweitet werden - Impftempo sinkt

Während die Omikron-Variante zu Corona-Rekordwerten in Niedersachsen führt, ändert die Landesregierung ihre Teststrategie für Kinder und Jugendliche. Die Impfkampagne verliert derweil an Schwung.

Hannover (dpa/lni) - In Niedersachsen sollen sich künftig mehr Kinder als bislang regelmäßig auf das Coronavirus testen müssen. Die Landesregierung plant, die Testpflicht an den Schulen zum neuen Halbjahr im Februar auszuweiten. «Eine Ausnahme gäbe es dann nur noch für bereits geboosterte Kinder und Jugendliche», erklärte eine Regierungssprecherin am Dienstag. Bisher sind die Tests für geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler freiwillig.

Für Kindergartenkinder ab drei Jahren soll nach Vorstellung des Kultusministers künftig ebenfalls eine Testpflicht gelten. «Ich unterstütze den Weg zu einer Testpflicht in den Kitas», sagte der SPD-Politiker Grant Hendrik Tonne. Derzeit werde die Logistik geplant, damit die Tests verlässlich zur Verfügung stehen. Daneben gelte es, die Abstimmung innerhalb der Landesregierung zu dem Thema zu beenden. «Sobald beides steht, wird die Testpflicht scharfgestellt. Auf einen Zeitpunkt legen wir uns heute nicht verbindlich fest, streben aber eine zügige Umsetzung bis zirka Mitte Februar an», erklärte der Minister.

Die Grünen und die Gewerkschaft Verdi hatten zuvor erneut auf die Einführung einer Testpflicht an den Kitas gedrungen. So hatte Verdi erklärt, verpflichtende Corona-Tests schützten die Beschäftigten und Kinder, aber auch deren Eltern. Für die Kinder im Vorschulalter sollen nun vor allem Lolli-Tests beschafft werden. Für Krippenkinder unter drei Jahren stellt das Land dagegen bisher überhaupt keine Corona-Tests zur Verfügung, auch nicht zur freiwilligen Verwendung.

Jugendliche müssen sich derweil darauf einstellen, dass auch für sie demnächst die 2G- und 3G-Regeln gelten. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte schon vergangene Woche angekündigt, dass die Ausnahme für Minderjährige Anfang Februar angepasst werden solle. Ab welchem Alter der Impfstatus dann berücksichtigt wird, war am Dienstag allerdings immer noch unklar. Die Meinungsbildung der Regierung in dieser Frage sei noch nicht abgeschlossen, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz.

Seine Stellvertreterin Claudia Schröder warnte mit Blick auf das Impftempo in Niedersachsen, dass die Zahlen rückläufig seien. In den ersten beiden Januarwochen seien etwas mehr als 900 000 Impfungen gezählt worden - das seien deutlich weniger als in zwei Wochen im Dezember, sagte Schröder. «Wir brauchen im Moment nicht mehr Impfstellen, sondern mehr Impfwillige», betonte sie. «Wir haben ausreichend Impfstoff und ausreichend Impfstellen für alle.»

Landesweit stehen demnach 226 mobile Impfteams zur Verfügung, außerdem beteiligten sich rund 4800 niedergelassene Ärzte an der Impfkampagne. Darüber hinaus bereiteten sich Apothekerinnen und Apotheker darauf vor, ebenfalls zu impfen.

Rund drei Viertel (74,3 Prozent) der Niedersachsen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher grundimmunisiert. Die Booster-Impfquote liegt bei 52 Prozent - das ist der vierthöchste Wert im Vergleich der Bundesländer.

Dennoch breitet sich das Virus insbesondere in der Omikron-Variante weiter extrem schnell aus, die Zahlen für Niedersachsen liegen auf Rekordniveau. Laut RKI wurden seit Montag 5996 neue Fälle gemeldet. Die Inzidenz stieg auf 461,0 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche (Vortag: 431,0). Der Krankenhausindikator stieg von 4,9 auf 5,2. Der Wert gibt an, wie viele Covid-19-Patienten innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner in den Krankenhäusern aufgenommen wurden. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten sank dagegen von 5,5 auf 5,3 Prozent.

Rund 95 Prozent aller positiven Corona-Proben gehen nach Angaben des Landes mittlerweile auf Omikron zurück. Die Auswertung basiert auf einer Stichprobe von rund 3100 Untersuchungen.

Die Regierung des Landes Bremen beschloss am Dienstag schärfere Corona-Regeln unter anderem mit regelmäßigen Tests für Kita-Kinder. Kinder dürfen demnach in Kindertagesstätten nur dann betreut werden, wenn sie mindestens drei Mal pro Woche getestet werden, wie der Senat mitteilte. Möglicherweise könnten die neuen Regeln schon diese Woche in Kraft treten, sagte ein Sprecher. Das Parlament müsse aber noch zustimmen.

Der Senat beschloss darüber hinaus unter anderem eine Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr und Einzelhandel schon ab sechs Jahren. Außerdem soll die 2G-plus-Regel unabhängig von der Warnstufe im Bundesland Bremen bis zum 13. Februar gelten. Dies bedeutet, dass Geimpfte und Genesene auch einen aktuellen Corona-Test benötigen, wenn sie zum Beispiel in einem Restaurant im Innenraum essen wollen. Ausnahmen von der Testpflicht gelten für alle, deren zweite Impfung nicht länger als drei Monate zurück liegt, oder die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Auch Kinder unter 18 Jahren sind in Bremen von 2G plus ausgenommen.

Im Vergleich der Bundesländer hat Bremen die höchste Sieben-Tages-Inzidenz. Sie lag am Dienstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 1297,4. Die Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden.

Schulministerin steht Rede und Antwort zur Omikron-Ausbreitung

Nach den Weihnachtsferien können auffällig viele Schüler und Lehrer wegen Corona-Infektionen nicht zur Schule kommen. Offenbar schlägt auch hier die sich schnell verbreitende Omikron-Virusvariante durch. Die Schulministerin gibt einen Lagebericht für NRW.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen nach den Weihnachtsferien werden am Mittwoch (9.30 Uhr) den Schulausschuss im nordrhein-westfälischen Landtag beschäftigen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) berichtet dort über die aktuelle Lage in der Pandemie.

Bereits am Montag hatte das Ministerium bekanntgegeben, dass in den ersten Tagen nach Schulbeginn mehr Schüler und Lehrer positiv getestet worden waren als vor den Weihnachtsferien. Demnach waren bis zum 12. Januar schon über 20 000 Schülerinnen und Schüler in NRW positiv auf das Coronavirus getestet worden. 0,99 Prozent aller Tests seien positiv ausgefallen, vor den Ferien seien es 0,78 Prozent gewesen. Unter den Lehrern wurden im selben Zeitraum rund 1700 bestätigte Corona-Fälle gemeldet - fast dreimal so viele wie vor den Ferien.

Der Schulausschuss wird sich auch mit der Frage beschäftigen, wie zuverlässig die für die weiterführenden Schulen angeschafften neuen Antigen-Selbsttests die Omikron-Variante erfassen. Das Schulministerium hatte versichert, alle verwendeten Tests reagierten auf alle bekannten Virusvarianten einschließlich Omikron. SPD und Grüne zweifeln das an.


17.01.2022

Strengere Corona-Regeln an Hamburgs Schulen - Testpflicht für alle

Wegen der sich noch rascher ausbreitenden Omikron-Variante gelten an Hamburgs Schulen nun strengere Corona-Regeln. Schülerinnen und Schüler müssen sich nun ausnahmslos dreimal pro Woche testen lassen. Schulsport in Hallen geht auch nur noch mit Maske.

Hamburg (dpa/lno) - An Hamburgs Schulen gelten angesichts der sich noch schneller verbreitenden Omikron-Variante ab Montag strengere Corona-Regeln. Alle Schülerinnen und Schüler müssen sich dann regelhaft drei Mal pro Woche unter Aufsicht in der Schule auf Corona testen lassen - statt wie bislang zweimal pro Woche. Getestet werde jeweils montags, mittwochs und freitags, teilte die Schulbehörde mit. Teilnehmen müssen ausnahmslos alle Schülerinnen und Schüler, sofern sie nicht einen negativen Corona-Test aus einem anerkannten Testzentrum nachweisen. Bislang waren Geimpfte und Genesene von der Pflicht ausgenommen, konnten sich aber auf freiwilliger Basis testen lassen.

Da die allerwenigsten Schüler bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten hätten, schaffe die generelle Testpflicht deutlich mehr Sicherheit, erklärte die Behörde. Zudem trage die Testpflicht dazu bei, dass alle Schüler weiterhin außerhalb der Schule an 2G-plus-Veranstaltungen teilnehmen könnten, ohne ein zusätzliches Testergebnis vorlegen zu müssen. Tests gebe es genug. Insgesamt stünden derzeit rund 4,8 Millionen Tests zur Verfügung.

Die seit vergangenem Montag in weiten Teilen des öffentlichen Lebens geltenden 2G-plus-Regeln sind nun auch für Schulveranstaltungen verpflichtend, die nicht ausdrücklich im Schulgesetz vorgeschrieben sind, etwa Vorträge oder Informationsabende. Außerschulische Besucherinnen und Besucher dürfen daran nur noch teilnehmen, wenn sie vollständig geimpft oder genesen sind und zudem ein negatives Testergebnis vorweisen. Nur Geboosterte seien von der Testpflicht befreit.

Beim Sportunterricht in der Turnhalle muss nun wieder eine medizinische Maske getragen werden. «Diese Änderung ist notwendig, weil die Omikron-Variante auch einfach und doppelt geimpfte Personen infizieren und von ihnen übertragen werden kann», hatte Schulsenator Ties Rabe (SPD) zuletzt erklärt. Mannschaftssport in Innenräumen ist weiter möglich. Aber «dabei soll auf Übungen und Aufgaben verzichtet werden, bei denen das Herz-Kreislauf-System in höherem Maße belastet wird», hieß es. Empfohlen werde, den Sportunterricht möglichst im Freien stattfinden zu lassen. An der frischen Luft müssten auch keine Masken getragen werden.

Schulverweigerer - wegen Maske und Test nicht im Unterricht

Durch die Pandemie haben die Schulkinder im Unterricht viel verpasst. Während die Schulen im Südwesten daran arbeiten, den Stoff nachzuholen, ziehen manche Eltern ihre eigenen Konsequenzen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Einige Eltern lassen ihre Kinder wegen der Masken- und Testpflicht an baden-württembergischen Schulen nicht mehr in den Unterricht. Eine Mutter im Ostalbkreis sei mit ihrem Kind sogar ins Ausland gereist, um der Schulpflicht zu entgehen, sagte Gerhard Brand, der Landesvorsitzende des Lehrerverbandes VBE. Die Regierungspräsidien sprechen von Einzelfällen. Eine Statistik über die Zahl abwesender Kinder und die Gründe dafür gibt es nicht.

Schon vor der Pandemie sei es vorgekommen, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Schule schickten, heißt es übereinstimmend. Für solche Fälle sei eine «Eskalationsleiter» eingerichtet, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums.

Zu Beginn stünden immer Gespräche zwischen den Eltern und der Schule. Kommen die Kinder dann nicht zurück, kann die Kommune den Verstoß gegen die Schulpflicht als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld ahnden. Um die Kinder wieder zurück an die Schule zu holen, kann das jeweilige Regierungspräsidium laut Ministerium ein Zwangsgeldverfahren einleiten.

Das Präsidium in Tübingen geht von zehn bis 15 Kindern aus, die den Unterricht aufgrund der Masken- oder Testpflicht nicht besuchen. Im Zuständigkeitsbereich Karlsruhe laufen nach Angaben der Sprecherin zwölf Zwangsgeldverfahren, um abwesende Kinder zurück in den Unterricht zu holen.

In Stuttgart seien drei Zwangsgeldverfahren eingeleitet. Auch beim Regierungspräsidium Freiburg seien einzelne Kinder gemeldet, die nicht mehr zur Schule kommen. Zwangsgeldverfahren gab es nach Angaben des Sprechers zunächst nicht.

16.01.2022

Lehrer kritisieren Quarantäne-Praktiken - Testfrequenz bleibt vorerst

Der eine Banknachbar kommt in Quarantäne, der andere nicht - wie kann das sein? Das fragen sich nicht nur Lehrervertreter. Die Schulen im Thüringen bleiben größtenteils in Präsenz - und bei einer bekannten Regelung.

Erfurt (dpa/th) – Lehrervertreter haben das uneinheitliche Vorgehen der Thüringer Gesundheitsämter bei Corona-Quarantäneanordnungen für Schüler kritisiert. Die Ämter träfen bei vergleichbaren Fällen immer wieder unterschiedliche Entscheidungen, zum Beispiel über die Quarantänedauer, sagten die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft (GEW), Kathrin Vitzthum, und der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbandes, Rolf Busch, der Deutschen Presse-Agentur.

Besonders krass lasse sich dies beobachten, wenn es einen bestätigten Corona-Fall in einer Klasse gegeben habe und für die Kontaktpersonen des betroffenen Schülers verschiedene Gesundheitsämter zuständig seien, weil sie in unterschiedlichen Landkreisen wohnten, sagte Busch. «Ich formuliere es überspitzt: Der eine war der rechte Banknachbar, der andere der linke Banknachbar – dann muss der eine in Quarantäne, der andere gar nicht.»

Sie kenne auch solche Fälle, bestätigte Vitzthum. Besonders betroffen davon seien die Berufsschulen, in deren Klassen Schüler aus verschiedenen Regionen sitzen, für die verschiedene Gesundheitsämter zuständig sind. Unterschiedliche Entscheidungen der Gesundheitsämter der Landkreise oder kreisfreien Städte bei gleich gelagerten Fällen seien für die Betroffenen und deren Angehörige kaum nachzuvollziehen und erschwerten es Lehrern, ihren Unterricht planbar zu gestalten.

In Thüringen sind die Regeln zur Dauer der Quarantäne inzwischen an die Bund-Länder-Beschlüsse angepasst worden. Für Kontaktpersonen von Infizierten, die nicht durch Impfung oder überstandene Infektion geschützt sind, dauert sie zehn Tage. Bei Mädchen und Jungen unter 18 Jahren ist bei einem negativen Test eine Verkürzung auf fünf Tage erlaubt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben die Gesundheitsämter im Einzelfall jedoch einen Ermessensspielraum.

Zuletzt hatte es auch von Lehrervertretern Forderungen gegeben, die Testfrequenz an den Schulen zu erhöhen und auch PCR-Tests einzusetzen. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte angekündigt, zumindest für das zweite Schulhalbjahr eine Ausweitung der Corona-Tests an Schulen prüfen zu wollen. Nach Angaben eines Sprechers soll es aber zunächst bei zwei Antigen-Schnelltests in der Woche bleiben. «Derzeit sind keine Änderungen am Testregime an Thüringer Schulen geplant», sagte er und verwies auf die aktuelle Beschaffungssituation.

Die Schulen bleiben nach Angaben des Bildungsministeriums größtenteils weiter im Präsenzunterricht; derzeit sei keine geschlossen. Bei etwa 70 der 972 Schulen im Freistaat gebe es Einschränkungen im Lehrbetrieb. Diese arbeiteten etwa mit festen Lerngruppen, Wechselunterricht oder Distanzunterricht für einzelne Klassenstufen. Die Schulleiter sollen seit Anfang des Jahres selbst entscheiden, wie sie den Unterricht organisieren.

Dass die Schulen inzwischen selbst entscheiden können, ob sie eine Klasse in Distanzunterricht schicken oder nicht, sei vor dem Hintergrund der Quarantäne-Entscheidungen eine echte Erleichterung, sagte Busch. Wenn es in einer Klasse einen oder mehreren Corona-Fälle gegeben habe, könne ein Schulleiter für diese Klasse Unterricht aus der Ferne anordnen, um mögliche Infektionsrisiken zu senken. Ohnehin seien die Gesundheitsämter seit langem mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Infizierten überfordert.

Der Gesamtelternsprecher des Freistaats, Roul Rommeiß, sagte, nach seiner Einschätzung sei es einerseits durchaus richtig, dass die Gesundheitsämter der Kommunen für unterschiedlich gelagerte Kontaktfälle auch unterschiedliche Quarantäne-Anordnungen träfen. «Oftmals fehlt es aber an einer guten Darstellung, warum nun in diesem Fall so und in einem anderen Fall so entschieden wird.» Problematisch sei indes, wenn in vergleichbaren Fällen unterschiedliche Gesundheitsämter unterschiedliche Entscheidungen träfen.

Regierung: Querdenker schicken Drohschreiben an Schulen

In der Pandemie wird über kaum ein Thema emotionaler diskutiert als über Corona-Maßnahmen an Schulen und Kitas. Oft belassen es die Gegner nicht bei Wörtern: Die Regierung berichtet von konkreten Drohungen und Aktionen von sogenannten Querdenkern im Schulumfeld.

Berlin (dpa) - In der Corona-Krise haben sogenannte Querdenker, Reichsbürger und Selbstverwalter nach Angaben der Bundesregierung auch Schulen und Kitas ins Visier genommen. Der Regierung sei bekannt, dass Gegner der Corona-Maßnahmen und der Impfkampagne in einzelnen Fällen vor Schulgebäuden demonstrierten und «dabei zuweilen auch das Zwiegespräch mit Schülern suchten». Das ergab sich aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Hierbei handelte es sich zum Teil auch um führende Personen der "Querdenken-Bewegung"», schreibt das Ministerium weiter.

Zudem berichtet die Regierung von Briefen, E-Mails und Drohschreiben, die Reichsbürger und sogenannte Selbstverwalter an Schulen, Behörden, Lehrerkollegien und Kitas gesendet haben. In manchen Schreiben werden demnach «pseudojuristische Argumente» angeführt, die den Corona- oder Masken-Verordnungen ihre Rechtsgültigkeit absprechen. Reichsbürger und Selbstverwalter erkennen die Bundesrepublik Deutschland und ihr Rechtssystem nicht an. Ob es im Zusammenhang mit den genannten Aktionen auch zu Straftaten kam, dazu habe das Innenministerium «keine Erkenntnisse».

Die Informationen der Bundesregierung bestätigen Befunde einer repräsentativen Umfrage der Bildungsgewerkschaft VBE, an der Lehrkräfte im Mai teilnahmen. 22 Prozent hatten darin angegeben, dass sie an der eigenen Schule Beschimpfungen, Bedrohungen oder Beleidigungen im «Zusammenhang mit der Durchsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen» erlebt hatten. 25 Prozent der Befragten berichteten von Beschimpfungen und Bedrohungen per Mail oder in Chats.

Rund sieben Prozent der Lehrkräfte gaben auch an, persönlich von solchen Vorfällen betroffen gewesen zu sein. Als Beispiele wurden Drohungen beim Elternabend, eskalierende Gespräche, Briefe sowie Drohungen mit Strafanzeigen und Berufsverboten genannt. Der Verband berichtete auch von Plakataktionen und Demonstrationen im Umfeld von Schulen. Anwaltsschreiben oder standardisierte Schreiben, die sich Eltern im Netz heruntergeladen haben, seien an Lehrer verschickt worden.

Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann rief die Bundesländer mit Hinblick auf die neuen Erkenntnisse der Bundesregierung dazu auf, «als Dienstherr» ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. Etwaige Angriffe auf Lehrkräfte müssten konsequent verfolgt und angemessen geahndet werden. «Schulleitungen und Lehrkräfte dürfen in dieser belastenden Situation nicht im Stich gelassen werden.»

Die Bildungsexpertin der Linken, Nicole Gohlke, nannte die Befunde alarmierend. «Ich erwarte vom Bundeskriminalamt und den Länderpolizeien, dass sie alles dafür tun, damit Beschäftigte und Kinder ohne Angst vor Einschüchterungen in die Schulen und Kitas gehen können.» Was heute noch Hetze ist, könnte sehr bald in tätliche Übergriffe übergehen, warnt sie.
 

14.01.2022

Fast 7000 Corona-Fälle unter Berlins Schülern - Kritik am Senat

Die Zahl der Infektionen schnellt berlinweit nach oben. Auch an den Schulen macht sich das bemerkbar. Lässt sich weiter unterrichten wie gewohnt?

Berlin (dpa/bb) - Berlinweit sind fast 7000 Schülerinnen und Schüler nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Laut der Corona-Statistik der Senatsbildungsverwaltung von Freitag waren es 6911. Das sind angesichts von fast 337 000 Schülern insgesamt überschaubare Zahlen. Aber die Veränderung ist unübersehbar: Nach dem Stufenplan der Bildungsverwaltung gehörten vor einer Woche sämtliche der mehr als 800 Berliner Schulen zu der mit grün bezeichneten Gruppe, in der Präsenzunterricht uneingeschränkt möglich ist. Diesmal sind es bereits 15 Schulen, die gelb markiert sind und zum Wechselunterricht übergehen. Elternvertreter fordern Konsequenzen - wie die Aufhebung der Präsenzpflicht, die vorschreibt, dass alle Schülerinnen und Schüler in die Schulen kommen müssen.

«Ich glaube schon, dass wir an dem Punkt angekommen sind, dass Eltern die Möglichkeit gegeben werden muss, diese Entscheidung für ihr Kind zu treffen», sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Immer wieder darauf zu verweisen, dass die Schulen offen bleiben, ist keine Entscheidung zugunsten der Kinder.» Aus Sicht der Eltern sei das falsch.

«Es ist nur dieses wirtschaftliche Interesse, dass die Eltern an den Arbeitsplätzen zur Verfügung stehen sollen», sagte Heise. Der Landeselternausschuss hatte schon vor Weihnachten ein Ende der Präsenzpflicht für den Fall gefordert, dass sich die Pandemielage zuspitzen sollte. Der Sprecher der Bildungsverwaltung, Martin Klesmann, sagte am Freitag: «Wir halten an der Präsenzpflicht fest.»

Schülerinnen und Schüler hätten durch die Schulschließungen im vergangenen Jahr massiv gelitten. «Sie leiden unter Lernlücken und unter psychosozialen Beeinträchtigungen. Das belegen mittlerweile zahlreiche Studien, und das berichten viele Schulleitungen», so Klesmann weiter. «Wir nehmen selbstverständlich wahr, dass sich einige Eltern Sorgen machen wegen der Präsenzpflicht.» Es gebe aber gute Gründe dafür.

Klesmann verteidigte den Stufenplan, der für jede Schule einen Plan A, B und C vorsehe. «Dabei begutachten die Gesundheitsämter in Absprache mit der regionalen Schulaufsicht jede einzelne Schule ganz genau und treffen dann die entsprechenden Maßnahmen.»

Elternvertreter Heise sieht noch an anderen Stellen Grund für Kritik an der Linie der neuen Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD): Wenn Lehrkräfte angesichts der Pandemie-Entwicklung in großem Umfang ausfallen sollten, dann sei der Unterricht in Gefahr, sagte er. «Natürlich wird Unterricht wieder ausfallen.»

Dann sei zu klären, welche Klassen verstärkt unterrichtet würden. Der Stufenplan sehe vor, dass etwa die Abschlussjahrgänge Priorität haben sollten. «Das benachteiligt natürlich die Klassen, die relativ spät aus dem Lockdown gekommen sind und größere Lücken haben.» Heise räumte ein, es sei schwierig, in dieser Frage eine ausgewogene Lösung zu finden.

Unklar ist aus seiner Sicht auch, wie sich das hinbekommen lasse, dass Lehrkräfte, die in Quarantäne, aber nicht selbst erkrankt sind, arbeiten sollen. «Wie wirkt sich das auf den Unterricht aus, kann man dann von zu Hause unterrichten? Das wird nicht an allen Schulen und in allen Jahrgangsstufen funktionieren», sagte Heise.

Der Landeselternausschuss ist außerdem dafür, sich davon zu verabschieden, sämtliche Prüfungsteile für den Mittleren Schulabschluss (MSA) durchzuziehen. Er will der Bildungssenatorin vorschlagen, wie in den vorigen Corona-Jahren nur auf dem Präsentationsteil zu setzen - und auf die übrigen Prüfungen zu verzichten.

Die Bildungsverwaltung sieht die Chancen, am Präsenzunterricht auch in Zeiten der Omikron-Variante festhalten zu können, deutlich positiver: Die neuen Quarantäneregeln machten das deutlich einfacher, sagte Klesmann. «Viele Lehrkräfte sind geboostert und brauchen dann nicht mehr in Quarantäne.» Sollten an einer Schule auffällig viele Lehrkräfte in Quarantäne sein, könne die Schulleitung in Abstimmung mit der Schulaufsicht entscheiden, welche besonderen Regeln dann greifen sollen. «Im Fall der Fälle haben abschlussrelevante Jahrgänge und Klassen im Übergang Priorität.»

Grünen-Fraktion erwägt FFP2-Maskenpflicht für ältere Schüler

Stuttgart (dpa/lsw) - Angesichts der wieder stark steigenden Corona-Zahlen im Südwesten hat Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz eine FFP2-Maskenpflicht für ältere Schülerinnen und Schüler ins Gespräch gebracht. «FFP2-Masken bieten ein wesentlich höheres Schutzniveau», sagte Schwarz am Freitag in Stuttgart. Deswegen seien diese Masken seit Mittwoch auch in Innenräumen wie Geschäften und Museen vorgeschrieben. Er könne sich gut vorstellen, dass etwa Berufsschüler künftig FFP2-Masken tragen sollten.

Bei der Frage, ob Jugendliche an weiterführenden Schulen ebenfalls eine solche Maske tragen sollten, wollte er sich zunächst nicht festlegen. Das müsse man noch beraten. In Grundschulen soll es indes bei einer einfachen Maske bleiben, erklärte Schwarz.

Das zuständige Kultusministerium äußerte sich zurückhaltend: «Vorschläge und Ideen wie die des Fraktionsvorsitzenden der Grünen nehmen wir gerne auf und prüfen diese gemeinsam mit den Gesundheitsexperten des Sozialministeriums. Das Thema FFP2-Masken an Schulen ist komplexer.» Zum Beispiel ist unklar, ob die Gesichtsform von Kindern für eine FFP2-Maske geeignet ist. Auch müssten Kinder und Jugendliche eine solche Maske regelmäßig abnehmen dürfen.

Grundsätzlich gebe es an den Schulen aber «zahlreiche Sicherheitszäune, die weit über die Vorkehrungen in anderen gesellschaftlichen Bereichen hinausgehen». Es gebe zum Beispiel ein «Testregime, in das aktuell zum Beispiel auch geimpfte Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte einbezogen sind». Zudem sei man dabei, im Januar 2,6 Millionen FFP2-Masken an die Schulen zu verschicken, die Lehrerinnen und Lehrer freiwillig statt einer Alltagsmaske tragen können.

CDU-Fraktionschef Manuel Hagel sagte, er finde die Position des Kultusministeriums richtig, auf Alltagsmasken zu setzen. Noch sei die Studienlage zu Auswirkung der Omikron-Variante des Coronavirus nicht eindeutig für Minderjährige.

Elternvertreter kritisieren Festhalten an der Präsenzpflicht

Berlin (dpa/bb) - Vor dem Hintergrund der deutlich steigenden Infektionszahlen fordern Berlins Elternvertreter die Aufhebung der Präsenzpflicht an den Schulen. «Ich glaube schon, dass wir an dem Punkt angekommen sind, dass Eltern die Möglichkeit gegeben werden muss, diese Entscheidung für ihr Kind zu treffen», sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Immer wieder darauf zu verweisen, dass die Schulen offen bleiben, ist keine Entscheidung zugunsten der Kinder.» Die Präsenzpflicht schreibt vor, dass alle Schülerinnen und Schüler in die Schulen kommen müssen.

Aus Sicht der Eltern sei das falsch. «Es ist nur dieses wirtschaftliche Interesse, dass die Eltern an den Arbeitsplätzen zur Verfügung stehen sollen», sagte Heise. Der Landeselternausschuss hatte schon vor Weihnachten ein Ende der Präsenzpflicht für den Fall gefordert, dass sich die Pandemielage zuspitzen sollte. Ein Sprecher der Bildungsverwaltung sagte am Freitag: «Wir halten an der Präsenzpflicht fest.»

 

 

13.01.2022

Kultusminister: Keine Prüfungsnachteile wegen Corona

Berlin (dpa) - Schülerinnen und Schüler sollen sich auch in diesem Corona-Schuljahr keine Sorgen um ihre Abschlüsse machen müssen. Die Abschlüsse und Abschlussprüfungen 2022 seien denen früherer und späterer Jahrgänge gleichwertig und würden gegenseitig anerkannt, erklären die Kultusministerinnen und -minister in einem gemeinsamen Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Diese Vereinbarung hatten sie auch in den beiden Vorjahren bereits getroffen.

«Dies schafft Planungssicherheit für alle, die in diesem Jahr Prüfungen ablegen werden und für die Lehrkräfte, die auf die Prüfungen vorbereiten», sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und schleswig-holsteinische Bildungsministerin, Karin Prien (CDU). «Wir gehen davon aus, dass die Abiturprüfungen sowie die Abschlussprüfungen der beruflichen Schulen auch im Jahr 2022 unter Beachtung der dann möglicherweise geltenden Hygieneregelungen wie geplant stattfinden werden.» In Rheinland-Pfalz haben die Abiturprüfungen bereits begonnen.

Auch in diesem Jahr können die Länder laut KMK-Beschluss wieder verschiedene Maßnahmen ergreifen, um Schülern angesichts der anhaltenden Ausnahmesituation entgegenzukommen: Das können nach hinten geschobene Prüfungstermine sein oder weniger Klassenarbeiten und Klausuren, um Lernzeit zu gewinnen. Auch die Dauer von Prüfungen kann verlängert werden, damit Schülerinnen und Schüler mehr Zeit zum Lösen der Aufgaben haben. Prien hatte für ihr Bundesland Schleswig-Holstein beispielsweise angekündigt, dass beim Mittleren Abschluss eine von drei schriftlichen Prüfungen abgewählt und stattdessen eine mündliche Prüfung absolviert werden kann.

Zahl der Corona-Fälle in Schulen ist sprunghaft gestiegen

Rostock/Schwerin (dpa/mv) - Die aktiven Infektionsfälle in den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns haben sich binnen 24 Stunden mehr als verdoppelt. Am Mittwoch habe es 314 davon unter Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften gegeben, teilte das Bildungsministerium in Schwerin auf Basis von Daten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) mit. Am Vortag waren es nur 139 aktive Infektionen. Insgesamt seien nun fast ein Viertel der Schulen im Nordosten von Corona-Infektionen betroffen, von Quarantänemaßnahmen hingegen nur 0,45 Prozent der Schülerschaft.

Unter den Schülern mit einer aktiven Corona-Infektion am Mittwoch waren dem Lagus zufolge 263 sogenannte Indexfälle, also Infektionen die in die Schulen getragen wurden und 40 daraus resultierende Folgefälle. Bei den Lehrkräften waren es am Mittwoch 10 Indexfälle und ein Folgefall.

Mehr als 2000 positive Corona-Tests an Schulen im Norden

Kiel (dpa/lno) - An den ersten beiden Schultagen nach Ende der Weihnachtsferien sind in Schleswig-Holstein insgesamt 2089 Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Montag fielen Schnelltests bei 1670 Schülerinnen und Schülern sowie 81 Lehrkräften positiv aus, wie aus Daten des Bildungsministeriums hervorgeht. Am Dienstag gab es 419 Fälle in der Schülerschaft und 20 unter Lehrerinnen und Lehrern.

In Schleswig-Holstein besuchen nach Angaben des Bildungsministeriums fast 362 000 Schülerinnen und Schüler 794 öffentliche allgemeinbildende Schulen. Die Landesregierung hatte angesichts der Corona-Pandemie zunächst für zwei Wochen die Testpflicht ausgeweitet. Statt wie bisher zwei seien jetzt drei Tests pro Woche vorgesehen. Mit der nächsten Schul- und Corona-Verordnung soll die Testpflicht auch auf Genesene und Geimpfte ausgeweitet werden.

12.01.2022

Ministerium: Auffrischimpfungen für Jugendliche im Ermessen der Ärzte

Booster-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf werden bisher in den Bundesländern ganz unterschiedlich gehandhabt. Hessen verweist darauf, dass es keine generelle Stiko-Empfehlung gebe - und setzt auf die Ärzte.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Das Land Hessen überlässt die Entscheidung über Booster-Impfungen für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren weiterhin den Arztpraxen. Es liege im Ermessen der Ärzte, Impf-Entscheidungen für Patienten zu treffen, die derzeit nicht unter die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) fallen, teilte das hessische Sozialministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. «Sollte ein Arzt oder eine Ärztin hier mit Verweis auf die Stiko-Empfehlung nicht impfen wollen, kann zum Beispiel im Falle von Risikopatienten in der Familie auch der behandelnde Facharzt eine solche Impfung vornehmen.»

In einigen anderen Bundesländern können seit Anfang Januar bereits Minderjährige von 12 bis 17 Jahren über zentrale Anmeldeportale Termine für die Booster-Impfungen bekommen, so etwa in Rheinland-Pfalz und im Saarland. In Nordrhein-Westfalen bieten die Impfstellen der Landkreise und kreisfreien Städte solche Auffrischimpfungen für die Altersgruppe an. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte von einem sehr großen Bedarf an Auffrischimpfungen in dieser Altersgruppe gesprochen.

Ein Sprecher des hessischen Sozialministeriums sagte: «Die Jugendlichen sind ja nicht gänzlich ungeimpft.» Es sei auch davon auszugehen, dass der Immunschutz in dieser Altersgruppe deutlich langsamer nachlasse als bei älteren Menschen. Die Kapazitäten für Auffrischimpfungen in dieser Altersgruppe wären grundsätzlich da. «Es ist einfach so, dass man sich an den Stiko-Empfehlungen orientieren möchte.» Ähnlich äußerte sich die Landesärztekammer Hessen. «Wir verweisen bei Fragen zu Impfungen auf das RKI beziehungsweise die Empfehlungen der Stiko», erklärte eine Sprecherin.

Die Stiko empfiehlt allen Geimpften ab 18 Jahren eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus mit einem sogenannten mRNA-Impfstoff - im Mindestabstand von drei Monaten zur Grundimmunisierung. In Einzelfällen - etwa wenn eine Ausbildung in einem Seniorenheim oder im Krankenhaus absolviert wird - empfehle die Stiko das Boostern auch für Jugendliche ab zwölf, so das Ministerium.

Ende Dezember hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in einem Schreiben, das unter anderem an die Bundesländer ging, klargestellt, dass Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren «unabhängig von den Empfehlungen» der Stiko grundsätzlich einen Anspruch auf Auffrisch-Impfungen hätten. Für sie komme der Biontech-Impfstoff in Frage. Im Falle von Impfschäden bei Kindern und Jugendlichen garantiere der Bund einen Versorgungsanspruch, sofern ein für diese Personengruppe zugelassener mRNA-Impfstoff wie etwa Biontech verwendet werde

Lehrerverbände: Corona-Regeln bei verschärfter Lage rasch umsteuern

Berlin (dpa) - Lehrerverbände haben eine schnelle Anpassung der Corona-Maßnahmen an Schulen gefordert, falls sich die Infektionslage weiter verschärfen sollte. «Wir sind froh, dass die Schulen wieder mit vollem Präsenzunterricht begonnen haben. Doch die Situation ist angesichts der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante volatil», sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). Die Politik müsse die Situation genau im Blick haben und schnell reagieren.

«Da, wo die Infektionslage sich verschärft, muss der Gesundheitsschutz an den Schulen rasch hochgefahren werden», sagte Meidinger. Dabei könne es konkret um tägliche Corona-Tests gehen und um eine FFP2-Maskenpflicht. «Auch die Aussetzung der Präsenzpflicht ist eine Option.»

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte dem RND: «Ich warne die politisch Verantwortlichen davor, sich die Gefährdungslage für Kinder angesichts der Omikron-Variante in der Corona-Pandemie schönzureden.» Auch Kinder könnten schwer krank werden. «Wenn die Infektionszahlen rasant ansteigen, müssen wir auch auf Möglichkeiten wie den Wechselunterricht zurückgreifen können.» Dabei gehe es darum, Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien vor Ansteckung zu schützen. Auch die Frage, wie viele Lehrerinnen und Lehrer erkranken, sei systemrelevan

11.01.2022

Behörden streichen wegen Omikron Schulfahrten bis Osterferien

Hannover (dpa/lni) - Angesichts der steigenden Infektionszahlen durch die Coronavirus-Variante Omikron sind mehrtägige Klassenfahrten in Niedersachsen bis zu den Osterferien verboten. Eine entsprechende Rundverfügung sei den Schule zugestellt worden, teilte das Kultusministerium am Dienstagabend mit. Damit werde der Zeitraum, an dem mehrtägige Schulfahrten mit Übernachtung untersagt seien, vom 31. Januar bis zum Beginn der Osterferien am 4. April verlängert. Das Verbot umfasst auch Austauschfahrten ins Ausland.

Möglich bleiben den Angaben zufolge aber eintägige Schulausflüge, wenn nach Abwägung der Schule der pädagogische Nutzen das Risiko durch das aktuelle Infektionsgeschehen überwiege. «Es ist bedauerlich, dass wir erneut an dem Punkt sind, dass Schulfahrten abgesagt oder in der Planung verschoben werden müssen», sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Für die Schulleitungen, Lehrer, Schüler und Eltern sei es aber zentral, Klarheit zu haben.

Die Infektionsdynamik lasse Reisen und Fahrten nur in sehr begrenztem Umfang und mit Augenmaß zu. Insbesondere mehrtägige Fahrten, die naturgemäß auch Übernachtungen erforderlich machten, seien aktuell nicht angezeigt, so Tonne. «Wir müssen in der derzeitigen Lage Prioritäten setzen, und Priorität hat der Präsenzunterricht. Gleichwohl lassen wir mit dem gewählten Weg Spielräume für Tagesausflüge, um die Möglichkeit des außerschulischen Lernens aufrecht zu erhalten.»

Jugendliche rücken bei Corona-Maßnahmen stärker in den Fokus

Bislang sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von vielen Corona-Regeln ausgenommen, müssen also nicht geimpft sein. Damit könnte nun schon bald für einige Schluss sein.

Hannover (dpa/lni) - Für einige nicht gegen das Coronavirus geimpfte Jugendliche könnte der Alltag noch in diesem Winter unbequemer werden. In naher Zukunft sollen sie nicht weiter von den 2G-Regeln ausgenommen werden. Dies werde nicht in der nächsten Corona-Verordnung geschehen, aber «sicherlich in der darauffolgenden», sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag in Hannover.

Noch nicht ganz klar ist, ab welchem Alter dies greifen soll. Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte, das Alter 16 sei durchaus eine Zahl, die in den Diskussionen eine Rolle spiele. In anderen Bundesländern greife dies ab 16 oder 14 Jahren. Die kommende Corona-Verordnung soll laut Behrens am Samstag in Kraft treten und nach Angaben der Staatskanzlei bis Anfang Februar datiert sein. Somit könnte die Verschärfung in wenigen Wochen für zahlreiche Jugendliche Realität werden. Eine mögliche Verschärfung bei Jugendlichen hatte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bereits vor rund einem Monat angedeutet.

Derzeit sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren noch von den 2G-Regeln ausgenommen. Diese müssen somit nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen sein, um etwa in ein Restaurant gehen zu können. Wer als Kind oder Jugendlicher noch nicht geimpft ist, muss derzeit täglich einen Test vor dem Schulbesuch machen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Mitte August des vergangenen Jahres eine Impfempfehlung für alle 12- bis 17-Jährigen ausgesprochen. Somit hatte die Altersgruppe monatelang Zeit, sich impfen zu lassen.

Der Kita-Alltag soll zunächst weiterhin nicht mit einer Testpflicht verbunden sein. Die Corona-Verordnung soll im Wesentlichen fortgeschrieben und keine weiteren Testverpflichtungen enthalten. Anders als im Schulbereich gibt es bei den Kitas keine Testpflicht in Niedersachsen. Das Land stellt den Landkreisen und kreisfreien Städten laut Kultusministerium pro Woche und Kind im Kindergartenalter drei Antigen-Schnelltests zur Verfügung. Die Anwendung dieser Tests soll zu Hause durch die Eltern erfolgen.

Die aktuelle Corona-Verordnung ist nur noch wenige Tage gültig. Daher wird derzeit beraten, welche Veränderungen in einer überarbeiteten Fassung enthalten sein könnten. Große Änderungen sind jedoch nicht zu erwarten, da Niedersachsen vor den jüngsten Bund-Länder-Beratungen bereits einen recht strengen Pandemie-Kurs eingeschlagen hatte und viele der vereinbarten Beschlüsse bereits galten.

Wegen der Zunahme der Corona-Infektionen lässt die Landesregierung in Teilen der kritischen Infrastruktur längere Arbeitszeiten zu. Von Mittwoch an und bis zum 10. April wird laut Sozialministerium die zulässige Arbeitszeit auf 60 Stunden pro Woche erhöht. Außerdem sind in dieser Zeit Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit möglich. Im Schnitt dürfe die Wochenarbeitszeit 48 Stunden aber weiterhin nicht übersteigen. Die Mehrarbeit müsse zudem ausgeglichen werden.

Die Verfügung gilt unter anderem für Not- und Rettungsdienste, Testzentren sowie Energie- und Wasserversorgungsbetriebe. Aber auch die Beschäftigten in Lebensmittelbetrieben und -geschäften können betroffen sein, wenn das Infektionsgeschehen in ihrem Betrieb die Ausnahmen erforderlich macht.

Das Ministerium begründete den Schritt mit der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus, wegen der personelle Engpässe in der kritischen Infrastruktur drohten. Mittlerweile gehen demnach mehr als 85 Prozent der Corona-Fälle in Niedersachsen auf Omikron zurück.

Das Infektionsgeschehen in dem Bundesland blieb unterdessen auch am Dienstag angespannt: Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 322,4 nach 308,6 am Vortag. Sie gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet wurden. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag wurden in Niedersachsen 3267 Neuinfektionen sowie 10 weitere Covid-19-Todesfälle innerhalb eines Tages registriert.

Der Anteil der mit Covid-19-Kranken belegten Intensivbetten ging im Vergleich zum Vortag zurück. Am Dienstag waren landesweit 6,5 Prozent der zur Verfügung stehenden Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, am Montag waren es noch 6,9 Prozent. Der Indikator für die Krankenhausaufnahmen veränderte sich nicht und blieb bei 4,6. Er beschreibt, wie viele Covid-19-Patienten innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohner in den Krankenhäusern aufgenommen wurden.

Corona-Infektionen nehmen auch an den Schulen zu

Mainz (dpa/lrs) - In der ersten Schulwoche des Jahres ist es an den Schulen in Rheinland-Pfalz vermehrt zu Corona-Infektionen gekommen. Die Zahlen erreichten aber bisher nicht das hohe Niveau von Anfang Dezember, wie aus den Daten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hervorgeht. In der Gesamtbevölkerung wurde in dieser Woche ein Höchststand erreicht.

Die Zahl infizierter Schülerinnen und Schüler stieg innerhalb einer Woche bis Montag um 50,7 Prozent auf 3913. Das entspricht einem Anteil von 0,7 Prozent aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von der Grundschule bis zur Berufsbildenden Schule. Der bisherige Höchststand wurde am 6. Dezember vergangenen Jahres mit 6260 infizierten Schülerinnen und Schülern erreicht. Die Zahl der infizierten Lehrkräfte stieg in einer Woche um 51,8 Prozent auf 293. Hier wurde der Höchststand ebenfalls am 6. Dezember mit 469 registriert.

KMK: Vor Weihnachten 50 000 Corona-Fälle bei Schülern bekannt

Berlin (dpa) - Etwa 50 000 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern waren kurz vor Weihnachten an Schulen in Deutschland bekannt. Das geht aus der wöchentlichen Corona-Statistik der Kultusministerkonferenz (KMK) hervor. 80 000 Schülerinnen und Schüler waren demnach zusätzlich in Quarantäne.

Die Zahlen sind nur begrenzt mit denen der Vorwoche vom 13. bis 19. Dezember vergleichbar, als 86 000 Corona-Fälle und 111 000 Quarantäne-Fälle gemeldet wurden, da es dieses Mal aus einigen Bundesländern wegen bereits begonnener Ferien keine Rückmeldungen mehr gab. Basis sind Meldungen aus rund 23 000 Schulen mit etwa acht Millionen Schülern (sonst etwa 28 000 Schulen mit 10 Millionen Schülern).

An rund 870 Schulen gab es kurz vor Weihnachten Einschränkungen im Präsenzbetrieb (Vorwoche: 1400). Geschlossen waren zehn Einrichtungen (Vorwoche: 38). Die Statistik weist außerdem 2800 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus (Vorwoche: 5300) und zusätzlich rund 2100 Quarantäne-Fälle (Vorwoche: 2700). Zugrunde liegen hier Angaben zu rund 700 000 Lehrkräften (sonst rund 900 000).


07.01.2022

FDP fordert wegen Omikron mehr Schutz für Schulen

Am Montag geht die Schule wieder los - in den meisten Fällen im Präsenzunterricht. Angesichts der wachsenden Omikron-Welle dringt die Opposition deshalb auf eine besseren Schutz von Schülern und Lehrern.

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Schulen müssen nach Ansicht der FDP besser vor der Omikron-Welle geschützt werden. «Die Politik hat versprochen, dass die Kitas und Schulen offen bleiben. Dafür müssen angesichts der Omikron-Variante weitere Maßnahmen ergriffen werden», erklärte FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling. Konkret forderte er den Januar über tägliche Corona-Tests für alle Schulkinder unabhängig vom Impfstatus, die Beschaffung qualitativ höherwertiger Tests, um fehlerhafte Ergebnisse zu vermeiden, sowie FFP2-Masken für Lehrer. Am Montag beginnt nach den Weihnachtsferien wieder der Unterricht.

Das Land habe es verpasst, rechtzeitig in zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Raumluftanlagen zu investieren, kritisierte Försterling. Dafür bräuchten die Schulträger mehr Flexibilität, denn bisher würden die Filter nur für schlecht belüftete Räume finanziert. Für die meisten Schüler bedeute das «weiterhin Unterricht mit Mütze und Handschuhen», sagte der Bildungspolitiker. «Dabei hilft gute Luft im Klassenzimmer auch in einer Zeit nach Corona.»

Nach Angaben der Landesregierung wird die Schutzausstattung der Schulen mit mehreren Förderprogrammen unterstützt. So seien Ende 2020 zunächst 20 Millionen Euro für die Anschaffung von FFP2- und Alltagsmasken, Schutzkleidung, Acrylglas-Wänden und CO2-Ampeln zur Verfügung gestellt worden, heißt es vom Kultusministerium in einer Antwort auf eine FDP-Anfrage. Ende August 2021 sei die Richtlinie dann mit einem ebenfalls 20 Millionen Euro schweren Programm «zum infektionsschutzgerechten Lüften» fortgeschrieben worden.

Seit Mitte November stehen den Angaben zufolge darüber hinaus 30 Millionen Euro, davon 11 Millionen Euro vom Land, zur Beschaffung von mobilen Luftreinigern an Schulen und Kitas zur Verfügung. Dem Schulpersonal seien zudem im Laufe der Pandemie schon mehr als 13 Millionen Masken zur Verfügung gestellt worden.

Mit Blick auf die Teststrategie erklärte das Ministerium, dass sich geimpfte und genesene Schüler im Rahmen der bereitgestellten Testkapazitäten freiwillig testen könnten, auch wenn sie von der Testpflicht ausgenommen sind.

Aufholen nach Corona - Schulen sollen weiter Budgets erhalten

Am kommenden Montag startet an den Schulen wieder der Unterricht. Auch dann geht es unter Pandemiebedingungen weiter. Programme zum Aufholen von coronabedingten Defiziten laufen.

Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt will den Schulen auch über die bisherige Bundesförderung hinaus Budgets zur Verfügung stellen, um Schülerinnen und Schüler beim Aufholen von Lernrückständen zu unterstützen. «Die Bundesförderung läuft in diesem und im nächsten Schuljahr», sagte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. «Und im Rahmen des Corona-Sondervermögens wird seitens des Landes Geld bis 2027 dafür eingestellt. Die Finanzierung des Budgets wird, weil die Bundesförderung dann aufhört, fortgesetzt.»

Sachsen-Anhalt habe für das Jahr 2021 rund 8,7 Millionen Euro aus dem Bundesaktionsprogramm «Aufholen nach Corona» zur Verfügung gehabt. Ein Betrag von 1,6 Millionen Euro sei für Maßnahmen eingeplant worden, die allen Schulen zugute kommen, etwa um Lernprogramme zu erwerben. «Des Weiteren wurden sieben Millionen Euro nach Anzahl der Schülerinnen und Schüler an alle öffentlichen und freien Schulen verteilt - in Form von Budgets», sagte Feußner. Diese Budgets sollten weitergeführt werden.

Mit dem Budget könnten Lernmaterialien und digitale Lernprogramme gekauft sowie Honorarverträge mit Externen geschlossen werden, die in jeglicher Form das schulische Leben unterstützten. Das könnten Kräfte sein vom Computerspezialisten über den Handwerker bis zum Volkshochschuldozenten. Auch ältere Schüler könnten jüngeren helfen, ebenso wie Studenten. «Wir schreiben den Schulen da nichts vor», sagte Feußner. «Schule muss erstmal selbst erkennen, wo die Defizite sind. Das ist manchmal von Schüler zu Schüler, von Klasse zu Klasse unterschiedlich.»

Am kommenden Montag soll der Unterricht an den Schulen in Sachsen-Anhalt nach dreiwöchigen Weihnachtsferien wieder beginnen.

06.01.2022

Nur ein Drittel der infizierten Schüler steckte sich in Schule an

Hamburg (dpa/lno) - Nur rund ein Drittel der in Hamburg mit Corona infizierten Schülerinnen und Schüler hat sich einer Studie zufolge auch in der Schule angesteckt. Das hat eine Auswertung von 7165 zwischen August 2020 und Oktober 2021 von den Schulen an die Schulbehörde gemeldeten Infektionsfälle durch das Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung ergeben, wie das Robert Koch-Institut in seinem am Donnerstag veröffentlichen Epidemiologischen Bulletin berichtete. «Größere schulische Ausbruchsgeschehen wurden nur selten beobachtet. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Infektionen im Schulkontext vermutlich in geringerem Umfang vorkommen als außerhalb des Schulsettings», heißt es darin.

Zwar zeigten die Ergebnisse, dass im Beobachtungszeitraum Übertragungen in Schulen stattfanden, diese in der Regel jedoch keine Ausgangspunkte für umfangreiche schulische Ausbrüche gewesen seien. Schülerinnen und Schüler in höheren Jahrgangsstufen seien häufiger von einer Infektion betroffen gewesen als in niedrigeren Jahrgangsstufen. Insgesamt wurden im Beobachtungszeitraum 656 Ausbrüche an 276 Schulen beobachtet. Bei der überwiegenden Zahl der Ausbrüche seien neben dem ersten Infizierten, dem sogenannten Indexfall, lediglich ein oder zwei weitere Infektionen von der Schule an die Schulbehörde gemeldet worden.

Ernst: Krankenstand bei Lehrern noch nicht erhöht

Potsdam (dpa/bb) - Der Unterricht in Brandenburgs Schulen ist nach Darstellung von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) nach den Weihnachtsferien planmäßig angelaufen. Die Krankheitsquote bei den Lehrkräften habe sich mit 12 bis 13 Prozent gegenüber Dezember nicht erhöht, sagte sie am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags. Bis zu einer Krankheitsquote von 20 Prozent könnten die Schulen den Unterricht mit eigenen Mitteln aufrechterhalten. Ernst betonte, dass die Schulen seit den Sommerferien im Präsenzunterricht offen seien.

Die Präsenzpflicht für die Schüler zahlreicher Jahrgangsstufen soll ihr zufolge bis mindestens zu den Winterferien ausgesetzt bleiben. Dies werde von 2,5 bis 5 Prozent der Familien dazu genutzt, die Kinder zuhause zu lassen.

Die Ministerin bekräftigte die Absicht der Landesregierung, dass auch Kinder ab einem Jahr in Krippen und Kitas künftig zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden sollen. Dies solle kommende Woche in der Eindämmungsverordnung verankert werden. Dazu müsse mit Kommunen und Trägern aber noch eine Einigung über die Beschaffung und Finanzierung der Tests erzielt werden. Daher sei noch nicht absehbar, wann die Tests für die Kleinsten starten können. Die Testkits sollen von Kommunen und Trägern dezentral beschafft und die Kosten vom Land erstattet werden.

Schüler und Schülerinnen müssen sich seit dem 15. November drei Mal pro Woche vor dem Schulbesuch selbst testen. Nach den Winterferien soll ab Mitte Februar die Frequenz der Tests auf fünf Mal pro Woche erhöht werden.

Landesregierung weitet Testpflicht an Schulen aus

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Landesregierung weitet die Testpflicht an den Schulen angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus aus. Künftig nehmen nach Angaben des Schulministeriums auch Geimpfte und Genesene verpflichtend an den regelmäßigen Tests in den Schulen teil. Die erweiterte Testpflicht gelte für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie für das gesamte darüber hinaus in den Schulen tätige Personal, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Neben den Schülerinnen und Schülern wird demnach auch das gesamte Personal am ersten Schultag nach den Ferien vollständig getestet.

«Um einen sicheren Schulstart zu ermöglichen, kommen am ersten Schultag nach den Ferien bei allen Schülerinnen und Schülern an den weiterführenden Schulen Antigen-Selbsttests zur Anwendung», heißt es in einer Mitteilung. An den Grund- und Förderschulen sowie an den weiteren Schulen mit Primarstufe würden ebenfalls am kommenden Montag alle Schülerinnen und Schüler mit den PCR-Lolli-Tests getestet.

Alle Lehrerinnen und Lehrer sowie andere in Schulen beschäftigten Menschen an den Grund- und Förderschulen sowie an den weiterführenden Schulen, die immunisiert sind, führten ab kommendem Montag dreimal pro Woche einen Antigen-Selbsttest in eigener Verantwortung durch oder hätten den Nachweis über einen negativen Bürgertest vorzulegen, heißt es zum Verfahren in der am Donnerstag verbreiteten Schulmail.

Unberührt davon bleibe die im Infektionsschutzgesetz begründete Verpflichtung der nicht immunisierten und in Präsenz tätigen Lehrerinnen, Lehrer und Beschäftigten, an ihren Präsenztagen in der Schule einen Antigen-Selbsttest unter Aufsicht in der Schule vorzunehmen oder den Nachweis über einen Bürgertest vorzulegen.

Schulen im Norden starten mit verschärften Corona-Regeln

Die Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein steigen rasant und am Montag enden die Weihnachtsferien. Das Bildungsministerium reagiert mit verschärften Regeln. Dennoch soll es so viel Normalität wie möglich an den Schulen geben.

Kiel (dpa/lno) - Mit der weihnachtlichen Ferienruhe an den schleswig-holsteinischen Schulen ist es am Montag vorbei. Weil die Corona-Infektionszahlen stark steigen, gelten mit Schulbeginn aber schärfere Regeln zum Beispiel bei Tests für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte. Der Präsenzunterricht habe dabei höchste Priorität, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Donnerstag. «Schülerinnen und Schüler brauchen so viel wie möglich Kontinuität und Normalität.»

Zu den verschärften Maßnahmen gehöre eine zunächst für zwei Wochen ausgeweitete Testpflicht. Statt wie bisher zwei seien jetzt drei Tests pro Woche vorgesehen. Mit der nächsten Schul- und Corona-Verordnung soll die Testpflicht auch auf Genesene und Geimpfte ausgeweitet werden. Prien forderte alle an Schulen Tätigen und alle Schüler dazu auf, bereits jetzt freiwillig an Tests teilzunehmen, auch wenn sie geimpft oder genesen sind.

Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gelte für alle Schularten und alle Jahrgänge, erläuterte die Ministerin. Von Ausnahmen solle zurückhaltend Gebrauch gemacht werden.

Für Grundschulen und Förderzentren werde das Kohortenprinzip wieder eingeführt. Die Kohorten sollen möglichst klein gehalten werden. Sie könnten bei klassenübergreifendem Unterricht oder zur Umsetzung von Ganztags- und Betreuungsangeboten aber mehrere Lerngruppen oder sogar Jahrgänge umfassen. Lehrkräfte, die in mehreren Kohorten unterrichten, sollen vorsorglich FFP2-Masken tragen.

Außerunterrichtliche Angebote in den Nachmittagsstunden werden bis zum 23. Januar ausgesetzt. Im Sport- und Musikunterricht sollen besonders infektionsanfällige Aktivitäten vermieden werden. Wettkämpfe oder Singen sowie das Musizieren mit Blasinstrumenten sind nicht erlaubt.

Bei Quarantäneanordnungen der Gesundheitsämter können die Schulen zum Distanzunterricht für betroffene Lerngruppen, Jahrgänge oder die gesamte Schule übergehen. Das kommt nach Priens Angaben in Betracht, wenn mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in der entsprechenden Gruppe von einer Quarantäneanordnung oder ein Drittel der Lehrkräfte betroffen sind.

Prien, die auch Vorsitzende der Kultusministerkonferenz ist, warb erneut für Schutzimpfungen. «Impfen ist und bleibt der Schlüssel, um diese Pandemie in den Griff zu kriegen. Deshalb appelliere ich noch einmal ausdrücklich an alle Erwachsenen und die Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 17, die bestehenden Angebote für Beratung und Impfung anzunehmen.» Ab sofort seien auch für die 12- bis 17-Jährigen Booster-Termine in den Impfzentren buchbar, betonte die Ministerin. Auch für die Fünf- bis Elfjährigen gelte die Bitte, die Beratungsangebote wahrzunehmen und eine bewusste Entscheidung durch die Eltern zum Impfen zu treffen.

Aus Sicht des bildungspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Martin Habersaat, ist es richtig, den Start der Schulen mit einem strengeren Testregime zu verknüpfen. Drei Tests pro Woche machten andere Länder seit längerem vor. Tests auch für Geimpfte und Genesene habe die SPD bereits im Dezember gefordert. Kontinuität und Normalität seien wichtig. «Dazu könnte allerdings längst ein regelhafter Einsatz von digitalen Möglichkeiten im Distanzunterricht gehören.»

Rufe nach neuen Kontaktbeschränkungen - Debatte über Impfpflicht

Die um sich greifende Corona-Variante Omikron zwingt Bund und Länder schon zu Jahresbeginn zu neuen Schritten. Die hochinfektiöse Variante gibt auch einem weiteren Streitthema neue Nahrung.

Berlin (dpa) - Vor den Beratungen von Bund und Ländern über die Corona-Lage wird angesichts der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante der Ruf nach weiteren Kontaktbeschränkungen lauter. «Wir werden wahrscheinlich noch einmal zulegen müssen», sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Mittwochabend im ZDF-«heute journal». Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann rief dazu auf, berufliche Kontakte einzuschränken und Homeoffice auszuweiten. Auch die Kommunen erwarten verschärfte Kontaktbeschränkungen.

Die Ministerpräsidentenkonferenz berät am Freitag erneut mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) über das Vorgehen in der Pandemie. Aus Sicht der Bundesregierung dürfte die ansteckendere Omikron-Variante schon in wenigen Tagen auch deutschlandweit dominierend sein. Lauterbach und die Ressortchefs der Länder legten am Mittwoch jeweils Vorschläge zu künftigen Quarantäne-Vorgaben vor - mit kürzeren Auszeiten für Personal in wichtigen Versorgungsbereichen, geknüpft an PCR-Tests. Lauterbach betonte am Abend im ZDF, damit würden solche Bereiche lebensfähig gehalten.

Der Minister warnte davor, die Gefahren durch Omikron wegen der Berichte über leichtere Verläufe herunterzuspielen. Omikron werde bei vielen bleibende Schäden hinterlassen. «Das kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hier werden viele schwer krank werden», warnte Lauterbach. Er halte weitergehende Kontaktbeschränkungen für notwendig, sagte der Minister, ohne Details zu nennen. Der beste Schutz vor Omikron seien aber die Booster-Impfungen. Lauterbach rief dazu auf, das hohe Impftempo wie vor Weihnachten wieder aufzunehmen. Gut 40 Prozent der Bevölkerung haben inzwischen eine Booster-Impfung.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte Bund und Länder auf, Vorbereitungen für eine weitere Boosterimpfung gegen das Coronavirus zu treffen, wenn ein angepasster Impfstoff zur Verfügung steht. Entschieden werden müsse auch, ob eine Priorisierung der nächsten Impfungen für besonders gefährdete Personen, ältere Menschen und Personal in der kritischen Infrastruktur stattfinden solle, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). Er betonte zugleich, die Reduzierung der Kontakte sei die einzige Möglichkeit, um das Infektionsgeschehen zu begrenzen.

Grünen-Fraktionschefin Haßelmann setzt auf eine Verringerung der Kontakte auch im Beruf. «Wir befinden uns in einer schwierigen Phase der Pandemie», sagte Haßelmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Zusätzliche Schutzmaßnahmen seien erforderlich. «Das gilt für weitere Kontaktbeschränkungen, nicht nur im Privaten, sondern auch bei der Arbeit», sagte Haßelmann. «Homeoffice ist da ein zentraler Baustein. Das muss jetzt wieder mehr Anwendung finden.»

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstag): «Wir müssen angemessen auf Omikron reagieren. Das können weitere Kontaktbeschränkungen sein, aber auch eine kürzere Quarantäne, um unsere kritische Infrastruktur aufrechtzuerhalten.»

Die Omikron-Variante facht auch die Debatte über eine allgemeine Impfpflicht neu an. Der baden-württembergische FDP-Landeschef Michael Theurer sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Je länger die Diskussion anhält, desto mehr stellt sich heraus, dass die Impfpflicht kein Allheilmittel ist.» Es sei eine trügerische Hoffnung, dass die Impfpflicht als Patentrezept zu einem Ende der Pandemie führe. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium führte etwa an, dass Geimpfte dennoch ansteckend sein könnten, dass es neue Mutationen gebe und Menschen mit Vorerkrankungen, die sich nicht impfen lassen könnten.

FDP-Vize Johannes Vogel erwartet, dass die Ausbreitung von Omikron die Impfpflicht-Debatte beeinflussen wird. «Vielleicht wird die Frage einer Impfpflicht dadurch auch obsolet, weil die Herausforderung für das Gesundheitssystem sich verändert», sagte Vogel der «Welt» (Donnerstag). «Vielleicht aber bleibt zum Beispiel unsere Impflücke gerade bei den Älteren gefährlich. Hier lernen wir derzeit ja jeden Tag dazu. In der Bundestagsdebatte werden diese Themen besprochen werden.»

Wie die «Bild»-Zeitung (Donnerstag) unter Berufung auf hochrangige Bundestagskreise berichtet, soll eine erste Debatte über eine allgemeine Impfpflicht erst Ende Januar stattfinden. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese hatte kurz vor dem Jahreswechsel noch die kommende Woche für eine erste Befassung genannt. Eine spätere Abstimmung soll ohne Fraktionszwang erfolgen.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, mahnte zu einer differenzierten Diskussion über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. Die körperliche Selbstbestimmung, um deren Einschränkung es bei der Impfpflicht gehe, sei ein hohes Gut, sagte Buyx der dpa. Es müsse also sorgfältig überlegt werden. Am Ende müsse die Politik entscheiden.

In seiner im Dezember veröffentlichten Stellungnahme hatte der Ethikrat mehrheitlich eine Ausweitung der kürzlich beschlossenen Corona-Impfpflicht für Personal in sensiblen Einrichtungen auf «wesentliche Teile der Bevölkerung» befürwortet. Zum Umfang und der genauen Ausgestaltung einer erweiterten Impfpflicht gab es aber unterschiedliche Ansichten.

FDP-Bildungsexpertin gegen Schulschließungen auch bei hohen Zahlen 

Berlin (dpa) - Die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Ria Schröder, hat gefordert, die Zusage für offene Schulen auch bei stark steigenden Corona-Zahlen durch Omikron einzuhalten. Die Virusvariante sei eine große Belastung, da sie sich schnell verbreite und die hohen Infektionszahlen vielen Menschen Angst machten, sagte Schröder der Deutschen Presse-Agentur. «Die Folgen von Schulschließungen sind jedoch ebenso dramatisch, nur sind psychische und physische Belastungen, häusliche Gewalt oder Lerndefizite zunächst unsichtbar.»

Die Kultusministerinnen und -minister der Länder hatten am Mittwoch das Ziel bekräftigt, Schulen nicht wieder großflächig zu schließen. Das wäre nach Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch die Ampel-Parteien momentan so auch nicht möglich, es sei denn, das Infektionsschutzgesetz würde erneut geändert oder der Bundestag würde die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite wieder feststellen.

Vertreter verschiedener Bundesländer hatten zuletzt gefordert, die epidemische Lage wieder festzustellen. Schröder sagte auf die Frage, ob ein solcher Schritt denkbar wäre, Politik, Schulen, Lehrkräfte und Eltern müssten gemeinsam dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler in den Schulen bestmöglich geschützt würden und flächendeckende Schulschließungen auch bei hohen bundesweiten Inzidenzen verhindert werden könnten.

05.01.2022

Kultusminister: Schulen sollen offen bleiben

Flächendeckende Schulschließungen sind nach derzeitiger Rechtslage nicht mehr möglich. Dazu kommt nun ein erneutes Bekenntnis der Politik: Schulen sollen nicht schließen, auch nicht in der sich aufbauenden Omikron-Welle. Wie lange hält die Zusage?

Berlin (dpa) - Die für Bildung zuständigen Kultusministerinnen und -minister der Länder bleiben bei ihrer Linie, dass Schulen in der aktuellen Corona-Lage offen gehalten werden sollen. «Auch wenn sich die Pandemie durch eine neue Virusvariante verändert, müssen wir die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen noch stärker in den Blick nehmen. Das bedeutet, dass wir die Schulen erst dann schließen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind», sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien (CDU), am Mittwoch nach einer Sonderschalte der Minister.

Die KMK hatte die außerplanmäßige Beratung wegen des drohenden massiven Anstiegs der Ansteckungszahlen durch die Omikron-Variante anberaumt. Zuletzt war vor diesem Hintergrund die Frage aufgekommen, ob durchgehender Unterricht in den Schulen weiterhin möglich bleiben wird. Das Präsenzlernen habe höchste Priorität, sagte Prien, die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein. Sie verwies auch auf die geltende Rechtslage, wonach flächendeckende Schulschließungen momentan gar nicht mehr möglich sind.

Die Ampel-Parteien hatten durch Änderungen am Infektionsschutzgesetz ausgeschlossen, dass es erneut zu einem großen Schullockdown wie vor einem Jahr kommt. Möglich wäre eine solche Maßnahme erst wieder, wenn das Infektionsschutzgesetz erneut geändert würde, wofür es zumindest momentan keine Pläne gibt, oder wenn der Bundestag die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite wieder feststellen würde, was sich bisher auch nicht abzeichnet - aber je nach Entwicklung auch nicht ausgeschlossen ist.

In ihrem Beschluss vom Mittwoch schreiben die Kultusminister, dass in den kommenden Wochen wegen Omikron «unter Umständen ein sehr dynamisches Infektionsgeschehen eintreten» könnte. «Allerdings gibt es deutliche Hinweise, dass eine mögliche Erkrankung milder verläuft», heißt es weiter. Der Maßstab des Handelns seien deshalb nicht allein die Infektionszahlen, sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) nach den Beratungen.

Die KMK spricht sich vor diesem Hintergrund für überarbeitete Quarantäneregeln auch an den Schulen aus. «Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs ist für Kinder und Jugendliche systemrelevant und darüber hinaus eine Grundlage für die Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit anderer Kritischer Infrastrukturen», heißt es im Beschluss. Über das Quarantäne-Thema stimmen sich Bund und Länder momentan noch ab. Am Freitag werden Entscheidungen dazu erwartet.

Auch wenn flächendeckende Schulschließungen auf Landesebene momentan nicht mehr verfügt werden können, kann es örtlich an Schulen zu Einschränkungen kommen, etwa wenn Gesundheitsämter das anordnen, wie Prien erläuterte. Bundesländer wie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern überlassen es den Schulen inzwischen selbst, wie sie vorgehen. Auch so kann es vereinzelt zu Wechsel- oder auch wieder Distanzunterricht kommen.

Vom Deutschen Lehrerverband wird dieses Modell begrüßt. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte am Mittwoch im Sender n-tv: «Ganz ehrlich, es werden nicht alle Schulen aufbleiben können. Das muss man deutlich so sagen.» Unterricht in Präsenz sei erste Wahl, «aber auch nicht um jeden Preis».

Im vergangenen Jahr hatten sich die großflächigen Einschränkungen an den Schulen bis ins Frühjahr gezogen. Nur schrittweise kehrten Schülerinnen und Schüler zurück, manche erst im Mai. Wegen der langen Ausfälle wird geschätzt, dass sich bei fast einem Viertel der Schülerinnen und Schüler Lernrückstände aufgebaut oder vergrößert haben.

Schülervertreter zeigten sich mit dem KMK-Beschluss zufrieden. Im Großen und Ganzen stimme dies mit den Positionen der Bundesschülerkonferenz überein, sagte deren Generalsekretärin Katharina Swinka am Mittwoch im Nachrichtensender «Welt». Sie verwies auf mögliche negative psychosoziale Folgen durch Schulschließungen, Lerndefizite und darauf, dass es für die Entwicklung wichtig sei, dass Schülerinnen und Schüler ihre Freunde sehen könnten.

Gebauer: Präsenzunterricht ist oberstes Gebot

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach dem Ferienende soll der Unterricht in Nordrhein-Westfalen nach Angaben von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in der kommenden Woche in den Schulräumen fortgesetzt werden. «Es findet Präsenzunterricht statt», sagte Gebauer am Mittwoch im WDR2 Morgenmagazin auf Fragen von Hörern. Ein Wechselunterricht mit der Aufteilung in Lerngruppen, die im Wechsel in den Schulen und zu Hause unterrichtet werden, würde eine maximale Belastung für alle Lehrkräfte darstellen und würde als schlechteste Variante angesehen. Es müsste zudem eine Notbetreuung für die Kinder eingerichtet werden, deren Eltern in der sogenannten kritischen Infrastruktur tätig seien. Präsenzunterricht sei

Rabe für einheitliche Quarantäneregelungen für Schulen

Hamburgs Schulsenator Rabe fordert von der Kultusministerkonferenz einheitliche Quarantäneregelungen für Schulen. Die gut 200 000 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen der Hansestadt starten derweil in voller Präsenz in den Unterricht.

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Schulsenator Ties Rabe rechnet bei der Kultusministerkonferenz an diesem Mittwoch trotz rasant steigender Corona-Zahlen fest mit einer Bestätigung des Präsenzunterrichts an den Schulen. «Ich gehe davon aus, dass die Kultusministerkonferenz noch einmal ihren Beschluss bekräftigen wird, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten und nach den Weihnachtsferien wieder mit dem Präsenzunterricht zu beginnen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Darüber hinaus hoffe er, dass die Ministerrunde deutlich mache, wie wichtig - gerade vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante - einheitliche und klare Quarantäneregelungen für die Schulgemeinschaften seien. «Die neue Variante fordert aus meiner Sicht klare Vorgaben in allen Bundesländern, auf die sich Eltern, Schülerinnen und Schüler aber auch Lehrkräfte verlassen können», betonte Rabe.

Hamburgs Schülerinnen und Schüler starten am Mittwoch nach zwei Wochen Weihnachtsferien wieder in voller Präsenz in den Schulalltag. Die steigenden Inzidenzzahlen seien zwar Anlass zur Sorge, doch es bestehe politischer Konsens in Deutschland, dass Schulschließungen nur das allerletztes Mittel sein dürften, wenn alle anderen Maßnahmen wie ein kompletter Lockdown, Ausgangssperren oder Einkaufsverbote vollständig ausgeschöpft seien, erklärte die Schulbehörde.

Für die gut 200 000 Schülerinnen und Schüler sowie die Schulbeschäftigten gelten den Angaben zufolge strenge Corona-Regeln. So wird die Testfrequenz bei den Kindern und Jugendlichen in den ersten beiden Schulwochen nach Ferienende erhöht - auf drei Tests pro Woche. Vom 17. Januar an sind es dann wieder zwei Tests wöchentlich. Nachdem in der Vergangenheit viele falsch positive Corona-Tests zu Ärger bei Schülern, Eltern und Lehrern geführt haben, würden nun neue Schnelltests der Firma Siemens ausgeliefert, so die Behörde.

Darüber hinaus dürfen Beschäftigte Schulen nur betreten, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind. Es gelte weiterhin in allen Schulgebäuden eine Maskenpflicht. Klassenräume müssen alle 20 Minuten für fünf Minuten gelüftet werden. Zudem stehen in rund 90 Prozent der etwa 11 000 Unterrichts- und Fachräume mehr als 21 000 mobile Luftfilter.

Die im vergangenen Jahr begonnenen Impftage an den weiterführenden und berufsbildenden Schulen sowie Sonderschulen für Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 18 Jahren sollen fortgesetzt werden. Die nun auch möglichen Impfungen für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren würden dagegen nicht an jeder Schule angeboten. Deren Impfung soll auf Wunsch der Hamburger Ärzte vorrangig über Kinderärzte, Kinderkliniken und das zentrale Kinderimpfzentrum organisiert werden, erklärte die Behörde.

Sollten einzelne Schulen dennoch Impfungen für 5- bis 11-Jährigen organisieren wollen, werde dies von der Behörde jedoch unterstützt. Einige wenige hätten bereits Impfaktionen angekündigt. Die Behörde betonte jedoch, dass sich diese ausschließlich an Schülerschaft und Schulbeschäftigte richteten, nicht an die allgemeine Bevölkerung.

 

 

 

 

04.01.2022

Ringen um weitere Corona-Maßnahmen - Omikron breitet sich aus

Deutschland wappnet sich für die drohende nächste Corona-Welle - bis Ende der Woche sollen Vorschläge auf dem Tisch liegen. Für mögliche kürzere Quarantäne-Zeiten kommen besondere Bedingungen ins Gespräch.

Berlin (dpa) - Vor erneuten Corona-Beratungen von Bund und Ländern ringen Politik und Experten um zusätzliche Krisenmaßnahmen wegen der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Die Arbeitgeber forderten, schnell Quarantäne-Verkürzungen zu regeln. Dies steht im Blick, um wichtige Versorgungsbereiche auch für den Fall am Laufen zu halten, dass Infektionen sprunghaft zunehmen. Patientenschützer verlangten aber engmaschige PCR-Labortests als Bedingung dafür.

Nach Angaben der zuständigen Landesbehörden ist Omikron inzwischen in mehreren Bundesländern wie Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg nachweislich die vorherrschende Virusvariante. Regional werden Corona-Auflagen teils schon verschärft. An diesem Mittwoch will auch die Kultusministerkonferenz tagen. Zur Mitte der Woche ist in der Hälfte der Bundesländer nach den Weihnachtsferien wieder Schule.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten wollen am Freitag erstmals nach dem Jahreswechsel über den Kurs beraten. Im Visier steht vor allem die schnelle Omikron-Ausbreitung. Über die Lage beriet am Dienstag auch der Expertenrat der Bundesregierung. Die Zahl der übermittelten sicher nachgewiesenen und wahrscheinlichen Omikron-Fälle hat sich laut Robert Koch-Institut (RKI) binnen einer Woche mehr als verdreifacht. Nunmehr 35 529 würden der neuen Variante zugeordnet, hieß es auf einer RKI-Übersicht am Dienstag. Vor einer Woche waren es 10 443. Die Zahl bezieht sich auf Fälle seit November.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) rief zu schnellen Änderungen bei Quarantäneregeln auf, damit auch in einer Omikron-Welle immer Versorgungssicherheit gewährleistet werden könne. Bei symptomlosen Infizierten und Kontaktpersonen müsse eine verkürzte Quarantäne möglich sein, wenn der Betrieb der Infrastruktur gefährdet
wäre. Schon bewährt hätten sich auch Arbeitsquarantänen - also, dass Beschäftigte in Quarantäne mit besonderen Hygienekonzepten arbeiten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder forderte eine Verkürzung bei Quarantäne-Vorschriften wie in anderen Ländern. Es sei nötig, die jetzige Regelung zu überarbeiten. «Wir können ja bei einer rasch wachsenden Verbreitung nicht das ganze Land zeitgleich in Quarantäne schicken», sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur. «Die Basis muss dazu eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung sein.» Vor allem sei wichtig zu wissen, ob es durch mildere Verläufe zu einer geringeren Belastung der Krankenhäuser kommen werde.

Im Gespräch sind kürzere Quarantänezeiten insbesondere in wichtigen Bereichen wie Kliniken, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung. Der Grünen-Experte Janosch Dahmen sagte in der ARD: «Ich bin bei der Verkürzung der Quarantäne ganz pauschal sehr vorsichtig.» Vorstellen kann er sich es bei spezialisierten technischen Berufen. «Aber die Krankenschwester, die sich jetzt um den Herzinfarkt oder Schlaganfall kümmert, jetzt aus Quarantäneregeln auszunehmen, die dann möglicherweise weitere Patienten ansteckt, das öffnet für Omikron zu viele Türen.»

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte für Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Pflege tägliche Labortests. «Es braucht eine PCR-Test-Priorisierung für Berufe, die sich um Pflegebedürftige und Kranke kümmern», sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa. Der Immunologe Carsten Watzl sagte der dpa, es könne «durchaus Sinn machen», dass sich jemand nach fünf oder sieben Tagen freitestet - gerade, wenn es um kritische Infrastruktur gehe. Dies könne man aber nur seriös machen, wenn es mit negativen PCR-Tests begleitet sei.

Aktuell gilt: Bei engem Kontakt zu nachgewiesenermaßen Infizierten soll man für zehn Tage in häusliche Quarantäne. Diese kann mit einem negativen Schnelltest auf sieben Tage verkürzt werden, mit PCR-Test auf fünf Tage. Zu unterscheiden ist davon die Isolierung: Wer infiziert ist, soll für 14 Tage nach Symptombeginn in Isolierung - vollständig Geimpfte fünf Tage, wenn sie danach symptomfrei und negativ PCR-getestet sind. Für Omikron-Fälle sind die Vorgaben strenger. Nach den aktuellen RKI-Empfehlungen sollen Kontaktpersonen von Omikron-Inifizierten immer in Quarantäne - auch wenn sie geimpft oder genesen sind.

Bei der Bund-Länder-Runde im Blick stehen auch mögliche weitere Beschränkungen. In Hamburg verschärft der Senat ab Montag bereits Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene. Der Kommunal-Vertreter im Expertenrat, Stefan Sternberg, sprach sich für einheitliche Regeln aus - etwa bei Gaststätten. «Wir sehen es bei uns im Kreis, dass wir einen regelrechten "Gastronomie-Run" haben auf andere Bundesländer, in denen man - anders als bei uns in Mecklenburg-Vorpommern - keinen zusätzlichen negativen Corona-Test braucht», erklärte der SPD-Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim nach der Ratssitzung. Er denke, dass dies auch Thema bei der Konferenz der Ministerpräsidenten sein werde.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU) aus Schleswig-Holstein, machte vor der Videoschalte der Ressortchefs deutlich, es gebe keinen Hinweis, dass die Omikron-Variante für Schulkinder gefährlicher sei als die Delta-Variante. «Insofern glaube ich müssen wir jetzt verantwortlich, unter strengen Hygienemaßnahmen, aber trotzdem im Regelbetrieb die Schulen wieder öffnen», sagte Prien im Sender Phoenix. Angestrebt wird Präsenzunterricht. Zuletzt wurde auch über möglichen Distanz- oder Wechselunterricht diskutiert.

Kultusminister beraten über Schulbetrieb mit Omikron

Berlin (dpa) - Die Kultusministerinnen und -minister der Länder beraten am Mittwoch über die Lage an den Schulen vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus. Die Videokonferenz war außerplanmäßig vereinbart worden. In der Hälfte der Bundesländer hat die Schule nach den Weihnachtsferien bereits wieder begonnen oder beginnt am Mittwoch. Nächste Woche kommen die Schülerinnen und Schüler in den restlichen acht Bundesländern zurück in die Klassen. Angestrebt wird überall Präsenzunterricht. Die Kultusminister dürften ihre Position dahingehend noch einmal bekräftigen.

Wegen befürchteter stark ansteigender Infektionszahlen durch die Omikron-Variante war zuletzt auch wieder über möglichen Distanz- oder Wechselunterricht diskutiert worden. Thüringen wollte mit Fernunterricht ins neue Jahr starten, zog den Plan dann aber kurzfristig wieder zurück.

Ministerin: NRW-Schulen haben bereits Omikron-sensible Corona-Tests

Was bedeutet die Omikron-Variante für den Schulstart nach den Weihnachtsferien? Aus Sicht der Opposition muss es jedenfalls viel mehr Vorsichtsmaßnahmen geben - und mehr Handlungsspielräume für die Schulen vor Ort. Schon geschehen, hält die Schulministerin dagegen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat SPD-Forderungen nach neueren Corona-Tests, die auch auf die Omikron-Variante ansprechen, als substanzlos zurückgewiesen. «Seit geraumer Zeit verfügen die Schulen über Corona-Tests, die auch für die Omikron-Variante geeignet sind und die notwendige Sensitivität aufweisen», versicherte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Sie reagierte damit auf Oppositionsführer Thomas Kutschaty. Der Chef der SPD-Landtagsfraktion und Landespartei hatte sie zuvor aufgefordert, allen Schulen neue Corona-Tests in gleicher Qualität zur Verfügung zu stellen, wie sie jüngst für die Kitas bestellt worden seien.

