Samstag, 04. September 2021

Der sichere Schulweg – was Eltern für ihre Schützlinge tun können

Auf Schulkinder warten im Straßenverkehr diverse Gefahren. Dass sie von Helikoptereltern jeden Morgen – bildlich gesprochen – bis ins Klassenzimmer gefahren werden, ist jedoch keine sinnvolle Lösung, da die Kinder sonst nicht eigenständig und unabhängig werden. Stattdessen ist es wichtig, dass der Nachwuchs lernt, Gefahren auf dem Schulweg zu erkennen und zu meiden.

Gefahren kennenlernen, um sie zu beherrschen

Auf dem Schulweg gibt es eine Vielzahl von Gefahren, mit denen Kinder umgehen müssen. Hierzu gehören beispielsweise Straßen ohne Ampel, ungesicherte Baustellen und Falschparker. Es ist wichtig, dass die Kinder vor solchen Gefahren nicht ferngehalten werden, sondern sie kennenlernen. Nur dann sind sie in der Lage, sie zu erkennen und zu meiden, wenn sie den Schulweg eines Tages selbst bewältigen. Deswegen sollten Eltern frühzeitig gemeinsam mit ihrem Kind den Schulweg ablaufen, sie auf Gefahren hinweisen und ihnen erklären, wie sie diese meiden.

Eine weitere häufige Gefahr entsteht durch Ablenkung. Sowohl fremde Personen als auch gleichaltrige können die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich ziehen und dafür sorgen, dass sie vorhandene Risiken nicht rechtzeitig erkennen. Außerdem gibt es immer wieder Erwachsene, die Kinder ansprechen und ihnen etwas Böses wollen. Die Kinder müssen lernen, sich während des Schulwegs zu konzentrieren und jeden Kontakt mit fremden zu meiden.

Mit dem Fahrrad in die Schule fahren

Häufig sind auf dem Weg zur Schule große Distanzen zurückzulegen und der ÖPNV ist nicht vorhanden oder nur spärlich ausgebaut. In einem solchen Fall ist es praktisch, wenn die Kinder mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Hier sind jedoch zahlreiche Gefahren gegeben, die teilweise lebensbedrohlich sein können. Deswegen ist es dringend angeraten, die Kinder in eine Verkehrsschule zu schicken. Hier lernen sie den Umgang mit dem Fahrrad, erfahren, was es mit den Verkehrsschildern aussieht hat, und üben in der Praxis ein, wie der Schulweg mit Fahrrad aussehen könnte.

Des Weiteren ist es wichtig, dass die Fahrradausstattung hochwertig, professionell und verlässlich ist. Das gilt zunächst für das Fahrrad selbst. Dieses sollte in der Größe für die Kinder geeignet sein und hochwertige Bremsen und gegebenenfalls einen Rücktritt besitzen. Außerdem sollten Kinder einen passgenauen und hochwertigen Fahrradhelm tragen, um bei Stürzen und Unfällen bestens geschützt zu sein. Geeignete Modelle gibt es hier. Bei Fahrten im Dunkeln ist es wichtig, dass sowohl das Fahrrad als auch die Kleidung des Kindes mit Reflektoren ausgestattet ist, sodass es jederzeit gut sichtbar ist.

Den Schulweg während der Ferien trainieren

Es ist wichtig, den Schulweg frühzeitig zu trainieren. Wenn die Schule erst einmal losgeht, bleibt morgens häufig nicht genug Zeit, um ruhig und entspannt den Schulweg zu trainieren. Deswegen ist es eine gute Idee, den Weg während der Ferien schon einmal auszuprobieren. Wenn jeden Tag ein Spaziergang zur Schule gemacht wird, gewöhnt sich das Kind an den Weg und lernt auf eventuelle Gefahren und Hindernisse zu achten.

Hinweis: Für den Schulweg sollten sich Eltern genügend Zeit nehmen, damit kein Stress entsteht und die Kinder jederzeit alles im Blick behalten und im Zweifelsfall Situationen mehrfach und genau einschätzen können.

