Sonntag, 23. Februar 2020

Nach Explosion in Chemieraum: drei Verletzte aus Klinik entlassen

Unachtsamkeit bei der Entsorgung von Altchemikalien führte zu Chemieunfall im Internat.

Nach einem Unfall mit Chemikalien in einem Elite-Internat in Osthessen geht es den meisten Verletzten wieder besser. Zwei Lehrerinnen (48 und 28 Jahre) und zwei Schülerinnen (20 und 18) hatten sich Atemwegsreizungen zugezogen und mussten ins Krankenhaus. Drei Personen konnten die Klinik zwischenzeitlich bereits wieder verlassen. Über den Gesundheitszustand der vierten Person lägen keine Informationen vor, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Fulda.

Am Dienstagmittag war es in einem Chemieraum der Hermann-Lietz-Schule in Hofbieber (Landkreis Fulda) zu dem Unfall gekommen. Als die Lehrerinnen bei Aufräumarbeiten mehrere bislang nicht näher benannte Chemikalien entsorgten, kam es zu einer Explosion, bei der ein ätzend riechendes Gas freigesetzt wurde, wie die Polizei berichtete. Zu dem Zeitpunkt befanden sich zwar keine Schüler im Raum. Durch die chemische Reaktion breiteten sich Gase aber aus, wie die Polizei erklärte. Schülerunterkünfte mussten daraufhin evakuiert werden.

Angaben zum Sachschaden konnte die Polizei am Mittwoch noch nicht nennen. Unklar ist auch, wie es genau zur Explosion kommen konnte und um welche Stoffe es sich handelte. «Wir werden den Sachverhalt zusammentragen und an die Staatsanwaltschaft Fulda übermitteln. Dort fällt dann die Entscheidung über den weiteren Fortgang», erklärte ein Polizeisprecher.

Die Hermann-Lietz-Schule befindet sich in Schloss Bieberstein, das in malerischer Umgebung auf einer Anhöhe in der Rhön liegt. Das Lietz-Internat ist ein reines Oberstufen-Gymnasium.