Alle Schulen verfügten schon vor dem Schulstart nach den Weihnachtsferien in der kommenden Woche über ausreichend Tests und Testmaterial, hielt das Schulministerium dagegen. Dort könnten sowohl die neuen Tests zum Einsatz kommen als auch solche aus noch vorhandenen älteren Beständen, erklärte ein Sprecher. Dem Ministerium lägen Zertifikate des Herstellers vor, dass sowohl die bisher genutzten als auch die neuen Antigen-Selbsttests für die Omikron-Variante geeignet seien, stellte Gebauer klar.

Nach Angaben des Ministeriums wurden für die Corona-Tests an den NRW-Schulen «langfristige Lieferverträge geschlossen, die die Belieferung in den kommenden Monaten sicherstellt». Die Laufzeit der Rahmenvereinbarung sei zunächst bis zum Beginn der Osterferien am 8. April befristet - mit Verlängerungsoptionen bis zum 22. Dezember 2022. Damit sei sichergestellt, dass «das Land sich nicht für einen zu langen Zeitraum im Voraus zur Abnahme von Lieferungen verpflichtet, sondern in Ansehung der Entwicklung der Pandemie flexibel entscheidungsfähig ist». Die neuen Tests seien mit allen nötigen Utensilien einzelverpackt; die Lehrkräfte müssten nichts mehr einteilen. Damit verringere sich ihr Aufwand.

Kutschaty forderte, an allen rund 6000 Schulen in NRW möglichst täglich zu testen. Außerdem müsse nach den Weihnachtsferien unbedingt an der Maskenpflicht im Unterricht festgehalten werden, da Masken ein ganz wesentliches Schutzinstrument seien, betonte er. Das Hin und Her mit der Maskenpflicht rund um die Herbstferien dürfe sich nicht wiederholen.

Die Landesregierung und die Kultusminister müssten alle Vorkehrungen treffen, damit der Unterricht auch nach den Ferien möglichst in der Klasse aufrechterhalten werden könne, unterstrich Kutschaty. Dazu gehöre auch, in den Schulen systematisch für das Impfen zu werben oder etwa gemeinsame Besuche bei den Gesundheitsämtern zu organisieren, um Kinder und Jugendliche dort zentral impfen zu können.

Außerdem müssten endlich Luftfilter für alle Schulen beschafft werden. «Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Luftfiltergerät, parallel zum Stoßlüften alle dreiviertel Stunde in der kleinen Pause, die Infektionsgefahr dramatisch reduziert», sagte Kutschaty.

Im Notfall müssten die Schulen aber die Option haben, in den Wechselunterricht mit kleineren Lerngruppen oder auch auf einen weitreichenderen Distanzunterricht umschwenken zu können. Für einen solchen «Plan B» müsse die Landesregierung jetzt einen groben Rahmen abstecken. «Es darf nicht dem Zufall überlassen bleiben, welche Schülerinnen und Schüler plötzlich Distanzunterricht bekommen und ob er dann überhaupt stattfinden kann.»

Oberstes Gebot sei aber, so lange wie möglich Präsenzunterricht anzubieten. «Wir dürfen nicht die Schulen schließen und die Fabriken auflassen. Schulen gehören aus meiner Sicht zur systemrelevanten Infrastruktur.» Auch die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Sigrid Beer, forderte, den Schulen jetzt alle Möglichkeiten zu eröffnen, um ohne Verzögerung auf unterschiedliche Infektionsszenarien reagieren zu können.

Am Mittwoch stehen Beratungen der Kultusminister zur Situation an den Schulen nach den Weihnachtsferien an. Für Freitag werden neue Corona-Beschlüsse nach einer weiteren Bund-Länder-Konferenz zur Pandemie erwartet.

 

03.01.2022

Präsenzpflicht und Corona-Tests: Schule beginnt mit Fragezeichen

In Berlin hat die Schule wieder begonnen und es gilt Präsenzpflicht. Alle Schülerinnen und Schüler müssen sich zunächst täglich auf Corona testen. Für die Zeit danach sind jedoch viele Fragen offen.

Berlin (dpa/bb) - In Berlin hat der Unterricht unter Pandemiebedingungen nach den Weihnachtsferien wieder begonnen. Tägliche Corona-Tests sind in der ersten Woche verpflichtend. Die Ankündigung der Bildungsverwaltung, es danach bei drei wöchentlichen Tests zu belassen, hat allerdings Kritik ausgelöst. Noch wichtiger ist die Frage, wie lange es angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante beim Präsenzunterricht bleibt, bei dem die Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler in der Schule vorgeschrieben ist. Berlins neue Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, so lange wie möglich daran festzuhalten.

Auch der Vorsitzende der Vereinigung der Oberstudiendirektorinnen und Oberstudiendirektoren des Landes Berlin (VOB), Arnd Niedermöller, findet es richtig, noch nicht zum Wechselunterricht überzugehen: «Dass wir in Präsenz starten, halte ich für sehr sinnvoll», sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Forderung, die Schulen offen zu halten, sei zuletzt von vielen Seiten immer wieder erhoben worden. «Stellen wir uns vor, die Politik hätte entschieden, wir würden im Wechselunterricht starten, dann wäre der Aufschrei sehr groß, dass man noch einkaufen und arbeiten gehen kann und bei den Schulen wird schon wieder zugemacht», sagte der Schulleiter. «Ich bin froh, dass wir erst einmal so starten.»

Vor Weihnachten sei das Infektionsgeschehen an den Schulen außerdem deutlich abgeflacht, sagte Niedermöller. «Wie es jetzt aussieht nach den Ferien, wird sich in der Woche zeigen.» Falls es notwendig werden sollte, sei das Umschwenken auf Wechselunterricht allerdings nicht ohne Aufwand möglich. «Jede Änderung des Systems beinhaltet auch eine zusätzliche Belastung.»

Ein Sprecher der Bildungsverwaltung teilte am Montagnachmittag mit, nach ersten Rückmeldungen habe es bei den Corona-Tests keine Ausreißer nach oben gegeben. «Nur in einzelnen Bezirken gab es etwas mehr Krankmeldungen oder einen leichten Anstieg bei den positiven Schnelltestungen.»

Bildungssenatorin Busse hat sich klar gegen Corona-Tests von Schülerinnen und Schülern zu Hause ausgesprochen: «Wir haben ja schon lange, dass die Kinder vor Ort getestet werden, weil möglicherweise das nicht in allen Elternhäusern so genau genommen wird», sagte Busse am Montag im RBB-Inforadio. «In der Schule ist das schon absolute Routine und vor dem Unterricht, und das wollen wir auch beibehalten.»

Geimpfte Kinder und Jugendliche sind von der Testpflicht in der Schule allerdings ausgenommen. «Es wird sehr empfohlen, dass auch geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher sich in dieser ersten Woche täglich testen», sagte Busse. Sie gehe davon aus, dass 99 Prozent der Geimpften und Genesenen das auch tun werden. Es werde aber niemand «festgebunden und gezwungen».

Schulleiter Niedermöller findet die Ausweitung der Tests gut: «Fünf Mal wöchentlich testen trägt dazu bei, dass die Lage an den Schulen sicher ist, auch bei vollem Betrieb», sagte er. «Ich würde es auch begrüßen, wenn diese Testung noch eine Woche weitergeht», ergänzte der Schulleiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Berlin-Lichtenberg. Auch der Landeselternausschuss und die Gewerkschaft GEW in Berlin haben sich dafür ausgesprochen, die täglichen Tests nicht auf eine Woche zu begrenzen.

«Bis die Situation geklärt ist und wir verlässliche Zahlen haben, sollte man weiter täglich testen», sagte Landeselternausschuss-Vorsitzender Norman Heise am Montag. Heise bemängelte, die Bildungsverwaltung habe nach wie vor keinen Plan B für den Fall, dass die Infektionszahlen in den Schulen deutlich steigen sollten. Der Landeselternausschuss plädiert dafür, die Präsenzpflicht dann auszusetzen.

Wie lange Präsenzunterricht noch möglich erscheint, dürfte in der nahen Zukunft vermehrt für Diskussionen sorgen. Am Mittwoch wollen sich die Kultusminister- und ministerinnen der Länder in einer Videokonferenz darüber beraten. Der Berliner Hygienebeirat, der Empfehlungen für die Bildungsverwaltung abgibt, trifft sich am kommenden Montag das nächste Mal, um über diese Themen zu sprechen. Bis dahin dürften ausreichend Daten dazu vorliegen, wie viele Berliner Schülerinnen und Schüler infiziert aus den Ferien zurück in die Schule gekommen sind.

01.01.2022

Schulen.de wünscht allen Nutzern ein frohes, gesundes und großartiges Jahr 2022!

24.12.2021

Frohe Weihnachten

Schulen.de bedankt sich bei allen Lesern des Corona-Newstickers für die treue Leserschaft im Jahr 2021 und wünscht eine frohes, besinnliches und entspanntes Weihnachtsfest.

23.12.2021

Testpflicht auch für geimpfte Schüler ab 10. Januar nun fix

München (dpa/lby) - Nun ist es fix: Die regelmäßige Testpflicht an Bayerns Schulen gilt nach den Ferien auch wieder für geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler. Das geht aus der veränderten Corona-Verordnung des bayerischen Gesundheitsministeriums vom Donnerstag hervor. Bislang waren Schüler, die doppelt geimpft sind, von der regelmäßigen Testpflicht - nämlich dreimal pro Woche - befreit.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte die Neuregelung bereits in Aussicht gestellt, aber der förmliche Beschluss stand da noch aus.

Mit der geänderten Verordnung setzt das Ministerium wie angekündigt auch den Bund-Länder-Beschluss zu Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten um: Vom 28. Dezember an dürfen sich nur noch maximal zehn Geimpfte und Genesene privat treffen - dies gilt bei privaten Zusammenkünften außerhalb der Gastronomie. Wenn auch nur ein Ungeimpfter dabei ist, gelten ohnehin noch striktere Kontaktregeln: Dann sind nur noch Treffen der Angehörigen eines Hausstands mit höchstens zwei Angehörigen eines weiteren Hausstands erlaubt.

Ausgenommen sind, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Donnerstagabend mitteilte, bei der Zählung Kinder unter 14 Jahren, wie im Bund-Länder-Beschluss vereinbart. Das bedeutet für Bayern eine gewisse Lockerung: Bislang waren lediglich Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und drei Monaten von der Zählung ausgenommen gewesen.

Diese Lockerung für viele Kinder greift auch in anderen Bereichen, etwa bei Zugangsbeschränkungen nach der 2G- oder der 2G-plus-Regel. Auch dort sind nun Kinder unter 14 generell ausgenommen - und nicht nur wie bisher Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und drei Monaten.

Damit schwenkt Bayern nun doch auf den gemeinsamen Bund-Länder-Kurs ein. In den vergangenen Wochen war die Staatsregierung ausdrücklich noch bei der strikteren Regel (zwölf Jahre, drei Monate) geblieben.

Neu in der Corona-Verordnung ist nach Angaben einer Sprecherin auch, dass das bislang für große überregionale Sportveranstaltungen geltende Zuschauerverbot künftig auch für große überregionale Kulturveranstaltungen und vergleichbare Veranstaltungen gilt. Tanzveranstaltungen sind zukünftig auch außerhalb von Clubs und Diskotheken untersagt - soweit es sich nicht um Sportausübung handelt.

Sozialministerium: Auffrischimpfungen auch für Jugendliche möglich

Stuttgart (dpa/lsw) - In Baden-Württemberg können nach Angaben des Sozialministeriums jetzt auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren Auffrischungsimpfungen gegen Corona erhalten, wenn die impfenden Ärzte dazu bereit sind. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe bei der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch klargestellt, dass der Bund die Haftung dafür übernehme, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums am Donnerstag in Stuttgart. Vor allem wegen offener Haftungsfragen für Ärzte hatte das Land Booster-Impfungen für diese Altersgruppe zuvor demnach nur «positiv bewertet».

Ärzte, Impfstützpunkte und mobile Impfteams würden über die Entscheidung noch im Laufe des Tages informiert, teilte das Sozialministerium am Donnerstag mit. «Ich freue mich, dass der Bund uns hierfür grünes Licht gegeben hat», sagte Sozialminister Manne Lucha (Grüne). «Angesichts der nahenden Omikron-Welle ist das ein wichtiger Schritt bei der Bekämpfung der Pandemie.» Die letzte Entscheidung über die Impfungen liege aber immer noch bei den Ärzten, betonte ein Ministeriumssprecher.

Omikron-Welle: GEW und Landeselternrat fordern Wechselunterricht

Potsdam (dpa/bb) - Angesichts der erwarteten fünften Infektionswelle durch die Omikron-Variante des Coronavirus haben sich die Lehrer-Gewerkschaft GEW und der Landeselternrat Brandenburg für erneuten Wechselunterricht in den Schulen ausgesprochen. Damit sollte bei steigenden Fallzahlen die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Lerngruppen deutlich reduziert werden, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung. Daher müssten insbesondere die weiterführenden Schulen auf geeignete Formen des Distanzlernens vorbereitet werden.

Als weitere Maßnahme müsse es eine tägliche Testpflicht für Lehrkräfte, Schüler und andere Mitarbeiter an den Schulen geben, forderten GEW und Landeselternrat. Bei einem Wechselmodell müsse für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 eine Notbetreuung angeboten werden. Auch ein früherer Beginn und eine Verlängerung der Winterferien seien vorzubereiten.

«Die neue Infektionswelle wird die Schulen mit voller Wucht treffen», warnten der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs und der Sprecher des Landeselternrats, René Mertens. «Ständig darauf hinzuweisen, dass die Zahl von schweren Verläufen der Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen noch relativ niedrig ist, ist verantwortungslos und unethisch zugleich.» Niemand könne bislang die Langzeitfolgen bestimmen oder diese ausschließen. «Wer jetzt nicht handelt, gefährdet das Kindswohl und lässt die Schulen als Treiber der Pandemie wissentlich zu.»

Kultusministerin hält Nein zu Impfung für unsolidarisch mit Kindern

Sollte man sich impfen lassen gegen das Coronavirus? Viele sind unsicher, aber die Kultusministerin hat eine klare Meinung. Man tue es schließlich nicht nur für sich.

Stuttgart (dpa/lsw) - Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) hat ungeimpfte Erwachsene zu mehr Solidarität mit Kindern aufgefordert. «Ich kann es nicht verstehen, warum man dieses Angebot nicht annimmt, weil immer klar war, es müssen sich die Erwachsenen schützen lassen, damit die Kinder den entsprechenden Herdenschutz kriegen», sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Frage, ob sie solche Erwachsenen unsolidarisch finde, sagte sie: «In gewisser Weise ja.»

Völlig unverständlich sei, wenn sich Lehrerinnen und Lehrer nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, obwohl sie es könnten. Es sei ihr noch kein Lehrer begegnet, der ihr gesagt habe, er könne sich nicht impfen lassen, sagte Schopper. Klar sei aber: «In solchen Berufen, wo ich auf Ungeimpfte treffe wie etwa Kinder oder auf vulnerable Gruppen wie im Altenheim, da finde ich es einfach unverantwortlich.»

Sie hält eine Impfpflicht auch hier für zumutbar. «Ich finde, das ist auch durchaus verlangbar in so einem Beruf.» Sie gehe aber davon aus, dass 95 Prozent der Lehrkräfte geimpft seien. «Da sind wir schon deutlich über anderen Berufsgruppen.»

Piazolo: Schulen bei hartem Lockdown nicht zwangsläufig dicht

Die Folgen des Distanzunterrichts im vergangenen Schuljahr sind noch immer spürbar. Präsenzunterricht habe deshalb höchste Priorität, sagt der Kultusminister.

München (dpa/lby) - Die Schulen in Bayern könnten selbst während eines harten Lockdowns wegen der Omikron-Variante geöffnet bleiben. «Präsenzunterricht ist und bleibt die oberste Maxime», sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in München unmittelbar vor dem letzten Schultag vor den Weihnachtsferien am Donnerstag.

Der Minister führte drei Gründe an, die für die Beibehaltung des Lernens in den Schulgebäuden sprächen: «Erstens um den Bildungsauftrag und das Recht auf Bildung sicherzustellen, zweitens weil Schule ein Ort der sozialen Begegnung ist und drittens, weil wir durch die hohen Sicherheitsstandards und besonders durch das Testen in den Schulen geholfen haben, die letzten Wellen abzuflachen. Das haben auch Studien gezeigt.»

Deswegen wäre es dem Minister zufolge bislang kontraproduktiv gewesen, die Schulen erneut zu schließen. Eine endgültige Entscheidung könne man aber angesichts der unvorhersehbaren Entwicklungen in der Pandemie nicht treffen, betonte Piazolo. «Selbstverständlich muss man immer wieder, wenn sich Dinge neu entwickeln, die Lage neu bewerten.»

Piazolo versicherte: «Wir sind auf alle Eventualitäten gut vorbereitet.» In den letzten Monaten sei alles getan worden, um die Technik auf Vordermann zu bringen, erst vor wenigen Tagen sei ein großer Lasttest eines Videokonferenztools durchgeführt worden. Dennoch bleibe eine Erkenntnis: «Auch guter Distanzunterricht kommt, besonders in sozialer Sicht, nicht an Präsenzunterricht heran.»

Nachholjagd und Teststäbchen: Schule in Coronazeiten

Im bisherigen Schuljahr konnten die bayerischen Kinder und Jugendlichen im Regelfall in ihren Klassenzimmern lernen. Doch die Folgen des Distanzunterrichts wirken fort - und das wohl noch für lange Zeit.

München (dpa/lby) - Seit fast zwei Jahren dominiert die Corona-Pandemie das Leben und Lernen an den Schulen in Bayern. Regelmäßige Tests sind ebenso zur Gewohnheit geworden wie Maskentragen und Abstandhalten. Und doch herrscht in den Schulen alles andere als Normalität: Allzu verbreitet sind noch immer die Lernrückstände, allzu groß die psychisch-sozialen Folgen des monatelangen Distanz- und Wechselunterrichts.

«Beides ist eine große Herausforderung», räumt Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) unmittelbar vor den am Freitag beginnenden Weihnachtsferien freimütig ein. «Es gibt Schülerinnen und Schüler, die haben schon vieles aufgeholt, aber man kann da keineswegs sagen, dass wir schon dort sind, wo wir sein wollen. Das Thema wird uns in diesem, aber auch noch im nächsten Schuljahr erhalten bleiben.»

Zugleich malt die Omikron-Variante mit ihren hohen Ansteckungsraten wieder das Schreckgespenst eines harten Lockdowns an die Wand. Und solange die Pandemie nicht überstanden ist, herrscht bei vielen die Angst vor erneuten Schulschließungen. «Für mich ist Präsenzunterricht ganz entscheidend», betont Piazolo.

Damit spricht er den meisten Beteiligten, Kindern wie Eltern wie Lehrkräften, aus der Seele. Die Sprecherin des bayerischen Elternverbands, Henrike Paede, verweist aber darauf, dass es auch auf die Art und Weise des Präsenzunterrichts ankomme. «Es hilft überhaupt nichts, Sachwissen in die Kinder zu stopfen, wenn die keinen Spaß am Lernen haben.»

«Wir müssen die in die Motivation bekommen, wir müssen die in Projekte bringen, ganzheitlich, es muss auf vielen Kanälen ins Gehirn hineingehen», skizziert Paede die Erwartungen der Eltern. «Mit sozialem Miteinander, mit Spaß, mit Bewegung, mit Tun und Machen und der Erfahrung, dass ich was bewirken kann, wenn ich die Ärmel hochkrempel.» Stattdessen würden an vielen Schulen sehr viele Leistungsnachweise erhoben - oft mit schlechten Noten, weil der versäumte Stoff nur im Schnelldurchgang behandelt worden sei.

Der Chef des Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, zeigt sich dennoch «fest davon überzeugt, dass die Qualität der Bildung in diesem Schuljahr noch erreicht wird». Dem häufig zu hörenden «Ober-Katastrophengerede» könne er sich nicht anschließen, auch wenn es bei einzelnen nach wie vor Nachholbedarf gebe. «Aber wir müssen schauen, dass die Leistungsansprüche bei den Kindern aufrechterhalten bleiben.»

Ein hoher Prüfungsdruck müsse nicht sein, findet Michael Schwägerl vom bayerischen Philologenverband, einer Vertretung der Gymnasiallehrkräfte. Bei Kurzarbeiten, Lernproben und Schulaufgaben sei mehr Flexibilität nötig. «Die Leistungserhebungen müssen angeschaut werden.» Auch beim Lehrplan müssten die Lehrkräfte situativ entscheiden, was sie «für die nächsten Monate, das nächste Schuljahr, für den Abschluss benötigen. Ob da die Vorgaben des Ministeriums reichen, wird sich zeigen.»

Denn das Auffangen der Rückstände jeglicher Art brauche Zeit - und eine individuelle Beschäftigung mit dem einzelnen Kind und Jugendlichen, erläutert der Verbandsvorsitzende. «Die Problematik ist aber, wer kann das leisten, wo sind die Köpfe und die Hände, die eine individuelle Unterstützung leisten können?»

In das gleiche Horn bläst auch Simone Fleischmann vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband: «Wir müssen doch nach zwei Jahren Pandemie endlich erkennen, dass die Heterogenität noch größer geworden ist und wir nicht alle gleich behandeln können. Das Geld für Förderung, Differenzierung und Individualisierung hätten wir ja vielleicht noch, aber das Personal haben wir nicht.»

Fleischmann zieht daher ein gänzlich gegensätzliches Fazit wie ihr Verbandskollege Böhm. «Alle miteinander haben wir es in den zwei Jahren nicht geschafft, den Kindern gerecht zu werden. Nicht weil die Kinder es nicht geschafft haben, sondern weil wir es als System nicht geschafft haben, sie aufzufangen.»

 

 

 

 

 

22.12.2021

Kontaktbeschränkungen für alle - Schulen starten im Distanzunterricht

Nach Weihnachten sollen sich nur noch bis zu zehn Menschen treffen können. Thüringen will diese Vereinbarung von Bund und Ländern schnell umsetzen. Die Gesundheitsministerin hätte sich aber mehr gewünscht.

Erfurt (dpa/th) - Um eine drohende Infektionswelle mit der Omikron-Variante des Coronavirus hinauszuzögern, führt Thüringen Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene ein. Ab kommendem Dienstag sollen Zusammenkünfte von nur noch maximal zehn Personen erlaubt sein, wie Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung ankündigte. Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren sollen dabei nicht mitgezählt werden.

Eine entsprechende neue Corona-Verordnung soll bereits am Donnerstag - ein Tag vor Heiligabend - verkündet werden. Damit will Thüringen die am Dienstag gefassten Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz umsetzen. Derzeit gelten bereits Kontaktbeschränkungen, sobald Menschen bei einer Zusammenkunft dabei sind, die weder gegen das Coronavirus geimpft noch von Covid-19 genesen sind. Dann sind Treffen nur noch mit Mitgliedern des eigenen Haushaltss und mit bis zu zwei Menschen aus einem weiteren Haushalt erlaubt.

Werner zeigte sich mit dem Ergebnis der Schalte von Bund und Ländern unzufrieden: «Ich hätte mir gewünscht, dass die Ministerpräsidenten den Bundestag und die Bundesregierung auffordern, die epidemische Notlage nationaler Tragweite schnellstmöglich gesetzlich wieder zu verankern.» Damit hätte man den Bundesländern ihren Worten zufolge die Möglichkeit gegeben, bestimmte Instrumente zur Eindämmung der Pandemie zu nutzen, die derzeit nicht zur Verfügung stünden.

Die Beschlüsse seien hinter ihren Erwartungen geblieben, stellte Werner fest. Die Omikron-Variante des Coronavirus sei wahrscheinlich um 50 Prozent ansteckender als die Delta-Variante und könnte um 30 Prozent mildere Krankheitsverläufe hervorrufen. Der Effekt der milderen Verläufe werde aber bei sehr hohen Infektionszahlen aufgebraucht. «Wir werden damit rechnen müssen, dass trotz alledem wir viele Menschen haben werden, die hospitalisiert werden oder auf Intensivstationen behandelt werden müssen.»

Das Kabinett folgte am Mittwoch auch den Vorschlägen von Bildungsminister Helmut Holter (Linke), im Bildungssektor weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen. Die ersten beiden Schultage nach den Weihnachtsferien (3./4.1.) sollen demnach unterrichtsfrei sein. Lehrerinnen und Lehrer sollen sich in dieser Zeit auf eine Umstellung auf Distanzunterricht vorbereiten. Holter appellierte an alle Familien, die Kinder zu Hause zu lassen. Für Schüler bis zur sechsten Klasse und Förderschüler werde es eine Notbetreuung geben.

Vom 5. bis 14. Januar soll Distanzunterricht stattfinden, wie Holter sagte. Eine Notbetreuung soll es in dieser Zeit nur für Kinder geben, deren Eltern in der kritischen Infrastruktur arbeiteten. Der Minister geht nach eigenen Worten davon aus, dass auch das Personal an Kindergärten und Schulen zur kritischen Infrastruktur gerechnet wird. Ab dem 17. Januar soll es dann Wechselunterricht an den Schulen geben - in welchem Rhythmus und in welcher Struktur, sollen die Schulen selbst entscheiden.

Die Betreuung in den Kindergärten soll aufrechterhalten werden, wie das Bildungsministerium mitteilte. Kinder würden weiter in festen Gruppen betreut. «Angesichts der vorhergesagten Omikron-Infektionswelle appelliere ich dennoch an alle Thüringer Familien, ihre Kinder im Januar, wenn möglich, nicht in die Kindergärten zu schicken», sagte Holter. Zudem sei offen, welche weiteren Maßnahmen der Bund und das Land Thüringen für den Januar ergreifen würden. Spätestens ab dem 15. Januar 2022 soll es ein Testangebot für alle Kinder ab drei Jahren geben.

Bildungsgewerkschaft VBE fordert Klarheit für Schulbetrieb

Berlin (dpa) - Nach den Bund-Länder-Beratungen über Schritte im Kampf gegen die Corona-Variante Omikron hat der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft VBE, Udo Beckmann, mehr Klarheit für den Schulbetrieb gefordert. «Ich erwarte, dass die Politik für den Schulbereich nicht wie bisher nach dem Motto verfährt, das wird schon irgendwie alles gut gehen», sagte Beckmann der Deutschen Presse-Agentur.

Die politisch Verantwortlichen müssten eine konkrete Einschätzung des Corona-Expertenrats der Regierung einholen, «wie der Schulbereich aus virologischer Sicht mit der neuen Situation umgehen soll und welche Infektionsschutzmaßnahmen zwingend erforderlich sind».

Bund und Länder hatten sich am Dienstagabend unter anderem auf Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte nach den Weihnachtsfeiertagen geeinigt, um die Ausbreitung der Omikron-Variante zu bremsen. Größere Schließungen von Schulen sind zumindest bisher nicht geplant.

Das Robert Koch-Institut hatte kurz vor den Beratungen empfohlen, die Weihnachtsferien zu verlängern. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) will Schließungen «unbedingt vermeiden». «Solange wir noch ins Fußballstadion gehen können, darf keine Schule schließen», hatte sie gesagt.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt nach eigenen Angaben als Gewerkschaft die Interessen von rund 164 000 Pädagoginnen und Pädagogen in Deutschland.

Schülerausweise gelten in Ferien nicht als Testnachweise

Ob S-Bahn, Restaurant oder Kino: Weil Kinder und Jugendliche in den Schulen regelmäßig getestet werden, öffnen ihre Schülerausweise viele Türen. In den Weihnachtsferien gilt diese Ausnahme aber nicht mehr. Manche Schüler müssen sich daran wohl bald dauerhaft gewöhnen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Für Bus- und Bahnfahrten, Restaurant- und Kinobesuche müssen sich Schüler und Schülerinnen im Südwesten bald wieder vorab auf Corona testen lassen. Ihre Schülerausweise gelten während der Weihnachtsferien vom 27. Dezember an nicht mehr als Testnachweise, weil sie dann nicht mehr regelmäßig in den Schulen auf Corona getestet werden, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Stuttgart. Bislang hatten Schülerausweise Minderjährigen Zugang zu 3G-, 2G- und 2G-plus-Angeboten verschafft. Nach den Feiertagen brauchen sie dafür stattdessen ein negatives Schnelltest-Ergebnis.

Wegen einer bundesweiten Sonderregel seien negative Tests im öffentlichen Nahverkehr sogar schon von Donnerstag an nötig, teilte das Kultusministerium mit. Erst mit Beginn des Unterrichts am 10. Januar 2022 gelten die Schülerausweise für Minderjährige demnach wieder in allen Bereichen als Testnachweise.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ist bislang aber unklar, wie lange die Schülerausweis-Sonderregel nach dem Ferienende noch gelten soll. Angekündigt sei deren Ende für den 31. Januar, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Regel sei in der Vergangenheit aber schon mehrfach verlängert worden.

«Wie es damit weitergeht, wird die Landesregierung noch beraten», sagte der Sprecher. «Wir haben aber immer gesagt, dass die Ausnahmen für Schülerinnen und Schüler mittelfristig voraussichtlich auslaufen sollen.» Wann dies angesichts der begonnenen Kinderimpfungen auch bei Fünf- bis Elfjährigen erfolgen könnte, sei bislang nicht absehbar.

Volljährige Schüler können ihre Schülerausweise schon seit Ende November nicht mehr als Ersatz für Testnachweise nutzen. Sie hätten bis dahin genug Zeit gehabt, sich impfen zu lassen, begründete Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) damals die Entscheidung. «Für die Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren besteht eine Impfempfehlung seit August. Ich mahne und appelliere deswegen noch einmal: Lassen Sie, lasst Euch impfen.»

Sorge vor Omikron-Welle - Engmaschigere Tests in NRW-Kitas

Düsseldorf (dpa/lnw) - Angesichts der befürchteten neuen Corona-Welle durch die Omikron-Variante will die nordrhein-westfälische Landesregierung in den Kindertageseinrichtungen engmaschiger auf das Virus testen lassen. Die Testfrequenz solle von zwei auf drei Tests pro Woche erhöht werden, kündigte Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Mittwoch in einem Brief an Eltern und Kita-Beschäftigte an. Ab der zweiten Januarwoche stehe ein neuer Antigen-Lolli-Test zur Verfügung, der noch sensitiver sei. Zudem liege eine Bestätigung des Herstellers vor, dass dieser Lolli-Test auch auf die Omikron-Variante anspreche.

Seit Anfang April stellt das Land allen Kindern in der vom Land geförderten Kindertagesbetreuung Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zur Verfügung. Stamp appellierte an die Eltern, die Tests konsequent und sorgfältig anzuwenden, auch wenn es mit einiger Mühe verbunden sei. Das Kita-Personal müsse sich unabhängig vom Impfstatus ebenfalls konsequent testen.

Statt der Selbsttests böten einige Kommunen in NRW sogenannte Lolli-Pool-Tests mit anschließender PCR-Laborauswertung an, schrieb der stellvertretende Ministerpräsident weiter. Eine Übertragbarkeit dieses Konzepts auf die Kitas in ganz NRW sei leider weder logistisch noch mit Blick auf die Laborkapazitäten umsetzbar. Dies habe die Landesregierung intensiv geprüft. Allerdings können die Kommunen, bei denen die Laborkapazität und Logistik gegeben seien, selber Lolli-Pool-Tests organisieren und dafür vom Land einen entsprechenden Kostenersatz erhalten.

Stamp bat das Kitapersonal dringend, sich impfen zu lassen und schnellstmöglich Angebote zur Auffrischungsimpfung (Booster) wahrzunehmen. Für Kinder ab fünf Jahren besteht jetzt auch die Möglichkeit zur Impfung. Stamp rief Eltern auf, sich an ihre Kinderärzte zu wenden und beraten zu lassen.

 

 

 

21.12.2021

Bundesbildungsministerin gegen flächendeckende Schulschließungen

Berlin (dpa) - Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger will neue flächendeckende Schulschließungen «unbedingt vermeiden». «Kinder und Jugendliche haben schon bisher eine große Last in der Corona-Pandemie getragen. Sie brauchen beste Bildung. Die Lernrückstände dürfen nicht noch zunehmen», sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur vor den Bund-Länder-Beratungen am heutigen Dienstag über schärfere Beschränkungen zum Jahreswechsel.

Stark-Watzinger: «Solange wir noch ins Fußballstadion gehen können, darf keine Schule schließen.» Die Corona-Variante Omikron stelle das Land vor große Herausforderungen. «Es ist gut, dass der Expertenrat der Bundesregierung eine erste Stellungnahme dazu erarbeitet hat», sagte sie. «Impfen, boostern und auch Kontaktbeschränkungen sind die richtigen Gegenmaßnahmen.»

Lehrer: Homeschooling und Ferienverlängerung wegen Omikron denkbar

Berlin (dpa) - Wegen der sich rasch ausbreitenden Coronavirus-Variante Omikron kann sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorstellen, die Weihnachtsferien zu verlängern oder Homeschooling kurzzeitig wieder einzuführen. «Distanzunterricht für eine begrenzte Zeit nach den Weihnachtsferien kann eine Möglichkeit sein, die Verbreitung der Omikron-Variante zu erschweren», sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dies müsse aber eine Ausnahme bleiben, die allein der aktuellen Situation geschuldet sei, erklärte sie weiter.

Der Präsident des Deutsche Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte: «Wenn die Infektionszahlen aufgrund von Omikron in den Weihnachtsferien massiv nach oben gehen, dürfen Ferienverlängerungen beziehungsweise erneuter Distanzunterricht nicht ausgeschlossen werden.» Es sei falsch, Schulen bei einem größeren Maßnahmenkatalog komplett auszunehmen, weil dort demnächst eine hochansteckende Virusvariante auf eine Vielzahl von Kontakten treffe.

20.12.2021

Britische Regierung trotz Omikron zögerlich mit Corona-Maßnahmen

Selbst in der freiheitsliebenden Downing Street wird langsam klar: Ohne härtere Maßnahmen könnte mit Omikron eine Katastrophe drohen. Doch noch zögert die Regierung mit härteren Maßnahmen.

London (dpa) - Die britische Regierung will trotz eines massiven Anstiegs an Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante vorerst keine weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie einführen. «Wir haben beschlossen, dass wir die Daten von jetzt an unter ständiger Beobachtung halten und sie stündlich bewerten sollten», sagte Premierminister Boris Johnson am Montag nach einer mehrstündigen Sitzung seines Kabinetts in London. Die Regierung behalte sich aber weitere Maßnahmen vor, um den Gesundheitsdienst zu schützen.

Großbritannien verzeichnete am Montag erneut mehr als 90 000 Neuinfektionen. Geschätzt infizieren sich tatsächlich jedoch wohl bereits mehrere Hunderttausende täglich. In den Landesteilen England und Schottland ist Omikron bereits dominant. Auch bei den Krankenhauseinweisungen ist ein Anstieg zu verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle blieb zuletzt relative stabil bei rund 800 Fällen innerhalb von sieben Tagen.

Ohne schärfere Maßnahmen drohen nach Ansicht des britischen Expertenrats Sage allein in England 3000 Krankenhauseinweisungen pro Tag und die Überlastung des Gesundheitssystems. Trotzdem setzt die britische Regierung weiterhin vor allem auf das Booster-Programm mit Impfstoffen und die freiwillige Zurückhaltung der Menschen.

Johnson mangelt es zudem derzeit an politischer und moralischer Autorität, um konsequente Maßnahmen zu verteidigen. Einerseits rebellierten erst kürzlich bei einer vergleichsweise moderaten Verschärfung schon fast 100 Abgeordnete seiner eigenen Partei, weil sie die Einführung von 3-G-Nachweisen für Clubs und Großveranstaltungen als Eingriff in britische Freiheiten ansehen. Andererseits steht Johnson wegen mehrerer mutmaßlicher Lockdown-Partys in der Downing Street in der Kritik.

In London, wo Omikron bereits rund 80 Prozent der Fälle ausmacht, fehlen in Krankenhäusern bereits Hunderte Beschäftigte. Bildungsminister Nadhim Zahawi rechnet auch in Schulen mit hohen Personalausfällen - und ruft Lehrerinnen und Lehrer im Ruhestand auf, sich zu melden. Alle, die sich imstande fühlten, zu helfen, sollten sich jetzt auf einer entsprechenden Internetseite registrieren, um die «Störungen durch das Virus im neuen Jahr» zu reduzieren, berichtete der Sender Sky News am Montag. Einige Schulen bereiten sich schon wieder auf Online-Unterricht vor.

Deutschland hat die Einreise aus Großbritannien drastisch beschränkt und die Insel erneut zum Virusvariantengebiet erklärt. Rückkehrer müssen 14 Tage in Quarantäne, egal ob geimpft oder ungeimpft. Außerdem dürfen nur noch Deutsche und Menschen, die in Deutschland leben, aus Großbritannien einreisen.

Testpflicht für Kinder im ÖPNV während der Ferien

München (dpa/lby) - Ungeimpfte Schüler ab sechs Jahren brauchen in den anstehenden Weihnachtsferien einen negativen Schnelltest, wenn sie den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) nutzen wollen. Das berichtete Antenne Bayern am Montag und verwies auf eine entsprechende Regelung. Im kürzlich geänderten Infektionsschutzgesetz ist vorgesehen, dass Schüler nur außerhalb der Ferienzeit von der sogenannten 3G-Regel im öffentlichen Personenverkehr - also Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete - ausgenommen sind.

Das bayerische Gesundheitsministerium teilte Antenne Bayern mit: Die Ausnahme, dass Schüler in den Ferienzeiten nicht als getestet gelten, sei erst «in letzter Minute durch Änderungsanträge der Ampelkoalition» in das Gesetz gekommen. Bayern habe auf die Ausgestaltung keinen Einfluss gehabt.

Grünen-Bundestagsabgeordneter Dieter Janecek aus München sagte dem Radiosender: «Gerade in ländlichen Räumen lässt sich das nur schlecht umsetzen, wenn Sie zum Beispiel erst zur Teststation fahren müssen und dafür einen Bus brauchen. An diese Regel sollte man nochmal rangehen». Kinder unter zwölf Jahren sollten von einer Testpflicht im ÖPNV ausgenommen werden, sagte er. Kinder hätten in der Pandemie schon mehr als genug gelitten. Die Maßnahmen müssten so getroffen werden, dass Familien davon am wenigsten betroffen sind.

Vorgezogene Weihnachtsferien: Betreuung in Schulen läuft

Potsdam (dpa/bb) - In den Brandenburger Schulen sind am Montag mehr als 10 000 Schülerinnen und Schüler betreut worden. Wegen der um drei Tage vorgezogenen Weihnachtsferien, kamen die allermeisten Schüler nicht zur Schule. Die Betreuung hätten rund 2000 freiwillige Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Studierende und Kräfte im Freiwilligen Sozialen Jahr übernommen, berichtete die Sprecherin des Bildungsministerium, Ulrike Grönefeld, auf Anfrage.

Allerdings seien nicht alle der rund 11 500 angemeldeten Schüler zu den Betreuungsangeboten erschienen, sagte die Sprecherin. Die Angebote gelten für Kinder der Jahrgangsstufen 1-6, deren Eltern keine Betreuung organisieren können. Insgesamt besuchen in Brandenburg rund 131 000 Schüler diese Jahrgangsstufen.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte die vorgezogenen Ferien wegen der Corona-Pandemie bereits im November angekündigt. Der Präsident des Brandenburger Pädagogenverbandes, Hartmut Stäker, begrüßte am Montag diese Maßnahme. «Da werden die Kontakte der Schüler für zwei Wochen unterbrochen», sagte er. Gerade in den Grundschulen habe es in den vergangenen Wochen besonders hohe Corona-Inzidenzen gegeben, in einigen Landkreisen hätten die Werte bei den 9 bis 14-Jährigen über der 2000er Marke gelegen.

GEW: Schulen auf Folgen der Omikron-Variante einstellen

Mainz (dpa/lrs) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Rheinland-Pfalz fordert von der Landesregierung, die Schulen noch vor Beginn der Weihnachtsferien auf die neue Situation mit der Virusvariante Omikron vorzubereiten. Dazu gehörten neben der Einhaltung von Abstandsregeln und dem Maskentragen auch Corona-Tests für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte an mindestens drei Tagen pro Woche, sagte der Vorsitzende Klaus-Peter Hammer, am Montag in Mainz. Die Schulen müssten dazu mit ausreichend Tests und auch FFP2-Masken versorgt werden.

Am Mittwoch (22.12.) ist in Rheinland-Pfalz letzter Schultag vor den Weihnachtsferien, im neuen Jahr geht der Unterricht am 3. Januar wieder los. Sollten Klassen dann ganz oder teilweise in den digitalen Unterricht wechseln, müsse sichergestellt sein, dass alle Beteiligten mit digitalen Endgeräten versorgt seien, forderte Hammer. Dies sei noch nicht immer der Fall.

England holt wegen Omikron Lehrer aus dem Ruhestand

London (dpa) - Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante in Großbritannien will der britische Bildungsminister Lehrkräfte aus dem Ruhestand zurückholen. Alle, die sich imstande fühlten, zu helfen, sollten sich jetzt auf einer entsprechenden Internetseite registrieren, um die «Störungen durch das Virus im neuen Jahr» zu reduzieren, sagte Nadhim Zahawi am Montag dem Sender Sky News zufolge. Aufgrund der extrem hohen Übertragbarkeit von Omikron wird befürchtet, dass im ganzen Land viele Lehrkräfte gleichzeitig ausfallen, was den Schulbetrieb erheblich stören könnte. Einige Schulen sollen sich bereits wieder auf Online-Unterricht vorbereiten.

In England und Schottland hat sich Omikron innerhalb weniger Wochen als vorherrschende Variante durchgesetzt. Mit mehr als 93 000 bestätigten Corona-Neuinfektionen erlebte Großbritannien Ende der Woche einen neuen Höchststand, tatsächlich sollen sich aber täglich Hunderttausende infizieren.

Auch in anderen systemrelevanten Branchen werden massive Personalausfälle befürchtet. In London, wo Omikron bereits rund 80 Prozent der Fälle ausmacht, fehlen in Krankenhäusern bereits Hunderte Beschäftigte.

18.12.2021

Betreuung an Schulen wegen vorgezogener Weihnachtsferien

Potsdam (dpa/bb) - Wegen der um drei Tage vorgezogenen Weihnachtsferien wird an den Schulen in Brandenburg ein umfangreiches Betreuungsangebot geschaffen. Von Montag an werde in den Jahrgangsstufen 1 bis 6 eine Betreuung in der Zeit angeboten, in der sonst Unterricht geplant war, berichtete das Bildungsministerium am Freitag auf Anfrage. Dafür hätten sich mehr als 800 Lehrkräfte freiwillig bereit erklärt. Zudem stünden 450 pädagogische Unterrichtshilfen sowie 370 Kräfte im Freiwilligen Sozialen Jahr, Studierende und Honorarkräfte zur Verfügung.

Nach Angaben des Ministeriums haben Eltern für rund 10 200 bis 11 300 Schülerinnen und Schüler Bedarf für eine Betreuung an den drei vorgezogenen Ferientagen angemeldet. Laut Ministerium sind rund 131 000 Schülerinnen und Schüler betroffen. Am Freitag seien noch weitere Meldungen möglich. Die Ferien waren in Brandenburg wegen der hohen Corona-

15.12.2021

Keine früheren Weihnachtsferien in vierter Corona-Welle

 

Potsdam (dpa/bb) - Wegen der um drei Tage vorgezogenen Weihnachtsferien wird an den Schulen in Brandenburg ein umfangreiches Betreuungsangebot geschaffen. Von Montag an werde in den Jahrgangsstufen 1 bis 6 eine Betreuung in der Zeit angeboten, in der sonst Unterricht geplant war, berichtete das Bildungsministerium am Freitag auf Anfrage. Dafür hätten sich mehr als 800 Lehrkräfte freiwillig bereit erklärt. Zudem stünden 450 pädagogische Unterrichtshilfen sowie 370 Kräfte im Freiwilligen Sozialen Jahr, Studierende und Honorarkräfte zur Verfügung.

 

Nach Angaben des Ministeriums haben Eltern für rund 10 200 bis 11 300 Schülerinnen und Schüler Bedarf für eine Betreuung an den drei vorgezogenen Ferientagen angemeldet. Laut Ministerium sind rund 131 000 Schülerinnen und Schüler betroffen. Am Freitag seien noch weitere Meldungen möglich.

 

13.12.2021

Sonderlieferung von mehr als sechs Millionen Schnelltests an Schulen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Schulministerium will den weiterführenden Schulen in NRW für den Start nach den Weihnachtsferien sechs Millionen Corona-Schnelltests zusätzlich zur Verfügung stellen. Hintergrund seien unter anderem sich weltweit abzeichnende Engpässe, so das Ministerium in einer E-Mail an alle Schulen.

Tatsächlich läuft der aktuelle Vertrag mit dem Schnelltest-Lieferanten Siemens Healthcare Ende des Jahres aus. Das Ministerium hatte in einer früheren Mail den Schulen bereits gesagt, dass sie für den Januar Tests bunkern sollten - bis ein neuer Vertrag greift. Die Ausschreibungsfrist endete vor wenigen Tagen.

13.12.2021

Ärzte gegen Impfungen an Schulen

Berlin (dpa/bb) - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin lehnen Corona-Impfungen für Kinder an Schulen ab. Es sei unnötig, eine solche Notfallmaßnahme heraufzubeschwören, sagt der Verbandssprecher und Berliner Arzt Jakob Maske am Montag im RBB-Inforadio.

12.12.2021

Sachsen verschärft Corona-Regeln in Schulen und Kitas nicht

Dresden (dpa/sn) - Sachsen will den Betrieb in Schulen und Kitas mit den bisherigen Schutzmaßnahmen fortsetzen und verzichtet vorerst auf eine Verschärfung der Regeln in der Corona-Pandemie. Die Weihnachtsferien würden nicht verlängert und vorgezogen, teilte das Kultusministerium am Freitag mit. Die neue Verordnung für Schulen und Kindertagesstätten gilt bis 9. Januar 2022. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) erklärte: «Das aufgebaute System hat sich bisher bewährt. Wir müssen aber das Infektionsgeschehen weiter im Blick behalten und gegebenenfalls nachjustieren, wenn nötig.»

Nach Angaben des Ministeriums gehen die von den Schulen erfassten Infektionszahlen derzeit leicht zurück. So wurden für die Woche vom 22. bis 28. November 7761 Corona-Infektionen bei Schülerinnen und Schülern sowie 591 bei Lehrkräften gemeldet. In der Woche danach waren es noch 6451 beziehungsweise 439. Aktuell seien 39 der insgesamt 1400 öffentlichen Schulen vorübergehend komplett geschlossen, hieß es.

11.12.2021

Schüler in Niedersachsen können früher in Weihnachtsferien starten

Hannover (dpa/lni) - Die Präsenzpflicht an Niedersachsens Schulen wird zur Eindämmung des Coronavirus vor Weihnachten aufgehoben. Vom 20. Dezember an und damit drei Tage vor Ferienbeginn könnten die Schülerinnen und Schüler auf Antrag der Eltern vom Unterricht befreit werden, kündigte die Landesregierung am Freitag in Hannover an. Einen Anspruch auf Distanzlernen gebe es an diesen Tagen nicht. Die Ferien sollen aber wie geplant am 23. Dezember beginnen und bis zum 7. Januar dauern. Vor einem Jahr hatte Niedersachsen den Ferienbeginn coronabedingt um zwei Tage vorgezogen.

08.12.2021

Selbstgewählte Schul-Quarantäne vor Weihnachten möglich

Stuttgart (dpa/lsw) - Schülerinnen und Schüler können sich in Baden-Württemberg unmittelbar vor den Weihnachtsferien für mehrere Tage in eine selbstgewählte Quarantäne begeben. Damit soll die Infektionsgefahr vor den Ferien begrenzt werden, heißt es in einem Brief des Kultusministeriums an die Schulen im Land.

Das Ministerium verstehe den Wunsch einiger Eltern, sich in der Zeit unmittelbar vor den Feiertagen isolieren zu wollen. «Deshalb eröffnen wir im Zeitraum vom 20. bis zum 22. Dezember 2021 als besondere Ausnahmeregelung die Möglichkeit, dass sich Schülerinnen und Schüler in eine selbstgewählte Quarantäne begeben», heißt es im Brief, über den zunächst der SWR am Mittwoch berichtet hatte. Die Beurlaubung vom Präsenzunterricht müsse schriftlich beantragt werden. Schüler müssten in diesen Tagen aber die Aufgaben erledigen, die sie von der Schule als eine Art Hausaufgabe bekommen hätten.

Ziel bleibe es aber weiterhin, Schulen und Kitas offen zu halten, heißt es in dem Schreiben an die Schulen. «Und wir werden nach derzeitigem Stand auch den Beginn der Weihnachtsferien nicht vorziehen.» Es könne jedoch auch keine Maßnahme kategorisch ausgeschlossen werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte die Quarantäne-Entscheidung nachvollziehbar. Sie entspanne die Situation und sei für die Lehrkräfte vertretbar. «Das kann aber auch keine Dauerlösung sei», sagte GEW-Geschäftsführer Matthias Schneider.

07.12.2021

Ärzte sollen in saarländischen Schulen impfen können

Saarbrücken (dpa/lrs) - Niedergelassene Ärzte sollen im Saarland künftig auch in Schulen für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler Corona-Impfungen anbieten können. «Wir sind dabei, mit der Kassenärztlichen Vereinigung unkomplizierte Lösungen zu suchen», sagte Saar-Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) nach der Ministerratssitzung am Dienstag in Saarbrücken. Derzeit sei man mit Schulen im Gespräch, um den konkreten Bedarf abzuklären.

Beim Thema Impfen gehe man verschiedene Wege, um niedrigschwellige Angebote zu machen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums planten einige Gemeinden auch Sonderimpfaktionen für Lehrkräfte und Kita-Personal. Dies hatte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) kürzlich als «vorbildhaft» bezeichnet. Sie wünsche sich, dass viele weitere Kommunen im Land diesem Beispiel folgten.

Die aktuelle Corona-Situation an den Schulen hat sich laut Streichert-Clivot «stabilisiert, aber wir sind weit weg davon zu sagen, dass sich die Lage entspannt hat.» Aktuell seien (mit Stand Montag) 88 Lehrkräfte und 1052 Schülerinnen und Schüler positiv getestet. Zum Vergleich: Anfang November gab es 131 Corona-Fälle bei Schülern und 11 bei Lehrkräften.

Bei den Quarantäne-Meldungen könne man nach Angaben der Ministerin derzeit «etwas Entlastung spüren»: Davon betroffen seien aktuell 1731 Schülerinnen und Schüler und 97 Lehrkräfte.

 06.12.2021

Kretschmann: Schulschließungen nur, wenn nichts anderes mehr geht

Stuttgart (dpa/lsw) - Trotz der verschärften Corona-Lage will das Land die Schulen so lange es geht geöffnet lassen. Schulen würden erst geschlossen, «wenn gar nichts anderes mehr geht, bei Inzidenzen wie wir sie in Sachsen haben, bei etwa 2000», sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Samstag am Rande des Grünen-Landesparteitags in Heidenheim. Derzeit liegt die landesweite Inzidenz bei 525,3 (Stand Freitag, 16.00 Uhr). Zwei Kommunen liegen laut Landesgesundheitsamt nur knapp unter der Inzidenz-Marke von 1000: der Schwarzwald-Baar-Kreis (975,7) und der Landkreis Tuttlingen (987,4).

Auch der Chef-Epidemiologe des Landesgesundheitsamts, Stefan Brockmann, geht davon aus, dass die Schulen im Südwesten ohne Lockdown und Verschärfung der Quarantänemaßnahmen durch die Weihnachtszeit und die Ferien kommen werden. «Es wäre falsch zu sagen, dass mit den Kindern und Jugendlichen die vierte Coronawelle steht oder fällt», sagte Brockmann «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» (Samstag). Er glaube nicht, dass Schulschließungen das Zünglein an der Waage werden. Er erwarte, dass die Schulen im Südwesten regulär in die Weihnachtsferien gehen und mit dem Unterricht im neuen Jahr starten können, sagte Brockmann.

In der Debatte über Verbote und Einschränkungen hatten zuletzt die Lehrkräfte der baden-württembergischen Gymnasien gefordert, auch Schulschließungen nicht mehr auszuschließen. «Jede Überlegung zur Sicherung des Schulbetriebs muss jetzt auf den Tisch», hatte der Landesvorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW), Ralf Scholl, gesagt. «Auch Schulschließungen dürfen angesichts der Corona-Infektionslage kein Tabu mehr sein.» Der Verband vertritt nach eigenen Angaben rund 9000 Gymnasiallehrerinnen und -lehrer in Baden-Württemberg.

 

05.12.2021

Corona-Lernferien auch im Frühjahr 2022 - 6500 Teilnehmer im Herbst

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Schüler bekommen auch in den Frühjahrsferien 2022 kostenlose und freiwillige Lernangebote, um durch die Corona-Pandemie verursachte Lernrückstände aufzuholen. Bereits die zurückliegenden Herbstferien hätten knapp 6500 Schülerinnen und Schüler an 261 Schulen zum Abbau von Lernrückständen genutzt, teilte die Schulbehörde am Sonntag mit. Schulsenator Ties Rabe (SPD) betonte: «Diese Zahlen bestärken uns darin, dass es richtig ist, die Hamburger Lernferien bis Ende 2022 zu verlängern.» Neueste Überprüfungen der Lernstände hätten bestätigt, dass dringend Mathematik und Lesen geübt werden müsse.

Die Lernangebote reichen den Angaben zufolge von den Grundschulen über die Stadtteilschulen und die Gymnasien bis hin zu den Regionalen Bildungs- und Beratungszentren. In der Regel erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Woche lang jeden Tag drei Mal 45 Minuten Nachhilfe in einer Lerngruppe mit acht bis zwölf Kindern und Jugendlichen. Unterrichtet werden sie von Honorarkräften, Lehrkräften Erzieherinnen und Sozialpädagogen. Die bislang höchste Teilnehmerzahl mit mehr als 10 500 Schülerinnen und Schülern wurde den Angaben zufolge in den Frühlingsferien 2021 verzeichnet.

02.12.2021

Keine längeren Weihnachtsferien in Rheinland-Pfalz

Mainz (dpa/lrs) - Im Unterschied zu anderen Bundesländern sollen die Weihnachtsferien in Rheinland-Pfalz nicht verlängert werden. «Wir müssen es schaffen, möglichst viel Normalität an den Kitas und Schulen zu gewährleisten», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Donnerstag in Mainz. Anders als in Brandenburg oder Sachsen solle auch nicht die Präsenzpflicht aufgehoben werden. Ausnahmeregeln gibt es für vulnerable Kinder und Jugendliche oder bei Angehörigen mit besonderen Risiken.

«Wir haben gesehen, wie wichtig es ist die Schulen offen zu halten», sagte Hubig mit Blick auf die Schulschließung Anfang dieses Jahres. Die Bestätigung des ursprünglichen Ferientermins liege auch im Elterninteresse der Planbarkeit von Arbeits- und Familienzeit. Auch die Abiturprüfungen sollen am 5. Januar planmäßig beginnen.

02.12.2021

Oldenburg: Auch Schülerfahrkarten gelten als Testnachweis

Schwerin/Rostock (dpa/mv) - Als Nachweis für absolvierte Corona-Tests bei Kindern und Jugendlichen gelten in Mecklenburg-Vorpommern neben dem regulären Schülerausweis auch Schülerkarten für den Nahverkehr. Zudem stellen die Schulen bei Bedarf Impfzertifikate aus. «Kein Kind, kein Jugendlicher geht hier ohne irgendein Zertifikat, Schülerausweis oder Fahrausweis nach Hause. Irgendetwas gilt immer», sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Donnerstag im Gespräch mit dem Radiosender Ostseewelle. Damit reagierte sie auf Debatten um eine mögliche Ungleichbehandlung von Schülern ohne Schülerausweis.

Oldenburg hatte nach der Kabinettssitzung am Dienstag erklärt, dass wegen der engmaschigen Kontrollen in den Schulen der Schülerausweis fortan als Testzertifikat etwa bei Kino- oder Gaststättenbesuchen diene. Das hatte wiederum Eltern aufgeschreckt, deren Kinder keine solchen Schülerausweise besitzen. Einem Bericht der «Schweriner Volkszeitung» (Donnerstag) zufolge gingen beim Schulfachverlag im brandenburgischen Spremberg, der die Vordrucke liefert, binnen weniger Stunden Bestellungen für mehr als zehntausend Schülerausweise ein.

Wegen der hohen Zahl von Corona-Patienten in den Kliniken gelten im Nordosten verschärfte Schutzvorkehrungen, darunter 2G plus etwa bei Kino-, Zoo- oder Restaurantbesuchen. Für Schüler entfallen mit der neuen Regelung die zusätzlich geforderten Tests.

Oldenburg stellte im Gespräch mit der Ostseewelle klar, dass für den 20. und 21. Dezember, wenn die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern vorfristig geschlossen bleiben, eine Notbetreuung für Schüler der Klassenstufen 1 bis 6 sichergestellt wird. Auch die Horte seien geöffnet. «Das ist alles geregelt, so dass Eltern, die arbeiten und ihre Kinder nicht betreuen können an den Tagen, sich darauf verlassen können: ihre Kinder werden an den Schulen betreut.»

Die Weihnachtsferien beginnen regulär am Mittwoch, dem 22. Dezember. Doch auch an den beiden Tagen davor bleiben die Schulen im Land geschlossen; die Schüler sollen für zu Hause Arbeiten aufbekommen.

02.12.2021

Bremen verschärft Maskenpflicht in Schulen

Bremen (dpa/lni) - Das Bundesland Bremen wird gemäß den Bund-Länder-Beschlüssen die Maskenpflicht an den Schulen verschärfen. Sie werde dann für alle Klassenstufen gelten, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Donnerstag. «Das ist ein Abweichung von der Bremer Position». Bremen werde den mehrheitlich gefassten Beschluss aber mittragen. Er habe in der Bund-Länder-Runde angeregt, dass dann auch die Maskenpflicht am Arbeitsplatz verschärft werden sollte. «Das haben die Kolleginnen und Kollegen anders gesehen.»

Bislang brauchten Schüler und Schülerinnen an den Bremer Grundschulen keine Maske zu tragen. Am Freitag sollten der Bremer Senat und der Geschäftsordnungsausschuss des Landesparlaments die Änderungen der Corona-Verordnung beraten. Sie sollen dann am kommenden Montag in Kraft treten, sagte Bovenschulte.

 01.12.2021

Nordrhein-Westfalen führt Maskenpflicht im Unterricht wieder ein

Düsseldorf (dpa) - Einen Monat nach Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht kehrt Nordrhein-Westfalen wieder um: Schüler müssen bereits ab diesem Donnerstag wieder eine Corona-Schutzmaske an ihrem Sitzplatz tragen. Das beschloss die Landesregierung am Mittwoch. Lediglich auf dem Außengelände der Schulen gelte wie bisher grundsätzlich keine Maskenpflicht, heißt es in einer Mitteilung.

Die Maske am Sitzplatz gelte auch wieder für Ganztags- und Betreuungsangebote und für alle sonstigen Zusammenkünfte im Schulbetrieb wie Konferenzen und Gremiensitzungen, sofern ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden könne.

«In der gegenwärtigen Situation, in der wir uns auch mit einer neuen Virusvariante auseinandersetzen müssen, haben wir aus Gründen der Vorsicht entschieden, die Maskenpflicht im Unterricht am Sitzplatz wieder einzuführen», erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Damit solle der Präsenzunterricht gesichert werden.

Zudem würden mit der Maskenpflicht die behördlichen Anordnungen von Quarantänemaßnahmen auf ein unbedingt erforderliches Maß beschränkt. Sofern nicht außergewöhnliche Umstände wie Ausbrüche oder Auftreten von neuen Virus-Varianten vorlägen, werde sich die Anordnung von Quarantänen wieder nur auf die infizierte Person beziehen.

29.11.2021

Präsenz an Schulen für einige Klassenstufen nicht mehr Pflicht

Potsdam (dpa/bb) - Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen müssen Eltern in Brandenburg ihre Kinder in einigen Klassenstufen von Montag an nicht mehr zur Schule schicken. Die Präsenzpflicht wird in den Klassen 1 bis 5, 7 und 8 sowie den Jahrgangsstufen 5 und 6 der Leistungs- und Begabtenklassen und der Förderschulen aufgehoben, wie das Bildungsministerium am Freitag in einem Brief an die Eltern mitteilte. Die Präsenzpflicht gilt dagegen weiter für Schülerinnen und Schüler der Klassen 6, 9 und 10 sowie für die der gymnasialen Oberstufe und der Oberstufenzentren.

«Die Schulen sollen ihre Kinder am Anfang der Woche mit Lernaufgaben versorgen», hieß es in dem Schreiben vom Freitag. Ein Anspruch auf Distanzunterricht - also Lernangebote etwa per Video - bestehe aber nicht. Das Fernbleiben werde als entschuldigtes Fehlen dokumentiert, Eltern müssten die Schulleitung vorab über das Fernbleiben ihrer Kinder informieren. Die Schulen wurden des Weiteren gebeten, die Zeit bis zu den Weihnachtsferien vorwiegend zum Üben und Wiederholen zu nutzen.

28.11.2021

Immer mehr coronapositive Schüler und Lehrer

Magdeburg (dpa/sa) - Die Zahl coronapositiver Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte steigt in Sachsen-Anhalt weiter stark an. Jeweils rund drei Prozent von ihnen waren zum Stichtag am Donnerstag infiziert, wie aus einer online veröffentlichten Statistik des Bildungsministeriums hervorgeht. Demnach meldeten 737 Schulen im Land zusammen 6052 aktuell infizierte Schüler, in der Vorwoche waren es knapp 3700 gewesen. Der Anteil stieg somit von 1,85 auf 2,92 Prozent. Die Zahl der als infiziert gemeldeten Lehrkräfte erhöhte sich von 295 (1,94 Prozent) auf nun 487 (3,08 Prozent).

Die Werte bedeuten massive Einschränkungen des Schulbetriebs. An 69 von 737 meldenden Schulen befinden sich den Angaben zufolge wegen aktueller Covid-19-Fälle Klassen oder Lerngruppen im Distanzunterricht. Das entspricht 9,36 Prozent.

Seit diesem Donnerstag ist die Präsenzpflicht an den Schulen in Sachsen-Anhalt aufgehoben. Damit sollen laut Bildungsministerium insbesondere Personen geschützt werden, bei denen ein schwerer Covid-19-Verlauf droht. Der Präsenzunterricht soll jedoch weiterhin die bevorzugte Form des Unterrichts sein. Ab Montag besteht an den Schulen eine Testpflicht an jedem Unterrichtstag.

27.11.2021

Ministerium: Immer mehr Corona-infizierte Schüler und Lehrkräfte

Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Lehrer und Schüler in Brandenburg steigt weiter. Am Donnerstag (Stichtag) gab es 490 positiv getestete Lehrkräfte in Brandenburg, in der Woche davor waren es noch 376 (1,5 Prozent mehr), wie das Bildungsministerium am Freitag mitteilte. 687 Lehrer waren in Quarantäne, in der Vorwoche waren es 594 (rund 2,4 Prozent mehr). Die Zahl der positiv getesteten Schüler stieg um rund 2,1 Prozent von 4813 auf 6182 Schüler. Von den 923 Schulen in Brandenburg waren am Donnerstag zwei Schulen geschlossen. In der Woche zuvor waren es noch drei Schulen.

Die Präsenzpflicht an den Brandenburger Schulen wird vom kommendem Montag an laut Ministerium nicht generell aufgehoben. Sie gilt weiterhin für Schüler der Klassen 6, 9 und 10 sowie für die der gymnasialen Oberstufe und der Oberstufenzentren (OSZ). Dagegen können die Eltern von Kindern der Klassen 1 bis 5 entscheiden, ob ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt oder nicht. Das gilt auch für die Klassen 7 und 8 sowie die Jahrgangsstufen 5 und 6 der Leistungs- und Begabtenklassen und der Förderschulen. Schülerinnen und Schüler, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, haben keinen Anspruch auf Distanzunterricht, also Lernangebote etwa per Videokonferenz.

26.11.2021

24 Prozent der Schulen in Sachsen ganz oder teilweise geschlossen

Dresden (dpa/sn) - Die Zahl der wegen Corona geschlossenen Schulen in Sachsen steigt stark. Aktuell sind 214 Schulen teilweise und 121 Schulen vollständig geschlossen, wie das Kultusministerium am Freitag mitteilte. Das entspricht einem Anteil von knapp 24 Prozent. Am Montag waren noch elf Prozent der öffentlichen Schulen betroffen.

Die Landesregierung hatte zuletzt auf die steigenden Infektionszahlen reagiert und eine neue Schul- und Kita-Corona-Verordnung verabschiedet. Sie sieht vor, dass Grundschulen spätestens ab Montag in den eingeschränkten Regelbetrieb müssen. Dieser bedeutet die strenge Trennung der Klassen und Gruppen einschließlich des Personals.

25.11.2021

Künftige Bildungsministerin: Möglichst keine Schulschließungen

Berlin (dpa) - Die designierte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) will Schulschließungen trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen vermeiden. «Wir sind dafür, keine Schulschließungen zu machen», sagte sie bei «Bild Live». Ihre Partei sei der Überzeugung, dass die Schülerinnen und Schüler «jetzt nicht noch einmal Bildungsrückstände erleiden sollten».

Stark-Watzinger forderte in dem Interview am Mittwochabend außerdem mehr Kompetenzen für den Bund im Bereich der Bildungspolitik. Sie wolle ein «Kooperationsgebot», damit Bund und Länder besser zusammenarbeiten. Die 53-Jährige ist FDP-Chefin in Hessen und Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, forderte die Länder auf, nicht einseitig die Weihnachtsferien vorzuziehen, ohne für alle Menschen weitere Kontaktbeschränkungen einzuführen. «Wenn die Bundesländer die Weihnachtsferien vorziehen wollen, dann müsste es aber gleichzeitig auch mehr Kontaktbeschränkungen in der Gesamtgesellschaft geben, also Lockdowns oder Teil-Lockdowns», sagte Meidinger der «Rheinischen Post» (Donnerstag). «Denn so eine Schulschließung light macht ja nur Sinn, wenn das Infektionsgeschehen insgesamt eingedämmt wird, nicht nur in den Schulen.»

Die Politik habe längst nicht alle Optionen ausgereizt, um Schulschließungen zu vermeiden, sagte er. «Ich verstehe nicht, warum es in einigen Bundesländern immer noch keine Maskenpflicht in den Unterrichtsräumen gibt. NRW ist da ein Negativbeispiel.» Gebraucht würden auch endlich Raumluftfilter in den Schulen. «Dass Fördergelder von mehreren Hundert Millionen Euro noch nicht abgerufen wurden, ist ein Skandal», sagte er.

25.11.2021

Knapp zwei Prozent der Lehrer wegen Corona nicht in Schule

Düsseldorf (dpa/lnw) - In Nordrhein-Westfalen können derzeit 1,8 Prozent der Lehrkräfte aufgrund von Corona nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden. Die wöchentliche Abfrage des NRW-Schulministeriums ergab zum Stand 17. November 683 bestätigte Corona-Fälle unter Lehrerinnen und Lehrern. In der Vorwoche hatten die Schulen 487 Fälle gemeldet. Auch bei der Quarantäne ist eine leicht steigende Tendenz zu verzeichnen: Nach aktuellstem Stand befinden sich 544 Lehrkräfte in Quarantäne, am 10. November waren es 374 Pädagogen, wie es aus dem Schulministerium am Mittwoch hieß.

Weder eine Infektion noch eine Quarantäne-Anordnung müsse aber unmittelbar zu Unterrichtsausfall führen, sagte ein Sprecher. Nicht nachweislich infizierte, aber in Quarantäne befindliche Lehrkräfte erteilten Distanzunterricht und unterstützten Kollegen - etwa bei Korrekturen. Zudem hätten vier Maßnahmenpakete der Landesregierung zu gut 5500 zusätzlichen Einstellungen geführt. Es seien deutlich mehr Lehrer und weiteres Personal in den Schulen tätig als vor der Pandemie.

24.11.2021

Elternrat fordert einheitliche Regeln für Homeschooling

Dresden (dpa/sn) - Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen in Sachsen sind viele Schulen derzeit geschlossen - der Landeselternrat fordert jetzt einheitliche Regeln für das Homeschooling. «Es ist nicht klar, wie der Unterricht bei Schulschließungen sichergestellt wird», sagte der stellvertretende Vorsitzende André Jaroslawski am Dienstag.

Es brauche eindeutige Regeln. Zurzeit entscheide jeder Landkreis, jede Schule und zum Teil jeder Lehrer, in welcher Form die Kinder zu Hause unterrichtet würden. Das gleiche Problem gelte, wenn Eltern ihre Kinder freiwillig aus dem Unterricht nähmen. Zwar sei die Schulpflicht zurzeit ausgesetzt. «Das ist aber nicht zu Ende gedacht.»

Ähnlich hatte sich die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Uschi Kruse, am Montag geäußert. Lehrer müssten zurzeit den Präsenzunterricht sicherstellen, aber auch die Beschulung von Kindern, die in Quarantäne seien oder die zu Hause bleiben wollten, sagte sie. Das sei eine Dreifachbelastung.

Jaroslawski beklagte zudem, dass Sachsen schon wieder im Krisenmodus in Sachen Schulen sei. Noch im Sommer habe man Pläne gefordert, um die Lernlücken aus den vorherigen Schulschließungen zu schließen. «Wir reden noch über alte Defizite und bauen schon wieder neue auf.»

24.11.2021

Sachsen-Anhalt hebt Präsenzpflicht an Schulen auf - längere Ferien

 

Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt hebt angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen die Präsenzpflicht für alle Schülerinnen und Schüler auf und verlängert die Weihnachtsferien. Das hat das Kabinett am Dienstag in Magdeburg beschlossen. Die schriftliche Abmeldung müsse im Zusammenhang mit dem Pandemiegeschehen stehen, sagte Bildungsministerin Eva Feußner (CDU). Es gehe darum, Personen aus besonders gefährdeten Gruppen zu schützen. An den Schulen gelte ab dem 29. November an den Schulen eine tägliche Testpflicht. Um das Infektionsgeschehen zu bremsen, werden die Weihnachtsferien auf drei Wochen verlängert. Der letzte Schultag soll der 17. Dezember sein, sagte Feußner.

24.11.2021

Präsenzpflicht für Schulen in Brandenburg ab Montag aufgehoben

Die Situation an Schulen ist angesichts der Corona-Krise angespannt. Brandenburgs Kultusministerin reagiert, weil viele Eltern ihre Kinder nicht zum Präsenzunterricht schicken wollen.

Potsdam (dpa/bb) - Angesichts der Corona-Krise mit steigenden Infektionszahlen wird an den Schulen in Brandenburg die Präsenzpflicht von Montag an (29. November) aufgehoben. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) kündigte an, die Details sollten an diesem Mittwoch geklärt werden. Schüler können damit dem Unterricht fernbleiben.

Wichtig sei aber, dass die Schulen geöffnet blieben, sagte Ernst. «Aus der Lernstandserhebung und wissenschaftlichen Untersuchungen in diesem und im vergangenen Jahr wissen wir, dass Kinder im Präsenzunterricht besser lernen und ihre soziale Kompetenz besser ausbilden als in der Distanz.» Mit der Möglichkeit des Fernbleibens vom Unterricht komme Brandenburg den Elternbitten entgegen. Der Brandenburger Pädagogenverband sieht das Vorhaben skeptisch.

Es sei angedacht, die Präsenzpflicht wiedereinzusetzen, sobald die Infektionszahlen sinken oder wenn ausreichend geeignete Selbsttests zur Verfügung stünden, um die Testungen auf fünf Tests pro Woche zu erhöhen, kündigte die Bildungsministerin an. Es müssten weitere geeignete Tests auf dem Weltmarkt organisiert werden. Nach Angaben des Ministeriums wurden den Schulen bisher rund 18,3 Millionen Antigen-Schnelltests für rund 31,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

In Brandenburg werden zudem die Weihnachtsferien vorgezogen: Sie beginnen am Montag, 20. Dezember, und nicht am 23. Dezember.

 

22.11.2021

Bildungsministerium will Sportunterricht bis Weihnachten aussetzen

Schwerin (dpa) - Die Schweriner Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) hat sich angesichts der Corona-Pandemie für ein vorläufiges Aussetzen des Sportunterrichts an Schulen ausgesprochen. «Ich glaube, das können wir erst einmal bis Weihnachten tun», sagte Oldenburg am Montag dem Sender NDR 1 Radio MV. Sporthallen könnten dann als große Klassenräume genutzt werden, um Abstände einzuhalten. Außerdem werde die Frage nach der aktuell nicht vorhandenen Maskenpflicht im Sportunterricht obsolet. Derzeit werde die Schul-Corona-Verordnung überarbeitet, die Anfang Dezember ausläuft.

Eine Neuerung sei auch, dass für Schülerinnen und Schüler medizinische Masken vorgesehen seien und nicht nur einfachere Mund-Nasen-Bedeckungen. Das Land wolle entsprechende Masken zur Verfügung stellen. Die Regierung arbeite gerade daran und brauche noch etwa 10 bis 14 Tage dafür.

Zum absehbaren Widerspruch gegen das Aussetzen des Sportunterrichts berief sich Oldenburg auf Empfehlungen von Experten. «Wir müssen jetzt gucken, was ist wichtiger.» Man müsse das Infektionsgeschehen so gering wie möglich halten. Noch seien nur ein Prozent der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte mit Corona infiziert. «Alles ist zu prüfen, damit eben die Schulen geöffnet bleiben.»

22.11.2021

Niedersachsen stellt neue Corona-Regeln vor - viel mehr 2G

Hannover (dpa/lni) - Die niedersächsische Landesregierung stellt am Dienstag (11.00 Uhr) die neue Corona-Verordnung vor. Die schärfer gefassten Bestimmungen sollen ab Mittwoch greifen. Für viele Bereiche des Lebens wird dann die 2G-Regel gelten: Nur Geimpfte oder Genesene haben Zugang.

Wenn sehr hohe Warnstufen gelten, kommt teilweise auch 2G plus: Dann müssen sich auch Geimpfte und Genesene zusätzlich testen lassen. An der Pressekonferenz werden Ministerpräsident Stephan Weil, Sozialministerin Daniela Behrens, Kultusminister Grant Hendrik Tonne (alle SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) teilnehmen.

22.11.2021

Warnstreik an Schulen und Hochschulen

 

Schwerin (dpa/mv) - Die Lehrergewerkschaft GEW hat für Dienstag zu einem ganztägigen Warnstreik in Schulen und Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns aufgerufen. Sie will damit den Druck auf die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen des Öffentlichen Dienstes erhöhen. Vor der Staatskanzlei ist eine Kundgebung (13.00 Uhr) geplant. Dazu erwartet die Gewerkschaft bis zu 1000 Teilnehmer. In Grund- und Förderschulen soll es eine Notbetreuung für die Kinder geben. Das hat die GEW mit dem Bildungsministerium in Schwerin vereinbart. In der aktuellen Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst fordern die Gewerkschaften eine Gehaltserhöhung von fünf Prozent.

21.11.2021 

Hauptpersonalrat für Lehrer dringt auf tägliche Tests

Potsdam (dpa/bb) - Der Hauptpersonalrat für Lehrkräfte in Brandenburg hält die Lage in Schulen wegen der steigenden Infektionszahlen für besorgniserregend und fordert mehr Corona-Tests. «Da der Virus sowohl von Geimpften, Genesenen oder Ungeimpften übertragen werden kann, ist für alle Personen, die die Schule betreten wollen, ein negativer täglicher Test unverzichtbar», heißt es in einem Maßnahmenpaket, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. Derzeit sind drei Tests pro Woche Pflicht.

Der Hauptpersonalrat dringt auch auf die Möglichkeit von Auffrischungsimpfungen für Lehrkräfte. Wenn beides für einen Zeitraum noch nicht komplett umgesetzt werden könne, solle übergangsweise Wechsel- oder Distanzunterricht angeordnet werden.

«Durch die ansteigenden Infektionszahlen in den Schulen, durch unterschiedlichste Quarantäneanordnungen und durch den hohen Krankenstand herrscht in vielen Klassen eine Situation, die einen geordneten Schulbetrieb nicht möglich machen», heißt es in einem Brief an Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) und Staatssekretärin Ines Jesse. «Es sind umgehend konkrete Maßnahmen zu ergreifen, die die Arbeitsbelastung senken, den Gesundheitsschutz aller Beteiligten sichern und dazu beitragen, dass ein möglichst langer Unterrichtsbetrieb unter realistischer Betrachtung der Pandemiesituation noch gesichert werden kann.»

21.11.2021

Elternvertretung fordert regelmäßige Maskenpausen für Schüler

Erfurt (dpa/th) - Die Thüringer Landeselternvertretung hat regelmäßige Maskenpausen für Schüler angemahnt. Angesichts des aktuellen Corona-Infektionsgeschehens gebe es zur Maskenpflicht keine Alternative, erklärte Claudia Koch von der Landeselternvertretung am Sonntag in einer Mitteilung. «Allerdings berichten Eltern immer wieder, dass Kinder die Maske den gesamten Tag tragen müssen, auch während der Pausen auf dem Schulhof oder beim Sport», heißt es in dem Schreiben. Koch forderte das Einhalten regelmäßiger Pausen ohne den Mund-Nasen-Schutz für die Schüler.

«Es ist niemandem geholfen, wenn die Akzeptanz von Schutzmaßnahmen durch deren falschen Einsatz leidet», erklärte sie und wies darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler im Sportunterricht keine Masken tragen müssten und dass die Masken während der Pausen im Freien abgesetzt werden dürften.

21.11.2021

Sachsen testet wieder dreimal wöchentlich an Schulen auf Corona

Dresden (dpa/sn) - An Sachsens Schulen wird ab Montag wieder dreimal pro Woche auf das Coronavirus getestet. Das Kultusministerium reagiert damit auf die zuletzt stark gestiegenen Infektionszahlen. Davon betroffen sind nur ungeimpfte Menschen, jedoch werden auch ihnen die regelmäßigen Tests empfohlen.Die generelle Schließung von Schulen ist in der ab Montag gültigen neuen Schul- und Kita-Corona-Verordnung nicht vorgesehen. Jedoch werde das Infektionsgeschehen an jeder einzelnen Schule täglich in den Blick genommen, um mit Maßnahmen wie temporären Schulschließungen oder der Anordnung des eingeschränkten Regelbetriebes lokale Corona-Ausbrüche unter Kontrolle zu bekommen.Eingeschränkter Regelbetrieb bedeutet die strenge Trennung der Klassen und Gruppen einschließlich des Personals. Für Grund- und Förderschulen sowie Kitas gilt der eingeschränkte Regelbetrieb ab Montag unabhängig vom Infektionsgeschehen.

17.11.2021

Schülerinnen und Schüler für mehr Tests und Impfungen

Mainz (dpa/lrs) - Die Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler (LSV) in Rheinland-Pfalz hat sich am Mittwoch für mehr Corona-Tests und einen Ausbau der Impfmöglichkeiten ausgesprochen. Die von der Landesregierung angepasste Teststrategie sei nur «ein Tropfen auf den heißen Stein», erklärte die LSV in Mainz. Sie werde der aktuellen Lage alles andere als gerecht.

«Um einen sicheren Unterricht für alle zu gewährleisten, brauchen wir - auch und vor allem in Warnstufe 1 - mindestens zwei Testungen pro Woche für alle am Schulleben beteiligten Personen - ungeimpft und geimpft», forderte LSV-Vorstandsmitglied Colin Haubrich. Nur so lasse sich der nötige Schutz in den Schulen sicherstellen.

Die Zahl der Corona-Tests an den Schulen soll sich ab nächster Woche nach der Warnstufe der jeweiligen Kommune richten. In der bislang noch vorwiegenden Warnstufe 1 ist ein Test vorgesehen, in der Warnstufe 2 sind es zwei und in der Warnstufe 3 drei Tests. Im Falle einer Infektion müssen sich weiterhin alle Mitglieder einer Lerngruppe fünf Tage lang in Folge testen und auch im Unterricht eine Maske tragen.

17.11.2021

Mehrere tausend Beschäftigte aus Ämtern und Schulen im Warnstreik

Berlin (dpa/bb) - Notbetreuung für Kinder, leere Schreibtische in Bürgerämtern: Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben auch am Mittwoch in Berlin zu Einschränkungen geführt. Mehrere tausend Beschäftigte zogen nach Gewerkschaftsangaben am Vormittag zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor. «Unsere Forderungen liegen auf dem Tisch, heute setzen wir noch einmal ein Zeichen», sagte ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin.

Für Donnerstag kündigte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Warnstreiks an der Freien Universität Berlin, den Stadtbibliotheken des Landes Berlin, der Zentral- und Landesbibliothek sowie der Berufsbildungsstiftung Lette-Verein an. In Zehlendorf und Kreuzberg sind Kundgebungen geplant.

Zusammen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte Verdi Angestellte der Bürger- und Ordnungsämter und der Polizei sowie angestellte Lehrkräfte, Erzieher, Erzieherinnen und Hochschulbeschäftigte zum Warnstreik am Mittwoch aufgerufen. Nach Angaben der GEW beteiligten sich rund 8000 Menschen. Die Gewerkschaften wollen so in der laufenden Tarifrunde Druck auf die Arbeitgeber machen.

Seit dem 8. Oktober verhandeln mehrere Gewerkschaften mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Sie fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich. Außerdem sollen Auszubildende und Praktikanten monatlich 100 Euro mehr bekommen. Die TdL wies die Forderungen bisher als unrealistisch zurück. Ende November soll weiterverhandelt werden.

Lehrer, die nicht angestellt, sondern verbeamtet sind, dürfen nicht streiken. Das gilt auch für Beamte in der Verwaltung.