Das Überqueren von Straßen üben

Das Überqueren von Straßen stellt eine der größten Gefahren auf dem Schulweg dar. Deswegen sollte diese Aufgabe genau eingeübt werden. Das gilt sowohl für Straßen mit Ampeln als auch für Straßen, die lediglich auf Zebrastreifen setzen. Eltern sollten Ihrem Kind nahelegen, für das Überqueren einer Straße immer eine Ampel zu suchen.

Achtung: Es kann manchmal notwendig sein, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, um die Sicherheit einer Ampel nutzen zu können.

Wenn keine Ampel vorhanden ist, müssen die Kinder einüben, genau zu gucken, ob ein Auto kommt. Der Blick nach links und rechts sollte keinesfalls automatisch erfolgen, sondern sie müssen sich immer darauf konzentrieren und genau prüfen, ob ein Fahrzeug kommt. Die Regeln für den Zebrastreifen sollten eingeübt werden. Außerdem muss den Kindern klar sein, dass sie vorsichtig sein müssen, selbst wenn sie im Recht sind. Denn nicht immer halten Autos an Zebrastreifen an.

Die Distanz schrittweise vergrößern

 In den ersten Wochen ist es sinnvoll, wenn die Eltern die Kinder auf dem Schulweg begleiten. So können vorhandene Gefahren besprochen und das richtige Verhalten in einzelnen Situationen trainiert werden. Nach einiger Zeit ist es empfehlenswert, die Distanz schrittweise zu vergrößern. Das bedeutet beispielsweise, dass das Kind den Weg alleine macht, die Eltern ihm aber in einem gewissen Abstand folgen. Dies sollten sie keinesfalls heimlich tun, sondern das Kind darüber informieren. So kann es den Weg alleine meistern, weiß aber, dass die Eltern im Zweifelsfall zur Verfügung stehen.

In einem weiteren Schritt ist es dann möglich, dass Kind alleine gehen zu lassen, es aber auf digitalen Wegen zu begleiten. So kann ein Tracker im Smartphone genutzt werden, um die Bewegungen des Kindes nachvollziehen zu können. Diese Strategie sollte aber nur für einen begrenzten Zeitraum genutzt werden. Sobald das Kind den Schulweg beherrscht, sollte keine digitale Überwachung mehr stattfinden.

Schritte auf dem Schulweg:

  1. Kinder werden von den Eltern gebracht.
  2. Eltern und Kinder üben während der Ferien den Schulweg ein.
  3. Eltern und Kinder üben den Schulweg während der Schulzeit ein.
  4. Eltern lassen ihr Kind alleine gehen, folgen ihm aber (nach Verabredung) in einer gewissen Distanz.
  5. Eltern begleiten ihr Kind nur noch digital.
  6. Das Kind beherrscht den Schulweg eigenständig.

Gemeinsam mit Mitschülern unterwegs

Häufig ist es sinnvoll, wenn mehrere Kinder einen Schulweg gemeinsam bewältigen. So müssen sie sich keine Sorgen machen, dass sie allein sind, sondern haben immer jemanden an ihrer Seite. Wichtig ist, dass die Schüler verlässlich und verantwortungsbewusst sind und sich nicht gegenseitig ablenken oder zu Blödsinn animieren. Eltern müssen daher die Begleitpersonen genau auswählen. Gegebenenfalls kann auch auf eine Schülerbeförderung zurückgegriffen werden, die mehrere Kinder gemeinsam nutzen.

Fazit

Es ist wichtig, dass Eltern ihren Kindern zutrauen, den Schulweg alleine bewältigen zu können. Allerdings sollten sie sie nicht ins kalte Wasser stoßen, sondern notwendige Vorbereitungen treffen. Hierzu gehört, den Schulweg rechtzeitig einzuüben und einen hochwertigen Fahrradhelm zu verwenden. Außerdem muss das Überqueren der Straße trainiert werden. Sobald all dies geschehen ist, können sich die Eltern schrittweise zurückziehen und ihre Kinder alleine oder mit Klassenkameraden gemeinsam zur Schule gehen lassen.