Mittwoch, 17. November 2021

Achtsamkeit im Verkehr – worauf Schüler, Eltern, Fahrrad- und Autofahrer achten müssen

Der Zuzug in Großstädte wächst – und mit ihm der Straßenverkehr. Inmitten der Kraftfahrzeuge, Fahrräder und Elektroroller sind Fußgänger im Falle eines Zusammenstoßes am wenigsten geschützt, Kinder dabei besonders gefährdet. Doch jeder einzelne kann dazu beitragen, ihren Schulweg sicher zu gestalten und für ein harmonisches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer sorgen.

Sämtlichen Straßenverkehrsteilnehmern obliegt gemäß § 1 Straßenverkehrsordnung die Pflicht, durch rücksichtsvolles Verhalten Gefährdungen weitestgehend auszuschließen. Die Realität zeigt mit zunehmender Aggressivität auf deutschen Straßen ein anderes Bild. Zwar ist die Zahl verunglückter Kinder im Straßenverkehr seit 1980 kontinuierlich gesunken. Dennoch geschehen weiterhin täglich Unfälle, von denen sich ein Großteil durch erhöhte Aufmerksamkeit verhinder ließe.Ein Blick ins Ausland kann langfristig hilfreich sein, Malta, Österreich oder Dänemark gelten als Vorbilder für sicheren Straßenverkehr. Doch niemand muss auf staatliche Neuregelungen warten, jeder einzelne kann bereits jetzt zum Schutz der jüngsten Verkehrsteilnehmer beitragen.

Kinder sind besonders gefährdet

Mit der Zeit wächst die Erfahrung der Kinder und es entwickeln sich Automatismen für die Teilnahme am Straßenverkehr. Leider fehlt Kindern noch die notwendige Reife, sie können Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen, verwechseln bei Aufregung rechts und links und rennen bei plötzlichen Geräuschen oder dem verschossenen Ball unerwartet auf die Straße. Erwachsene sind daher zu besonderer Umsicht aufgerufen – ob als Fahrer von Auto, Fahrrad oder E-Roller. Fußgänger hingegen können Vorbilder sein und an roten Ampeln stehenbleiben oder Kindern über die Straße helfen.

Als gutes Beispiel vorangehen

Ein wenig Erfahrung könnten Kinder bereits vor ihrer ersten unbeaufsichtigten Teilnahme am Straßenverkehr sammeln. Doch im Kinderwagen oder Fahrradanhänger, auf der Autorückbank oder an der Hand eines Erwachsenen lernen sie vor allem eins: die "Großen" nachzuahmen. Insofern kommt den "Großen" eine entscheidende Rolle für einen maximalen Schutz der Kinder zu. Weshalb die Straßen ausschließlich bei Grün überquert, in Fahrzeugen immer Anschnallgurte angelegt und beim Fahrradfahren Helme aufgesetzt werden sollten. Ab einem Alter von rund drei Jahren können Kinder gezielt mit der Verkehrserziehung vertraut gemacht werden. Und nach der doppelten Zeitspanne mit ihrem Schulweg.

 

Für sichere Schulwege sorgen

Bild 2: Stock Adobe © Gerhard Seybert

Bei Verkehrsunfällen mit Kindern sind nicht immer die Anderen schuld – selbst umsichtigste Autofahrer sind hilflos, rennen die Kleinen aus heiterem Himmel auf die Straße. Bevor die Einschulung ansteht, sollte der künftige Schulweg sicher gestaltet werden. Denn irgendwann möchte der Nachwuchs nicht mehr gebracht und abgeholt werden. Daher sollte dieser nicht der kürzeste sonder der sicherste Schulweg eingeschlagen werden:Jeder kleine Umweg lohnt, werden durch ihn stark befahrene Verkehrsadern oder Straßen ohne Ampeln umgangen werden können. Idealerweise sollten Eltern vor dem ersten Schultag die Route einige Male mit ihren Kindern ablaufen und auf Gefahrenquellen aufmerksam machen. Dabei unterscheiden sich die Regeln, je nachdem mit welchen Transportmittel das Kind den Schulweg antritt.

1 Zu Fuß: Verkehrsteilnehmer jeder Art sind täglich auf den Straßen der Bundesrepublik unterwegs, und nicht alle Verhaltensweisen lassen sich vorhersagen. Legen Kinder ihren Schulweg zu Fuß zurück, sollte sie mit den folgenden Regeln vertraut sein:

  1. Niemals auf die Straße rennen
  2. Beim Straßenüberqueren immer nach rechts, links und wieder rechts gucken
  3. Bei Möglichkeit Blickkontakt zu Auto- oder Radfahrern herstellen

Tipp: Mit dem gemeinsamen Anhören von Kinderliedern oder Lesen von Bilderbüchern über Verkehrssicherheit lässt sich das so wichtige Thema spielerisch erklären.

Darüber hinaus tragen äußere Faktoren zu einem erhöhten Schutz der Kleinen bei: Glitzernde und leuchtende Aufkleber. Je schneller der Schulweg zurückgelegt werden muss, desto hektischer wird das Kind und desto höher ist die Gefahr. Daher sollte morgens immer genug Zeit einplanen werden!

Das Nachbarskind geht in dieselbe Schule? Zusammen macht der Schulweg nicht nur doppelt so viel Spaß sonder auch viel sicherer.

2 Auf dem Fahrrad:Abhängig vom Bundesland werden im Normalfall in der 3. oder 4. Klassenstufe Fahrradprüfungen abgenommen. Experten raten, Kinder erst im Anschluss an diese Verkehrserziehung alleine zur Schule fahren zu lassen. Die Fahrräder sollten unbedingt auf ihre Funktionstüchtigkeit und Ausstattung überprüft werden und die Kleinen einen Helm tragen. Bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr ist die Nutzung des Bürgersteigs mit dem Fahrrad erlaubt.

3 Mit Bus und Bahn: Nutzen die Kleinen öffentliche Verkehrsmittel, sollten sie sich stets gut festhalten und vor allem weder an der Bushaltestelle nahe der Straße noch an den Gleisen von S- oder U-Bahn mit ihren Freunden herumtoben. Eine weitere wichtige Verhaltensregel: nach dem Aussteigen mit dem Überqueren der Straße zu warten, bis sich der Bus entfernt hat

Im Auto:Sich ganz alleineauf den Weg zur Schule zu begeben, macht viele Kinder stolz. Zudem bewegen sie sich an der frischen Luft und können sich mit ihren Klassenkameraden unterhalten. Werden Kinder dennoch mit dem Wagen zur Schule gebracht oder abgeholt, sollten Eltern weder den Eingang zur Schule noch Haltestellen blockieren und ebenso wie der Nachwuchs selbst vor dem Öffnen der Autotür auf andere Kinder achten.

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