 16.11.2021

Bis Weihnachtsferien: Sachsen plant dreifache Testung von Schülern

Dresden (dpa/sn) - Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen sollen die Schülerinnen und Schüler in Sachsen weiter bis zu den Weihnachtsferien dreimal pro Woche getestet werden. Eine entsprechende Schul- und Kita-Coronaverordnung soll am Freitag im Kabinett verabschiedet werden, wie Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag nach Beratungen der Regierung erklärte. Die drei wöchentlichen Tests hatte die sächsische Regierung zunächst für die zwei Wochen nach den Herbstferien eingeführt. Für geimpfte Schüler gilt die Pflicht nicht, das Kultusministerium empfiehlt Tests jedoch ausdrücklich.Die steigenden Infektionszahlen machten auch vor den Bildungseinrichtungen keinen Halt, sagte Piwarz. Die dreimalige Testung in der Woche ermögliche einen genauen Überblick über das Infektionsgeschehen an den einzelnen Schulen. «Wir haben immer sehr deutlich gesagt, wir wollen keine flächendeckenden Schließungen mehr haben», sagte Piwarz.Im Fall lokaler Ausbrüche seien jedoch Schutzmaßnahmen nötig. Von den 1400 öffentlichen Schulen im Freistaat sind laut Angaben des Kultusministers zurzeit 40 Schulen teilweise und weitere 43 Schulen vollständig geschlossen. Sechs Schulen sind demnach im eingeschränkten Regelbetrieb.Um die Schulen auch in Zukunft offen halten zu können, sollten sich die Bürgerinnen und Bürger impfen lassen, mahnte Piwarz. «Es liegt an jedem von uns selbst, an jedem Erwachsenen, ob es uns gelingt, dass wir Schulen und Kitas offen lassen können.» Es sei ein dringender Appell an diejenigen, die das bislang nicht getan haben.Forderungen nach einer Aussetzung der Schulbesuchspflicht erteilte Piwarz zunächst eine Absage. Gespräche mit den Schulen hätten ergeben, dass sich die Lehrkräfte auf den Präsenzunterricht konzentrieren müssten. Die Beschulung der Kinder zu Hause könne zurzeit nicht sichergestellt werden. «Wir werden sicher aber noch mal über diesen Punkt beraten», sagte der CDU-Politiker.

16.11.2021

Wieder Maskenpflicht an Stuttgarter Schulen

Stuttgart (dpa/lsw) - Ab Mittwoch müssen Schüler und Lehrkräfte in Stuttgart wieder Masken tragen. Mit der Maskenpflicht im Unterricht will die Stadt nach eigenen Angaben auf die schnelle Ausbreitung des Coronavirus reagieren. «Kinder und Jugendliche sind zu weiten Teilen noch nicht geimpft und haben sehr viele Kontakte. Das beschleunigt die Virusübertragung», sagte Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) am Montag.

Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte in der Landeshauptstadt müssen medizinische Masken demnach wieder am Platz tragen - auch dann, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden könne. Nur sonderpädagogische Einrichtungen sind von der Regelung ausgenommen.

Im Landkreis Biberach, wo die Infektionszahlen momentan besonders hoch sind, gilt die Maskenpflicht an Schulen schon seit Anfang der Woche. Der Mund-Nasen-Schutz im Unterricht müsse landesweit wieder eingeführt werden, forderte Andreas Stoch, SPD-Fraktionsvorsitzender in Baden-Württemberg, am Montag.

Erst vor wenigen Tagen hatte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) die Abschaffung der Maskenpflicht in den Schulklassen im Südwesten verteidigt. Kinder seien nicht das Hauptproblem in der Pandemie. Schulschließungen sollten keine Option mehr sein.

15.11.2021

Corona-Tests an Schulen bis Faschingsferien - für 64 Millionen Euro

Bald gilt im Südwesten wohl die Corona-Alarmstufe. In Schulen müssen dann wieder überall Masken getragen werden. Um Schließungen wie im letzten Winter zu verhindern, beschafft das Land schon neue Tests.

Stuttgart (dpa/lsw) - Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage will Baden-Württemberg die regelmäßigen Corona-Tests in Schulen und Kitas mindestens bis zu den Faschingsferien Ende Februar fortsetzen. Das geht aus einer Kabinettsvorlage des Sozialministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt. Ungeimpfte Kinder und Jugendliche müssen demnach bis Ende Februar dreimal die Woche einen Corona-Schnelltest machen. Bei PCR-Tests reichen zwei pro Woche. Die Regel gilt nicht für Geimpfte und Genesene. Bisher war geplant, nur bis Jahresende kontinuierlich zu testen.

Das Ressort von Sozialminister Manne Lucha (Grüne) veranschlagt für den Kauf der Tests und die Verteilung an die Schul- und Kitaträger weitere Kosten in Höhe von rund 64,5 Millionen Euro. Das Geld soll aus der Rücklage für Corona-bedingte Haushaltsrisiken entnommen werden. Zur Begründung heißt es, es habe «oberste Priorität» Schulen und Kindertagesstätten offenzuhalten. Nur durch engmaschige Tests könnten «unkontrollierte Ausbruchsgeschehen verhindert und ein dauerhafter Präsenzbetrieb gewährleistet werden».

Ein Viertel aller Infizierten im Südwesten sind Kinder und Jugendliche. «Nach infektiologischer Bewertung der Situation ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen», heißt es in der Vorlage. Das Sozialministerium will die Tests mit genügend Vorlauf bestellen, «da ansonsten eine pünktliche Belieferung der Schulen nicht mehr gewährleistet werden kann mit der Folge, dass gegebenenfalls Anfang Januar 2022 Schulschließungen drohen».

14.11.2021 

Schulen sollen trotz Corona-Alarmstufe offen bleiben

Stuttgart (dpa/lsw) - Auch wenn wegen steigender Corona-Zahlen die Zügel in Baden-Württemberg wohl bald angezogen werden, soll der Schulbetrieb in Präsenz nach dem Willen der Regierung weitergehen. Schulschließungen sollten keine Option mehr sein, sagte ein Sprecher von Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» (Samstag). Oberstes Ziel sei es, so viel Präsenzunterricht anzubieten wie möglich. Der Gesundheitsschutz an den Schulen werde dabei an das Infektionsgeschehen angepasst.

Wenn die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen in baden-württembergischen Krankenhäusern an zwei Werktagen in Folge die Marke von 390 erreicht oder überschreitet, gelten landesweit schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Das Ausrufen der sogenannten Alarmstufe wird für kommende Woche erwartet.

Erst vor wenigen Tagen hatte Schopper die Abschaffung der Maskenpflicht in den Schulklassen verteidigt und ungeimpfte Erwachsene scharf kritisiert. Krankenhäuser seien überlastet, «weil die Ungeimpften nicht beim Doktor waren, verdammte Axt». Kinder seien nicht das Hauptproblem in der Pandemie. Seit Beginn des Schuljahres habe noch keine Schule vollständig schließen müssen. Nie seien mehr als 56 der rund 68 000 Klassen im Land in Quarantäne gewesen.

14.11.2021 

In Brandenburg gelten ab Montag strengere Corona-Regeln

Von Entspannung in der Corona-Pandemie kann keine Rede sein - im Gegenteil. Künftig greifen in Brandenburg härtere Maßnahmen.

Potsdam (dpa/bb) - Die Corona-Zahlen in Brandenburg sind weiter besorgniserregend. Das Land greift daher ab Montag zur 2G-Regel - Ungeimpfte und nicht-genesene Brandenburger müssen sich somit auf Einschränkungen einstellen. Sie sollen bis zum 5. Dezember gelten und strenge Kontrollen obendrein die Einhaltung gewährleisten.

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und des Landeselternrates greift die 2G-Regel jedoch nicht in den Schulen. Sie fordern dort tägliche Tests für Schüler und alle Mitarbeiter. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will hier indes eine weitere Verschärfung der Maßnahmen vermeiden. «Die Maske ist etwas, was man vertreten kann», sagte sie in der rbb-Sendung «Brandenburg aktuell». Wechsel- und DistanzunterrIcht wären jedoch ein großer Rückschritt, das wäre nicht zu verantworten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen erhöhte sich am Sonntag nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 359,3; am Samstag war ein Wert von 342,7 ermittelt worden. Vor einer Woche hatten sich innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner rechnerisch 227,1 Menschen mit dem Virus infiziert. An den Wochenenden kann es jedoch zu einem Meldeverzug zwischen dem Bekanntwerden der Fälle und der Übermittlung an die zuständigen Ämter kommen.

Alle Landkreise und kreisfreien Städte hatten am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 200. Die höchsten Werte wiesen nach wie vor die südbrandenburgische Landkreise Elbe-Elster mit 869,6, Oberspreewald-Lausitz (672,5) und Spree-Neiße (519,4) auf.

Mit einem offenen Brief hatten sich GEW und Landeselternbeirat an die kommunalen Vertreter gewandt und ab sofort Corona-Tests in Schulen gefordert. Im Rahmen ihrer Zuständigkeiten sollten Landräte und Oberbürgermeister wirksame Maßnahmen zum Schutz aller Beteiligten in ihren Regionen treffen, heißt es in dem am Samstag veröffentlichten Schreiben.

«Nach unserer Auffassung ist die Landesregierung Brandenburg zurzeit nicht in der Lage und willens, alle erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der Gesundheit und zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen», wird in dem Brief kritisiert. Alle Kinder und Jugendlichen sowie alle, die in den Schulen beschäftigt seien, müssten täglich getestet werden.

Beim Besuch im Supermarkt, bei der Bank, der Post oder dem Kaufhaus ändert sich nichts. Der Mindestabstand von 1,50 Meter muss ebenso wie die Maskenpflicht eingehalten werden, in Gaststätten gilt die 2G-Regel. Für Hotels und Pensionen wird der Zutritt verschärft. In Ferienwohnungen und -häusern, auf Campingplätzen und Charterbooten ist die Übernachtung mit negativem Test aber möglich.

In Schulen müssen im Land nun alle Schüler eine Maske tragen. Drei statt zwei Corona-Tests pro Woche sind dann Pflicht. In Theater, Konzert- und Opernhäuser, Kinos, Spielbanken, Spielhallen, Freizeitbäder oder Saunen kommen nur diejenigen, die geimpft oder genesen sind.

13.11.2021

Mehr als 2000 positive Corona-Schnelltests unter Schülern

Hannover (dpa/lni) - 2090 positive Corona-Schnelltests unter den Schülerinnen und Schüler im Bundesland sind das Resultat nach der ersten Unterrichtswoche nach den Herbstferien. Von diesen positiven Tests wurden 1233 mit einem PCR-Test bestätigt, wie das Kultusministerium am Freitag in Hannover mitteilte. Die Zahlen beruhen demnach auf der vergangenen Woche, am 1. November begann wieder die Schule nach den Ferien. Die Tests bei Schulbeschäftigten führten den Angaben zufolge zu 337 positiven Schnelltests, 139 davon wurden durch PCR-Tests bestätigt. PCR-Tests gelten als zuverlässiger als Schnelltests.

In der ersten Woche nach den Ferien mussten sich Schüler sowie Beschäftigte jeden Tag auf das Coronavirus testen, sofern sich nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Mittlerweile ist diese Testpflicht noch dreimal wöchentlich vorgesehen - in der Regel montags, mittwochs und freitags. Die am Freitag veröffentlichten Daten beruhen demnach auf Angaben von etwa 92 Prozent aller Schulen im Bundesland. Auf die allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen des Landes gehen rund 1,1 Millionen Schüler, rund 100 000 Menschen arbeiten dort.

13.11.2021

Brandenburg zieht die Notbremse - Die neuen Corona-Regeln

Die Corona-Neuinfektionen erreichen Höchststände, deshalb gelten ab Montag schärfere Regeln. Die rot-schwarz-grüne Koalition tritt in Brandenburg auf die Bremse, die 2G-Regel wird für weite Bereiche eingeführt. Was gilt wo?

Potsdam (dpa/bb) - Wer nicht geimpft ist, muss sich in Brandenburg ab Montag auf mehr Schwierigkeiten einstellen. Allerdings sind nicht alle Bereiche des Alltags davon betroffen. Angesichts von Rekordwerten bei der Zahl neuer Corona-Infektionsfälle hat die Brandenburger Landesregierung die Notbremse gezogen, aber keinen Lockdown verhängt. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von einer Notfallsituation. Das sind die neuen Regeln ab Montag (15. November), die vorerst bis zum 5. Dezember gelten.

Was ändert sich, wenn ich einkaufe?

Beim Besuch im Supermarkt, bei der Bank, der Post oder dem Kaufhaus ändert sich nichts. Der Mindestabstand von 1,50 Meter muss ebenso weiter eingehalten werden wie die Maskenpflicht. Eine Corona-Testpflicht oder ein Zutritt nur für Genesene und Geimpfte wird im Einzelhandel nicht eingeführt.

Kann ich noch mit negativem Test in die Gaststätte gehen?

Das kommt auf die Gaststätte an. Grundsätzlich führt Brandenburg die 2G-Regel - geimpft oder genesen - in der Gastronomie ein. Dann ist nur noch der Zutritt möglich mit Impfung, Genesung, als Kind bis zum 12. Geburtstag und - als Ausnahme - für Jugendliche bis zum 18. Geburtstag mit negativem Test. Die Beschäftigten müssen bei Kundenkontakt geimpft oder genesen sein oder einen tagesaktuellen Test vorlegen und Maske tragen. Die Regel gilt aber nicht für Imbisse mit Außer-Haus-Verkauf, Mensen, Kantinen sowie Rast- und Autohöfe.

Gilt die 2G-Regel auch für Hotels und Ferienwohnungen?

Für Hotels und Pensionen wird der Zutritt mit Einführung von 2G verschärft. In Ferienwohnungen und Ferienhäusern, auf Campingplätzen und Charterbooten ist die Übernachtung mit negativem Test aber möglich. Die Übernachtung in Hotels und Pensionen ist so auch möglich im Zuge einer medizinischen Behandlung, zur Wahrnehmung des Sorgerechts und wegen des Besuchs schwer erkrankter Kinder oder Sterbender.

Was ändert sich in den Schulen?

Zuletzt stieg die Zahl positiv getesteter Schülerinnen und Schüler um mehr als das Doppelte im Vergleich zur Vorwoche. Vier Schulen sind nach Angaben des Bildungsministeriums vom Freitag ganz geschlossen. Ab Montag müssen alle Schülerinnen und Schüler zum besseren Schutz eine Maske tragen, also auch wieder die Erst- bis Sechstklässler. Drei statt zwei Corona-Tests pro Woche sind dann Pflicht. Im Hort gilt die Maskenpflicht ab dem sechsten Geburtstag.

Kann ich einen runden Geburtstag weiter größer feiern?

Für private Feiern ändert sich in der neuen Eindämmungsverordnung nichts. Bis zu 50 Leute können zuhause oder in angemieteten Räumen zusammen feiern, im Freien bis zu 100. Wer geimpft oder genesen ist, zählt für die Obergrenze nicht mit. Wer in einer Gaststätte feiert, muss aber die 2G-Regel beachten. Für Volksfeste gilt die 3G-Regelung, das heißt geimpft, genesen oder negativ getestet.

Was ist mit dem Besuch von Theater, Kino und Museum?

Für Theater, Konzert- und Opernhäuser, Kinos, Spielbanken, Spielhallen, Freizeitbäder, Saunen, Stadtrundfahrten und Schiffsausflüge ist die 2G-Regel ab Montag Pflicht - wer nicht geimpft oder genesen ist, muss dann draußen bleiben. Unter 18-Jährige dürfen mit negativem Test rein. Museen fallen nicht unter die neue Regelung.

Gibt es neue Einschränkungen beim Sport?

Der Zutritt nur für Geimpfte und Genesene gilt für Erwachsene bei Kontaktsport wie etwa Fußball oder Volleyball in Sporthallen. Generell darf man aber Sport in geschlossenen Räumen einschließlich Schwimmbädern auch treiben, wenn man einen negativen Test vorlegt.

Wird kontrolliert, ob ich die Regeln einhalte?

Innenminister Michael Stübgen (CDU) hat strenge Kontrollen angekündigt. Wie bereits vor einem Jahr soll es gemeinsame Kontrollen von Polizei und den kommunalen Behörden geben.

 

11.11.2021

Kultusministerin verteidigt Abschaffung der Maskenpflicht in Klassen

Die Kritik ist groß gegen die Kultusministerin und sie ist heftig. Theresa Schopper hätte die Maskenpflicht in den Schulklassen nicht abschaffen dürfen, heißt es bei Eltern und Verbänden. Die Grünen-Minsterin wehrt sich nun. Lautstark und vehement.

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach scharfen Vorwürfen von Verbänden, Eltern und der Opposition hat Kultusministerin Theresa Schopper die Abschaffung der Maskenpflicht in den Schulklassen verteidigt und ungeimpfte Erwachsene scharf kritisiert. «Wir haben ein riesiges Sicherheitskonzept innerhalb der Schulen aufgebaut. Nirgends wird so viel getestet, nirgends wird so viel gescreent wie an den Schulen», sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag im Landtag in Stuttgart. Außerdem gebe es ein «ausgeklügeltes Quarantänesystem». Es sei zudem ein «wirkliches Märchen», dass die Schulen Treiber der Infektionen seien.

Zudem folgten die Schulen klaren Regelungen und eindeutigen Werten, nach denen bestimmte Maßnahmen ergriffen werden müssten, sagte Schopper. Ein Schutz am Platz müsse laut Corona-Verordnung außerdem automatisch wieder getragen werden, wenn die sogenannte Alarmstufe des Landes greife. «Und wir werden in den nächsten Tagen diese Alarmstufe erreichen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche», sagte Schopper.

Den «ganzen Zinnober» habe das Land nur, weil zu viele ungeimpfte Menschen über 18 Jahren die baden-württembergischen Intensivstationen belasteten. «Kein Intensivbett wird von einem Kind belegt», rief Schopper wütend ins Plenum. «Aber wir haben eine Überlastung der Krankenhäuser, weil die Ungeimpften nicht beim Doktor waren, verdammte Axt.»

Die Opposition hielt an ihrer Kritik fest. Ohne Masken im Unterricht riskiere die Landesregierung einen weiteren Lockdown an den Schulen, warnte der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei. Zuvor hatten bereits Schüler, Eltern und mehrere Lehrerverbände eine erneute Maskenpflicht in den Klassen gefordert. Der Versuch, auf Masken im Unterricht zu verzichten, habe mehr Corona-Ausbrüche verursacht, argumentierten sie. An vielen Schulen habe es Quarantänemaßnahmen gegeben, es sei massiv Unterricht ausgefallen.

Das allerdings wies Ministerin Schopper zurück. Seit Beginn des Schuljahres habe noch keine Schule vollständig schließen müssen. Es seien auch nie mehr als 56 der insgesamt rund 68 000 Klassen im Land in Quarantäne gewesen. «Es ist nicht so, dass da die Kinder wie in einem Virenherd sich das gegenseitig aneinander an die Backe kleben», sagte Schopper.

Während im Nachbarland Bayern der Mundschutz im Unterricht seit dieser Woche wieder vorgeschrieben wird, hält sich Baden-Württemberg trotz der steigenden Zahl von Corona-Fällen weiter zurück. Mit der Ausrufung der verbindlichen letzten Eskalationsstufe wird spätestens in der kommenden Woche gerechnet.

Im besonders belasteten Landkreis Biberach appelliert der Landrat des Hotspots allerdings bereits an Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, die Masken zu tragen. «Wo immer es geht, auch während des Unterrichts, und warten Sie nicht auf eine Entscheidung aus Stuttgart», fordert Heiko Schmid. «Es ist nicht verboten, Maske zu tragen, es ist in Anbetracht der Lage mehr als klug.»

Die Landesregierung hatte die Maskenpflicht in den Klassenzimmern zum 18. Oktober aufgehoben - gegen den Rat unter anderem der Bildungsgewerkschaft GEW, aber auf Drängen auch von Eltern.

 

10.11.2021

Schulministerin ermahnt: Kein Druck auf Schüler, Maske zu tragen

Viele Schulgemeinden in NRW fühlen sich unwohl mit der neuen Maskenfreiheit im Unterricht und suchen Auswege. Die Ministerin sieht sich bereits zu Warnungen veranlasst: Kein Druck auf die Schüler!

Düsseldorf (dpa/lnw) - Im anhaltenden Streit über die Maskenfreiheit im Unterricht hat Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) vor unzulässiger Einflussnahme auf die Schüler gewarnt. «Es darf weder über Lehrkräfte, noch über Schulleitungen Druck ausgeübt werden auf die Schülerinnen und Schüler - auch nicht über die Kommunen vor Ort, dass das umgangen wird», sagte Gebauer zur landesweiten Abschaffung der Maskenpflicht am Sitzplatz.

Die seit dem 2. November geltende Aufhebung gelte für alle Schulen, bekräftigte sie am Mittwoch im Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags. Die Schulen seien nach wie vor «ein sicherer Lern- und Lebensort», unterstrich die Ministerin. «Es gibt Infektionen auch an Schulen, aber keine Ausbrüche.»

Nur etwa 1,5 Prozent der Lehrer und Schüler könnten laut jüngster Erhebung coronabedingt nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, berichtete sie. Allerdings wurden die Zahlen zwischen dem 28. Oktober und dem 3. November erhoben und können mögliche Auswirkungen der Maskenbefreiung noch nicht abbilden.

Die SPD-Opposition untermauerte ihre Ansicht, die Maßnahme sei falsch und gehe angesichts steigender Corona-Neuinfektionsraten an den Warnungen der Virologen vorbei. Die Krefelder SPD-Abgeordnete Ina Spanier-Oppermann mahnte eine Kurskorrektur der schwarz-gelben Landesregierung an. An den Schulen vor Ort werde die Maskenfrage «absolut unterschiedlich gehandhabt». Eltern erhielten Briefe mit dringenden Aufforderungen, die Maskenpflicht beizubehalten.

Die Sorge sei verständlich: «Hinter jedem Schüler steht eine ganze Familie», sagte Spanier-Oppermann. Dazu gehörten eben auch besonders schutzbedürftige ältere Mitglieder. «Das macht was mit den Schülern und ihren Familien.» Dafür dürfe die Regierung «den politischen Instinkt nicht verlieren». Krefeld war kürzlich mit einem Antrag zur Fortsetzung der Maskenpflicht am Landesgesundheitsministerium gescheitert.

Ausdrücklich betonte Gebauer, «dass das Tragen von Masken - rein auf freiwilliger Basis, ohne Druck - auch im Unterricht am Sitzplatz selbstverständlich weiterhin möglich ist». Nicht tolerabel sei hingegen, wenn vor Ort «alles Mögliche aufgeführt wird» gegen die Maskenfreiheit und die Gesellschaft damit gespalten werde. Aus Sicht der SPD liegt das Konfliktpotenzial hingegen gerade in der nun an die einzelnen Schüler und Lehrer delegierte Entscheidungsfreiheit.

07.11.2021

Corona-Inzidenz erstmals über 400 - Einschränkungen in allen Regionen

Die Thüringer Corona-Zahlen steigen auf den höchsten Wert seit Pandemiebeginn. Auch die Intensivbettenbelegung steigt. Viele Menschen müssen sich nun wieder auf mehr Beschränkungen einstellen.

Erfurt (dpa/th) - Auch am Wochenende hat sich der rasante Anstieg der Corona-Zahlen in Thüringen fortgesetzt. Die Sieben-Tage-Inzidenz sprang laut Robert Koch-Institut (RKI) erstmals seit Beginn der Pandemie über die 400er-Marke, zugleich rutschte mit dem Landkreis Nordhausen die letzte Kommune in die höchste Corona-Warnstufe drei. Damit gilt ab Montag in allen Kreisen und kreisfreien Städten eine Testpflicht an Schulen - außerdem müssen auch Grundschüler im Unterricht Maske tragen. Kinder in Kindergärten dürfen nur noch in festen Gruppen betreut werden.

Für den Vereinssport gilt nach Angaben des Bildungsministeriums in Warnstufe drei auch an der frischen Luft eine Testpflicht. In Stufe zwei hatte das nur in geschlossenen Räumen und im Freien für Kontaktsport gegolten. Ausgenommen sind Geimpfte und Genesene, Kinder unter sechs Jahren sowie Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden.

Außerdem sollen die Landkreise und kreisfreien Städte schärfere Regeln für den Zugang zu Gastronomie oder Veranstaltungen umsetzen. Das Gesundheitsministerium empfiehlt dringend den Zugang nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete mit PCR-Test. Viele Kommunen wollen aber auch weiterhin Schnelltests zulassen.

Die Intensivstationen laufen währenddessen weiter voll. Zuletzt waren im Schnitt fast neun von zehn Intensivbetten (88,1 Prozent) im Freistaat belegt. In knapp jedem fünften (18,4 Prozent) Bett lag ein Covid-19-Patient, wie am Sonntagmittag aus dem Register der Intensivmedizinervereinigung Divi hervorging. Mit 116 intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fällen lag die Zahl jedoch weit entfernt vom Höchststand der Pandemie: Mitte April waren noch rund 220 Corona-Patienten auf den Intensivstationen behandelt worden.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte zuvor gewarnt, dass Ungeimpfte wegen der vollaufenden Intensivstationen schon bald nicht mehr in Thüringen behandelt werden könnten. In den nächsten Tagen werde man in die Situation kommen, dass es nicht mehr genug Intensivbetten gibt, hatte er dem ZDF gesagt. Den Menschen werde geholfen, allerdings gebe es keine Garantie, dass sie auch in ihrem Heimatbundesland behandelt würden.

Aus der Opposition kam Kritik an den Äußerungen. Es gebe keine Patienten erster und zweiter Klasse, Ramelow müsse die Menschen um Verzeihung bitten, forderte etwa die FDP im Landtag. Zudem scheine er seinen Amtseid vergessen zu haben, sagte Sprecher Thomas Kemmerich: «Zur Erinnerung: Er hat geschworen, dem gesamten Volk zu dienen - und nicht nur den Geimpften.»

Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte am Sonntag weiter und erreichte den Wert von 419,9. Am Samstag hatte sie bei 406,0 gelegen, am Freitag bei 386,9. Auf dem Höchststand vergangenen Winter lag der Wochenwert bei 327,9. Am Sonntag kamen 1038 Neuinfektionen und ein weiterer Todesfall binnen 24 Stunden hinzu. Thüringen ist damit nach Sachsen (444,0) das Bundesland mit der zweithöchsten Wocheninzidenz.

Im Südwesten des Freistaats haben mittlerweile fünf Kommunen die Marke von 500 wöchentlichen Neuinfektionen je 100 000 Einwohner überschritten. Am höchsten war die Zahl weiterhin im Landkreis Sonneberg mit 739,8, gefolgt vom Landkreis Gotha mit 523,2 und Schmalkalden-Meiningen mit 512,7. Auch der Landkreis Hildburghausen und der Ilm-Kreis waren über der 500er-Marke. Am niedrigsten lag die Inzidenz im Landkreis Sömmerda mit 269,1.

07.11.2021

Wieder weniger Corona-Tests für Schüler - neue Regeln möglich

Hannover (dpa/lni) - Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen können sich für die neue Schulwoche wieder auf weniger Corona-Tests einstellen. In der ersten Woche nach den Herbstferien mussten sich Schüler und Lehrer jeden Tag testen, sofern sie nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen sind. Wie lange diese dreimalige Testpflicht pro Woche nun bestehen bleibt oder sogar verschärft wird, ist noch nicht bekannt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind rund 55 Prozent der 12- bis 17-Jährigen im Bundesland einmal geimpft, knapp die Hälfte vollständig.

Die Corona-Landesverordnung ist noch wenige Tage gültig, die überarbeitete Fassung wird Anfang der Woche erwartet. Somit sind neue Schulregeln zumindest möglich. Große Veränderungen im Schulalltag zeichneten sich in Beratungen des jüngsten Gesundheitsausschusses sowie einem Entwurf der Verordnung jedoch bislang nicht ab.

06.11.2021
 

Mehr Corona-Fälle: Schülervertreter und Pädagogen in Sorge vor Winter

Die vierte Corona-Welle macht auch vor den Schulen nicht halt - die Zahl der Corona-Fälle steigt. Schülervertreter und Pädagogen blicken sorgenvoll auf den Winter. Auch Lerndefizite machen Bauchschmerzen.Cottbus (dpa/bb) - Die auch in den Schulen wieder gestiegenen Corona-Infektionszahlen machen Schülervertretern in Brandenburg Sorgen. «Schwierig ist, wenn es jetzt draußen kalt ist. Dann tummeln sich die Schüler wieder mehr in den Räumen», sagte Vertreterin Katharina Swinka. Das werde sich auf den Unterricht auswirken, auch weil wieder mehr Lehrkräfte infiziert seien. Sie hoffe, dass die Schulen aus den vergangenen Monaten der Pandemie gelernt und bei den eigenen Hygienekonzepten nachgesteuert hätten.Entsprechend der rasant steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen gibt es auch an den Schulen im Land deutlich mehr Corona-Fälle. Nach Angaben des Bildungsministeriums vom Freitag lag die Zahl der positiv getesteten Schülerinnen und Schüler bei 1267 (Stand: 4.11.). In der Vorwoche waren es mit 557 positiv getesteten Schülern weniger als die Hälfte. Bei den Lehrkräften waren es mit 124 Infizierten gut doppelt so viele wie in der Vorwoche, als 56 positiv Getestete gemeldet waren.Schwierig sieht sie, dass vor allem viele jüngere Schüler an weiterführenden Schulen nicht geimpft seien. Die Gespräche mit Eltern dazu könnten die Schulen nicht leisten. Sie schlug Familienimpftage vor, die sich in Kommunen schon bewährt hätten. Das sei eine Alternative, um Jugendliche und Eltern zu erreichen.Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen. Zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech und Moderna.Auch der Brandenburger Pädagogenverband (BPV) blickt angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie mit Sorge auf die kühlere Jahreszeit. «Das wird ein harter Winter», sagte Präsident Hartmut Stäker. Die Ständige Impfkommission kritisierte er für ihre unklaren Empfehlungen, was das Impfen von Kindern angehe. Das verunsichere Eltern und Schüler. Er appellierte, die Teststrategie an den Schulen fortzusetzen. Das stehe allerdings konträr dazu, wie die Lage sich außerhalb der Schulen darstelle. Stäker befürchtet deshalb, dass die Infektionszahlen in den Einrichtungen weiter ansteigen - egal, wie politisch über die pandemische Lage entschieden werde und was das für Maßnahmen nach sich ziehe.

Schülervertreterin Swinka sieht angesichts der Pandemie noch ein anderes Problem. Lernende, die vor dem Abitur stünden seien derzeit klar überlastet. «Wir sind ausgeburnt», sagte die 19-Jährige. Es sei nach der langen Zeit des Online-Unterrichts und Selbststudiums sehr viel Lernstoff aufzuholen. Sie sehe mit Sorge, dass das von den vor Prüfungen Stehenden kaum zu leisten sei. «Man muss jetzt alles daran setzen, den Schülern nicht noch mehr aufzubürden sondern sie zu entlasten.»Stäker berichtete, dass die Schulen die Unterstützung des Landes für die Schulen zum Aufholen von Lerndefiziten gut angenommen hätten. Was die einzelnen Einrichtungen genau für Projekte durchführten, darüber hatte er zunächst keinen Überblick.

Das Programm «Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche» des Bildungsministeriums soll beim Abbau fachlicher Defizite und im sozialen Miteinander unterstützen. Dafür stehen nach Angaben des Bildungsministeriums in den kommenden zwei Jahren insgesamt 68,7 Millionen Euro zur Verfügung, der Bund beteiligt sich demnach mit 38,7 Millionen Euro. In dem Programm sind unter anderem ergänzende Lernangebote, individuelle Lernbegleitung und schulergänzende Förderangebote enthalten. 

29.10.2021

WHO Europa warnt vor neuen coronabedingten Schulschließungen

Kopenhagen (dpa) – Das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO rät davon ab, angesichts der steigenden Corona-Zahlen in vielen Ländern die Schulen zu schließen. «Die Unterbrechung der Ausbildung der Kinder sollte der letzte Ausweg sein», hieß es am Freitag in einer Mitteilung.

In der letzten Woche hätte mehr als die Hälfte der 53 Länder der Europäischen Region einen deutlichen Anstieg der Covid-19-Infektionen in allen Altersgruppen gemeldet. Die Zahl der Neuerkrankungen in Europa sei um 18 Prozent gestiegen. Die fünf anderen Regionen der WHO hingegen hätten einen Rückgang gemeldet, hieß es in der Mitteilung.

Das habe auch Auswirkungen auf den Schulunterricht. Insgesamt 45 Länder und Territorien empfählen, dass die Schulen mit Infektionsprävention und -kontrolle geöffnet bleiben. In sieben Ländern seien die Schulen teilweise oder ganz geschlossen, zwei Länder empfählen Fernunterricht.

«Die weit verbreiteten Schulschließungen im letzten Jahr, die die Bildung von Millionen Kindern und Jugendlichen unterbrachen, haben mehr geschadet als genutzt», sagte Hans Henri Kluge, Regionaldirektor des WHO-Regionalbüros für Europa. «Wir können nicht die gleichen Fehler wiederholen.»

Anstatt Bildungseinrichtungen zu schließen, empfiehlt die WHO ein breites Spektrum von Maßnahmen wie physische Distanzierung, häufiges Händewaschen, das Tragen von Masken, häufige Test und ausreichende Belüftung in den Klassenzimmern.

28.10.2021

Ausbildungskrise trübt Freude über Herbstbelebung am Arbeitsmarkt

Der deutsche Arbeitsmarkt trotzt weiter der Corona-Pandemie. Es sind sogar so viele Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie noch nie. Doch die Ausbildung junger Menschen bereitet Sorgen - denn Fachkräfte werden dringend gebraucht.

Nürnberg (dpa) - Die Konjunktur ist vor allem bei den Dienstleistungen stark, die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt hält an, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist so hoch wie nie: Trotz solch positiver Signale ist der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit nicht vollends zufrieden. «Es können nicht alle Menschen in gleicher Weise davon profitieren», beklagte Detlef Scheele am Donnerstag in Nürnberg.

Scheele meint Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die sich besonders schwer täten, nach der Corona-Krise in einen Job zurückzukehren. Und er meint Schulabgänger, die noch auf eine Ausbildung warten. Die Vermittler des Ausbildungsjahrganges 2021 lief schlecht: pandemiebedingt weniger Ausbildungsbörsen, schwieriger Zugang für Berufsberater zu Schulen, weniger Praktika. 

«Die Ergebnisse bleiben trotz einer Aufhellung noch sehr deutlich hinter denen vor der Pandemie zurück und wir stehen weiterhin vor großen Herausforderungen», sagte Scheele. In den vergangenen zwölf Monaten wurden den Jobcentern und den Arbeitsagenturen 511 300 Lehrstellen gemeldet, 19 000 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Demgegenüber haben den Angaben nach 433 500 Bewerber Beratungen der Jobcenter und Agenturen in Anspruch genommen - 39 400 weniger als im Vorjahreszeitraum. 5,7 Prozent der Bewerber waren am 30. September noch unversorgt - eine etwas günstigere Quote als im vergangenen Jahr. «Aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir im Ergebnis nicht zufrieden sein können mit diesem Ausbildungsjahr», betonte Scheele.

«Der Rückgang liegt nicht an der Demografie, die Schülerzahlen sinken nicht, sie sind stabil», sagte Scheele. Die jungen Leute suchten sich Alternativen zur dualen Ausbildung - etwa in einem längeren Schulbesuch, einem Studium oder auch in ungelernter Erwerbstätigkeit. Auch Fachschulausbildungen, etwa für Erzieherinnen und Altenpflegerinnen, stünden in Konkurrenz zur klassischen Lehrstelle. 

Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland dank einer anhaltenden Herbstbelebung im Oktober kräftig auf 2,377 Millionen gesunken. Das sind 88 000 weniger als im September und 383 000 weniger als im Oktober vergangenen Jahres, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. In den Jahren 2018 und 2019 - also vor der Pandemie - war die Arbeitslosigkeit im Oktober nur um jeweils etwa 50 000 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank im Oktober um 0,2 Punkte auf 5,2 Prozent. Die Bundesagentur hat für ihre Statistik Datenmaterial berücksichtigt, das bis zum 12. Oktober eingegangen ist.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland stieg im Oktober auf einen Rekordwert. Mit 33,97 Millionen ist deren Zahl so hoch wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen sei höher als vor der Pandemie, sagte Scheele. Das belege die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften, besonders Facharbeitern. 

«Der Fachkräftemangel ist nach wie vor die Wachstumsbremse in Deutschland», sagte er. Es werde für die neue Bundesregierung eine der Herausforderungen sein, das inländische Potenzial zu heben und Zuzug aus dem Ausland so zu ermöglichen, dass auch das Problem der Anerkennung etwa von im Ausland erworbenen Handwerksausbildungen gelöst werden könne. 

«Klar ist: Der wirtschaftliche Aufschwung kann nur mit den richtigen Fachkräften gelingen», sagte auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. «Wir Arbeitgeber halten mit aller Kraft an Ausbildung fest.» Auch im zweiten Corona-Jahr stünden deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung. «Wir müssen alles daransetzen, das Matching von Angebot und Nachfrage voranzubringen. Eine praxisorientierte Berufsorientierung ist dafür ein Muss», betonte Dulger. 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erinnerte besonders an das Problem der Langzeitarbeitslosen, deren Zahl in der Pandemie deutlich zugenommen hat und immer noch jenseits der Grenze von einer Million liegt. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen - also der Menschen, die länger als zwölf Monate ohne Job sind - habe sich während der Pandemie seit März 2020 von 30,3 auf 42,4 Prozent erhöht, heißt es im Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur. 

DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel forderte größere Anstrengungen im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit. «Die nächste Koalition muss aktive Arbeitsmarktpolitik angehen für die, die besonders schwer Arbeit finden», sagte sie. Fast 60 Prozent der Landgzeitarbeitslosen hätten keinen Berufsabschluss. Rund 120 000 arbeitslosen Menschen, die bereits länger als zehn Monate ohne Arbeit seien, drohe in naher Zukunft die Langzeitarbeitslosigkeit, sagte Piel. «Sie müssen verstärkt beraten und gefördert werden. Denn mit jedem Monat, den Menschen länger arbeitslos sind, gelingt ihnen der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt schwerer.»

Zwischen dem 1. und dem 24. Oktober hatten Betriebe für 93 000 Personen Kurzarbeit angemeldet. Wie viel tatsächlich davon in Anspruch genommen wird, entscheidet sich aber erst später. Die neuesten Daten für die tatsächliche Inanspruchnahme stammen aus dem August. In diesem Monat zahlte die Bundesagentur für 760 000 Menschen Kurzarbeitergeld. Dies ist deutlich weniger als auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, als knapp sechs Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit waren.

OECD: Soziale und emotionale Fähigkeiten steigern Schulerfolg

Berlin (dpa) - Ein höheres Maß an Kreativität, Empathie und Stressresistenz steigert bei Schülerinnen und Schülern auch die Leistungen. Darauf wies OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher am Donnerstag bei einer Online-Veranstaltung der Organisation hin unter Berufung auf eine neue OECD-Studie zu sozialen und emotionalen Kompetenzen.

Demnach sind Kreativität, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen, Toleranz, die Fähigkeit zur Gefühlsregulation, Stressresistenz und ähnliche Fähigkeiten auch ausschlaggebend für die Noten. Schleicher sagte, Mathematik zum Beispiel sei nicht nur eine Frage der Fähigkeit zum Formeln-Lernen, sondern auch eine Frage der Neugierde.

Dabei nähmen die sozial-emotionalen Fähigkeiten mit zunehmendem Alter tendenziell etwas ab. Bei 15-jährigen Schülerinnen und Schülern seien die sozialen und emotionalen Fähigkeiten im Schnitt geringer ausgeprägt als bei Zehnjährigen. Bei Mädchen falle der Rückgang sogar noch größer aus als bei Jungen.

Eine Sonderrolle nehme der Faktor Kreativität ein - wer kreativer sei, habe oft auch verstärkt andere sozial-emotionale Fähigkeiten. «Empathie müssen sie sich erarbeiten, aber Kreativität ist etwas, mit dem wir geboren werden», sagte Schleicher. «Es sieht aber so aus, als ob das so langsam im Schulverlauf verloren geht.» Dabei seien Schülerinnen und Schüler, die an künstlerischen Aktivitäten auch außerhalb der Schule teilgenommen haben, im Schnitt auch später kreativer und neugieriger als andere, erklärte Schleicher.

Zudem wiesen Schüler, die sich in der Schuler zugehörig fühlten, deutlich höhere Werte bei sozial-emotionalen Fähigkeiten auf. Wer sich einsam fühle, eine schlechte Beziehung zu den Lehrkräften und wenig Freunde habe, tue sich auch hier schwerer. «Bildung ist nicht Transaktion, es ist immer eine soziale Arbeit, es ist immer eine Beziehungsarbeit», sagte Schleicher.

Die OECD hatte in dieser ersten Studie zum Thema in zehn verschiedenen Städten weltweit bei Tausenden Schülerinnen und Schülern die sozialen und emotionalen Fähigkeiten erhoben. Dazu gab es umfangreiche Befragungen.

Maskenpflicht im Unterricht wird abgeschafft - Quarantäne erweitert

Die Maskenpflicht für Schüler und Lehrer in NRW entfällt, ab der kommenden Woche zumindest am Platz im Klassenraum. Die Neuinfektion im Land nehmen allerdings zu. Deshalb gibt es auch Kritik.

Düsseldorf (dpa/lnw) - In Nordrhein-Westfalen müssen Schülerinnen und Schüler im Unterricht bald keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Die Maskenpflicht auf den Sitzplätzen im Klassenraum werde zum 2. November abgeschafft. Das teilte das NRW-Schulministerium am Donnerstag mit. Allerdings werden die Quarantäne-Regeln erweitert. Zur Begründung hieß es, an den Schulen gebe es keinen übermäßigen Anstieg bei den Corona-Infektionen. Gleichzeitig steige die Impfquote, bei Lehrkräften liege sie sogar über 90 Prozent.

Schülerinnen und Schüler müssen die Maske ab Dienstag nur weiterhin noch im übrigen Gebäude tragen und wenn sie ihren festen Sitzplatz verlassen. Für den Außenbereich war die Maskenpflicht schon vor einiger Zeit abgeschafft worden. Für Lehrkräfte entfällt die Maskenpflicht, so lange ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Verschärft wurden im Gegenzug aber die Quarantäne-Regeln in Schulen. Tritt in einer Klasse oder einem Kurs ein Corona-Fall auf, wird die Quarantäne von Schülerinnen und Schülern auf die nachweislich infizierte Person sowie jetzt auch auf die unmittelbare Sitznachbarin oder den unmittelbaren Sitznachbarn ausgedehnt. Vollständig geimpfte oder genesene Schüler ohne Symptome sind von der Quarantäne weiterhin ausgenommen.

Außerdem gelten die Regeln zum Freitesten fort. Frühestens am fünften Tag kann die häusliche Isolation durch einen negativen PCR-Test oder einen Schnelltest vorzeitig beendet werden. Dann können Schüler sofort wieder am Unterricht teilnehmen.

Der neue NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) rechtfertigte am Donnerstag die Maßnahmen. «Unsere Philosophie war immer und ist es auch weiterhin: so viel Schutz wie nötig und so viel Freiheit wie möglich.» Deswegen gehöre zum Fall der Maskenpflicht am Sitzplatz auch gleichzeitig die neue Quarantäne-Pflicht. Darüber habe im Kabinett auch Konsens mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bestanden.

Der Verband Lehrer NRW kritisierte die Entscheidung als «hochgradig riskant». «Die Infektionszahlen steigen aktuell rasant – und zwar ganz besonders unter Kindern und Jugendlichen. Mitten in diese gefährliche Entwicklung hinein die Maskenpflicht im Unterricht aufzuheben, setzt alle am Schulleben Beteiligten einem hohen Risiko aus», sagte der Vorsitzende, Sven Christoffer.

Familienminister Joachim Stamp (FDP) sagte, letztlich seien die Maßnahmen auch ein Kompromiss hinsichtlich der Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI). «Politik ist immer, gerade auch in Krisen, notwendigerweise auch ein Kompromiss.» Es handele sich um eine «minimale Quarantäne-Erweiterung», die aber auch durch die Möglichkeit des Freitestens und die Fortsetzung der Tests bis Weihnachten «überschaubar».

Die üblichen Corona-Tests an den Schulen sollen fortgesetzt werden: also drei Corona-Selbsttests pro Woche an weiterführenden Schulen und zwei PCR-Pooltests pro Woche an Grund- und Förderschulen.

«Die bisherige Entwicklung der Pandemie hat gezeigt, dass unsere Schulen sichere Orte sind. Alle Schülerinnen und Schüler werden engmaschig und mehrfach die Woche getestet und unsere strengen Vorgaben für die Hygiene und den Infektionsschutz gelten selbstverständlich weiterhin», sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) laut Mitteilung.

«An unseren Schulen gibt es keinen übermäßigen Anstieg des Infektionsgeschehens. Gleichzeitig steigen die Impfquoten weiter an, bei Lehrerinnen und Lehrern liegt sie sogar über 90 Prozent. Und schon fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahren ist schon vollständig geimpft», sagte Gebauer. In dieser Situation sei die Aufhebung der Maskenpflicht am Sitzplatz ein verantwortbarer Schritt. «Wir geben unseren Kindern und Jugendlichen damit ein weiteres und wichtiges Stück Normalität zurück», sagte die FDP-Politikerin. Sie bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern für ihren Beitrag, den sie zur Eindämmung der Pandemie und zum Schutz der Älteren geleistet haben.

Lehrervertreter reagierten unterschiedlich auf die Entscheidung aus dem Schulministerium. «Die Maske auf dem Sitzplatz abnehmen zu können, bedeutet ohne Zweifel eine Erleichterung. Allerdings gilt es, die Situation weiterhin genau zu beobachten. Denn das wichtigste Ziel muss sein, möglichst allen Schülerinnen und Schülern kontinuierlich Unterricht zu ermöglichen», sagte der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung NRW, Stefan Behlau.

Der NRW-Philologenverband, der die Gymnasiallehrer vertritt, nannte die Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt riskant. «Präsenzunterricht ist wichtig und notwendig. Und die Infektionszahlen steigen rasant. Experten warnen vor dem Fall der Maskenpflicht an Schulen. Es darf im Sinne der Schülerinnen und Schüler nicht wieder einen Herbst und Winter mit Distanz- und Wechselunterricht geben», sagte die Vorsitzende Sabine Mistler. Das Ende der Maskenpflicht komme zu früh.

 

Maskenpflicht im Unterricht wird abgeschafft - Quarantäne erweitert

Die Maskenpflicht für Schüler und Lehrer in NRW entfällt, ab der kommenden Woche zumindest am Platz im Klassenraum. Die Neuinfektion im Land nehmen allerdings zu. Deshalb gibt es auch Kritik.

Düsseldorf (dpa/lnw) - In Nordrhein-Westfalen müssen Schülerinnen und Schüler im Unterricht bald keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Die Maskenpflicht auf den Sitzplätzen im Klassenraum werde zum 2. November abgeschafft. Das teilte das NRW-Schulministerium am Donnerstag mit. Allerdings werden die Quarantäne-Regeln erweitert. Zur Begründung hieß es, an den Schulen gebe es keinen übermäßigen Anstieg bei den Corona-Infektionen. Gleichzeitig steige die Impfquote, bei Lehrkräften liege sie sogar über 90 Prozent.

Schülerinnen und Schüler müssen die Maske ab Dienstag nur weiterhin noch im übrigen Gebäude tragen und wenn sie ihren festen Sitzplatz verlassen. Für den Außenbereich war die Maskenpflicht schon vor einiger Zeit abgeschafft worden. Für Lehrkräfte entfällt die Maskenpflicht, so lange ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Verschärft wurden im Gegenzug aber die Quarantäne-Regeln in Schulen. Tritt in einer Klasse oder einem Kurs ein Corona-Fall auf, wird die Quarantäne von Schülerinnen und Schülern auf die nachweislich infizierte Person sowie jetzt auch auf die unmittelbare Sitznachbarin oder den unmittelbaren Sitznachbarn ausgedehnt. Vollständig geimpfte oder genesene Schüler ohne Symptome sind von der Quarantäne weiterhin ausgenommen.

Außerdem gelten die Regeln zum Freitesten fort. Frühestens am fünften Tag kann die häusliche Isolation durch einen negativen PCR-Test oder einen Schnelltest vorzeitig beendet werden. Dann können Schüler sofort wieder am Unterricht teilnehmen.

Der neue NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) rechtfertigte am Donnerstag die Maßnahmen. «Unsere Philosophie war immer und ist es auch weiterhin: so viel Schutz wie nötig und so viel Freiheit wie möglich.» Deswegen gehöre zum Fall der Maskenpflicht am Sitzplatz auch gleichzeitig die neue Quarantäne-Pflicht. Darüber habe im Kabinett auch Konsens mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bestanden.

Der Verband Lehrer NRW kritisierte die Entscheidung als «hochgradig riskant». «Die Infektionszahlen steigen aktuell rasant – und zwar ganz besonders unter Kindern und Jugendlichen. Mitten in diese gefährliche Entwicklung hinein die Maskenpflicht im Unterricht aufzuheben, setzt alle am Schulleben Beteiligten einem hohen Risiko aus», sagte der Vorsitzende, Sven Christoffer.

Familienminister Joachim Stamp (FDP) sagte, letztlich seien die Maßnahmen auch ein Kompromiss hinsichtlich der Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI). «Politik ist immer, gerade auch in Krisen, notwendigerweise auch ein Kompromiss.» Es handele sich um eine «minimale Quarantäne-Erweiterung», die aber auch durch die Möglichkeit des Freitestens und die Fortsetzung der Tests bis Weihnachten «überschaubar».

Die üblichen Corona-Tests an den Schulen sollen fortgesetzt werden: also drei Corona-Selbsttests pro Woche an weiterführenden Schulen und zwei PCR-Pooltests pro Woche an Grund- und Förderschulen.

«Die bisherige Entwicklung der Pandemie hat gezeigt, dass unsere Schulen sichere Orte sind. Alle Schülerinnen und Schüler werden engmaschig und mehrfach die Woche getestet und unsere strengen Vorgaben für die Hygiene und den Infektionsschutz gelten selbstverständlich weiterhin», sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) laut Mitteilung.

«An unseren Schulen gibt es keinen übermäßigen Anstieg des Infektionsgeschehens. Gleichzeitig steigen die Impfquoten weiter an, bei Lehrerinnen und Lehrern liegt sie sogar über 90 Prozent. Und schon fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahren ist schon vollständig geimpft», sagte Gebauer. In dieser Situation sei die Aufhebung der Maskenpflicht am Sitzplatz ein verantwortbarer Schritt. «Wir geben unseren Kindern und Jugendlichen damit ein weiteres und wichtiges Stück Normalität zurück», sagte die FDP-Politikerin. Sie bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern für ihren Beitrag, den sie zur Eindämmung der Pandemie und zum Schutz der Älteren geleistet haben.

Lehrervertreter reagierten unterschiedlich auf die Entscheidung aus dem Schulministerium. «Die Maske auf dem Sitzplatz abnehmen zu können, bedeutet ohne Zweifel eine Erleichterung. Allerdings gilt es, die Situation weiterhin genau zu beobachten. Denn das wichtigste Ziel muss sein, möglichst allen Schülerinnen und Schülern kontinuierlich Unterricht zu ermöglichen», sagte der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung NRW, Stefan Behlau.

Der NRW-Philologenverband, der die Gymnasiallehrer vertritt, nannte die Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt riskant. «Präsenzunterricht ist wichtig und notwendig. Und die Infektionszahlen steigen rasant. Experten warnen vor dem Fall der Maskenpflicht an Schulen. Es darf im Sinne der Schülerinnen und Schüler nicht wieder einen Herbst und Winter mit Distanz- und Wechselunterricht geben», sagte die Vorsitzende Sabine Mistler. Das Ende der Maskenpflicht komme zu früh.

 

 

 

27.10.2021

Viele falsch positive Corona-Schnelltests an Hamburgs Schulen

Kaum zurück aus den Herbstferien, müssen einige Hamburger Schüler schon wieder zu Hause bleiben. Wer positiv auf Corona getestet wird, darf nicht mehr in die Schule. Doch nicht immer ist das Testergebnis auch richtig.

Hamburg (dpa/lno) - Neue Corona-Schnelltests haben nach den Herbstferien an Hamburgs Schulen zu einer Vielzahl von falschen Positivergebnissen geführt. Von rund 200 000 am ersten Schultag durchgeführten Tests seien die Ergebnisse bei 287 Schülerinnen und Schülern sowie sieben Schulbeschäftigten positiv ausgefallen, sagte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Weniger als ein Drittel dieser Ergebnisse seien später durch einen PCR-Test bestätigt worden, zwei Drittel hingegen nicht. «Es ist davon auszugehen, dass es unter anderem viele Probleme bei der fachgerechten Durchführung gegeben hat.»

Anders als bei den zuvor verwendeten Tests müsse bei dem neuen Test-Kit das Probenröhrchen nach dem Abstrich gut geschüttelt werden. Die Schulen seien deshalb vorab gebeten worden, die Testroutinen nach den Herbstferien aufzufrischen. Zur Unterstützung sei ihnen eine gesonderte Anleitung zur Testdurchführung zur Verfügung gestellt worden.

Inzwischen gehe die Zahl der positiven Schnelltestungen nach ersten Abfragen wieder zurück, sagte Albrecht.

Die schulpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Birgit Stöver, äußerte Unverständnis. «Es bleibt mir ein Rätsel, warum die Schulbehörde direkt nach den Ferien einen neuen Schnelltest einsetzt, bei dem schon vorab bekannt war, dass er bei einer falschen Handhabung zu falsch positiven Ergebnissen führt.» Für falsch positiv getestete Schüler bedeute es mindestens zwei Tage Schulausfall, «weil sie sich um einen PCR-Test zur Bestätigung kümmern müssen. Ein mehrfach falsch positives Ergebnis ist dann schon sehr ärgerlich», sagte sie.

Nach Angaben Albrechts hat nicht die Schulbehörde über den Wechsel des Schnelltest-Herstellers entschieden. Die Tests würden in Hamburg zentral von der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz beschafft. «Hierbei werden die Vorgaben für das allgemeine Beschaffungswesen berücksichtigt. Darüber hinaus ist Voraussetzung für die Vergabe eine hohe Sensitivität und Spezifität des Schnelltests.»

BGH: Familienrichter können keine Corona-Maßnahmen an Schulen kippen

Karlsruhe (dpa) - Familiengerichte sind grundsätzlich nicht befugt, Corona-Maßnahmen an Schulen außer Kraft zu setzen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt grundsätzlich geklärt, wie die Karlsruher Richterinnen und Richter am Mittwoch mitteilten. Familienrichter können demnach gegenüber schulischen Behörden prinzipiell keine Anordnungen zur Durchsetzung des Kindeswohls erlassen. Die gerichtliche Kontrolle in diesem Bereich obliege ausschließlich den Verwaltungsgerichten. (Az. XII ARZ 35/21)

Die Frage hatte im Frühjahr Brisanz bekommen, als ein Weimarer Familienrichter zwei Schulkinder auf Antrag ihrer Eltern im Eilverfahren von der Maskenpflicht freistellte. Im oberbayerischen Weilheim hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Beide Entscheidungen hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Gegen den Richter und die Richterin waren mehrere Anzeigen wegen Rechtsbeugung gestellt worden.

Dem Beschluss des BGH lag nun ein Fall zugrunde, den das Amtsgericht Wesel in seiner Funktion als Familiengericht in Karlsruhe vorgelegt hatte. Dort wollte eine Mutter durchsetzen, dass sich ihre 15-jährige Tochter an ihrer Gesamtschule nicht mehr an Maskenpflicht, Abstandsgebote und Testpflichten halten muss. Das Amtsgericht hatte das Verwaltungsgericht für zuständig gehalten, das Verwaltungsgericht das Amtsgericht - so landete der Fall zur Klärung am BGH.

Dort waren laut Mitteilung auch andere Verfahren zur selben Frage anhängig, die parallel entschieden wurden. Auch in dem Thüringer Fall hatte das Oberlandesgericht Jena die Möglichkeit einer Rechtsbeschwerde zum BGH zugelassen, nachdem es den eigenmächtigen Beschluss des Weimarer Familienrichters gekippt hatte.

Das Verfahren aus Wesel wird nicht mehr fortgesetzt, die BGH-Richter stellten es direkt ein. Eine Verweisung an das eigentlich zuständige Verwaltungsgericht komme «wegen unüberwindbar verschiedener Prozessgrundsätze» nicht in Betracht, hieß es.

Umfrage: 95 Prozent der Lehrkräfte geimpft

Berlin (dpa) - Fast alle Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sind einer Umfrage zufolge vollständig gegen Corona geimpft. 95 Prozent der Lehrkräfte hatten demnach bereits Ende September eigenen Angaben nach den vollständigen Impfschutz gehabt, wie eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag der Robert Bosch Stiftung ergab, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

63 Lehrkräfte halten der Umfrage zufolge die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen für ausreichend. Breite Unterstützung finden aber auch zusätzliche Schutzmaßnahmen: Fast drei Viertel sprechen sich für die Anschaffung von mehr Luftfiltergeräten für Unterrichtsräume aus. Solche Geräte kommen der Umfrage zufolge derzeit an etwa einem Viertel der Schulen zum Einsatz. Zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer wären auch für die Einführung einer Impfpflicht für Lehrkräfte und anderes Personal an Schulen.

Die Mehrheit der Befragten (71 Prozent) ist der Ansicht, dass im vergangenen Schuljahr 2020/2021 im Vergleich zur Zeit vor Corona «weniger» oder sogar «deutlich weniger» Schülerinnen und Schüler die Lernziele erreicht haben. Etwa die Hälfte der Lehrkräfte gibt an, dass an ihrer Schule auf zusätzliches Personal zurückgegriffen wird, um Lernrückstände der Schüler auszugleichen - etwa Lehramtsstudierende, pensionierte Lehrkräfte, Eltern oder auch Nachhilfeinstitute.

26.10.2021

Maskenpflicht in Schleswig-Holsteins Schulen entfällt weitgehend

Trotz aktuell wieder zunehmender Corona-Infektionen lockert Schleswig-Holstein die Auflagen weiter. Jetzt ist die Maskenpflicht in Schulen dran.

Kiel (dpa/lno) - Erleichterung in Corona-Zeiten für Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein: Von November an müssen sie keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen, wenn sie in den Schulen an ihren Plätzen sitzen. Für nicht geimpfte und nicht genesene Schüler bleibe die Testpflicht bestehen, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag in Kiel an. «Damit gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Normalität. Wir bitten herzlich darum, dass alle verantwortungsbewusst mit dem Schritt umgehen», sagte der Regierungschef.

Sollte es in einer Lerngruppe zu einer Infektion kommen, gelte dort für fünf Tage eine tägliche Testpflicht und eine Maskenpflicht. Günther wies auf die im Bundesvergleich hohe Impfquote in Schleswig-Holstein hin, die gemessen an der Gesamtbevölkerung bei 71,1 Prozent liege. In der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen liege sie mit 53,9 Prozent auf dem Spitzenplatz der Bundesländer.

Ein wichtiger Grund für die Entscheidung sei, dass Kinder sich außerhalb der Schule - zum Beispiel beim Sport oder im Freundeskreis - ohne Maske treffen könnten. Oftmals sei der Kreis identisch mit der Schulklasse.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Montag in Schleswig-Holstein auf 58,0. Eine Woche zuvor hatte die Zahl neuer Ansteckungen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen noch 32,6 betragen, am Sonntag 57,6. Die Hospitalisierungsinzidenz - also die Zahl der Corona-Kranken, die je 100 000 Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken aufgenommen wurden - stieg von zuletzt 1,68 auf 1,75. Günther betonte, die Inzidenzentwicklung sei nicht mehr der entscheidende Faktor zur Lagebewertung. Auch Krankenhaus- und Intensivbelegung müssten stärker einbezogen werden. Hier sei die Situation im Land weiterhin stabil.

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) nahm die Erwachsenen in die Pflicht: «Kinder- und Jugendliche unter zwölf Jahren können wir derzeit am besten schützen, indem wir Erwachsenen uns impfen lassen.» Auch Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) appellierte an die Erwachsenen: «Je disziplinierter wir als Erwachsene sind, je mehr von uns sich impfen lassen, desto mehr Entlastung kann es für unsere Kinder geben.» Das Spannungsfeld, Vorsicht zu wahren und zurück ins alte Leben zu starten, wird ihrer Überzeugung nach angesichts der aktuellen Entwicklung auch in den nächsten Wochen noch bestehen bleiben.

Heinold berichtete, das Land habe bisher für die Schulen 20 Millionen Selbsttests angeschafft. Die Kosten dafür hätten 73 Millionen Euro betragen. Es werde nach Bedarf nachbestellt. Der aktuelle Bestand reiche bis Mitte November.

Natürlich freuten sich Schüler, Lehrer und Eltern, wenn im Unterricht keine Masken mehr getragen werden müssen, teilte die SPD-Fraktionsvorsitzende Serpil Midyatli mit. «Aber wir können alle nur hoffen, dass auf die Freude nicht die Ernüchterung folgt.» Man könne nicht ignorieren, dass die Inzidenzzahlen in ganz Deutschland wieder steigen.

Für die Gewerkschaft GEW teilte die Landesvorsitzende Astrid Henke mit, man halte die Entscheidung vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens in Schleswig-Holstein für vertretbar. «Die allermeisten unserer Kolleginnen und Kollegen werden die heutige Entscheidung aber durchaus mit gemischten Gefühlen aufnehmen.» Unterricht ohne Maske mache auf der einen Seite das Unterrichten leichter. Auf der anderen Seite stehe die Sorge um die Gesundheit. «Uns erscheint es daher wichtig, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen.» Wenn es notwendig sei, müsse man schnell zu strengeren Maßnahmen zurückkehren.

Schulunterricht soll nach den Ferien mit angekündigten Regeln starten

Hannover (dpa/lni) - Der Schulunterricht nach den Herbstferien in Niedersachsen soll am kommenden Montag mit den bereits angekündigten Regeln starten. Das teilte eine Regierungssprecherin am Dienstag in Hannover mit. Im Unterricht müssen die meisten Schülerinnen und Schüler eine Maske tragen - die Jahrgänge eins und zwei müssen dies nicht tun. In der ersten Schulwoche nach den Herbstferien müssen sich Schüler und Lehrer jeden Tag testen, wenn sie noch nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder einer Infektion genesen sind. Danach soll die Testung wieder dreimal wöchentlich sein.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte vor einigen Wochen angekündigt, dass die Maskenpflicht bei den Jahrgängen drei und vier als nächster Schritt wegfallen soll. Entschieden ist dies jedoch noch nicht. Die derzeitige Corona-Landesverordnung, die auch die Regelungen zum Schulalltag beinhaltet, ist noch bis zum 10. November gültig. In anderen Bundesländern hatten sich die Regelungen zur Schule jüngst verändert, wie etwa in Schleswig-Holstein. Dort müssen Kinder und Jugendliche von November an keine Maske mehr am Platz tragen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind 53 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Niedersachsen einmal gegen das Coronavirus geimpft, 46,7 Prozent sind vollständig geimpft.

Corona-Infektionszahlen an Schulen binnen einer Woche verdoppelt

Rostock (dpa/mv) - Trotz Maskenpflicht in den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Schüler, Lehrer und Mitarbeiter in den vergangenen sieben Tagen mehr als verdoppelt. Am Dienstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) 127 laufende Infektionsfälle an 71 Schulen des Landes. Am Dienstag vergangener Woche waren es noch 57 an 41 Schulen.

Aufgrund der in der Gesamtbevölkerung gestiegenen Infektionszahlen sind inzwischen alle Landkreise und kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern auf der Landes-Risikokarte in der Stufe gelb angekommen. In allen Regionen herrscht aktuell wieder Maskenpflicht in der Schule.

Am vergangenen Freitag befanden sich landesweit mehr als 500 Schülerinnen und Schüler wegen einer Corona-Infektion in häuslicher Isolation oder als enge Kontaktperson in Quarantäne. In den MV-Schulen lernen rund 155 000 Kinder und Jugendliche.

Hygienebeirat: Maskenpflicht ab 7. Klasse soll noch bleiben

Berlin (dpa/bb) - An den Berliner Schulen soll die Maskenpflicht für die höheren Klassen zunächst bestehen bleiben. Dafür hat sich der Hygienebeirat am Montag ausgesprochen, wie die «Berliner Morgenpost» (Dienstag) berichtet. In den Klassen eins bis sechs gilt sie seit Anfang Oktober nicht mehr. In der Überlegung war, sie nach den Herbstferien auch für die älteren Schüler und Schülerinnen aufzuheben. «Die Zahlen lassen eine Lockerung zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht zu», sagte Arnd Niedermöller, Sprecher der Vereinigung der Oberstudiendirektoren in Berlin (VOB), der «Berliner Morgenpost» mit Blick auf die Pandemieentwicklung. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Berlin bis Montag auf 114,9.

Niedermöller plädierte dafür, in den nächsten Wochen auf Vorsicht zu setzen. An seiner Schule, dem Immanuel-Kant-Gymnasium, habe es am Montag nach Ende der Herbstferien zwar keinen nachgewiesenen Corona-Fall gegeben. Er rechne jedoch damit, dass die Zahlen bei den Schülern und Schülerinnen in den nächsten Tagen ansteigen würden. Auch der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann, hält das Festhalten an der Maskenpflicht für richtig: Andernfalls hätte man für viele Klassen Quarantäne riskiert, sagte er der Zeitung. Und das sei ein erster Schritt in Richtung Schulschließung. Für ihn stellt sich sogar die Frage: «Wann müssen wir bei diesen Zahlen an den Grundschulen zur Maskenpflicht zurückkehren?»

25.10.2021

Schulstart nach den Herbstferien mit verschärften Corona-Regeln

Maske auf, auch am Platz! Nach den Herbstferien müssen sich die Schülerinnen und Schüler in Hessen auf - zunächst - strengere Corona-Regeln einstellen.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Nach dem Ende der Herbstferien startet diese Woche in Hessen wieder der Schulunterricht - und zwar mit verschärften Corona-Regeln. Aus Sorge vor steigenden Infektionszahlen hat das Kultusministerium in Wiesbaden zwei Präventionswochen mit mehr Tests und strengerer Maskenpflicht angekündigt. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass Kinder eine Corona-Infektion aus dem Urlaub an der Schule weiterverbreiten.

Ein Sprecher von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sprach am Montag von einem ruhigen Start in den Schulen nach den Herbstferien. Die Schulen hätten keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. Vom 25. Oktober bis 5. November müssen die Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht am Platz eine Maske tragen. Außerdem müssen alle nicht geimpften Kinder und Jugendlichen für die Teilnahme am Präsenzunterricht drei- statt zweimal pro Woche einen negativen Test nachweisen.

Dieser Corona-Test kann weiterhin kostenfrei in der Schule gemacht werden. Das Ergebnis wird im Testheft vermerkt. Alternativ kann der Nachweis auch über eines der Testzentren erfolgen. Der Test darf zu Beginn des Schultags aber höchstens 72 Stunden alt sein.

Der Philologenverband forderte, die Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen im Land konsequent einzuhalten. «Die Corona-Zahlen kennen derzeit wieder nur die Richtung nach oben, die Lage ist unsicher», erklärte Landeschef Reinhard Schwab. Lockerungen der bewährten Infektionsschutzmaßnahmen würden eine Verschärfung der Situation provozieren. «Ich möchte keine Dramatik hineininterpretieren, aber erwartungsgemäß werden die Infektionszahlen im Herbst und Winter weiter steigen», mahnte Schwab. «Laxheit bei den grundlegenden Schutzmaßnahmen können wir uns nicht leisten.»

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer hatte sich zuletzt für längere Corona-Präventionswochen nach den Herbstferien ausgesprochen. «Eine konsequente Maskenpflicht in den Schulen in Kombination mit einer engmaschigen Testung ist sicherlich ein probates Mittel, allerdings sollte das nicht nur auf zwei Wochen beschränkt bleiben», sagte er der dpa in Wiesbaden. «Es gibt sonst kaum geeignete Maßnahmen in den Schulen, um anderweitig die Schüler zu schützen.» Dies gelte vor allem für die unter Zwölfjährigen, «für die es ja noch keine Impfung gibt», sagte der Experte.

Der hessische AfD-Bildungsexperte Heiko Scholz kritisierte dagegen die Maßnahmen der Landesregierung. «Was das Kultusministerium hier angeordnet hat, ist Schaufensterpolitik zum Schaden der Schüler.» Bei der Ausstattung der Schulen etwa durch stationäre Luftfilteranlagen habe sich seit einem Jahr so gut wie nichts geändert. Darauf müsste der Fokus des Ministeriums liegen, wenn es etwas Nachhaltiges zum Nutzen der Schüler tun möchte.

21.10.2021

Landesschülersprecher: Lüften gegen Corona-Infektionen unpraktisch

Erfurt (dpa/th) - Nach Ansicht der Thüringer Landesschülervertretung ist Lüften als Mittel des Infektionsschutzes unpraktikabel. «Das ist überhaupt nicht angenehm, es wäre viel besser, wenn es Luftfilter gäbe», sagte die zweite Vorsitzende der Landesschülervertretung der Deutschen Presse-Agentur. Zwar gebe es nun in vielen Klassenräumen CO2-Ampeln, doch nicht alle Lehrer würden auch tatsächlich lüften, wenn das Gerät ein Warnsignal sende.

Es gebe aber auch Lehrer, die durchgängig lüfteten, weil sie vielleicht selbst zu einer Risiko-Gruppe gehörten oder sich schlicht besser vor einer Infektion schützen wollten.

Auch der erste Vorsitzende der Schülervertretung, Vincent Raue, sagte, regelmäßiges Lüften sei im normalen Schulbetrieb kaum umsetzbar. Es gebe immer jemanden, der friere, oder Schüler und Schülerinnen, die sich beschwerten, sie würden Zugluft abbekommen.

Raue begrüßte es, dass nach den Herbstferien in den Schulen umfassender getestet werden soll als bisher. «So hat man die Gewissheit, dass alle negativ getestet sind», sagte Raue.

20.10.2021

Bildungsministerium stoppt Einsatz eines Antigen-Selbsttests

Schwerin (dpa/mv) - Das Bildungsministerium in Schwerin hat am Mittwoch vorsorglich den weiteren Einsatz des Antigen-Selbsttests der Marke «Deepblue» an den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns gestoppt. Eine Verunreinigung der Testlösung könne nicht ausgeschlossen werden. Daher habe das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) zum Schutz der Anwender von einer Verwendung des Testkits «Anhui Deepblue Medical Technology» bis zur Klärung des Sachverhaltes abgeraten. «Die Sicherheit der Kinder, Jugendlichen und Lehrkräfte geht vor», hieß es in der am Abend verbreiteten Mitteilung. Die Staatlichen Schulämter seien benachrichtigt. Über diese würden die Schulen informiert.

Dem Vernehmen nach hatten aufmerksame Eltern an einer Schule bemerkt, dass sich die Testflüssigkeit bei einem Selbsttest trüb eingefärbt hatte. In einem Labor sei dann eine Verunreinigung festgestellt worden, und das Lagus habe daraufhin reagiert. Dieses prüfe nun, ob auch weitere Tests des Herstellers Bakterien aufweisen. Sobald das Ergebnis vorliege, werde über das weitere Vorgehen entschieden.

Laut Bildungsministerium wird der aus China stammende Selbsttest von «Deepblue» an den Schulen des Landes in großem Umfang eingesetzt. Das Land habe für die regelmäßigen Corona-Tests rund 900 000 Stück erworben. In der Regel würden die Antigen-Tests jeweils Montag und Mittwoch durchgeführt. Für Schüler, die als mögliche Corona-Kontaktpersonen noch diese Woche getestet werden müssten, gebe es in den vier Staatlichen Schulämtern Reserven eines anderen Herstellers.

CDU-Fraktion kritisiert Holter für Corona-Maßnahmen an Schulen

Erfurt (dpa/th) - Die CDU-Fraktion hat Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) wegen seiner Corona-Politik an den Schulen scharf angegriffen. Der bundesweite Sonderweg, auf ein bewährtes Testsystem zu verzichten, sei krachend gescheitert, sagte der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Christian Tischner, am Mittwoch bei einer Aktuellen Stunde im Thüringer Landtag. Die Regierung habe die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren. «Sie bringen die Menschen mit Ihrem Dogmatismus und mit Ihren Alleingängen in Gefahr», sagte Tischner.

Hintergrund ist eine seit Monaten andauernde Diskussion über die richtige Corona-Teststrategie an Thüringens Schulen. Bildungsminister Holter hatte bislang an einem eher zurückhaltendem Einsatz von Tests - vor allem bei niedriger Belastung des Gesundheitssystems - festgehalten. Das hatte auch für Unruhe in der Regierungskoalition von Linke, SPD und Grünen gesorgt.

Am Dienstag beschlossen die drei Partner im Kabinett, nach den Herbstferien alle Schulen in die Warnstufe zwei zu versetzen - verbunden mit einem Testangebot und der Separierung von Schülern, die nicht geimpft, genesen oder getestet sind.

Holter warf der CDU vor, politische Unruhe in die Schulen zu tragen. «Die Schulen arbeiten und sie arbeiten ruhig», sagte der Minister. Er verteidigte sein Vorgehen. «Wir wollen zurück zur Normalität.» Zudem versicherte er, dass genügend Corona-Tests vorhanden und zusätzliche Tests bestellt seien. Holter gab zu bedenken, dass bei zwei verpflichtenden Tests pro Woche in den Schulen wöchentlich zwei Unterrichtsstunden verloren gingen.

Schulministerium: Kaum Test-Verweigerer an NRW-Schulen

Düsseldorf (dpa/lnw) - An Schulen in Nordrhein-Westfalen verweigern laut Ministerium nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler die verpflichtenden Corona-Selbsttests. Der Anteil der Testverweigerer schwanke auf einem sehr niedrigen Niveau, hieß es aus dem Düsseldorfer Schulministerium. Nach dem aktuellsten Stand vom 6. Oktober habe der Anteil bei unter 0,05 Prozent gelegen. Das ergebe sich aus der allgemeinen wöchentlichen Abfrage zum Schulbetrieb in Corona-Zeiten an allen öffentlichen Schulen. Zu den Gründen der Nichtteilnahme an den Tests habe man keine Erkenntnisse.

An weiterführenden Schulen sind Selbsttests dreimal pro Woche vorgeschrieben. An Grund- und Förderschulen werden zweimal pro Woche PCR-Pooltests durchgeführt.

Nur eine staatliche Schule in Thüringen fragte Impfteam an

Die Impfquote in Thüringen ist niedrig, die Inzidenzen steigen. Seit mehr als einem Monat können Schulen Impfteams ordern, um vor Ort niedrigschwellige Impfangebote für Kinder und Jugendliche zu machen. Interesse gibt es kaum - aus wohl mehreren Gründen.

Erfurt (dpa/th) - Das Interesse, Corona-Impfteams an die Schulen zu holen, ist in Thüringen bislang mau. Nur eine staatliche und zwei freie Schulen hätten solche Impfteams bei der Kassenärztlichen Vereinigung angefragt, erklärte das Bildungsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dabei handele es sich um zwei Berufsschulen und eine Gemeinschaftsschule. Seit 10. September können sich Schulen um ein mobiles Team bemühen, das Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren vor Ort impfen kann.

Generell gehört Thüringen beim Impfen im bundesweiten Vergleich zur Schluss-Gruppe. Nach Daten des Robert Koch-Instituts lag der Freistaat bei den Erstimpfungen mit Stand vom Dienstag mit einer Impfquote von 61,5 Prozent auf dem vorletzten Platz, bei den vollständig Geimpften liegt Thüringen mit einer Quote von 59,9 Prozent vor Sachsen und Brandenburg auf dem drittletzten Platz.

Nach Angaben des Bildungsministeriums werden Minderjährige im Freistaat vor allem in den Impfzentren, den Impfstellen und bei Kinderärzten geimpft. Dies seien die «Hauptsäulen», hieß es. Die mobilen Impfteams seien stets nur als «Zusatzangebot für Schulgemeinschaften gedacht» gewesen, wo sich eine entsprechende Nachfrage abzeichnen würde.

Ein Sprecher des Ministeriums wies darauf hin, dass die bisherigen Bedarfsanmeldungen erst in den vergangenen Tagen eingegangen seien. Es sei noch nicht absehbar, wie sich die Nachfrage in den kommenden Wochen entwickeln werde. «Das Thema könnte indes an Schulen noch einmal weiter gestiegenes Interesse hervorrufen, falls es im laufenden Schuljahr eine Impfstoffzulassung für die Altersgruppe unter zwölf Jahren geben sollte», erklärte der Sprecher.

Zu den möglichen Ursachen für das bisher geringe Interesse der Schulen an Impfteams nannte der Sprecher unter anderem den Aufwand. In der Regel sei vorher mit Schülern und Eltern abzustimmen, wie groß das Interesse sei. «Einige Schulen gehen angesichts der nach wie vor gespaltenen öffentlichen Debatte zum Impfen von Minderjährigen auch sehr behutsam mit dem Thema um, um den Schulfrieden nicht zu gefährden, der ebenfalls ein hohes Gut ist», so der Sprecher.

Es sei jedoch auch zu befürchten, dass der jüngste Vorstoß des Datenschutzbeauftragten zur Frage, ob das Impfen im Rahmen des Unterrichts thematisiert werden kann, «zu nachhaltiger Verunsicherung an den Schulen beiträgt».

Das Büro des Landesdatenschutzbeauftragten prüft derzeit einen möglichen Datenschutzverstoß einer Ostthüringer Lehrerin, weil diese im Rahmen einer Diskussion im Deutschunterricht die Schüler fragte, ob diese sich impfen lassen würden.

19.10.2021

Teils strengere Corona-Regeln für Schüler nach den Herbstferien

Seit Monaten sind sich die Regierungspartner von Linke, SPD und Grünen uneins, wie Infektionsschutz und ein Corona-Testsystem an den Schulen umgesetzt werden sollen. Nun gibt es einen Kompromiss. Doch die Opposition sieht die Last bei Lehrern und Schülern.

Erfurt (dpa/th) - Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen bei jüngeren Thüringern sollen in allen Schulen nach den Herbstferien die Corona-Regeln der Warnstufe zwei gelten - mit Testangebot und Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler. Darauf hat sich das Kabinett am Dienstag nach Beratungen geeinigt, wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz erklärte. Oberstes Ziel sei es, Bildung zu sichern, aber die Sicherheit von Schülern und Lehrern nicht aus dem Blick zu verlieren, betonte Ramelow.

Die Corona-Maßnahmen an Thüringer Schulen sind an die Warnstufen angepasst. Bisher gilt, dass in der Basisstufe an den Schulen keine anlasslosen Tests angeboten werden. In der Warnstufe eins gibt es ein Testangebot zweimal wöchentlich - ohne Konsequenzen für Ungetestete.

In der Warnstufe zwei müssen Tests zweimal pro Woche angeboten werden. Schüler, die weder geimpft, noch genesen und auch nicht getestet sind, müssen in Warnstufe zwei in separaten Lerngruppen unterrichtet werden.

Außerdem gilt in Warnstufe zwei eine Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler - ab den Sekundarstufen. Ohne Test gilt die Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler im Unterricht. Nach Angaben eines Sprechers des Bildungsministeriums sollen die Regeln der Warnstufe zwei nach den Ferien auch in Landkreisen gelten, die in der Basisstufe sind.

Die neue Regelung soll vorerst mindestens vom 8. bis 24. November gelten, hieß es. Hintergrund für diese Terminierung ist ein Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland. Spahn hatte sich dafür ausgesprochen, dass es nicht zu einer erneuten Verlängerung kommt. Damit würde die bundesweite Corona-Notlage offiziell am 25. November auslaufen.

Nach einer Entscheidung des Bundestages über die epidemische Notlage will auch das Kabinett in Thüringen neu über die Maßnahmen an Schulen entscheiden.

Das Kabinett befriedete mit dem Kompromiss vorerst einen Streit zwischen den drei Regierungspartnern Linke, SPD und Grünen, der seit Monaten teils unterschwellig, teils offen ausgetragen brodelte. Kritik kam immer wieder aus den Fraktionen von SPD und Grünen. Vor allem die SPD hatte darauf gedrungen, eine Testpflicht an Schulen einzuführen und hatte zuletzt zu dem Thema einen Koalitionsausschuss gefordert. Dieser sollte am Mittwoch tagen, nun ist er nach Angaben eines Regierungssprechers abgesagt.

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sagte: «Durch die zeitlich festgelegte Ausweitung der Warnstufe 2 auf alle Schulen im ganzen Land nach den Herbstferien greifen wir nun die Anliegen der Koalitionspartner adäquat auf.» Ihn stimme zuversichtlich, «dass sich die wissenschaftliche Erkenntnisbasis zu verdichten scheint, dass Kinder und Jugendliche nach wie vor kaum ernstzunehmende gesundheitliche Einschränkungen zu erwarten haben», erklärte Holter.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) betonte, sie sei froh, dass eine Lösung im Kabinett gefunden worden sei, wo sie hingehöre. «Das ist klassisches exekutives Handeln», sagte sie.

SPD-Chef und Innenminister Georg Maier regte an, weitere niedrigschwellige Impfangebote an Schulen - vor alllem bei älteren Schülern - zu machen.

