Montag, 12. August 2019

Hessens Schulen starten nach den Sommerferien ins neue Schuljahr

Mit dem neuen Schuljahr ist am Montag für die meisten Schüler in Hessen der Ernst des Lebens wieder losgegangen. Die Schulanfänger haben noch einen Tag Schonfrist.

Sommerferien adé: Für rund 759 000 Kinder und Jugendliche beginnt diese Woche das neue Schuljahr in Hessen. Während die meisten Schüler bereits am Montag wieder in den Klassen saßen, steht die Einschulung der rund 54 900 Abc-Schützen in den Grundschulen oft erst am Dienstag auf dem Stundenplan.

Während die Gesamtzahl aller Schüler im Vergleich zum zurückliegenden Schuljahr nahezu konstant blieb, legte die Zahl der Erstklässler leicht um 1,3 Prozent zu. Damit setze sich der Trend der vergangenen Jahre mit steigenden Zahlen bei den Erstklässlern fort, hatte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) vor dem Schulstart erklärt.

Zum neuen Schuljahr wird es 54 700 Lehrerstellen im Land geben - 600 mehr als noch 2018/2019. Die neuen Kräfte sollen unter anderem dem Ausbau der Ganztagsbetreuung zugute kommen.

Im Laufe des vierten Quartals 2019 können die Schulen voraussichtlich erste Förderanträge einreichen, um vom Bund-Länder-Digitalpakt zu profitieren. Hessen hatte den Topf um weitere Millionen aus dem Landeshaushalt aufgestockt. Das Geld soll nicht nur für die technische Ausstattung der Schulen eingesetzt werden, sondern auch für pädagogische Konzepte und die Lehrerfortbildung.

Die Zahl der Straftaten und Gewaltdelikte an hessischen Schulen ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Das geht aus einer Antwort des Kultusministeriums auf eine parlamentarische Anfrage im Landtag hervor. Demnach wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik im vergangenen Jahr 5936 Straftaten mit dem Tatort «Schule» registriert. 2017 waren es noch 6079 Fälle gewesen, ein Jahr zuvor 5990 Fälle.

Das Ministerium gab zu Bedenken, dass in der Polizeistatistik auch Taten erfasst werden, die von Schulfremden außerhalb der Schulzeiten begangen wurden - etwa Fahrraddiebstähle oder Graffiti-Schmierereien. Bei rund 1290 der Taten an Schulen war Gewalt im Spiel, darunter Körperverletzungen, Raub oder Vergewaltigung. Die Zahl der Gewaltdelikte ging im Vergleich zu 2017 um 219 Fälle zurück.

Nach der Auffassung der Lehrergewerkschaft GEW ist Gewalt an Schulen kein vordringliches Problem. «Der insgesamt rückläufige Trend und auch das Gesamtniveau scheinen keinen Alarmismus zu rechtfertigen, auch wenn selbstverständlich jeder Fall einer zu viel ist», erklärte ein Sprecher.