Die Thüringer CDU-Fraktion warf der Landesregierung vor, «ihr Versagen und ihre Sturheit auf dem Rücken von Schülern, Eltern und Lehrern» abzuladen. Den Schulen fehle das Personal für die Einrichtung von Extraklassen und -gruppen je nach Teststatus. «Dieser Formelkompromiss mag den Koalitionsfrieden retten, den Schülern und ihren Familien hilft er nicht. Solange die Tests nur ein Angebot bleiben, hinkt Thüringen weiter als einziges Bundesland hinterher, wenn es um die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen geht», erklärte der bildungspolitische Sprecher der Thüringer CDU-Fraktion, Christian Tischner.

Kompromiss zur Teststrategie an Schulen - kein Koalitionsausschuss

Erfurt (dpa/th) - An Thüringens Schulen sollen nach den Herbstferien bereits in der Warnstufe eins die strengeren Corona-Regeln der Warnstufe zwei gelten - mit Testangebot und Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler. Darauf hat sich das Kabinett am Dienstag nach Beratungen geeinigt, wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz erklärte. Oberstes Ziel sei es, Bildung zu sichern, aber die Sicherheit von Schülern und Lehrern nicht aus dem Blick zu verlieren, betonte Ramelow.

Die neue Regelung soll vorerst mindestens vom 8. bis 24. November gelten, hieß es. Das Kabinett befriedete damit vorerst einen Streit zwischen den drei Regierungspartnern Linke, SPD und Grünen. Vor allem die SPD hatte darauf gedrungen, eine Testpflicht an Schulen einzuführen und hatte zu dem Thema einen Koalitionsausschuss gefordert. Dieser sollte am Mittwoch tagen, nun ist er nach Angaben eines Regierungssprechers abgesagt.

Die Corona-Maßnahmen an Thüringer Schulen sind an die Warnstufen angepasst. Bisher gilt, dass in der Basisstufe an den Schulen keine anlasslosen Tests angeboten werden. In der Warnstufe eins gibt es ein Testangebot zweimal wöchentlich - ohne Konsequenzen für Ungetestete.

In der Warnstufe zwei müssen Tests zweimal pro Woche angeboten werden. Schüler, die weder geimpft, noch genesen und auch nicht getestet sind, müssen in Warnstufe zwei in separaten Lerngruppen unterrichtet werden.

Außerdem gilt in Warnstufe zwei eine Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler - ab den Sekundarstufen. Ohne Test gilt die Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler im Unterricht.

18.10.2021

Schulbeginn mit Präsenz-, Masken- und Testpflicht in Hamburg

Schulferien sind Reisezeit - und mit der Rückkehr der Urlauber steigen erfahrungsgemäß die Corona-Infektionszahlen. Nach den Herbstferien gelten deshalb auch für Hamburgs Schülerinnen und Schüler besondere Regeln.

Hamburg (dpa/lno) - Mit Präsenz-, Masken- und Testpflicht beginnt in Hamburg am Montag nach zweiwöchigen Herbstferien wieder die Schule. Reiserückkehrer aus dem Ausland müssen - sofern sie nicht geimpft oder vollständig genesen sind - vor Betreten des Schulgeländes einen negativen Corona-Test vorlegen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Um einen reibungslosen Schulbeginn zu ermöglichen, würden in allen Schulen Schnelltests zu Unterrichtsbeginn angeboten.

Im vergangenen Herbst hatte in Hamburg nach dem Ferienende die zweite Corona-Welle begonnen. Um Infektionen in den Schulen möglichst rasch zu erkennen, würden in den ersten beiden Wochen nach den Ferien jeweils drei statt wie bisher zwei Schnelltests durchgeführt, hieß es.

Nach rund zehnmonatiger pandemiebedingter Aussetzung gilt ab sofort auch wieder die Präsenzpflicht. Bislang konnten Eltern oder volljährige Schüler selbst entscheiden, ob sie beziehungsweise ihre Kinder in den Schulen oder digital zu Hause am Unterricht teilnehmen. Ausnahmen von der Präsenzpflicht sind jetzt nur noch aus medizinischen Gründen und mit entsprechender ärztlicher Bescheinigung möglich.

Trotz anderslautender Forderungen seitens der Opposition gilt in Hamburg die Maskenpflicht in Unterrichtsräumen und in allen Klassenstufen auch nach den Ferien - zumindest vorerst - weiter. Schulsenator Ties Rabe hatte zwar kürzlich angekündigt, dass er sich einen Wegfall der Maskenpflicht in den Grundschulen im November vorstellen könne, allerdings nur «wenn die Infektionszahlen sich weiter positiv entwickeln».

 

Die CDU setzt sich in einem Antrag für die Bürgerschaft für ein Ende der Maskenpflicht in allen Schulen ein - ebenfalls ab November und sofern die Corona-Infektionszahlen auch in zwei Wochen noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau liegen. Die FDP fordert einen sofortigen Wegfall der Maskenpflicht für alle Schulen und Klassenstufen.

Schulstart ab Montag in Schleswig Holstein - Maskenpflicht bleibt

Kiel (dpa/lno) - Auch zum Schulstart nach den Herbstferien an diesem Montag bleibt die Maskenpflicht in den Schulen in Schleswig-Holstein zunächst bestehen. Wegen der vielen Reiserückkehrer bestehe ein erhöhtes Infektionsrisiko, sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Nach Ende der Ferien waren bundesweit die Infektionszahlen meist gestiegen, hieß es weiter.

Daher gilt in Klassenräumen und Gängen im Schulgebäude in den ersten zwei Wochen nach den Herbstferien die Maskenpflicht weiterhin. Auf dem Schulhof muss niemand Maske tragen. Regelmäßige Tests sollen ebenfalls für Sicherheit sorgen. Die Regierung will die Corona-Zahlen in den ersten Wochen beobachten und die Regeln an das Infektionsgeschehen anpassen. Der Lehrbetrieb pausierte wegen der Herbstferien vom 4. bis zum 15. Oktober.

16.10.2021

Südwesten lockert Maskenpflicht in Schulen ab Montag

Nicht alle sind überzeugt, dass das eine gute Idee ist: An den Schulen im Südwesten soll die Maskenpflicht gelockert werden. Noch ist das aber nicht 100 Prozent amtlich.

Stuttgart (dpa/lsw) - Trotz zahlreicher Corona-Fälle bei Kindern und Jugendlichen hält Baden-Württemberg an den Lockerungen der Maskenpflicht in Schulen ab Montag fest. Noch am Wochenende will das Kultusministerium eine geänderte Corona-Verordnung notverkünden.

Die Pläne sind schon bekannt: Schülerinnen und Schüler müssen am Platz keine Maske mehr tragen. «Auf den sogenannten Begegnungsflächen gilt die Maskenpflicht aber weiterhin – sie bleibt dort als Sicherheitszaun erhalten», erläuterte das Ministerium. Auch Lehrer und Lehrerinnen können die Maske ablegen, wenn sie 1,5 Meter Abstand einhalten. «Selbstverständlich verbieten wir das Tragen der Maske nicht. Wer will, kann also im Klassenzimmer weiterhin freiwillig eine Maske tragen», so Ministerin Theresa Schopper (Grüne).

Das Robert Koch-Institut hatte am Freitag berichtet, in den vergangenen vier Wochen seien bundesweit 636 Ausbrüche in Schulen übermittelt worden - wegen möglicher Nachmeldungen sind demnach aber insbesondere die vergangenen beiden Wochen noch nicht zu bewerten.

Schon seit einiger Zeit werden zahlreiche Corona-Infektionen insbesondere bei Kindern ab dem Schulalter und bei Jugendlichen festgestellt. An Kitas und Schulen wird jedoch in der Regel auch zwei Mal in der Woche auf das Virus getestet. Die Covid-19-Impfstoffe sind bislang ab zwölf Jahren zugelassen. Kinder und Jugendliche erkranken zwar deutlich seltener schwer an Covid-19 als ältere Menschen, es gibt aber noch offene Fragen rund um Langzeitfolgen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich besorgt über die hohen Corona-Inzidenzen bei Kindern und die Langzeitfolgen. Parallel zu Lockerungen von Auflagen würden die Zahlen weiter steigen, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Das ist eine Gefahr, denn wir werden große Probleme mit Long Covid bei Kindern bekommen.» Ein Hauptgrund für Infizierungen sei mangelndes Lüften in Schulen.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rief Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren auf, sich gegen Corona impfen zu lassen. Er werbe dafür «so dringlich wie bei Erwachsenen» und empfehle die Impfung «uneingeschränkt», nachdem Daten von über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben wurden, sagte Verbandspräsident Jörg Dötsch dem RND. Die Risiko-Nutzen-Abwägung falle eindeutig zugunsten der Impfung aus.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte der «Passauer Neuen Presse»: «Auch wenn die allgemeinen Infektionszahlen derzeit noch stagnieren, nehmen gerade an Schulen die Infektionsausbrüche aktuell in einem Ausmaß zu, wie wir es bislang im Pandemieverlauf nicht kannten, vor allem nicht zu einem so frühen Zeitpunkt vor dem Winter.» Ein Licht am Ende des Tunnels sei, dass die Impfquote bei 12- bis 17- Jährigen schnell ansteige.

Stand Freitag waren in Baden-Württemberg nach Angaben des Ministeriums 20 Klassen/Gruppen von landesweit ungefähr 67 500 Klassen wegen Corona-Fällen aus dem Präsenzbetrieb genommen worden. In weiteren Fällen seien nur einzelne Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Lehrkräfte infiziert oder in Quarantäne/Isolation. 0,07 Prozent aller Lehrkräfte in Baden-Württemberg und 0,13 Prozent der Schülerschaft seien derzeit positiv auf Coronavirus getestet.

Tischner dringt auf Pool-Tests an Schulen und warnt vor Geiz

Suhl/Erfurt (dpa/th) - Der CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner hat davor gewarnt, bei der Corona-Teststrategie an Schulen Geld sparen zu wollen. Bei Gesundheit und Bildung solle man nicht sparen, sagte Tischner am Samstag am Rande eines CDU-Landesparteitages in Suhl. «Und wenn die Ramelow-Regierung meint, sie müsse jetzt bei der Gesundheit sparen, im Bildungsbereich, dann ist das doppelt schlimm», so Tischner.

Mit Blick auf ein am Freitag bekannt gewordenes Sondergutachten des wissenschaftlichen Beirates der Landesregierung zum Infektionsschutz an Schulen, betonte Tischner, dass es zwischen Wissenschaft und Politik Unterschiede gebe. «Ich glaube, Politik muss die Realitäten vor Ort zur Kenntnis nehmen», sagte Tischner.

Er höre aus den Landkreisen, dass sich das Infektionsgeschehen dort vor allem deshalb ausbreite, weil Infektionsketten unter anderem in Schulen nicht unterbrochen würden. «Dann glaube ich, dass ein Testsystem als Frühwarnsystem notwendig ist», sagte Tischner.

In dem Sondergutachten kommt der wissenschaftliche Beirat zu dem Schluss, dass anlasslose Corona-Tests an Schulen nicht mehr gut begründbar seien. Zugleich empfiehlt der Beirat das «konsequente Tragen von Masken und eine systematische Umsetzung der AHAL-Regeln». AHAL steht für Abstand, Alltagsmaske, Hygiene, Lüften. Offen blieb zunächst, ob der Beirat das Tragen von Masken im Unterricht oder nur im Schulgebäude, also in den Gängen oder in der Kantine, meint.

Der Beirat signalisierte in dem Gutachten weitere Gesprächsbereitschaft mit der Landesregierung und forderte bessere Daten. Ohne eine verbesserte Datengrundlage könne der Beirat seiner «Bratertätigkeit nicht mehr in der angestrebten Qualität nachkommen», heißt es in dem Sondergutachten.

Es sei nicht auszuschließen, dass es aufgrund einer geringen Impfbereitschaft regional zu einer Überlastung des Gesundheitssystems kommen könne, von der auch Geimpfte und Kinder betroffen sein könnten. «Hierauf sollte die politische Priorität gelegt werden.»

Corona-Inzidenz wieder über 70 - Kinderärzte fordern Impfung

Lange waren Kinderärzte abwartend, was die Impfung von Kindern und Jugendlichen angeht. Das ist vorbei. «Ich werbe dafür so dringlich wie bei Erwachsenen», sagt Verbandspräsident Dötsch. Die Sorge über hohe Corona-Zahlen unter Kindern wächst.

Berlin (dpa) - Nach wochenlanger Stagnation scheint das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder etwas Fahrt aufzunehmen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt erstmals seit dem 20. September wieder über der Marke von 70. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche am Samstagmorgen mit 70,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 68,7 gelegen, vor einer Woche bei 64,4. Aktueller Spitzenreiter ist weiter Thüringen (129,1), gefolgt von Bayern und Sachsen (je 105,2). Am Ende der Skala liegt Schleswig-Holstein mit einem Wert von 27,1.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rief Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren auf, sich gegen Corona impfen zu lassen. «Nachdem Daten von über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben wurden, empfehle ich die Impfung den über 12-Jährigen heute allgemein und uneingeschränkt, ich werbe dafür so dringlich wie bei Erwachsenen», sagte Verbandspräsident Jörg Dötsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Risiko-Nutzen-Abwägung falle eindeutig zugunsten der Impfung aus.

Das Robert Koch-Institut hatte am Freitag von besonders vielen Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen (RKI) in einzelnen Regionen Deutschlands berichtet. In acht Landkreisen und einer kreisfreien Stadt liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500. Laut RKI wurden in den vergangenen vier Wochen bundesweit 636 Schulausbrüche übermittelt - wegen möglicher Nachmeldungen sind demnach aber insbesondere die vergangenen beiden Wochen noch nicht zu bewerten.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich besorgt über die hohen Corona-Inzidenzen bei Kindern und die Langzeitfolgen. Parallel zur Lockerungen von Auflagen würden die Zahlen weiter steigen, sagte er dem RND. «Das ist eine Gefahr, denn wir werden große Probleme mit Long Covid bei Kindern bekommen.» Ein Hauptgrund für Infizierungen von Kindern und Jugendlichen sei mangelndes Lüften in Schulen.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte der «Passauer Neuen Presse»: «Auch wenn die allgemeinen Infektionszahlen derzeit noch stagnieren, nehmen gerade an Schulen die Infektionsausbrüche aktuell in einem Ausmaß zu, wie wir es bislang im Pandemieverlauf nicht kannten, vor allem nicht zu einem so frühen Zeitpunkt vor dem Winter.» Ein Licht am Ende des Tunnels sei, dass die Impfquote bei 12- bis 17- Jährigen schnell ansteige.

Dötsch sagte mit Blick auf die Corona-Situation in Schulen: «Wir wollen weiterhin keine Durchseuchung der Kinder - aber wir wollen auch unbedingt vermeiden, dass die Jüngsten nochmal unter den Folgen der Schulschließungen und der Isolationsmaßnahmen leiden müssen.» Die Infektionszahlen seien «nicht mehr das Entscheidende, auch nicht dann, wenn sie regional sehr hoch sind.»

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10 949 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von Samstag 5.52 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8854 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 75 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 65 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 365 107 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 2,02 (Donnerstag 1,93) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Corona-Impfquote steigt in Deutschland langsam. 65,7 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft, wie aus Daten des RKI vom Samstag hervorgeht. 68,8 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 44,1 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 38,5 Prozent sind vollständig geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte.

15.10.2021

Corona-Folgen: Schüler haben größeren Unterstützungsbedarf

Potsdam (dpa/bb) - Nach dem monatelangen Lockdown mit Distanzunterricht im vergangenen Schuljahr haben die Schülerinnen und Schüler in Brandenburg einen größeren Unterstützungsbedarf zum Erreichen der Lernziele als im Vorjahr. Dies sei das Ergebnis der Lernstandserhebungen zu Beginn des neuen Schuljahrs, teilte das Bildungsministerium am Freitag mit.

So haben den Angaben zufolge 112 Grundschulen (27,9 Prozent) Risiken für das Erreichen der Bildungsziele in mehr als einem Unterrichtsfach angezeigt. Im Vorjahr waren es nur 46 (11,5 Prozent). Bei den weiterführenden Schulen zeige sich der größte Unterstützungsbedarf im Fach Mathematik, aber auch in den Fächern Deutsch und Englisch, hieß es in der Mitteilung.

In der gymnasialen Oberstufe sei im Vergleich zum Vorjahr insgesamt aber weniger Unterstützungsbedarf angemeldet worden, berichtete das Ministerium. «Das lässt vermuten, dass die Schülerinnen und Schüler dieser Schulform den Distanzunterricht gut absolviert haben und ihre zu erwartende Selbstständigkeit dazu führt, dass die Lernrückstände gut behoben werden können.»

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) verwies darauf, dass mit dem Aktionsprogramm «Aufholen nach Corona» 200 zusätzliche Stellen für die Schulen bereit stünden. «Mit diesen Stellen soll sehr gezielt fachliche Unterstützung gewährt werden», sagte die Ministerin. «Damit erhalten betroffene Schulen größeren Spielraum, mit zusätzlichen Angeboten Lernstoff aufzuarbeiten und Schülerinnen und Schüler beim Aufholen zu unterstützen.»

Schule in Schleswig Holstein gestartet - Maskenpflicht bleibt

Kiel (dpa/lno) - Am Montag hat die Schule in Schleswig-Holstein nach den zweiwöchigen Herbstferien wieder begonnen. Die Maskenpflicht bleibt dabei zunächst bestehen. Wegen der vielen Reiserückkehrer besteht nach Angaben des Bildungsministeriums ein erhöhtes Infektionsrisiko. Nach Ende der Ferien waren bundesweit die Infektionszahlen meist gestiegen, hieß es weiter.

Daher gilt in Klassenräumen und Gängen im Schulgebäude in den ersten zwei Wochen nach den Herbstferien weiterhin die Maskenpflicht. Auf dem Schulhof muss niemand Maske tragen. Regelmäßige Tests sollen ebenfalls für Sicherheit sorgen. Die Regierung will die Corona-Zahlen in den ersten Wochen beobachten und die Regeln an das Infektionsgeschehen anpassen.

14.10.2021

Weiter Streit um Maskenpflicht an Hamburger Schulen

Noch sind in Hamburg Schulferien - und damit haben die Kinder auch frei von der Maskenpflicht im Unterricht. Die FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein will, dass das auch nach Ferienende so bleibt und attackiert den Senat.

Hamburg (dpa/lno) - Wie schon die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert auch die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein ein Ende der Maskenpflicht an Hamburgs Schulen. «Die halbe Republik und große Teile des Auslands» schafften die Maskenpflicht in Schulen ab, «weil das Infektionsgeschehen dies zulässt», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Nur Hamburg hält wieder stur an diesem schwerwiegenden Grundrechtseingriff gegenüber Schülerinnen und Schülern fest.»

In seiner Antwort auf ihre schriftliche Kleine Anfrage hatte der rot-grüne Senat auf den Infektionsschutz und auf Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums sowie des Robert Koch-Instituts (RKI) verwiesen: «Sowohl das RKI als auch das Gesundheitsministerium haben zur Maskenfrage erst vor wenigen Tagen am 6. Oktober 2021 klar Stellung bezogen und weiterhin das Tragen der Maske in den Schulen eingefordert», hieß es.

Zudem hätten Erfahrungen gezeigt, dass das Infektionsrisiko in den ersten 14 Tagen nach Ferien höher sei. Auch würden die Maßnahmen laufend anhand des aktuellen Infektionsgeschehens überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Von Treuenfels zeigte sich unbeeindruckt. «Das ist unverantwortlich, macht den Unterricht zur Zumutung und wird auch durch vage Andeutungen des Schulsenators nicht besser, die Maskenpflicht in Grundschulen vielleicht im November fallen zu lassen», sagte sie. «Rabe hat die daraus resultierenden langfristigen Lerndefizite zu verantworten.»

Senator Ties Rabe (SPD) hatte im Interview mit dem «Hamburger Abendblatt» (Mittwoch) gesagt, sich «eine Lockerung der Maskenpflicht für Grundschüler im November durchaus vorstellen» zu können, «wenn die Infektionszahlen sich weiter positiv entwickeln». Zunächst jedoch sollten die bisherigen Regeln bestehen bleiben, und danach gilt in allen Unterrichtsräumen Maskenpflicht.

Auch die CDU setzt sich in einem Antrag für die Bürgerschaft für ein Ende der Maskenpflicht in allen Schulen ein - allerdings erst ab November und sofern die Corona-Infektionszahlen auch zwei Wochen nach Ende der Herbstferien weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau liegen. Am kommenden Montag beginnt für Hamburgs Schüler wieder der Unterricht.

13.10.2021

Thüringen bundesweiter Corona-Hotspot - Kritik am Bildungsministerium

Seit Monaten gibt es innerhalb von Rot-Rot-Grün einen Konflikt bei der Frage nach der richtigen Corona-Strategie an Schulen. Angesichts der steigenden Infektionszahlen flammt dieser nun stärker auf. Vor allem die SPD dringt auf Klärung.

Erfurt (dpa/th) - Thüringen ist bundesweit erstmals seit Monaten wieder Deutschlands Corona-Hotspot und hat im Vergleich der Bundesländer die höchste Sieben-Tage-Inzidenz. Mit Stand Mittwochmorgen wurden im Freistaat 103,7 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche gemeldet, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Am Tag zuvor waren es noch 97,1. Damit hat Thüringen auch den bisherigen Negativ-Spitzenreiter Bremen (96,0) überholt. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz betrug nach RKI-Zahlen 65,4 und veränderte sich damit nur leicht.

Angesichts der sich verschärfenden Infektionslage und eines deutlichen Anstiegs der Inzidenzen in jungen Altersgruppen wächst der Unmut mehrerer Landtagsfraktionen über die Corona-Strategie namentlich des Bildungsministeriums. Nach den aktuellen Corona-Regeln gibt es an Schulen keinerlei Testangebot in der sogenannten Basis-Stufe, also wenn die Belastung des Gesundheitswesens als gering gilt. Ab Warnstufe eins müssen Tests angeboten werden, in der höchsten Warnstufe drei sind sie Pflicht.

Die SPD-Abgeordnete Dorothea Marx schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter, Thüringen habe es «dank des massiv kritisierten Verzichts auf Tests in Schulen heute wieder auf Platz 1 geschafft». Dazu erwähnte sie Bildungsminister Helmut Holter (Linke) und die Staatssekretärin Julia Heesen und schrieb: «Danke für Nichts».

Seit Monaten dringen vor allem die Grünen und die SPD auf eine Testpflicht oder zumindest ein durchgängiges Testangebot an Schulen. Doch Bildungsminister Holter hält an den aktuell geltenden Regeln fest. Rückendeckung bekam er bisher vor allem vom wissenschaftlichen Beirat der Landesregierung.

SPD-Fraktionschef Matthias Hey kritisierte das Agieren des Bildungsressorts. Es scheine dort in bestimmten Arbeitskreisen die Überzeugung zu geben, dass ein Testangebot besser sei als eine Testpflicht. «Diese Meinung teilen wir nicht.» Nach Angaben einer Sprecherin der SPD-Fraktion wollen die Abgeordneten den Koalitionsausschuss von Rot-Rot-Grün zu dieser Frage einberufen.

Hey gab zu bedenken, dass die Kinder, auch wenn sie sich unbemerkt infizierten oder nicht schwer erkrankten, das Virus in ihre Familien und an Bekannten weitergeben könnten. «Es betrifft also die gesamte Gesellschaft.» Zudem könne derzeit niemand die Frage beantworten, was eine Infektion mit den Kindern in 20 oder 30 Jahren mache. «Die Kinder müssen, wenn sie einmal mit Covid infiziert waren - und es gibt Long Covid - damit 60, 70 Jahre leben.»

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Madeleine Henfling, sagte, sie fände eine Testpflicht an Schulen sinnvoll. Allerdings dürfe diese nicht zu Lasten der Kinder und Jugendlichen gehen, indem man sie etwa vom Unterricht in der Schule ausschließt, wenn sie sich nicht testen lassen wollen. «Ich finde die Pflicht-Frage gar nicht so entscheidend, weil ich wahrnehme, dass, wenn das Angebot da ist, die meisten das auch wahrnehmen.»

 

Rabe: Lockerung der Maskenpflicht für Grundschüler vorstellbar

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) hält unter bestimmten Bedingungen weniger strenge Corona-Regeln an Grundschulen für möglich. «Wenn die Infektionszahlen sich weiter positiv entwickeln, kann ich mir eine Lockerung der Maskenpflicht für Grundschüler im November durchaus vorstellen», sagte er dem «Hamburger Abendblatt». Zunächst jedoch sollen die bisherigen Regeln noch bestehen bleiben. «Nach den Herbstferien gilt an Hamburgs Schulen zunächst weiterhin für alle die Maskenpflicht, um das bekannte Infektionsrisiko durch die vielen Urlaubsrückkehrer aus dem Ausland zu verringern. Weiterhin gilt: lieber eine Sicherheitsmaßnahme mehr als neue Schulschließungsdebatten.»

Die CDU setzt sich schon länger für ein Ende der Maskenpflicht in den Hamburger Schulen ein. Sofern die Corona-Infektionszahlen auch zwei Wochen nach Ende der Herbstferien noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau seien, solle die Maskenpflicht im Unterricht zum
1. November fallen, hieß es Anfang Oktober in einem entsprechenden Antrag der Fraktion für die Bürgerschaft.

08.10.2021

Kultusminister wollen Schulen weiter offenhalten

Potsdam (dpa) - Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder setzen sich weiterhin dafür ein, dass es in der Corona-Pandemie nicht zu erneuten Schulschließungen kommt. Es sei «unerlässlich, die Schulen offen zu halten und den Präsenzunterricht dauerhaft zu sichern», heißt es in einem Beschluss, den die Minister am Freitag nach Beratungen in Potsdam fassten. Sie bekräftigen damit im Wesentlichen ihre bereits im Juni und August formulierten Beschlüsse für einen «Schulischen Regelbetrieb im Schuljahr 2021/2022».

Im aktuellen Schuljahr sei es gelungen, trotz Pandemie und Delta-Variante durchweg in allen Ländern vollständigen und kontinuierlichen Präsenzunterricht sicherzustellen. Das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung, Freizeitgestaltung und Zusammenkünfte sei weitestgehend ohne Einschränkungen gesichert.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) sprach sich zudem für eine zurückhaltende Quarantäne-Politik durch die Gesundheitsämter aus: Auch bei einer weitgehenden Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen sollten Quarantäneanordnungen «im Interesse eines verlässlichen Präsenzunterrichts» auf tatsächlich infizierte Personen beziehungsweise enge Kontaktpersonen eingegrenzt werden.

Ob, wann und wo an Schulen weiter Masken getragen werden müssen, regeln die Länder grundsätzlich selbst. Das gilt auch für Tests. Entsprechend offen formuliert wird im Beschluss der Minister: «Um die gewonnene Sicherheit für den Schulbetrieb zu erhalten, können die regelmäßigen Testungen für Schülerinnen und Schüler bis auf Weiteres fortgeführt werden.» Sie appellieren gleichzeitig an Erwachsene, sich impfen zu lassen, und empfehlen das Schülern ab zwölf Jahren.

Studie: Corona-Lockdown macht Kinder psychisch krank

Berlin (dpa) - Die Politik der Corona-Lockdowns hat einer aktuellen Studie zufolge weltweit zu deutlich mehr Erkrankungen bei Kindern geführt. Das berichtete die Hilfsorganisation Save the Children am Freitag unter Berufung auf Daten des «Oxford Covid-19 Government Response Trackers». Zugenommen hätten Fälle von Depressionen, Angstzuständen, Einsamkeit und sogar Selbstgefährdung. Berücksichtigt wurden die Umfrageergebnisse von mehr als 13 000 Kindern in 46 Ländern.

83 Prozent der Kinder berichteten den Angaben zufolge über einen Anstieg von negativen Gefühlen aufgrund der Pandemie. Diese Gefühle zeigten sich bei der Mehrheit der Kinder (96 Prozent) weitaus stärker, nachdem Schulen bereits über 17 Wochen geschlossen waren. In den Industrieländern blieben bis zu 50 Prozent der psychischen Erkrankungen unbehandelt, in den Entwicklungsländern seien es sogar zwischen 76 Prozent und 85 Prozent.

Marie Dahl, Leiterin des Bereichs psychische Gesundheit von Save the Children, sagte, die Corona-Maßnahmen seien wichtig, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Aber soziale Isolation könne bei Kindern Angst und Depressionen hervorrufen. «Wird hier nicht reagiert, kann es zu Langzeitfolgen kommen - selbst wenn die Beschränkungen aufgehoben werden.»

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 hätten Kinder im Durchschnitt an 184 Tagen unter gesetzlichen Schließungen oder Einschränkungen gelebt, hieß es weiter. In einkommensstarken Ländern wie Kanada mussten einige Kinder insgesamt 13 Monate (402 Tage) lang zu Hause zu bleiben, wie es weiter hieß. In Europa waren es im Durchschnitt neun Monate. In Indien verbrachten Kinder mindestens 100 Tage zu Hause.

Aber auch die Unregelmäßigkeit des Online-Unterrichts habe gestörte Routinen zur Folge, wie Save the Children anlässlich des Welttages für psychische Gesundheit am Sonntag berichtete. Das wirke sich auch auf soziale Interaktionen und ihren Schlaf und somit das Wohlbefinden der Kinder aus. Alle Regierungen seien aufgefordert, der psychischen Gesundheit und dem geregelten Lernen von Kindern während und nach der Covid-19-Pandemie Priorität einzuräumen und in sie zu investieren.

RKI-Daten: So steht es um die Corona-Lage an Schulen und Kitas

In der Pandemie blieben Schulen und Kitas oft geschlossen. Viele Kinder ohne Impfschutz und die ansteckende Delta-Variante des Coronavirus - wie läuft das nach Ende der Sommerferien?

Berlin (dpa) - Seit August hat es nach Beobachtung des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder vermehrt Corona-Ausbrüche an Kitas und vor allem an Schulen gegeben. Die übermittelte Häufigkeit von Ausbrüchen steige in diesem Jahr etwa zwei Monate früher an als im Vorjahr, geht aus dem Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend hervor. Demnach wurden für die vergangenen vier Wochen 201 Kita- und 481 Schulausbrüche übermittelt. Die jüngste Entwicklung, insbesondere der vergangenen zwei Wochen, lasse sich noch nicht gut bewerten, hieß es vor dem Hintergrund möglicher Nachmeldungen.

«Beim ansteigenden Trend der Ausbruchshäufigkeit in Kitas und Schulen spielen vermutlich die ausgeweiteten Testaktivitäten und die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante eine Rolle», erläutern die Autoren zu den Zahlen. Fälle, darunter auch solche ohne Krankheitssymptome, würden frühzeitig erkannt.

An Kitas steckten sich durchschnittlich fünf Menschen pro Ausbruch an, an Schulen vier. Vereinzelt gebe es aber an beiden Arten von Einrichtungen größere Ausbrüche mit mehr als zehn Ansteckungen. Ab zwei Infizierten an einer Einrichtung wird dies als Ausbruch definiert.

Bei den Schulausbrüchen würden überwiegend Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 14 Jahren bekannt, hieß es. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche bei den 10- bis 14-Jährigen am höchsten von allen Altersgruppen: mit 178 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Bei Kindern im Grundschulalter (5 bis 9 Jahre) lag der Wert bei 142. Bei Menschen ab 50 Jahren waren die Inzidenzen niedriger als 50.

RKI-Chef Lothar Wieler hatte am Mittwoch in Berlin bekräftigt, dass nach RKI-Empfehlung die Maßnahmen zum Infektionsschutz an Kitas und Schulen - ebenso wie in Alten- und Pflegeheimen - bis zum Frühjahr 2022 aufrechterhalten werden sollten. Wieler sagte: «Wir wollen, dass Kitas und Schulen auf bleiben, aber bitte unter Beibehaltung von Schutzmaßnahmen.» Mehrere Bundesländer hatten zuletzt die Maskenpflicht an Schulen aufgehoben.

Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen in Deutschland gibt das RKI im Bericht für vergangene Woche mit 52 an. Das Institut spricht von einem deutlichen Rückgang solcher Ausbrüche insbesondere wegen Impfungen und Hygienemaßnahmen.

Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Covid-19-Impfstoff. In dieser Gruppe sind schwere Verläufe zwar viel seltener als bei älteren Menschen. Wieler wies aber zum Beispiel auf das mögliche Risiko von Langzeitfolgen der Infektion hin. Es liege in der Verantwortung aller Bürgerinnen und Bürger, diese Gruppe zu schützen, sagte Wieler. «Dazu gehört auch, dass alle, die es können, die mit den Kindern umgehen, sich impfen lassen gegen Covid-19 und auch die anderen Maßnahmen einhalten.»

07.10.2021

Ukraine ordnet Corona-Impfung für Lehrer und Staatsangestellte an

Kiew (dpa) - Wegen steigender Corona-Zahlen hat das ukrainische Gesundheitsministerium eine Impfpflicht für viele Staatsbedienstete angeordnet. Auf der Liste stehen vor allem Lehrer aller Schularten, Erzieher und Verwaltungsangestellte, wie das Ministerium am Donnerstag in Kiew mitteilte. Diese Berufsgruppen haben demnach einen Monat Zeit, um sich gegen Corona impfen zu lassen. Ungeimpfte sollen danach ohne Gehaltsfortzahlung vom Dienst freigestellt werden.

Aktuell werden in der Ukraine wieder täglich hohe Infektionszahlen registriert. Am Donnerstag wurden 15 125 neue Fälle gemeldet. 314 Menschen starben mit Covid-19. Mehrere Gebiete des Landes bereiten sich auf eine Verschärfung der geltenden Quarantäne-Maßnahmen vor. Ausnahmen sollen dabei für Geimpfte gelten. Jedoch sind bisher nur etwa 15 Prozent der rund 40 Millionen Einwohner immunisiert. Mehr als die Hälfte der Ukrainer will sich Umfragen nach nicht impfen lassen.

RKI: Corona-Ausbrüche an Schulen häufen sich früher als 2020

Berlin (dpa) - Seit August hat es nach Beobachtung des Robert Koch-Instituts (RKI) vermehrt Corona-Ausbrüche an Kitas und vor allem an Schulen gegeben. Die übermittelte Häufigkeit steige in diesem Jahr etwa zwei Monate früher an als im Vorjahr, geht aus dem Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend hervor. Demnach wurden der Behörde für die vergangenen vier Wochen 201 Kita- und 481 Schulausbrüche gemeldet. Die jüngste Entwicklung insbesondere der vergangenen zwei Wochen lasse sich aber noch nicht gut bewerten, hieß es vor dem Hintergrund möglicher Nachmeldungen.

«Beim ansteigenden Trend der Ausbruchshäufigkeit in Kitas und Schulen spielen vermutlich die ausgeweiteten Testaktivitäten und die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante eine Rolle», erläutern die Autoren des Berichts. Fälle, darunter auch solche ohne Krankheitssymptome, würden frühzeitig erkannt.

RKI-Chef Lothar Wieler hatte am Mittwoch in Berlin bekräftigt, dass nach RKI-Empfehlung die Maßnahmen zum Infektionsschutz an Kitas und Schulen - ebenso wie in Alten- und Pflegeheimen - bis zum Frühjahr 2022 aufrechterhalten werden sollten. Er sagte: «Wir wollen, dass Kitas und Schulen auf bleiben, aber bitte unter Beibehaltung von Schutzmaßnahmen.» Mehrere Bundesländer hatten zuletzt die Maskenpflicht an Schulen aufgehoben.

Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen in Deutschland gibt das RKI im Bericht für vergangene Woche mit 52 an. Das Institut spricht von einem deutlichen Rückgang solcher Ausbrüche insbesondere wegen Impfungen und Hygienemaßnahmen.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Maskenpflicht im Unterricht

Berlin (dpa) - Die Mehrheit der Bürger ist einer Umfrage zufolge für die Abschaffung der Maskenpflicht im Klassenzimmer. 57 Prozent sind der Meinung, dass die Maskenpflicht im Unterricht abgeschafft werden sollte, wie eine Befragung von Infratest-dimap für den ARD-Deutschlandtrend ergab. Bei den Eltern mit schulpflichtigen Kindern sind es sogar 71 Prozent. Lediglich 37 Prozent sind für eine Beibehaltung der Maskenpflicht an Schulen - und nur 27 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder.

In Berlin müssen jüngere Schüler bis zur sechsten Klasse seit Montag im Unterricht keine Maske mehr tragen, in Bayern entfiel die Tragepflicht im Klassenzimmer zum Wochenbeginn für alle Schüler. Solche oder ähnliche Regelungen gelten auch in anderen Bundesländern oder sind dort in Planung.

Die Sorgen der Bürger vor einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen ist der Umfrage zufolge im Vergleich zum Sommer kleiner geworfen. Aktuell treibt diese Sorge 42 Prozent um – im Juli gab noch eine Mehrheit von 62 Prozent an, sehr große oder große Sorgen zu haben, dass die Infektionen wieder steigen könnten. Wie zu Beginn des Sommers bezeichnen sechs von zehn Befragten (60 Prozent) die bestehenden Corona-Maßnahmen grundsätzlich als angemessen.

Verschärfung der Corona-Regeln in Hessens Schulen nach Herbstferien

Die Sorge vor steigenden Corona-Zahlen nach den Herbstferien ist groß. Zwei Präventionswochen in den Schulen mit mehr Tests und Maskenpflicht sollen dazu beitragen, dass es beim Unterricht in den Klassenzimmern bleiben kann.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessen verschärft in den ersten zwei Wochen nach den Herbstferien die Corona-Regeln in den Schulen im Land. Vom 25. Oktober bis 5. November müssen die Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht am Platz eine Maske tragen und zudem öfter zum verpflichtenden Corona-Test gehen, wie das Kultusministerium am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

«Wir wollen, dass auch nach den Herbstferien so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich jeden Tag in die Schule gehen können», erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) die zwei Präventionswochen. Damit solle vor allem die Infektionsgefahr durch Reiserückkehrer minimiert und der Infektionsschutz an den Schulen auch in den Herbst- und Wintermonaten aufrechterhalten werden.

Neben der Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske im Unterricht am Platz müssen alle nicht geimpften Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme am Präsenzunterricht drei- statt zweimal pro Woche einen negativen Testnachweis erbringen. Dieser könne weiterhin kostenfrei in der Schule erbracht werden und werde im Testheft vermerkt, teilte Lorz mit. Alternativ könne der Testnachweis auch über eines der Testzentren erfolgen. Der Nachweis darf zu Beginn des Schultags höchstens 72 Stunden alt sein.

Das Kultusministerium hatte bereits für die Zeit nach den Sommerferien zwei Präventionswochen mit diesen Maßnahmen angeordnet. Nach Einschätzung von Lorz hat dieses Vorgehen besonders mit dazu beigetragen, dass es im laufenden Schuljahr bislang durchgehend Präsenzunterricht an den hessischen Schulen gibt.

Die regelmäßige Dokumentation der Schülertests im Testheft, die auch als Negativnachweis in der Freizeit etwa im Kino oder Restaurant gilt, bleibt nach Angaben des Ministers auch in den Ferien gültig. Voraussetzung dafür sei, dass in der Woche vor den Ferien die zwei notwendigen Tests im Heft dokumentiert sind. Sollte das Testheft bei Vorlage während der Ferien nicht akzeptiert werden, könnten die Kinder ein entsprechendes Schreiben des Kultusministeriums als Bestätigung vorlegen. Das Schreiben erhielten die Eltern noch vor den Ferien über die Schulen.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) riefen derweil zum Start der Herbstferien eindringlich dazu auf, auch im Urlaub die Corona-Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten und sich impfen zu lassen. Auch das Testen bleibe gerade in und nach Urlauben in den Herbstferien wichtig. «Wir wissen, dass es an Urlaubsorten auch zu größerem Publikumsverkehr kommt, beispielsweise auf Märkten oder in belebten Innenstädten.» Daher sei es wichtig, dass sich die Menschen an die Abstands- und Hygieneregeln halten und immer dort, wo viel los ist, eine Maske tragen.

Mehr Corona-Tests und strengere Maskenpflicht nach Herbstferien

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens Schüler müssen nach den Herbstferien öfter zum Corona-Test und auch im Unterricht am Platz eine Maske tragen. Diese verschärften Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus gelten vom 25. Oktober bis 5. November, wie das Kultusministerium am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

«Wir wollen, dass auch nach den Herbstferien so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich jeden Tag in die Schule gehen können», erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) die zwei Präventionswochen. Damit solle vor allem die Infektionsgefahr durch Reiserückkehrer minimiert und der Infektionsschutz an den Schulen auch in den Herbst- und Wintermonaten aufrechterhalten werden.

Neben der Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske im Unterricht am Platz müssen alle nicht geimpften Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme am Präsenzunterricht drei- statt zweimal pro Woche einen negativen Testnachweis erbringen. Dieser könne weiterhin kostenfrei in der Schule erbracht werden und werde im Testheft vermerkt, teilte Lorz mit. Alternativ könne der Testnachweis auch über eines der Testzentren erfolgen. Der Nachweis darf zu Beginn des Schultags höchstens 72 Stunden alt sein.

06.10.2021

Kultusminister beraten über Corona und Schulen

Berlin/Potsdam (dpa) - Die Kultusministerinnen und -minister der Länder beraten am Donnerstag und Freitag unter anderem über das weitere Vorgehen an den Schulen in der Corona-Pandemie. Bundesweit bindende Beschlüsse sind bei dem Treffen in Potsdam nicht zu erwarten, da die Bundesländer über Maßnahmen an ihren Schulen selbst entscheiden. So ist beispielsweise unterschiedlich - auch abhängig von regionalen Corona-Zahlen - geregelt, wann und wo Schülerinnen und Schüler Masken tragen müssen und wie oft sie getestet werden.

Einig war sich die Kultusministerkonferenz schon im Sommer, dass es in diesem Schuljahr nicht wieder zu Ausfällen wie im vergangenen kommen soll. Kontinuierlichem Präsenzunterricht müsse in der Gesellschaft höchste Priorität eingeräumt werden. Über die Ergebnisse der Beratungen will die derzeitige KMK-Präsidentin und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst am Freitag bei einer Pressekonferenz informieren.

Maskenpflicht an Schulen soll ab 2. November entfallen

Müssen Schüler im Unterricht weiter die Maske tragen? In einer Reihe von Bundesländern ist die Maskenpflicht an Schulen bereits gelockert. Das NRW-Schulministerium stellt das für Anfang November in Aussicht. Die Ankündigung wird von verschiedenen Seiten kritisch gesehen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Landesregierung hat eine Lockerung der Maskenpflicht an den Schulen in Nordrhein-Westfalen ab dem 2. November in Aussicht gestellt. Unter Berücksichtigung des weiteren Infektionsgeschehens sei es die Absicht der Landesregierung, die Maskenpflicht im Unterricht auf den Sitzplätzen mit Beginn der zweiten Woche nach den Herbstferien abzuschaffen, heißt es in einer am Mittwoch versendeten Schulmail des NRW-Schulministeriums. Eine Maskenpflicht bestehe dann nur noch im übrigen Schulgebäude. Im Außenbereich gebe es bereits heute keine Maskenpflicht mehr.

«Unsere Schülerinnen und Schüler haben in den vergangenen Monaten der Pandemie viele Einschränkungen hinnehmen müssen», erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einer Mitteilung. Sie hätten das auf eine bewundernswerte Art und Weise und mit einer großen Verantwortungsbereitschaft getan. «Wir sind es ihnen schuldig, dass wir unsere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie kontinuierlich überprüfen und nicht länger aufrechterhalten als unbedingt erforderlich», betonte Gebauer. Sie appellierte an die Erwachsenen, sich impfen zu lassen und so auch die Kinder zu schützen.

Am ersten Schultag nach den Herbstferien (25. Oktober) sollen zum Unterrichtsbeginn alle Schülerinnen und Schüler getestet werden, die nicht immunisiert sind. Es sei denn, sie können einen sogenannten Bürgertest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Dies gelte auch für die Lehrkräfte und sonstiges schulisches Personal, heißt es in der Mail. Ab dem zweiten Schultag würden dann die in den Schulen üblichen Tests bis zu den Weihnachtsferien fortgeführt. Das gelte für die Corona-Selbsttests (dreimal pro Woche) an den weiterführenden Schulen wie für die PCR-Pooltests (zweimal pro Woche) an den Grund- und Förderschulen.

Die Landeselternschaft der Gymnasien in NRW begrüßte die Ankündigung. «Eine gute Entscheidung mit Bedacht, denn die Kinder werden durch die Situation belastet», erklärte der Verband. Wer die Maske freiwillig weiter tragen möchte, könne das auch tun. Die Lockerung sei eventuell nicht risikolos. «Aber wenn Millionen von Schülern über Stunden jeden Schultag, über Wochen und Monate hinweg im Klassenzimmer kein Lächeln von dem sympathischen Lehrer oder der netten Sitznachbarin erhalten können, entsteht möglicherweise ein ganz anderes Risiko», hieß es.

Die Gewerkschaft GEW übte heftige Kritik an der Landesregierung. «Das ist ein Ritt auf der Rasierklinge», sagte die Landesvorsitzende Ayla Çelik der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag). Man müsse über hellseherische Fähigkeiten verfügen, um ein Ende der Maskenpflicht heute schon für November zu beschließen.

Nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung NRW ist es richtig, nach den Herbstferien zunächst vorsichtig zu starten. «Denn es gilt, Quarantäne zu vermeiden und den Unterrichtsbetrieb zu gewährleisten», sagte Landeschef Stefan Behlau. Der Verband Lehrer NRW bewertete die Ankündigung der Landesregierung hingegen als eine riskante Entscheidung. «Klar ist: Alle am Schulleben Beteiligten wünschen sich eine schulische Normalität ohne Maske – allerdings ist der Zeitpunkt 2. November zu früh», erklärte der Vorsitzende Sven Christoffer.

Die SPD-Landtagsfraktion warnte die Landesregierung davor, falsche Erwartungen zu wecken. «Wir wissen aus dem vergangenen Jahr, welche Risiken der Herbst mit sich bringen kann», sagte Fraktionsvize Jochen Ott. Es sei richtig, die Auswirkungen der Herbstferien abzuwarten und die Maskenpflicht nicht bereits jetzt abzuschaffen. Die Entscheidung sei mit der Schulmail jedoch vorweggenommen worden. Damit wecke die Regierung Erwartungen, für die sie noch keine Grundlage habe.

Die Zahl der Corona-Infektionen bei Schülern ist nach Angaben des Ministeriums weiter gesunken. In der vergangenen Woche hätten die Schulen 3925 bestätigte Corona-Infektionen bei Schülern gemeldet. Das seien 0,2 Prozent aller Schüler in den Schulen, die sich an der Umfrage beteiligten. Eine Woche zuvor waren es 4780 (0,25 Prozent) und vier Wochen zuvor sogar 9330 bestätigte Fälle (0,5 Prozent).

Mehr als 90 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in NRW sind nach Daten des Schulministeriums vollständig gegen Corona geimpft. Der Anteil der Lehrkräfte mit vollständigem Impfschutz lag in der vergangenen Woche bei 90,9 Prozent, wie aus der Übersicht zur wöchentlichen Schulabfrage hervorgeht. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung von NRW sind 68,3 Prozent vollständig geimpft, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Robert Koch-Institutes hervorgeht.

In einer Reihe von Bundesländern ist die Maskenpflicht an Schulen bereits gelockert. So traten Anfang vergangener Woche in Bayern und Berlin Lockerungen in Kraft, auch in anderen Bundesländern werden Neuregelungen erwogen. Sie fallen aber nicht einheitlich aus. In Berlin müssen jüngere Schüler bis zur sechsten Klasse seit Montag im Unterricht keine Maske mehr tragen, in Bayern entfiel die Tragepflicht im Klassenzimmer für alle Schüler. Im Saarland müssen Schüler in der Schule überhaupt keine Maske mehr tragen.

05.10.2021

Deutlich mehr Schüler fehlen in England wegen Corona im Unterricht

London (dpa) - In englischen Schulen breitet sich das Coronavirus offensichtlich wieder stärker aus. Wie das Bildungsministerium in London am Dienstag mitteilte, verpassten am vergangenen Donnerstag (30. September) mehr als 200 000 Kinder aus Corona-Gründen den Unterricht. Das sind etwa 2,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler im größten britischen Landesteil. Am 16. September fehlten laut Ministerium etwa 122 000 Kinder und Jugendliche (1,5 Prozent) im Unterricht.

Abwesend waren nun allein 102 000 Schülerinnen und Schüler wegen einer bestätigten Corona-Infektion und 84 100 mit einer vermuteten - jeweils fast doppelt so viele wie zwei Wochen zuvor. Tausende verpasst zudem wegen coronabedingter Schulschließungen den Unterricht.

Schulleiter berichteten von einem «hohen Ausmaß an Störungen», weil die neuen Corona-Regeln zur Selbstisolation zur Ausbreitung des Virus in Schulen beitrügen. Seit dem Beginn des Schuljahres müssen sich Schülerinnen und Schüler nur noch isolieren, wenn sie selbst positiv getest werden und nicht mehr nach Kontakt mit Infizierten. «Wir wissen von Schulen, an denen zehn Prozent und mehr der Schüler fehlen und auch Lehrer und Angestellte wegen des Virus nicht zur Arbeit kommen», sagte Geoff Barton, Generalsekretär des Schulleiterverbands Association of School and College Leaders.

Bildungsminister Nadhim Zahawi betonte hingegen, die Regierung halte an den Maßgaben fest. Mittlerweile dürfen auch 12- bis 15-Jährige gegen das Coronavirus geimpft werden.

Corona-Pandemie hat «Brennglaseffekt» bei psychischer Gesundheit

Die einen futtern nur noch Chips oder legen das Smartphone nicht mehr aus der Hand. Die anderen hören auf zu essen und ziehen sich zurück. In der Corona-Pandemie leiden Kinder und Jugendliche auch psychisch. Was tun?

Frankfurt/Wiesbaden (dpa/lhe) - Daniel Schröder, Regionalleiter des Kinderprojektes «Die Arche» in Frankfurt, hat nach dem Corona-Lockdown Kinder gesehen, die «kiloweise zugenommen» haben: ohne den Sportunterricht an der Schule, oft in kleinen und beengten Wohnungen lebend, mit Eltern, die hofften, dass es schon wieder rund ginge und nicht oder zu spät einschritten. «Es gab Kinder, die haben nur noch Chips gegessen und waren 16 Stunden online», sagte er am Dienstag beim «Runden Tisch» der Landesärztekammer Hessen.

Es ging um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche - nicht nur die körperlichen durch Bewegungsmangel, sondern vor allem um die seelischen Folgen. Dass es mehr psychische Auffälligkeiten und Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen während der Pandemie gab, war in den vergangenen Monaten Thema gleich mehrerer Studien. Am Dienstag in Frankfurt kam immer wieder der «Brennglaseffekt» von Corona zur Sprache.

«Wir stellen häufig fest, dass Symptome stärker ausgeprägt sind als vor Corona», sagte die Kinder- und Jugendpsychiaterin Martina Pitzer, Direktorin einer Fachklinik in Eltville. So habe es eine deutliche Zunahme von Essstörungen gegeben mit untergewichtigen jungen Patienten, die in die Klinik gekommen seien. Auch sehe sie eine Zunahme vor allem bei Patientinnen mit ausgeprägter Depression bis hin zu Gedanken an einen Suizid oder Versuchen, sich das Leben zu nehmen.

Das Risiko von Kindern und Jugendlichen, während der Corona-Pandemie psychisch zu erkranken, hängt nach Ansicht der Experten auch stark mit der jeweiligen Lebenssituation zusammen. Wer in beengten Verhältnissen ohne Balkon oder Garten lebe, habe weniger Möglichkeiten, etwa durch Bewegung ein positives Erlebnis zu haben, als Kinder, die buchstäblich Raum zur Entfaltung haben, hieß es.

Eltern sollten darauf achten, ob ihre Kinder Anzeichen eines sozialen Rückzugs zeigten, empfahl der Kinder- und Jugendarzt Karlheinz Dieter Moebus. Er habe einen deutlichen Anstieg von Kindern mit psychosomatischen Beschwerden festgestellt, von Kindern, die unter Schmerzen leiden, für die keine organische Ursache erkennbar sei. Manche Kinder und Jugendliche seien niedergeschlagen, andere zeigten ein «unangepasstes Sozialverhalten».

Wenn Kinder morgens gar nicht mehr aus dem Bett kämen oder nur noch online Freundschaften schließen, könne dies ein Warnsignal sein, so Moebus. Noch ungewiss seien die Auswirkungen auf ganz junge Kinder, die in die Pandemie hineingeboren wurden und außerhalb der Familie kaum einen Erwachsenen ohne Mund-Nase-Maske zu Gesicht bekommen hätten.

Hilfsangebote dürften nicht kurzfristig angelegt sein und müssten deutlich über die Zeit der Pandemie hinausgehen, waren sich die Experten am «Runden Tisch» einig. Doch genau hier zeige sich ein schon lange bestehendes Problem. «Es fehlen Stellen, und es fehlen Fachkräfte», sagte Moebus.

«Unsere Schulen müssten besser ausgestattet sein, es braucht mehr Personal, um Auffälligkeiten festzustellen» sagte auch Schröder. Es fehle an Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen. Gerade an Schulen in sozialen Brennpunkten seien sie aber dringend nötig, um Probleme frühzeitig zu erkennen und Hilfsangebote machen zu können. Die Frankfurter Arche habe den Kontakt zu den Kindern und den etwa 300 Familien, mit denen sie arbeite, zwar auch im Lockdown nicht abreißen lassen. Dieser habe jedoch gerade bei Kindern aus sozial schwachen Familien ohne Deutsch als Muttersprache im Grundschulalter schwere Folgen gehabt. «Es gab Kinder, die die Grundrechenarten und Sprachfertigkeit verlernt haben. Da muss man im Grunde bei Null anfangen.»

04.10.2021

Landesmittel zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur an Schulen

Wiesbaden (dpa/lhe) - Um die digitale Infrastruktur der Schulen sowie deren Ausstattung zu verbessern, hat das Land Hessen nach Angaben des Hessischen Kultusministeriums die Bundesmittel des Digitalpakts um 129 Millionen Euro von 371 Millionen auf 500 Millionen Euro aufgestockt. Auch die Bundesmittel der drei Zusatzprogramme zur Ausstattung von Lehrkräften und bedürftigen Schülerinnen und Schülern mit mobilen Endgeräten sowie zum Ausbau der IT-Administration seien jeweils um 13 Millionen Euro von 37 Millionen auf 50 Millionen Euro mit Landesmitteln erweitert worden. Hinzu kommen dem Ministerium zufolge 3,7 Millionen Euro für Betrieb und Ausbau der landesweiten pädagogischen Online-Plattform «Schulportal Hessen», 4 Millionen Euro für die Einrichtung eines landesweiten Videokonferenzsystems sowie 1 Million Euro für unterstützende medienpädagogische Maßnahmen und schulische Projekte.

Kinderärzte bekräftigen Ablehnung von Maskenpflicht an Schulen

Berlin (dpa) - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat seine Forderung nach einem Ende der Maskenpflicht an Schulen bekräftigt. Dafür sei jetzt der richtige Zeitpunkt, sagte der Verbandssprecher, der Berliner Kinderarzt Jakob Maske, am Montag im Deutschlandfunk. Kinder und Jugendliche hätten genug gelitten, zurückgesteckt und Rücksicht auf ältere Altersgruppen genommen. «Jetzt ist endlich wieder Zeit, normalen Unterricht zu machen, normal durch Mund und Nase atmen zu können, ohne dass hier eine Beschränkung durch die Maske da ist.» Die Virologin Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hatte die Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen mit Verweis auf die hohe Anzahl Nicht-Geimpfter, darunter Kinder, «verfrüht» genannt. In mehreren Bundesländern wurden Maskenregeln für Schüler inzwischen gelockert. Natürlich würden sich Viren dadurch wieder schneller verbreiten, sagte Maske. «Aber wir sind wenig besorgt, weil Kinder sehr, sehr, sehr selten wirklich schwer erkranken.» Sie sollten aber weiter durch Impfungen des Schulpersonals und der Lehrer geschützt werden. «Wann wollen wir denn zur Normalität zurückkehren? Wollen wir jetzt immer Maske tragen?», fragte der Kinderarzt. Infektionen gebe es immer. Corona sei für diese Altersgruppe relativ harmlos. «Wir wollen das nicht herunterspielen, es gibt einzelne schwere Verläufe, gar keine Frage, aber es ist ein im Moment für Kinder harmloser Infekt.»/p>

Kommunen warnen vor genereller Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen

Berlin (dpa) - Der Städte- und Gemeindebund hat vor einer vorschnellen Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen gewarnt. Schülerinnen und Schüler seien eine besonders gefährdete Gruppe, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Sie könnten zum großen Teil noch nicht geimpft werden und müssten über viele Stunden auf vergleichsweise engem Raum täglich am Unterricht teilnehmen. «Deswegen ist es weiterhin wichtig, dass Schülerinnen und Schüler regelmäßig getestet werden und insbesondere in Gebieten, wo die Inzidenzzahlen vergleichsweise hoch sind, auch an der Maskenpflicht festgehalten wird.»

Zwei Bundesländer lockern an diesem Montag die Maskenpflicht an Schulen. In Berlin ist die Pflicht zum Masketragen im Unterricht bis zur sechsten Klasse fortan aufgehoben, in Bayern müssen im Unterricht nun generell keine Masken mehr getragen werden. Im Saarland gilt das Ende der Maskenpflicht an Schulen bereits seit Freitag, in Baden-Württemberg und Sachsen wird es erwogen. Die Frage der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch Covid-19 wird schon seit langem kontrovers diskutiert.

01.10.2021

Länder lockern Corona-Regeln - Debatte über Masken an Schulen

Die Corona-Regeln an Schulen gehören seit Beginn der Pandemie zu den am meisten diskutierten Maßnahmen. Nun fallen in mehreren Bundesländern weitere Einschränkungen im Alltag und auch Maskenvorgaben an Schulen. Das sorgt für Diskussionen.

Berlin (dpa) - In weiteren Bundesländern treten zum Wochenende Corona-Lockerungen in Kraft. Tanzen in Clubs ohne Abstand und Maske ist in Bayern oder dem Saarland wieder möglich, für Menschen die geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen dürfen wieder mehr Zuschauer zu Konzerten oder ins Fußballstadion. Hintergrund sind neue Corona-Verordnungen in den Ländern. Parallel dazu werden auch Maskenregeln an Schulen gelockert. Das stößt auf Zustimmung aber auch auf Kritik.

Der Deutsche Lehrerverband zeigte sich skeptisch. Präsident Heinz-Peter Meidinger nannte den Schritt «zu früh». Der Verzicht auf Masken, Tests und die «zu starke Reduzierung» von Quarantänemaßnahmen erhöhe die Gefahr, dass die Schule zur Black Box werde, was eine Kontrolle von Infektionen nicht mehr zulasse, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Maike Finnern, sagte dem RND, eine Maskenpflicht bleibe als «Teil des Maßnahmenbündels abhängig vom Infektionsgeschehen sinnvoll».

Die Bildungsgewerkschaft VBE rief ebenfalls zur Vorsicht auf. «Jedes kurze Aufatmen ob leicht sinkender Zahlen wird genutzt, um Schutzmaßnahmen in den Wind zu schießen», kritisierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. «Bei schwächelnder Impfquote in der Gesamtgesellschaft und fehlender technischer Unterstützung für das Lüften kann das Maskentragen einen wirkungsvollen Schutzmechanismus anbieten, der nicht bedenkenlos abgeschafft werden sollte», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

In Bayern beispielsweise soll die Maskenpflicht ab nächster Woche im Unterricht wegfallen. Auch in Baden-Württemberg und Sachsen wird ein solcher Schritt für die nächste Zeit erwogen. Im Saarland muss seit Freitag generell keine Maske mehr in der Schule getragen werden. An Berliner Schulen wird sie bis zur sechsten Klasse aufgehoben. In Brandenburg ist das bereits der Fall.

Für die Jüngsten ist das aus Sicht von Edgar Bohn, dem Vorsitzenden des Grundschulverbandes aus pädagogischer Sicht sinnvoll. «Das Kennenlernen unserer Erstklässler mit Maske ist schwierig. Wenn Kinder nur die Augen sehen, fehlen viele Ausdrucksmöglichkeiten», sagte der ehemalige Grundschulleiter der dpa. Es gehe auch um den Erwerb der wichtigen sozialpsychologischen Fähigkeit, aus der Mimik von Mitschülern Rückschlüsse zu ziehen, wie es diesen gehe, sagte Bohn.

Zudem gestalte sich der Erwerb der Schriftsprache mit Maske schwierig, «weil man dort auf Mund- und Zungenstellung achten muss und darauf, wie der Laut gebildet wird, der dann auch in einem Wort beim Lesen erkannt werden muss.» Bohn betonte aber auch, dass weiterhin die Infektionslage zum Beispiel durch Tests beobachtet werden müsse. «Das Weglassen der Maskenpflicht muss mit der Absicherung passieren, dass bei sich verschlechternder Infektionslage schnell entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.»

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte vor einer Corona-Welle im Herbst und Winter. «Immer noch sind 30 Prozent der Unter-60-Jährigen nicht geimpft. Wir unterschätzen diese enorme Zahl. Sie ist zu hoch, um einen Anstieg der Infektionszahlen zu verhindern», sagte er dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Freitag). Auch das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet nach einem Rückgang der Zahlen in den vergangenen Wochen für Herbst und Winter wieder einen Anstieg, wie es in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend schreibt.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, man sei in einer etwas besseren Situation als vor einigen Wochen, «aber wir haben keine Gewissheit, dass es so gut weitergeht und müssen deswegen natürlich vorsichtig bleiben».

Das Coronavirus geht nach den RKI-Daten besonders stark bei Kindern ab dem Vorschulalter und Jugendlichen bis 19 Jahren um. Gegen Covid-19 geimpft werden kann bisher ab einem Alter von 12 Jahren. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren sind laut RKI inzwischen 34,6 Prozent vollständig geimpft. In Deutschland insgesamt sind es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 64,6 Prozent der Bevölkerung.

Die Frage der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch Covid-19 wird kontrovers diskutiert. Befürworter strengerer Sicherheitsmaßnahmen an Schulen argumentieren damit, dass auch Kinder schwer erkranken könnten und weisen auf mögliche Langzeitfolgen («Long Covid») hin. Kinder- und Jugendmediziner hatten Anfang September dagegen in einem offenen Brief für weniger strenge Maßnahmen geworben: Es sei wissenschaftlicher Konsens, dass Kinder und Jugendliche selbst nur in seltenen Fällen schwer durch eine Corona-Infektion erkrankten und in der Regel schnell genesen würden. «Auch die unter Long-Covid diskutierten Symptome treffen Kinder selten und nicht oder kaum häufiger als Gleichaltrige, die nie eine Sars-CoV-2-Infektion durchlaufen haben.»

Weniger Schülerinnen und Schüler in Quarantäne

Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der Brandenburger Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, die wegen Corona-Fällen in Quarantäne sind, ist im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken. Mit Stand Donnerstag befanden sich nach Angaben des Bildungsministeriums zuletzt 1984 Kinder und Jugendliche in häuslicher Isolation, was einem Anteil von 0,67 Prozent entspricht. In der Vorwoche waren es 2079. Wie in der vergangenen Woche ist landesweit keine Schule wegen Corona-Fällen komplett geschlossen. Auch die Zahl der Infektionen unter den Lernenden nahm ab - von 440 auf 316, wie das Ministerium am Freitag weiter mitteilte.

Außerdem waren 57 Lehrerinnen und Lehrer in Quarantäne, ein Anteil von 0,23 Prozent aller Beschäftigten. In der Vorwoche waren hier 59 in häuslicher Isolation. Hingegen nahmen die Corona-Fälle unter Lehrkräften leicht zu - von 27 in der vergangenen Woche auf 30 in der laufenden. Derzeit lernen an 923 Schulen rund 297 700 Schülerinnen und Schüler und es gibt etwa 25 000 Lehrkräfte.

In diesem Schuljahr lernen die Schülerinnen und Schüler im vollständigem Präsenzunterricht, auch die rund 23 000 Erstklässler. Allerdings gilt wegen der Corona-Pandemie für alle Schüler und Lehrkräfte eine Masken- und regelmäßige Testpflicht.

Prien: Corona-Tests für Schüler weiterhin kostenlos

Kiel (dpa/lno) - Die Schüler in Schleswig-Holstein können in den am Montag startenden Ferien die Corona-Tests an Schulen durch Tests zu Hause und eine «qualifizierte Selbstauskunft» ersetzen. Darauf hat Bildungsministerin Karin Prien am Freitag hingewiesen. «Dadurch gelten die Kinder und Jugendlichen weiterhin als getestet und können so Kultur- und Freizeitangebote nutzen», äußerte die CDU-Politikerin. «Das heißt, dass wir bis auf weiteres ein kostenloses Testangebot vorhalten, damit Kinder und Jugendliche auch in der Freizeit an Sport, Musik und Gemeinschaftserlebnissen teilnehmen können.»

Prien bekräftigte die geplante Masken-Regelung für Schulen: Nach den Ferien werde zunächst für zwei Wochen weiterhin die Maskenpflicht in Kombination mit regelmäßigen Tests an Schulen gelten, erläuterte sie. Ab November solle bei günstiger Pandemielage die Maskenpflicht weiter gelockert werden. Details seien in der letzten Abstimmung. «Ich gehe davon aus, dass wir etwa an den Sitzplätzen auf die Masken verzichten werden, während auf den Laufwegen weiterhin die Maske getragen wird.»

Die Hygienemaßnahmen haben sich laut Prien bewährt. Nur in sehr wenigen Einzelfällen hätten Lerngruppen zu Beginn des Schuljahres in Quarantäne gehen müssen. Besonders erfolgreich sei das Impfen an Schulen gewesen. «Über 13 000 Schülerinnen und Schüler und auch deren Angehörige haben ein Impfangebot an den Schulen wahrgenommen.» Prien rief die Ungeimpften auf, die Herbstferien zum Impfen zu nutzen.

Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat verwies darauf, dass sich Kinder unter zwölf Jahren sich noch nicht impfen lassen können und Hersteller Impfstoff für Jüngere in Aussicht gestellt hätten. «Davon und von den tatsächlichen Infektionszahlen im Herbst sollte abhängig gemacht werden, ob und wie weit die Maskenpflicht ab November gelockert werden kann.» Sicherheit sollte vor Schnelligkeit gehen.

Kultusminister erwägt Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) erwägt, für die Zeit nach den Herbstferien die Maskenpflicht im Schulunterricht abzuschaffen. Während bei einer Inzidenz ab 35 im Schulgebäude eine Maske getragen werden müsste, sollte sie am Platz und im Unterricht nicht mehr nötig sein, teilte das Ministerium am Freitag mit. Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend von den Plänen berichtet. Eine Entscheidung des Kabinetts steht aber noch aus.

«Wir müssen die Abschaffung der Maskenpflicht ernsthaft diskutieren. Kaum eine Bevölkerungsgruppe muss am Tag so lange Maske tragen wie die Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen. Wir dürfen von Kindern und Jugendlichen nicht mehr abverlangen als von Erwachsenen», erklärte Piwarz. An der Testpflicht werde man aber festhalten. Nach den Herbstferien soll in der ersten Woche wieder drei Mal wöchentlich getestet werden.

Die CDU-Fraktion im Landtag begrüßte die Pläne. Masken im Unterricht seien lange Zeit notwendig gewesen, um die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen, sagte ihr Bildungsexperte Holger Gasse. «Aber die Erfahrung nach den Sommerferien hat gezeigt, dass das Test-System an den Schulen vollkommen ausreicht.» Auch andere Bundesländer gingen diesen Weg.

Nach Angaben des Kultusministeriums wurden seit vergangenem Dienstag 7 Corona-Infektionen bei Lehrerinnen und Lehrern und 18 bei Schülerinnen und Schülern registriert. Aktuell sind 873 Mädchen und Jungen in Quarantäne. Das sind 0,2 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Freistaat.

30.09.2021

Luftfilter für 26 500 Klassenzimmer gefördert oder beantragt

München (dpa/lby) - Bislang hat nur ein Teil der bayerischen Klassenzimmer Luftreiniger bekommen. Alles in allem wurden von den Schulaufwandsträgern Förderanträge für 26 500 Räume beim bayerischen Kultusministerium gestellt, wie das Kultusministerium am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dem stehen in Bayern etwa 75 000 Schulklassen gegenüber, die Zahl der Zimmer - auch Fachräume, Räume für Ganztagesangebote oder Lehrerzimmer werden von der aktuellen Förderung eingeschlossen - liegt höher.

Von den 26 500 Anträgen wurden 14 000 bereits in den beiden abgeschlossenen Förderrunden im vergangenen Herbst, Winter und Frühjahr gestellt. Der Rest der Anträge entfällt auf die aktuell laufende Runde. Diese sei «in vollem Gange», heißt es vom Kultusministerium. «Die Anzahl der gestellten Anträge erhöht sich täglich.» Wie viele Räume bereits einen Luftfilter erhalten haben, ist beim Kultusministerium nicht bekannt. Zudem verweist es darauf, dass auch Luftreinigungsanlagen ohne eine entsprechende Förderung durch den Freistaat geben könne.

29.09.2021

Zwei Wochen Maskenpflicht in Schulen nach den Herbstferien

Schwerin (dpa/mv) - Nach den Herbstferien gilt in Mecklenburg-Vorpommerns Schulen für zwei Wochen die Maskenpflicht. «Diese Regelung, die zuletzt nach den Sommerferien umgesetzt wurde, dient ausdrücklich dem gegenseitigen Schutz nach längerer unterrichtsfreier Zeit», hieß es aus dem Bildungsministerium. Die Regelung sei jedoch bereits bekannt und Teil der aktuellen Schul-Corona-Verordnung.

Weiter hieß es, dies gelte unabhängig von der risikogewichteten Einstufung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus). Ansonsten gelte die Maskenpflicht in der Schule und auf schulischen Anlagen erst ab Stufe 2 (gelb) der Corona-Ampel MV.

Daneben müssen den Angaben zufolge Erziehungsberechtigte und volljährige Schülerinnen und Schüler - wie schon nach den vergangenen Ferien - eine unterschriebene Erklärung über das Reiseverhalten vorlegen. Die Erklärung müsse in der Schule abgegeben oder in digitaler Form übermittelt werden, hieß es. Ihre Rückgabe werde in der digitalen Form im Klassenbuch vermerkt. Personenbezogene Daten werden dabei einem Sprecher zufolge nicht gespeichert.

Baden-Württemberg erwägt Ende der Maskenpflicht in Schulen

Stuttgart (dpa/lsw) - Die baden-württembergische Regierung aus Grünen und CDU erwägt ein Ende der Maskenpflicht im Unterricht an Schulen. «Es gibt Überlegungen, die Maskenpflicht in Schulen am Platz zu überarbeiten», sagte Regierungssprecher Arne Braun am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die nächste Aktualisierung der Corona-Verordnung stehe für übernächste Woche an. «Es kann sein, dass wir das da schon überarbeiten.» Eine solche Lockerung wäre aber Teil eines Gesamtpakets.

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte der dpa: «Die Corona-Maßnahmen stehen kontinuierlich auf dem Prüfstand - natürlich schließt das die Überprüfung der Maskenpflicht im Klassenzimmer ein. Insofern denken wir auch darüber nach, ob die Maskenpflicht am Platz aufgehoben werden kann.» In Bayern sollen Schülerinnen und Schüler schon von nächster Woche an im Unterricht keine Masken mehr tragen müssen.

 

Saarland verzichtet komplett auf Maskenpflicht an Schulen

Saarbrücken (dpa/lrs) - An den Schulen im Saarland gilt von diesem Freitag an keine Maskenpflicht mehr - sowohl in den Klassenzimmern als auch in allen anderen Bereichen. Auch auf die Einteilung der Schülerinnen und Schüler in feste Gruppen wird dann verzichtet, wie Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) am Mittwoch in Saarbrücken mitteilte. Demzufolge erübrigten sich feste Wegeführungen in den Schulgebäuden oder die Aufteilung des Schulhofes in getrennte Bereiche.

Die Testpflicht an den Schulen bleibt hingegen bis auf weiteres bestehen. An den weiterführenden Schulen reichen Selbsttests aus. An Grund- und Förderschulen testet nach wie vor medizinisches Personal. Anfang November ist dann eine Umstellung auf sogenannte Lolli-Antigen-Schnelltests vorgesehen, die von den Grundschülern selbst gemacht werden können.

Bund: Lockerungen bei Maskenpflicht in Schulen Ländersache

Berlin (dpa) - Lockerungen bei Corona-Vorgaben zur Maskenpflicht im Unterricht liegen aus Sicht der Bundesregierung in der Verantwortung der Länder. Unter Schutz- und Hygienekonzepte an den Schulen könne auch das Maskentragen fallen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Grundsätzlich würden Konzepte an die Pandemielage angepasst. Die Ausgestaltung sei aber Sache der Länder.

Das Tragen von Masken könne weiterhin eine sinnvolle Maßnahme sein, erläuterte Seibert. Generell gelte es, die Entwicklung der Infektionszahlen und den Impffortschritt bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren zu beobachten.

In Bayern sollen Schülerinnen und Schüler in Kürze am Platz keine Masken mehr tragen müssen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach Teilnehmerangaben in einer CSU-Fraktionssitzung am Mittwoch an. Demnach soll dies in der Kabinettssitzung an diesem Donnerstag beschlossen werden. Seit Beginn des neuen Schuljahres müssen Schulkinder auch am Platz wieder eine Maske tragen. Ausnahmen gelten bislang etwa beim Sportunterricht oder bei einer Stoßlüftung.

In den Berliner Schulen wird ab Montag die Maskenpflicht bis zur einschließlich sechsten Klasse aufgehoben. Das gilt vor allem für Grundschulen, Gemeinschaftsschulen und die ersten beiden Klassen grundständiger Gymnasien, wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung mitteilte.

Keine Maskenpflicht am Platz in Bayerns Schulen mehr

München (dpa) - Schülerinnen und Schüler in Bayern sollen von nächster Woche an im Unterricht keine Masken mehr tragen müssen. Dies kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion in München an. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zufolge endet die Maskenpflicht am 4. Oktober auch im Sportunterricht. Förmlich beschlossen werden soll dies vom Kabinett an diesem Donnerstag. Die Freien Wähler als kleinerer Koalitionspartner hatten vehement darauf gedrängt.

«Wie von mir vorgesehen wird die Maskenpflicht im Unterricht am Platz ab dem 4. Oktober aufgehoben», sagte Piazolo. «Für mich war immer klar: Die Maskenpflicht am Platz fällt, wenn es die Zahlen und Umstände zulassen.» In den ersten Unterrichtswochen sei Ziel gewesen, Infektionen durch Reiserückkehrer zu verhindern. «Dieses Ziel haben wir erreicht.» Inzwischen habe man insbesondere mit den regelmäßigen Corona-Tests ein sehr enges Sicherheitsnetz. Außerhalb des Klassenzimmers muss im Schulhaus aber weiter Maske getragen werden.

Seit dem Beginn des Schuljahrs mussten Schülerinnen und Schüler auch am Platz wieder Mund- und Nasenschutz tragen - an weiterführenden Schulen eine medizinische Maske, an Grundschulen sind auch Mund-Nasen-Bedeckungen aus Stoff erlaubt. Regelmäßige Corona-Tests sind für alle Schülerinnen und Schüler in Bayern Pflicht - entweder mit Selbsttests dreimal pro Woche oder an Grundschulen mit neuartigen PCR-Pool-Tests. Diese sollen bis Ende der Woche möglichst überall eingeführt sein.

28.09.2021

Teamviewer steigt in den Bildungsmarkt ein

Göppingen (dpa) - Der Softwareanbieter Teamviewer wird künftig auch eine Lösung für den Online-Unterricht anbieten. Das kündigte das MDax-Unternehmen am Dienstag in Göppingen an. «TeamViewer Classroom» sei die erste vollständig datenschutzkonforme Lösung eines großen Softwareanbieters, die auf die Nutzung von Drittanbietern verzichte. «Damit können alle datenschutzrechtlichen Anforderungen der Kultusministerien in Deutschland, wie auch der europäischen Partnerländer, erfüllt werden», sagte ein Firmensprecher.

In der Coronakrise hatten viele Schulen in Deutschland ihren Online-Unterricht mit Lösungen von US-Anbietern wie Microsoft, Zoom oder Google bestritten, obwohl etliche Datenschutzbeauftragte massive Bedenken dagegen hatten. «Mit dem neuen Schuljahr werden wir allen Beschwerden nachgehen - und wir haben sehr viele Beschwerden von Eltern und Schülern über die Nutzung bestimmter Produkte», sagte Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink in einem Interview mit dem «Schwäbischen Tagblatt» vor den Sommerferien. «Falls wir rechtswidrigen Einsatz von Tools feststellen, untersagen wir ihn.»

Teamviewer will sich mit mehreren Maßnahmen von den US-Anbietern absetzen. Die Classroom-Lösung sei in Europa von Teamviewer selbst entwickelt worden und werde auf eigenen Servern in deutschen Rechenzentren betrieben. «Es erfüllt sämtliche Regularien der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und legt einen besonderen Fokus auf die Barrierefreiheit.» Die webbasierte Lösung setze nur einen gängigen Browser auf PC, Laptop, Tablet oder Smartphone voraus und funktioniert damit auch auf älteren Geräten und unabhängig von Betriebssystemen.

Der Vorstoß auf den Bildungsmarkt ist auch ein Versuch von Teamviewer, das eigene Produktportfolio zu erweitern. Bislang ist das M-Dax-Unternehmen auf Fernwartungssoftware und Videokonferenzlösungen fokussiert. Zu Beginn der Coronakrise hatte Teamviewer von einer starken Sondernachfrage nach Homeoffice-Lösungen in der Corona-Krise profitiert. Seitdem hat Teamviewer viel Geld ins Wachstum gesteckt, was sich zuletzt unter anderem in höheren Kosten für Vertrieb, Marketing und Entwicklung niederschlug.

«Teamviewer Classroom» werde über reine Online-Meetings hinausgehen. So könnten Dokumente in Netz gemeinsam bearbeitet werden. Außerdem biete man digitale Tafeln, separate Räume für Gruppenarbeiten sowie die Möglichkeit von Echtzeitumfragen innerhalb der Lerngruppen. Die Anbindung von offenen Lernplattformen wie Moodle sei möglich.

Kultusministerin berichtet über Schulstart unter Corona-Bedingungen

Viel wurde vor einer vierten Corona-Welle gewarnt, die vor allem über die Schulen hinwegrollen könnte. Schließlich ist ein Großteil der Kinder und Jugendlichen ungeimpft. Noch verläuft es glimpflich.

Stuttgart (dpa/lsw) - Gut zwei Wochen nach der Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in die Schulen will Kultusministerin Theresa Schopper am Dienstag (12.00) über den Verlauf des Unterrichts unter Corona-Bedingungen berichten. Die Befürchtungen, dass Rückkehrer aus dem Urlaub das Coronavirus massenweise in die Schulen tragen könnten, haben sich zunächst nicht erhärtet. Allerdings müssen Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht Maske tragen und sich mehrfach pro Woche testen lassen. Hintergrund ist, dass es für unter Zwölfjährige keine Impfempfehlung gibt, die für ältere Kinder und Jugendliche gilt erst seit kurzem.

Seit dieser Woche müssen sich Kinder und Jugendliche, die nicht geimpft oder genesen sind, dreimal die Woche einem Corona-Schnelltest unterziehen. Mit PCR-Tests reichen zwei. Das Ministerium berichtete, dass derzeit (Stand: Montag, 12.00) an sechs Schulen insgesamt sechs Klassen oder Lerngruppen in Quarantäne sind. Darüber hinaus gebe es in etwa 770 Schulen Einzelfälle von Infektionen. Im Südwesten gibt es ungefähr 4500 Schulen.

27.09.2021

Beruf oder Studium: Test kann bei Orientierung helfen

Welcher Beruf passt zu mir? Welches Studium oder welche Ausbildung bereiten mich darauf optimal vor? Um gute Antworten auf diese Fragen zu finden, gibt es verschiedene Optionen.

Nürnberg (dpa/tmn) - Es gibt so viele verschiedene Ausbildungsberufe und Studienfächer. Wie treffe ich hier die richtige Wahl? Neben Praktika, Berufsmessen oder Hochschultagen an Universitäten, können bei der Suche nach einer passenden Option auch Tests helfen, schreibt das Portal «abi.de».

Viele Angebote sind kostenlos. So gibt es etwa Online-Tests, die die eigenen Stärken und Interessen abfragen. Aber auch Wissens- oder Eignungstest für alle, die bereits konkretere Vorstellungen dazu haben, welchen Beruf oder welches Studium sie anstreben.

Stärken und Interessen erkennen

Um die eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entdecken, können Schülerinnen und Schüler beispielsweise auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit den kostenlosen Online-Test Check-U absolvieren.

Interessenten sollten vorab einen Account erstellen, diesen Test am besten am Computer mit ausreichend Ruhe ausfüllen und sich für die Aufgaben und Fragen etwa zwei Stunden Zeit nehmen.

Am Ende erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Übersicht zu ihren Stärken und Schwächen sowie zu ihren sozialen Kompetenzen. Zudem geht es um Interessen und berufliche Vorlieben, und es gibt Vorschläge zu sechs passenden Ausbildungs- und Studienfeldern.

Beratungsgespräch und studienbezogene Tests

Wer ein bestimmtes Fach studieren will, kann den kostenlosen Studienfeldbezogenen Beratungstest (SFBT) nutzen. Die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen müssen Teilnehmer für den Test anmelden. Daher gilt es, zuerst einen Termin mit einem Berufsberater zu vereinbaren.

Der SFBT klärt anhand konkreter Aufgaben ab, ob die Fähigkeiten der Interessierten für das angestrebte Studium ausreichen. Im Anschluss gibt der Berufspsychologische Service (BPS) eine Einschätzung zu den Ergebnissen ab.

Eine ähnliche Option gibt es für Ausbildungsberufe - insbesondere für Schülerinnen und Schüler, die dies nach der zehnten Klasse anstreben. Beim kostenlosen Berufswahltest (BWT) ist ebenfalls eine Anmeldung über einen Berufsberater oder eine Berufsberaterin möglich.

Wissenstest zu den Anforderungen bestimmter Unis

Sind Schülerinnen und Schüler an einem bestimmten Studienfach interessiert, können sie das Online-Portal Studiencheck der Arbeitsagentur nutzen.

Dort finden sie Wissenstests, die anzeigen, ob man die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Studiums an einer bestimmten Hochschule erfüllen würde.

25.09.2021

Britischer Corona-Experte: Mehrheit der Kinder wird sich anstecken

London (dpa) - Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in britischen Schulen geht ein Experte davon aus, dass sich die meisten Kinder im Winter mit dem Virus anstecken werden oder schon angesteckt waren. «Ich denke, dass sich in sechs Monaten die Mehrheit infiziert haben wird», sagte der Public-Health-Experte Azeem Majeed vom Imperial College London der Deutschen Presse-Agentur.

Seit Ende der Schulferien in England sind die Fallzahlen unter den 5- bis 14-Jährigen enorm gestiegen. Die Inzidenz liegt mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen, wie etwa in einer Auswertung der «Financial Times» zu erkennen ist.

Großbritannien impft erst seit kurzem auch 12- bis 15-Jährige. «Es wäre besser gewesen, damit früher zu beginnen», sagte Majeed. «Da waren wir im Vergleich zu anderen europäischen Ländern spät dran.»

Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keine zugelassenen Corona-Impfstoffe, allerdings erkranken sie auch seltener schwer. Das Risiko sei eher, dass Kinder das Virus an Erwachsene weitergäben, die nicht oder weniger wirksam durch Impfstoffe geschützt seien, sagte der Mediziner.

Majeed hat keine großen Hoffnungen, dass die noch immer sehr hohen Corona-Fallzahlen in Großbritannien vor dem nächsten Frühjahr deutlich sinken werden. Die Inzidenz hat sich seit längerem um die 300 eingependelt. Pro Woche sterben im Schnitt etwa 1000 Menschen an oder mit Covid-19. «Die Regierung scheint das akzeptiert zu haben», sagte der Experte. Dabei handele es sich um einen der höchsten Werte in Europa.

Die Corona-Beschränkungen sind in England seit Mitte Juli fast vollständig aufgehoben. In den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreichs gelten ähnlich Regeln, allerdings setzt man dort zum Beispiel noch stärker auf die Maskenpflicht.

Schüler brauchen in den Herbstferien aktuellen Corona-Test für 3G

Düsseldorf (dpa/lnw) - In den Herbstferien benötigen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen für die Teilnahme an 3G-Veranstaltungen einen aktuellen negativen Corona-Test. Das hat das Gesundheitsministerium in Düsseldorf auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klargestellt. An 3G-Veranstaltungen dürfen nur gegen das Coronavirus Geimpfte, Genesene oder Getestete teilnehmen. Eigentlich gelten Schüler laut Coronaschutzverordnung «aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen». Dieser Passus werde in den Ferien nun ausgesetzt, da die regelmäßigen Schultests in dieser Zeit wegfallen, erklärte ein Sprecher.

Wo nur Personen nach der 3G-Regel - geimpft, genesen oder getestet - zugelassen sind, müssten auch Schüler das Ergebnis eines höchstens 48 Stunden alten Schnelltests vorlegen. Nach einem Bund-Länder-Beschluss bleiben die Tests für Unter-18-Jährige weiterhin kostenlos.

Sofern die Corona-Schutzverordnung es zulasse, dürfe ein Schnelltest auch durch einen gemeinsamen Selbsttest vor Ort ersetzt werden, sagte der Sprecher. Dies gilt demnach bei «Bildungsangeboten, Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit und Sportangeboten für Kinder und Jugendliche».

24.09.2021

Weniger Schüler in NRW in Quarantäne - Infektionszahl geht zurück

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Corona-Quarantäne ist seit Einführung neuer Regeln in Nordrhein-Westfalen deutlich gesunken. Am Stichtag 22. September befanden sich nach Auskunft der Schulen landesweit rund 7580 Kinder und Jugendliche in häuslicher Isolation, zwei Wochen zuvor (Stichtag: 8. September) waren es noch mehr als 31 400. Das teilte das Schulministerium am Freitag mit. Seit Mitte September gelten in NRW Quarantäne-Erleichterungen. So müssen grundsätzlich nur noch nachweislich infizierte Schüler in Isolation.

Auch die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in der Schülerschaft geht laut Ministerium zurück. Meldeten die Schulen zum Stichtag 8. September noch insgesamt 8437 bestätigte Corona-Fälle, so seien es in dieser Woche noch 4780 gewesen. Das entspreche einem Anteil von etwa 0,25 Prozent der Schüler.

Allerdings liegt der Inzidenzwert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter immer noch weit höher als in anderen Altersgruppen. So lag die Inzidenz in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen laut Zahlen des Landeszentrums Gesundheit vom Donnerstag bei 182,7 und bei den 5- bis 9-Jährigen bei 134,9.

Mit den neuen Test- und Quarantäneregeln werde ein stabiler Präsenzunterricht für Kinder und Jugendliche gesichert, erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Durch inzwischen drei wöchentliche Schnelltests an den weiterführenden Schulen behalte das Ministerium die Entwicklung des Infektionsgeschehens «sehr genau im Blick». An Grund- und Förderschulen werde weiter auf die PCR-Lolli-Tests gesetzt.

Nach Ansicht der Bildungsgewerkschaft GEW NRW bedeuten sinkende Quarantänezahlen gerade nicht Sicherheit im Präsenzunterricht. «Wenn nur das positiv getestete Kind in Quarantäne geht und gleichzeitig in weiten Teilen auf Selbsttests gesetzt wird, ist das riskant», erklärte die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik. So würden Infektionsketten nicht durchbrochen und Infektionen blieben unter dem Radar. Vielmehr sollten flächendeckende, engmaschige PCR-Tests und Luftfilter selbstverständlich sein - besonders mit Blick auf die kommende kalte Jahreszeit.


23.09.2021

Betreiberin von illegaler Schule soll aus «Querdenker»-Szene stammen

In Oberbayern wollten Eltern ihre Kinder nicht mehr in staatliche Schulen schicken. Lieber gaben sie ihre Söhne und Töchter in eine fragwürdige private Einrichtung. Die Behörden reagierten nach ersten Hinweisen schnell.

Rosenheim (dpa) - Im oberbayerischen Landkreis Rosenheim haben möglicherweise Vertreter aus der sogenannten Querdenker- und Reichsbürger-Szene versucht, eine eigene Schule aufzubauen. Die Bildungseinrichtung auf einem Bauernhof in Schechen wurde nach Hinweisen aus der Bevölkerung von den Behörden geschlossen. Die Betreiberin der illegalen Schule könne in die Querdenker- und Reichsbürger-Richtung eingeordnet werden, sagte der Sprecher der Regierung von Oberbayern, Wolfgang Rupp, am Donnerstag.

Dies gehe aus den Unterlagen der Einrichtung hervor. «Es gibt einige eindeutige Hinweise auf den querdenker- und reichsbürger-typischen Sprachgebrauch», erläuterte er. Ob die Eltern der rund 50 an der Schule unterrichteten Kinder auch diesen Szenen zuzuordnen seien, könne aber noch nicht gesagt werden.

Laut dem Bayerischen Rundfunk wies die Gründerin der nicht zugelassenen Bildungseinrichtung den Vorwurf zurück, dass es sich um eine «Querdenker-Schule» handele. Die Frau habe erklärt, es handele sich um eine russische Stiftungsschule. Unter den Eltern der Kinder seien «unter anderem Kräuter- und Musik-Pädagogen, aber auch Schamanen», berichtete der BR unter Berufung auf die Frau. Sie wolle nicht, dass ihr Name in der Berichterstattung genannt werde.

Nach Angaben des Sprechers der Regierung von Oberbayern handelt es sich um eine «selbst ernannte Stiftung». Diese habe auch Schulverträge mit den Eltern abschließen wollen, es habe zudem Infoflyer für die Einrichtung gegeben. Demnach wollten die Betreiber die Kinder gegen Bezahlung auf dem Bauernhof zu unterrichten. Jungen und Mädchen aus der ersten bis zur neunten Klasse seien in die Einrichtung gegangen.

Vor dem Bauernhof war ein einfaches Schild mit der Aufschrift «Stiftung Freiheit braucht Mut» angebracht. Die Bildungseinrichtung wurde darauf als «Ort der ganzheitlichen Begegnung» bezeichnet.

Bei den Schülern soll es sich um Kinder handeln, die wegen der verpflichtenden Coronatests und der Maskenpflicht von den Eltern vom Präsenzunterricht an verschiedenen Schulen abgemeldet wurden. In diesen Fällen müssen Kinder in Bayern derzeit von ihrer Schule im Distanzunterricht betreut werden, beispielsweise mit der Überlassung von Lehrmaterial und der Betreuung per Online-Videoschalte. «Im Fernunterricht war bislang nicht bekannt, dass die Kinder gefehlt haben», sagte Rupp.

Die Behörden hatten die nicht genehmigte Schule am Mittwoch geschlossen. Am Montag habe es erste Hinweise gegeben, dass dort eine schulische Einrichtung in einem alten Bauernhof betrieben werde, erklärte der Sprecher. Die Einrichtung in Schechen soll Schüler aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus aufgenommen haben. Wie lange dort schon Unterricht angeboten wurde, sei unklar. Nach Einschätzung der Behörden hätte die Schule selbst bei einem Antrag auf den Betrieb einer privaten sogenannten Ersatzschule keine Genehmigung erhalten.

Eine Nachbarin berichtete, dass der Hof bereits im Frühjahr neu bezogen worden sei. «Richtig viel los war die letzten beiden Monate», sagte Jacqueline S. der Deutschen Presse-Agentur. Es seien bis zu 40 Autos zu dem ländlich gelegenen Anwesen gekommen. «Das kam uns etwas suspekt vor.»

Nach ihren Angaben hätten sich Nachbarn darüber ausgetauscht, was dort los sei, zumal es sich um schulpflichtige Kinder gehandelt habe. Konkrete Hinweise auf «Reichsbürger» oder «Querdenker» habe es nicht gegeben. «Aber wir haben uns schon gedacht, dass es sowas sein muss, weil die ja alle ohne Masken und auf engem Raum zusammen waren», meinte sie.

Die Behörden hatten auch durch einen Elternteil selbst einen Hinweis auf die illegale Schule bekommen. Dieser habe sein Kind offiziell von einer staatlichen Schule abgemeldet und an der nicht zugelassenen Privatschule angemeldet, sagte Rupp. «Das war strategisch etwas blöd.»

Der Fall erinnert an die Schule, die die Sekte «Zwölf Stämme» einst im nordschwäbischen Landkreis Donau-Ries betrieben haben. Dort hatte der Freistaat der Sekte den Betrieb einer Privatschule allerdings gestattet, nachdem Eltern sich geweigert hatten, ihre Kinder in staatliche Schulen zu schicken. Die Behörden hatten dann aber jahrelang bei der Schule nicht mehr so genau hingeschaut.

Im Jahr 2013 wurde der Sekte die Ersatzschul-Genehmigung entzogen. Zudem wurde bekannt, dass an der Sektenschule das Verprügeln der Kinder zu den üblichen pädagogischen Maßnahmen zählte. Mehrere Sektenmitglieder mussten sich vor Gerichten verantworten, eine Lehrerin der Einrichtung erhielt sogar eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung. Die Frau hatte zudem gar nicht die notwendige Qualifikation, um überhaupt als Lehrerin zu arbeiten.

Lehrerverband: «Freedom Day» an Schulen nicht vor Februar

Die Sommerferien sind abgehakt. In allen Bundesländern ist wieder Schule. Wird es das dritte Corona-Schuljahr in Folge? Bildungsverbände und Schülervertreter sehen noch einen langen Weg bis zur Normalität. Politik und Behörden verteidigen die Einschränkungen.

Berlin (dpa) - Während Corona-Maßnahmen in vielen Lebensbereichen immer mehr gelockert werden, müssen Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands wohl noch Monate mit Einschränkungen wie Masken, Tests und Abstandsregeln zurechtkommen. Den «Freedom Day» für Schulen sehe man frühestens ab etwa Februar 2022 als wahrscheinlich und möglich an, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur. Der Begriff «Freedom Day» stammt aus England, wo am 19. Juli die Corona-Maßnahmen weitgehend aufgehoben wurden.

Auch die Bildungsgewerkschaften GEW und VBE, die Hunderttausende Lehrkräfte in Deutschland vertreten, sehen die Schulen im neuen Schuljahr, das nun überall in Deutschland läuft, noch weit von einer Normalität wie vor Corona entfernt. Die Bundesschülerkonferenz befürchtet erneut einen Herbst und Winter, in dem Schülerinnen und Schüler wegen der Lüftungsvorgaben frierend mit Winterjacke im Klassenzimmer sitzen.

Auch Gerichte beschäftigen sich weiterhin mit dem Thema. Wie der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg am Donnerstag mitteilte, wurde der Eilantrag einer Fünftklässlerin aus dem Neckar-Odenwald-Kreis gegen die Masken- und Testpflicht als unbegründet abgelehnt. Die Maskenpflicht diene dem legitimen Zweck, das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Schülerinnen und Schüler sowie einer potenziell sehr großen Zahl von Menschen zu schützen.

Der Hamburger Senat antwortete bei Twitter auf Fragen zu einem Ende der Maskenpflicht an Schulen: «Die Maskenpflicht wird dort aufgehoben, wo alle geimpft sind.» An Schulen sei das nicht der Fall, da es für unter Zwölfjährige noch keinen Impfstoff gebe. Mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder unter zwölf Jahren rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verteidigte die Maßnahmen an Schulen ebenfalls mit Verweis auf die fehlende Impfmöglichkeit für Kinder und widersprach kritischen Äußerungen von Altbundespräsident Christian Wulff. Sicherheitsmaßnahmen zur Absicherung des Präsenzunterrichts seien nach wie vor notwendig, sagte Tonne der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Wulff hatte zuvor gesagt: «Die Schulen sind strenger geregelt als die Erwachsenenwelt - das ist empörend.»

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein stellte Schülerinnen und Schülern im Norden unterdessen ein Ende der Maskenpflicht in Aussicht. «Unser gemeinsames Ziel ist Stand heute, dass wir diese Pflicht Ende Oktober auslaufen lassen werden», sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Donnerstag.

Von einer Normalisierung des Schulalltags sei man noch weit entfernt, sagte GEW-Vorstandsmitglied Anja Bensinger-Stolze der dpa. «Es bleibt schwierig, einerseits eine gute Beziehungsarbeit aufzubauen, die für das soziale Miteinander unerlässlich und Grundlage des gemeinsamen Lernens ist, wenn andererseits aus guten Gründen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen einzuhalten sind.»

An einen Schulalltag wie vor Corona sei weiter nicht zu denken, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. «Dafür nimmt das Testen, Abstandhalten und die Unterbrechung durch das ständige Lüften weiter zu viel Platz ein. Vielerorts kann zudem das, was kindgerechte Schule ausmacht, das Lernen in wechselnden Gruppen und an Projekten, nicht umgesetzt werden.»

Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, sieht zwar inzwischen deutlich mehr Normalität an den Schulen als noch vor den Sommerferien. «Es ist trotzdem ein Corona-Schuljahr bis jetzt.» Schramm wies etwa auf Quarantäne-Anordnungen bei Schülern hin. Außerdem werde es zunehmend kälter. «Wir erleben jetzt wieder immer mehr die Situation mit Winterjacke im Unterricht.» Der Schülervertreter kritisierte, es gebe immer noch zu wenig Luftfilter. Damit könnte man das Lüften besser regulieren und «ein wenig dieses Frieren der Schülerinnen und Schüler abwenden».

Lehrerverbands-Chef Meidinger sagte, er hoffe auf eine baldige Möglichkeit zur Impfung für Kinder unter zwölf Jahren. «In dem Augenblick, wo alle Schülerinnen und Schüler ein Impfangebot erhalten haben und wahrnehmen konnten, ist an den Schulen die weitgehende Aufhebung von Gesundheitsschutzmaßnahmen wie etwa der Maskenpflicht möglich und auch verantwortbar.» Ab diesem Zeitpunkt falle die Verantwortung für eine Erkrankung von Nichtgeimpften in den privaten persönlichen Verantwortungsbereich jedes Einzelnen.

Corona-Ausbruch unter Schülern - Ansteckung auf Busfahrt?

Gelnhausen (dpa/lhe) - An neun Schulen im Main-Kinzig-Kreis hat es eine auffällige Häufung an Corona-Infektionen gegeben. Insgesamt wurden bislang 82 Fälle bestätigt, wie ein Sprecher am Donnerstag in Gelnhausen mitteilte. Der Kreis geht davon aus, dass sich ein Großteil der Kinder in der vergangenen Woche bei einer Fahrt im Schulbus angesteckt hat. Betroffen sind demnach vor allem Schüler der Bergwinkel-Grundschule in Schlüchtern. Der private Rundfunksender «Hit Radio FFH» hatte über den Corona-Ausbruch berichtet.

An allen Schulen, die von der Buslinie angefahren werden, wurden eine Maskenpflicht und tägliche Schnelltests angeordnet. «Bis der Vorgang rund um diese Busfahrt komplett aufgearbeitet ist, wird das Unternehmen nicht im Einsatz sein», sagte der Kreis-Sprecher. Die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig habe vorübergehend einen anderen Anbieter beauftragt. Unter den Infektionen sind den Angaben zufolge auch 20 Folgeinfektionen innerhalb der betroffenen Familien.

Impfgegner demonstrieren gegen Corona-Impfaktion an Freiburger Schule

Freiburg (dpa/lsw) - Rund 100 Impfgegner haben in Freiburg vor einer Schule gegen eine Corona-Impfaktion demonstriert. Zwischen den Demonstrierenden und mehreren Dritten sei es zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen, sagte eine Sprecherin der Polizei am Donnerstag. Da es bereits zuvor im Internet Hinweise auf den Protest gegen die geplante Impfaktion an der Freiburger Schule gegeben habe, sei die Polizei mit Einsatzkräften vor Ort gewesen. Abgesehen von verbalen Auseinandersetzungen sei die Demonstration am Donnerstag ruhig verlaufen, sagte die Sprecherin. Zuvor hatte der Südwestrundfunk berichtet.

Maske schützt - VGH lehnt Eilantrag einer Schülerin dagegen ab

Maske und Test für Schülerinnen und Schüler sind zumutbar. Beides sichert den Präsenzunterricht. Der ist richtig und wichtig, betont der Verwaltungsgerichtshof.

Mannheim (dpa/lsw) - Masken und Tests in Schulen müssen weiterhin sein: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat einen dagegen gerichteten Eilantrag einer Fünftklässlerin aus dem Neckar-Odenwald-Kreis als unbegründet abgelehnt. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, sind die Regelungen zur Masken- und Testpflicht auch im neuen Schuljahr voraussichtlich rechtmäßig. Der Beschluss (AZ:1 S 2944/21 - 22. September 2021) sei unanfechtbar. Schon im vergangenen Schuljahr hatte der VGH über zwei Dutzend Anträge gegen die Maskenpflicht abschlägig beschieden.

Die Maskenpflicht diene dem legitimen Zweck, das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Schülerinnen und Schüler sowie einer potenziell sehr großen Zahl von Menschen zu schützen. Darüber hinaus solle damit trotz des anhaltenden Infektionsgeschehens Präsenzunterricht ermöglicht werden. Der sei vor dem Hintergrund der sozialen Teilhabe und der Bildungsgerechtigkeit nicht zu beanstanden.

Aus Sicht des Gerichts sind Einschränkungen durch Maske und Tests für die Schülerin zumutbar. Gerade in Schulen habe es vor den Sommerferien zahlreiche Ausbrüche gegeben. Nun sei aus den Erfahrungen des letzten Herbstes zu erwarten, dass aufgrund eingetragener Infektionen aus dem Ausland die Zahl der Infizierten auch im Schulbereich steige. Dies gelte umso mehr, als die Grundinzidenz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum höher sei. Das Gericht verwies zudem auf zahlreiche Erleichterungen bei der Maskenpflicht im Schulalltag; so seien immer wieder Masken-Pausen möglich.

Regelmäßige Tests könnten dazu führen, dass Infektionen nicht in die Schule kommen oder schnell erkannt werden. Infizierte könnten so rasch isoliert und Infektionsketten unterbrochen werden.

 

21.09.2021

Inzidenz bei schulpflichtigen Kindern in Bayern stark gestiegen

In der ersten Schulwoche gingen in Bayern die Corona-Infektionszahlen zurück - aber nicht in der Altersgruppe der schulpflichtigen Kinder, dort gab es einen deutlichen Anstieg. Mit den Schultests dürften viele unentdeckte Infektionen zum Vorschein gekommen sein.

München (dpa/lby) - Durch die Corona-Tests in den Schulen sind möglicherweise deutlich mehr Infektionen bei Kindern und Jugendlichen entdeckt worden. Dies lassen die aktuellen Infektionszahlen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vermuten.

Demnach ist die Inzidenz in der Altersgruppe der 6- bis 15-Jährigen in der zurückliegenden Woche deutlich gestiegen, während bei fast allen anderen Altersgruppen die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat rückläufig war. Auch das Gesundheitsministerium in München schließt nicht aus, dass der Anstieg der Fallzahlen mit den nach den Ferien wieder begonnenen Schultests, bei denen zuvor unentdeckte Infektionen mit mildem Verlauf auffielen, zusammenhängt.

Am Dienstag der vergangenen Woche war in Bayern Schulstart nach den Sommerferien. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich seitdem entsprechend des bayerischen Testkonzeptes mehrfach pro Woche in der Schule testen. In der ersten Schulwoche waren noch überall die Schnelltests im Einsatz, die bereits vor den großen Ferien verwendet wurden.

In der Gruppe der 6 bis 11 Jahre alten Kinder gab es in der ersten Schulwoche ein Anstieg der Inzidenz von 149 auf 191, während es bei jüngeren Kindern einen leichten Rückgang auf 87 gab (minus 3). Ähnlich deutlich war der Anstieg bei den 12- bis 15-Jährigen von 175 auf 202. Auch hier gab es bei den älteren Jugendlichen (16 bis 19 Jahre) einen Rückgang von 194 auf 173.

Bei den weiteren Altersgruppen gab es meistens rückläufige Zahlen, nur bei den über 80-Jährigen gab es einen geringfügigen Anstieg. Allerdings sind die Infektionszahlen bei den Rentnern weiterhin unterdurchschnittlich in Bayern. Der Landesdurchschnitt der Inzidenz sank laut Gesundheits-Landesamt in Erlangen in der vergangenen Woche von 94 auf 87.

Woran der Anstieg bei den schulpflichtigen Kindern liegt, ist im Detail nicht bekannt. Allerdings vermutet Henrike Paede vom Bayerischen Elternverband einen Zusammenhang mit den seit 14. September wieder stattfindenden Schultestungen. «Im Urlaub wurde nicht getestet», sagte sie.

Dass sich die Kinder erst in der Schule angesteckt haben, schließt die stellvertretende Landesvorsitzende als Grund für den deutlichen Anstieg allerdings aus. Aufgrund der Inkubationszeit würden solche Infektionen noch nicht in der Statistik auftauchen können.

Bayerns Gesundheitsministerium verweist darauf, dass allerdings auch der Schulbetrieb selbst Infektionen begünstigen könne. Es fänden schließlich wieder mehr Kontakte unter Jugendlichen statt, erklärte eine Sprecherin.

«Zusätzlich gilt es noch zu beachten, dass der Impffortschritt in der Altersgruppe 12-17 Jahre deutlich hinter dem anderer Altersgruppen liegt», betonte sie. Eine Impfung sei ja erst nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) möglich geworden. Daher sei erst etwa ein Viertel der Jugendlichen in dieser Gruppe vollständig geimpft. Für Jüngere gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff.

Die Kinder und Jugendlichen müssen sich in den Schulen mehrfach pro Woche selbst testen, um unerkannte Infektionen zu finden. In den Grund- und Förderschulen werden die Schnelltests ab dieser Woche nach und nach durch die sogenannten PCR-Lollitests ersetzt, die in den Laboren ausgewertet werden und genauer sind als die bisherigen Tests.

20.09.2021

Rund 1000 Schüler in Quarantäne - Verdoppelung zur Vorwoche

Seit dem Ferienende gab es an den Schulen drei Mal pro Woche Corona-Selbsttests und eine Testpflicht. Die Zahl der Infizierten und derer in Quarantäne steigt.

Magdeburg (dpa/sa) - In den rund zweieinhalb Wochen seit den Sommerferien hat Corona an Sachsen-Anhalts Schulen bereits Spuren hinterlassen. 1035 Schülerinnen und Schüler befanden sich zum Stichtag am vergangenen Donnerstag in Quarantäne, 260 waren aktuell infiziert, wie das Bildungsministerium am Montag in Magdeburg mitteilte.

Damit seien 0,57 Prozent der gemeldeten Schülerinnen und Schüler im Land in Quarantäne und 0,14 Prozent corona-positiv gewesen. Zudem seien vier Lehrkräfte infiziert gewesen (0,03 Prozent) und zwölf in Quarantäne (0,09 Prozent). Die Fälle verteilen sich den Angaben zufolge auf vier Prozent von insgesamt 656 Schulen.

In der Woche zuvor - mit dem Stichtag 9. September - waren 468 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne und 104 infiziert. Binnen einer Woche verdoppelten sich die Zahlen also. In den ersten beiden vollen Schulwochen nach den Sommerferien hatte es in den Schulen jeweils drei Corona-Selbsttests pro Woche gegeben. Von dieser Woche an sind es wieder zwei pro Woche. Es gilt eine Testpflicht.

Wie viele Schülerinnen und Schüler sich dem verweigern, wird laut Ministerium nicht erfasst. «Nach bisherigen Rückmeldungen handelt es sich um Einzelfälle», sagte eine Sprecherin. «Die Schule ist gehalten, der Testpflicht- und damit Schulverweigerung in erster Linie mit pädagogischen und erzieherischen Mitteln vermittelnd zu begegnen.» Im Vordergrund stehe der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern und deren Erziehungsberechtigten.

Sachsen-Anhalt zählt weiter zu den Bundesländern mit dem geringsten nachgewiesenen Infektionsgeschehen. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) kamen von Sonntag auf Montag 24 Neuinfektionen hinzu. Die Zahl registrierte neuer Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche lag am Montag bei 36,4; am Sonntag waren es 36,2. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 71,0. Den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 31,8.

Unterdessen sind 62,6 Prozent der Sachsen-Anhalter einmal gegen Corona geimpft, 59,9 Prozent haben auch die Zweitimpfung erhalten und somit den vollen Impfschutz. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) rief am Montag dazu auf, die Impfquote auf mindestens 80 Prozent zu steigern. «Die Wirtschaft und Kultur, der Sport- und Bildungsbereich dürfen nicht wieder in einen Lockdown gehen, wie wir ihn schon zweimal erleben mussten. Das steht die Gesellschaft nicht durch», mahnte Trümper. In den kommenden Wochen entscheide sich, ob es einen weiteren Corona-Winter gebe oder nicht.

Kommunen kaufen Luftreiniger für Schulen

Schwerin (dpa/mv) - Nach anfänglichem Zögern kaufen einige Kommunen nun doch im größeren Stil Luftreinigungsgeräte für ihre Schulen, um die Ausbreitung von Corona-Infektionen in den Klassenräumen im Herbst und Winter zu verhindern. So sollen im Schulamtsbezirk Schwerin 100 Geräte für sieben Schulen angeschafft werdenen, im Schulamtsbezirk Neubrandenburg 46 Geräte für 27 Schulen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor.

Die Schulträger hätten dafür einen Zuschuss des Landes aus einem zwei Millionen Euro umfassenden Förderprogramm beantragt. Die beantragte Förderung beläuft sich demnach für beide Bereiche zusammen auf rund 200 000 Euro, was einem Zehntel des gesamten Programms entspricht.

Im Juli waren die Kommunen als Schulträger um Auskunft zum Bedarf an Luftfiltergeräten gebeten worden. «Derzeit liegen Daten von circa 25 Prozent aller Schulen in Mecklenburg-Vorpommern vor», teilte die Landesregierung mit. «Der Bedarf an Luftreinigungsgeräten wurde mit 511 angegeben. Für die Anschaffung von 146 dieser Geräte liegen entsprechende Förderanträge vor.»

Anfangs hatten die meisten Kommunen erklärt, mit Hilfe des Förderprogramms lieber die billigeren CO2-Messgeräte anschaffen zu wollen, die anzeigen, wenn die Luft im Klassenzimmer allgemein zu schlecht wird und gelüftet werden sollte. Einige Kommunen haben mit Blick auf den nahenden Herbst und Winter offenbar umgedacht. Darüber hinaus planen Schulträger laut Regierung den Einbau von stationären raumlufttechnischen Anlagen.

Kinder impfen als Schutz vor Long-Covid? Forscher bemängeln Datenlage

Auch Kinder und Jugendliche können längerfristig an Corona leiden. Ist das ein Argument für eine Impfung der Jüngsten? Forscher beklagen eine unzureichende Studienlage zu Long-Covid in diesem Alter.

Melbourne (dpa) - Die Problematik von Long-Covid bei Kindern und Jugendlichen lässt sich anhand der aktuellen Studienlage kaum beurteilen. Das schreiben australische Forscher in einem Übersichtsartikel in «The Pediatric Infectious Disease Journal». Die Frage nach Long-Covid - als dem Anhalten von Corona-Symptomen über viele Wochen - ist brisant, weil das Syndrom ein Argument für Kinder-Impfungen sein könnte, sollte es weit verbreitet sein.

Eine Corona-Infektion verläuft bei Kindern und Jugendlichen in der Regel deutlich milder als bei Erwachsenen. Die meisten Kinder entwickeln keine Symptome, manche erkranken leicht. Zwei Prozent müssen in einem Krankenhaus behandelt werden, schreiben die australischen Forscher mit Verweis auf verschiedene internationale Untersuchungen. Rund 0,03 Prozent versterben demnach als Folge der Infektion. Sollten Kinder unter 12 Jahren trotzdem geimpft werden? Dazu läuft in Deutschland eine hitzige Debatte.

«Das geringe Risiko der akuten Erkrankung bedeutet, dass einer der Hauptvorteile einer Impfung von Kindern darin liegen könnte, sie vor Long-Covid zu schützen», sagt Nigel Curtis von der Universität Melbourne, einer der Autoren des Übersichtsartikels. Er und sein Team fassten vierzehn Einzelstudien zu Long-Covid zusammen, die rund 19 426 Kinder einbezogen. Die Prävalenz von typischen Symptomen variierte je nach Studie zwischen 4 und 66 Prozent. Die kleinen Patienten klagten über Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Bauchschmerzen und Muskel- sowie Gelenkbeschwerden.

In drei Studien waren Mädchen deutlich häufiger betroffen. Nach höchstens zwölf Wochen war der Großteil der Kinder beschwerdefrei. Kinder scheinen zwar an Long-Covid zu erkranken - aber weniger lange und ausgeprägt als Erwachsene.

Die Autoren betonen stark die begrenzte Datenlage. «Die vorliegenden Studien geben keine klare Definition für das Syndrom an», so Curtis. Mittels Online-Umfragen oder Telefoninterviews wurden die Daten erhoben. Patienten mit starkem Leidensdruck würden diese Tools vielleicht mehr nutzen als Kinder mit leichten Symptomen. Die Prävalenz von Long-Covid könnte dadurch überschätzt werden.

Zudem sei unklar, ob die berichteten Symptome überhaupt auf eine Infektion mit dem Coronavirus zurückzuführen sind - oder beispielsweise Folgen eines Lockdowns. Für zukünftige Studien fordern die Autoren klare Kontrollgruppen. Long-Covid-Patienten müssten mit gesunden Probanden sowie Kindern verglichen werden, die an anderen Atemwegsinfektionen erkrankt sind. Nur so könnte ein kausaler Zusammenhang tatsächlich festgestellt werden.

Sollten Kinder also geimpft werden, um sie vor Langzeitfolgen der Erkrankung zu schützen? «In der Debatte über die Vorteile einer Impfung müssen wir das Risiko für Long-Covid in dieser Altersgruppe kennen», so Curtis. Die aktuellen Studien reichten dafür aber noch nicht aus. Daniel Vilser, leitender Oberarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Jena, sieht das ähnlich.

«Die Studie fasst gut zusammen, wie die Datenlage im Moment aussieht», sagt er zu dem Übersichtsartikel. «Aber die Daten sind noch nicht gut vergleichbar.» Über 200 Symptome sind mit Long-Covid assoziiert. Es gibt viele Überschneidungen zu Erkrankungen, die schlecht fassbar sind - beispielsweise zu Depressionen und psychosomatischen Krankheitsbildern. Die Übergänge sind fließend. «Wir haben keinen Biomarker, der die Verdachtsdiagnose objektiv bestätigen könnte. Das ist unser Hauptproblem.» Vilser leitet eine neu eingerichtete Long-Covid-Sprechstunde.

«Wir schulen die Kinder im Umgang mit der Erkrankung», sagt er. Eine kausale Behandlung gibt es nicht. Manche Kinder profitieren von Physio-, Ergo- oder Psychotherapie. «Wir stellen aber auch Bescheinigungen aus, sodass weniger belastbare Kinder zum Beispiel nur für zwei Stunden pro Tag zur Schule gehen müssen.»

Vilser stimmt mit den Autoren der Studie überein, dass die Symptome auch als Folge der Pandemie gewertet werden können. «Wenn wir die Schäden durch den Lockdown mit den Schäden durch das Virus betrachten: Dann überwiegt klar der Lockdown», sagt Vilser. Seit Beginn der Pandemie ist die Inzidenz von psychosomatischen Erkrankungen bei Kindern stark gestiegen. «Dass es Long-Covid bei Kindern nicht gibt, ist aber falsch. Es wäre schade, wenn die Betroffenen keine Hilfe bekämen.»

Zeitung: Land plant weitere Lockerungen und Impfoffensive an Schulen

Osnabrück/Hannover (dpa/lni) - Die Landesregierung in Hannover plant laut der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montag) für den Schulbetrieb die nächsten Lockerungsschritte und eine Impfoffensive. Nachdem noch in dieser Woche die Maskenpflicht im Unterricht für die Klassen eins und zwei fallen solle, sei es nach Darstellung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) denbar, nach den Herbstferien die Maskenpflicht für die Klassen drei und vier aufzuheben.

«Sobald es verantwortbar ist, gehen wir die nächsten Schritte», sagte Tonne in einem Interview mit dem Blatt. «Auch ich möchte die Maske im Unterricht nicht dauerhaft installieren, weil ich als Vater von vier schulpflichtigen Kindern genau weiß, was das für eine Belastung ist.» Das Land werde nach den Herbstferien mit mobilen Impfteams in die Schulen gehen. «Das jedenfalls ist der gemeinsame Wunsch von Sozialministerin Daniela Behrens und mir.»

Er sehe immer wieder, wie wichtig es sei, Schülern niedrigschwellige Impfangebote zu machen und mit dem Impfstoff zu ihnen zu kommen, betonte Tonne. Auch Eltern könnten sich in den Schulen impfen lassen und so einen Beitrag dazu leisten, Präsenzunterricht zu schützen.

Nach Angaben der Zeitung hat das Land bisher für die Schulen 42,5 Millionen Corona-Schnelltests beschafft und bis zu den Herbstferien 205 Millionen Euro in das Testkonzept an den Schulen investiert. Für den Zeitraum nach den Herbstferien bis Ende des Jahres plane Niedersachsen mit rund 30 Millionen weiteren Tests und Kosten in Höhe von mehr als 42 Millionen Euro - inklusive der fünftägigen Testung nach den Herbstferien.

19.09.2021

Schulleiter wütend: Pooltests ab Montag unrealistisch

München (dpa/lby) - Eigentlich sollten ab diesem Montag die sogenannten Pooltests in Grund- und Förderschulen starten - doch Schulleiter stehen wegen zusätzlicher Bürokratie auf den Barrikaden. «Die Einführung der Pooltests (...) mit diesem Zeitdruck ohne soliden verifizierten Verwaltungsvorlauf ist unrealistisch», schrieb die Vorsitzende des bayerischen Schulleitungsverbandes (bsv), Cäcilia Mischko, am Sonntag in einem Brief an Kultusminister Michael Piazolo.

«Entgegen Ihren pressewirksamen Ankündigungen ist der Verwaltungsaufwand in den Schulen immens. Die Schulleitungen müssen sich in einer vollkommen unrealistischen und unnötigen Terminsetzung in einen medizinischen Bereich einarbeiten.» Schulleitungen müssten erneut lernen, «sich mit seriellen Testungen und digitalen Schnittstellen und Barcodes zu befassen», heißt es in dem Verband, der die Interessen von Schulleitungen an Grund-, Mittel- und Förderschulen vertritt.

Viele Eltern stünden den neuen Tests skeptisch gegenüber, von ihnen braucht man allerdings eine Einwilligung. «Der Sinn der Eile der Pooltests ist unwirklich und überdies nicht erkennbar. In den Schulen sind genügend Selbsttests für viele Wochen eingelagert. Was für eine Verschwendung der Ressourcen! Uns bleibt im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke weg, Herr Minister!»

Das Kultusministerium hatte angekündigt, dass die Pooltests ab dem 20. September für noch mehr Sicherheit sorgen sollen. Allerdings hatte ein Sprecher bereits am Freitag erklärt, dass es wohl nicht überall mit der Einführung ab Montag klappe. Bei den neuen PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden und die als genauer gelten als die bisherigen Schnelltests, sollen die Kinder an zwei Tupfern lutschen. Zunächst werden die Proben von allen in einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

18.09.2021

Ab Montag Testnachweispflicht für Kita-Beschäftigte

München (dpa/lby) - Ab Montag müssen ungeimpfte Beschäftigte in Kindertagesstätten in Bayern nachweisen, dass sie negativ auf Corona getestet sind. Daran erinnerte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Samstag. So solle die Sicherheit für Kinder, Eltern und die Mitarbeiter erhöht werden, teilte das Ministerium mit. Die Beschäftigten müssen sich ab kommender Woche dreimal pro Woche testen. Ohne Nachweis dürfen sie nicht in die Einrichtung.

Die Regel hatte das Kabinett vergangene Woche beschlossen. Neben den eigenen Beschäftigten gilt die Pflicht auch für Mitarbeiter von außen, also zum Beispiel Reinigungskräfte oder Musiklehrer. Der Freistaat stellt den Kitas Selbsttests bereit. So könnten sich auch geimpfte oder genesene Beschäftigte freiwillig testen.

Eltern müssen sich nicht testen lassen, wenn sie ihre Kinder bringen und abholen oder kurz mit den Erziehern reden wollen. Für Kinder soll es sogenannte Lollitests geben, zudem bekommen Eltern Berechtigungsscheine für kostenlose Selbsttests - verpflichtend ist das allerdings nicht. Masken müssen Erwachsene weiter tragen. Trautner sagte, derzeit seien sehr wenige Kitas wegen Corona geschlossen.

Zurück in den Hörsaal - Wintersemester mit Präsenzveranstaltungen

Für viele Studentinnen und Studenten geht es im Wintersemester wieder zurück in die Universitäten. Ganz auf Online-Angebote verzichten will man dabei jedoch nicht.

Hannover (dpa/lni) - Die großen Universitäten in Niedersachsen wollen zum Start des diesjährigen Wintersemesters wieder so weit möglich in den Präsenzunterricht zurückkehren. «Dies entspricht dem Wunsch von Studierenden wie Lehrenden gleichermaßen», sagte eine Sprecherin der Leibniz Universität Hannover. Ab Oktober dürfen nur noch geimpfte, genesene oder getestete Menschen die Gebäude der größten Universität in Niedersachsen betreten. Die 3G-Regel soll durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an den Gebäude- und Hörsaaleingängen kontrolliert werden. Die Impfquote unter den Studentinnen und Studenten sei laut der Sprecherin sehr hoch: «Studien belegen bis zu 90 Prozent.»

Ob eine Veranstaltung vor Ort oder weiterhin online stattfindet, entscheiden aber letztlich die Lehrenden. Onlineangebote werden zudem bei großen Grundlagenvorlesungen zusätzlich angeboten. Die Universität in Hannover zählt momentan mehr als 30 000 Studentinnen und Studenten.

Auch an der Georg-August-Universität in Göttingen wollen die Verantwortlichen möglichst viel Präsenzlehre anbieten. Vorlesungssäle und kleinere Unterrichtsräume sollen dabei aber höchstens zur Hälfte besetzt werden. Soweit wie mögliche sollen alle Lehrveranstaltungen auch live gestreamt werden. Dadurch sollen auch Studierende teilnehmen können, die sich in Quarantäne befinden oder sich noch nicht in größere Menschenmassen trauen. Und auch in Göttingen werde die 3G-Regelung kontrolliert. «Wir gehen im Moment von einer Kontrolle an den Eingängen von größeren Lehrveranstaltungsgebäuden aus, beispielsweise am zentralen Hörsaalgebäude», sagte ein Sprecher der Universität. 

An der Technischen Universität Braunschweig sollen in der kommenden Vorlesungszeit möglichst alle Vorlesungen und Seminare vor Ort stattfinden, die weniger als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben. Größere Veranstaltungen und solche, bei denen sich die digitale Form in den letzten Semestern bewährt habe, sollen weiter online angeboten werden, sagte eine Sprecherin.

In Bremen soll die 3G-Regelung im Wintersemester per QR-Codes an den Zugängen überprüft werden. «Wir arbeiten gerade an elektronischen Lösungen», sagte eine Sprecherin der Universität. Jede Lehrveranstaltung habe demnach einen QR-Code, über den sich die Teilnehmenden über eine App an- und abmelden müssen. Die 3G-Regel gilt seit Anfang August auf dem gesamten Campus-Gelände. Bei den Vorlesungen und Seminaren verfolge man ein zweigleisiges System mit einer Mischung aus Präsenz- und Online-Lehre.

Umfrage: Gespräche und Vorbilder helfen Kindern gegen Corona-Stress

annover (dpa) - Rad fahren, ruhige Vorbilder, Gespräche in der Familie - Eltern haben in der Corona-Pandemie verschiedene Wege gewählt, um den Stress für ihre Kinder zu reduzieren. In einer Forsa-Umfrage gaben viele von ihnen an, es helfe dem eigenen Kind, wenn die Eltern als Vorbild ruhig blieben (89 Prozent) oder man etwas unternehme, zum Beispiel Rad fahre oder Gesellschaftsspiele spiele (89 Prozent). Viel miteinander zu reden (84 Prozent), die coronabedingten Einschränkungen verständlich zu erklären (75 Prozent) und mit den Großeltern eine Videokonferenz zu haben statt sie persönlich zu treffen (57 Prozent) helfe ebenfalls.

Forsa befragte im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse bereits im Frühjahr 1002 Eltern, die Ergebnisse wurden nun zum Weltkindertag am 20. September veröffentlicht. KKH-Psychologin Franziska Klemm erklärt dazu: «Regelmäßige Gespräche über Ängste, Wünsche und Sorgen können helfen, jedes Familienmitglied wahrzunehmen und Verständnis füreinander zu schaffen.» In mehr als jeder zweiten Familie (57 Prozent) habe es zudem geholfen, die Kinder in die Arbeit im Haushalt einzubeziehen. «Sich nützlich fühlen und gebraucht zu werden, vermittelt immer ein gutes Gefühl. Das gilt nicht nur in Krisensituationen», so die KKH-Psychologin.

Mehr als drei Viertel der Eltern (77 Prozent) gaben bei der Umfrage an, die Schulschließungen und die anderen coronabedingten Einschränkungen hätten beim eigenen Kind Stress verursacht. Besonders oft wurden als Stressfaktoren genannt, dass sich Kinder nicht mit Freunden treffen konnten (85 Prozent) und Freizeitaktivitäten wie Vereine fehlten (81 Prozent). Auch das digitale Lernen zu Hause im Homeschooling (56 Prozent) und das Alleinsein, weil die Eltern arbeiten mussten und Schulen geschlossen waren (32 Prozent), machten Eltern oft als Grund für zusätzliche Belastung aus.

 

16.09.2021

Schwerin und Neubrandenburg kaufen Luftreiniger für Schulen

Schwerin (dpa/mv) - Nach anfänglichem Zögern kaufen einige Kommunen nun doch im größeren Stil Luftreinigungsgeräte für ihre Schulen, um die Ausbreitung von Corona-Infektionen in den Klassenräumen im Herbst und Winter zu verhindern. So will die Landeshauptstadt Schwerin 100 Geräte für sieben Schulen anschaffen, die Stadt Neubrandenburg 46 Geräte für 27 Schulen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor.

Beide Kommunen hätten dafür einen Zuschuss des Landes aus einem zwei Millionen Euro umfassenden Förderprogramm beantragt. Die beantragte Förderung beläuft sich demnach für beide Städte zusammen auf rund 200 000 Euro, was einem Zehntel des gesamten Programms entspricht.

Im Juli waren die Kommunen als Schulträger um Auskunft zum Bedarf an Luftfiltergeräten gebeten worden. «Derzeit liegen Daten von circa 25 Prozent aller Schulen in Mecklenburg-Vorpommern vor», so die Landesregierung. «Der Bedarf an Luftreinigungsgeräten wurde mit 511 angegeben. Für die Anschaffung von 146 dieser Geräte liegen entsprechende Förderanträge vor.»

Zunächst hatten die meisten Kommunen erklärt, mit Hilfe des Förderprogramms lieber die billigeren CO2-Messgeräte anschaffen zu wollen, die anzeigen, wenn die Luft im Klassenzimmer allgemein zu schlecht wird und gelüftet werden sollte. Einige Kommunen haben mit Blick auf den nahenden Herbst und Winter offenbar umgedacht. Darüber hinaus planen Schulträger laut Regierung den Einbau von stationären raumlufttechnischen Anlagen.

Entwurf: Maskenpflicht könnte für einige Schüler gelockert werden

Seit Schulbeginn Anfang September müssen alle Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen Maske tragen. Das könnte sich künftig zumindest für einige ändern.

Hannover (dpa/lni) - Jüngere Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen könnten von der geplanten überarbeiteten Corona-Verordnung profitieren und künftig keine Maske mehr im Unterricht tragen müssen. Wie aus einem Verordnungsentwurf hervorgeht, müssen Kinder, die in die erste und zweite Klasse gehen, keine Maske mehr tragen, wenn sie einen Sitzplatz in einem Unterrichts- oder Arbeitsraum eingenommen haben. Ein entsprechender Entwurf der Corona-Landesverordnung liegt der Deutschen Presse-Agentur in Hannover vor. Alle Schülerinnen und Schüler im Bundesland müssen derzeit im Unterricht noch Schutzmasken tragen. Die derzeitige Corona-Landesverordnung gilt noch bis zum 22. September. Mögliche Änderungen könnten somit kommende Woche in Kraft treten.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte diese Woche im Landtag bereits angekündigt, dass mit der sogenannten 2G-Regel künftig in weiteren Bereichen die Maskenpflicht und das Abstandhalten wegfallen sollen - etwa in Gastronomie, Kultur und Sport.

Nach der 2G-Regel wird der Zutritt zu bestimmten Bereichen nur gewährt, wenn Menschen gegen das Coronavirus geimpft oder genesen sind. Ein negativer Corona-Test reicht dann in der Regel nicht mehr aus. In der derzeitigen Corona-Verordnung können Betreiber von Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars bereits den Zugang auf Gäste beschränken, die geimpft oder genesen sind. Dann muss zum Beispiel keine Maske mehr getragen werden. Menschen bis 18 Jahren sollen demnach auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen. Kinder, die jünger als zwölf Jahre sind, können sich noch nicht impfen lassen.

Laut des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) befürwortet die Mehrheit der Gastronomen in Niedersachsen die 2G-Regel, erwartet aber auch, dass sie die angekündigten Erleichterungen dann auch tatsächlich umsetzen können.

Für einen Wechsel von einer Corona-Warnstufe in die nächsthöhere muss laut Weil künftig der entsprechende Leitwert bei dem Krankenhausindikator erreicht sein - hinzukommen müsse dann ein weiterer Indikator, entweder die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen oder der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. Auch dort müssten jeweils die bereits bekannten Schwellenwerte überschritten werden. Daneben werde auch die 50er Inzidenzschwelle beibehalten, ab dem der Zutritt für bestimmte Bereiche auf Genesene, Geimpfte und Getestete (3G) beschränkt werden soll.

In dem Verordnungsentwurf ist von drei Warnstufen die Rede. Erreicht ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt die höchste Stufe, benötigen demnach Ungeimpfte einen PCR-Test für Bereiche, die mit einer Testpflicht verbunden sind.

An der bestehenden Corona-Verordnung hatte es beispielsweise von Oppositionsparteien Kritik gegeben, weil einzelne Warnstufen, die entscheidend für verschärfte Maßnahmen sind, nicht konkret benannt worden seien.

«Auch wenn in der neuen Verordnung nun alle drei Warnstufen endlich mit ihren Folgen definiert sind, ist die Verordnung weiterhin unübersichtlich und zu komplex, um alltagstauglich eine Übersicht über die geltenden Regeln zu bieten», kritisierte der FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Birkner den Entwurf. Nach Ansicht seiner Fraktion sollte die Maskenpflicht im Unterricht unabhängig vom Alter der Schülerinnen und Schüler wegfallen.

Kritik zum Verordnungsentwurf kam ebenfalls von den Grünen: «Transparenz und Verständlichkeit sehen anders aus. Diese Verordnung ist noch umfangreicher und unverständlicher geworden, als die vorherigen», bemängelte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Meta Janssen-Kucz. «Fakt ist: wenn nur noch Experten die Verordnung lesen und den Überblick behalten können, verlieren die Maßnahmen an Akzeptanz und damit ihre Wirkung für ausreichenden Gesundheitsschutz und den Schutz vor der Überlastung des Gesundheitssystems.»

OECD: Mehr als 180 Tage gestörter Unterricht in Corona-Zeit

Schulen und Kitas sollen nicht mehr schließen, wird immer wieder betont. Zahlen der OECD zeigen nun, wie sehr die Schließungen und Einschränkungen in der Vergangenheit den Unterricht eingeschränkt haben.

Berlin (dpa) - Zwei Drittel der Unterrichtstage waren in den ersten Corona-Wellen in Deutschland durch geschlossene oder nur teilweise geöffnete Schulen beeinträchtigt. Diese Zahlen hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag vorgelegt. Die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler im Land hatten seit Beginn der Pandemie bis zu diesem Frühjahr im Schnitt an mehr als 180 Tagen sogenanntes Homeschooling, Wechselunterricht oder andere Unterrichtsformen, weil Schulen zu oder nur zum Teil geöffnet waren. Das sind 67 Prozent der rund 270 Schultage im untersuchten Zeitraum zwischen Januar 2020 und 20. Mai 2021.

Grundschulen waren demnach im Schnitt 64 Tage geschlossen und 118 Tage nur teilweise geöffnet. Weiterführende Schulen waren an 85 Tagen geschlossen und an 98 Tagen nur eingeschränkt in Betrieb, Gymnasien oder Berufsschulen waren 83 Tage zu und 103 Tage nur teilweise geöffnet. Kitas waren im Untersuchungszeitraum im Durchschnitt 61 Tage vollständig geschlossen. Zahlen zum Teilbetrieb bei Kitas liegen nicht vor.

OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher sagte am Donnerstag: «Man muss bei zukünftigen Krisen sich Gedanken machen, was die Prioritäten sind.» Er verwies darauf, dass andere OECD-Länder bei ähnlicher oder noch schwierigerer Infektionslage, die politische Entscheidung getroffen hätten, die Schulen offenzuhalten.

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) begründete das Vorgehen in Deutschland mit der starken Rolle der Gesundheitsfrage im Abwägungsprozess, «was übrigens auch von der Gesellschaft ja lange, lange so auch mitgetragen wurde.» In Umfragen habe man weitestgehende Akzeptanz dafür gesehen, dass man sehr restriktiv rangegangen sei. Schleicher sagte, es sei international keinerlei statistischer Zusammenhang zwischen der Höhe der Infektionsraten und der Länge der Schulschließungen zu sehen.

Die OECD legte die Daten im Rahmen ihrer jährlich veröffentlichten Erhebung «Bildung auf einen Blick» vor. In der mehr als 500-seitigen Studie werden die Bildungssysteme der 38 OECD- und weiterer Länder miteinander verglichen. Unter anderem wird untersucht, wie viel Geld die Länder für Bildung ausgeben oder wie Schulen und Kitas personell aufgestellt sind.

Hervorgehoben wird für Deutschland, dass sowohl in der Altersgruppe unter drei Jahren als auch im vorschulischen Bereich mehr Kinder an frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung teilnähmen als im OECD-Durchschnitt. Die jährlichen Bildungsausgaben pro Schülerin und Schüler seien zudem höher als im OECD-Durchschnitt. Allerdings gibt Deutschland dem Bericht zufolge bezogen auf sein Bruttoinlandsprodukt (BIP) weniger Geld für Bildungseinrichtungen aus als die OECD-Länder im Schnitt. 2018 waren es demnach 4,3 Prozent des BIP, verglichen mit einem OECD-Durchschnittswert von 4,9 Prozent.

Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt müsse deutlich wachsen, forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). «Mit den bisher eingesetzten Mitteln schaffen wir es in Deutschland bis heute nicht, für Chancengleichheit zu sorgen», sagte GEW-Vorstandsmitglied Anja Bensinger-Stolze. Die Gewerkschaft erneuerte zudem ihre Forderung nach besserer Bezahlung für Lehrkräfte und verwies auf einen «dramatischen Lehrkräftemangel» an Grundschulen. Nur so werde der Lehrkräfteberuf für junge Menschen bei der Berufswahl wieder attraktiver.

OECD-Bildungsdirektor Schleicher sieht andere Gründe: «Es geht weniger daum, den Lehrerberuf finanziell attraktiver zu machen, das ist er schon. Es geht eher darum das Berufsfeld intellektuell attraktiver zu machen». Laut OECD-Bericht sind die Gehälter für Lehrkräfte in Deutschland höher als in allen anderen OECD-Ländern mit verfügbaren Daten. Schleicher plädierte für neue Karrierestrukturen, die Lehrkräften eine Weiterentwicklung ermöglichten. Schule müsse ein spannendes Arbeitsumfeld sein. In Deutschland sei der Lehrerberuf immer noch sehr auf Unterricht im Klassenzimmer beschränkt.

Kostenlose Tests für Schüler - Neue Corona-Regeln beschlossen

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Schüler können sich auch in den Herbstferien (4. bis 16. Oktober) kostenlos auf Corona testen lassen. Das gehe in den Testzentren, bei Bedarf stellten Schulen vor den Ferien aber auch Testkits zur Verfügung, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Donnerstag. «Die Selbstauskunft nach einem negativen Corona-Selbsttest gilt dann für Schülerinnen und Schüler wie ein Testzertifikat aus dem Testzentrum.» Der Test gelte 72 Stunden.

Bereits am Mittwoch hatte die Landesregierung mit der ab 20. September geltenden neue Corona-Verordnung des Landes einen Paradigmenwechsel beschlossen. Die Corona-Beschränkungen werden damit überall aufgehoben, wo die sogenannte 3G-Regel gilt, wonach Menschen vollständig geimpft, genesen oder getestet sein müssen. Dies gilt für alle Veranstaltungen. Die Maskenpflicht gilt künftig nur noch beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr oder dem Einzelhandel.

Draußen sind zudem viele Aktivitäten wieder uneingeschränkt möglich. Kino- oder Konzertsäle können bei Einhaltung der 3G-Regel wieder voll ausgelastet werden. Bei Sportveranstaltungen gibt es keine Zuschauer-Obergrenzen mehr. Auch in Diskotheken darf wieder ohne Maske getanzt werden. Wer nicht vollständig geimpft ist, braucht aber ein höchstens sechs Stunden altes Testergebnis.

Das Abstandsgebot von 1,5 Metern ist in Schleswig-Holstein nur noch eine Empfehlung (Ausnahme sind Wahlgebäude). Die Regelungen zur Erfassung der Kontaktdaten in Innenbereichen werden nahezu aufgehoben. Dies betrifft insbesondere Veranstaltungen, Gaststätten, Freizeit- und Kultureinrichtungen, körpernahe Dienstleistungen, Sporteinrichtungen und touristische Busfahrten. Auch im Hotel gilt künftig die 3G-Regel, die Vorgaben zu wiederholten Tests entfallen.

Oberverwaltungsgericht bestätigt Maskenpflicht an allen Schulen

Lüneburg (dpa) - Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat die derzeit geltende Maskenpflicht in Schulgebäuden in Niedersachsen bestätigt. Eine Ausnahme sei derzeit auch nicht für Grundschüler geboten, teilte das Gericht nach einem entsprechenden Beschluss am Donnerstag mit. Eltern hatten im Namen ihrer Kinder gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Schulen geklagt. Ihrer Ansicht nach ist diese vor allem für Grundschüler unverhältnismäßig. Das Gericht folgte der Argumentation der Eltern nicht.

Zwar könne das längere Tragen einer Maske bei Kindern zu kurzfristigen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen führen. Schwere gesundheitliche Schäden seien aber nicht belegt. Der Schutz vor Überlastung des Gesundheitssystems rechtfertige zurzeit noch die generelle Maskenpflicht in Schulgebäuden. Sobald aber eine Überlastung nicht mehr zu befürchten sei - etwa bei einer höheren Impfquote -, müsse die Maskenpflicht zumindest für jüngere Kinder aufgehoben werden. Der Gerichtsbeschluss ist rechtskräftig.

Seit Ende der Sommerferien müssen alle Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen wieder zur Schule gehen. Sie müssen auch im Unterricht eine Maske tragen.

15.09.2021

Ärger bei Lehrerverbänden: Lolli-Tests zu kurzfristig

München (dpa/lby) - Die Ruhe währte nur kurz: Unmittelbar nach Beginn des neuen Schuljahrs haben sich Lehrervertreter am Mittwoch zornig zu Wort gemeldet. Grund für den Unmut ist einmal mehr das Vorgehen des Kultusministeriums - speziell die Vorgaben zu den kurzfristig einzuführenden Lolli-Tests an Grund- und Förderschulen sowie die Organisation von Impfangeboten.

«Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck. Musste das so sein?», so die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, in München. Erst am Freitag habe das Ministerium die Schulen über die neuen PCR-Pooltests informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit den kindgerechten Lolli-Tests zum Lutschen soll es bereits am nächsten Montag flächendeckend losgehen. «Das ist Wahnsinn», so Landesvize Florian Kohl.

Binnen weniger Tage sollten die Eltern informiert, Einverständniserklärungen eingeholt, Elternabende abgehalten, Zugänge zu einer digitalen Schnittstelle erstellt und die Logistik geklärt sein. «Das ist schlicht unmöglich», betonte Kohl. Fleischmann kritisierte zudem, dass die Schulleitungen obendrein noch Impfangebote direkt an den Schulen zu organisieren hätten. Die Verbände forderten, den Zeitdruck rauszunehmen und Schulen von nicht-pädagogischen Aufgaben zu entlasten.

Leere Klassen: Österreich lockert Quarantäneregeln an Schulen

Wien (dpa) - Österreich lockert nach einem starken Anstieg isolierter Jungen und Mädchen innerhalb kürzester Zeit seine Quarantäneregeln an Schulen. Künftig dürfen sich Schüler laut neuem Erlass des Gesundheitsministeriums bereits nach fünf statt zehn Tagen aus der Quarantäne freitesten. Ein negativer PCR-Test soll die frühzeitige Rückkehr ermöglichen. Zudem sollen bei älteren Schülern nur noch direkte Sitznachbarn und enge Kontaktpersonen erkrankter Kinder in Quarantäne geschickt werden. An Grundschulen konnte schon bisher bei nur einem Infektionsfall von einer Quarantäne der Mitschüler abgesehen werden. Wissenschaftler und Ärzte äußerten sich skeptisch zu den neuen Regeln. 

Österreichweit waren kurz nach Schulbeginn nach Angaben der Tageszeitung «Kurier» schon 465 Klassen isoliert. Genaue Zahlen, wie viele Kinder betroffen waren, gab es von offizieller Seiten nicht.

Am Mittwoch meldeten die Behörden über 2600 Corona-Neuinfektionen im Land mit fast neun Millionen Einwohner. Das ist der höchste Wert seit Mitte April. Dies bedeutete eine Sieben-Tages-Inzidenz von 164 Fällen auf 100 000 Einwohner. 198 Menschen mussten auf der Intensivstation betreut werden. Insgesamt lagen 825 Patienten aufgrund einer Infektion mit dem Virus im Spital. Zudem wurden sieben Todesfälle gemeldet. Nicht ganz 60 Prozent der Österreicher sind durch Impfungen voll immunisiert.


14.09.2021

Schulstart: Söder verspricht keine weiteren Schulschließungen

Um Schulen weiterhin offen halten zu können, setzt der Freistaat verstärkt auf Tests und eine neue Quarantäne-Regelung. Doch bei den Vorbereitungen auf das neue Schuljahr lief nicht alles rund. Der Ministerpräsident zeigt sich trotzdem zuversichtlich.

München (dpa/lby) - Nach den langen Sommerferien hat auch in Bayern das neue Schuljahr wieder begonnen. Trotz der Dauersorgen vor Infektionen an den Schulen, gibt sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zuversichtlich: «Ich glaube insgesamt, dass wir ein sicheres Schuljahr erleben werden - trotz Corona», sagte er am Dienstag vor Schülern eines Gymnasiums in München.

Bei seinem Besuch zusammen mit Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) räumte Söder aber erneut Nachholbedarf bei der Beschaffung von Luftreinigern für Klassenzimmer ein. Der Wunsch sei nach wie vor, viele Luftreiniger in den Schulen stehen zu haben. «Da gibt es tatsächlich noch bei einigen Nachholbedarf», gestand Söder. Wie groß dieser genau ist, weiß die Staatsregierung allerdings nicht, weil die jeweiligen Schulträger den Bedarf dezentral ermitteln.

Anhaltspunkte für die Summe der bereits angeschafften Geräte geben die Zahlen der Förderanträge, auch wenn nicht alle Träger die finanzielle Unterstützung des Freistaats in Anspruch genommen haben. Nach Angaben des Kultusministeriums wurden in den ersten beiden Antragsrunden - wie bereits bekannt - für rund 14 100 Klassenzimmer und Fachräume Luftreinigungsfilter bewilligt. In der aktuell laufenden dritten Runde erhöhe sich die Anzahl der gestellten Anträge täglich spürbar, bislang seien es rund 10 000.

Die zur Verfügung stehende Fördersumme für Schulen und Kitas sei damit aber noch nicht ausgeschöpft, erläuterte ein Sprecher des Ministeriums. Sie war von 50 Millionen Euro für die ersten beiden Runden auf 190 Millionen Euro aufgestockt worden.

Seit Dienstag gehen wieder rund 1,64 Millionen Buben und Mädchen in die Schule - darunter 121 000 Erstklässler. Um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden, setzt der Freistaat auf Maskenpflicht und Corona-Tests an den Schulen. Ziel sei es auch, so viele Schüler wie möglich zur Impfung zu bewegen.

Nach Angaben von Söder seien in Bayern knapp 33 Prozent der 12- bis 17-Jährigen einmal und 25 Prozent vollständig geimpft. Um diese Zahlen zu steigern, sollen für Schüler ab zwölf Jahren Anreize mit Impfangeboten in Schulen gemacht werden. Impfen sei der einzige Weg aus der Pandemie, betonte Söder.

Die Delta-Variante des Virus hatte sich in den vergangenen Wochen insbesondere unter den jüngeren Menschen, die nicht geimpft sind, massiv verbreitet. In anderen Bundesländern waren nach dem dortigen Ferienende auch immer wieder Schulen von Corona-Fällen betroffen.

«Wir wollen mehr Normalität, möglichst viel Normalität haben in diesem Schuljahr», betonte Piazolo. Ziel sei es, dass es auch wieder Besuche von Schullandheimen und mehr Angebote für Kunst und Sport gebe. Im vergangenen Schuljahr waren wegen der Pandemie und der langen Phasen von Distanzunterricht primär nur noch die Kernfächer unterrichtet worden.

Die an Grundschulen bereits fest eingeplanten sogenannten Lollitests sollen außerdem bald auch die Sicherheit in Kitas verbessern. Nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag übernimmt der Freistaat ab sofort auch die Kosten für solche Pool-Tests auf PCR-Basis. PCR-Tests gelten als zuverlässiger als Antigen-Schnell- oder Selbsttests. Bei den Lollitests lutscht jedes Kind an zwei Tupfern. Die Proben werden gesammelt und im Labor als Pool untersucht. Sollte eine Sammelprobe positiv sein, wird das betreffende Kind ermittelt.

Um weitere Schulschließungen zu vermeiden, wurde außerdem die Quarantäne-Regel neu angepasst: Bei einem Corona-Fall soll nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden. Stattdessen sollen die Kinder eine Woche lang täglich getestet werden. Enge Kontaktpersonen, die doch in Quarantäne mussten, können diese nach fünf Tagen mit einem negativen Testergebnis vorzeitig beenden.

Zum Beginn des Schuljahres ist für den Ablauf des Unterrichts nicht mehr primär die Inzidenz maßgeblich, also die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche, sondern die Auslastung der Krankenhäuser. Bei jüngeren Menschen sind die Krankheitsverläufe verglichen mit Älteren zwar meist weniger problematisch. Gleichwohl gibt es aber auch hier Risiken, auch hinsichtlich möglicher Langzeitfolgen.

Flächendeckende Schnelltests: Nur wenige Corona-Fälle in Schulen

Dresden (dpa/sn) - Nur wenige Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler waren nach Angaben des Kultusministeriums zu Beginn des Schuljahres mit Corona infiziert. Die flächendeckenden Antigen-Schnelltests in den ersten Schultagen ergaben bei den Kindern und Jugendlichen eine Infektionsrate von 0,02 Prozent, wie das Kultusministerium am Dienstag mitteilte. Von mehr als einer Million Tests fielen demnach nur 219 positiv aus. Unter den Lehrkräften wurden 22 Infektionen nachgewiesen. Die Infektionsrate lag demnach bei 0,05 Prozent.

«Schülerinnen und Schüler sowie das Schulpersonal sind die einzigen Bevölkerungsgruppen, die seriell so umfangreich getestet werden», heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Derzeit müssten sich beide Gruppen dreimal wochentlich testen, solange kein vollständiger Impfschutz besteht.

Schüler- und Lehrervertreter vermissen «Plan B» für Corona-Schuljahr

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Schülervertreter und die Lehrergewerkschaft GEW vermissen zum Start des neuen Schuljahrs unter Corona-Bedingungen in Hessen einen «Plan B». «Es wurde versäumt, gute Konzepte für den Wechselunterricht zu erstellen», sagte Landesschulsprecherin Jessica Pilz am Dienstag in Frankfurt. «Nur Präsenzunterricht zu planen, ist ein Wiederholungsfehler.» Sie sprach sich außerdem für Verbesserung der Hygieneausstattung an den Schulen aus, etwa Hygienespender in den Gängen oder die Bereitstellung hochwertiger FFP2-Masken.

Masken nützten allerdings nur, wenn sie auch passten, so Volkmar Heitmann, Vorsitzender des Landeselternbeirates. «Wir brauchen FFP2-Masken auch für kleinere Köpfe.» Heitmann sprach sich gegen Impfaktionen an den Schulen aus, da dies zu großem Ärger in der Elternschaft führen könne, wenn die Frage einer Impfung unterschiedlich gesehen werde. Etwas anderes seien beispielsweise Impfbusse vor den Schulen mit ausführlicher Beratung.

Birgit Koch, Vorsitzende der GEW Hessen, plädierte für zusätzliche Förderangebote, mit denen nicht nur Lernrückstände aufgeholt, sondern auch soziales Lernen gefördert werden solle. Das Nachholen versäumten Stoffes müsse aber im Schulalltag geschehen, in kleinen Gruppen und mit Doppelbesetzung in den Klassen, so dass ein Lehrer oder eine Lehrerin Förderangebote innerhalb des normalen Unterrichts integrieren könne. Dazu sei allerdings mehr Personal an den Schulen nötig.

 

11.09.2021

Deutlich mehr Schulabbrecher im Jahr 2021

Nach den ersten Schulschließungen im Frühjahr 2020 konnten alle Schüler in MV versetzt werden, auch wenn die Leistungen nicht ausreichend waren. Die Zahl der Schulabbrecher sank in dem Jahr. Das ist nun vorbei.

Schwerin (dpa/mv) - Die Zahl der Schulabbrecher ist in Mecklenburg-Vorpommern nach einem Rückgang im vergangenen Jahr jetzt wieder gestiegen. Im Juni verließen 1075 Jugendliche die allgemeinbildenden Schulen mit weniger als der Berufsreife, wie das Statistische Landesamt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Von ihnen haben 646 gar keinen Abschluss und 429 einen Förderschulabschluss, der ebenfalls nicht zur nahtlosen Aufnahme einer Berufsausbildung berechtigt. Im bundesweiten Vergleich gelten diese Jugendlichen deshalb ebenfalls als Schulabbrecher.

Im vergangenen Jahr waren dem Amt zufolge nur 919 Jungen und Mädchen mit weniger als der Berufsreife aus den allgemeinbildenden Schulen entlassen worden (432 ohne Abschluss, 487 mit Förderschulabschluss). Noch ein Jahr davor - 2019 - waren es 1225 (705 ohne Abschluss, 520 mit Förderschulabschluss). Ihr Anteil an allen Schulabgängern lag 2019 bei 9,2 Prozent, sank 2020 auf 7,2 Prozent, um 2021 wieder auf 8,1 Prozent zu steigen.

«Größere Abweichungen zu den Vorjahren resultieren mutmaßlich aus den pandemiebedingten, geänderten Versetzungsregeln», erläuterten die Statistiker. In der Tat hatte das Bildungsministerium nach den wochenlangen Schulschließungen in der ersten Infektionswelle und des teils holprigen Fernunterrichts im Frühjahr 2020 verfügt, dass alle Schüler ungeachtet der Leistung versetzt werden können. Oppositionspolitiker hatten daraufhin gewarnt, dass es 2021 ein «böses Erwachen» geben werde. Nicht jeder, der 2020 Lernlücken erlitten hatte, konnte sie 2021 so weit schließen, dass er den Abschluss schaffte.

Die Linke hatte vorgeschlagen, das Schuljahr nach den Sommerferien 2020 bis zu den Herbstferien des darauffolgenden Schuljahres zu verlängern, um pandemiebedingte Wissenslücken zu schließen. Dem folgte das Bildungsministerium nicht. «Das rächt sich jetzt», meinte die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Simone Oldenburg. «Der Anstieg der Zahl der Jugendlichen, die in der Corona-Pandemie die Schule ohne Abschluss verlassen haben, geschah mit Ansage.» Die Schüler seien zu wenig unterstützt worden und hätten jetzt einen schlechteren Start ins Berufsleben.

10.09.2021

Künftig drei Corona-Selbsttests an weiterführenden Schulen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Im Zuge der neuen Quarantäne-Regeln sollen sich Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen künftig drei Mal die Woche selbst testen - und zwar montags, mittwochs und freitags. Bisher waren zwei Corona-Selbsttests üblich. «Eine dritte regelhafte Testung gibt zusätzliche Sicherheit bei der Kontrolle des Infektionsgeschehens», heißt es in einer Rundmail des NRW-Schulministeriums. Die neue Vorgabe gilt vom 20. September an. An Grund- und Förderschulen bleibt es bei zwei PCR-Pooltests pro Woche.

Das Ministerium präzisierte eine Ankündigung vom Dienstag, wonach eine Quarantäne von Schülerinnen und Schülern grundsätzlich nur noch auf die nachweislich infizierte Person zu beschränken ist. Dies gelte «ab sofort». Die Quarantäne von Kontaktpersonen oder ganzen Kurs- oder Klassenverbänden werde nur noch in ganz besonderen und sehr eng definierten Ausnahmefällen erfolgen, betonte Staatssekretär Mathias Richter in der Mail an alle Schulen.

Bedingung dafür, dass nur die infizierte Person in Quarantäne muss, sei die Einhaltung aller Hygieneregeln einschließlich des Masketragens in Innenräumen. Erhalte die zuständige Behörde von der Schule keine gegenteiligen Hinweise, müssten Kontaktpersonen nicht einzeln nachverfolgt werden. «Dies gilt auch für die Betreuung von Kindern in Rahmen des Offenen Ganztags und weiterer schulischer Betreuungsangebote», betonte Richter.

Auch bei Ausnahmen von der Maskenpflicht - etwa im Sportunterricht - soll es bei einzelnen Infektionen keine Nachverfolgung geben. Diese Ausnahmen müssen klar dokumentiert sein. Außerdem müssten die Regeln wie etwa zum Abstand weitmöglichst eingehalten werden. Das Ministerium wies darauf hin, dass vollständig Geimpfte oder Genesene ohne Symptome von Quarantäne ohnehin ausgenommen sind.

Die bisherige Pflicht, die Platzverteilung durch Sitzpläne zu dokumentieren, fällt weg. Nur im Einzelfall soll das noch nötig sein. Ebenfalls «ab sofort» können sich Schüler, die gegenwärtig in Quarantäne sind, durch einen PCR-Test «freitesten». Allerdings darf der Test frühestens nach dem fünften Tag der Quarantäne gemacht werden. Bei einem negativen Testergebnis darf man sofort wieder am Unterricht teilnehmen.

Die SPD kritisierte, die Erhöhung auf drei Tests pro Woche reiche für eine von Corona betroffene Klasse nicht. «Deshalb bleiben wir bei unserer Forderung, dass die Kinder, die nicht in Quarantäne gehen, umgehend täglich getestet werden müssen», sagte Fraktionsvize Jochen Ott. Das gelte erst Recht für die Grundschulen, wo es noch keinerlei Impfschutz gebe.

Corona-Testheft soll Schülern Erleichterungen im Alltag bringen

(dpa/lhe)Für alle hessischen Schülerinnen und Schüler gibt es seit Beginn des neuen Schuljahrs ein Corona-Testheft. Damit kann man sich die Teilnahme an einem Antigen-Selbsttest und am Schutzkonzept der Schule bescheinigen lassen. Das Heft in Kombination mit Schülerausweis, Personalausweis oder Kinderreisepass ersetzt nach Angaben des Kultusministeriums den Nachweis eines negativen Tests durch eine zertifizierte Einrichtung. Es kann etwa für Kinos oder Restaurants genutzt werden. Wer das Heft regelmäßig und aktuell führt, gilt als negativ getestet.

Studie: Zweiter Corona-Lockdown hinterlässt deutliche Lernlücken

Hamburg (dpa/lno) - Vor allem der zweite Corona-Lockdown hat einer aktuellen Studie zufolge deutliche Lernlücken bei Hamburger Schülerinnen und Schülern hinterlassen. Das zeige sich vor allem beim Lesen und in Mathe für Kinder aus bildungsfernen Familien, teilte die Schulbehörde am Freitag mit. Zu diesem Fazit kommt die Schulbehörde nach Auswertung der hamburgweiten Lernstandsuntersuchung «Kermit 3», an der mehr als 15 000 Schüler teilgenommen haben - das sind mehr als 85 Prozent der Hamburger Drittklässler. Die Gruppe der lernschwachen Schüler im Bereich Lesen sei um rund 11 Prozent größer geworden. Bei Mathematik stieg der Anteil lernschwacher Schüler um 8,7 Prozent.

In der Rechtschreibung verbesserten sich die Leistungen im Vergleich zu früheren Jahrgängen jedoch. Allerdings kann dieser Effekt auch damit zusammenhängen, dass die Getesteten als erster Jahrgang von der «Rechtschreiboffensive» an Hamburger Grundschulen profitierten, hieß es. Die Schulschließungen im Rahmen des ersten Lockdowns von März bis Mai 2020 führten dagegen laut Untersuchung nur zu geringen Lernrückständen.

Der zweite Lockdown begann im Dezember 2020 und dauerte bis Frühjahr dieses Jahres. «Fernunterricht war und ist kein Ersatz für den Unterricht in der Schule», sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). «Die Schulschließungen haben gerade bei Kindern aus sozial benachteiligten Stadtteilen zu deutlichen Lernrückständen geführt.» Die Hamburger Untersuchung sei zurzeit vermutlich die einzige Studie dieser Größenordnung in Deutschland.

Laut Schulbehörde ist es eine schwierige Aufgabe, diese Lernrückstände aufzuholen. «Damit das gelingt, setzt Hamburg jetzt das größte Lernförderungsprogramm der letzten Jahrzehnte um», berichtete Rabe. Die Bundesregierung und die Landesregierungen hätten ein gemeinsames Lernförderprogramm vereinbart. Hamburg bekommt nach Angaben der Behörde in diesem und dem nächsten Jahr rund 26 Millionen Euro für zusätzliche Lernförderkurse und weitere rund 26 Millionen Euro für Angebote zur sozialen und psychischen Stärkung der Kinder und Jugendlichen.

Ferienende: Deutlicher Anstieg der Infektionen bei Schülern erwartet

Wenn nach den Sommerferien wieder Schüler im ganzen Land aufeinander treffen, werden Infektionen nicht ausbleiben. Das Landesgesundheitsamt erwartet deutlich steigende Fallzahlen. Doch auch andere Bereiche stehen im Fokus.

Stuttgart (dpa/lsw) - Infektion statt Wiedersehen mit Freunden: Zum Schulstart im Südwesten rechnet das Landesgesundheitsamt mit einem starken Anstieg der Corona-Infektionen bei Schülern. «Es ist zu erwarten, dass die Inzidenz nach dem Beginn des neuen Schuljahres etwa in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen deutlich steigen wird», sagte der Leiter des Referats für Gesundheitsschutz und Epidemiologie, Stefan Brockmann, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Inzidenz bei den Jüngeren dürfte deutlich höher ausfallen als im Rest der Bevölkerung.»

Man schaue mit Zunahme der Impfungen aber bewusst nicht mehr nur auf die Inzidenz, sagte der Chef-Virologe. Zugleich habe man sich das Ziel gesetzt, dass es keine Schulschließungen mehr geben soll. Baden-Württemberg habe den Vorteil, dass die Schulferien in anderen Bundesländern bereits beendet seien und man beobachten könne, wie sich die Infektionszahlen dort entwickeln, um im Südwesten entsprechend zu handeln, sagte Brockmann.

Für die rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler im Land beginnt am kommenden Montag wieder der Unterricht. Das Konzept der Landesregierung im Infektionsfall in einer Klasse heißt Testen statt Quarantäne. Bildungsverbände rechnen deshalb ebenfalls mit einer starken Ausbreitung des Virus unter den Schülern und schon bald wieder mit leeren Klassenräumen.

Doch nicht nur bei den Schülern, auch in der übrigen Bevölkerung erwartet Brockmann wieder eine Zunahme der Ansteckungen. Je herbstlicher es werde, und somit wieder mehr in Innenräumen stattfinde, desto mehr müsse man mit höheren Corona-Fallzahlen rechnen. Das Impfen und die Hygienekonzepte bleiben deshalb aus Sicht Brockmanns die wichtigsten Mittel im Kampf gegen das Virus.

Das Infektionsgeschehen im Land ist in den vergangenen Wochen bereits merklich angestiegen. Zuletzt verzeichnete Brockmanns Behörde rund 2000 tägliche Neuinfektionen, die landesweite Inzidenz stieg über den Wert von 90. Dabei ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche bei den Ungeimpften oder Menschen mit unvollständiger Impfserie mit etwa 200 mehr als doppelt so hoch wie im Landesschnitt. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen mit vollständigem Impfschutz ist dagegen viermal geringer als landesweit. Auch liegen wieder mehr Menschen zur Behandlung von Covid-19 in Kliniken.

Mit mehr Ansteckungen rechnet Brockmann im Herbst auch in den Unternehmen im Land. «Wir beobachten den ganzen Sommer über schon, dass der Arbeitsplatz eine große Rolle bei der Übertragung des Virus spielt», sagte Brockmann. Mit Blick auf mögliche Übertragungswege hält der Chef-Virologe es deshalb für vorteilhaft, wenn Firmen den Impfstatus von Beschäftigten abfragen können.

Angesichts weiter steigender Fallzahlen rücken beim Landesgesundheitsamt zudem die Fälle von Menschen mit Spätfolgen einer Covid-19-Erkrankung, sogenannte Long-Covid-Fälle, stärker in den Fokus. «Aufgrund der großen Anzahl an Menschen, die von Long Covid betroffen sind, muss dies auch Einfluss auf unser Handeln in dieser Pandemie haben», sagte Brockmann. Noch immer sei vieles beim Thema Long Covid unbekannt. Dazu komme, dass es für Long Covid-Fälle keine Meldepflicht gebe. Man sehe diese Fälle erst drei bis sechs Monate nach einer Infektion. «Zugleich beobachten wir, dass die Zahl der Fälle weiter steigt.»

Falsche Coronatest-Ergebnisse an Grundschulen verschickt

Bremer Grundschulen nutzen Lolli-PCR-Tests, die als sehr zuverlässig gelten. Doch ein Software-Fehler hat zahlreiche Lehrkräfte, Eltern und Schüler unnötig beunruhigt.

Bremen (dpa/lni) - Falsche Coronatest-Ergebnisse haben am Freitag zu Aufregung in zahlreichen Bremer Grundschulen geführt. Wie ein Sprecher des Bildungsressorts sagte, erhielten mindestens 30 Schulleitungen Benachrichtigungen über positive Tests an ihren Grundschulen - manche für alle Klassen. Einige Einrichtungen stellten den Schulbetrieb daraufhin ein. «Es ist sehr sicher, dass sehr viele Testergebnisse falsch waren», sagte der Sprecher. «Wie viele Tests tatsächlich positiv waren, wissen wir noch nicht.» Demnach ist klar, dass ein Software-Fehler des Anbieters der Lolli-PCR-Tests dazu führte, dass zahlreiche falsche Ergebnisse verschickt wurden. «Es ist ein Riesen-Ärgernis auf allen Seiten.» Über die Panne hatte zunächst «buten un binnen» berichtet.

Nach Bekanntwerden des Softwarefehlers stellte die Firma das Push-System ein, wie der Sprecher der Bildungsbehörde sagte. Das Unternehmen begann damit, alle Benachrichtigungen zu prüfen und die Schulleitungen über falsche Nachrichten zu informieren. Manche Schulen ließen die Kinder daraufhin zum Unterricht kommen, andere blieben im Distanzunterricht. «Sie sind mit Hochdruck dabei, diesen Fehler auszumerzen, damit er nächste Woche nicht wieder passieren kann», so der Sprecher über die Firma.

Die Schülerinnen und Schüler der Bremer Grundschulen müssen derzeit zwei Mal pro Woche einen Lolli-PCR-Test in der Schule machen. Dabei wird das Test-Stäbchen wie ein Lolli im Mund gelutscht. Anschließend werden alle Stäbchen einer Klasse in einem Behälter gesammelt und als eine Probe im Labor auf das Corona-Virus untersucht. Bis zum nächsten Unterrichtstag ist das Ergebnis da. Wenn es positiv ist, muss jedes Kind einzeln einen PCR-Test machen, um zu wissen, wer infiziert ist. PCR-Tests sind zuverlässiger als Antigen-Schnelltests.

Wie greifen die Corona-Maßnahmen an Hessens Schulen?

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat nach den Sommerferien zwei Präventionswochen in den Schulen angeordnet, in denen die Frequenz von zwei auf drei Corona-Tests erhöht wird. Das Prozedere läuft trotz zeitlicher Einschränkungen im Unterricht ordentlich ab.

Wiesbaden (dpa/lhe) - An Hessens Schulen laufen die Corona-Tests im neuen Schuljahr weitgehend reibungslos. Es gibt vergleichsweise wenige neue Corona-Fälle. Die Kritik von Eltern, Schülern und Gewerkschaftern an zu wenigen Luftfiltergeräten sowie einem Mangel an Sozialarbeitern hält an.

Der Landeselternbeirat und die Landesschülervertretung bestätigten eine Einschätzung des Kultusministeriums, wonach die nach den Sommerferien ausgeweiteten Corona-Tests trotz zeitlicher Beeinträchtigung des Unterrichts problemlos liefen. Es gebe von den Eltern dennoch eine große Zahl von Fragen zu Tests, Hygienebedingungen, Impfungen, Elternabenden und Klassenfahrten, sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Volkmar Heitmann, der Deutschen Presse-Agentur.

Er kritisierte die noch sehr geringe Zahl von Luftreinigungsgeräten in den Schulen. Die bevorstehende kalte Jahreszeit werde das Lüften erschweren. Heitmann forderte den Einsatz von FFP2-Masken auch für Kinder. Auch die Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Birgit Koch, mahnte, die Luftfilter seien noch nicht flächendeckend in den Schulen angekommen, obwohl der Bund weiteres Geld bereitgestellt habe.

Der Leiter der Gesamtschule Gießen-Ost mit etwa 1500 Kindern und Jugendlichen, Frank Reuber, berichtete von knapp 7000 Corona-Tests, die alle negativ seien. Die Lage sei aber von Schule zu Schule unterschiedlich. Durch die Tests gehe auch Unterrichtszeit verloren. «In den Stunden, in denen getestet wird, kann man erstmal 15 Minuten keinen Unterricht machen.» Er hoffe, dass seiner Schule noch Lüftungsgeräte geliefert würden. Ansonsten werde es wieder Kinder geben, die mit Decken den Unterricht verfolgen - und Schulen, die zum Fenster hinaus heizen.

Es müsse zudem mehr Lehrkräfte geben, um versäumten Unterrichtsstoff aus dem vergangenen Schuljahr aufzuholen und auch das soziale Lernen zu fördern, sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirats. Auch die Sozialarbeit sollte deutlich aufgestockt werden. Es müsse mehr Kinder- und Jugendpsychologen geben. «Insgesamt wird viel zu wenig Geld in das System Schule gesteckt.»

Die Forderung nach einer flächendeckenden Ausstattung der Schulen mit Luftfiltergeräten kam auch von der Landesschülervertretung. An den meisten Schulen werde zudem noch immer kein Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt, sagte Landesschulsprecherin Jessica Jolene Pilz der Deutschen Presse-Agentur. «Solche Zustände sind außerhalb von Schulen undenkbar und müssen unverzüglich beendet werden.»

Pilz machte sich für langfristige, in den Schulalltag integrierte Förderangebote sowie einen Ausbau der Sozialarbeit stark, um Versäumnisse aufzufangen. Außerdem müsse die digitale Infrastruktur besser werden. Ein Wunsch der Landesschülervertretung sei auch, Lernkonzepte wie freies Lernen und Lernen in Modulen verstärkt in den Unterricht zu bringen.

Zum Start in die zweite Schulwoche nach den Sommerferien befanden sich etwa 1000 Schülerinnen und Schüler (0,13 Prozent) und etwa 60 Lehrkräfte (0,10 Prozent) in Quarantäne, wie das Kultusministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Vor den Weihnachtsferien Ende vergangenen Jahres habe die Zahl mit 17 000 bis 18 000 (mehr als 2 Prozent) deutlich höher gelegen.

Das Ministerium hat für die Zeit nach den Sommerferien zunächst zwei Präventionswochen angeordnet. Dabei wurde die Testfrequenz von zwei auf drei Corona-Tests pro Woche erhöht. Es besteht auch am Platz während des Unterrichts eine Maskenpflicht. Mehr als 1,45 Millionen Schnelltests wurden nach Angaben des Ministerium von Schülerinnen und Schülern absolviert. Davon seien 1300 (0,09 Prozent) positiv gewesen. Nach einer Prüfung durch PCR-Tests habe die Zahl bei 725 (0,05 Prozent) gelegen.

Bei den Lehrkräften seien lediglich 53 von 64 000 Tests positiv gewesen, nach der PCR-Überprüfung lediglich 14. Diese Werte und auch die aktuelle Zahl der Lehrkräfte in Quarantäne zeigten den Wert von Impfungen, betonte das Haus von Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Schulschließungen gebe es nicht. Zu Beginn des vergangenen Schuljahres waren noch sieben Schulen innerhalb der ersten beiden Schulwochen geschlossen worden.

In Hessen lernen in insgesamt 1806 öffentlichen Schulen derzeit 761 500 Schülerinnen und Schüler. Die Zahl der Lehrerstellen beträgt 55 540.

09.09.2021

Das neue Schuljahr startet in Bayern wieder mit Maskenpflicht

In wenigen Tagen startet auch in Bayern das neue Schuljahr. Und Corona wird ein weiteres Jahr ein beherrschendes Thema bleiben - das ist sicher. Masken und Tests bleiben an der Tagesordnung. Lehrerorganisationen sehen dennoch Mängel bei der Vorsorge.

München (dpa/lby) - Von gelockerten Corona-Vorgaben werden Bayerns Schüler am Dienstag, dem ersten Schultag nach den Sommerferien, erst einmal nicht viel spüren. Mit umfassenden Hygienevorgaben starten die mehr als 6000 Schulen im Freistaat ins neue Schuljahr. Im Klassenzimmer gilt dann erst einmal wieder eine generelle Maskenpflicht. Einige Antworten darauf, welche neuen und alten Regeln zum Schulstart gelten:

Wo müssen die Schülerinnen und Schüler Masken tragen?

In den «ersten Unterrichtswochen» gilt generell in allen Innenräumen der Schulen wieder die Maskenpflicht. Auch am Arbeitsplatz im Klassenzimmer dürfen Kinder und Jugendliche diese nicht absetzen, sofern sie nicht mindestens eineinhalb Meter vom Sitznachbarn entfernt sind - selbst wenn sie geimpft sind. An Grundschulen reicht eine einfache Mund-Nasen-Bedeckung aus, ab der fünften Klasse ist eine medizinische Maske gefordert.

Die Maßnahme solle insbesondere Infektionen durch Reiserückkehrer verhindern, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) bereits am Ende des vergangenen Schuljahres. Er forderte die Eltern auch auf, die Kinder auf jeden Fall in den Tagen vor dem Schulstart noch einmal testen zu lassen. Wie lange die Maskenpflicht konkret gelten soll, ist bislang nicht bekannt.

Werden die Kinder weiterhin in der Schule getestet?

Die bereits aus dem vergangenen Schuljahr bekannten Schnelltests bleiben. Drei Mal die Woche sollen sich alle Kinder und Jugendlichen selbst testen. Für die Grundschüler sowie Kinder in Förderzentren wird es, spätestens nach einer Übergangsphase, allerdings neue Tests geben. Bei ihnen sollen dann die sogenannten PCR-Pooltests zum Einsatz kommen, sobald die logistischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind. PCR-Tests gelten als zuverlässiger als die sonst üblichen Schnelltests.

Wie funktionieren diese neuen «Lollitests»?

Die Kinder sollen künftig zwei Mal pro Woche die sogenannten Lollitests machen - statt drei Schnelltests. Jedes Kind lutscht dafür dann an zwei Tupfern. Zunächst werden dann im Labor die Proben von allen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert, um die Betroffenen zu finden und die Schulen sowie Eltern vor dem Schulbeginn am nächsten Tag zu informieren.

Ob dies bereits in der kommenden Woche flächendeckend so funktioniert, ist noch unklar. Piazolo hat zugesagt, dass die Pooltests «rasch nach Unterrichtsstart» beginnen würden. Zumindest noch im September sollen diese überall möglich sein.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in München müssten für eine halbe Million Schülerinnen und Schüler aus mehr als 25 000 Klassen an 3300 Standorten täglich die Tests abgeholt und in Labore transportiert werden. Bis dieses System steht, kommen auch in Grundschulen noch die bisherigen Selbsttests zum Einsatz.

Werden auch die Kinder in den Kitas auf diese Weise getestet?

In den Kindertagesstätten sind keine Pooltests geplant. Das Sozialministerium setzt auf freiwillige Selbsttests, die die Eltern zu Hause bei ihren Kindern durchführen sollen. Dazu sollen weiterhin Berechtigungsscheine von den Einrichtungen verteilt werden, die in Apotheken eingelöst werden können. «Mit jedem Berechtigungsschein erhalten die Familien für einen Zeitraum von jeweils fünf Wochen zehn Selbsttest-Kits pro Kind», erklärte das Ministerium.

Müssen ganze Schulklassen in Quarantäne, wenn ein Kind positiv getestet wird?

Dies soll nach Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) vermieden werden. «Wir alle wollen so wenig Quarantäne wie möglich», sagte Bayerns Gesundheitsminister und GMK-Vorsitzender Klaus Holetschek (CSU) am Montag nach der Sitzung der Minister. Der Präsenzunterricht solle so weit wie möglich stattfinden können.

Grundsätzlich soll bei einem Corona-Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen zunächst in Quarantäne mussten, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können.

Die Bundesländer hatten bislang unterschiedliche Regelungen und wollen nun möglichst einheitlich agieren. Wie die bayerischen Gesundheitsämter die Regelungen nun konkret umsetzen und wer insbesondere bei Verdachtsfällen als Kontaktperson gilt, bleibt abzuwarten.

Sind die Lehrer mit den Maßnahmen zufrieden?

Zumindest mehrere Lehrerverbände sehen das Konzept der Staatsregierung nicht als ausreichend an. Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände, in der vier Einzelverbände vertreten sind, bemängelt, dass es auch nach drei Corona-Wellen kein «klares Gesundheitskonzept für unsere Schulen» gebe.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert ebenfalls die Pläne der Ministerien. Die GEW bemängelt beispielsweise wie die Arbeitsgemeinschaft, dass bislang nicht ausreichend Luftreiniger in den Klassenzimmern zur Verfügung stünden. Obwohl dies seit mehr als einem Jahr diskutiert, vehement gefordert und vor den Sommerferien auch von der Staatsregierung versprochen worden sei, existierten «in der Breite keine technischen Lüftungs- oder Luftfilteranlagen», teilte die GEW mit.

08.09.202

Südwesten bleibt dabei: Intensiv-Tests statt Quarantäne in Schulen

Ist Quarantäne für Kontaktpersonen bei einem Corona-Fall in Schulen und Kitas noch zeitgemäß? Die grün-schwarze Regierung hält tägliche Tests für genauso effektiv. Der Vorteil: Präsenzunterricht und Kita-Betrieb können einstweilen weitergehen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Fünfmal Testen statt fünf Tage nicht in die Schule: Baden-Württemberg will die etwas stärker gelockerten Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen und Kitas beibehalten. Das Land hält an den geplanten Intensiv-Testungen der Kontaktpersonen in den Klassen über fünf Tage hinweg fest - anders als es die Länderrunde erst am Montag mehrheitlich beschlossen hatte.

«Mit verstärkten Tests als Alternative zur Quarantäne erhöhen wir die Sicherheit und ermöglichen verlässlichen Schulunterricht in Präsenz», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Mittwoch. Zuvor hatte die Landesregierung nach dem mehrheitlichen Beschluss der Gesundheitsminister der Länder vom Montag nochmal überprüft, ob die Regelungen angepasst werden müssen. Danach sollen alle Schülerinnen und Schüler vom 27. September an dreimal statt nur zweimal die Woche getestet werden, wie das Kultusministerium der «Schwäbischen Zeitung» bestätigte.

Bund und die meisten Länder hatten bei der Quarantäne entschieden, dass symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in häusliche Isolation müssen, diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Baden-Württemberg hat sich enthalten und will das zum Schulstart am Montag anders regeln: Statt Quarantäne sollen sich alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich testen, sollte ein Mitschüler infiziert sein - geimpfte und genesene Schüler sind ausgenommen. Das infizierte Kind oder der Jugendliche muss sofort für 14 Tage zu Hause bleiben.

Die Kommunen begrüßten das Vorgehen. Der Chef des Landkreistags, Joachim Walter, sagte: «Mit dieser verantwortlichen und abgewogenen Entscheidung sind die Weichen für einen gelingenden Schulstart gut gestellt.»

Gesundheits- und Kultusministerium einigten sich zudem darauf, dass diese Regel nicht nur für weiterführende Schulen gelten soll, sondern auch für Grundschulen. Ursprünglich sollten sich Kontaktpersonen in Grundschulen nur einmal vor Wiederbetreten der Schulen testen lassen. In Kitas bleibt es dabei: Die Quarantäne von Kindern kann bei einem positiven Fall in der Betreuungsgruppe entfallen, wenn diese einmalig negativ getestet werden.

Grundsätzlich sei das Vorgehen von dem Beschluss der Gesundheitsminister gedeckt, ist man sich in der Regierung sicher. Es wird darauf verwiesen, dass auch andere Länder wie NRW, Sachsen oder Bremen ähnlich vorgingen wie der Südwesten.

Die Landesregierung will ihre Verordnung um weitere Regeln ergänzen: So sollen sich Beschäftigte in Schulen und Kitas, die nicht geimpft oder genesen sind, täglich morgens testen. Bei einem Corona-Fall sollen die anderen Schülerinnen und Schüler der Klasse so weit wie möglich - etwa in den Pausen - unter sich bleiben. Der Sportunterricht soll nur draußen und im Klassenverband stattfinden. Im Fach Musik soll während der fünf Tage auf Gesang und das Spielen von Blasinstrumenten verzichtet werden.

Außerdem gilt: Wenn sich ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler einer Klasse innerhalb von zehn Tagen mit dem Coronavirus angesteckt hat, muss das Gesundheitsamt prüfen, ob nicht doch eine weitergehende Quarantäne angeordnet werden muss. Das gleiche gilt für Kitas.

Lucha sprach von einer Abwägung zwischen dem Recht auf Bildung, dem Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen und der Sicherheit vor Corona. «Quarantäne und Isolation sind gerade für viele Familien mit Kindern eine enorme psychosoziale Belastung.» Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) erklärte, das Ziel sei: «Schülerinnen und Schüler konsequent schützen und gleichzeitig - soweit es geht - die Teilnahme am Präsenzunterricht ermöglichen.» Lucha und Schopper wiesen darauf hin, dass tägliche Tests eine gleichwertige Alternative zur Quarantäne sein sollen. Darauf deuteten erste Studien, etwa der Universität Oxford, hin.

Lehrerverbände: Schulschließungen durch schnelles Handeln verhindern

Kultusministerin Schopper will wegen Corona eigentlich keine Schulen mehr schließen. Doch in der vierten Welle werden sich voraussichtlich viele Kinder und Jugendliche anstecken. Hat die Politik genügend Vorkehrungen getroffen, um Präsenzunterricht abzusichern?

Stuttgart (dpa/lsw) - Lehrerverbände und SPD haben die grün-schwarze Landesregierung unmittelbar vor Schulstart aufgefordert, durch schnelles Handeln erneute Schließungen im Herbst noch zu verhindern. Es gebe angesichts der steigenden Infektionszahlen viel zu wenige Luftfilter, CO2-Ampeln und kaum mobile Impf- und Testteams, kritisierten die Gewerkschaft GEW, der Verband der Berufsschullehrer und die SPD-Fraktion am Mittwoch in Stuttgart. «Meine Befürchtung ist, dass wir im Herbst wieder über Fernunterricht reden werden», sagte GEW-Landeschefin Monika Stein. In welchem Ausmaß Schulen geschlossen werden müssten, hänge von der Entwicklung der Corona-Zahlen und der Impfbereitschaft ab.

Die Verantwortung für mögliche Lockdowns liege bei Bund, Land und Kommunen, die nicht genügend in Schutzmaßnahmen investiert hätten, sagte Stein. «Alle drei haben zu wenig dafür getan, Schulen so sicher wie möglich zu machen.» Auch der Chef des Berufsschullehrerverbands im Land, Thomas Speck, sagte: «Der Präsenzunterricht ist meiner Meinung nach sehr gefährdet.» In anderen Bundesländern, in denen die Schule schon länger wieder läuft, sehe man, dass die Zahl der Ansteckungen bei jungen Leuten stark steige, weil viele nicht geimpft seien. Am Montag beginnt in Baden-Württemberg wieder die Schule. Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) setzt auf Präsenzunterricht im gesamten Schuljahr 2021/2022.

GEW-Landeschefin Stein forderte erneut, alle Klassenzimmer mit Luftreinigungsgeräten auszustatten. «Ein Lockdown würde sich dadurch vermeiden lassen.» Das Land und die Kommunen müssten hier viel schneller handeln. «Ich bin mehr als sauer an dieser Stelle.» Speck berichtete, eine Umfrage des Verbands habe ergeben, dass 53 von 180 Schulen keine CO2-Messgeräte hätten, obwohl diese preislich günstig seien. «Es ist peinlich und traurig zu gleich.» Die Lehrkräfte fühlten sich «im Stich gelassen». Zwei Drittel der befragten Berufsschulen hätten angegeben, keine Luftfilter zu haben. Hier habe man in der Corona-Krise zu viel Zeit verstreichen lassen.

Für die SPD unterstützte Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei die Forderungen der Lehrerverbände: «Deutlich mehr Geld für mobile Luftreinigungsgeräte in den Schulen, mehr Angebote zum Impfen mit mobilen Impfteams an den Schulen und flächendeckend Pool-Testungen an den Schulen und Kitas», forderte er.

Bei der Impfkampagne sehen beide Verbände noch großen Nachholbedarf. So müssten auch Impfungen an Schulen für Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahren angeboten werden. Die Idee: Mobile Impfteams und Impfaktionen an Schulen. Um die Impfquote zu erhöhen, seien zudem kreative Ideen gefragt - auch im Gesundheitsministerium von Manne Lucha (Grüne). «Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lucha-Schüler*innen-Döner-Gutschein für jede geimpfte Person ab zwölf Jahren?», schlug Stein vor. Der Grüne könne aber auch Geld für «vegetarische Döner» lockermachen. Zudem müsse mehr informiert werden - auch über die sozialen Medien.

Das Sozialministerium verwies darauf, dass am kommenden Wochenende die Impfzentren vor allem für 12- bis 17-Jährige geöffnet seien. «Fast ein Drittel der 12- bis 17-Jährigen in Baden-Württemberg hat bereits eine erste Corona-Schutzimpfung erhalten», sagte Ute Leidig, Staatssekretärin im Ministerium. Man dürfe jetzt nicht nachlassen.

Die GEW geht nach eigenen Umfragen davon aus, dass 80 bis 95 Prozent der Lehrkräfte vollständig geimpft seien. Die Auskunftspflicht über den Impfstatus der Lehrerinnen und Lehrer hält Stein für nicht sinnvoll. «Es erschließt sich uns nicht, was der Vorteil ist. Welche Konsequenz soll daraus folgen?», fragte Stein. Speck sagte: «Eine Auskunftspflicht bringt nichts, weil wir die Lehrkräfte nicht aus dem Unterricht nehmen können, weil wir sie brauchen.»

Beide Verbände dringen auf regelmäßige Lolli-PCR-Tests in den Schulen. Dieses seien sicherer als die zwei wöchentlich geplanten Antigen-Schnelltests. Wenn die grün-schwarze Regierung dies aus finanziellen Gründen verweigere, sei das «beschämend», sagte Stein. Speck bemängelte, dass durch die Testung am Morgen viel Unterrichtszeit verloren gehe. «Wo bleiben die mobilen Testteams?»

GEW und der Berufsschulverband blicken mit Sorge auch auf den Lehrermangel. Die Zahl der Berufsschullehrer sank nach Specks Angaben im Zeitraum von 2017 bis 2020 um rund 20 Prozent. Besonders in den sogenannten Mangelfächern, wie Elektrotechnik und Informatik fehle der Nachwuchs bei den Lehrkräften. Die GEW befürchtet, dass die Corona-Pandemie das Problem sogar noch verschlimmern könnte. Mehr ältere Lehrerinnen und Lehrer würden überlegen, früher in den Ruhestand zu gehen. «Die Aussage lautet oft: "Lieber gehe ich mit Verzicht auf Bezüge und gehe früher in Rente"», sagte Stein.

Lehrerverbände befürchten wegen vierter Corona-Welle Fernunterricht

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft rechnet damit, dass wegen mangelnder Corona-Schutzmaßnahmen im Herbst wieder Schulen schließen müssen. «Meine Befürchtung ist, dass wir im Herbst wieder über Fernunterricht reden werden», sagte GEW-Landeschefin Monika Stein am Mittwoch in Stuttgart. Die Verantwortung dafür liege bei Bund, Land und Kommunen, die nicht genügend in Schutzmaßnahmen investiert hätten. «Alle drei haben zu wenig dafür getan, Schulen so sicher wie möglich zu machen.»

Auch der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbands im Land, Thomas Speck, sagte: «Meiner Meinung nach ist der Präsenzunterricht gefährdet.» Beide kritisierten, dass es noch immer kaum Luftfilter in den Schulen gebe.

Stein bekräftigte ihre Forderung, alle Klassenzimmer mit Luftreinigungsgeräten auszustatten. «Ein Lockdown würde sich dadurch vermeiden lassen.» Das Land und die Kommunen müssten hier viel schneller handeln. «Ich bin mehr als sauer an dieser Stelle.» Sie sprach sich gegen die Pläne von Bund und Ländern aus, die Lehrkräfte zu einer Impfauskunft zu verpflichten. «Wir halten da nichts davon», erklärte die Gewerkschaftschefin. «Wir wollen nicht, dass sensible Gesundheitsdaten abgefragt werden.» Speck sieht das ähnlich: «Eine Auskunftspflicht bringt nichts, weil wir die Lehrkräfte nicht aus dem Unterricht herausnehmen können.» Dafür sei das Personal viel zu knapp.

Beide Verbände dringen auf regelmäßige Lolli-PCR-Tests in den Schulen. Dieses Tests seien sicherer als die zwei wöchentlich geplanten Antigen-Schnelltests. Wenn die grün-schwarze Regierung dies aus finanziellen Gründen verweigere, sei das «beschämend», sagte Stein. Bleibe die Landesregierung bei ihrem Plan, bei einem Corona-Fall alle anderen Schülerinnen und Schüler fünf Tage lang zu testen, müsse auch dies mit PCR-Tests geschehen. Die grün-schwarze Regierung überprüft derzeit, ob bei einem Corona-Fall in einer Klasse nicht doch auch wieder direkte Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.

07.09.2021

GEW-Chefin fordert zum Freitesten an Schulen PCR-Tests

Berlin (dpa) - Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), hat den Beschluss der Länder für ein einheitlicheres Corona-Konzept an Schulen grundsätzlich begrüßt - jedoch auch Kritik daran geübt. «Dass es jetzt endlich einheitliche Leitlinien gibt, das war dringend überfällig», sagte Finnern RTL/ntv (Dienstag).

Solange es ein funktionierendes Masken- und Lüftungskonzept an Schulen gebe, sei es nachvollziehbar, nur direkte Sitznachbarn im Falle einer Corona-Erkrankung in der Klasse in Quarantäne zu schicken. «Nur: Für mich ist es ganz wichtig, dass das Freitesten mit einem PCR-Test und nicht mit einem Selbsttest passiert, weil wir doch zu oft wissen, dass das Ergebnis der Schnelltests nicht gut genug ist», sagte die GEW-Chefin.

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich am Montag mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte, dies solle als «Leitplanken» für die Gesundheitsämter dienen. Der Beschluss wurde bei Enthaltung zweier Länder angenommen.

Mit Blick auf das Schuljahr zeigte sich Finnern vorsichtig optimistisch «Ich glaube, dass wir in diesem Winter schon anders durchkommen, als im letzten Jahr - auch wenn das Schuljahr alles andere als normal sein wird.»

Luftfilter-Förderung nur für 23 000 Klassen beantragt

Luftfilter in Klassenräumen sollen ein wichtiges Mittel sein, damit Schüler und Schülerinnen in Bayern wieder in der Schule lernen können - und nicht nur daheim am Computer. Doch kurz vor Schulstart ist klar: In vielen Klassen bleibt die Luft ungefiltert.

München (dpa/lby) - Zum Schulstart werden wohl zahlreiche Klassenräume in Bayern nicht mit Luftfiltern ausgestattet sein. Wie viele das sind, ist zwar unklar, aber bis Ende August waren beim bayerischen Kultusministerium nach Angaben eines Sprechers erst für rund 23 000 Klassenräume Fördergelder beantragt worden - von insgesamt rund 75 000. Allerdings gebe es auch Schulen, die die Luftfilter ohne Fördergelder beschafft hätten, betonte ein Ministeriumssprecher. Die Zahl der tatsächlich mit einem Filter ausgestatteten Klassen dürfe darum höher sein. Wie hoch wisse er aber nicht.

«Die beantragte Summe erhöht sich jedoch täglich», sagte der Sprecher außerdem. Nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) waren nur zwei Wochen vor Beginn des Schuljahrs aber erst zehn Prozent der Gelder aus dem jüngsten, im Sommer aufgelegten Förderprogramm abgerufen worden. Das Kultusministerium betonte allerdings, dass früher ausgezahlte Fördergelder dagegen schon zu 100 Prozent abgerufen worden seien.

«Das ist uns schlicht zu wenig. Hier wurde furchtbar viel Zeit verschenkt», sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbandes, Henrike Paede zu den Zahlen aus dem Ministerium. «Viele Schulträger wollen nicht investieren, weil sie nicht wussten, ob mit entsprechender Ausstattung auch wirklich mehr Präsenzunterricht stattfinden kann. Dazu hat die Politik leider nie eine Ansage gemacht.»

Auch für die Präsidentin des bayerischen Lehrerverbandes BLLV, Simone Fleischmann, ist diese Situation untragbar. Denn die Schulen, die es sich leisten konnten, auch ohne Fördergelder Luftfilter anzuschaffen, seien diejenigen, die finanziell gut ausgestattet sind. «Und nicht diejenigen aus einem schwierigeren sozio-ökonomischen Umfeld, in denen die Schüler besonders dringend auf Präsenzunterricht angewiesen sind.»

Sie kritisierte scharf, dass auch nach anderthalb Jahren Pandemie noch immer nicht überall die Möglichkeit für guten Unterricht unter Corona-Bedingungen geschaffen worden sei. «Und so reden wir wieder nur über Corona-Rahmenbedingungen und nicht über Inhalte oder darüber, wie wir es unseren Schülern erleichtern können, mit der Pandemie umzugehen.»

Der Landeselternverband Bayerischer Realschulen forderte «bis spätestens Ende 2021 ein Raumluftreinigungsgerät und Plexiglastrennwände in jedem Klassenraum» und schrieb einen «Brandbrief» an Kultusminister Michael Piazolo. «Unsere Kinder sind die Leidtragenden, weil Sachaufwandsträger sich vor Kosten scheuen, deren Ausgabe die Gesundheit unserer Kinder sichern sollen und die Erhaltung des Bayerischen Bildungsstandards gewährleisten», heißt es darin.

Bildungsministerin Karliczek: Quarantäne-Einigung richtig

Berlin (dpa) - Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Vereinbarung der Gesundheitsminister der Länder zu Quarantäne-Regeln in Schulen begrüßt. «Das wird die Akzeptanz der Regeln erhöhen. Richtig ist der Ansatz, dass die Dauer und die Zahl der Betroffenen der Quarantäne maßvoll eingeschränkt werden», sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das werde dazu beitragen, dass der Präsenzunterricht für möglichst viele Kinder und Jugendliche aufrechterhalten werde. «Wichtig ist aber auch, dass die Gesundheitsämter immer auf den Einzelfall schauen werden.»

Karliczek appellierte erneut an Erwachsene, das Angebot zur Corona-Impfung anzunehmen. «Die Pandemie bleibt für unsere Kinder, die noch nicht geimpft werden können oder noch ungeimpft sind, eine Gefahr.» Je mehr Menschen geimpft seien, desto leichter lasse sich auch das Infektionsgeschehen an den Schulen beherrschen.

Die Gesundheitsminister hatten sich am Montag mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, hieß in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können.

06.09.2021

Gesundheitsminister: Nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne

Was passiert, wenn ein Kind in der Klasse Corona hat? Quer durch die Republik gibt es verschiedene Vorgaben, wer dann wie lange zu Hause bleiben muss. Die Länder nehmen einen Anlauf für mehr Gemeinsamkeit.

Berlin/München (dpa) - Die Gesundheitsminister der Länder haben sich mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund am Montag. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte, dies solle als «Leitplanken» für die Gesundheitsämter dienen. Der Beschluss wurde bei Enthaltung zweier Länder angenommen.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, wenn sich in einer Klasse ein infiziertes Kind findet. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürwortete einfachere Regeln, pochte aber zugleich auf Schutzkonzepte. Voraussetzung sei, dass Grundregeln umgesetzt würden, nämlich Maske im Unterricht, regelmäßige Tests und Lüftungskonzepte, sagte der CDU-Politiker vor den Bund-Länder-Beratungen.

In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschluss heißt es, Quarantäne-Anordnungen seien generell «mit Augenmaß» in Abhängigkeit von der Einhaltung solcher Konzepte zu erlassen. Im Interesse eines möglichst verlässlichen Präsenzunterrichts sei die Anordnung einer Quarantäne außerdem «auf möglichst wenige Personen» zu beschränken. Geimpfte und genesene Personen sollen grundsätzlich ausgenommen sein. Die nötigen Maßnahmen solle die Gesundheitsbehörde vor Ort treffen.

Bei übrigen Kindern der Klasse, die nicht als enge Kontaktpersonen eingestuft sind, sollten «für eine gewisse Zeit» intensivierte Tests vorgenommen werden, heißt es in dem Beschluss weiter. Auch in Kitas solle es Quarantäne «nur mit Augenmaß unter Berücksichtigung der Belange der Kinder und Kinderbetreuungseinrichtungen» geben. Auch hier soll ein «Freitesten» aus einer Quarantäne nach frühestens fünf Tagen möglich sein. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte vor den Beratungen für eine große gemeinsame Linie der Länder geworben, die für sehr viel Akzeptanz bei Eltern sorgen würde.

Die Länder-Gesundheitsminister beschlossen außerdem, das Angebot für Auffrischungs-Impfungen auszuweiten. «Künftig können auch Bürgerinnen und Bürger über 60 Jahren nach ärztlicher Beratung und individueller Entscheidung eine Drittimpfung wahrnehmen – aber frühestens sechs Monate nach der ersten vollständigen Impfserie», sagte Holetschek. Angeboten werden solle dies zudem auch Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen und weiteren Einrichtungen für gefährdete Gruppen. Möglich sind Auffrischungsimpfungen unter anderem schon für Pflegebedürftige, Menschen mit Immunschwäche und ab 80 Jahren.

Der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft VBE, Udo Beckmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: «Die Zeit für eine Quarantäne zu verkürzen und sie auf fünf Tage durch einen Test zu begrenzen, trägt dazu bei, transparente Regelungen zu schaffen. Das baut Unmut und Unverständnis der Menschen ab.» Die eigentliche Aufgabe bleibe aber, nachvollziehbar und möglichst ebenso bundesweit festzulegen, nach welchen Indikatoren entschieden werde, wer in Quarantäne gehen müsse.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sprach sich für gezieltere Quarantäneregeln an Schulen aus. Bedingung sei eine sorgfältige Kontrolle über Tests, sagte Präsident Jörg Dötsch bei einem Pressebriefing des Science Media Centers. Er rief zugleich Erwachsene zu Impfungen auf. Schulschließungen hätten dazu beigetragen, dass es unter Erwachsenen weniger schwere Verläufe gegeben habe. «Wir fordern ganz klar: Bevor noch einmal eine Schule geschlossen wird, müssen auch alle anderen Bereiche des öffentlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens geschlossen werden.»

Spahn appellierte ebenfalls an die Verantwortung der Älteren. Kinder und Jugendliche hätten in der Pandemie auf viel verzichtet, jetzt hätten sie es verdient, dass auf sie Rücksicht genommen werde. Dazu gehöre, die Corona-Ausbreitung durch Vorsicht einzudämmen - denn es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen den Infektionen insgesamt und dem Ausbruchsgeschehen etwa in Kitas und Schulen. Zudem sollten sich mehr Menschen impfen lassen. «Es sollten nicht die Impfmuffel am Ende auch noch die unter 12-Jährigen mit in eine schwierige Situation bringen», sagte Spahn. Für Kinder unter 12 gibt es keinen Impfstoff.

Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind laut RKI knapp 51 Millionen Menschen oder 61,3 Prozent der Bevölkerung. Etwa 54,7 Millionen Menschen oder 65,8 Prozent aller Einwohner haben mindestens eine Impfung. Die Bundesregierung rief erneut dazu auf, Impfangebote zu nutzen. «Für einen sicheren Herbst und einen sicheren Winter zählt jede Impfung», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er verwies auf eine geplante bundesweite Aktionswoche vom 13. bis 19. September, bei der Impfgelegenheiten vor Ort angeboten werden sollen.

Gesundheitsminister beraten über Quarantäne-Regeln an Schulen

In den meisten Bundesländern läuft die Schule wieder. Diskussionen gibt es noch immer über den Umgang mit Schülerinnen und Schülern, in deren Klassen Corona-Fälle aufgetreten sind. Einen bundesweiten Flickenteppich an Regeln will Gesundheitsminister Spahn vermeiden.

Berlin (dpa) - Die Gesundheitsminister der Länder wollen am Montag über Quarantäne-Maßnahmen im Fall von Corona-Infektionen an Schulen sprechen. Dabei solle es um «möglichst einheitliche Regeln» gehen, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern.

Bislang gibt es in den Ländern höchst unterschiedliche Vorgaben für die Quarantäne, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Teilweise werden bereits jetzt nur die Sitznachbarn in Quarantäne geschickt. Viele Schülerinnen und Schüler sind noch nicht geimpft, weil es derzeit keine Impfstoffe gibt, die für Kinder unter zwölf Jahren offiziell zugelassen sind. Zuletzt waren die Infektionszahlen besonders in jüngeren Altersgruppen stark gestiegen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte die Länder am Wochenende aufgerufen, sich auf eine «klare Linie» zu verständigen. Sie würde sich freuen, wenn die Quarantäne von 14 Tagen mit einer klugen Teststrategie verkürzt werden könnte, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor kurzem einheitliche Vorgaben gefordert.

«Wenn eine gute Lüftung im Klassenzimmer gewährleistet ist, wenn vielleicht sogar eine Raumluftfilteranlage drin ist, dann muss man nicht die Kinder einer ganzen Klasse in Quarantäne schicken», sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, im RND-Podcast «Die Schulstunde». «Dann kann man sich auch auf die unmittelbaren Banknachbarn konzentrieren.» Eine Rolle spiele auch, ob es eine Maskenpflicht gebe. Geimpfte Kinder müsse man nicht in Quarantäne schicken.

Meidinger betonte, unterm Strich gehe es darum, wie genau die Situation vor Ort aussehe. Er verstehe, dass Quarantäne-Anordnungen Eltern vor enorme Probleme stellten, teils seien sie aber schlicht notwendig. Ausschließlich infizierte Schüler in Quarantäne zu schicken und dabei auf Kontaktverfolgung komplett zu verzichten, wäre «ein Signal für die schnelle Durchseuchung der Schulen», sagte er.

Der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin am Uniklinikum Jena, Mathias Pletz, hatte am Wochenende davor gewarnt, Corona-Maßnahmen an Schulen vorschnell aufzuheben. «Nach allem, was wir über Delta wissen, kann man es nicht einfach laufen lassen.»

Wie die Vertreter der Bundesregierung forderte auch die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, einheitliche Regeln. «Die Verunsicherung bei Eltern, Lehrerinnen und Lehrern durch die vielen unterschiedlichen Quarantäneregeln ist groß», sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Zum Teil unterschieden sich die Verfahren nicht nur von Land zu Land, sondern auch zwischen einzelnen Gesundheitsämtern. «Die Länder müssen sich jetzt dringend auf bundeseinheitliche Quarantäneregeln für Schulen einigen», forderte Teichert. «Das schafft Sicherheit und erleichtert die Akzeptanz der Maßnahmen.»

Schulstart nach Sommerferien - Corona-Tests und Verkehrskontrollen

Erfurt (dpa/th) - Nach den Sommerferien beginnt an den rund 970 Schulen in Thüringen am Montag wieder der Unterrichtsalltag. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die an den allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen im Freistaat lernen, ist nach Angaben des Bildungsministeriums in diesem Jahr um gut ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen - auf mehr als 249 000. Die meisten von ihnen - rund 220 000 - lernen an rund 800 staatlichen Schulen. Rund 28 500 werden an den 163 Schulen in freier Trägerschaft unterrichtet. In das neue Schuljahr startet Thüringen nicht nur mit den üblichen Verkehrskontrollen auf Schulwegen, sondern wegen der andauernden Corona-Pandemie auch mit einer landesweiten zweiwöchigen Corona-Testpflicht.

Nach dieser Phase soll es diese Pflicht nur in der höchsten Corona-Warnstufe 3 des Freistaates geben. Ausschlaggebend für das Erreichen einer Warnstufe ist in Thüringen neben der Sieben-Tage-Inzidenz unter anderem auch die Belegung der Intensivbetten in Krankenhäusern. In der sogenannten Basis-Stufe, also bei sehr niedrigen Inzidenzen, soll es nach den ersten 14 Tagen gar keine Tests an den Schulen geben.

Schulstart in Sachsen nach den Sommerferien

Dresden (dpa/sn) - Erster Schultag nach den Sommerferien: Für rund 494 000 Schülerinnen und Schüler in Sachsen beginnt an diesem Montag (08.00 Uhr) der Schulalltag. Darunter sind knapp 40 000 Erstklässler und damit etwa 1000 mehr als im vergangenen Jahr. Erneut steht das Schuljahr im Zeichen von Corona - mit zahlreichen Regeln für Quarantäne, Test- und Maskenpflicht.

So müssen sich in den ersten beiden Wochen nach Schulbeginn Schüler, Lehrer und Erzieher dreimal pro Woche testen, wenn die Inzidenz in der jeweiligen Region über dem Wert von zehn liegt. Hinzu kommt eine verschärfte Maskenpflicht in den Schulen. Sie gilt zumindest in den ersten beiden Schulwochen außer an Grund- und Förderschulen auch im Unterricht.

Geplant ist das neue Schuljahr laut Kultusministerium im Präsenzunterricht - unabhängig von der jeweiligen Inzidenz. Einschränkungen wie Wechselunterricht drohen erst dann, wenn die Überlastungsstufe - also eine kritische Bettenauslastung in Krankenhäusern - erreicht ist.

Mit dem Start des neuen Schuljahres beginnt auch wieder die Verkehrssicherheitsaktion «Die Schule hat begonnen» mit verstärkten Verkehrskontrollen vor allem vor Schulen. Innenminister Roland Wöller (CDU) gibt in Döbeln den Startschuss für die Aktion.

Lehrerverband mahnt Umsicht in Schul-Quarantänedebatte an

Berlin (dpa) - In der Debatte über Corona-Quarantänemaßnahmen an Schulen hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Umsicht angemahnt. «Wenn eine gute Lüftung im Klassenzimmer gewährleistet ist, wenn vielleicht sogar eine Raumluftfilteranlage drin ist, dann muss man nicht die Kinder einer ganzen Klasse in Quarantäne schicken», sagte Heinz-Peter Meidinger im Podcast «Die Schulstunde» des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). «Dann kann man sich auch auf die unmittelbaren Banknachbarn konzentrieren.» Auch ob es eine Maskenpflicht gebe, spiele dabei eine Rolle. Geimpfte Kinder müsse man nicht in Quarantäne schicken.

Unterm Strich gehe es darum, genau hinzuschauen, wie die Situation vor Ort aussehe, sagte Meidinger und fügte an: Er verstehe, dass Quarantäne-Anordnungen Eltern vor enorme Probleme stellten. Das ändere aber nichts daran, dass teils die Notwendigkeit bestehe. Ausschließlich infizierte Schüler in Quarantäne zu schicken und dabei auf Kontaktverfolgung komplett zu verzichten, wäre «ein Signal für die schnelle Durchseuchung der Schulen».

Die Gesundheitsminister der Länder wollen an diesem Montag über Quarantäne bei Schülern sprechen. Dabei soll es um «möglichst einheitliche Regeln» gehen, wie der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte.

05.09.2021

Befragung von Fachkräften: Schulsozialarbeit in Pandemie kaum möglich

Dresden (dpa/sn) - Schulsozialarbeit in Zeiten von Corona ist kaum oder nur beschränkt möglich - zu diesem Ergebnis ist eine Befragung von Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern in Sachsen gekommen. Die Befragten gaben an, dass ihre Hauptaufgabe in der Pandemie war, Kindern bei der Bewältigung von schulischen Defiziten zu helfen, wie die Evangelische Hochschule Dresden am Sonntag mitteilte. Die eigentliche Schulsozialarbeit, zu der soziale Bildung und das Stärken von Netzwerken gehören, sei in den Hintergrund gerückt.

Besondere Hilfe bräuchten die Mädchen und Jungen, die bereits vor Corona Schwierigkeiten mit dem Schulsystem hatten. «Weniger als zuvor scheint das Schulsystem also chancengleiche Lernbedingungen schaffen zu können, ohne im Zuge von spezifischen Lern- und Leistungsnormen Benachteiligungskomplexe zu produzieren», heißt es in einer Mitteilung.

Die Befragung war Bestandlteil eines dritten Zwischenberichts zur Schulsozialarbeit in Sachsen, an dem ein Forschungsteam aus Wissenschaftlern und Praktikanten unterschiedlicher Institutionen der Landeskirche Sachsen und der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit e.V. gearbeitet haben. Eine weitere Befragung ist geplant.

Zuckertüten für Erstklässler - Schuljahresstart in Thüringen

Die meisten Abc-Schützen freuen sich sehnlichst auf ihren ersten Schultag. Am Montag geht es in Thüringen für sie los. Es ist der zweite Jahrgang, der unter Pandemie-Bedingungen startet.

Erfurt (dpa/th) - Mit gefüllten Zuckertüten hat für rund 19 200 Erstklässler in Thüringen am Wochenende ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Landesweit feierten Grundschulen und Familien Schuleinführung. In vielen Familien gehören nicht nur Kuchentafel und leckeres Essen zu dem Fest. Viele Eltern spendieren den Schulanfängern auch Besuche im Zoo oder Museum. Der Abc-Schützenjahrgang 2021/22 ist der zweite, für den der Schulalltag unter Corona-Bedingungen beginnt. Landesweit startet der Unterricht nach den Sommerferien am Montag für rund 249 000 Kinder und Jugendliche aller Schulformen. Die Debatte um den Corona-Schutz an Schulen ging derweil auch am Wochenende weiter.

Der Jenaer Infektiologe Mathias Pletz warnte davor, die Corona-Maßnahmen im neuen Schuljahr komplett aufzuheben. «Nach allem, was wir über Delta wissen, kann man es nicht einfach laufen lassen», sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Uniklinikum Jena der Deutschen Presse-Agentur. Zum einen, weil die mittlerweile auch in Deutschland vorherrschende Delta-Variante für Kinder gefährlicher sein könne als bisherige Varianten. Und zum anderen, weil auch viele Erwachsene noch nicht geimpft seien.

Grundsätzlich erkrankten Kinder weniger schwer als Erwachsene an Covid-19, sagte Pletz. Auch gegenüber Teenagern hätten Kinder unter 14 Jahren ein deutlich geringeres Risiko zu erkranken. Während einer schweren Grippewelle etwa sterben demnach mehr Kinder als 2020 durch Covid-19. «Ob das nun mit Delta auch noch gilt, bleibt abzuwarten.» Bei der Variante wisse man noch nicht, ob sie möglicherweise für schwerere Verläufe bei Kindern verantwortlich ist. «Es gibt aber Berichte aus verschiedenen Regionen der Welt, dass aktuell die Hospitalisierungsrate bei Kindern steigt.» Auch in Deutschland stiegen in der Gruppe der Fünf- bis 14-Jährigen zuletzt die Zahlen für Neuinfektionen und Krankenhauseinweisungen.

«Schulen werden sicher nicht mehr so niedrigschwellig geschlossen werden wie man das 2020 gemacht hat», sagte der Arzt. Er plädierte angesichts des Geschehens dafür, zunächst weiter regelmäßig zu testen. Es sei vernünftig, in den ersten Wochen nach den Ferien, wenn die Schüler nach dem Urlaub erstmals wieder aufeinandertreffen, zu testen und sich das Infektionsgeschehen anzusehen.

In Thüringen gilt zu Schuljahresbeginn eine landesweite zweiwöchige Corona-Testpflicht. Nach dieser Phase soll es diese Pflicht nur in der höchsten Corona-Warnstufe 3 des Freistaates geben. Ausschlaggebend für das Erreichen einer Warnstufe ist in Thüringen neben der Sieben-Tage-Inzidenz unter anderem auch die Belegung der Intensivbetten in Krankenhäusern. In der sogenannten Basis-Stufe, also bei sehr niedrigen Inzidenzen, soll es nach den ersten 14 Tagen gar keine Tests an den Schulen geben.

In dieser Stufe befanden sich am Sonntag fast alle Kommunen. In Suhl und Hildburghausen gilt nach zunehmenden Neuinfektionen auch mehr Klinikeinweisungen im Zusammenhang mit Corona allerdings schon die Warnstufe 1.

Ließe man das Virus «durchrauschen», gäbe es unabhängig davon, wie viel gefährlicher Delta nun für Kinder ist, eine weitere Gefahr, warnte Pletz: «Kinder können das Virus aus der Schule nach Hause bringen und ihre ungeimpften Eltern anstecken.» Noch sei die Quote von knapp über 60 Prozent vollständig Geimpften zu niedrig, um alle Maßnahmen aufzuheben. In einigen Modellierungen gebe es bereits Hinweise auf zu erwartende Zahlen bei der Intensivbettenbelegung, «die im Bereich der dritten Welle liegen». Als einzigen Weg aus der Pandemie sieht Pletz das Impfen.

04.09.2021

Rund 77 000 Kinder in Niedersachsen eingeschult

Hannover (dpa/lni)Rund 77 000 Jungen und Mädchen in Niedersachsen sind am Samstag eingeschult worden. Für die Kinder beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der von zahlreichen Corona-Regeln geprägt wird. So müssen sich die Schülerinnen und Schüler regelmäßig morgens vor dem Unterricht mit einem Schnelltest auf das Virus testen. An den ersten Tagen sind tägliche Tests, vom 13. September an drei Tests pro Woche vorgesehen.Im Unterricht müssen die Kinder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Im Freien, beim Essen und Trinken, und beim Sportunterricht dürfen sie die Maske ablegen. Außerdem sollen die Lehrkräfte weitere «Maskenpausen» ermöglichen, wie das Kultusministerium mitteilte. Tests, Masken, Lüften und Hygieneregeln sollen verhindern, dass sich das Corona-Virus in den Schulen ausbreitet. Ziel ist so viel Präsenzunterricht und Sicherheit wie möglich.

Spahn kritisiert Länder: Zu wenig Luftfilter in Schulen angeschafft

Hannover (dpa/lni) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Verhalten der Bundesländer im Bezug auf den Schutz von Schülerinnen und Schülern kritisiert. «Die Bildungsminister der Länder haben es bislang nicht geschafft, sich auf einheitliche Regeln für die Schulen zu verständigen», sagte der CDU-Politiker in der «HAZ» (Samstag). Es würden nicht alle Möglichkeiten genutzt, Kinder zu schützen.

«Nehmen Sie die PCR-Lollitests. Die sind einfach durchzuführen und sorgen für mehr Sicherheit. Oder die Luftfilter. Warum haben die Länder davon bislang nicht mehr angeschafft?» Wenn er als Bundesminister über Tests und Impfstoffe so diskutiert hätte wie manche Länder über Lüftungsanlagen in Schulen, dann hätte Deutschland bis heute keinen Impfschutz.

Die Kritik beziehe sich auch auf Niedersachsen, wo die Landesregierung erst kurz vor den Sommerferien die Möglichkeit geschaffen hatte, Luftfilter finanziell zu fördern. Auch Lollitests gibt es an Niedersachsens Schulen nicht, wohl aber in Kindertagesstätten. Die Schüler führen derzeit täglich zu Hause Selbsttests durch.

Als weiteres Beispiel nannte Spahn das Impfangebot: «Wir waren uns als Gesundheitsminister völlig einig, dass wir den über Zwölfjährigen noch vor Ferienbeginn ein Angebot machen für die erste Impfung. Und dann haben die Ministerpräsidenten drei, vier Wochen später gesagt: Wollen wir nicht. Auch Ihr Herr Weil.» Die, die am lautesten gesagt hätten, wollen wir nicht, hätten sich später darüber beschwert, dass es kein Impfangebot vor den Ferien gegeben habe.

Schuleinführung für knapp 40 000 Kinder in Sachsen

Dresden (dpa/sn) - Knapp 40 000 Mädchen und Jungen feiern am Samstag Schuleinführung in Sachsen - bevor dann am Montag (6. September) der erste Schultag bevorsteht. Für die Schuleingangsfeiern gelten Ausnahmen bei den Corona-Regeln - so müssen sich etwa Abc-Schützen und ihre Gäste bei den Feiern in der Schule nicht extra auf das Coronavirus testen lassen. Wie viele Begleitpersonen erlaubt sind, hängt von den Vorgaben der jeweiligen Schule ab. Bei einer Sieben-Tage-Indizenz über 10 - wie das derzeit in allen Städten und Landkreisen im Freistaat der Fall ist - muss allerdings auf dem Schulgelände eine Maske getragen werden.

Nach sechs Wochen Sommerferien beginnt dann am Montag für rund 494 000 Schülerinnen und Schüler der Unterricht. Um die Infektionszahlen möglichst niedrig zu halten, gilt eine verschärfte Test- und Maskenpflicht. So müssen sich in den ersten 14 Tagen nach den Ferien Schüler, Lehrer sowie Erzieher zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen, in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 10 sogar dreimal wöchentlich. Geimpft und Genesene sind davon ausgenommen. Außer an Grund- und Förderschulen ist zudem Maskenpflicht angesagt - auch im Unterricht.

Infektiologe: Corona an Schulen nicht einfach laufen lassen

Zum Start des neuen Schuljahres ziehen die Corona-Zahlen bei Kindern an. Ein Infektiologe warnt angesichts der Delta-Variante vor einem zu leichtfertigen Umgang mit dem Virus im Klassenzimmer - auch, weil es den Weg nach Hause finden könnte.

Jena (dpa) - Die Corona-Maßnahmen an den Schulen sollten aus Sicht des Jenaer Infektiologen Mathias Pletz auch im neuen Schuljahr nicht komplett aufgehoben werden. «Nach allem, was wir über Delta wissen, kann man es nicht einfach laufen lassen», sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Uniklinikum Jena der Deutschen Presse-Agentur. Zum einen, weil die mittlerweile auch in Deutschland vorherrschende Delta-Variante für Kinder gefährlicher sein könne als bisherige Varianten. Und zum anderen, weil auch viele Erwachsene noch nicht geimpft seien.

Grundsätzlich erkrankten Kinder weniger schwer als Erwachsene an Covid-19, sagte Pletz. Auch gegenüber Teenagern hätten Kinder unter 14 Jahren ein deutlich geringeres Risiko zu erkranken. Während einer schweren Grippewelle etwa sterben demnach mehr Kinder als 2020 durch Covid-19. «Ob das nun mit Delta auch noch gilt, bleibt abzuwarten.» Bei der Variante wisse man noch nicht, ob sie möglicherweise für schwerere Verläufe bei Kindern verantwortlich ist. «Es gibt aber Berichte aus verschiedenen Regionen der Welt, dass aktuell die Hospitalisierungsrate bei Kindern steigt.»

Auch in Deutschland stiegen in der Gruppe der 5- bis 14-Jährigen zuletzt die Zahlen für Neuinfektionen und Krankenhauseinweisungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in dieser Gruppe laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) binnen eines Monats von unter 30 auf über 170 (Stand 2.9.). Die Zahl wöchentlicher Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je 100 000 Kinder verdoppelte sich zeitweise auf über 0,7. Damit lag sie aber weiter unter dem Niveau für andere Altersgruppen. Über alle Altersgruppen hinweg lag der Wert am Freitag bei 1,83.

«Schulen werden sicher nicht mehr so niedrigschwellig geschlossen werden wie man das 2020 gemacht hat», sagte Infektiologe Pletz. Er plädierte angesichts des Geschehens dafür, zunächst weiter regelmäßig zu testen. Es sei vernünftig, in den ersten Wochen nach den Ferien, wenn die Schüler nach dem Urlaub erstmals wieder aufeinandertreffen, zu testen und sich das Infektionsgeschehen anzusehen.

Ließe man das Virus «durchrauschen», gäbe es unabhängig davon, wie viel gefährlicher Delta nun für Kinder ist, eine weitere Gefahr: «Kinder können das Virus aus der Schule nach Hause bringen und ihre ungeimpften Eltern anstecken.» Noch sei die Quote von knapp über 60 Prozent vollständig Geimpften zu niedrig, um alle Maßnahmen aufzuheben. In einigen Modellierungen gebe es bereits Hinweise auf zu erwartende Zahlen bei der Intensivbettenbelegung, «die im Bereich der dritten Welle liegen».

Der einzige Weg heraus sei das Impfen. Mittlerweile sei gesichert, dass Impfungen auch besser vor Übertragungen schützen. Dazu komme: «Jeder Corona-Patient, der auf einer Intensivstation behandelt wird, weil er sich nicht impfen lassen wollte, nimmt einem anderen Patienten, der zum Beispiel auf eine komplizierte Tumorchirurgie wartet, das Bett weg.» Das gelte nicht für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten.

Wie lange es noch bis zu vollständiger Normalität dauere, lasse sich nicht vorhersagen. «Wir haben viele kluge Modellierer. Aber das individuelle menschliche Verhalten, das die größte Rolle spielt, kann man in diesen Modellen nicht gut abbilden.» Entscheidend sei auch das mögliche Auftreten neuer Varianten. Wenn eine Immun-Escape-Variante mit hoher Übertragbarkeit auftauche - also eine Variante, die einer Immunität durch Impfung oder Infektion entkommen kann - «kann uns das ganz schön zurückwerfen». Der Vorteil sei, dass sich die Impfstoffe relativ schnell anpassen ließen.

Rund 77 000 Kinder in Niedersachsen werden eingeschult

Hannover (dpa)Rund 77 000 Jungen und Mädchen in Niedersachsen werden am Samstag eingeschult. Für die Kinder beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der von zahlreichen Corona-Regeln geprägt wird. So müssen sich die Schülerinnen und Schüler regelmäßig morgens vor dem Unterricht mit einem Schnelltest auf das Virus testen. An den ersten Tagen sind tägliche Tests, vom 13. September an drei Tests pro Woche vorgesehen. Im Unterricht müssen die Kinder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Im Freien, beim Essen und Trinken, und beim Sportunterricht dürfen sie die Maske ablegen. Außerdem sollen die Lehrkräfte weitere «Maskenpausen» ermöglichen, wie das Kultusministerium mitteilte. Tests, Masken, Lüften und Hygieneregeln sollen verhindern, dass sich das Corona-Virus in den Schulen ausbreitet. Ziel ist so viel Präsenzunterricht und Sicherheit wie möglich.

Karliczek fordert «klare Linie» bei Quarantäneregeln in der Schule

Berlin (dpa) - Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Länder aufgefordert, sich bei Corona-Quarantäneregeln in der Schule auf eine «klare Linie» zu verständigen. Diese solle den Gesundheitsämtern aber auch «notwendige Spielräume im Einzelfall» lassen, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). Das Robert Koch-Institut überarbeite auch seine Empfehlungen. «Grundsätzlich gilt: Die Empfehlungen sollten die Richtschnur sein. Ich würde mich freuen, wenn die Quarantänezeit von 14 Tagen für Kinder mit einer klugen Teststrategie verkürzt werden könnte.»

Bislang gibt es in den Ländern höchst unterschiedliche Vorgaben für die Quarantäne, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt darauf gedrungen, die Regeln zu vereinheitlichen. «Wir brauchen einheitliche Vorgaben für die Quarantäne in Schulen. Darauf sollten sich die Gesundheitsminister der Länder endlich einigen», sagte der CDU-Politiker am Freitag dem «Spiegel». Wenn die Schüler im Unterricht Masken trügen, müsse man nicht die ganze Klasse in Quarantäne schicken, wenn ein positiver Fall auftrete. «Pragmatisch wäre, dass nur die Sitznachbarn für fünf Tage in Quarantäne gehen und sich dann freitesten können.»

Viele Schülerinnen und Schüler sind noch nicht geimpft, weil es derzeit keine Impfstoffe gibt, die für Kinder unter zwölf Jahren offiziell zugelassen sind. Zuletzt waren die Corona-Infektionszahlen besonders in jüngeren Altersgruppen stark gestiegen.

03.09.2021

Kitas, Schulen und Heime sollen Impfauskunft einholen dürfen

Keine Impfpflicht in Deutschland - darüber sind sich in der Koalition alle einig. Doch nun sollen Arbeitgeber von Lehr-, Erziehungs- und Pflegekräften bei Corona eine Impfauskunft einholen dürfen. Drohen Konsequenzen für Ungeimpfte?

Berlin (dpa) - Arbeitgeber sollen von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Pflegeheimen künftig Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen können. Mit den Stimmen von Union und SPD brachte der Gesundheitsausschuss des Bundestags am Freitag eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg. Sie soll am Dienstag im Bundestag beschlossen werden. Gewerkschaften lehnen das geplante Auskunftsrecht als zu weitgehend ab. Arbeitgeber fordern eine Ausweitung auf die gesamte Wirtschaft. Die Opposition warf der Koalition vor, die Regelung mit heißer Nadel gestrickt zu haben.

GEPLANTES AUSKUNFTSRECHT:

Im Änderungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es: «Der Arbeitgeber kann (...) vom Beschäftigten Auskunft oder die Vorlage eines Nachweises über das Bestehen eines Impfschutzes oder das Bestehen einer natürlichen Immunität in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID19) verlangen.» Gerade in Kita, Schule und Heim könne es «im Interesse des Infektionsschutzes» nötig sein, Beschäftigte hinsichtlich ihres Corona-Impf- und Antikörper-Status «unterschiedlich einzusetzen oder von einer Beschäftigung ungeimpfter Personen (in bestimmten Bereichen) abzusehen».

BEGRÜNDUNG DES AUSKUNFTSRECHTS:

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dem «Spiegel», bei Krankenhäusern gelte seit vielen Jahren «aus gutem Grund», dass ein Arbeitgeber seine Beschäftigten im Patientenkontakt fragen dürfe, ob sie gegen Infektionskrankheiten geimpft seien. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, sagte, es sei richtig, die Liste der Einrichtungen zu ergänzen, in denen der Impfstatus bei Corona erfasst werden könne. «Wo Menschen sehr nah zusammenkommen, insbesondere verletzliche, muss besondere Vorsicht gelten», sagte Dittmar. Spahn erklärte: «Wie wollen Sie einem Angehörigen erklären, dass die Mutter an Covid gestorben ist, weil der Pfleger nicht geimpft war?» Laut Antrag können die Arbeitgeber durch die Informationen die Arbeitsorganisation so ausgestalten, «dass ein sachgerechter Einsatz des Personals möglich ist und gegebenenfalls entsprechende Hygienemaßnahmen treffen».

BEGRENZUNG DES AUSKUNFTSRECHTS:

Die Möglichkeit soll nur während der festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite gelten, die der Bundestag vergangene Woche für weitere drei Monate verlängert hatte. Die Daten sollen direkt beim Beschäftigten zu erheben sein. «Die Freiwilligkeit der Entscheidung über die Inanspruchnahme von Impfschutz bleibt unberührt», stellt der Entwurf klar.

DEBATTE ÜBER AUSWEITUNG AUF DIE WIRTSCHAFT:

Seit Wochenbeginn fordern die Arbeitgeber entsprechende Regelungen für die ganze Wirtschaft. Am Mittwoch hatte das Bundeskabinett eine geänderte Corona-Arbeitsschutzverordnung von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) beschlossen, nach der Auskünfte der Beschäftigten zu ihrem Impf- oder Genesenenstatus freiwillig bleiben sollen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte nun: «Es ist unverständlich, dass der Arbeitgeber bei der Festlegung und der Umsetzung der Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes den Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten berücksichtigen kann, ihn aber nicht erfragen darf.» Spahn sagte: «Sinn würde es machen. Aber dafür sehe ich aktuell keine Mehrheit im Parlament.» Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich überzeugt, «dass weitere Schritte notwendig und erforderlich sind».

KRITIK DER GEWERKSCHAFTEN:

Für Verdi-Chef Frank Werneke ist es angemessen, dass überprüft wird, ob jemand geimpft, genesen oder getestet ist. «Es muss dann aber auch reichen, wenn die Kolleginnen und Kollegen ein Testergebnis vorlegen. Sie sollten nach meiner Ansicht nicht dazu gezwungen werden, ihren Impfstatus offenzulegen.» Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte der dpa: «Aus gutem Grund stehen persönliche Daten in Deutschland unter besonderem Schutz. Diesen Schutz müssen wir gewährleisten.» Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sprach unter Berufung auf Umfragen und Daten der Schulministerien von einer Impfquote von rund 90 Prozent bei Lehrkräften. «Diese Zahlen rechtfertigen aus Sicht des VBE in keiner Weise den mit der Abfrage des Impfstatus verbundenen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.» Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, äußerte die Befürchtung, dass «dies nur die Vorstufe zu einer allgemeinen Impfpflicht ist.»

UMSETZUNG DER AUSKUNFTSRECHTS:

Ein Sprecher Spahns sagte, die Maßnahme diene alleine arbeitsorganisatorischen Abläufen, etwa dem Erstellen von Dienstplänen. Auf die Frage, was passiere, wenn jemand nicht geimpft sei, sagte er, bei Erzieherinnen und Erzieher werde sich die Frage stellen, ob es ein Infektionsrisiko gebe und ob die betreffende Person in einem anderen Bereich innerhalb der Einrichtung eingesetzt werden könne. Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz versicherte, arbeitsrechtliche Konsequenzen seien damit nicht verbunden. «Es gibt keine Erzwingungsmöglichkeit, was das Impfen betrifft, das finde ich sehr wichtig, und es kann auch niemand deswegen gekündigt werden, weil er sich nicht hat impfen lassen.»

REAKTIONEN VON OPPOSITION UND PATIENTENSCHÜTZERN:

FDP, Linke und Grüne bemängelten, dass die Koalition bis zum späten Donnerstagabend verhandelte und den entsprechenden Antrag erst elf Stunden vor der Beratung im Ausschuss zur Verfügung gestellt habe. «Diese Art der Gesetzgebung zwischen Tür und Angel wird die Legitimität und Akzeptanz des Auskunftsanspruchs wie des gesamten Pandemiemanagements nicht erhöhen», betonten FDP, Linke und Grüne im Bundestag in einer gemeinsamen Erklärung. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, begrüßte das Vorhaben und sagte: «Kranke, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wollen sicher sein, dass der Immunstatus von medizinisch-pflegerischen Beschäftigten bekannt ist.»

Mehr Corona-Infektionen an Brandenburger Schulen

Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der Corona-Fälle an Brandenburger Schulen hat gegenüber der Vorwoche zugenommen. Zwei Schulen sind in dieser Woche wegen Corona-Infektionen geschlossen worden, wie das Bildungsministerium in Potsdam am Freitag mitteilte. In der vergangenen Woche gab es noch keine Schließung. In 62 Schulen sind mit Stand Donnerstag 113 einzelne Lerngruppen in Quarantäne, in der vergangenen Woche waren es 60 betroffene Schulen mit 99 Lerngruppen. Von den rund 25 000 Lehrkräften sind 25 positiv auf das Coronavirus getestet worden. In der Vorwoche waren es 12 Lehrerinnen und Lehrer. 97 Lehrkräfte sind in Quarantäne nach 68 in der vergangenen Woche.

Von den rund 297 700 Schülerinnen und Schülern an Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft sind 318 positiv getestet worden, in der Vorwoche waren es 268. 3085 Schüler sind in Quarantäne nach 2928 in der vergangenen Woche.

Im neuen Schuljahr lernen die Schülerinnen und Schüler im vollständigem Präsenzunterricht, auch die rund 23 000 Erstklässler. Allerdings gilt wegen der Corona-Pandemie für alle Schüler und Lehrkräfte eine Masken- und regelmäßige Testpflicht.

KMK-Präsidentin und Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte mit Blick auf Corona und die Lage an den Schulen in einem Interview mit «Zeit Online» gesagt: «Wir werden auf jeden Fall alles dafür tun, erneute Schulschließungen zu verhindern». Sie nannte die Möglichkeit zur Impfung ab zwölf, Masken, Luftfilter und Tests.

Bundesschülerkonferenz lehnt Impfstatusabfrage bei Lehrkräften ab

Berlin (dpa) - Die Bundesschülerkonferenz lehnt wie auch die führenden Bildungsgewerkschaften in Deutschland eine Impfauskunftspflicht für Lehrkräfte ab. «Ich halte nichts davon, jetzt bei den Lehrerinnen und Lehrern die große Abfrage mit den Impfungen zu starten», sagte der Generalsekretär Dario Schramm der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies, wie die Gewerkschaften zuvor auch schon, auf eine ohnehin hohe Impfbereitschaft bei Lehrkräften. Der Ansatz im Bereich Vorsorge und Impfungen solle jetzt eher sein, Kindern und Jugendlichen ab 12 Impfangebote zum Beispiel an Schulen zu machen, sagte Schramm.

Union und SPD hatten sich darauf verständigt, dass Arbeitgeber von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Pflegeheimen künftig Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen können. Die Neuregelung soll am Dienstag im Bundestag beschlossen werden.

Holetschek: Geimpfte Schüler müssen nicht getestet werden

München (dpa/lby) - Geimpfte Kinder und Jugendliche müssen nicht mehr zum Corona-Test in der Schule. «Wer vollständig geimpft ist, muss sich nicht mehr in der Schule testen lassen und in der Regel auch nicht mehr in Quarantäne bei engem Kontakt mit infizierten Mitschülern oder Freunden», sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit Ärztevertretern in München.

Er rief alle über Zwölfjährigen zur Impfung vor dem Ferienende auf. «Es gibt noch genug Zeit, um erstgeimpft in die erste Schulwoche zu starten. Damit kann auch das Ansteckungsrisiko für die Mitschülerinnen und Mitschüler gesenkt werden.»

Die Infektionszahlen unter Kindern würden derzeit steigen, so Holetschek laut Mitteilung. Ende August lagen die Inzidenzen in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei rund 130 und bei der Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen bei rund 192. Derzeit seien in Bayern 29,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen erst- und 21,9 Prozent zweitgeimpft.

Markus Beier, der Landesvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, sagte: «Leider steigen aktuell die Infektionszahlen und die Krankenhauseinweisungen bei Ungeimpften und auch bei jungen Menschen wieder deutlich an. Auch Kinder und Jugendliche können am besten durch eine Impfung geschützt werden.»

Dominik Ewald, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, betonte, dass Kinder weniger schwer an Corona erkrankten und auch selten ins Krankenhaus kämen. «Alle Daten deuten darauf hin, dass die zugelassenen Impfstoffe auch für die Jugendlichen unbedenklich sind.»

Spahn will Corona-Quarantäneregeln für Schüler vereinfachen

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Corona-Quarantäneregeln für Schüler lockern und vereinheitlichen. «Wir brauchen einheitliche Vorgaben für die Quarantäne in Schulen. Darauf sollten sich die Gesundheitsminister der Länder endlich einigen», sagte der CDU-Politiker am Freitag dem «Spiegel». Wenn die Schüler im Unterricht Masken trügen, müsse man nicht die ganze Klasse in Quarantäne schicken, wenn ein positiver Fall auftrete. «Pragmatisch wäre, dass nur die Sitznachbarn für fünf Tage in Quarantäne gehen und sich dann freitesten können. Eine ganze Schulklasse wie jetzt in Quarantäne zu schicken führt dazu, dass irgendwann Hunderttausende Schülerinnen und Schüler für zwei Wochen nicht am Unterricht teilnehmen, obwohl sie gar nicht infiziert sind», sagte Spahn.

Bislang gibt es in den Ländern höchst unterschiedliche Vorgaben für die Quarantäne, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden, teilweise werden bereits jetzt nur die Sitznachbarn in Quarantäne geschickt. «Wir arbeiten daran, das jetzt möglichst schnell über die Gesundheitsminister zu lösen», sagt Spahn. Außerdem spricht sich der Bundesgesundheitsminister für den Einsatz von Lolli-PCR-Tests an Schulen aus.

Viele Schülerinnen und Schüler sind noch nicht geimpft, weil es derzeit keine Impfstoffe gibt, die für Kinder unter zwölf Jahren offiziell zugelassen sind. Zuletzt waren die Corona-Infektionszahlen besonders in jüngeren Altersgruppen stark gestiegen.

02.09.2021

Empfehlungen des Umweltbundesamtes für bessere Luft in Schulräumen

Dessau-Roßlau/Kassel (dpa/lhe) - Das Umweltbundesamt (UBA) teilt mit Blick auf die Corona-Pandemie Schulräume in drei Kategorien ein: in Räume mit guter Lüftungsmöglichkeit dank Fenstern oder fest eingebauter raumlufttechnischer Anlagen (Kategorie 1), Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit, in denen etwa Fenster nur kippbar sind und keine stationären Anlagen bestehen (Kategorie 2) sowie in nicht zu belüftende Räume (Kategorie 3).

In den Empfehlungen des UBA heißt es, dass in Räumen der Kategorie 1 der Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte nicht notwendig sei, wenn der erforderliche Luftwechsel entweder durch regelmäßiges Stoß- und Querlüften oder durch raumlufttechnische Anlagen gewährleistet werde.

In Räumen der Kategorie 2 könne als technische Maßnahme die Zufuhr von Außenluft durch den Einbau einfach und rasch zu installierender Zu- und Abluftanlagen oder durch mobile Luftreiniger erhöht werden.

Räume der Kategorie 3 würden aus innenraumhygienischer Sicht für den Schulunterricht nicht empfohlen.

Schulstart mit Maskenpflicht - rund 77 000 Kinder werden eingeschult

Für die Einschulung gelten in diesem Jahr viele Regeln. Zehntausende Jungen und Mädchen müssen sich nicht nur an Mathe- und Deutschunterricht, sondern auch an Corona-Tests und Maskenpflicht gewöhnen.

Hannover (dpa/lni) - Rund 77 000 Kinder werden an diesem Samstag in Niedersachsen eingeschult. Für sie beginnt ein neuer Lebensabschnitt - geprägt von zahlreichen Corona-Regeln.

Haben es die Schulanfänger in diesem Jahr besonders schwer?

Die Vorbereitung auf die Schule war durch die Corona-Pandemie erschwert. Kindergartenbesuche in der Schule und Vorschulprojekte fielen vielerorts aus. Dem Grundschulverband in Niedersachsen zufolge haben viele Jungen und Mädchen weniger Erfahrungen in Gruppen, in der gemeinsamen Interaktion, im Einhalten von Regeln und Ritualen gesammelt als Schulanfänger vor der Pandemie.

Kinder nichtdeutscher Muttersprache haben wegen der Corona-Einschränkungen mitunter weniger Sprachförderung erhalten. «Auch durch das eingeschränkte Bewegungsangebot oder musikalische Einschränkungen fehlen den Kindern wichtige Erfahrungen», teilte der Verband mit.

Welche Vorgaben gibt es für den Schulalltag?

Neben regelmäßigen Corona-Tests vor Unterrichtsbeginn kommt auf die Kinder eine Maskenpflicht zu. Sie müssen sich daran gewöhnen, im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Während der Pausen im Freien, auf Außengeländen, beim Essen und Trinken sowie beim Sportunterricht dürfen sie die Maske ablegen. Außerdem sollen die Lehrkräfte weitere «Maskenpausen» ermöglichen, wie das Kultusministerium mitteilte.

Beeinträchtigt die Maske das Lernen?

Möglicherweise erschwere der Mund-Nasen-Schutz manchen Jungen und Mädchen, Laute richtig zu verstehen und zu sprechen, sagte die Vorsitzende des Grundschulverbandes, Eva-Maria Osterhues-Bruns. Vor allem für Kinder nichtdeutscher Muttersprache und Kinder mit Hörbeeinträchtigungen sei das Ablesen von den Lippen oft eine große Unterstützung. Aber: Präsenzunterricht mit Maske ist dem Verband zufolge besser als Wechselunterricht. Gemeinsames Lernen in der Schule gebe den Kindern Sicherheit. Die Möglichkeit für soziale Kontakte sei wichtig.

Gibt es weitere Corona-Regeln?

In den Schulen gelten strenge Hygienevorschriften. Schülerinnen und Schüler müssen zum Beispiel regelmäßig ihre Hände waschen und sollen persönliche Gegenstände nicht teilen. Die Lehrkräfte müssen die Unterrichtsräume regelmäßig lüften.

Wie reagieren Schulverbände auf die Regeln?

Die Schulen wollen so viel Präsenzunterricht und Sicherheit wie möglich. Vorsichtsmaßnahmen seien wichtig, die Herausforderungen groß - da sind sich verschiedene Verbände einig. Unterricht mit Maskenpflicht sei weit von der Normalität entfernt, sagte die Vorsitzende des Schulleitungsverbandes, Andrea Kunkel. «Aber wenn wir Präsenzunterricht wollen und sagen, wir brauchen das Lernen hier vor Ort und auch in der Gemeinschaft, dann müssen wir auf die Bedingungen eingehen.»

Welche Vorgaben gibt es für die Einschulungsfeiern?

Wer an einer Einschulungsfeier teilnehmen möchte, muss geimpft, genesen oder getestet (3G) sein. Das gilt für alle Personen ab 6 Jahren. In Innenräumen müssen alle ab 6 Jahren eine Maske tragen. Für Menschen ab 14 Jahren ist eine medizinische Maske Pflicht.

Was gilt für Menschen, die kurz vor Schulstart im Ausland waren?

Wer in einem Hochrisikogebiet war, muss nach der Einreise zehn Tage in häusliche Quarantäne. Diese kann ab dem fünften Tag durch einen negativen Corona-Test beendet werden. Geimpfte und genesene Personen brauchen nicht in Quarantäne. Für Kinder unter 12 Jahren endet die Quarantäne fünf Tage nach der Einreise. Wer aus einem Virusvariantengebiet zurück nach Deutschland kommt, muss grundsätzlich vierzehn Tage in Quarantäne, Ausnahmen gibt es nicht.

Was passiert bei einem Corona-Fall in einer Klasse?

Über Quarantänemaßnahmen entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. Unabhängig davon gilt: Nach einem positiven Testergebnis in einer Klasse dürfen die Schülerinnen und Schüler dieser Lerngruppe die Schule nur mit einem negativen Testergebnis betreten. Für Schülerinnen und Schüler, die vollständig geimpft oder genesen sind, gilt die Zutrittsbeschränkung nicht.

01.09.2021

Gebauer will Corona-Quarantäne nur für infizierte Schüler

Die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen gehen steil nach oben. Doch die NRW-Landesregierung will am Präsenzunterricht unbedingt festhalten. Es sollen bei Corona-Fällen auch weniger Schüler in Quarantäne gehen.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Trotz rasant steigender Corona-Infektionszahlen unter Schulkindern plant das nordrhein-westfälische Schulministerium keine schärferen Schutzmaßnahmen und dringt auf eine bundesweite Lockerung der Quarantäne-Regeln an Schulen. «Unsere Schutzmaßnahmen greifen», sagte FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags. Ihr «Wunsch» sei, dass künftig nur noch nachweislich mit Corona infizierte Schülerinnen und Schüler in häusliche Quarantäne gehen sollten. Sie hoffe auf einen entsprechenden Beschluss bei den laufenden Bund-Länder-Gesprächen. Die Gesundheitsminister der Länder werden nach ihren Worten bis kommenden Montag Vorschläge für bundesweit möglichst einheitliche Quarantäne-Regelungen unterbreiten.

Derzeit sollen laut Verordnung in NRW bei einem Corona-Fall «enge Kontaktpersonen» in häusliche Quarantäne gehen. Das sind Schüler, die vor, hinter, rechts oder links von einem Infizierten gesessen haben. Geimpfte ohne Symptome sind von der Quarantäne ausgenommen. Oft wird aber von den Behörden eine 14-tägige Quarantäne für ganze Gruppen oder Klassen angeordnet. Dies hatte Kritik bei Eltern von Schülern sowie auch Kita-Kindern ausgelöst. Die Stadt Köln hat bereits einen Modellversuch angekündigt, bei dem nur noch positiv getestete Schüler in Quarantäne gehen sollen.

Die oppositionelle SPD hatte gefordert, bei einem Corona-Fall eine gesamte Klasse fünf Tage lang in Quarantäne zu schicken. Gebauer sagte dazu, fünf Tage Quarantäne für alle Kinder, egal ob genesen oder geimpft, sei «familienunfreundlich» und «sträflich» für die, die auf Präsenzunterricht angewiesen seien.

Gut 30 000 Schüler in Nordrhein-Westfalen sind nach aktuellsten Rückmeldungen (Stichtag 26. August) in Quarantäne geschickt worden. Das entspricht etwa 1,6 Prozent der Schülerschaft. Unter allen Schülern wurde bei etwa 0,35 Prozent - rund 6500 Personen - eine Corona-Infektion bestätigt. Sollten ganze Klassen in Quarantäne müssen, wie es die SPD wolle, dann säßen derzeit mehr als 160 000 Schüler in Quarantäne, so die Ministerin.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) relativierte die Infektions- und Quarantäne-Zahlen bei Schulkindern. So hätten sich bei den festgestellten Corona-Infektionen in den ersten eineinhalb Wochen nach dem Schulstart die betroffenen Kinder noch außerhalb der Schulen angesteckt, sagte Laumann im Gesundheitsausschuss des Landtags. Inzwischen gingen die Zahlen im geregelten Schulbetrieb wieder nach unten.

Auch er wolle den Schul- und Kitabetrieb sicherstellen, sagte Laumann. Es sei immer eine Abwägung zwischen sozialen Bildungsproblemen und der Frage der Sicherheit, dass nicht eine schnelle «Durchseuchung» passiere. Wenn die Infektionszahlen weiter sänken, hoffe er, dass das Ministerium kommende Woche die Quarantäne in NRW «neu justieren» könne. Er wünsche sich, dass sich die Bundesländer dabei absprächen.

Gebauer sagte, es müssten jetzt «nicht voreilig» weitergehende Maßnahmen ergriffen werden, die das Recht auf Bildung weiter einschränkten Auch nach Ansicht von Experten müsse alles darangesetzt werden, den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Nicht mehr der Inzidenzwert dürfe ausschlaggebend sein. Die Landesregierung habe daher einen inzidenzunabhängigen Schulunterricht beschlossen.

Gebauer verwies auf die Hygienemaßnahmen an den Schulen und die laufende Impfkampagne bei 12- bis 17-Jährigen. Mindestens bis zu den Herbstferien würden zudem nicht geimpfte Schüler weiter getestet. Auch das Luftfilter-Programm für Schulen laufe. 5500 Räume seien damit bereits ausgestattet. Es sei jedoch «unrealistisch», davon auszugehen, dass angesichts des beschlossenen Präsenzunterrichts jede einzelne Infektion an den Schulen verhindert werden können, so Gebauer.

Die steigenden Infektionszahlen mit Schuljahresbeginn vor zwei Wochen seien absehbar gewesen. Sie seien auch durch Reiserückkehrer ausgelöst worden. Daher müssten die bisherigen Schutzmaßnahmen weiter gelten. «Unsere Schulen waren sicher und sind auch weiterhin sichere Orte», sagte die FDP-Politikerin.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in NRW war bis Mittwoch zwar auf 120,3 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gesunken. Allerdings ist die Inzidenz in der Altersgruppe der Schulkinder weiterhin mit Abstand am höchsten und erreicht Werte teilweise weit über 300.

Die Grünen-Bildungsexpertin Sigrid Beer nannte die Lage an den Schulen dramatisch. Gebauer ignoriere mit ihrem Quarantäne-Vorschlag nur für infizierte Kinder Fakten, dass Kinder nicht den ganzen Schultag auf ihrem Stuhl säßen, sondern zur Mensa gingen oder in wechselnden Lerngruppen arbeiteten. Nur tägliches Testen in Kombination mit schnellem Freitesten durch einen PCR-Test nach fünf Tagen könne Abhilfe schaffen.

Die Impfquote in der Lehrerschaft liegt nach Angaben Gebauers in NRW laut freiwilligen Angaben bei 87,5 Prozent, bei Grund- und Förderschullehrern sogar über 90 Prozent. In der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen habe fast jeder Vierte (24 Prozent) den vollständigen Impfschutz.

Am Donnerstag kommt auf Antrag der SPD der Landtag zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Situation der Jugendlichen und Kinder in der Corona-Krise zu diskutieren. Laumann wird die Abgeordneten dabei über die Maßnahmen der Landesregierung wie Hygienekonzepte, Tests und Impfungen unterrichten.

Nach Ansicht des Lehrerverbandes VBE NRW sorgt die unterschiedliche regionale Auslegung der Quarantäneregelung in vielen Schulen «für berechtigten Frust». Der VBE-Landesvorsitzende Stefan Behlau sagte: «Es ist ein Hohn, dass die Gesundheitsminister der Länder sich erst nach Beginn des Schuljahres zusammensetzen, um Vorschläge zu bundesweit einheitlichen Quarantäne-Regelungen zu unterbreiten.» Bereits seit Monaten fordere der VBE einheitliche und nachvollziehbare Regelungen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Gesundheitsämter überfordert mit der derzeitigen Nachverfolgung der Quarantäneregeln. Der Präsenzunterricht brauche verlässliche Maßnahmen. «In diesem Chaos ist die Beibehaltung der Maskenpflicht und engmaschige Tests das Mindeste», so die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik.

Präsenzunterricht, Maskenpflicht und Testen: So startet die Schule

Die Schule startet für die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen mit Präsenzunterricht, aber auch mit täglichen Tests und Masken im Unterricht. Der Kultusminister wirbt dennoch für einen zuversichtlichen Blick auf das neue Schuljahr.

Hannover (dpa/lni) - Am Donnerstag beginnt in Niedersachsen für rund 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler und etwa 100 000 Lehrkräfte das neue Schuljahr. Sie starten in den Regelbetrieb («Szenario A»), müssen sich aber - zumindest zu Beginn - auf tägliche Corona-Tests und eine Maskenpflicht im Unterricht einstellen. Laut Kultusministerium werden knapp 77 000 Kinder eingeschult.

Niedersachsens Kultusminister ermunterte Schüler und Eltern dazu, zuversichtlich ins neue Schuljahr zu gehen. «Wir sind gut beraten, mit viel Zuversicht und auch ohne Furcht in diese Schulzeit zu gehen», sagte Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch in Hannover. «Schule ist viel, viel mehr als Corona und viel, viel mehr als Pandemiebekämpfung.»

Dennoch sei klar und erkennbar: «Gerade der Schulstart wird nicht ein normaler Schulstart so wie wir ihn aus vergangenen Jahren kannten. Die Pandemie ist nicht weg», sagte Tonne. Ziel sei es aber, so viel Normalität in der Schule zu bieten wie möglich. Dabei verfolge das Kultusministerium die Leitlinie «maximale Präsenz bei maximaler Sicherheit».

An den ersten sieben Schultagen (bis zum 10. September) müssen sich Schülerinnen und Schüler an jedem Tag vor der Schule «freitesten». Nach diesem Zeitraum seien mögliche Corona-Fälle durch Urlauber identifiziert, erläuterte Tonne. Dann werde auf drei Testungen pro Woche umgestellt - voraussichtlich montags, mittwochs und freitags.

Das Instrument der Selbsttestung hat sich laut Kultusminister bewährt. Rund 26 Millionen Testkits seien mittlerweile an den Schulen ausgegeben worden, 8600 Mal seien die Tests positiv angeschlagen. Daraus hätten sich 3200 Bestätigungen durch positive PCR-Tests ergeben.

Daneben gilt für alle Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen von Donnerstag an eine Maskenpflicht im Unterricht. Regelmäßige «Maskenpausen» insbesondere an den Grund- und Förderschulen sollen in den Tagesablauf integriert werden.

«Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, es war eine schwierige Abwägung», sagte Tonne. Man habe dabei auch die Erfahrungen aus anderen Ländern miteinbezogen. Gerade zum Schulstart wolle man das Sicherheitsnetz etwas höher ziehen, «auch um massenhafte Quarantäneanordnungen so gut es geht zu verhindern».

Daneben gelten an den Schulen auch in diesem Schuljahr wieder Hygiene- und Lüftungskonzepte: Alle 20 Minuten soll der Unterrichtsraum für fünf Minuten gelüftet werden. Dann sollen die Schüler ihre Masken abnehmen dürfen, sagte Tonne. Auch in Klassenzimmer mit Liftfilteranlagen müssten zunächst Masken getragen werden. «Der Mix aus Maßnahmen macht die Sicherheit an Schulen aus», sagte Tonne.

Gestartet werden soll der Schulbetrieb mit einer «sanften Einstiegsphase» von in der Regel einer Woche, in der Lehrkräfte und Schüler ohne Druck zusammenfinden und Erfahrungen austauschen können. Dafür können die Schulen auch zusätzlich Personal einstellen. Bis zum 24. September sollen keine Arbeiten geschrieben werden, anschließend sollen es maximal zwei Arbeiten pro Woche sein.

Laut Tonne sind bis dato 1600 der knapp 2000 ausgeschriebenen Lehrstellen besetzt worden. Das Einstellungsverfahren aber laufe noch.

Der Verband niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) zeigte sich damit nicht zufrieden. Das neue Schuljahr beginne mit den Problemen des alten, teilte der Verband mit, nämlich einer mangelnde Unterrichtsversorgung, dem stockenden, nicht rechtzeitig erfolgten Einbau von Luftfilteranlagen sowie der hakenden Umsetzung der Digitalisierung an vielen Schulen.

Auch von den Oppositionsparteien im niedersächsischen Landtag gab es Kritik: «Nach über einem Jahr drastisch eingeschränktem Unterricht durch die Corona-Pandemie droht allen Rechenspielen und Bekundungen des Ministers zum Trotz dennoch Unterrichtsausfall und ein Mangel an Förder- und Unterstützungsangeboten», sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg.

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, befürchtet, dass jede zehnte Unterrichtsstunde ausfallen könnte. «Minister Tonne muss hier schnellstens nachbessern und eine Lehreroffensive starten, um zumindest bis zum nächsten Halbjahr die notwendigen Lehrkräfte aufzustocken», sagte er. Beide Parteien warfen dem Minister zudem vor, sich nicht ausreichend um die Ausstattung der Schulen mit Lüftungsanlagen gekümmert zu haben.

Eltern ungetesteter Schüler in Thüringen droht Bußgeld bis 250 Euro

Erfurt (dpa) - In der Corona-Pandemie droht Thüringer Eltern, deren Kinder ungetestet in die Schule kommen, künftig ein Bußgeld zwischen 60 und 250 Euro. Das gilt nicht für Eltern geimpfter oder genesener Kinder und Jugendlicher, wie Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Mittwoch in Erfurt mitteilte. Geplant ist demnach, dass das Vergehen als Ordnungswidrigkeit eingestuft wird.

Nach der 14-tägigen Testphase, die Holter als Sicherheitspuffer bezeichnet, soll es diese Testpflicht nur in der höchsten Corona-Warnstufe 3 des Freistaates geben. Ausschlaggebend für das Erreichen einer Warnstufe ist in Thüringen neben der Sieben-Tage-Inzidenz unter anderem auch die Belegung der Intensivbetten in Krankenhäusern. Die Schule beginnt im Freistaat am Montag.

Holter sagte, dass das Bußgeld für die Eltern, die ihre Kinder nicht testen lassen wollten, gestaffelt berechnet werden solle. Demnach sollen bei wiederholtem Vergehen höhere Strafen drohen. An den Details werde aber noch gearbeitet.

31.08.2021

Corona und Lehrermangel: Verband sieht ungelöste Probleme an Schulen

Dauermangel trifft Dauerkrise? Zum Start des neuen Schuljahres sieht der Thüringer Lehrerverband große Herausforderungen auf die Schulen zukommen. Nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Auch ein älteres Problem hält er für ungelöst.

Erfurt (dpa/th) - Vor dem Start ins neue Schuljahr am Montag hat der Thüringer Lehrerverband (tlv) vor Personalnot an den Schulen und zu wenig Vorkehrungen in der Corona-Pandemie gewarnt. Die Personalsituation sei «extrem kritisch», sagte der tlv-Vorsitzende Rolf Busch am Dienstag in Erfurt. Hunderte Lehrerstellen seien noch nicht besetzt. Busch bezog sich dabei auf Übersichten der Schulämter. «Die Stellen, die dort stehen, sind alle deshalb da, weil es dafür noch keine Bewerberinnen oder Bewerber gibt», sagte Busch.

Der Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums, Felix Knothe, sagte, die Listen der Schulämter bildeten nicht eins zu eins die aktuelle Situation ab. «Wir befinden uns in der Hocheinstellungsphase», sagte Knothe. Man sei auf einem guten Weg und zuversichtlich, die selbstgesteckten Ziele bei den Lehrereinstellungen zu erreichen.

Buschs Einschätzung nach hat sich der Lehrermangel in Thüringen im Vergleich zum Vorjahr weiter verschlimmert, eine Trendwende sei zudem nicht in Sicht. Der tlv-Vorsitzende kritisierte, dass die Verfahren zur Besetzung von Lehrerstellen trotz jahrelanger Kritik immer noch zu lange dauerten und insgesamt zu wenig gegen den Lehrermangel getan werde.

Felix Knothe sprach von einem «geerbten Problem», das der Lehrermangel sei. Schon seit Jahren sei absehbar gewesen, dass es dazu kommen werde. Die rot-rot-grüne Landesregierung sei die erste, die dem entgegengewirkt habe, sagte der Sprecher. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) will am Mittwoch bei einer Pressekonferenz unter anderem auch über Einstellungszahlen von Lehrern sprechen. Thema soll auch der Umgang mit der Corona-Pandemie an Thüringer Schulen sein.

Der Tlv-Vorsitzende Rolf Busch begrüßte, dass das Bildungsministerium eine 14-tägige Testpflicht zum Schulstart vorsieht. Die Umsetzung aber kritisierte er - insbesondere die Bildung von Lerngruppen für Schüler, die nicht geimpft sind, nicht als genesen gelten und sich auch nicht testen lassen wollen. Er sprach sich für ein Betretungsverbot für ungetestete Schüler aus.

Auch sieht er die Schulen in der Pandemie nicht ausreichend vom Land für die Herbst- und Winterzeit vorbereitet. Es gebe kaum Luftfilter an den Schulen, es fehlten immer noch Geräte wie Laptops für Lehrerinnen und Lehrer und er befürchte, dass die Thüringer Schulcloud wieder zusammenbrechen werde, wenn im Fall von Distanzunterricht zu viele Menschen gleichzeitig auf das Portal zugreifen wollen.

Holter hatte angekündigt, dass es von Seiten seines Ministeriums nicht zu Schulschließungen oder Wechselunterricht kommen werde. Lediglich in Einzelfällen durch Entscheidungen der jeweiligen Gesundheitsämter sei dies denkbar.

Modellversuch in Köln geplant: Quarantäne nur für infizierte Schüler

Vierzehn, fünf oder null - Die Diskussion um die Dauer der Quarantäne von Schülern in NRW ebbt nicht ab. Die Stadt Köln plant einen Modellversuch. Kritiker sehen das nicht als Lösung an.

Köln (dpa/lnw) - Angesichts der vierten Corona-Welle will die Stadt Köln in einem Schul-Modellprojekt nur noch positiv auf Corona getestete Schüler in Quarantäne schicken. Direkte Sitznachbarn der Infizierten sollen stattdessen täglich getestet werden und nicht mehr mit in Quarantäne müssen, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Die Stadt führe wegen des Modellversuchs Gespräche mit der Uniklinik Köln. Zuvor hatten der «Kölner Stadt-Anzeiger» und der WDR berichtet.

«Infektionen bei Kindern und Jugendlichen nehmen nur äußerst selten einen schweren Verlauf», teilte die Stadt mit. Durch das Verfahren sollen demnach die psycho-sozialen Folgen von Quarantäne und Unterrichtsausschluss gemindert werden. Unter welchen Voraussetzungen der Modellversuch starten könnte, blieb zunächst offen. Über Einzelheiten solle bald informiert werden, hieß es. Das Gesundheitsministerium äußerte sich am Dienstag zunächst nicht.

Aktuell müssen Kinder, die engen Kontakt mit einem Infizierten hatten, 14 Tage in Quarantäne. Als enge Kontaktpersonen gelten nach einem Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums Schüler und Schülerinnen, die vor, hinter, rechts oder links vom Infizierten gesessen haben. Geimpfte ohne Symptome sind davon ausgenommen.

Der Sprecher der Elterninitiative «Mobile Raumluftfilter NRW», Franz-Josef Kahlen, bezeichnete den Modellversuch als ein «äußert riskantes Spiel». Durch die hochansteckende Delta-Variante sei das Risiko, sich in einem Klassenraum anzustecken, sehr groß. «Nur die positiv Getesteten in Quarantäne zu schicken, greift unseres Erachtens viel zu kurz.» Die Initiative fordert, alle Klassenräume zum Schutz der Kinder mit Luftreinigern auszustatten. Sie kritisiert die Landesregierung, nicht die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen zu haben.

Nach Ansicht des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Jochen Ott, kommt das geplante Projekt in Köln viel zu spät. Seine Fraktion plädiert dafür, bei einem Corona-Fall die ganze Klasse für fünf Tage in Quarantäne zu schicken. Danach bestehe die Möglichkeit, mit einem negativen Test zurückzukehren.

Es fehle eine Vorbereitung und Strategie, wie auf steigende Infektionszahlen zu reagieren ist, warf Ott der Landesregierung vor. Er forderte mehr Tests an den Schulen. Am Donnerstag wird der Landtag auf Antrag der SPD in einer Sondersitzung über die Situation der Jugendlichen und Kinder in der Corona-Krise diskutieren.

Eltern von Kita-Kindern fordern ebenfalls eine Änderung der Quarantäne-Regeln in Kindergärten. «14 Tage Quarantäne für alle Kontaktpersonen sind nicht verhältnismäßig», kritisierte der Landeselternbeirat (LEB) der Kindertageseinrichtungen in NRW.

Nach Angaben der Stadt sind aktuell 839 Schüler und Schülerinnen in Köln mit dem Coronavirus infiziert, 471 davon seien im infektiösen Zeitraum in der Schule gewesen. Zudem gebe es 105 infizierte Kita-Kinder, von denen 45 im infektiösen Zeitraum in der Kita waren. Demnach sind zusätzlich 2 320 Kontaktpersonen aus Schule und Kita in Quarantäne. In Köln gibt es 295 Schulen mit gut 150 000 Schülern.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen lag nach Daten des Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) in Köln am Montag bei 383. Über alle Altersgruppen hinweg meldete das LZG eine Inzidenz von 149,3 für die Domstadt.

Regierung gibt Millionen für Luftfilter an Schulen und Kitas frei

Magdeburg (dpa/sa) - Für die Anschaffung von mobilen Luftfiltern in Schulen, Kitas und Horten bekommt Sachsen-Anhalt einen Millionenbetrag vom Bund. Die geschäftsführende Landesregierung aus CDU, SPD und Grünen hat die Finanzierung am Dienstag freigegeben. Das Kabinett habe auf seiner Sitzung der entsprechenden Verwaltungsvereinbarung des Bundes zugestimmt, teilte die Staatskanzlei mit. Damit können 5,4 Millionen Euro an Bundesmitteln für die Anschaffung der Filter nach Sachsen-Anhalt abfließen, das Land stellt noch einmal den gleichen Betrag zur Verfügung.

Auch bereits angeschaffte Filter können mit den Geldern finanziert werden, Anträge sind rückwirkend bis zum 1. Mai möglich. Die Landesregierung hatte, wie in vielen anderen Bundesländern, in der Kritik gestanden, weil die meisten Schulen zum Beginn des neuen Schuljahres am Donnerstag noch immer nicht mit Filtern ausgestattet sind. Die Regierung hatte daraufhin auf eine lange unklare Datenlage zu Sinn und Effizienz der Filter verwiesen.

Vollständiger Präsenzbetrieb an den Kindertageseinrichtungen und Schulen habe oberste Priorität, teilte der geschäftsführende Bildungsminister Marco Tullner (CDU) mit. Um dies zu ermöglichen, müssten verschiedene Instrumente ineinandergreifen. «Der Einsatz mobiler Luftreiniger, die helfen können, die Virenlast zu reduzieren, ergänzt die bisherigen Infektionsschutzmaßnahmen sinnvoll», sagte Tullner.

Maskenpflicht während des Unterrichts gilt im Saarland weitere Woche

Saarbrücken (dpa/lrs) - Die derzeitigen Regelungen zur Maskenpflicht an den Schulen im Saarland werden um knapp eine Woche verlängert. Somit müssen Lehrer und Schüler auch in der dritten Schulwoche nach den Sommerferien während des Unterrichts eine medizinische Maske tragen. Das beschloss der Ministerrat am Dienstag, wie die Staatskanzlei in Saarbrücken mitteilte. Bislang war die Maskenpflicht auf die ersten zwei Wochen nach Schulbeginn begrenzt gewesen. Sie gilt im Schulgebäude und während des Unterrichts, nicht aber im Freien auf dem Schulhof.

Grund für die Verlängerung bis zum 16. September sei das derzeit diffuse Corona-Infektionsgeschehen, das auf Reiserückkehrer und Infektionen im privaten Umfeld zurückgeführt werde. Am Montag hatte der Unterricht nach den sechswöchigen Sommerferien wieder begonnen.

Schüler und Beschäftigte an den Schulen müssen derzeit außerdem zwei Antigen-Schnelltests pro Woche an den Schulen machen. Ausgenommen davon sind vollständig gegen Corona Geimpfte oder von Covid-19 Genese.

Söder: Erst zehn Prozent der Mittel für Luftfilter abgerufen

München (dpa/lby) - Zwei Wochen vor dem Schulstart in Bayern sind nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erst zehn Prozent der Fördermittel für Luftfilter abgerufen worden. Das sagte er am Dienstag nach der Sitzung des Ministerrates in München. «Aber das wird jetzt täglich mehr».

Rund 190 Millionen Euro stellt die Staatsregierung den Kommunen für die Ausstattung von rund 60 000 Klassenzimmern und 50 000 Räumen in Kindergärten mit mobilen Filteranlagen zur Verfügung. Damit können sich die für die Schulausstattung verantwortlichen Kommunen bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten kofinanzieren lassen.

Söder: Kein Wechselunterricht mehr

München (dpa/lby) - Bayerns Schüler und Schülerinnen sollen künftig nicht mehr in den Wechselunterricht geschickt werden, wenn die Corona-Infektionszahlen steigen. «Es gilt der Präsenzunterricht», sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München. Die Regelungen zum Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 wird gestrichen.

Allerdings müssen die Schüler und Schülerinnen zum Unterrichtsbeginn im neuen Schuljahr weiterhin Masken tragen - auch an ihrem Platz.

Außerdem sollen die Corona-Tests ausgeweitet und die Quarantäne-Vorschriften gelockert werden. Gibt es einen Infektionsfall, soll anders als bisher nicht zwangsläufig die gesamte Klasse in Quarantäne geschickt werden, sondern nur die, die unmittelbaren und ungeschützten Kontakt zu dem erkrankten Mitschüler hatten. Gibt es Luftreiniger, könne sogar vollständig auf die Quarantäne anderer Schüler verzichtet werden, sagte Söder.

Erster Schultag für rund 40 000 Kinder

Mit Schultüte und offenen Augen in einen neuen Lebensabschnitt: Die ganz Kleinen bereichern die Schulgemeinschaft. Mehr Lehrkräfte fordert der Verband VBE. Das Ministerium verweist auf 345 neue Planstellen.

Mainz (dpa/lrs) - Mit dem ersten Tag im Klassenzimmer hat für 39 470 Kinder in Rheinland-Pfalz das gemeinschaftliche Lernen in der Schule begonnen. Während die älteren Kinder und Jugendlichen schon am Montag wieder ihre Plätze einnahmen, ging es für die meisten Erstklässler und Erstklässlerinnen am Dienstag los. Grüße dazu kamen von der Landesregierung auf Twitter: «Wir wünschen einen guten Start und eine schöne Feier der Einschulung.»

Auch für die Kleinen gilt zunächst die Maskenpflicht im Unterricht - zumindest für die ersten zwei «Präventionswochen» im neuen Schuljahr. «Unser Ziel ist, dass im Unterricht die Maske wieder fallen kann», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig. Bis zu den Herbstferien werden auch alle diejenigen zweimal wöchentlich getestet, die nicht geimpft oder genesen sind.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), dessen Mitglieder vor allem an den Grundschulen unterrichten, kritisierte zum Schulstart die Personalausstattung der Schulen in Rheinland-Pfalz. «Das Land muss dringend Geld in die Hand nehmen und sich darum kümmern, dass in Zukunft mehr Stellen mit voll ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden», erklärte der Landesvorsitzende Gerhard Bold. «Dafür muss es nicht nur mehr Planstellen geben, der Lehrberuf muss auch attraktiver werden.» Der VBE fordert dazu eine Anhebung der Besoldung von Grundschullehrerinnen und -lehrern auf die Stufe A13 und damit auf das gleiche Niveau wie für das Lehramt an Realschulen plus und Gymnasien.

Für das neue Schuljahr wurden nach Angaben des Bildungsministeriums 345 zusätzliche Lehramtsstellen eingerichtet. Rund 1400 Lehrerinnen und Lehrer wurden neu eingestellt, nach 1100 im vergangenen Jahr. Insgesamt unterrichten an den Schulen in Rheinland-Pfalz rund 41 000 hauptamtliche Lehrkräfte. Positiv merkte Ministerin Hubig an, dass die Zahl der Studierenden für das Lehramt an Grundschulen wieder steige.

27.08.2021

Schuljahr soll wie geplant mit Präsenzunterricht für alle starten

Wiesbaden (dpa/lhe) - Das neue Schuljahr in Hessen soll kommende Woche wie geplant mit Präsenzunterricht in allen Schulen und Jahrgängen starten. Die jüngste Anpassung des hessischen Corona-Eskalationskonzepts sehe vor, dass es auch bei steigenden Inzidenzwerten keine Schulschließungen und damit auch keinen Distanz- oder Wechselunterricht mehr geben werde, erläuterte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Freitag in Wiesbaden. Die Pandemie habe zwar gezeigt, dass es keine absolute Sicherheit gebe. Lorz zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Land besser durch das neue Schuljahr kommen werde als durch das zurückliegende.

Im neuen Schuljahr steigt die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler um rund 1500 auf 761 500, wie das Kultusministerium mitteilte. Die Zahl der Erstklässlerinnen und Erstklässler klettert um rund 1700 auf 57 300. In Hessen gibt es insgesamt 1806 öffentliche Schulen, die Zahl der Lehrerstellen beträgt 55 540. Investitionsschwerpunkte im neuen Schuljahr sind den Angaben zufolge der Ausbau der Ganztagsangebote, Deutsch-Vorlaufkurse für Kinder mit schlechten Sprachkenntnissen und die Aufstockung der sozialpädagogischen Fachkräfte.

Lehrer müssen ihren Impfstatus bislang nicht offenlegen

Wenn am 6. September in Thüringen das neue Schuljahr startet, will Bildungsminister Holter Schulschließungen oder Wechselunterricht vermeiden. Doch bei den Lehrern fehlt bislang ein Gesamtüberblick über den Impffortschritt.

Erfurt (dpa/th) - In Thüringen müssen Lehrer dem Land bislang nicht preisgeben, ob sie gegen das Coronavirus geimpft sind oder nicht. Es gebe keine generelle Offenlegungspflicht des Personals, teilte das Thüringer Bildungsministerium auf Nachfrage mit. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass unklar ist, wie hoch der Anteil der geimpften Lehrer an Thüringer Schulen ist. Eine «statistisch saubere Erfassung» könne «Stand jetzt auch nicht erfolgen», hieß es. «Wir gehen von einer insgesamt sehr hohen Impfquote im Lehrpersonal aus», teilte das Ministerium mit.

Grund für diese Annahme sind Zahlen von Mai, als in Thüringen begonnen wurde, Lehrer zu impfen. Zuerst durften sich die Grundschul- und Förderschullehrer impfen lassen, erst später kamen auch die Lehrer weiterführender Schulen wie Gymnasien oder Regelschulen an die Reihe. Für die Lehrer wurden damals Extra-Impftage eingerichtet, so dass eine statistische Erfassung möglich war, wie viele Lehrer geimpft wurden. Zu dieser Gruppe der Impfberechtigten zählte allerdings das gesamte Personal an Grund- und Förderschulen, also nicht nur Lehrer.

Mitte Mai waren nach den Zahlen des Bildungsministeriums rund 31 000 von 49 000 Menschen dieser Gruppe mindestens einmal geimpft. Dies entsprach einem Anteil von 63 Prozent. «Die zunehmende Ausweitung der Impfkampagne auf Hausärzte sowie die Aufhebung der Impfpriorisierung ermöglichen keine statistische Erfassung einzelner Berufsgruppen mehr», erklärte das Bildungsministerium.

Nach derzeitigen Plänen will das Bildungsministerium eine abgestufte Teststrategie einführen, die sich an Warnstufen ausrichtet. «Dort, wo sich Regelungen etwa zum Testen am Prinzip 3G orientieren, würden Geimpfte und Genesene von Testungen ausgenommen. Insofern müssten Lehrkräfte dann ihren Status offenlegen, wenn sie nicht getestet werden möchten», heißt es aus dem Ministerium. Das 3G-Prinzip steht für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Kinderstudie: Mehr Kilos, weniger Fitness im ersten Pandemiejahr

Graz (dpa) - Der Anteil der dicken Grundschulkinder ist bereits nach den ersten Corona-Maßnahmen laut einer österreichischen Studie um rund 20 Prozent gestiegen. Einen deutlichen Negativtrend fand das Forschungsteam der Universität Graz auch bei der körperlichen Ausdauer. Schulen sollten daher jetzt nicht nur Wissenslücken schließen sondern auch bei der Fitness der Kinder aufholen, schrieben sie in einem Artikel, der am Donnerstag im Journal «Jama - Network Open» erschien.

Ursprünglich wollte das Team um Gerald Jarnig am Grazer Institut für Bewegungswissenschaften den Effekt von Sportunterricht untersuchen. Dazu wurden rund 760 Mädchen und Jungen zwischen sieben und zehn Jahren im Raum Klagenfurt im September 2019 gewogen und gemessen. Außerdem wurde die Ausdauer getestet. Wegen monatelanger Schließungen und Schichtbetriebs in den Grundschulen wurde aus der Studie eine Untersuchung über Lockdowns.

Als die Tests im September 2020 wiederholt wurden, waren die Ergebnisse eindeutig: Im Herbst vor der Pandemie waren 20,3 Prozent der Kinder übergewichtig oder fettleibig gewesen. Ein Jahr später lag der Wert bei 24,1 Prozent.

Um die Ausdauer zu untersuchen, liefen die Kinder sechs Minuten lang. Vor der Pandemie kamen sie dabei im Schnitt 917 Meter weit. Im September 2020 waren die erreichten Strecken um 11 Prozent kürzer. «Man kann sagen, dass das eine sehr starke Verschlechterung ist», sagte Ko-Autor Johannes Jaunig der Deutschen Presse-Agentur.

Auch wenn bislang keine weiteren Daten zu diesen Kindern vorliegen, sei anzunehmen, dass sich diese Negativtrends während neuerlicher Lockdowns ab Herbst 2020 fortsetzten, meinte er. Den Autoren zufolge können zusätzliche Kilos und kürzere Laufstrecken nicht nur mit Bewegungsmangel zu tun haben, sondern auch mit Veränderungen der Essgewohnheiten und der psychischen Gesundheit während der Pandemie.

Weil sowohl Stadt- also auch Landkinder untersucht wurden, könnten die Ergebnisse nach Forscherangaben auf Österreich umgelegt werden. Sie seien wahrscheinlich auch mit der Situation in anderen europäischen Ländern vergleichbar, sagte Jaunig.


26.08.2021

Lehrerpräsident warnt vor Durchseuchung der Schulen

Augsburg (dpa) - Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnt vor einer Durchseuchung der Schulen. «Auch wenn Kinder seltener schwer erkranken, dürfen wir eine Durchseuchung der Schulen nicht zulassen», sagte er der «Augsburger Allgemeinen» (Donnerstag). «Wir wollen es als Lehrerverband auch, dass Präsenzunterricht beim Schulstart möglichst vollständig stattfindet, aber nicht, indem man Gesundheitsschutzmaßnahmen herunterfährt und vor der Infektionsgefahr an Schulen kapituliert.»

Neuere Studien hätten herausgefunden, dass zwischen 0,3 bis 1,7 Prozent der mit Corona infizierten Kinder im Krankenhaus behandelt werden müssen. «Bezogen auf Deutschland bei knapp elf Millionen Schülern hieße das, dass zwischen 30 000 und 180 000 in Krankenhäusern behandelt werden müssten, von eventuellen Long-Covid-Folgen mal völlig abgesehen. Das, glaube ich, darf kein Politiker verantworten.»

Er sieht auch in der Vorbereitung auf dieses Schuljahr schwere Versäumnisse der Politik: Man komme «um die Feststellung nicht herum, dass auch bei der Vorbereitung dieses Schuljahres wieder vieles suboptimal gelaufen ist. Das fängt damit an, dass bis heute nicht klar ist, nach welchen Vorgaben, Kriterien und Regeln der Schulunterricht laufen soll. Es setzt sich fort bei dem Trauerspiel um die Anschaffung von Raumluftfilteranlagen (...). Und es endet damit, dass wir immer noch bei der digitalen Infrastruktur der Schulen große Defizite haben, fast die Hälfte hat nach wie vor kein schnelles Internet».

Nicht nur Corona - Die größten Baustellen an den Schulen

Der Schulbetrieb hat unter Corona gelitten. Nun wird viel über die Folgen für Kinder und Jugendliche diskutiert. Langfristig gibt es an Deutschlands Schulen aber weitere Probleme, die dringend gelöst werden müssen, sagen Bildungsexperten vor der Bundestagswahl.

Berlin (dpa) - Die Corona-Krise hat viele Probleme an den Schulen aufgedeckt und manche verschärft: fehlende Technik, wackeliger Online-Unterricht, lückenhafte Kommunikation. Manche Schülerinnen und Schüler wurden nur schlecht erreicht, Lernrückstände haben sich vergrößert. Bund und Länder steuern mit einem sogenannten Aufholprogramm dagegen.

Doch daneben gibt es andere Großbaustellen im deutschen Schulsystem, die durch Corona überdeckt wurden, auf denen aber unbedingt auch weitergearbeitet werden muss, fordern Bildungsgewerkschaften mit Blick auf die Bundestagswahl und die kommenden vier Jahre.

«LEHRERMANGEL DRAMATISCH»

«Der Lehrkräftemangel ist in Deutschland seit Jahren dramatisch», erklären die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in einer gemeinsamen Stellungnahme gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) dürfte vor allem im Sekundarbereich I, also oberhalb der Grundschule, und an den Berufsschulen bis 2030 Lehrermangel herrschen.

Als Gegenmaßnahme fordern die Gewerkschaften eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um mehr Menschen für den Beruf zu gewinnen. Konkret: die Bezahlung aller Lehrkräfte mit Hochschulabschluss nach Tarif A13 bei Beamten und nach E13 bei Angestellten. Viele Lehrkräfte an Grundschulen werden etwa schlechter bezahlt als ihre Kolleginnen und Kollegen an weiterführenden Schulen.

VBE und GEW setzen sich außerdem für bessere Arbeitsbedingungen durch «multiprofessionelle Teams» ein. An Schulen sollten demnach zur Unterstützung der Lehrkräfte je nach Bedarf Gesundheitsfachkräfte, IT-Administratoren, Schulsozialarbeiter und Sozialpädagogen, Psychologen oder auch Integrationshelfer eingesetzt werden.

Der Deutsche Lehrerverband fordert eine grundsätzliche Verbeamtung aller Lehrkräfte, den Abbau befristeter Arbeitsverhältnisse und den Aufbau einer «Unterrichtsreserve im Umfang von 10 Prozent aller Lehrerstellen», wie Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger auf Anfrage mitteilte.

TOILETTEN, FENSTER, TURNHALLEN

Marode Turnhallen, kaputte Schultoiletten oder Fenster in Klassenräumen, die sich nicht öffnen lassen, sind ein Dauerthema. 2017 hatte die damalige große Koalition ein Schulsanierungsprogramm aufgelegt: 3,5 Milliarden Euro für Schulgebäude in finanzschwachen Kommunen. Doch die Bildungsgewerkschaften sehen weiterhin einen «Modernisierungs- und Sanierungsstau» und verweisen auf Zahlen der Kreditanstalt für Wiederaufbau, wonach es bei den Schulen einen «Investitionsrückstand» von 46,5 Milliarden Euro gibt.

GEW und VBE fordern daher ein «Zehn-Jahresprogramm» für die Modernisierung der Schulen. Der Lehrerverband ist für «eine Neuauflage eines umfassenden Schulsanierungsprogramms».

Zu den Toiletten oder Turnhallen kommen nun noch die Luftfilteranlagen hinzu, die durch Corona auf die Bau-Liste gekommen sind. Das Umweltbundesamt empfiehlt langfristig Wärmetauschanlagen, bei denen Frischluft von außen angesaugt und gleichzeitig durch die nach außen strömende Abluft erwärmt wird (Wärmerückgewinnung). Das sei die nachhaltigste Lösung für den Abtransport von Viren, Kohlendioxid und Feuchte. Das gilt auch dann, wenn Corona einmal vorbei ist.

DIGITALISIERUNG 

In der Pandemie wurden Leihlaptops für bedürftige Schüler angeschafft und Dienstgeräte für Lehrkräfte. Dabei ging es aber vor allem darum, dass der sogenannte Fernunterricht halbwegs funktionierte. Bei der Schuldigitalisierung steht vor allem die Infrastruktur in den Schulen im Mittelpunkt: schuleigenes Wlan, Smartboards statt Kreidetafeln, Tablets für interaktiven Unterricht. Der Bund hatte ein massives Förderprogramm mit mehr als fünf Milliarden Euro (Digitalpakt Schule) aufgelegt, um das voranzutreiben.

Dies müsse durch einen «Digitalpakt 2» fortgeschrieben werden, fordert Lehrerverbandspräsident Meidinger. Auch VBE und GEW fordern eine «Verstetigung» und «erhebliche Aufstockung» der Mittel und mehr Fortbildungsangebote für Lehrkräfte in der Digitalisierung. Die Technik muss schließlich auch bedient und im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden können.

Die beiden Gewerkschaften sind außerdem dagegen, dass Bildungsplattformen von privaten Anbietern genutzt werden. Stattdessen müsse sich der Staat um «datenschutzkonforme und hoch leistungsfähige Plattformen zum Lehren, Lernen und Kommunizieren» kümmern. 2,5 Milliarden Euro pro Jahr seien nötig, um Systeme und Geräte auf aktuellem Stand zu halten.

MEHR BERLIN IM BILDUNGSSYSTEM ODER NICHT? 

Bildung ist ein heikles Thema in Deutschland: Das Grundgesetz schreibt vor, dass die Bundesländer für alles zuständig sind, was nicht ausdrücklich laut Grundgesetz in der Hand des Bundes liegt. Schulen sind damit Ländersache. Wenn Berlin zu viel reinredet, gibt es regelmäßig scharfen Gegenwind aus den Ländern.

Allerdings hat der Bund die dickere Schatulle. Also müssen sich die Länder, wenn sie Fördergelder wie beim Digitalpakt Schule wollen, auf Vereinbarungen und Verträge mit dem Bund einlassen, die regeln, wo das Geld hinfließen soll und wie kontrolliert wird, ob es auch dort ankommt. Das sind jedes Mal zähe und langwierige Verhandlungen.

VBE und GEW sind dafür, die strengen Zuständigkeitsregeln aufzubrechen und das sogenannte Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Bildung abzuschaffen, «um die notwendigen Milliardenbeträge in Bildung investieren zu können und dem Bund eine dauerhafte Finanzierung des Bildungssystems zu ermöglichen». Der Lehrerverband ist der Ansicht, eine bessere Kooperation von Bund und Ländern wäre auch ohne Verfassungsänderung möglich.

CORONA 

Und auch Corona fehlt nicht in der Liste der Baustellen, denn so schnell dürften die Folgen an den Schulen nicht verdaut sein. Lehrerverbandspräsident Meidinger fordert ein «langfristig weiterfinanziertes, über das nächste Schuljahr hinausreichendes Aufholprogramm für Schüler, die in der Pandemie abgehängt worden sind.» Auch VBE und GEW kritisieren, das bisher aufgelegte zwei Milliarden Euro schwere Aufholprogramm des Bundes zur Finanzierung von Nachhilfekursen, Sozial- und Freizeitangeboten sei nur «ein Tropfen auf den heißen Stein». Es müsse grundsätzlich mehr Geld ins System Schule fließen für eine langfristige Ausrichtung auf individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen.

25.08.2021

Sollen Schulen Impfungen anbieten? Debatte über Vorstoß des Landes

Natürlich können sich Jugendliche ab 12 Jahren bereits überall impfen lassen. Aber vielleicht steigt mit dem Angebot auch die Nachfrage, hofft das Land. Es ruft die Schulen auf, Impfungen mit Hilfe der Experten selbst zu planen. Die Schulleiter sind wenig begeistert.

Stuttgart (dpa/lsw) - Mit mobilen Impfteams und Zeitfenstern in Impfzentren sollen Schulen nach den Ferien die Zahl ihrer geschützten Schülerinnen und Schüler steigern können. «Jede Impfung hilft dabei, Schule in Präsenz und damit auch das soziale Miteinander zu gewährleisten», sagte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne), deren Haus gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium in einem Brief an die Schulleitungen über das Angebot informiert hat. Kinder und Jugendliche könnten allerdings auch bereits jetzt beim Haus-, Kinder- und Jugendarzt sowie in Impfzentren oder bei Vor-Ort-Impfaktionen gegen das Coronavirus geimpft werden, betonte Schopper.

Bislang ist nach Angaben der beiden Ministerien von Mittwoch etwas mehr als jeder vierte 12- bis 17-Jährige in Baden-Württemberg mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Der Besuch einer Schule ist im kommenden Schuljahr aber nicht abhängig von einer Impfung. «Es muss sich niemand Sorgen machen, von der Schule ausgeschlossen zu werden, wenn er oder sie nicht geimpft ist», sagte auch Schopper.

Die Verantwortlichen der Schulen können laut Ministerium selbst entscheiden, ob sie ein mobiles Impfteam anfordern möchten. Das ist allerdings einer der Knackpunkte, den die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert. Der organisatorische Aufwand dürfe nicht den Schulleitungen zugeschoben werden, die derzeit zudem oft im Urlaub seien, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein der Deutschen Presse-Agentur. «Hier muss das Land organisieren, aber auch die Kommunen sind gefragt.»

Außerdem schließen die Impfzentren bereits Ende September, zudem gibt es nach den Planungen des Landes lediglich 18 mobile Impfteams, die auch in den Pflegeheimen eingesetzt werden sollen. «Es kann nicht sein, dass sich die Schulleiter darüber streiten müssen, bei wem das mobile Impfteam vorbeikommt», sagte Stein. Die Zahl der Teams müsse erhöht werden, forderte sie. Es gebe ausreichend Personal aus den Impfzentren, die geschlossen würden.

«Das ist eine weitere zusätzliche Aufgabe für Schulleitungen, und das zu Beginn eines neuen, nicht ganz unproblematischen Schuljahres», kritisierte auch Werner Weber, der Landeschef der Schulleitervereinigung. Der Zeitdruck komme hinzu. Die letzten Tage der Sommerferien seien geprägt durch intensive Vorbereitungen auf den Schuljahresbeginn und die Organisation des kommenden Schuljahres. «Die umfangreiche Vorbereitung einer schulinternen Impfaktion käme on top zu all den anderen Aufgaben noch mit dazu», sagte Weber. «Es ist aber nicht die elementare Aufgabe von Schule, Impfungen von Minderjährigen, mit allem was dazugehört, zu organisieren.»

Kritik kam aus der Opposition: SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch sprach laut einer Mitteilung von einer «Politik des Wegduckens». Nun sollten es die Schulen richten, das Land versuche, diese Aufgabe «nach unten zu schieben». «Dass man jeder Schülerin und jedem Schüler ab 12 eine Impfung anbietet, ist ein Muss – aber es ist nicht die Aufgabe der Schulen, das auch noch zu organisieren!», sagte er.

Schulen sollen nach Start am Montag so lang wie möglich offen bleiben

Im neuen Schuljahr soll der Unterricht im Klassenzimmer unbedingt erhalten bleiben. Darin sind sich alle einig. Zur «Schule der Zukunft» wollen sich Ende September alle Beteiligten zu einem Runden Tisch zusammenfinden.

Mainz (dpa/lrs) - Trotz der wieder steigenden Corona-Zahlen wollen nach dem Schulstart am kommenden Montag alle Beteiligten möglichst lange am Präsenzunterricht festhalten. «Dass die Schulen irgendwann wieder schließen müssen, das ist die große Angst», sagte Pascal Groothuis von der Landesvertretung der Schülerinnen und Schüler nach einem Treffen mit dem Landeselternbeirat und Lehrerverbänden am Mittwoch in Mainz. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) besuchte am Mittwoch einen Kurs der Sommerschule und wünschte den Schülerinnen und Schülern neben einem guten Start ins neue Schuljahr, dass ihnen dann Wechsel- und Fernunterricht erspart bleiben mögen.

Es seien wirksame Maßnahmen nötig, um die Schulen weiter offen halten zu können, sagte Groothuis. Dazu müssten mit Einwilligung der Eltern auch Impfkampagnen an Schulen gehören, etwa mit Impfbussen vor den Schulen. Die Vorsitzende des Philologenverbands, Cornelia Schwartz, sagte, die Maskenpflicht im Unterricht sei «keine angenehme Sache, aber das kleinere Übel verglichen mit einer Quarantänemaßnahme». Zum neuen Schuljahr sind auch regelmäßige Corona-Tests an zwei Tagen in der Woche vorgesehen.

Rund einen Monat nach Beginn des neuen Schuljahres wollen sich alle Akteure der Schulgemeinschaft in Rheinland-Pfalz zu einem Runden Tisch zur Bildungspolitik zusammenfinden. Es gebe die Zusage des Bildungsministeriums zu einem großen Runden Tisch, der voraussichtlich am 30. September starten solle, sagte Landeselternsprecher Reiner Schladweiler. Dabei soll es vor allem um das von der Landesregierung geplante Projekt einer «Schule der Zukunft» gehen. Bislang hatten der Landeselternbeirat und die LSV einen Bildungsgipfel gefordert, um Konsequenzen aus der Corona-Situation zu besprechen.

Auch in den Sommerferien 2022 soll es wieder eine landesweite Sommerschule geben. «Ich bin überzeugt, dass wir das Projekt Sommerschule wieder auf die Spur setzen können, vielleicht in veränderter Form», sagte Hubig beim Besuch eines Deutschkurses im Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasium. So könnten die Angebote für spielerisches Lernen noch stärker mit den Lehrkräften der Schülerinnen und Schüler abgestimmt werden.

Da bereits vor den Sommerferien wieder länger Präsenzunterricht möglich gewesen sei, seien die Kurse in diesem Jahr anders ausgerichtet gewesen, sagte Hubig anschließend. Im Corona-Jahr 2020 sei es vor allem darum gegangen, Lernrückstände aufzuholen. Diesmal sei das spielerische Lernen deutlich ausgebaut worden. «Uns ist wichtig, dass die Kinder wieder ins Lernen kommen», sagte die Bildungsministerin. Die mehr als 300 Kurse in ganz Rheinland-Pfalz seien von etwa 10 000 Kindern und Jugendlichen besucht worden.

Im neuen Schuljahr wird es wahrscheinlich erstmals seit 2004 wieder eine steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern geben. Die allgemeinbildenden Schulen werden nach Angaben von Bildungsstaatssekretärin Bettina Brück (SPD) etwa 1300 junge Menschen mehr unterrichten als im vergangenen Schuljahr.

Als möglichen Grund nannte die Staatssekretärin die Corona-Pandemie mit der Möglichkeit, ein Schuljahr zu wiederholen. Im vergangenen Schuljahr wurden an den rund 1500 allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz insgesamt 409 408 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das ist ein Rückgang um 16,1 Prozent seit 2005/06. Bei der Einschulung von Kindern gab es zuletzt schon einen steigenden Trend. Vor einem Jahr wurden rund 37 100 Erstklässler eingeschult, 1450 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Kinder an den Grundschulen stieg seit 2018/19 um 2,7 Prozent auf 142 331.

95 Corona-Infektionsfälle an Schulen in MV

Rostock (dpa/mv) - Derzeit sind in Mecklenburg-Vorpommern 95 Corona-Infektionsfälle an Schulen bekannt. Betroffen sind davon 93 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrer, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Daten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervorgeht. Vor einer Woche waren es den Angaben zufolge insgesamt noch 62 Schüler und Lehrer. Demnach sind derzeit 47 Schulen landesweit betroffen - Mehrfachnennungen seien jedoch möglich - etwa wenn zeitversetzt an einer Schule mehrere Infektionsfälle bekanntwerden.

Laut Lagus sind bis auf den Landkreis Ludwigslust-Parchim Schulen in allen Regionen des Bundeslandes betroffen, am häufigsten in der Hansestadt Rostock und im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Laut Bildungsministerium gibt es im Nordosten 615 Schulen.

Insgesamt 17 Corona-Fälle sind laut Lagus derzeit an Kitas und Horten bekannt, darunter sind zwölf Kinder sowie fünf Erzieher. Vor einer Woche waren es noch insgesamt vier Corona-Fälle mehr. Den Angaben zufolge sind derzeit keine Kitas in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen sowie Ludwigslust-Parchim von Corona-Fällen betroffen.

 

24.08.2021

FDP fordert staatliche Garantie für Präsenzunterricht

Berlin (dpa) - Bundesregierung und Bundesländer sollen nach dem Willen der FDP eine «staatliche Garantie» für Präsenzunterricht an den Schulen abgeben - unabhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Die FDP-Fraktion im Bundestag will bei der Sondersitzung im Bundestag an diesem Mittwoch einen entsprechenden Antrag zur Abstimmung stellen. RTL und ntv berichteten zuerst darüber.

In dem Antrag, der auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und der von der FDP-Fraktion offiziell noch verabschiedet werden muss, werden Regierung und Länder zur Abgabe einer solchen Garantie aufgefordert. Zudem solle die Regierung «unverzüglich» eine Sondersitzung mit den Kultusministern der Länder einberufen, bei der ein Aktionsplan für pandemiesicheren Unterricht beschlossen werde. «Kinder, Jugendliche und Eltern brauchen jetzt dringend planbare Normalität.»

Die FDP fordert außerdem eine Ausweitung des Förderprogramms des Bundes zur Anschaffung mobiler Luftfiltergeräte auf alle Klassenstufen. Der Bund fördert bisher nur Geräte für Räume jüngerer Kinder unter 12, die noch nicht geimpft werden können.

Impfstatus der Erwachsenen beeinflusst Situation an Schulen im Herbst

Bremen/Berlin (dpa) - Für die Offenhaltung der Schulen im zweiten Pandemie-Herbst spielen Experten zufolge Erwachsene eine entscheidende Rolle. Vereinzelte Infektionen an den Schulen sind nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten hinnehmbar, wenn möglichst alle Eltern und Lehrer geimpft sind. «Ein kontrolliert schwelendes Geschehen muss man akzeptieren, wenn der Schulbetrieb laufen soll. Man wird nicht jegliche Verbreitung an Schulen unterbinden können, aber möglichst eine unkontrollierte Ausbreitung.»

Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält es generell für wichtig, dass sich so viele Erwachsene wie möglich impfen lassen. «Das ist wichtig für den Eigenschutz, aber eben auch, um diejenigen zu schützen, die sich nicht beziehungsweise noch nicht impfen lassen können. Dazu zählen insbesondere auch Kinder.»

Einen wesentlichen Einfluss auf die Situation an den Schulen wird auch die Akzeptanz der Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche haben, die seit Mitte August von der Ständigen Impfkommission für die Altersgruppe ab 12 Jahren empfohlen wird. Derzeit beobachten Kinderärzte eine hohe Nachfrage in den Praxen. Auf die medizinische Empfehlung der Kommission hätten viele Eltern gewartet, sagte Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Neben dem Gesundheitsschutz für ihre Kinder gehe es vielen Eltern auch darum, mit Hilfe der Impfungen neue Schulschließungen möglichst zu verhindern.

23.08.2021

New York verpflichtet Schulpersonal zu Corona-Impfung

New York (dpa) - Nach der vollständigen Zulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech und Pfizer in den USA hat die Stadt New York die verpflichtende Injektion des Vakzins für alle Schulangestellten angekündigt. Unter anderem Lehrer sowie alle anderen Beamten und Menschen mit Kontakt zu Schülern müssten bis zum 27. September mindestens eine Dosis erhalten haben, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag in New York. Es blieb dabei zunächst offen, was mit jenen passieren wird, die die Impfung trotzdem verweigern.

«New York City sendet eine starke Botschaft: Wir werden alles tun, um die Delta-Variante zu bekämpfen, um Covid zu bekämpfen», meinte Stadtoberhaupt de Blasio mit Blick auf die steigenden Infiziertenzahlen. Die vollständige Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffes, die von der zuständigen US-Behörde FDA kurz zuvor verkündet worden war, sei ein Wendepunkt im Kampf gegen die Pandemie. Zuvor war Impfskeptikern in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die Option geboten worden, der Impfung durch regelmäßige Tests zu entgehen.

In New York waren Anfang des Sommers fast alle Covid-Restriktionen angesichts der voranschreitenden Impfkampagne gefallen - doch die Delta-Variante heizte die Verbreitung zuletzt wieder an. Der größten US-Stadt könnten nun ähnliche Entscheidungen in anderen Städte folgen.

Keine Testpflicht für Schüler in Ferien bei 3G-Regel

Seit Montag gilt vielerorts in Bayern die sogenannte 3G-Regel. In viele Räume darf nur noch, wer geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Doch was ist mit Kindern und Jugendlichen?

München (dpa/lby) - Die sogenannte 3G-Regel im Kampf gegen Corona hat in Bayern gleich zu Beginn Verwirrung gestiftet. So müssen sich Schüler auch in den Ferien nicht testen lassen, wenn sie in Innenräume von zum Beispiel Schwimmbädern, Restaurants oder Turnhallen wollen. Das stellte das Gesundheitsministerium klar. Seit Montag müssen Menschen ab einem Inzidenzwert von 35 in Innenbereichen nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ auf Corona getestet (3G) sind.

Davon ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag und Schüler, die im Rahmen des Unterrichts regelmäßig getestet werden. Diese Ausnahme für Schüler gilt explizit auch in den noch laufenden Sommerferien, wie das Gesundheitsministerium in München betonte. Und das, obwohl Schulkinder in den Ferien nicht getestet werden. Zuvor hatte der Radiosender Antenne Bayern berichtet.

Kinder und Jugendliche aus Deutschland müssen für eine Befreiung von der 3G-Regel ein Dokument vorlegen, das den Schulbesuch beweist - zum Beispiel einen Schülerausweis oder ein Schülerticket. Es sei nicht erforderlich, dass die Kinder ein negatives Ergebnis vorweisen, so das Gesundheitsministerium in München. Schüler aus dem Ausland müssen eine Bestätigung der Schule vorlegen und beweisen, dass auch dort regelmäßig Tests gemacht werden.

Was mit Kindern ist, die auch mit sechs Jahren noch im Kindergarten sind, blieb unklar. Die Sommerferien in Bayern gehen noch bis Mitte September.

Bis zum Schulstart in drei Wochen ist noch vieles ungeklärt. Zum Beispiel, ob dann auch wieder Wechselunterricht bei höheren Inzidenzen droht oder es eine neue Regel geben wird. Laut der seit diesem Montag geltenden Corona-Verordnung ist für die Schulen Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 binnen sieben Tagen in einer Kommune vorgeschrieben. Aktuell (Stand Montag) wäre dies zwar nur in Schweinfurt und Rosenheim der Fall, die Tendenz ist aber bayernweit klar steigend.

«Der inzidenzabhängige Wechselunterricht muss daher endlich aus Bayerns Corona-Verordnung gestrichen und eine überzeugende Sicherungsstrategie präsentiert werden», sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Matthias Fischbach. Es könne nicht sein, dass getestet in Bayern so gut wie alles möglich sei – «nur in die Schule gehen nicht». Die Corona-Verordnung müsse daher rechtzeitig vor Schulbeginn abgeändert und vom Inzidenzwert abgerückt werden.

Abgesehen von den Schulen kommt jetzt auf Gastronomen oder Hoteliers ein neues Stück Arbeit hinzu, da dort die Auflagen kontrolliert werden müssen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) vertraut darauf, dass diese die Gäste auch wirklich überprüfen. «Ich habe im Moment keinen Zweifel daran, dass das gemacht wird», sagte der Minister am Montag dem Bayerischen Rundfunk. «Und wenn nicht, dann ist das natürlich schon auch ein Thema, das man sanktionieren muss und dem man auch nachgehen muss.»

Generell zeigte er sich zuversichtlich, dass man mit der 3G-Regel einen Lockdown vermeiden könne. «Ich bin der Meinung, wir werden keinen Lockdown mehr kriegen, wie wir ihn schon in anderen Wellen hatten.» Die Impfquote sei da ein wesentlicher Faktor.

Bund gibt Ländern 200 Millionen für Luftreiniger in Schulen und Kitas

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung unterstützt die Länder mit 200 Millionen Euro bei der Beschaffung von mobilen Luftreinigern für Schulen und Kitas. Wie das Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte, haben sich Bund und Länder jetzt auf eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung verständigt. Grundsätzlich beschlossen war die Hilfe bereits Mitte Juli.

Profitieren sollen davon besonders Einrichtungen mit Kindern unter zwölf Jahren, für die es derzeit keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt. Bei Kinderbetreuung und Unterricht solle der bestmögliche Infektionsschutz erreicht werden, hieß es.

«Unser Ziel ist es, in diesem Herbst und Winter den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten», erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Brandenburgs Bildungsministerin und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), betonte: «Es ist gut, dass die finanzielle Unterstützung des Bundes kommt.» Mobile Luftreiniger könnten Schulen und Kitas helfen, auch Räume zu nutzen, die sich nicht gut lüften ließen.

Die 200 Millionen Euro sollen nach dem Königsteiner Schlüssel zwischen den Ländern aufgeteilt werden, die Länder müssen sich hälftig an den Kosten für die Anlagen beteiligen. Beantragt werden die Mittel über die Lände

Jeder fünfte Schüler zwischen 12 und 17 vollständig geimpft

Berlin (dpa/lnw) - Jeder fünfte Schüler im Alter zwischen 12 und 17 ist in Nordrhein-Westfalen vollständig gegen Corona geimpft. Nach den am Montag veröffentlichten Impfdaten des Robert Koch-Instituts (RKI) haben landesweit inzwischen 20,3 Prozent der Jugendlichen und Kinder dieser Altersgruppe die Zweitimpfung erhalten. Mit 32,8 Prozent hat in NRW fast jeder dritte Schüler der 12- bis 17-Jährigen eine erste Spritze bei den Corona-Impfungen bekommen. Beide Quoten liegen deutlich über den Bundesdurchschnitten von 17,8 beziehungsweise 27,5 Prozent.

Alle Altersgruppen zusammengenommen sind im bevölkerungsreichsten Bundesland inzwischen 61,7 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Mindestens eine Impfung haben 68,0 Prozent der Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 59,0 beziehungsweise 64,1 Prozent.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Dienstag der vergangenen Woche erklärt, dass bis dahin rund 80 Prozent der über 16-Jährigen in NRW geimpft worden seien. Damit seien rund drei Millionen Menschen in NRW im Alter von über 16 Jahre bis dahin noch nicht geimpft gewesen. Davon gelte es noch etwa die Hälfte zu überzeugen, um eine Impfquote von 90 Prozent zu erzielen. Mit mobilen Impfteams versuchen die Kommunen, noch mehr Menschen zu erreichen.

Nach dem Votum der Ständigen Impfkommission zu Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren sollen auch die kommunalen Impfzentren in NRW entsprechende Impfangebote machen, hatte Laumann erklärt.

 

22.08.2021

Wachsendes Corona-Risiko für Ungeimpfte - «3G» ab Montag

Geimpft, getestet, genesen - ohne einen entsprechenden Nachweis kommt man ab Montag kaum noch in eine Gaststätte oder ins Kino. Corona macht ganz überwiegend Ungeimpfte schwer krank.

Berlin (dpa) - Corona breitet sich in Deutschland wieder stark aus und bedroht vor allem ungeimpfte Menschen. Gleichzeitig gilt ab Montag weitgehend «3G»: Zutritt zu öffentlichen Innenräumen gibt es bei hohem Infektionsgeschehen nur noch für Geimpfte, Genese oder negativ Getestete. Gemäß einer Vereinbarung von Bund und Ländern schreiben die Bundesländer «3G» für Kliniken, Pflegeheime, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Friseure, Hotels und etwa in Restaurants oder bei Veranstaltungen vor.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Samstag erstmals seit Mai wieder über 50. Am Sonntag hatten sich 54,5 pro 100 000 Menschen innerhalb sieben Tagen neu mit Corona infiziert. Das Land mit der stärksten Steigerung ist derzeit mit Abstand Nordrhein-Westfalen mit 99,2, gefolgt von Berlin mit einer Inzidenz von 67,3. Flächenländer wie Baden-Württemberg (46,6) und Bayern (41,1) liegen unter dem Bundesschnitt. Die Zahl der Klinikpatienten mit Corona steigt. Vor allem 35- bis 59-Jährige sind betroffen. Fast alle Infektionen gehen auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurück.

Menschen mit vollem Impfschutz erkranken dabei nur vergleichsweise selten an Corona und sehr selten schwer, wie eine Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt. Zwar gab es seit Februar mehr als 13 000 Infektionen trotz Impfung. Nur 2,4 Prozent der Corona-Intensivpatienten von 18 bis 59 Jahren waren zuletzt aber voll geimpft. Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Für Geimpfte ist die Situation weiterhin vergleichsweise entspannt.» Insgesamt zählte das RKI seit Pandemiebeginn knapp 3,9 Millionen Corona-Infektionen.

Menschen Anfang 20 - die im Schnitt wesentlich seltener geimpft sind - steckten sich zuletzt mehr als zehn Mal häufiger an als jene zwischen 65 und 84 Jahren. Das Impftempo in Deutschland hatte in den vergangenen Wochen deutlich nachgelassen. 58,8 Prozent der Menschen sind vollständig geimpft, 63,9 Prozent mindestens einmal. Zeeb erwartet eine bundesweite Inzidenz von 100 in gut zwei Wochen.

In Bayern will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Coronakurs nicht mehr nur an der Inzidenz ausrichten. «Aufgrund der hohen Impfquote ist die Methodik der ersten drei Wellen, also sich nur auf die Inzidenz zu konzentrieren, nicht mehr passend», sagte Söder der «Mediengruppe Münchner Merkur tz» (Samstag). Stattdessen soll künftig die Lage in den Kliniken maßgeblich berücksichtigt werden und «eine Art Krankenhaus-Ampel» die rote Linie vorgeben.

In Baden-Württemberg dürfen alle Menschen bereits seit vergangenem Montag unabhängig von der Inzidenz wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen - vorausgesetzt, sie sind geimpft, genesen oder getestet. Bevor in Bayern ähnliche Regeln greifen, wird dort «3G» ab diesem Montag ab einer Inzidenz von 35 vorgeschrieben. Unter anderem auch in Rheinland-Pfalz oder Hamburg soll die «3G»-Regel ab Montag gelten, in Niedersachsen ab Dienstag, in Berlin gilt sie bereits seit Freitag für mehr Bereiche als zuvor schon.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schließt künftige Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Genesene und Geimpfte aus. Ziel sei es, mit Abstand, Hygiene und Masken im öffentlichen Raum, «3G-Regeln» in Innenräumen «und Impfen, Impfen, Impfen ohne weitere Maßnahmen durch den Herbst und Winter zu kommen», sagte er am Freitagabend bei einem virtuellen Besuch bei der CDU Wiesbaden. Wirtschaftsminister Peter
Altmaier (CDU) sagte der Funke-Mediengruppe: «Nach allem, was wir heute wissen, können wir einen neuen Lockdown für Geimpfte und Genesene vermeiden.»

Nicht zufrieden sind Hotels und Gaststätten mit «3G». Die Regeln bedeuteten mehr Aufwand, Umsatzeinbußen drohten, sagte die Geschäftsführerin ihres Verbands Dehoga, Ingrid Hartges, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Großer Bedarf an Nachhilfe: Schüler wollen Lernlücken schließen

In vielen sächsischen Landkreisen mussten die Schulen wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen bleiben. Die Folgen machen sich auch in den Ferien bemerkbar.

Dresden (dpa/sn) - Zwei Wochen vor dem Start ins neue Schuljahr versuchen viele Schülerinnen und Schüler in Sachsen, ihre coronabedingten Lerndefizite durch Nachhilfe auszugleichen. Der Bedarf an außerschulischen Angeboten macht sich bei Nachhilfe-Schulen bemerkbar. «Wir haben schon immer Ferienkurse angeboten, aber haben in diesen Sommerferien noch einmal aufgestockt», sagt Thomas Momotow vom Nachhilfe-Institut Studienkreis, das in Sachsen 70 Standorte hat.

Der Bedarf sei jetzt sehr groß, auch Grundschülerinnen und Grundschüler bräuchten wegen Schulschließungen schon Nachhilfe, sagte Momotow. Problemfach Nummer 1 sei noch immer Mathe, gefolgt von Deutsch und Englisch.

Auch beim Anbieter Schülerhilfe sind die drei Hauptfächer sehr gefragt. Sprecherin Denise Kirchberger sagte, dass der Nachhilfebedarf durch die Corona-Krise derzeit immens hoch sei. «In unserer täglichen Arbeit erleben wir, wie Lerndefizite sich während der anhaltenden Schulschließungen vergrößern.»

Vor allem Kinder aus finanziell schwächeren Familien hätten immer mehr den Anschluss an die Schule verloren, weil technische Voraussetzungen oft nicht gegeben seien und Eltern nicht helfen könnten, so Kirchberger.

Erst in der vergangenen Woche hatte die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gezielte Förderprogramme für Sachsens Schülerinnen und Schüler gefordert. Nur so könnten Lernrückstände aufgeholt werden, die durch Schulschließungen entstanden seien, schrieben die Autoren der Studie «Bildungsmonitor».

 

20.08.2021

Bundestagsbildungsausschuss berät über Corona und Schulen

Berlin (dpa) - Der Bildungsausschuss des Bundestages berät an diesem Freitag (11.00 Uhr) in einer Sondersitzung über den Schulbetrieb in der Pandemie. Die Bildungspolitiker kommen zu einer Videokonferenz zusammen. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Oliver Kaczmarek, forderte die Bundesregierung anlässlich der Beratungen dazu auf, «die notwendigen Voraussetzungen» für einen sicheren Betrieb von Kitas und Schulen im Herbst zu schaffen.

«An erster Stelle stehen schnell zugängliche Impfangebote für junge Menschen ab zwölf Jahren und Gruppen mit bisher großer Impfzurückhaltung», sagte Kaczmarek. Von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) forderte er, die Forschung zu Long-Covid-Effekten in den verschiedenen Altersgruppen und zu Therapiemöglichkeiten deutlich engagierter auszubauen.

Bindende Beschlüsse für den Schulbetrieb kann der Ausschuss nicht fassen. Schulen und Bildung liegen in Deutschland in der Zuständigkeit der Bundesländer. In 6 von 16 Ländern hat das neue Schuljahr bereits wieder begonnen.

Freiwilligendienst in Corona-Zeiten etwas stärker gefragt

Bei Schulabgängern sind Freiwilligendienste in der Pandemie gefragt. Einer der Gründe ist die Fridays-For-Future-Bewegung - ein anderer die Corona-Pandemie.

Mainz (dpa/lrs) - In der Corona-Pandemie ist in Rheinland-Pfalz die Nachfrage von jungen Menschen nach einem Freiwilligendienst leicht gestiegen. Das Angebot sei auch etwas gewachsen, heißt es in einer Antwort von Familienministerin Katharina Binz (Grüne) auf eine Kleine Anfrage des ebenfalls grünen Abgeordneten Fabian Ehmann. Mit 3642 absolvierten Ende 2020 demnach 65 Menschen mehr ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) als ein Jahr zuvor. Während des Lockdowns im Frühjahr 2020 habe es zunächst weniger Bewerbungen gegeben, danach aber mehr. Die Träger des FSJ gingen davon aus, dass auch für den kommenden Jahrgang 2021/2022 mit einem leichten Plus bei den Bewerbungen zu rechnen sei, heißt es weiter.

Ganztagsschulen sind als Einsatzorte besonders häufig: Fast jede dritte FSJ-Stelle fand sich demnach an einer solchen Schule - etwa zur Unterstützung der Notbetreuung der Schüler.

Im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) seien auf 145 Plätze mehr als 900 Bewerbungen gekommen. Fridays For Future habe zu einem größeren Interesse Jugendlicher an ökologischen Themen geführt, ergänzte Binz.

Insgesamt sei der Anstieg der Bewerbungen unter anderem darauf zurückzuführen, «dass sich viele alternative Pläne der Freiwilligen, wie beispielsweise Auslandsjahre und der Beginn einer Ausbildung nicht wie gewünscht umsetzen ließen». Zudem habe so mancher Schulabgänger den Beginn seines Studiums wegen der Online-Veranstaltungen zurückgestellt.

«Gerade während der Corona-Pandemie wirken die Freiwilligendienste für viele Jugendliche sinnstiftend», sagte der Abgeordnete Ehmann der Deutschen Presse-Agentur. «Hier können auch in Krisenzeiten Gemeinschaft und das Hinarbeiten auf ein Ziel erlebt werden.» Das große Interesse an ökologischen Fragen zeige: «Man sieht, dass die Jugendlichen Verantwortung übernehmen wollen.»

«Beim Freiwilligendienst leisten die Jugendlichen einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Wir sollten ihnen dafür in Zukunft noch mehr Wertschätzung entgegenbringen», forderte Ehmann. Ein Jahres-Ticket, mit dem für einen Euro pro Tag Busse und Bahnen genutzt werden könnten, könne die Situation der Freiwilligen erheblich verbessern.

Stiko-Begründung für Kinderimpfungen zielt auch auf soziale Teilhabe

Berlin (dpa) - Die Ständige Impfkommission hat bei ihrer Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren in der Pandemie auch deren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben mit im Blick. Neben der Verhinderung von Erkrankungen und Klinikeinweisungen gehe es auch darum, Einschränkungen der sozialen und kulturellen
Teilhabe von Kindern und Jugendlichen abzumildern, heißt es in der wissenschaftlichen Begründung der Kommission, die am Donnerstag im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts veröffentlicht wurde. Auch die psychosozialen Folgen der Pandemie, insbesondere von Isolationsmaßnahmen, seien in dieser Altersgruppe unabhängig von individuellen Infektionen erheblich. Die Impfempfehlung ist bereits seit Montag bekannt, die ausführliche Begründung fehlte aber noch.

Die Kommission rät nun für alle 12– bis 17-Jährigen zur Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs der Hersteller Biontech/Pfizer oder Moderna im Abstand von drei bis sechs beziehungsweise vier bis sechs Wochen. Beide Impfstoffe seien grundsätzlich sehr wirksam und nach den bisher vorliegenden Daten sicher, heißt es. Zu Biontech-Pfizer lägen dabei in diesem Zusammenhang bereits deutlich mehr Daten vor.

Als einzige gesicherte, sehr seltene unerwünschte Impf-Nebenwirkung sind laut Kommission bisher Herzmuskelentzündungen bekannt, die bei Jungen häufiger als bei Mädchen auftreten könnten. Die Erkrankung verlaufe unter stationärer Behandlung meist mild. Über mögliche Langzeitfolgen lägen noch keine Erkenntnisse vor.

Basis für die Begründung der Kommission sind vor allem Studien aus den USA und Kanada nach über 12 Millionen Impfstoffdosen, die dort an Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren verabreicht wurden.

Covid-19 ist laut Bulletin in der Regel bei Kindern und
Jugendlichen keine schwere Erkrankung. Die Mehrzahl der Infektionen verlaufe asymptomatisch oder mit milden Symptomen. Todesfälle seien ohne Vorerkrankungen eine absolute Seltenheit.

In Einzelfällen könne es jedoch nach einer Ansteckung mit
Covid-19 auch bei jungen Leuten zu schwerwiegenden Krankheitsverläufen kommen, deren Langzeitprognosen nicht
endgültig bekannt seien. US-amerikanische Daten deuteten darauf hin, dass Herzmuskelentzündungen durchaus auch nach einer Sars-CoV-2-Infektion bei Kindern und Jugendlichen auftreten können.

Für das Pandemiegeschehen im Herbst und Winter ist die Impfung von Kindern und Jugendlichen weniger entscheidend. Mathematische Modellierungen wiesen darauf hin, dass zuerst das schnelle Erreichen einer hohen Impfquote (75 Prozent und mehr) bei Erwachsenen für den Verlauf der vierten Infektionswelle von Bedeutung sei, heißt es im Bulletin. Mit einer insgesamt hohen Impfquote bei jungen Leuten könne aber die Krankheitslast von ungeimpften Kindern und Jugendlichen reduziert werden.

Impfungen ab 12 Jahren sind in Deutschland bereits seit Ende Mai nach ausführlicher ärztlicher Beratung rechtlich möglich. Viele Eltern hätten aber auf die medizinische Begründung gewartet, sagte Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte. Seit Montag sei die Nachfrage nach Impfungen für junge Leute in den Praxen sprunghaft angestiegen.


19.08.2021

Mobile Teams impfen gegen Corona jetzt auch an Schulen

Kiel (dpa/lno) - Impfungen gegen das Coronavirus haben in Schleswig-Holstein am Donnerstag auch an Schulen im Land begonnen. Zunächst ging es nach Angaben des Bildungsministeriums an 24 Schulen los. Insgesamt können sich an 250 Standorten von Gemeinschaftsschulen und Gymnasien Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren sowie Beschäftigte impfen lassen. Als weitere Schutzmaßnahme an den Schulen wurde die Maskenpflicht in Innenräumen verlängert.

Für das Impfen an Schulen hatten sich zunächst 10 500 Mädchen und Jungen angemeldet. Laut Bildungsministerium steigt die Zahl weiter. Mehr als ein Drittel der Schüler ab zwölf Jahren ist im Norden schon gegen das Coronavirus geimpft - das ist bundesweit der Spitzenwert. «Ich bin sehr zufrieden», sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Donnerstag beim Besuch einer Impfaktion an der Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule und am Thor-Heyerdahl-Gymnasium in Kiel-Mettenhof. Rund 150 Anmeldungen lagen hier vor, etwa 130 davon in der Gemeinschaftsschule.

Die Informationen zum Impfen wurden auch in die wichtigsten Migrantensprachen übersetzt. «Wir hoffen, auf diese Weise noch mehr Eltern zu erreichen», sagte Prien der Deutschen Presse-Agentur. «So bekommen Eltern die Informationen über ihre Kinder und haben einen weiteren Anlass, sich selbst zu reflektieren.» Eltern konnten sich auch in der Schule impfen lassen. Die Lehrkräfte haben das bereits getan: «Die Kollegen sind alle durch», sagte der Leiter der Gemeinschaftsschule, Dieter Ruser.

Die Erstimpfungen an den Schulen im Norden sollen zwei Wochen dauern. Jeweils nach drei Wochen sollen die Zweitimpfungen folgen, auch an den Schulen. «Jeder einzelne Geimpfte hilft, Infektionsketten zu durchbrechen», sagte Prien.

Drosten: Auffrischungsimpfung im Herbst für die meisten unnötig

Der Herbst naht - wer braucht dann eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus? Der Großteil der Bevölkerung nicht, meint der Virologe Drosten. Die WHO hält Booster-Impfungen für Gesunde ohnehin für unangebracht - zumindest im jetzigen Stadium der Pandemie.

Berlin (dpa) - Für die meisten Geimpften wird nach Überzeugung des Virologen Christian Drosten im Herbst keine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus nötig sein. «Die Schutzwirkung der Corona-Vakzinen ist viel besser als beispielsweise bei den Influenza-Impfstoffen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Auch das baldige Aufkommen einer neuen Virusvariante, die gegen die verfügbaren Impfstoffe resistent ist, erwartet er nicht.

Bei alten Menschen sowie bestimmten Risikopatienten hält Drosten eine Auffrischungsimpfung in diesem Herbst jedoch durchaus für sinnvoll. «Nach einem halben Jahr geht das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter.» In besonderen Umfeldern wie Seniorenheimen sei eine Auffrischung daher denkbar. Die dafür benötigten Dosen nicht ins Ausland abzugeben sei trotz der internationalen Impfstoff-Knappheit vertretbar. Für die übrige Bevölkerung werde irgendwann vielleicht ein Altersniveau definiert werden, ab dem eine Auffrischungsimpfung sinnvoll werde. «In diesem Herbst kommt es aber darauf an, überhaupt erst einmal die Impflücken bei den über 60-Jährigen zu schließen.»

Die US-Regierung hatte am Mittwoch angekündigt, die gesamte amerikanische Bevölkerung voraussichtlich ab September mit Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus versorgen zu wollen. Vollständig Geimpfte sollen rund acht Monate nach der zweiten Spritze mit den Präparaten von Moderna oder Pfizer/Biontech eine dritte Dosis bekommen, wie hochrangige Gesundheitsbeamte mitteilten. Grund dafür seien die Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante sowie Datenauswertungen zum allmählich abnehmenden Impfschutz.

Das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten am Montag erste Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht. In den kommenden Wochen sollten die Daten einer Phase-1-Studie auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und weiteren Behörden eingereicht werden. Die Teilnehmer hätten acht bis neun Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung erhalten, hieß es. Im Vergleich zu einer zweifachen Impfung hätten bei den Menschen mit Auffrischungsimpfung «signifikant höhere neutralisierende Antikörpertiter» nachgewiesen werden können.

In den USA, weiteren Ländern und vereinzelt auch Deutschland werden für bestimmte Gruppen bereits Auffrischungsimpfungen vorgenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert die Pläne für Auffrischimpfungen bei gesunden Menschen. Bislang sei nicht einmal klar, ob sie nötig seien, sagte die Chef-Wissenschaftlerin Soumya Swaminathan am Mittwoch in Genf. Während in reichen Ländern jede Menge Impfstoff vorhanden ist, warten weltweit in Dutzenden Ländern viele Millionen Menschen noch auf die Chance einer Impfung. Der WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan meinte, Menschen eine Auffrischimpfung anzubieten sei so, als gebe man Menschen mit Rettungswesten noch eine weitere Weste dazu, während Millionen andere ohne jeglichen Schutz bleiben müssten.

Nach Angaben des Kölner Intensivmediziners Christian Karagiannidis haben die meisten der derzeit in deutschen Kliniken behandelten Covid-Patienten keine Corona-Impfung. Er sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Donnerstag, Print Freitag), es gebe aber auch Fälle von geimpften Corona-Patienten in stationärer Behandlung - sogenannte Impfdurchbrüche. «Aktuell haben wir in Nordrhein-Westfalen 12 bis 13 Prozent der Covid-Patienten in den Kliniken mit Impfschutz. Diese Quote dürfte auch der bundesweiten Quote entsprechen.»

Bei den stationär behandelten Menschen mit Impfdurchbrüchen handele es sich nach seiner Erfahrung beispielsweise um Patienten mit eingeschränkter Immunantwort, etwa als Folge einer medikamentösen Dämpfung des Immunsystems. Wichtig sei, dass jetzt insbesondere jenen Patienten eine dritte Impfung als Booster angeboten werde, die ein gedämpftes Immunsystem hätten, sagte Karagiannidis.

Unterdessen kritisiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die Pläne mehrerer Bundesländer, Kinder und Jugendliche an und im Umfeld von Schulen gegen das Coronavirus zu impfen. «Die Jugendlichen stehen in den Schulen sehr stark unter Gruppenzwang, so dass eine freie und unabhängige Entscheidung schwierig wird», sagte der Bundessprecher des Verbandes, der Kinderarzt Jakob Maske, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). Maske riet stattdessen zur Impfung in den Praxen: «Das Impfen beim eigenen Kinder- und Jugendarzt hat den Vorteil, dass der Arzt die Familie und das Umfeld gut kennt und die Eltern besser beraten kann, ob die Impfung für die Familie sinnvoll ist oder nicht.»

Der Deutsche Lehrerverband begrüßte hingegen die Pläne, Impfungen an Schulen durchzuführen. «Alles, was die Sicherheit an Schulen schnell erhöht, ist gut», sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger dem RND.

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren sind in mehreren Bundesländern spezielle Impfaktionen für diese Altersgruppe angelaufen oder in Planung. So werden etwa mobile Impfteams an Schulen geschickt, zudem sind «Familienimpftage» in Impfzentren, Freizeiteinrichtungen und Tierparks geplant, und es werden spezielle «Impfstraßen» für Kinder und Jugendliche in Impfzentren eingerichtet.

Impfung gegen Covid-19: Andrang bei Kinderärzten

Berlin (dpa/bb) - Nach dem Votum der Ständigen Impfkommission für eine Impfung gegen Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ist die Nachfrage in Berlin sprunghaft angestiegen. «Das ging sofort nach der Empfehlung am Montag los», sagte Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Der Andrang sei groß, es sei aber genug Impfstoff da. Allerdings dauere die Nachbestellung in den Praxen rund zwei Wochen und es brauche deshalb manchmal etwas Geduld bis zu einem Termin. Engpässe seien aber nicht zu befürchten. Neben den Kinder- und Jugendärzten böten unter anderem auch viele Hausärzte Impftermine für Kinder und Teenager an.

In Berlin gibt es nach Angaben des Verbandes rund 180 000 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Auf die medizinische Empfehlung der Impfkommission hätten viele Eltern gewartet, sagte Maske. Das politische Drängen zuvor habe manchmal eher Skepsis und Verunsicherung erzeugt. Motive von Eltern für die Impfung ihrer Kinder seien der Gesundheitsschutz und die Sorge vor einer Ausgrenzung nicht geimpfter Kinder in der Schule. Zudem wollten viele Eltern neue Schulschließungen in der Pandemie möglichst verhindern.

Maske appellierte aber auch dringend an alle Eltern, sich auxh gegen Covid-19 impfen zu lassen. Ihr Erkrankungsrisiko sei deutlich höher als das ihrer Kinder, wenn Infektionen zum Beispiel aus der Schule nach Hause gelangten, betonte Maske.

Maskenpflicht an Rostocker Schulen - Testpflichten wohl ab Montag

Rostock (dpa/mv) - Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen in der Hansestadt Rostock müssen Schülerinnen und Schüler seit Mittwoch wieder Masken in Schulgebäuden tragen. Das gilt laut einer zuvor erlassenen Allgemeinverfügung der Stadt für alle Menschen, die sich in den Gebäuden aufhalten und auch für Horte. Ausnahmen sind etwa aus medizinischen Gründen zulässig.

Außerdem wurde die Besucherzahl beispielsweise in Pflegeheimen oder Einrichtungen zur Betreuung behinderter Menschen beschränkt. Demnach dürfen sich in den Einrichtungen je Bewohner gleichzeitig nur zwei Besucher aufhalten. Diese müssen jedoch nicht dauerhaft festgelegt werden. Auch die Teilnehmerzahl für Veranstaltungen dieser Einrichtungen ist demnach beschränkt auf 30 im Innenbereich und 50 im Freien.

Eigentlich war die Maskenpflicht an Schulen wie geplant nach den ersten zwei Unterrichtswochen nach den Sommerferien landesweit aufgehoben worden. Für Rostock war allerdings am Sonntag die Corona-Ampel auf Orange gesprungen und hatte diese Stufe auch am Montag und Dienstag angezeigt, so dass hier die Maskenpflicht wieder eingeführt wurde.

Vom kommenden Montag an sollen in Abhängigkeit von der Corona-Ampel auch weitere Testpflichten für Ungeimpfte und nicht Genesene gelten, etwa beim Friseurbesuch, im Fitnessstudio, im Innenbereich der Gaststätten sowie in Kino und Theater. Welche konkreten Regelungen ab dann in der Stadt Rostock gelten, bleibt laut einem Sprecher der Stadt noch abzuwarten. Er verwies darauf, dass sich Vorgaben im Zweifel auch kurzfristig noch änderten.

Coronabedingte Lernrückstände bei Schülern: Lehrer geteilter Meinung

Berlin (dpa) - Die Corona-Folgen für Schüler werden von Lehrkräften einer Umfrage zufolge unterschiedlich dramatisch bewertet. 47 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer sind demnach der Ansicht, dass es «bei mehr als der Hälfte» (30 Prozent) oder sogar «bei fast allen» (17 Prozent) Schülerinnen und Schülern «gravierende Lernrückstände» gibt, wie eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey für die wirtschaftsnahe «Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft» (INSM) zwischen Juni und August ergab.

Auf der anderen Seite gaben 44 Prozent an, dass es bei «bei weniger als der Hälfte» (25 Prozent) oder «bei sehr wenigen» (19 Prozent) Schülern solche Rückstände gibt. Die Zahlen lagen der Deutschen Presse-Agentur vor. Die heterogenen Ergebnisse zeigten, wie wichtig eine genaue und möglichst individuelle Überprüfung der Lernstände sei, hieß es bei der INSM. Statt pauschaler Maßnahmen müsse es zielgerichtete Angebote geben.

Die Initiative veröffentlicht die Umfragedaten an diesem Mittwoch im Rahmen ihres jährlichen «Bildungsmonitors». Dabei handelt es sich um einen Bundesländervergleich der Bildungssysteme anhand verschiedener Faktoren. Neben dem Leistungsstand von Schülern wird unter anderem verglichen, wie viel Geld ein Land pro Schüler ausgibt, wie das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern oder wie hoch der Anteil jüngerer Lehrer ist. Zuletzt lag regelmäßig Sachsen vorn.


18.08.2021

Kritik an möglichen Bußgeldern für ungeimpfte Schüler ohne Tests

Nach den Sommerferien droht in Sachsen-Anhalt Kindern und Jugendlichen, die weder geimpft, noch negativ getestet oder genesen sind, ein Bußgeld. Kritik kommt von Teilen der Opposition. Und die GEW wirbt für Augenmaß.

Magdeburg (dpa/sa) - Wie können Schülerinnen und Schüler in den Schulen gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden? Das Land setzt auf 3G - die Folge: Wegen der geltenden Präsenzpflicht drohen ungeimpften Schülerinnen und Schülern, die sich auch nicht testen lassen wollen, nach den Sommerferien Bußgelder. Die Linke und die Grünen üben Kritik an der Auffassung der Landesregierung. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen-Anhalt stellt klar, dass die Strafen wohl gar nicht so schnell kommen würden.

Bei Schulschwänzern würde zunächst versucht, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen, sagte die GEW-Landesvorsitzende Eva Gerth am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Unter Corona-Bedingungen sei das allerdings noch nicht erprobt worden. Wenn es wirklich Menschen gebe, die ihr Kind nicht testen oder impfen lassen wollen, müsse man sehen, wie Schulen letztendlich damit umgingen. «Am Ende geht's darum, die beste Lösung für das Kind zu finden.»

Gerth warb in dem Zusammenhang für besonnenes Handeln. «Ich gehe einfach davon aus, dass es auch pädagogische Lösungen geben wird dafür. Dass man nicht sofort mit dem großen Holzhammer losrennt und ein Bußgeld verhängt.» Die regelmäßigen Tests für Schülerinnen und Schüler seien vertretbar. Alles sei auch eine Frage der gesellschaftlichen Solidarität, da es Kinder oder Lehrkräfte gebe, die sich aufgrund ihrer Erkrankungen nicht impfen lassen könnten.

Die Landesregierung stellte klar, dass Bußgelder zwar möglich sind, man aber eigentlich keine Strafen will. Bevor ein Bußgeld verhängt werde, würden zunächst alle möglichen anderen Maßnahmen ausgeschöpft werden, sagte Regierungssprecher Matthias Schuppe am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Dazu gehörten etwa Gespräche mit den Eltern. Ziel sei es, eine möglichst hohe Akzeptanz für die Tests zu schaffen und damit einen möglichst hohen Gesundheitsschutz. «Wir wollen nicht bestrafen, wir wollen überzeugen», sagte Schuppe weiter.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatten am Dienstag angekündigt, dass nach den Sommerferien Schülerinnen und Schülern, die sich nicht regelmäßig testen lassen wollen, unter Umständen ein Bußgeld drohe. Das ergibt sich demnach aus der Kombination von Präsenzpflicht und der bundesweit ab dem 23. August für alle ab sechs Jahren geltenden 3G-Regel - also Zutritt zu bestimmten Innenräumen nur für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete. Ein entsprechender Hinweis sollte auch in die neue Änderungsverordnung aufgenommen werden, die das Kabinett im schriftlichen Umlaufverfahren passieren soll.

Kritik daran kam von der Linken. Zwar müssten die Voraussetzungen für einen kontinuierlichen Präsenzunterricht an den Schulen geschaffen werden, sagte der bildungspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Thomas Lippmann. Dazu gehörten auch regelmäßige Tests von Schülern, die nicht geimpft oder vollständig genesen seien. Aus einer Verweigerung des Tests aber eine Schulpflichtverletzung abzuleiten, die mit Bußgeld bewehrt sei und bis zu einem Jugendarrest führen könnte, sei «abenteuerlich» und «unsensibel».

Aus Sicht der Grünen ist eine Testpflicht an den Schulen nur unter Aussetzung der Präsenzpflicht sinnvoll. Denn grundsätzlich sei es gut und wichtig für den sicheren Schulbetrieb, dass nur getestete Schülerinnen und Schüler in die Schule dürfen, sagte der bildungspolitischer Sprecher der Fraktion, Wolfgang Aldag. «Wichtiger ist es jetzt Überzeugungsarbeit zu leisten, diese Tests durchzuführen.»


17.08.2021

Luftfilter in Schulen: Was können sie leisten - und was nicht?

Die Schule beginnt, die Corona-Zahlen steigen wieder - vor allem bei den Jüngeren. Und so rückt die Sicherheit im Unterricht immer stärker in den Fokus.

Berlin (dpa) - Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, in den ersten Bundesländern haben die Schulen wieder begonnen. An diesem Mittwoch beginnt im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen das neue Schuljahr. Ist alles getan, um die Gesundheit von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften zu schützen und einen neuerlichen Corona-Lockdown zu verhindern? Welche Rolle können mobile und stationäre Luftreiniger dabei spielen?

Worum geht es in der Debatte?

Angesichts der Corona-Gefahr in Schulen hat das Thema Luftfilter lange für Streit gesorgt. Gewerkschaften, Eltern und Lehrer forderten immer wieder, so schnell wie möglich in Luftfilteranlagen für den Unterricht zu investieren, damit es nach den Sommerferien nicht wieder zu Schließungen kommt. Dass politische Beschlüsse zu spät gekommen seien, kritisierte unter anderen der Deutsche Lehrerverband. Während der Nutzen fest installierter Luftreinigungsanlagen, die aufwendiger einzubauen sind, auf der Hand liegt, ist die Lage bei mobilen Geräten nicht so klar. Diverse Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Was plant die Bundesregierung?

Das ursprüngliche Luftfilterprogramm des Bundes in Höhe von rund 500 Millionen Euro, das 2020 aufgelegt wurde, förderte bereits den Einbau festinstallierter Anlagen in öffentlichen Gebäuden, Theatern und Museen. Seit Mitte Juni 2021 gilt dies nun unter anderem auch für Kitas und Schulen. Die Förderung ist allerdings auf Räume und Einrichtungen für Kinder bis 12 Jahre begrenzt, da für sie bisher kein Impfstoff gegen Corona zugelassen ist. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, Luftfilter - unabhängig vom Alter der Schüler - in allen Klassenräumen zu installieren.

Ist auch die Anschaffung mobiler Luftfiltergeräte in Schulen geplant?

Auch dafür will die Bundesregierung nach anfänglichem Zögern nun 200 Millionen Euro bereitstellen. «Gemeinsam mit den Ländern wollen wir damit einen Beitrag dafür leisten, den Präsenzunterricht und die Kinderbetreuung im Herbst und Winter auch bei Verschlechterung der Infektionslage aufrecht zu erhalten», erläuterte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Mitte Juli. Der Förderanteil des Bundes beträgt bis zu 50 Prozent. Die Beantragung der Mittel und die Durchführung der Förderung erfolgt über die Länder.

Wie bewerten Fachleute den Nutzen von stationären Luftfilteranlagen?

Dass sich fest installierte Anlagen bestens eignen, um virushaltige Partikel aus der Raumluft zu entfernen, ist unbestritten. Deren Einbau sei die «nachhaltigste Maßnahme zur Verbesserung der Innenraumlufthygiene», allerdings auch mit hohem technischen und zeitlichen Aufwand verbunden, heißt es beim Umweltbundesamt (UBA). Neben der Einhaltung der Hygieneregeln sei daher auch regelmäßiges Lüften über die Fenster in der Pandemie besonders effizient. Wo die Belüftungsmöglichkeiten unzureichend sind, könnten aber auch mobile Luftreiniger - mit «hocheffizienten Gewebefiltern» zum Beispiel - ergänzend zum Einsatz kommen.

Ist sich die Forschung mit Blick auf den Nutzen mobiler Geräte einig?

Der Nutzen von mobilen Luftfiltern ist in der Fachwelt zumindest umstritten. Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt zum Beispiel betonen als Ergebnis einer Studie, dass Luftreiniger der Filterklasse Hepa das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus deutlich verringern und empfehlen sie für Klassenräume. Forscher der Universität Stuttgart hingegen warnen: Mobile Geräte seien «keine Alternative zu einem Außenluftwechsel» und nur dort zur Unterstützung ratsam, wo es zu kleine oder zu wenige Fenster gebe. In einer Richtlinie für den Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen hatten sich medizinische Fachgesellschaften, Robert Koch-Institut, Bildungs- und Kinderschutzverbände weder klar dafür noch dagegen positioniert.

Was konkret spricht für oder gegen mobile Filtergeräte?

Kritiker wenden unter anderem ein, die Geräte seien für den Einsatz im Klassenzimmer zu laut, angesichts des Stromverbrauchs ökologisch nicht sinnvoll und erzeugten unangenehme Zugluft. Zudem wälzten sie die Raumluft nur um und könnten die notwendige Zufuhr frischer Luft daher nicht ersetzen. Befürworter verweisen auf den technischen Nutzen mobiler Filter bei der Virenreduktion und plädieren für ein Zusammenspiel aller Maßnahmen, um die Infektionsgefahr einzudämmen. «Fachgerecht positioniert und betrieben ist ihr Einsatz wirkungsvoll, um während der Dauer der Pandemie die Wahrscheinlichkeit indirekter Infektionen zu minimieren», heißt es auch beim UBA.
 

16.08.2021

Erweiterte Impfangebote für Kinder und Jugendliche in MV

Über Corona-Schutzimpfungen für Kinder wurde wochenlang hitzig debattiert. Nun hat sich die Ständige Impfkommission dafür ausgesprochen. Im Impfzentrum Schwerin können sich Kinder und Jugendliche ab Mittwoch ohne Anmeldung impfen lassen.

Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommern will das Impfangebot gegen Corona für Kinder und Jugendliche an Schulen erweitern. Parallel zum Impfstart für Schüler ab 16 Jahren am Dienstag werde eine Befragung jüngerer Schüler zu deren Impfbereitschaft erfolgen. Das kündigte am Montag ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin an. Das Ministerium reagierte damit auf die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko), sich nach gründlicher Prüfung doch für Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren auszusprechen. Die Expertenkommission kam zu dem Schluss, «dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen».

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) äußerte sich erfreut über diese Entscheidung. «Für die Eltern und ihre Kinder ist wichtig, dass es eine eindeutige Empfehlung gibt», sagte Schwesig. Alle, die wollten, könnten sich jetzt auch zügig impfen lassen. Doch bleibe die Impfung «selbstverständlich freiwillig», betonte sie.

Impfungen für Minderjährige waren für Kinder mit Gesundheitsrisiken sowie als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern nach ärztlicher Aufklärung auch bisher schon möglich. Doch zögerten viele, weil es eine generelle Empfehlung der Stiko nicht gab. Der offizielle Empfehlungstext lag zunächst noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Ländern und Fachkreisen noch möglich.

Schwesig hatte zu Beginn des Schuljahres Anfang August angekündigt, nach einer konkreten Empfehlung der Stiko das Impfangebot für 12- bis 17-Jährige im Land ausweiten zu wollen. An diesem Dienstag werden laut Bildungsministerium erstmals mobile Impfteams an den Schulen sein. Das Impfangebot richtet sich zunächst nur an Schüler und Schülerinnen ab 16 Jahren. In einer landesweiten Befragung hatten 1800 von ihnen Interesse bekundet. Damit war die Resonanz geringer als erwartet.

An welchen Schulen die ersten Corona-Schutzimpfungen stattfinden, wurde nicht mitgeteilt. Die Termine würden in Abstimmung mit den zuständigen Gesundheitsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte festgelegt und die impfwilligen Schüler darüber informiert.

Die Stadt Schwerin reagierte unterdessen umgehend auf die Entscheidung der Stiko. Am Mittwoch und Donnerstag werde es im Impfzentrum der Stadt Impfangebote für Schüler geben, kündigte Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) an. Sie könnten nach der Schule ohne vorherige Anmeldung ihre Impfung erhalten. Für beide Tage würden 600 Dosen des mRNA-Impfstoffes von Moderna zur Verfügung stehen. In der EU für Kinder und Jugendliche zugelassen ist ebenfalls der Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Während bei Schülern zwischen 12 und 15 Jahren die Begleitung durch einen Sorgeberechtigten erforderlich sei, benötigten Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren für die Impfung im Impfzentrum lediglich die schriftliche Zustimmung der Eltern. Dafür gebe es Formulare des Robert Koch-Instituts, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) hatten bis Ende voriger Woche im Nordosten etwa 15,4 Prozent der Jugendlichen in der Altersgruppe 12 bis 17 mindestens eine Impfung erhalten, rund 10,3 Prozent auch die für den vollständigen Schutz erforderliche zweite.

Impfkommission nun für Corona-Impfung für alle Kinder ab 12

Im Kampf gegen die Pandemie sind Impfungen das zentrale Mittel. Doch was ist mit Kindern und Jugendlichen? Seit Wochen wird darüber hitzig debattiert. Jetzt ändert ein wichtiges Gremium seine Einschätzung.

Berlin (dpa) - Wenige Wochen vor dem Ende der Schulferien in vielen Bundesländern spricht sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren aus. Nach sorgfältiger Bewertung neuer Daten komme man nun zu der Einschätzung, «dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen», teilte das unabhängige Gremium am Montag mit. Bund und Länder begrüßten das Votum als wichtige Orientierung für Jugendliche und Eltern und stellten rasche Impfangebote in Aussicht. Es gab aber auch Kritik an der Stiko und an politischem Druck auf das Gremium.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von einer guten Nachricht: «Eltern und Jugendliche haben damit eine klare Empfehlung, sich für die Impfung zu entscheiden.» Ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen sei da. «Wenn gewünscht, kann eine Impfung diese Woche noch stattfinden.» Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte, nun gebe es «noch mehr Sicherheit bei der Entscheidung für
die Impfung». Sie betonte zugleich: «Die Impfung bleibt freiwillig und darf nicht zur Voraussetzung für den Schulbesuch gemacht werden.»

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Auch wer sich nicht impfen lassen kann oder will, hat ein Anrecht auf Zugang zum Unterricht.» Die gut eingespielten und bewährten Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen blieben dabei wichtig, auch für geimpfte Schülerinnen und Schüler und für die Lehrkräfte.

Die Stiko empfahl Impfungen bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren bisher nicht allgemein - sondern nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Sie waren laut Stiko aber auch schon mit ärztlicher Aufklärung als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind bereits 24,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen Corona geimpft und 15,1 Prozent vollständig. Ab 12 Jahren zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Mittlerweile könnten mögliche Risiken der Impfung in der Altersgruppe zuverlässiger beurteilt werden, erklärte die Stiko am Montag. Sie verwies auf nahezu zehn Millionen geimpfte Kinder und Jugendliche im US-Impfprogramm. Die Zurückhaltung hatte Stiko-Chef Thomas Mertens zuletzt mit unzureichenden Daten zur Sicherheit der Impfung bei Heranwachsenden begründet. Im Fokus standen vor allem mögliche Folgen von Herzmuskelentzündungen bei Geimpften. Am Montag sprach die Stiko von meist unkomplizierten Verläufen. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Ländern und Fachkreisen noch möglich.

Bereits Anfang August hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern breitere Impfangebote für Kinder vereinbart - etwa auch in regionalen Impfzentren. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, nannte die Entscheidung der Stiko ein wichtiges Signal an Eltern und die Jugendlichen selbst: «Lassen Sie sich und Ihre Kinder jetzt impfen!» Je mehr Kinder geimpft seien, «umso sicherer können wir auch in das kommende Schuljahr starten». Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Jetzt braucht es Tempo, um einfach zugängliche Schulhof-Impfangebote für Schülerinnen und Schüler zu schaffen, die dann auch gleich ihren Eltern offen stehen.» Auch die Aufklärung und die Informationskampagne müssten nun Schritt halten.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte, die Stiko habe sehr lange mit ihrer Entscheidung gewartet. «Damit hat sie es für viele Kinder über 12 Jahre schwer gemacht, eine Impfung zu erhalten. Umso mehr begrüße ich den Schritt jetzt», sagte er der «Rheinischen Post» (Dienstag). Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schrieb bei Twitter: ««Endlich!». Die Entscheidung sei nun für den Schulstart wichtig. «Leider haben wir viel Zeit verloren», kritisierte er. «Umso schneller sollte jetzt das Impfangebot erfolgen.»

Die FDP-Gesundheitsexpertin im Bundestag, Christine Aschenberg-Dugnus, sagte, die Stiko-Entscheidung schaffe Klarheit für Eltern und Kinder sowie Rechtssicherheit für Ärzte. «Die Bundesregierung hätte dieses Ergebnis abwarten sollen, statt unabgestimmt vorzupreschen. Damit sollte die Stiko schlicht unter Druck gesetzt werden.» Für Kinder unter 12 Jahren ist bislang kein Corona-Impfstoff verfügbar.

NRW-Grüne wollen tägliche Corona-Tests an Schulen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Kurz vor dem Schulstart fordern die nordrhein-westfälischen Grünen tägliche Corona-Tests für Schülerinnen und Schüler. «Wer Präsenzunterricht garantieren will, der muss die Schule wirklich zu einem sichereren Ort machen. Da sind die Vorbereitungen weiterhin mangelhaft», kritisierte Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, am Montag die schwarz-gelbe Landesregierung. Angesichts der hohen Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante und aufgrund von Reiserückkehrern reichten gerade zum Schulstart ab Mittwoch ein- bis zweimalige Tests pro Woche nicht aus, um Risiken zu minimieren, sagte Beer weiter. Außerdem solle mehr auf die verlässlicheren PCR-Lollitests gesetzt werden, die bislang nur in Förder- und Grundschulen zum Einsatz kommen.

Die Forderung ist Teil eines am Montag vorgestellten Positionspapiers der NRW-Grünen für vorrangigen Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie. «Natürlich ist Impfen der Weg aus der Pandemie», hob die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Josefine Paul, hervor. Aufsuchende und unkonventionelle Impf- und Aufklärungsangebote an Schulen und Jugendzentren, bestenfalls für die ganze Familie, seien daher wichtig. Gleichzeitig appellierte Paul an alle anderen, sich immunisieren zu lassen: «Die Erwachsenen sind jetzt in der Verantwortung hier auch einen Schutzkokon um die Jüngeren herum zu bauen», sagte sie und verwies besonders auf die Kinder unter zwölf Jahren, für die es keinen zugelassenen Impfstoff gibt.

Kinder und Jugendliche dürften bei der sich abzeichnenden vierten Corona-Welle nicht erneut die Leidtragenden werden, betonten die Grünen-Politikerinnen. Die vergangenen eineinhalb Jahre seien für sie sehr herausfordernd gewesen. Schule brauche mehr pädagogische Spielräume statt einer reinen Prüfungsfixierung, sagte Paul. Gleichzeitig brauche es kleine Lerngruppen auch außerhalb der Schulgebäude, um übervolle Klassen zu entzerren und auch ganzheitliche Lernangebote, etwa in den Bereichen Kultur und Sport, machen zu können.

Schulstart: GEW kritisiert Abkehr von Inzidenzwerten

Düsseldorf (dpa/lnw) - Vor dem Start ins neue Schuljahr hat die Lehrergewerkschaft GEW die Abkehr der Landesregierung von den Inzidenzwerten kritisiert. «Das Schulministerium hat nicht die medizinische Expertise, um die RKI-Empfehlungen zu ignorieren und die Inzidenzwerte zu missachten», sagte die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik am Montag in Düsseldorf. Den Präsenzunterricht losgelöst von der Inzidenz umzusetzen sei waghalsig. «"Augen zu und durch" ist als Motto nicht geeignet.»

«Lüften und Frieren können nicht die Lösung sein», sagte Çelik. Die Ankündigung von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), bei einem Corona-Fall nur noch die unmittelbaren Sitznachbarn in Quarantäne zu schicken, stieß bei der GEW ebenfalls auf Ablehnung: «Die Quarantäne an der Sitzordnung fest zu machen ist realitätsfremd. Kinder sind agil», sagte Çelik. Sie sprach sich für ein Fortführen der Regelungen des vergangenen Herbstes aus.

Die Corona-Pandemie habe die soziale Ungleichheit in den Schulen verschärft. «Wir sind nicht da, wo wir sein könnten», sagte sie und sprach sich erneut für den flächendeckenden Einsatz von Luftfiltern aus. Die Sicherheit in den Schulen dürfe nicht vom Geldbeutel der Kommunen abhängen.

Der Sanierungsstau für die Schulgebäude Nordrhein-Westfalens betrage zehn Milliarden Euro. In vielen Klassenräumen in NRW reagiere immer noch der Overhead-Projektor. «Ich kann Eltern nicht erklären, warum in einer Pandemie ein funktionierendes Waschbecken im Gebäude schon fast Luxus ist», sagte Çelik.

Der Lehrkräftemangel an den Schulen sei mittlerweile chronisch. Im Grundschulbereich habe die Hälfte der ausgeschriebenen Stellen nicht besetzt werden können. NRW sei im Bundesvergleich bei der Bildungsfinanzierung abgeschlagen auf dem vorletzten Platz. «Gewinner stehen nicht auf dem letzten Platz. Wer beste Bildung propagiert, muss beste Bedingungen schaffen. Die chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems darf nach Corona nicht fortgesetzt werden», sagte Çelik.

Rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler starten am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen trotz Corona-Pandemie grundsätzlich im Präsenzunterricht ins neue Schuljahr. Dabei werden entschärfte Quarantäne-Regeln greifen. Die Gesamtschullehrerin Ayla Çelik aus Köln war Ende Juni zur neuen Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gewählt worden.

Maskenpflicht an Schulen in MV ausgesetzt - Impfungen ab Dienstag

Zwei Wochen nach dem Schulstart können an den Schulen im Nordosten die Masken wieder fallen. Vorerst. Denn die wachsende Zahl von Corona-Neuinfektionen lässt befürchten, dass wieder schärfere Schutzmaßnahmen nötig werden. Impfen soll dem entgegenwirken.

Schwerin (dpa/mv) - Trotz wieder steigender Infektionszahlen wird von Montag an die Maskenpflicht an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ausgesetzt. Der Landeselternrat begrüßte diese Entscheidung der Landesregierung, verlangt aber flankierende Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. «Ziel muss ganz klar der vollumfängliche Präsenzunterricht für alle Schüler im Land sein. Dem muss sich alles unterordnen», forderte der Elternratsvorsitzende Kay Czerwinski.

Er erneuerte seine Kritik an der fehlenden Ausstattung der Schulen mit Luftfilteranlagen. Während andere Bundesländer alle Klassenräume bis zu den Herbstferien mit solchen Geräten ausstatten wollten, habe dies die Landesregierung in Schwerin mit ihrem zögerlichen Handeln verschlafen.

In Mecklenburg-Vorpommern bestand für die ersten zwei Schulwochen nach den Ferien Maskenpflicht, um Ansteckungen durch Reiserückkehrer aus Risikogebieten möglichst einzudämmen. Sie wird von Montag an ausgesetzt. Nach Erhebungen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales wurden vom 2. bis zum 13. August knapp 60 Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Sie wie auch unmittelbare Kontaktpersonen mussten daraufhin der Schule fernbleiben.

Der neuen Corona-Schulverordnung des Landes zufolge sollen Schulen bei Infektionsfällen und Überschreitung bestimmter Inzidenzwerte in Kreisen und Städten nicht mehr automatisch und präventiv geschlossen werden. Die Entscheidungen darüber treffen die kommunalen Gesundheitsämter.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Schule wird allerdings wieder zur Pflicht, sobald im Landkreis oder der kreisfreien Stadt die landeseigene Corona-Ampel an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Stufe Orange oder höher anzeigt. Am Sonntagnachmittag standen alle Regionen noch bei Grün oder Gelb. Das freiwillige Tragen der Maske ist weiterhin erlaubt. Für Schüler und Lehrer besteht laut Bildungsministerium weiterhin die Pflicht, sich zweimal pro Woche zu testen. Davon ausgenommen sind vollständig geimpfte oder genesene Personen.

Czerwinski äußerte sich froh darüber, dass «wirklich sehr selektiv mit positiv getesteten Schülern umgegangen wird und nicht ganze Klassen, Klassenstufen oder sogar Schulen in Quarantäne geschickt werden». Distanzlernen und Wechselunterricht - wie im vorigen Schuljahr fast an der Tagesordnung - dürfe es nicht mehr geben. «Die mit diesen Maßnahmen ausgelösten psychosozialen Erkrankungen bei Kindern sind sehr viel gravierender als die Infektion mit Corona», sagte Czerwinski unter Hinweis auf die in der Regel milden Krankheitsverläufe bei Kindern.

Laut Bildungsministerium wird es von diesem Dienstag an erste Corona-Impfangebote für Schüler an ihren Schulen geben. Wie ein Sprecher sagte, werden die Termine für die Corona-Schutzimpfungen in Abstimmung mit den zuständigen Gesundheitsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte festgelegt und die impfwilligen Schüler darüber informiert.

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hatte zu Schuljahresbeginn Impfaktionen für Schüler im Alter ab 16 Jahren angekündigt. Landesweit sollten bis zu 50 mobile Teams an den Schulen zum Einsatz kommen. Allerdings blieb die Resonanz hinter den Erwartungen zurück. In einer landesweiten Befragung hatten laut Ministerium rund 1800 Schülerinnen und Schüler und damit etwa sechs Prozent dieser Altersgruppe ihr Interesse bekundet. Allerdings seien bis zum 20. August noch Nachmeldungen möglich, hieß es.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat bislang noch keine generelle Empfehlung für das Impfen gegen das Coronavirus von Minderjährigen gegeben. Jedoch können sich 12- bis 17-Jährige nach ärztlicher Beratung und mit Zustimmung der Eltern impfen lassen, da etwa für den Impfstoff von Biontech/Pfizer und von Moderna eine EU-weite Zulassung für Menschen ab 12 Jahren besteht. Solange noch keine Stiko-Empfehlung vorliegt, will das Bildungsministerium sein Impfangebot an Schulen auf Schüler ab 16 Jahren begrenzen.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) haben im Nordosten bislang (Stand: Donnerstag) etwa 15 Prozent der Jugendlichen in der Altersgruppe 12 bis 17 mindestens eine Impfung erhalten, rund 10 Prozent auch die für den vollständigen Schutz erforderliche zweite.
 

15.08.2021

Lehrerverband will keine Impfungen in Schulen

Hannover (dpa/lni) - Der Verband Erziehung und Wissenschaft (VBE) sieht mögliche Impfangebote in Schulen kritisch. «Impfbusse in die Schule zu schicken, halte ich für falsch», sagte der Landesverbandsvorsitzende Franz-Josef Meyer dem NDR Niedersachsen. Er befürchte Diskussionen mit Impfgegnern. Schülerinnen und Schüler würden außerdem indirekt unter Druck gesetzt, sich impfen zu lassen.

Das niedersächsische Kultusministerium plant nach den Sommerferien an den Schulen des Landes gezielte Corona-Impfaktionen auf freiwilliger Basis, Details sind aber noch nicht geklärt. Der Einsatz mobilder Impfteams sei denkbar, hieß es am Freitag. Die Impfzentren des Landes


12.08.2021

Ab Montag keine Maskenpflicht mehr an Schulen in MV

In Mecklenburg-Vorpommern können Schüler und Lehrer bald wieder ohne Maske durchatmen. Auch wenn die Corona-Infektionszahlen im Land aktuell steigen, wird die vorsorglich verhängte Maskenpflicht ausgesetzt.

Schwerin (dpa/mv) - An den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern wird die Maskenpflicht für Schüler und Lehrer - wie zu Beginn des Schuljahres angekündigt - von Montag an ausgesetzt. Dies gelte sowohl für den Unterricht als auch für den Aufenthalt im Schulgebäude oder auf dem Schulhof, teilte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Donnerstag in Schwerin mit. Sie hatte die Maskenpflicht für die ersten zwei Schulwochen nach den Ferien verfügt, um Ansteckungen durch Reiserückkehrer aus Risikogebieten möglichst einzudämmen.

«Für die Schülerinnen und Schüler ist es eine große Erleichterung, wenn sie im Unterricht keine Maske tragen müssen. Das gilt insbesondere für die Kleinen», erklärte Martin. Sie verwies auf die Regelungen in der neuen Schul-Corona-Verordnung. Wo die Corona-Ampel auf Grün oder Gelb stehe, müsse in der Schule keine Maske getragen werden. Doch sei das freiwillige Tragen einer Maske weiterhin erlaubt. Nur im Kreis Ludwigslust-Parchim und in Schwerin stand die Ampel am Mittwoch auf Gelb, in den anderen Regionen auf Grün.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt eine Ampelregelung, die neben der Sieben-Tage-Inzidenz auch die Krankenhausbelegung berücksichtigt. Laut Schul-Corona-Verordnung wird das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt wieder zur Pflicht, sobald dort an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Stufe Orange oder eine höhere Stufe erreicht wird.

Für Schüler und das gesamte Schulpersonal besteht laut Martin weiterhin die Pflicht, sich zweimal pro Woche zu testen. Davon ausgenommen sind vollständig geimpfte oder genesene Personen. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales wurden landesweit bislang 37 Schüler mit einem positiven Corona-Befund registriert. Außerdem sei die Infektion bei einem Schulmitarbeiter nachgewiesen worden. Unmittelbare Kontaktpersonen mussten in Quarantäne.

«Die Tests schaffen Sicherheit in den Schulen. So können Verdachtsfälle frühzeitig erkannt werden, und die Gesundheitsbehörden können gezielt eingreifen», betonte Martin. Ziel bleibe, auch bei steigenden Inzidenzen den Präsenzunterricht abzusichern und flächendeckende, präventive Schulschließungen zu verhindern.

Rund 200 neue Corona-Fälle an Schulen im Norden

Kiel (dpa/lno) - An den Schulen in Schleswig-Holstein sind von Montag bis Mittwoch dieser Woche insgesamt 199 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. 198 Fälle davon betrafen Schüler, einer eine Lehrkraft. Dies geht aus Angaben des Bildungsministeriums vom Donnerstag hervor. Der Anteil der Schüler an allen Neuinfektionen im Land ist unterschiedlich: Am Mittwoch waren es 49 von 266, am Dienstag 80 von 282 und am Montag 69 von 172. In der gesamten Vorwoche wurden 294 Schüler-Fälle gemeldet - bei 362 000 Schülern an fast 800 Schulen im Land. Derzeit ist keine Schule coronabedingt geschlossen, an 5 der 950 Standorte gibt es Beeinträchtigungen.

Bildungsministerin Karin Prien bekannte sich ausdrücklich zum Präsenzunterricht und betonte den Stellenwert des Impfens. «Im vergangenen Jahr wurde der Präsenzunterricht eingeschränkt, weil ältere Menschen und vulnerable Gruppen noch keine Impfangebote hatten», erläuterte die CDU-Politikerin. Die Situation habe sich geändert. Alle Schleswig-Holsteiner ab 12 Jahren hätten ein Impfangebot bekommen. «Von den Erwachsenen erwarte ich auch, dass sie es wahrnehmen, wenn es ihnen gesundheitlich möglich ist.»

Es sei ethisch nicht vertretbar, müssten Schüler auf Präsenzunterricht verzichten, weil sich Erwachsene nicht impfen lassen wollten, sagte Prien. Für Kinder sei Covid-19 kein solches Gesundheitsrisiko wie für Erwachsene. «Daher ist auch ein vermehrtes Auftreten von Infektionen mit leichten Verläufen bei Kindern und Jugendlichen kein Grund, um den Präsenzunterricht einzuschränken.»

Es gelte weiter der bewährte Mix aus regelmäßigen Testungen, Masken und Mindestabständen, wo keine Maske getragen wird. Die Infektionsschutzmaßnahmen reichten an den Schulen deutlich weiter als im privaten Bereich. «Lockerungen in allen gesellschaftlichen Bereichen dürfen jetzt nicht dazu führen, dass wieder strengere Regeln für die Schülerinnen und Schüler gelten», betonte Prien.

Ernst: Keine Notwendigkeit für Distanz- und Wechselunterricht

Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass der Unterricht an den Schulen trotz steigender Corona-Infektionszahlen im Regelbetrieb bleibt. «Für uns ist es in der Bewertung so, dass die Notwendigkeit, dass Kinder durch Distanz- und Wechselunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung des Infektionsgeschehens leisten, jetzt nicht mehr gegeben ist», sagte Ernst am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags.

Dies sei zunächst notwendig gewesen, um die Erwachsenen zu schützen, erläuterte Ernst, die auch Präsidentin der Kultusministerkonferenz ist. Doch dies sei nun nicht mehr erforderlich, «weil Erwachsene in der Lage sind, sich selbst mit einer Impfung zu schützen». Allerdings müsse die regelmäßige Testpflicht für alle, die eine Schule betreten, aufrecht erhalten bleiben, um Infektionen schnell zu erkennen. Auch die Maskenpflicht in den Innenräumen sei eine wichtige Schutzmaßnahme. In den Grundschulen soll diese Pflicht jedoch nur in den ersten zwei Wochen nach den Ferien gelten.

Für Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren sollen Impftage an den Oberstufenzentren angeboten werden, kündigte die Ministerin an. Man gehe davon aus, dass Jugendliche in diesem Alter nach einer Beratung durch den Arzt selbst über ihre Impfung entscheiden könnten. Die Lehrkräfte und das weitere Personal seien zu 75 bis 95 Prozent gegen das Coronavirus geimpft, berichtete Ernst. Dies habe eine Umfrage unter den Schulleitungen ergeben.

In schlecht belüftbaren Klassenräumen sollen mit Mitteln des Bundes mobile Luftfilter eingesetzt werden, erklärte Ernst. Die notwendige Verwaltungsvereinbarung mit dem Bund könne bald unterschrieben werden. Zudem wolle das Land Luftfilter auch an weiterführenden Schulen fördern, wenn dort Räume schlecht belüftbar seien, kündigte die Ministerin an.

Eine Woche nach Ferienende nur wenig Corona-Fälle an Hamburgs Schulen

Seit einer Woche läuft die Schule in Hamburg wieder. Verglichen mit dem Ferienbeginn sind die Corona-Zahlen in der Stadt inzwischen durch die Decke gegangen. In den Schulen ist das noch nicht zu spüren.

Hamburg (dpa/lno) - Seit Beginn des neuen Schuljahres vor einer Woche sind der Hamburger Schulbehörde 193 infizierte Schülerinnen und Schüler gemeldet worden. Dabei handele es sich um Meldungen der Familien, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Sie seien nicht an den Schulen passiert, «sondern schon vor Beginn des Schulbetriebs und somit im privaten Umfeld, wahrscheinlich überwiegend beim Aufenthalt in Hochrisiko- oder Virusvarianten-Gebieten beziehungsweise in der Folge davon.»

Die Infektionszahlen zeigten «schmerzhaft», dass es vom Bund «mehr als fahrlässig war, die Corona-Einreiseregeln erst so spät und für Hamburg zu spät» anzupassen, sagte Rabe. Hamburg war nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eines des ersten Länder, in denen die Ferien zu Ende gingen.

Seit vergangenen Donnerstag läuft der Unterricht in den Schulen wieder in voller Präsenz. Eine Auswertung der für Schüler verpflichtenden zwei Corona-Selbstschnelltest pro Woche wird laut Behörde erst Anfang kommender Woche vorliegen. Auch vier Schulbeschäftigte hätten sich seit dem Schulstart am vergangenen Donnerstag infiziert.

Die betroffenen Schüler machten etwa 0,08 Prozent der rund 257 000 Jungen und Mädchen an den Hamburger Schulen aus. Sie hätten die Schulen jeweils nicht betreten. Für vier Schulklassen sei von Gesundheitsämtern wegen möglicher Corona-Ansteckungen Quarantäne vorsorglich angeordnet worden. «Die Quarantäne-Maßnahmen beziehen sich auf vier Schulen», sagte Behördensprecher Peter Albrecht.

Eine Woche nach Schulbeginn seien noch keine Luftfilteranlagen in den Unterrichtsräumen aufgestellt worden. «Es ist ja gerade erst das Ausschreibungsverfahren abgeschlossen. Wir gehen von einer Belieferung der meisten Geräte bis zu den Herbstferien und einer Vollausstattung bis Ende Oktober aus», sagte er. Hamburg will in den Unterrichtsräumen rund 10 000 mobile Luftreiniger aufstellen und dafür bis zu 40 Millionen Euro investieren.

11.08.2021

Brandenburg plant Modellprojekte für Lolli-Tests in Schulen

Ein Corona-Test mit Lolli - dafür hat die Bundesregierung geworben. Nun will Brandenburg dafür Schulen suchen. Bildungsministerin Ernst sieht aber auch Nachteile.

Potsdam (dpa/bb) - Die Corona-Tests könnten an einigen Schulen in Brandenburg bald zum Lutschen sein: Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) plant entsprechende Modellprojekte. Bisher kommen Antigen-Schnelltests zum Einsatz, die zuhause in den Familien vorgenommen werden. «Wir wollen (...) mit diesen Lolli-PCR-Tests Erfahrungen sammeln und sind jetzt dabei, geeignete Schulen für ein Modellprojekt zu finden, um auch herauszufinden, ob es in einem Flächenland tatsächlich überall eingesetzt werden kann», sagte Ernst am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Potsdamer Landtages.

Die Ministerin sieht auch Nachteile in den Lolli-Tests, die sich an ganze Schulklassen richten. «Wir sind nicht der Meinung, dass das für einen flächendeckenden Einsatz jetzt die gute Lösung ist.» Bei gestiegenen Corona-Inzidenzwerten kämen die Labore nicht unbedingt hinterher, diese Tests zu bearbeiten. Die Auswertung der PCR-Tests zum Lutschen könne außerdem bis zu zwei Tage dauern - das hielten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei gestiegenen Inzidenzen nicht für optimal. Die Lolli-PCR-Tests seien allerdings genauer als Antigen-Schnelltests. Berlin wollte unterdessen sein Pilotprojekt mit Lolli-Tests von Kitas auf Schulen ausweiten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) hatten die Länder dazu aufgerufen, Schulen und Kitas nach den Sommerferien über den flächendeckenden Einsatz von Lolli-Tests offen zu halten. Für Kinder unter 12 Jahre ist bisher kein Impfstoff zugelassen. Für Kinder ab 12 gilt eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) nur bei Vorerkrankungen oder beim Umgang mit gefährdeten Menschen. Die Gesundheitsminister der Länder hatten vereinbart, das Impfangebot für 12- bis 17-Jährige auf Impfzentren zu erweitern. In Brandenburg sind Impfungen in Oberstufenzentren für über 16-Jährige geplant.

Die Schnelltests sollen nach Angaben von Ernst kostenlos bleiben. Bund und Länder hatten vereinbart, dass Tests für alle grundsätzlich nur bis zum 10. Oktober kostenlos sind. Die Tests für Schulen sollen mindestens bis Ende des Jahres weiterhin beschafft werden. Der AfD-Abgeordnete Dennis Hohloch kritisierte dies, weil nur ein Bruchteil der Schüler und Lehrer positiv getestet worden sei. «Wir halten die Fortsetzung der Teststrategie für erforderlich und für notwendig», sagte Ernst. Damit könnten Infektionen entdeckt werden.

Der Bund fördert mobile Luftfilteranlagen in Schulen. Laut Ernst ist die Förderung bis zum Jahresende begrenzt, Brandenburg wolle diese aber darüber hinaus verlängern. Die Linksfraktion im Landtag forderte den Einsatz von Luftfiltern. Das Lüften sei zum Teil eine Zumutung, sagte ihre Bildungspolitikerin Kathrin Dannenberg. «Von daher können Luftfilteranlagen (...) durchaus helfen, dass wir die Schulen und Kitas offen halten.» Ihr Ministerium wies darauf hin, dass die mobilen Luftreiniger kein Ersatz für das Lüften ist.

Die Zahl neuer Corona-Infektionen stieg in Brandenburg so stark wie zuletzt Anfang Juni nicht mehr. Innerhalb eines Tages seien 94 neue Fälle hinzugekommen, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch. In den vergangenen sieben Tagen steckten sich 13,5 je 100 000 Einwohner an, der Wert betrug vor einer Woche noch knapp 10.

Diese Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun in zwei Landkreisen und zwei Städten über 20: Die Prignitz hat mit 36,8 weiter den höchsten Wert, gefolgt von Cottbus mit 22,1, Potsdam mit 20,5 und Ostprignitz-Ruppin mit 20,2. Wenn der Wert an fünf Tagen über 20 liegt, gilt wieder die Pflicht für Corona-Tests etwa für Hotels und Gaststätten drinnen. Die Lage in den Krankenhäusern ist laut Nonnemacher noch entspannt.

Sorgen und Kritik zum neuem Schuljahr - NRW gut gerüstet?

Für einen sicheren Start ins neue Schuljahr 2021/22 in NRW sieht das Schulministerium alles gut vorbereitet. Aus Elternschaft, von Lehrerseite und Opposition kommt dagegen Kritik. Die Sommerferien seien - wie schon 2020 - nicht gut genutzt worden. Kinderärzte sind in Sorge.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Vorfreude, Skepsis, Ängste: Wenn in einer Woche die Schule in Nordrhein-Westfalen wieder beginnt, lassen sich die Erschwernisse der Pandemie auch diesmal nicht ausblenden. Vor dem Start des neuen Schuljahrs 2021/22 am 18. August rücken Kinder- und Jugendärzte teils dramatische körperliche und psychische Folgen nach anderthalb Jahren Corona-Krise in den Fokus. Sie mahnen, weitere Schulschließungen wären «nicht verkraftbar». Aus Eltern- und Lehrerschaft kommt Kritik, die Sommerferien seien erneut nicht ausreichend für einen verbesserten Infektionsschutz genutzt worden. Schulministerin Yvonne Gebauer sieht die Schulen dagegen gut gerüstet.

Man habe die Ferien zur «umfassenden Vorbereitung für einen sicheren Schulstart nach den Ferien» genutzt, sagte die FDP-Politikerin vor wenigen Tagen. Es werde landesweit mit Präsenzunterricht gestartet, weiterhin gelte Maskenpflicht im Gebäude und Klassenraum. Bei den verpflichtenden zwei Tests pro Woche - nachweislich Geimpfte und Genesene werden davon befreit - seien alle organisatorischen und logistischen Vorkehrungen «für einen reibungslosen Ablauf ab Tag eins» getroffen. Für Luftfilter stellt das Land den Schulträgern erneut Millionenbeträge bereit. Eine Corona-Schutzimpfung wird für Schüler in NRW keine Voraussetzung sein, um am Präsenzunterricht teilzunehmen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wies auf einen massiven Anstieg von psychischen Belastungen bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen bei vielen Heranwachsenden hin. «Wir sehen in unseren Praxen dieselben Krankheitsbilder wie schon immer - nur in einem nie zuvor gekannten Ausmaß. Angst-, Schlaf-, Essstörungen, Konzentrationsproblematik, Aggressivität, Schulabsentismus, selbstverletzendes Verhalten, depressive Verstimmungen, manifeste Depressionen bis hin zu Suizidversuchen», schilderte NRW-Verbandschef Axel Gerschlauer. Therapieplatz-Mangel verschlimmere die Lage.

Fehlendes Freizeit- und Sportangebot in der Pandemie habe vermehrt zu Verzögerungen bei der grobmotorischen Entwicklung geführt, zu längerer Bildschirmzeit vieler Kinder und zu teils drastischem Übergewicht, berichtete Gerschlauer. «Vermutet werden muss ein Anstieg der körperlichen und seelischen Misshandlungen während des Lockdowns.» Er betonte: «Auch vor dem Hintergrund dieser dramatischen Zunahme an Belastungen und Erkrankungen der Kinder und Jugendlichen muss Präsenzunterricht gewährleistet sein. Eine vierte Welle mit Schulschließungen wäre nicht verkraftbar.» Das «Vertrauen in und die Hoffnung auf ein geregeltes Schuljahr» sei bei Eltern und Schülern allerdings gering.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mahnte mehr Anstrengungen für digitale Bildung an. Nur ein Drittel der Schulen sei ausreichend ausgestattet, monierte GEW-Landesvize Sebastian Krebs. Es brauche zudem umfassende Fortbildungen für Lehrkräfte und landesweit gültige Beurteilungskriterien für den Wechselunterricht.
Er befürchtet einen «unruhigen Herbst und Winter». Bei Prüfungen und Lehrplänen solle entschlackt werden.

Nach Einschätzung des Philologenverbands sind zusätzliche Lehrkräfte und weiteres Unterstützungspersonal wichtig. Lehrpersonal müsse von unterrichtfremden Aufgaben entlastet werden, verlangte die Landesvorsitzende Sabine Mistler. «Sie sind Experten für pädagogisches Handeln und Unterricht.» Und das müsse wieder in den Fokus rücken.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) bekräftigte, das Land stelle in einem zweiten Lüftungsprogramm rund 90 Millionen Euro bereit. Sie mahnte vom an der Finanzierung beteiligten Bund eine schnelle Verwaltungsvereinbarung an, ohne die das Land keine Förderrichtlinie erlassen und man in den Kommunen nicht an die Umsetzung gehen könne. Vertretern kommunaler Spitzenverbände zufolge ist Fensteröffnen die beste, an den meisten Schulen auch mögliche Methode. Lüftungsanlagen seien nicht zwingend überall erforderlich. GEW-Landeschefin Ayla Çelik, sagte dagegen, weil Luftfilter die Virenlast nachweislich senkten, seien sie als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme flächendeckend sicherzustellen.

Auch nach Ansicht der Grünen-Landtagsfraktion war die Förderung bei Luftfiltern bisher «halbherzig». Zudem müssten Testungen in den Schulen noch engmaschiger erfolgen. «Sichere Schulen sehen anders aus.» SPD-Fraktionsvize Jochen Ott bemängelte, das Verfahren in Sachen Quarantäne bleibe ungewiss. Offen sei, wie die Schulen verfahren sollten, wenn ein Kind positiv getestet werde - ob dann die gesamte Klasse in Quarantäne müsse oder ob dies nur für die direkten Sitznachbarn gelte. Würden trotz eines Infektionsfalls Schüler in der Klasse belassen, müsse dort deutlich mehr getestet werden.

SPD fordert Klarheit für Schulen bei Quarantäne

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die oppositionelle SPD hat eine Woche vor dem Schulstart in Nordrhein-Westfalen klare Vorgaben zum Thema Quarantäne verlangt. Die schwarz-gelbe Landesregierung lasse offen, wie die Schulen verfahren sollten, wenn ein Kind positiv getestet werde, kritisierte SPD-Vizefraktionschef Jochen Ott. Es sei unklar, ob dann die gesamte Klasse in Quarantäne müsse oder ob dies nur die direkten Sitznachbarn müssten. Würden trotz eines Infektionsfalls Schüler in der Klasse belassen, müsse dort deutlich engmaschiger getestet werden.

Ott, der auch schulpolitischer Sprecher der SPD ist, forderte zudem am Mittwoch in Düsseldorf mobile Teams möglichst an allen Schulen - zum Testen auf Corona, aber bei älteren Schülern ab 12 Jahren auch für Impfangebote. Allen Eltern müsse Beratung angeboten werden. Um Lernrückstände nach anderthalb Jahren Pandemie aufzuholen, solle man bei Lehrplänen und Leistungsüberprüfungen «Druck aus dem System nehmen». Lernstände sollten individuell erfasst werden, Lehrkräfte sollten für jedes Kind einen eigenen Förderplan erstellen.

Der SPD-Politiker kritisierte, ähnlich wie zu Beginn des vergangenen Schuljahres lasse die Landesregierung eine «klare, stringente Vorgehensweise» vermissen. Schulen und Familien müssten auch 2021/22 erneut mit vielen kurzfristig geänderten Vorgaben je nach Inzidenzwert-Entwicklung rechnen.

Bildungsminister besucht Lerncamp: Lernrückstände schwer zu messen

Naumburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat am Mittwoch ein Lerncamp in Naumburg (Burgenlandkreis) besucht. Das Camp soll Schülern auf freiwilliger Basis helfen, den coronabedingt entstandenen Lernrückstand zu vermindern, teilte eine Sprecherin mit. «Uns ist bewusst, dass (...) nicht alle Schülerinnen und Schüler vom Distanzunterricht gleichermaßen profitieren konnten. Lerncamps sind daher eine geeignete Maßnahme, um entstandene Lerndefizite auszugleichen», sagte Minister Tullner bei dem Besuch.

Zielgruppe seien Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen der Sekundar- und Gemeinschaftsschulen. An insgesamt drei Jugendherbergs-Standorten fänden die fünftägigen Lerncamps für je rund 20 Schülerinnen und Schüler statt, erklärte die Ministeriumssprecherin. Weitere Standorte befänden sich in Schierke (Harz) und Dessau-Roßlau. Die Lerncamps sind im Bildungsministerium eigens konzipiert worden.

«Zum Umfang von Lernrückständen sind keine quantitativen Aussagen möglich», schrieb die Sprecherin. Die Zahl der Nicht-Versetzten und Wiederholer läge noch nicht vor, zumal insbesondere das freiwillige Wiederholen noch bis zu Beginn des neuen Schuljahres beantragt werden könne.

10.08.2021

Elternverband fordert Verbot von Distanzunterricht bis zur 6. Klasse

Rosenheim (dpa/lby) - Distanzunterricht erst ab der sechsten Klasse und auch dann nur in Ausnahmefällen, neue Quarantäneregeln und die komplette Kostenübernahme für Raumluftfilter: Das sind einige der Forderungen, die der Bayerische Elternverband (BEV) in einem offenen Brief an die Staatsregierung stellt. «Kinder und Eltern haben in den letzten beiden Schuljahren unverhältnismäßig viele und schwere Opfer gebracht», heißt es in dem am Dienstag in Rosenheim veröffentlichten Schreiben.

Deshalb müsse die Sicherung des Präsenzunterrichtes oberste Priorität haben, argumentiert der Verband mit Blick auf Bildungsverlust, Sozialkontakte und psychische Probleme von Kindern und Jugendlichen. Um den Unterricht in den Schulgebäuden sicherzustellen, müssten die Pooltestungen bis zur sechsten Klasse ausgeweitet werden. Auch sollten die Quarantäneregeln nicht immer gleich das Ausschließen ganzer Klassen zur Folge haben. Nötig sind aus Verbandssicht zudem verbindliche Regeln zu Luftreinigungsanlagen, die noch dazu in voller Höhe und nicht nur zu Hälfte vom Freistaat finanziert werden sollten.

Untersuchung: Corona-Dunkelziffer bei Kindern in Vorpommern niedrig

Viel wurde über die Dunkelziffer von mit dem Coronavirus infizierten Kindern spekuliert. Eine Untersuchung in Vorpommern kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Greifswald (dpa/mv) - Untersuchungen der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) zufolge ist die Zahl unerkannter Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen in Vorpommern niedrig. Von 526 ausgewerteten Proben habe nur bei maximal 12 eine unerwartete Corona-Infektion nachgewiesen werden können, sagte Almut Meyer-Bahlburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Sie schließe daraus, «dass wir eine relativ niedrige Dunkelziffer haben», sagte die Oberärztin der Kinderklinik der UMG, die das Projekt leitet. Sie habe mit einer höheren Dunkelziffer gerechnet.

Seit Ende des vergangenen Jahres prüfen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Blutproben, die bei Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren anfallen. Die Teilnahme erfolgt nach Zustimmung der Eltern beziehungsweise der Jugendlichen. Die Daten seien «halbwegs repräsentativ», sagte Meyer-Bahlburg. Die UMG kooperiert dazu mit Krankenhäusern in Pasewalk, Stralsund, Anklam, Demmin, Bergen und einer Praxis in Greifswald. Die untersuchten Proben reichten bis etwa Mitte Juli.

Insgesamt seien 18 Proben positiv gewesen. Bei vier der getesteten Probanden sei die Infektion bereits diagnostiziert gewesen. Bei zwei stammten die Antikörper von einer Impfung. Sechs Probanden hatten laut einem zur Untersuchung gehörenden Fragebogen zumindest Kontakt mit coronapositiven Menschen, bei zwei fehlte der Fragebogen. In vier Fällen sei die Infektion gänzlich unerwartet gewesen.

«Ich schließe daraus, dass die Hygienemaßnahmen schon gegriffen haben», sagte Meyer-Bahlburg. «Denn sonst hätten wir ja viel mehr.» Auch das Homeschooling und der eingeschränkte Schul- und Kindergartenbetrieb habe offenbar einen Effekt gehabt. «Jetzt muss man mal sehen, was im Herbst kommt.» Wenn die Schulen offen bleiben, erwartet Meyer-Bahlburg mehr positive Proben. Die Untersuchungen sollen nach jetzigem Stand bis ins kommende Frühjahr fortgesetzt werden.

 

05.08.2021

Gericht lehnt Eilantrag gegen Corona-Impfungen an Schulen ab

Schleswig (dpa) - Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat einen Eilantrag gegen Corona-Schutzimpfungen an Schulen als unzulässig abgelehnt. Die Antragsstellerin wollte mit ihrem Antrag demnach erreichen, dass das Impfen von Schülerinnen und Schülern an den Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein unterlassen wird. Der Frau, mutmaßlich Mutter eines betroffenen Kindes, fehle bereits die erforderliche Befugnis zur Klage, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

Beim Impfen in der Schule handele es sich um ein freiwilliges Angebot, das niemand annehmen müsse. Es werde auch weder von den Eltern noch von den Schülerinnen und Schülern, die die Möglichkeit nicht annehmen möchten, eine Erklärung verlangt (Az. 1 B 104/21).

Vom 19. August an können sich in Schleswig-Holstein an den 250 Standorten von Gemeinschaftsschulen und Gymnasien Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren sowie alle Beschäftigten gegen das Coronavirus impfen lassen.

Gegen den Beschluss des Gerichts von Mittwoch kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Britische Schulen stellen Regierung vernichtendes Corona-Zeugnis aus

London (dpa) - Britische Schulleiter haben ihrer Regierung einer Umfrage zufolge für die ersten Monate der Pandemie ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Von knapp 300 Befragten gaben mehr als 70 Prozent der Leitenden an, es habe «zu viel Input und zu viele Informationen» gegeben, wie aus einer Analyse im «British Educational Research Journal» hervorgeht.

Die Umfrage von Forschern der Universität Cambridge und des University College London bezieht sich auf die ersten drei Monate der Pandemie im vergangenen Jahr, in der die Schulen zuerst geschlossen waren und dann teilweise wieder ihren Betrieb aufnahmen. In dieser Zeit gab es den Studienautoren zufolge mehr als 200 Änderungen an gesetzlichen Vorgaben, die sich teilweise mehrmals täglich änderten. Ein Problem sei gewesen, dass die Öffentlichkeit Änderungen oft zeitgleich mit den Schulen erfahren habe. So hätten Eltern bereits angerufen, bevor Schulleiter die neuen Vorgaben hätten lesen können.

«Wir dachten, die größte Herausforderung für Schulleiter während des Lockdowns sei das Wohl der Schüler gewesen», sagte Erstautor Peter Fotheringham laut einer Mitteilung. Tatsächlich sei aber die Kommunikation des Bildungsministeriums und anderer Behörden für die Schulleiter «überwältigend» gewesen. Immer wieder sei das Wort «Lawine» für das Ausmaß an Informationen und darauffolgenden Änderungen in den Befragungen gefallen.

Die Forscher verweisen darauf, dass auch während der Schweinegrippe im Jahr 2009 britische Schulen geschlossen waren, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß. Es hätte also bekannt sein können, dass Ankündigungen der Regierung Schulen vor Probleme stellen können. «Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass wir diese Lektionen nicht gelernt haben», so Fotheringham.

Nur 16 Prozent sehen Schulen besser für Corona-Krise gewappnet

Berlin (dpa) - Nur wenige Bürger sehen die Schulen nach den Sommerferien besser gegen die Herausforderungen der Corona-Krise gewappnet als zum Schulstart vor einem Jahr. Optimistisch zeigten sich in einer YouGov-Befragung lediglich 16 Prozent, während 14 Prozent sogar der Meinung waren, die Schulen seien diesmal schlechter vorbereitet. Etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) meinten, die Schulen seien gleich gut oder schlecht auf das nächste Schuljahr im Zeichen der Pandemie eingestellt. Keine Angabe machten 16 Prozent. Befragt wurden nur Erwachsene ab 18 Jahren, also nicht die Schülerinnen und Schüler selbst.

Am heutigen Donnerstag beginnt die Schule wieder in Hamburg. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein büffeln die Schülerinnen und Schüler bereits wieder seit Montag. Zum Ferienende ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ebenfalls gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft werden sollen.

Kritik von Eltern und Lehrern an Präsenzpflicht ohne Luftfiltergeräte

Präsenzunterricht hat absoluten Vorrang im kommenden Schuljahr. Ein coronabedingtes Anrecht auf Fernunterricht besteht nur noch sehr eingeschränkt. Eltern, die die Präsenzpflicht ihrer Kinder ohne ärztliche Bescheinigung verletzen, müssen mit Sanktionen rechnen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Im vergangenen Schuljahr konnten Eltern ihre Kinder wegen Corona einfach daheim online unterrichten lassen - das ist ab Mitte September nur noch sehr eingeschränkt möglich. «Für die Befreiung vom Präsenzunterricht bedarf es im neuen Schuljahr besonderer, durch ein ärztliches Attest bestätigter Gründe», sagte der Bildungsdezernent des Städtetags, Norbert Brugger. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte eine Ausrüstung aller Klassenräume an den 4500 Schulen im Land mit Luftreinigungsgeräten als Vorbedingung einer Präsenzpflicht.

«Die Kommunen müssen erst ihrer Verantwortung nachkommen und die Technik für alle Unterrichtsräume bereitstellen», sagte GEW-Landeschefin Monika Stein.

Auch mit Blick auf eine vierte Infektionswelle sei diese Sicherheitsmaßnahme immens wichtig. «Die meisten Kommunen schnarchen leise vor sich hin, obwohl es schon vor über einem Jahr klar war, dass wir solche Geräte brauchen.» Auch ohne Kenntnis der noch ausstehenden Förderrichtlinie hätten Gemeinderäte bereits vorbeugende Beschlüsse fassen können.

Ungeachtet der GEW-Forderung wird im neuen Schuljahr die Befreiungsregelung verschärft. Im vergangenen Schuljahr genügte eine formlose Abmeldung vom Präsenzunterricht durch die Eltern oder durch die volljährigen Schüler selbst. Eine Befreiung von der Präsenzpflicht ist jetzt nur möglich etwa, wenn im Falle einer Covid-19-Erkrankung mit einem besonders schweren Krankheitsverlauf für den Schüler oder für einen mit ihm eng zusammen lebenden Menschen zu rechnen ist. Nur in einem solchen Fall könne die Schulpflicht durch Fernunterricht erfüllt werden. Gewerkschafterin Stein begrüßte die Regelung. In anderen Bundesländern gebe es keinerlei Ausnahmen, was die Familien in «fürchterliche Situationen» bringe.

Der Umfang der coronabedingten Befreiungsfälle war bislang mit rund einem Prozent aller Schüler sehr gering. In diesem vom Kultusministerium im vergangenen Oktober erhobenen Wert sind nicht nur die aus gesundheitlichen Gründen Befreiten, sondern auch solche Kinder und Jugendliche enthalten, die aus dem Radar der Lehrer verschwanden. Diese wieder «einzufangen» und etwaige Lernrückstände aufzuholen, sei ein Grund für die jetzt striktere Handhabung, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der Gesamtelternbeirat Mannheim forderte mehr Ehrlichkeit beim Thema Präsenz. Schulen im Norden Deutschlands seien wegen Corona-Ausbrüchen schon wieder geschlossen worden, sagte GEB-Chef Thorsten Papendick. «Das zeigt schon, wohin die Entwicklung geht.» Er betonte: «Die Eltern wollen Präsenz und maximale Sicherheit.» Sie hätten in der Pandemie gelernt, dass sie keine Pädagogen seien. In vielen Familien arbeiteten beide Eltern, die deshalb auf die Schulen angewiesen seien.

Letztendlich würden die meisten ihre Kinder zur Schule schicken. Der GEB hat eine Petition für die Installation von Luftfiltern in allen Unterrichtsräumen der Mannheimer Schulen gestartet.

In Baden-Württemberg ist Schülern, die weder zwei Testnachweise pro Woche noch Nachweise von Impfung oder Genesung vorlegen, der Schulbesuch verboten, ohne dass sie ein Anrecht auf Fernunterricht hätten. Ihr Fernbleiben wird als Verletzung der Schulpflicht gewertet. Wenn Überzeugungsarbeit und Ordnungsmaßnahmen wie Nachsitzen nicht fruchten, können Kommunen ein Bußgeld verhängen. Dessen Höhe liegt zwischen 5 und 1000 Euro je nach Einzelfall. Bei beharrlicher Weigerung können die Regierungspräsidien (RP) ein Zwangsgeld festsetzen. Dieses liegt nach Angaben des RP Tübingen erfahrungsgemäß zunächst im niedrigen dreistelligen Eurobereich und kann erhöht werden.

Die rund 1,5 Millionen Schüler erwartet zudem vom Schulbeginn am 13. September bis einschließlich 26. September eine Maskenpflicht - unabhängig von der aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz. Grund: Schutz vor der Ausbreitung von Virusvarianten durch Reiserückkehrer.


Vom 18.07.2021 bis zum 04.08.2021 war der Ticker in Sommerferien.

17.07.2021

Abschluss in der Pandemie: Letzte Abibälle der Saison stehen an

Mehrere Monate sind Schüler ganzer Jahrgangsstufen nicht mehr in größeren Gruppen zusammengekommen. Sinkende Corona-Werte machten vielerorts aber rechtzeitig Abibälle möglich. Kurz vor den Ferien sind einige Feiern nun doch wieder von Verschärfungen betroffen.

Hildesheim/Hannover (dpa/lni) - Für die letzten Abschlussfeiern in Niedersachsen vor den Ferien bereitet den Schulabgängern die steigende Corona-Inzidenz Sorge - teils gelten kurzfristig auch verschärfte Auflagen für die Partys. «Die meisten Abi-Bälle sind zwar mittlerweile durch, für die noch ausstehenden Feiern sind die höheren Werte und die Deltavariante aber sicher ein großes Thema, sagte Justus Scheper vom Landesschülerrat Niedersachsen. Er hoffe, dass die verbleibenden Veranstaltungen nicht in Gefahr kommen.

Reagieren müssen etwa die Veranstalter der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Hemmingen für ihre am Samstag geplante Feier im Hangar No.5 in Hannover. Denn in der Region gelten seit Donnerstag wegen einer Inzidenz über 10 verschärfte Corona-Auflagen, die auch Auswirkungen auf Abibälle haben. Bei Feiern mit einem offiziellen Veranstalter sind Masken zu tragen und die Abstandsregeln einzuhalten. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Gästen, die teilweise auch stehen, müssen vorab genehmigt werden.

«Wir machen jetzt das Beste draus», sagte der Geschäftsführer des Hangar No.5, Martin Diedloff. Die Enttäuschung bei den Schülerinnen und Schülern sowie seiner Firma sei aber riesengroß. Als Konsequenz der Verschärfungen muss der Ball nun kleiner ausfallen als geplant. «Und wer wird schon gerne ausgeladen?», fragte Diedloff. Er selbst müsse sich vor allem um die zu große Menge an Lebensmitteln kümmern.

Die kurzfristige Verschärfung ist aus Sicht des Geschäftsführers Diedloff ein großes Problem. Nach den zuvor sinkenden Zahlen hätten die Veranstalter gerade erst den Personenkreis für ihren Ball erweitert. Erst vor wenigen Tagen hatte die Schillerschule aus dem Stadtteil Kleefeld mit 250 Gästen laut Diedloff problemlos bei ihm gefeiert - ohne Maskenpflicht. Die Feiernden jetzt müssten wieder Maske tragen, wenn sie nicht sitzen.

Die Schülerinnen und Schüler hätten es sich nach anstrengenden eineinhalb Jahren verdient, doch noch mal mit dem gesamten Jahrgang zu feiern, sagte Landesschülerrat Scheper. «Das würde zumindest einen würdigen Abschluss markieren». Für die Stufen in diesem Jahr sei es überhaupt nicht einfach gewesen, Termine und Orte zu finden, berichtete der 18-Jährige aus Nordhorn. Räumlichkeiten wurden Scheper zufolge auch kurzfristig abgesagt.

Außer in Hannover sollen auch andernorts in Niedersachsen noch Abibälle durchgezogen werden. In der Hildesheimer Volksbank-Arena ist laut einer Sprecherin in den kommenden Tagen fast täglich ein Abschluss geplant. In dem Landkreis lag die Inzidenz am Freitag mit 5,8 aber deutlich unter 10. Für Samstag werden zur Feier des Otto-Hahn-Gymnasiums Springe 500 Gäste erwartet, am Sonntag sollen es etwa 400 Feiernde von der Albert-Einstein-Schule Laatzen sein.

Studie rät zu intelligenter Schüleraufteilung im Wechselunterricht

Präsenzunterricht soll im kommenden Schuljahr Vorrang haben. Sollte es coronabedingt anders kommen, könnten sich Bildungspolitiker an der Studie einer Forschergruppe mit Mannheimer Beteiligung orientieren. Die rät im Ernstfall zu intelligentem Wechselunterricht.

Mannheim (dpa/lsw) - Vor dem Beginn des neuen Schuljahres raten Soziologen von der Universität Mannheim bei Wechselunterricht Freundschaften unter den Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Wer bei steigenden Corona-Fallzahlen Infektionsausbrüche an Schulen vermeiden oder abmildern wolle, müsse die Schüler intelligent aufteilen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES) und der Columbia University (USA).

Die in der Fachzeitschrift «The Lancet Regional Health – Europe» erschienene Studie hatte Kontakte zwischen 14- und 15-Jährigen in 507 Klassen in weiterführenden Schulen in England, den Niederlanden, Schweden und Deutschland analysiert. Dabei hat das Forschungsteam herausgefunden, dass die zufällige Verteilung der Schüler in zwei Gruppen am wenigsten gegen die Ausbreitung der Infektion wirkte.

Eine Aufteilung nach Geschlecht sei deutlich effektiver, da sich Kinder und Jugendliche im Schulalter eher mit Angehörigen des eigenen Geschlechts träfen. Zusätzliche Kontakte und damit Ansteckungen zwischen den Geschlechtergruppen seien daher nicht so häufig.

Als besonders wirksam erwies sich die Aufteilung, die die von den Schülerinnen und Schülern in Befragungen angegebenen Sozialkontakte berücksichtigte. Auch die Wahrscheinlichkeit für sogenanntes Superspreading – also relativ viele Ansteckungen, ausgehend von wenigen Infizierten – lasse sich mit dieser Form der Gruppenbildung anhand von Freundschaften verringern.

Außerdem konnte das Forschungsteam zeigen, dass der wechselnde Unterricht geteilter Schulklassen im wöchentlichen Turnus Infektionsketten besser unterbrechen kann als Unterrichtsformen, bei denen die Klassenhälften am selben Tag in der Schule präsent sind und beispielsweise unterschiedliche Räume zu verschiedenen Zeiten nutzen. Wöchentlicher Wechsel wirke wie eine Art kurze Quarantäne, während der ein aufkeimendes Infektionsgeschehen abklingen könne, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

Ministerpräsident Kretschmer gegen neue Schulschließungen wegen Corona

Dresden (dpa) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich angesichts steigender Inzidenzen gegen erneute Schulschließungen ausgesprochen - und für die Impfung von Kindern und Jugendlichen. Offene Schulen und Kindergärten seien eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, aber auch der psychischen Gesundheit von Kindern und Familien, sagte der CDU-Politiker im Interview der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Samstag). Der Fehler, die Schulen zu schließen, dürfe nicht wiederholt werden.

Kretschmer plädierte für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren. Sachsen habe genügend Impfstoffe und viele Kinderärzte, die bereit seien, junge Menschen zu impfen. Er hoffe auf eine entsprechende generelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) in den nächsten Tagen. «Dann hätten wir noch mehr Sicherheit und Akzeptanz. Es gibt einen großen Teil der Bevölkerung, der sich sehr nach den Kriterien der Stiko richtet.»

16.07.2021

Mehr als 60 Prozent der Schulen in Bremen mit Luftfiltern

Bremen (dpa/lni) - Die Stadt Bremen kann zum kommenden Schuljahr mehr als 60 Prozent ihrer Schulen mit Luftfiltern zur Abwehr von Coronaviren ausstatten. In den vergangenen Monaten seien bereits mehr als 2500 mobile Luftreinigungsanlagen für Klassenzimmer beschafft worden, in denen nicht optimal gelüftet werden kann. Das teilte das Schulressort am Freitag mit. «Da Luftfilteranlagen zum sicheren Präsenzunterricht und damit auch zur möglichst uneingeschränkten Entwicklung von Kindern beitragen, darf an dieser Stelle nicht gespart werden», sagte die neue Bildungssenatorin Sascha Karolin Aulepp (SPD).

Auch Bremerhaven komme bei der Anschaffung von Luftfiltern voran, sagte ein Sprecher. Das Bundesland sehe sich deshalb weit vorn bei der Ausstattung seiner Schulen. Der 1,2 Milliarden Euro große Bremen-Fonds zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat auch einen 48,6 Millionen Euro großen Topf für technische Beschaffung. Daraus werden die Luftfilteranlagen bezahlt.

Laumann: NRW-Kabinett berät über Lüftungstechnik an Schulen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung will in ihrer Sondersitzung zur Hochwasserkatastrophe auch über den Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten in Schulen beraten. In der Kabinettssitzung am Freitag werde es auch um die Frage gehen, «was man noch an der Lüftungstechnik der Schulen machen kann», sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Radioprogramm WDR5.

Laumann betonte, mobile Lüfter könnten beim Schutz vor Corona-Ansteckungen «eine Ergänzung sein, aber kein Ersatz fürs Lüften». Das hätten wissenschaftliche Studien gezeigt. Wenn jemand glaube, «das Problem sei in den Schulen gelöst durch die Aufstellung von mobilen Lüftungsanlagen, dann wird er sich wundern, was er an Infektionen bekommen wird», sagte der Gesundheitsminister.

Unter anderem hatte eine Elterninitiative Ende Juni mobile Raumluftfilter in jedem Klassenzimmer in Nordrhein-Westfalen gefordert, um in der Pandemie flächendeckend Präsenzunterricht zu sichern. Der Schulunterricht beginnt nach den Sommerferien Mitte August.

Laumann äußerte sich zufrieden zum Stand der Impfkampagne in Nordrhein-Westfalen. Bis zum Ende der Sommerferien würden mindestens 70 Prozent der Menschen in NRW zweimal geimpft sein. «Die Impfkampagne wird bis dahin weitestgehend abgeschlossen sein», sagte der Minister. Dann müssten noch die Nachzügler erreicht werden, um eine höhere Quote zu erzielen.

Letzter Schultag: «Keine Corona-Zeugnisse zweiter Klasse»

Vor den Sommerferien werden die schulischen Leistungen benotet. In einem Jahr soll es in Rheinland-Pfalz an zwölf Pilotschulen auch erstmals digitale Zeugnisse geben.

Mainz (dpa/lrs) - Trotz aller Einschränkungen des Unterrichts in der Corona-Pandemie haben die am letzten Schultag vor den Sommerferien ausgeteilten Zeugnisse nach Überzeugung des Bildungsministeriums ihren vollen Wert. «Es sind keine Corona-Zeugnisse zweiter Klasse», sagte Staatssekretärin Bettina Brück (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Es habe eine reguläre Notenfeststellung gegeben, so dass auch die Zeugnisse vom Freitag aussagekräftig seien.

«Wir haben wegen der Corona-Situation lediglich die Möglichkeit zugelassen, dass weniger Klassenarbeiten geschrieben werden», erklärte Brück, die mit Bildung der neuen Landesregierung vom Parlament ins Ministerium gewechselt ist. «Dafür waren dann andere Leistungsnachweise zu erbringen wie Referate, Projektarbeiten oder mündliche Leistungen.»

Im neuen Schuljahr, das am 30. August beginnt, soll es in Rheinland-Pfalz erstmals auch digitale Zeugnisse geben. Zwölf Schulen, die Hochschule Koblenz, die Technische Hochschule Bingen sowie die Universität Mainz wirken gemeinsam mit Berlin und Nordrhein-Westfalen an einem Pilotprojekt zur Einführung digitaler Zeugnisse mit. Das Projekt ist Teil der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG), das bis Ende 2022 alle Verwaltungsakte im Internet ermöglichen soll.

«Ziel ist die Vergabe der ersten digitalen Zeugnisse im Schuljahr 2021/22», sagte Brück. Zeugnisse zum Anfassen in Papierform werde es auch künftig geben. Aber mit dem digitalen Zeugnis werde ein Nachweis der erbrachten Schulleistungen möglich, ohne dass wie bisher Kopien beglaubigt werden müssten. «Das befreit die Sekretariate der Schulen von Arbeiten und vereinfacht Bewerbungen der Schulabgänger.»

Viel Arbeit statt Ferien gibt es jetzt für die Schulplaner im Bildungsministerium und in der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). «Die Planung des neuen Schuljahrs ist immer ein Riesenunterfangen, ein Großprojekt, das jährlich mit Beginn der Sommerferien seinen Höhepunkt erlebt», sagte die Staatssekretärin im Bildungsministerium, Bettina Brück (SPD). «Grundlage dafür sind Prognosen zur erwarteten Zahl der Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig erhoben werden.»

«Diesen Bedarf bringen wir mit der Planung des bestmöglichen Einsatzes der Lehrkräfte zusammen, damit alle Schulen versorgt sind und wir für die anstehenden Fächerkombinationen die benötigten Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte zur Verfügung haben», sagte Brück im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. In Gliederungsbögen stellen die Schulen dar, wie viele Schülerinnen und Schüler in welchen Klassenstufen zu erwarten sind.

Für die Grundschulen liegen die wichtigsten Daten der Anmeldezahlen zum neuen Schuljahr bereits Anfang März vor. Alle Kinder, die bis zum 31. August sechs Jahre alt werden, sind schulpflichtig. Ihre Anmeldungen finden traditionell im Herbst vor Beginn des neuen Schuljahres statt. Wer nach dem 1. September den sechsten Geburtstag hat, gilt als «Kann-Kind» und wird in der zweiten Februarhälfte angemeldet.

Die benötigten Planstellen werden der Schulaufsicht im Mai vom Ministerium zugewiesen. Dann kann die ADD mit der konkreten Planung an den einzelnen Schulen beginnen. «Das ist ein stetiger Prozess, der zu den Sommerferien noch nicht abgeschlossen ist», erklärte Brück. «Dann beginnt die heiße Phase bei der Schulaufsicht, vor allem wenn noch neue Lehrkräfte rekrutiert werden müssen.» Die Detailplanung der Ausstattung mit Lehrkräften bis zur Zuweisung zu den einzelnen Schulen findet in den Ferien statt. «Viele Lehrerinnen und Lehrer wissen aber schon zu Beginn der Ferien, wo sie im neuen Schuljahr eingesetzt werden.»

Brück erwartet, dass es im Schuljahr 2021/22 voraussichtlich erstmals seit 2004/05 wieder steigende Schülerzahlen geben wird - etwa 1300 Schülerinnen und Schülern mehr als im jetzt abgeschlossenen Schuljahr. Ein Grund könnte die Corona-Pandemie sein mit der Möglichkeit, ein Schuljahr zu wiederholen. «Gerade in den Abschlussklassen haben manche wegen ungewisser Perspektiven die Möglichkeit genutzt, länger in der Schule zu bleiben», sagte Brück.

Vor allem müsse jetzt darauf geachtet werden, wie sich die Corona-Situation auf die Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern ausgewirkt habe. «Die Lehrerinnen und Lehrer sind gehalten, Lernrückstände zu ermitteln und Bereiche mit Nachholbedarf zu identifizieren», erklärte Brück. Dafür gebe es unterschiedliche Diagnose-Tools wie die bundesweit eingeführten Lernstandserhebungen Vera 3 und Vera 8 für das dritte und das achte Schuljahr. «Es geht nicht nur darum, Wissen nachzuholen, sondern auch darum, allgemein soziale Kompetenzen zu schärfen und das gemeinsame Miteinander zu gestalten.»

15.07.2021

Ministerin will trotz Delta Präsenzpflicht an Schulen nach Ferien

Noch zehn Tage Schule, dann sind Sommerferien im Südwesten. Aber wie geht es am 13. September weiter, wenn Delta die Inzidenz nach oben treibt? Die Ministerin will neue Schulschließungen unbedingt vermeiden - doch in der Corona-Krise kam es schon öfter anders.

Stuttgart (dpa/lsw) - Trotz der Gefahr einer vierten Corona-Welle im Herbst geht Kultusministerin Theresa Schopper davon aus, dass es nach den Sommerferien wieder Präsenzpflicht an den Schulen gibt. «Wir haben es fest vor», sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag in Stuttgart. Sie sei sehr zuversichtlich, dass die «Korsettstangen der Sicherheit» ausreichten, um in Vollpräsenz in die Klassenzimmer zurückzukehren. Schopper sprach sich dafür aus, die Inzidenz nicht mehr als einzigen Maßstab für Corona-Auflagen zu nehmen, um Schulen offen lassen zu können. Da die Sommerferien erst Mitte September enden, habe man aber noch Zeit, das Infektionsgeschehen zu beobachten. Die SPD hielt der Ministerin vor, noch kein schlüssiges Konzept zu haben, um den Präsenzunterricht abzusichern.

Schopper rechnet damit, dass viele ungeimpfte Kinder und Jugendliche sich mit der aggressiveren Deltavariante anstecken werden. «Delta wird sich in den Schulen breitmachen, da muss man sich nichts vormachen.» Allerdings zeichne sich ab, dass es bei Schülerinnen und Schülern nur leichte Verläufe wie Husten oder Schnupfen gebe. Es sei übertrieben, an Schulschließungen zu denken, wenn Kinder und Jugendliche im Wesentlichen «einen Packen Taschentücher» bräuchten. Zwar müsse man noch genau schauen, ob es sogenannte Long-Covid-Folgen bei Jüngeren gebe. Sie sei aber zuversichtlich, dass die Deltavariante keine Schüler und Schülerinnen «niederstreckt».

Die Ministerin hält es deshalb nicht für nötig, dass die Schulen wieder geschlossen werden müssen, wenn die Inzidenzen «in die Höhe schnellen». Bisher müssen gemäß der Bundesnotbremse bei einer Inzidenz von 165 die Schulen geschlossen werden. Für die Notbremse sei entscheidend gewesen, dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden sollten. Wenn sich aber künftig vor allem Kinder und Jugendliche ansteckten und milde Verläufe hätten, sei das eine andere Lage.

Der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei widersprach der Ministerin: «Offenbar unterschätzt Frau Schopper die Delta-Variante. Während die Wissenschaft sehr eindringlich warnt, legt Grün-Schwarz bei den Schulen weiter die Hände in den Schoß. Offensichtlich hat die Landesregierung aus dem Jahr 2020 rein gar nichts gelernt.» Er erneuerte die Forderung der SPD, Luftfilter in allen Klassenzimmern zu installieren. Grün-Schwarz hat angekündigt, den Kommunen als Schulträgern 60 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, um Filtergeräte oder CO2-Ampeln anzuschaffen. Das sei zu wenig und werde der Lage nicht gerecht, sagte Fulst-Blei.

Schopper machte deutlich, dass auch für Lehrkräfte Präsenzpflicht gelte. «Wir gehen davon aus, dass alle Lehrer einsetzbar sind, weil alle ein Impfangebot hatten.» Wer sich nicht mit einem Attest entschuldige, müsse in die Schule kommen. Zwar dürfe man aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht nachfragen, welche Lehrerinnen und Lehrer sich haben impfen lassen. Die Rückmeldung aus den Schulen sei aber so, dass wohl die meisten Pädagogen sich haben impfen lassen.

Nach den Ferien gebe es zwei Wochen Maskenpflicht, um zu verhindern, dass Urlaubsrückkehrer das Virus einschleppen. Zudem werde weiter zweimal die Woche getestet. Die Tests seien neben den Impfungen der Lehrkräfte auch der entscheidende Unterschied zur Lage im Lockdown von Weihnachten bis Pfingsten.

Die Kultusministerin kündigte zudem an, dass im kommenden Schuljahr auch wieder mehr Zusatzangebote möglich sein sollen. «Die Kohorten werden sich immer mehr mischen im kommenden Jahr.» Derzeit pr&